Christiane Herrlinger × Mathias Weber
Gott und die Welt
Zwolf Bibelgeschichten , die jede Familie kennen sollte

Die Deutsche Bibelgesellschaft ist eine kirchliche Stiftung des öffentlichen Rechts. Sie übersetzt die biblischen Schriften, entwickelt und verbreitet innovative Bibelausgaben und eröffnet für alle Menschen Zugänge zur Botschaft der Bibel. International verantwortet sie die wissenschaftlichen Bibelausgaben in den Ursprachen. Durch die Weltbibelhilfe unterstützt sie in Zusammenarbeit mit dem Weltverband der Bibelgesellschaften (United Bible Societies) weltweit die Übersetzung und Verbreitung der Bibel, damit alle Menschen die Bibel in ihrer Sprache lesen können.
Weitere Informationen finden Sie unter www.die-bibel.de
ISBN 978-3-438-04740-3
Gott und die Welt –Zwölf Bibelgeschichten, die jede Familie kennen sollte © 2023 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
Texte: Christiane Herrlinger
Texte im Anhang: Ramona Dobler, Michael Jahnke
Illustrationen: Mathias Weber
Satz und Layout: Deutsche Bibelgesellschaft
Druck: Finidr, s.r.o., Český Těšín
Printed in the Czech Republic
Alle Rechte vorbehalten
Inhaltsverzeichnis
Am Anfang Seite 7
Ein Schiff namens Arche Seite 15
Vater Abraham hat zwei Söhne Seite 21
Der verkaufte Bruder Josef Seite 27
Rut hilft Noomi Seite 35
David und der gute Hirte Seite 41
Jona betet im großen Fisch Seite 47
Das Kind in der Krippe Seite 53
Bartimäus wird gesund Seite 59
Viele Menschen werden satt Seite 63
Zachäus macht es wieder gut Seite 67
Freude am Ostermorgen Seite 71

Woher kommen wir Menschen? Und die Tiere?
Und wer hat die Welt gemacht? Im biblischen Schöpfungsbericht geht es um die Frage, welchen Blick wir Kindern auf die Welt und die Wirklichkeit, auf uns selbst, auf unsere Mitmenschen und Mitgeschöpfe und auf die Natur und Umwelt ermöglichen können.

Am Anfang
Am Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde. Die Erde war noch leer und ohne Leben. Es herrschte Dunkelheit und alles war bedeckt von Wasser.
Da sprach Gott: „Licht soll entstehen!“ Und auf sein Wort hin wurde es hell.
Gott sah: Das Licht war gut.
Er trennte das Licht von der Dunkelheit. Das Licht nannte er „Tag“ und die Dunkelheit „Nacht“.
Es wurde Abend und wieder Morgen –das war der erste Tag.
Dann sprach Gott:
„Es soll sich ein Dach wölben und das Wasser unter dem Dach trennen von dem Wasser darüber.“
So geschah es.
Gott spannte ein weites Dach aus wie ein Zelt und nannte es „Himmel“.
Es wurde Abend und wieder Morgen –das war der zweite Tag.

Dann sprach Gott: „Das Wasser unter dem Himmel soll sich an einer Stelle sammeln, damit trockenes Land zum Vorschein kommt.“ So geschah es.
Gott nannte das Land „Erde“ und das gesammelte Wasser „Meer“. Gott sah alles an: Es war gut.

Dann sprach Gott:
„Die Erde soll grüne Pflanzen sprießen lassen: Gräser, Bäume und alle anderen Arten von Pflanzen, die Samen und Früchte tragen.“
So geschah es.
Pflanzen wuchsen auf. Die Erde wurde grün.
Gott sah alles an: Es war gut.
Es wurde Abend und wieder Morgen –das war der dritte Tag.
Dann sprach Gott:
„Am Himmel sollen Lichter sein. Sie sollen über der Erde leuchten und Tag und Nacht voneinander trennen.“
So geschah es.
Gott machte die Sonne für den Tag und Mond und Sterne für die Nacht.
Wie Lampen setzte er sie an das Dach des Himmels.
Gott sah alles an: Es war gut.
Es wurde Abend und wieder Morgen –das war der vierte Tag.

Dann sprach Gott:
„Wasser und Luft sollen voller Leben sein.“
So geschah es.
Gott schuf die Seeungeheuer, die Fische und alle anderen Wassertiere.
Er schuf auch alle Arten von Vögeln und fliegenden Insekten.
Und Gott sah alles an: Es war gut.
Gott segnete seine Geschöpfe und sagte zu ihnen:
„Seid fruchtbar und vermehrt euch!
Erfüllt das Wasser und die Luft!“
Es wurde Abend und wieder Morgen –das war der fünfte Tag.

Dann sprach Gott:
„Auch die Erde soll Leben hervorbringen: zahme und wilde Tiere und alles, was auf dem Boden kriecht.“
So geschah es.
Gott machte die vielen verschiedenen Arten von Tieren, die auf dem Land leben. Und Gott sah alles an: Es war gut.

