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LUTHERBIBEL KOMPASSAUSGABE

BILD - UND INFORMATIONSTEIL

Grundwissen Bücher Biblische Geschichte Alltag & Religion Große Themen Feste Fragen & Antworten Bibellesetipps

DEUTSCHE BIBELGESELLSCHAF T

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Galiläa zur Zeit Jesu Religion und Politik zur Zeit Jesu Häuser und Städte in biblischer Zeit Landwirtschaft und Nahrung in biblischer Zeit Landschaften der Bibel

THEMENFELDER

  –  

DIE GROSSEN THEMEN DER BIBEL Das Buch der Bücher

GRUNDWISSEN ÜBER DIE BIBEL Die Bibel – eine Bibliothek Wie ist die Bibel entstanden? Sprache und Schrift der Bibel Zusammenstellung der biblischen Bücher Eine Bibel – zwei Testamente Redewendungen aus der Bibel Vier Evangelien – eine Botschaft

–      

DIE BÜCHER DER BIBEL Das Alte Testament Die Gesetzesbücher Die Geschichtsbücher Die Psalmen und das Hohelied Die Bücher der Propheten Die Schriften der Weisheit Die Apokryphen des Alten Testaments

   –   

Das Neue Testament Die Evangelien und die Apostelgeschichte Die Briefe des Apostels Paulus Die anderen Briefe des Neuen Testaments Die Offenbarung an Johannes

    

BIBLISCHE GESCHICHTE Der Anfang der Bibel: Ursprünge und Grundrisse  Von den Vätern und Müttern Israels  Der Auszug aus Ägypten  Die Landnahme  Die Zeit der Könige  Das geteilte Reich  Das Exil – die Wiege des Judentums  Die Zeit zwischen den Testamenten  Johannes der Täufer  Die Geburt Jesu  Jesus tritt an die Öffentlichkeit  Die letzten Tage Jesu in Jerusalem  Kreuzigung und Tod Jesu  Die Auferstehung Jesu  Die ersten christlichen Gemeinden  Das Evangelium breitet sich aus  Paulus, der unbequeme Apostel  Die Missionsreisen des Paulus – Die Kirche wächst 

ALLTAG UND RELIGION IN BIBLISCHER ZEIT Wo wohnt Gott? Die Synagoge Das »Haus« in biblischer Zeit

–  

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde … Der Bund Die Zehn Gebote und das Gesetz (Wie) darf man sich Gott vorstellen? Gott und die Götter Der »Tag des Herrn« Hiob – Krankheit und Heilung in der Bibel Warten auf den Retter Wer war Jesus von Nazareth? Namen für die besondere Bedeutung von Jesus Jesu Botschaft von der Herrschaft Gottes Die Gleichnisse Jesu Zeichen und Wunder Aufruf zur Nachfolge Apokalyptik und Widerstand Wie sieht die Bibel den Menschen?

         –      

DIE JÜDISCHEN FESTE UND DIE FESTE DES KIRCHENJAHRES Die Feste Israels Advent Das Weihnachtsfest Palmsonntag und Gründonnerstag Karfreitag Das Osterfest Das Pfingstfest

–      

FRAGEN UND ANT WORTEN Gottes Wort im Menschenwort Warum lesen wir das Alte Testament noch? Das Alte Testament – ein Buch voller Grausamkeiten? Träume und Visionen Zahlensymbolik in der Bibel Engel Frauen in der Bibel

      

PRAKTISCHE HILFEN UND TIPPS ZUM BIBELLESEN Wegweiser durch die Bibel Die Bibel lesen – aber wie? Beten mit der Bibel Hilfen zum Beginnen Bibelleseplan (im Buchdeckel)

–   

LANDKARTEN Der Alte Orient zur Zeit des Alten Testaments Das Land der Bibel zur Zeit des Alten Testaments Das Land der Bibel zur Zeit des Neuen Testaments Die Reisen des Apostels Paulus

   

