Die Deutsche Bibelgesellschaft ist eine kirchliche Stiftung öffentlichen Rechts. Sie übersetzt die biblischen Schriften, entwickelt und verbreitet innovative Bibelausgaben und eröffnet für alle Menschen Zugänge zur Botschaft der Bibel. International verantwortet sie die wissenschaftlichen Bibelausgaben in den Ursprachen. Durch die Weltbibelhilfe unterstützt sie in Zusammenarbeit mit dem Weltverband der Bibelgesellschaften (United Bible Societies) weltweit die Übersetzung und Verbreitung der Bibel, damit alle Menschen die Bibel in ihrer Sprache lesen können.
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Am Anfang machte Gott den Himmel und die Erde. Die Erde war noch leer und ohne Leben. Es war dunkel und überall war Wasser.
Da sagte Gott: „Licht soll entstehen!“ Und sofort wurde es hell.
Gott sah: Das Licht war gut.
Gott trennte das Licht von der Dunkelheit. Das Licht nannte er „Tag“. Die Dunkelheit nannte er „Nacht“.
So ging der erste Tag zu Ende. Es wurde Abend – und bald darauf wieder Morgen.
Himmel, Meer und Land
Nun sagte Gott: „Im Wasser soll sich ein Dach wölben und das Wasser unter dem Dach trennen von dem Wasser darüber.“
So geschah es. Gott spannte ein weites Dach aus wie ein großes, blaues Zelt. Er nannte es „Himmel“. Weiße Wolken zogen am Himmel entlang.
So ging der zweite Tag zu Ende. Es wurde Abend – und wieder Morgen.
Nun sagte Gott: „Das Wasser unter dem Himmel soll nicht mehr alles bedecken. Es soll sich an einer Stelle sammeln. Denn es soll auch trockenes Land geben.“
So geschah es. Das Wasser floss in einem großen Becken zusammen. Gott nannte es „Meer“. Dort, wo kein Wasser mehr war, kam nun trockenes Land hervor: Berge, Täler und weite Ebenen.
Gott nannte das Land „Erde“.
Und Gott sah alles an: Es war gut.
Pflanzen und Tiere
Dann sagte Gott: „Die Erde soll grün werden. Gräser, Blumen und Bäume sollen wachsen. Sie sollen Samen und Früchte tragen.“ So geschah es. Gräser wuchsen aus der Erde. Bunte Blumen blühten auf und verstreuten ihre Samen. Büsche und Bäume erhoben sich über den Wiesen. An ihren Ästen reiften Beeren, Nüsse und süße Früchte. Gott sah alles an: Es war gut. So ging der dritte Tag zu Ende. Es wurde Abend – und wieder Morgen.
Nun sagte Gott: „Am Himmel sollen Lichter sein, die über der Erde leuchten – am Tag und in der Nacht.“
So geschah es. Gott machte die Sonne für den Tag und setzte sie an den Himmel. Sie strahlte hell vom Morgen bis zum Abend. Für die Nacht machte Gott den Mond und die Sterne. Gott sah alles an: Es war gut.
So ging der vierte Tag zu Ende. Es wurde Abend – und wieder Morgen.
Nun sagte Gott: „Wasser und Luft sollen voller Leben sein. Fische sollen im Wasser schwimmen und Vögel in der Luft fliegen.“
So geschah es. Gott machte die großen Walfische und alle anderen Tiere, die im Wasser leben. Und er machte die Vögel: Spatzen, Amseln, Möwen, Adler und alle anderen Arten.
Gott sah alles an: Es war gut.
Gott segnete die Fische und Vögel. Er sagte: „Vermehrt euch!
Erfüllt das Wasser und die Luft!“
So ging der fünfte Tag zu Ende. Es wurde Abend – und wieder Morgen.
Nun sagte Gott: „Auch auf der Erde sollen Tiere leben – viele verschiedene Arten.“
So geschah es. Gott machte alle Tiere, die laufen, kriechen oder krabbeln: Schafe und Kühe, Schlangen und Ameisen, Bären, Löwen und Elefanten.