Dann sprach Gott:
„Jetzt will ich Menschen machen. Sie sollen mir ähnlich sein: mein Ebenbild. Ich will ihnen alles, was ich geschaffen habe, anvertrauen.“
Und so schuf Gott Menschen.
Er machte sie als sein Ebenbild, als Mann und Frau.
Gott segnete die Menschen und sagte: „Seid fruchtbar und vermehrt euch!
Breitet euch über die ganze Erde aus.
Ich gebe alles in eure Hände: die Pflanzen und ihre Früchte, die Fische, die Vögel und die Tiere auf dem Land. Ich vertraue sie eurer Fürsorge an.“
Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut!
Es wurde Abend und wieder Morgen –das war der sechste Tag.
Am siebten Tag ruhte Gott von seiner Arbeit aus. Denn nun war alles vollendet.
Gott segnete den siebten Tag und erklärte ihn zu einem heiligen Tag, an dem auch die Menschen von ihrer Arbeit ausruhen und an Gott denken.
So entstanden Himmel und Erde.
Die ganze Welt hat ihren Ursprung in Gott.
Nach 1. Mose/Genesis 1,1-2,4a


Warum musste Noah eine Arche bauen? Wofür steht der Regenbogen? Und was hat das auf der ganzen Welt bekannte Symbol der Friedenstaube mit dieser Geschichte zu tun? Die große Flut, von der die Bibel erzählt, erscheint beinahe wie die erste durch den Menschen verursachte Umweltkatastrophe. Doch am Ende steht Gottes Versprechen, uns Menschen trotz all unserer Fehler zu beschützen und zu bewahren.

Ein Schiff namens Arche
Gott blickte auf die Erde hinunter. Was er sah, gefiel ihm gar nicht. Die Menschen hatten nichts anderes mehr im Sinn, als zu streiten, zu lügen, zu stehlen und einander totzuschlagen. Da tat es Gott leid, sie überhaupt geschaffen zu haben. Er beschloss, alles wieder auszulöschen, was auf der Erde lebte: Menschen und Tiere. Nur ein Einziger war anders als die übrigen: Noah. Er hörte auf Gott und tat nichts Schlechtes.
Gott sagte zu ihm: „Ich will die Menschen nicht mehr auf der Erde haben. Deshalb wird eine große Flut über die Erde kommen und alles fortspülen. Aber dich will ich retten. Das verspreche ich dir.“
Er gab Noah den Auftrag, ein großes Schiff zu bauen – die Arche. Und Noah machte alles genauso, wie Gott es ihm gesagt hatte: Er baute ein gewaltiges Schiff aus festem Holz. Innen bekam es viele Kammern. Es musste sehr viel Platz darin sein, denn Gott wollte auch Noahs ganze Familie retten und außerdem ein Paar von jeder Tierart.

Als die Arche fertig war, stieg Noah mit seiner Familie ein und brachte auch die Tiere hinein, ein Männchen und ein Weibchen von jeder Art.
Dann begann es zu regnen. Vierzig Tage lang goss es in Strömen, als hätte der Himmel alle Schleusen geöffnet. Das Wasser stieg und überschwemmte die Erde, bis sogar die höchsten Berge überflutet waren. Aber die Menschen und Tiere in der Arche waren in Sicherheit.
Viele Wochen lang stieg das Wasser auf der Erde. Dann schickte Gott einen Wind, der die Wolken wegblies, und der Regen hörte endlich auf. Das Wasser begann zu sinken. Die Arche setzte auf einem Berg im Gebirge Ararat auf.

Noah wollte herausfinden, ob es wieder trockenes Land gab. Deshalb öffnete er die Dachluke, die er gemacht hatte, und ließ einen Raben hinausfliegen. Der flog so lange hin und her, bis die Erde trocken war. Noah ließ auch eine Taube fliegen. Beim ersten Mal fand sie keine Stelle zum Landen und kehrte zur Arche zurück. Nach einer Woche schickte Noah sie zum zweiten Mal los. Wieder kam sie zurück, doch diesmal hielt sie etwas im Schnabel: ein frisches Blatt von einem Olivenbaum. Da wusste Noah, dass das Wasser auf der Erde weniger geworden war und schon wieder Pflanzen wuchsen. Als er die Taube nach einer weiteren Woche zum dritten Mal fliegen ließ, kehrte sie nicht mehr zurück. Da öffnete Noah das Dach der Arche und sah sich um. Das Wasser war abgelaufen und die Erde war trocken.

Gott sagte zu Noah: „Kommt heraus aus der Arche. Lasst auch die Tiere hinaus. Sie sollen sich wieder vermehren. Bald wird es auf der ganzen Welt wieder wimmeln von Tieren.“ Also verließ Noah mit seiner Familie und den Tieren das Schiff. Die Erde war wieder grün und frisch. Alles war wie neu. Noah baute einen Altar aus Steinen und brachte Gott darauf ein Opfer, um ihm für die Rettung zu danken.
Da sagte Gott: „Ich gebe dir ein Versprechen – es gilt für alle Menschen und Tiere auf der Erde: Ich werde die Erde nicht noch einmal bestrafen, auch wenn die Menschen böse sind.
Denn so sind sie nun einmal. Nie wieder schicke ich eine solche Flut. Solange die Erde steht, wird es Saat und Ernte geben, Kälte und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“
Dann setzte Gott einen leuchtenden Regenbogen in die Wolken und sagte: „Das ist mein Zeichen für euch. Wenn wieder dunkle Wolken aufziehen, wird der Bogen am Himmel erscheinen. Dann wisst ihr: Ihr müsst keine Angst haben. Ich denke an mein Versprechen.“
Nach 1. Mose/Genesis 6-9