Bildnachweis

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DAS BUCH DER BÜCHER

Die Bibel ist ein ganz besonderes Buch. Wer sie aufschlägt, sieht sich Texten gegenüber, die bereits vor  bis  Jahren aufgeschrieben wurden. Die Wurzeln dieser Geschichten, Lieder und Gebete reichen sogar noch viel weiter in die Vergangenheit zurück. Und doch ist die Bibel keineswegs veraltet. Bis heute ist sie ein »Bestseller« auf dem Buchmarkt. Sie wurde in mehr Sprachen übersetzt als irgendein anderes Werk der Weltliteratur. Nach wie vor fasziniert sie die Menschen – überall auf der Welt. Denn die entscheidenden Fragen, die uns bewegen, sind über die Jahrtausende hin dieselben geblieben. In der Bibel begegnen uns Menschen, die ähnlich empfunden haben wie wir heute: Sie erleben Freude und Leid, Hoffnung und Enttäuschungen, großes Vertrauen und quälende Zweifel. Sie fragen nach der Herkunft von Unrecht, Leid und Tod und nach den eigenen Grenzen, suchen nach dem Ziel ihres Lebens und stehen staunend vor den Schönheiten und

Wundern unserer Welt, hinter denen sie die Macht des Schöpfers am Werk sehen, der dies alles ins Leben gerufen hat und erhält. Die Geschichte Gottes mit diesen Menschen – das ist das Thema der Bibel. Und was Gott für sie damals war, das will und kann er auch für uns heute sein, wenn wir uns auf ihn einlassen: ein fester Halt und die Mitte unseres Lebens. Die Bibel kann uns helfen, Gottes Spuren in unserem eigenen Leben zu entdecken. In keinem anderen Buch auf der Welt geht es deshalb so sehr um uns selbst wie in der Bibel. Sie kann für uns zu einem Lebensbuch werden, zum Buch der Bücher, in dem wir – wie die Menschen von damals – Gott begegnen.

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DIE BIBEL – EINE BIBLIOTHEK

Das Wort »Bibel« stammt aus der griechischen Sprache und bedeutet »Bücher« (biblia). Denn die Bibel ist eigentlich eine Sammlung von verschiedenen Einzelschriften oder Büchern. Sie gleicht einer ganzen Bibliothek mit insgesamt  Bänden:  im Alten Testament,  im Neuen Testament und  sogenannte Apokryphen des Alten Testaments. Manche von ihnen sind äußerst umfangreich, andere füllen nur wenige Seiten. Wie in einer Bibliothek werden die Bücher in verschiedene Gruppen eingeteilt. Die Schriften des Alten Testaments existierten zunächst als einzelne Schriftrollen in hebräischer Sprache. Sie sind von verschiedenen Autoren und in unterschiedlichen Stilformen geschrieben worden. Seit dem . Jahrhundert v. Chr. haben jüdische Gelehrte die heiligen Schriften gesammelt und zu größeren Einheiten zusammengefügt. Man kann drei Gruppen unterscheiden:

Geschichtsbücher Sie umfassen zunächst die fünf Bücher Mose (Genesis, Exodus, Levitikus, Numeri und Deuteronomium) und werden deshalb auch »Pentateuch«, d. h. »Fünf-RollenBuch«, genannt. In ihnen wird die Geschichte des Volkes Israel von den ersten Anfängen bis zur Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten geschildert. Außerdem sind in den fünf Büchern Mose eine Reihe von Gesetzen und Anweisungen enthalten, weswegen man sie auch »Gesetzesbücher« oder »Weisung« nennt. Die weiteren Geschichtsbücher erzählen die Geschichte Israels vom Einzug ins verheißene Land bis zur Verbannung und der Rückkehr aus dem Babylonischen Exil. Lehrbücher und Psalmen Die Lehrbücher enthalten Weisheitslehren, die in einprägsamen Sprichwörtern oder auch in dichterische Sprache gefasst weitergegeben wurden. Die Psalmen sind eine Sammlung von Liedern und Gebeten.

APOA Judit

Weishe

Tobias

Jesus S Ester

Richter 2. Mose / Exodus Josua 1. Mose / Genesis Rut 3. Mose / Levitikus Richter 2. Mose / Exodus 1. 4. Samuel Mose / Numeri Rut 3. Mose / Levitikus 2. 5. Samuel Mose / Deuteronomium 1. 4. Samuel Mose / Numeri 1. Könige 2. Samuel 5. Mose / Deuteronomium Josua 2. Könige 1. Könige Richter 1. Chronik Josua 2. Könige RutChronik 2. Richter 1. Chronik 1. Samuel Esra RutChronik 2. 2. Samuel Nehemia 1. Samuel Esra 1. Könige Ester 2. Samuel Nehemia 2. Könige 1. Könige Ester 1. Chronik 2. Könige 2. Chronik 1. Chronik Esra 2. Chronik Nehemia Esra Ester Nehemia