Gott sah alles an: Es war gut.
Der verlorene Sohn
Alle dürfen kommen
Jesus erzählte allen Menschen von Gott. Jeder durfte kommen und zuhören. Nicht nur gute Menschen, sondern auch alle, die Schlechtes getan hatten. Jesus schickte niemanden weg. So war es auch an diesem Tag. Alle Zolleinnehmer der Stadt waren gekommen. Sie setzten sich zu Jesus und hörten ihm gespannt zu.
Doch einigen Männern gefiel das gar nicht. Verärgert steckten sie die Köpfe zusammen.
Einer schimpfte: „Was sollen die Zolleinnehmer hier? Wieso kümmert sich Jesus um solche Menschen? Jeder weiß doch: Die Zolleinnehmer sind alle Betrüger.“
„Das stimmt!“, sagte ein anderer. „Sie nehmen viel zu viel Geld von den Leuten, die am Stadttor Zoll bezahlen müssen. Das Geld behalten sie dann selbst! Diebe sind das! Mit denen gibt man sich nicht ab!“
Und ein dritter rief: „Seht nur: Jesus isst sogar mit ihnen! Was denkt er sich nur dabei?“
Die Männer, die so schimpften, waren Pharisäer und Gesetzeslehrer. Sie hielten sich streng an alle Regeln und Gesetze. Denn sie wollten ein besonders gutes Leben führen. Mit schlechten Menschen wollten sie nichts zu tun haben. Jesus hatte alles gehört, was die Männer gesagt hatten. Da erzählte er ihnen diese
Geschichte:
Der Vater und seine Söhne
Ein Mann hatte zwei Söhne. Der jüngere Sohn sagte zum Vater: „Vater, ein Teil von allem, was du hast, wird später einmal mir gehören. Ich will meinen Anteil aber jetzt schon haben. Gib ihn mir.“
Da teilte der Vater alles auf, was er hatte: die Felder, die Tiere und das Geld. Jeder Sohn bekam seinen Anteil.
Ein paar Tage später verkaufte der jüngere Sohn alles, was er bekommen hatte. Nun hatte er viel Geld. Er dachte: „Jetzt kann ich hinaus in die weite Welt!“
Er packte seine Sachen, steckte das Geld ein und ging von zu Hause weg.
Viele Tage war er unterwegs. Er kam durch fremde Dörfer und Städte und gelangte schließlich in ein fernes Land.
„Hier bleibe ich“, beschloss er. „Hier gefällt es mir.“
Nun lebte er wie ein reicher Mann. Er feierte Feste, trank Wein und aß teures Essen. Wie viel es kostete, war ihm egal.
Er wollte einfach Spaß haben.
Doch eines Tages war sein ganzes Geld ausgegeben. Er konnte nichts mehr kaufen – weder Essen noch Wein.
Und wo sollte er jetzt schlafen? Nicht einmal ein einfaches Zimmer im Gasthaus konnte er bezahlen.
Die Hungersnot
Doch das war noch nicht alles. Zu der Zeit begann in dem Land auch noch eine große Hungersnot. Selbst wenn er Geld gehabt hätte, um etwas zu kaufen – es gab einfach kein Essen mehr! Die Menschen im ganzen Land hatten Hunger. Auch ihm ging es schlecht. Als er nicht mehr weiterwusste, sagte er sich: „Ich muss jemanden um Hilfe bitten.“
So ging er zu einem Bauern und bat ihn: „Bitte gib mir etwas zu essen.“
Der Bauer antwortete: „Wenn ich dir helfen soll, musst du für mich arbeiten. Geh aufs Feld und pass auf meine Schweine auf.“ Er nickte. Was blieb ihm anderes übrig?
Nun saß er bei den Schweinen. Es war schmutzig. Ihm war kalt. Und er hatte immer noch schrecklichen Hunger! Er hätte sogar das eklige Schweinefutter gegessen. Aber er bekam nichts davon.