5. Mose / Deuteronomium Josua 1. Mose / Genesis

2. Mose / Exodus 1. Mose / Genesis 3. Mose / Levitikus 2. Mose / Exodus 4. Mose / Numeri 3. Mose / Levitikus 5. Mose / Deuteronomium 4. Mose / Numeri

1. Mose / Genesis

ALTES ALTES TESTAMENT TESTAMENT ALTES ALTES TESTAMENT TESTAMENT

Baruch

1. Mak

Geschichtsbücher Geschichtsbücher Geschichtsbücher Geschichtsbücher

2. Mak

Stücke

Gebet

Maleachi

Psalter Jesaja/ Ijob Hiob Sprüche / Proverbia Jeremia Psalter Jesaja / Kohelet Prediger Klagelieder / Proverbia Sprüche Jeremia Hoheslied Hesekiel // Ezechiel Prediger Kohelet Klagelieder Daniel Hoheslied Hesekiel / Ezechiel Hosea Daniel Jesaja Joel Hosea Jeremia Amos Jesaja Joel Klagelieder Obadja Jeremia Amos / Ezechiel Hesekiel Jona Klagelieder Obadja Daniel Micha Hesekiel / Ezechiel Jona Hosea Nahum Daniel Micha Joel Habakuk Hosea Nahum Amos Zefanja Joel Habakuk Obadja Haggai Amos Zefanja Jona Sacharja Obadja Haggai Micha Maleachi Jona Sacharja Nahum Micha Maleachi Habakuk Nahum Zefanja Habakuk Haggai Zefanja Sacharja Haggai Maleachi Sacharja

Hoheslied Hiob / Ijob

Hiob / Ijob

Psalter Hiob / Ijob Sprüche / Proverbia Psalter Prediger / Kohelet Sprüche / Proverbia Hoheslied Prediger / Kohelet

Stücke

Lehrbücher Lehrbücher / Psalmen / Psalmen Lehrbücher Prophetenbücher Lehrbücher Prophetenbücher / Psalmen / Psalmen Prophetenbücher Prophetenbücher

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Prophetenbücher Die Propheten Israels legten die Ereignisse der Vergangenheit aus, sie prangerten das Unrecht in der Gegenwart an und verkündigten Gottes Handeln für die Zukunft. Apokryphen des Alten Testaments Die Apokryphen sind Zusätze und Ergänzungen zum Alten Testament, die nicht in die hebräische Bibel aufgenommen wurden. Nur die griechische Übersetzung des Alten Testaments überliefert sie. Entstanden sind sie zwischen  und  v. Chr. Einige gehören vom Charakter zu den Geschichtsbüchern, andere enthalten Weisheitssprüche und -lehren oder Prophetenworte. In dieser Bibelausgabe sind die Spätschriften in einem gesonderten Teil vor dem Neuen Testament angeordnet. In manchen Ausgaben sind sie nicht enthalten oder an verschiedenen Stellen im Alten Testament zu finden.

Die  Bücher des Neuen Testaments wurden auf Griechisch geschrieben. Auch sie können in verschiedene Gruppen unterteilt werden: Geschichtsbücher Die vier Evangelien und die Apostelgeschichte erzählen von Jesus Christus und seinem Wirken und von den ersten Gemeinden. Sie wollen aber keinen rein historischen Bericht geben, sondern zum Glauben an Jesus als den von seinem Volk lange ersehnten Retter der Menschen einladen. Briefe Diese Gruppe enthält  Briefe, die von den Aposteln selbst oder unter ihrem Namen an verschiedene christliche Gemeinden und an Einzelpersonen geschrieben wurden. Die größte und wichtigste Sammlung bilden die Paulusbriefe. Die Offenbarung Die Offenbarung des Johannes steht in der Tradition der prophetischen Bücher. Sie schildert vor allem apokalyptische Visionen vom Ende dieser Welt, verbunden mit der Hoffnung auf einen neuen Himmel und eine neue Erde.

1. Makkabäer 1. Makkabäer

Jesus Sirach Jesus Sirach BaruchBaruch

2. Thessalonicher

/ Tobit / Tobit Tobias Tobias

Judit Weisheit Tobias / Tobit Jesus Sirach Baruch

1. Makkabäer 1. Makkabäer

1. Makkabäer

Geschichtsbücher 2. Makkabäer 2. Makkabäer 2. Makkabäer 2. Makkabäer

2. Makkabäer

Stücke Stücke zu Esterzu Ester

Stücke Stücke zu Esterzu Ester

Stücke zu Ester

Stücke Stücke zu Daniel zu Daniel

Stücke Stücke zu Daniel zu Daniel

Stücke zu Daniel

Sprüche / Proverbia

BaruchBaruch

Matthäus Josua Markus Richter Matthäus Lukas Rut Markus Johannes 1. Samuel Lukas Apostelgeschichte 2. Samuel Johannes

Jesus Sirach Jesus Sirach

4. Mose / Numeri

/ Tobit / Tobit Tobias Tobias

3. Mose / Levitikus

Weisheit Weisheit

2. Mose / Exodus

Judit Judit

Weisheit Weisheit 1. Mose / Genesis

Judit Judit

APOKRYPHEN

1. Könige Apostelgeschichte Matthäus 2. Könige Markus Römer Matthäus 1. Chronik Lukas 1. Korinther Markus 2. Chronik Römer Johannes 2. Korinther EsraLukas 1. Korinther Apostelgeschichte Galater Johannes Nehemia 2. Korinther Epheser Apostelgeschichte Ester Galater Philipper Epheser Römer Kolosser Philipper 1. Thessalonicher Korinther 1. Römer Kolosser 2. Thessalonicher Korinther 2. 1. 1. Korinther Thessalonicher Galater 2. Thessalonicher Korinther 2. Epheser Galater Philipper Epheser Kolosser Philipper 1. Thessalonicher Kolosser 2. Thessalonicher 1. Thessalonicher

5. Mose / Deuteronomium

APOKRYPHEN APOKRYPHEN ALTES TESTAMENT APOKRYPHEN APOKRYPHEN NEUES NEUES TESTAMENT TESTAMENT NEUES NEUES TESTAMENT TESTAMENT

Gebet Manasses Gebet Manasses

Gebet Manasses

Lehrbücher / Psalmen

Proph. Proph. Weitere Weitere BriefeBriefe Weitere Weitere BriefeBriefe Prophetenbücher Buch Buch

Offenbarung

Offenbarung

Judas

2. Timotheus 1. Timotheus Jesaja Titus 2. Timotheus Jeremia Philemon Titus Klagelieder Philemon 1. Petrus Hesekiel / Ezechiel 2. 1. Petrus Timotheus Daniel 1. Petrus 1. 2. Johannes Timotheus Hosea 2. 1. Petrus Timotheus 2. Johannes Titus Joel 1. Johannes 2. Timotheus 3. Johannes Philemon Amos 2. Johannes Titus Hebräer Obadja 3. Johannes Philemon 1. Petrus Jakobus Jona Hebräer 2. Petrus Judas 1. Petrus Micha Jakobus 1. Johannes 2. Petrus Nahum Judas 2. Johannes 1. Johannes Habakuk 3. Johannes 2.Offenbarung Johannes Zefanja Hebräer 3. Johannes Haggai Jakobus Offenbarung Hebräer Sacharja Judas Jakobus Maleachi

1. Timotheus

Hoheslied

Hiob / Ijob

Psalter

Gebet Manasses Gebet Manasses

Prediger / Kohelet

Geschichtsbücher Geschichtsbücher Paulusbriefe Geschichtsbücher Paulusbriefe Paulusbriefe Paulusbriefe Geschichtsbücher

Proph. Proph. Buch Buch

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WEGWEISER DURCH DIE BIBEL

Der Text einer gedruckten Bibel enthält heute eine ganze Reihe von Orientierungshilfen und zusätzlichen Informationen. Die wichtigsten werden hier kurz vorgestellt:  Kolumnentitel Zur schnelleren Orientierung nennt der Kolumnentitel oben auf der Seite den Namen des Buches und das bzw . die Kapitel, die auf der aufgeschlagenen Seite zu lesen sind.  Kapitel und Verse Alle Bücher der Bibel sind eingeteilt in Kapitel und Verse (einige ganz kurze Bücher nur in Verse). Die Aufteilung in Kapitel geht auf den englischen Erzbischof Stephen Langton zurück (. Jahrhundert), die Verszählung hat der Genfer Buchdrucker Robertus Stephanus  bei einer griechischlateinischen Ausgabe des Neuen Testaments eingeführt. Beides hat sich seit dem . Jahrhundert in deutschen Bibelausgaben durchgesetzt.  Überschriften Sie gliedern den Bibeltext in Sinnabschnitte. In den ursprünglichen Hand-

schriften mit dem hebräischen bzw . griechischen Text der Bibel gibt es noch keine Überschriften. Sie wurden erst später zur besseren Orientierung hinzugefügt und unterscheiden sich daher in den verschiedenen Bibelausgaben oft ganz beträchtlich.  Zitate aus alttestamentlichen Büchern sind in Anführungszeichen gesetzt. Die zugehörigen Stellenangaben stehen in Klammern dabei.  Parallelüberlieferungen Besonders bei den Geschichtsbüchern des Alten und Neuen Testaments kommt es vor, dass dieselbe Geschichte in verschiedenen Büchern gleichlautend oder ähnlich überliefert ist. Auf solche »Parallelüberlieferungen« verweisen Stellenangaben unter der Abschnittsüberschrift.  Fußnoten Die Fußnoten geben zusätzliche Informationen zu bestimmten Stellen im Text. Sternchen im Bibeltext weisen auf sie hin. In den Fußnoten findet man Erklärungen, die für das Verständnis des Textes nötig sind, und in bestimmten Fällen auch Hinweise auf andere Übersetzungsmöglichkeiten. Ein Teil der Fußnoten betrifft darüber hinaus die Überlieferung des Bibeltextes. Die verschiedenen Handschriften aus dem Altertum, in denen uns die Bibel überliefert ist, stimmen nicht immer überein. Manchmal wurde beim Abschreiben etwas hin-

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johannes 1

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DAS EVANGELIUM NACH JOHANNES

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1 Das ewige Wort kam in die Welt 2–12 Jesu öffentliche Wirksamkeit 13–17 Jesu Abschiedsreden an die Jünger 18–19 Jesu Leiden und Sterben 20–21 Erscheinungen des Auferstandenen DAS WORT

1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.* a 2 Dasselbe war im Anfang bei Gott. 3 Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was ge­ macht ist.* a 4 In ihm war das Leben, und das Leben war das a Licht der Menschen. 5 Und das Licht scheint in der Finster­ nis, und die Finsternis hat’s nicht er­ griffen.a 6 Es war ein Mensch, von Gott gesandt, der hieß aJohannes. 7 Der kam zum Zeug­ nis, damit er von dem Licht zeuge, auf dass alle durch ihn glaubten.a 8 Er war nicht das Licht, sondern er sollte zeugen von dem Licht. 9 Das war das wahre Licht, das alle Men­ schen erleuchtet, die in diese Welt kom­ men*. 10 Es war in der Welt, und die Welt ist durch dasselbe gemacht; und die Welt erkannte es nicht. 11 Er kam ain sein Eigen­ tum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf. 12 Wie viele ihn aber aufnahmen, de­ nen gab er Macht, aGottes Kinder zu wer­ den: denen, die an seinen Namen glauben, 13 die nicht a aus menschlichem Geblüt noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern b aus Gott geboren sind. 14 Und a das Wort ward Fleisch * und 8 wohnte unter uns, und wir sahen bseine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. 15 Johannes zeugt von ihm und ruft: Dieser war es, von dem ich gesagt habe: So ist eine Stellenangabe aufgebaut: Nach mir wird kommen, der vor mir ge­ wesen ist; denn er war eher als ich. 16 Von a seiner Fülle haben wir alle Nummer des Buches Nummergenommen Gnade um Gnade. 17 Denn a das Gesetz ist durch Mose gegeben; (wenn es mehrere Bücher des Kapitels die Gnade und Wahrheit ist durch Je­ mit gleichem Namen gibt) sus Christus geworden. 18 aNiemand hat Gott je gesehen; der Eingeborene, der

Gott ist und in des Vaters Schoß ist, bder hat es verkündigt. DAS ZEUGNIS DES TÄUFERS

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(Mt 3,1-17 ; Mk 1,1-11 ; Lk 3,1-22)

19 Und dies ist das Zeugnis des Johannes,

als die Juden zu ihm sandten aus Jeru­ salem Priester und Leviten, dass sie ihn fragten: Wer bist du? 20 Und er bekannte und leugnete nicht, und er bekannte: Ich bin nicht der Christus. 21 Und sie fragten ihn: Was dann? Bist du aElia? Er sprach: Ich bin’s nicht. Bist du der b Prophet? Und er antwortete: Nein. 22 Da sprachen sie zu ihm: Wer bist du dann?, dass wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben. Was sagst du von dir selbst? 23 Er sprach: »Ich bin die Stimme eines Predi­ gers in der Wüste: Ebnet den Weg des Herrn!«, wie der Prophet Jesaja gesagt hat (Jesaja 40,3). 24 Und sie waren abgesandt von den Pharisäern, 25 und sie fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufst du denn, wenn du nicht der Christus bist noch Elia noch der Prophet? 26 Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser; aber er ist a mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennt. 27 Der wird nach mir kommen, und ich bin nicht wert, dass ich seine Schuhriemen löse. 28 Dies geschah in Betanien jenseits des Jordans, wo Johan­ nes taufte. * 1,1 Gemeint ist: Von göttlicher Art war das Wort. 1,3 Wörtlich: »Alles ist durch dasselbe geworden, und ohne dasselbe ist nichts geworden, was geworden ist.« 1,9 Andere Übersetzung: »wenn es in die Welt kommt«. 1,14 Siehe Sach- und Worterklärungen. 1,1 a Kap 17,5 ; 1. Mose 1,1 ; 1. Joh 1,1-2 ; Offb 19,13 1,3 a 1. Kor 8,6 ; Kol 1,16-17 ; Hebr 1,2 1,4 a Kap 8,12 1,5 a Kap 3,19 1,6 a Mt 3,1 1,7 a Apg 19,4 1,11 a Ps 24,1 1,12 a Gal 3,26 1,13 a Weish 7,2 b Kap 3,5-6 1,14 a 1. Tim 3,16 b 2. Mose 33,18 ; Jes 60,1 ; 2. Petr 1,16-17 1,16 a Kap 3,34 ; Kol 1,19 1,17 a Röm 10,4 1,18 a Kap 6,46 b Mt 11,27 1,21 a Mal 3,23 ; Mt 17,10-13 b 5. Mose 18,15 1,26 a Lk 17,21

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. Samuel ,- Name des Buches

Angabe der Verse LU17_Standardausgabe_mit_Apokryphen.indb 108

zugefügt oder weggelassen. Wichtige Abweichungen werden in den Fußnoten angegeben.  Verweisstellen Oft wird ein Thema an verschiedenen Stellen der Bibel behandelt, oder es gibt Anklänge und Anspielungen, die für das Verständnis wichtig sind. In den meisten Bibelausgaben werden deshalb sogenannte Verweisstellen angegeben. In dieser Ausgabe finden Sie sich am Fuß der Seite. Besonders interessant sind Verweisstellen, die den Zusammenhang zwischen dem Alten und dem Neuen Testament aufzeigen. Die Kenntnis des alttestamentlichen Hintergrunds macht es oft leich-

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ter, eine Aussage im Neuen Testament zu verstehen.  Kernstellen Eine Besonderheit der Lutherbibel sind die sogenannten Kernstellen. Diese sind in dieser Ausgabe durch eine etwas fettere Schrift hervorgehoben. Die Kernstellen gehen auf Martin Luther zurück, der schon zu seiner Zeit wichtige Verse oder Worte in den Bibeldrucken hervorheben ließ. Weil im Laufe der Zeit immer wieder andere Verse wichtig geworden sind, hat sich der Bestand der Kernstellen über die Jahre verändert.

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Eine fast komplett gefundene Schriftrolle wie hier Jesaja ist ein absoluter Glücksfall. Sie wird in Jerusalem im »Schrein des Buches« aufbewahrt.

WIE IST DIE BIBEL ENTSTANDEN?

Die Bibel ist die Frucht einer jahrtausendealten Erzähltradition. Lange bevor die Schriftkultur entstand, wurden von einer Generation zur nächsten wesentliche Erfahrungen mit Gott und der Welt mündlich weitergegeben. Im Lauf der Zeit bekamen die alten Überlieferungen feste Formen. Sie wurden gesammelt und kaum noch verändert. In der Zeit des Staates Israel begann die schriftliche Überlieferung. Sie war anfangs weder an einem einzigen Ort angesiedelt, noch darauf angelegt, ein umfassendes Werk zu erstellen. Vielmehr wuchs der »Stoff« der Bibel an verschiedenen Stellen: Die Könige Israels ließen eine Geschichte Gottes mit seinem Volk Israel aufschreiben. Für die Rechtsprechung wurden Gesetzestexte gesammelt und mit Ausführungsbestimmungen versehen. Gottesdienstordnungen entstanden, um den Kult am Tempel zu regeln. Auch Gebete (Psalmen) für den Gottesdienst, vor allem für die großen Feste, schrieb man auf. Ab dem . Jahrhundert hielten Propheten oder deren Schüler ihre Worte schriftlich fest und ermöglichten dadurch eine größere Ver-

breitung. Daneben entstanden kleine Sammlungen von Volkstraditionen mit Geschichten, Fabeln, Liedern und Lebensregeln. Im . Jahrhundert bestand Israel nur noch aus einem kleinen Territorium im Süden und versuchte, sich auf seine Fundamente zu besinnen. Dies war Anlass, viele bisher getrennt überlieferte Schriften zusammenzufassen. Manche Texte wurden neu geschrieben und bekamen so auch eine neue Bedeutung. Der massivste Einschnitt war das  Jahre währende babylonische Exil. In der Verbannung entstand das Judentum. Es verfasste neue Texte (z. B. das erste Kapitel der Bibel) und gebrauchte zum ersten Mal die überlieferten Texte als »heilige Schrift«. Bis zum . Jahrhundert wurden die drei großen Teile der hebräischen Bibel (zum Kanon siehe Farbseite ) nochmals überarbeitet. Bestehende Texte wurden dabei mit neuen kombiniert. Darum gibt es z. B. zwei Schöpfungserzählungen am Anfang der Bibel. Während der ersten  Jahre nach Ostern gab es im Christentum nur mündliche Überlieferungen, weil das nahe Ende der Welt erwartet wurde. Als Bibel gebrauchten die Christen die Texte Israels. Erst im Rahmen der Mission entstanden zunächst Briefe an Gemeinden und später als Fundament für die christliche Botschaft die vier Evangelien (vgl. Farbseite /).

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SPRACHE UND SCHRIFT DER BIBEL

Das Alte Testament wurde in hebräischer Sprache geschrieben. Zum Teil bis ins . Jahrhundert v. Chr. verwendeten die Schreiber dabei das als besonders ehrwürdig betrachtete altphönizische Alphabet. Ähnlich der ägyptischen Bilderschrift sind seine Zeichen jeweils aus dem Anfangslaut eines Bildsymbols entwickelt. An einigen Stellen der Bibel finden sich auch Reste des Aramäischen (Jeremia ,; Esra ,– ,; Daniel ,–,). Das war die Reichssprache während der Perserzeit. Durch sie veränderte sich auch die Schrift: Aus der aramäischen Schreibschrift entstand die neue »Quadratschrift«, in der zwischen dem . und . Jahrhundert v. Chr. fast alle Bibeltexte geschrieben wurden. Jedes Zeichen passt dabei genau in ein Quadrat. Das Neue Testament wurde in griechischer Umgangssprache verfasst. Schreibmaterialien Erst  n. Chr. wurde in China das Papier erfunden. Bis dahin verwendete man andere Materialien. Kurze Texte wie Notizen und Listen schrieb man auf Tonscherben (Ostraka), flache Steine, Wachsplättchen, Metallstücke oder auch Elfenbein. Für längere

Texte – z. B. Berichte oder Gesetzessammlungen – wurde Leder oder Papyrus benutzt. Leider sind diese empfindlichen Materialien im Laufe der Jahrhunderte größtenteils zerstört worden. Von den ursprünglichen Handschriften der Bibel ist uns daher keine erhalten. Aber es gibt Abschriften, die nur wenig jünger sind als die Originale. Das gilt besonders für das Neue Testament. Die ältesten erhaltenen Bibelhandschriften wurden seit  in den Höhlen bei Qumran am Toten Meer gefunden. Dort lebte von  v. Chr. bis  n. Chr. eine religiöse Gemeinschaft. Die Schriften, die in Tonkrügen versteckt waren, reichen zurück bis ins . Jahrhundert v. Chr. Berühmt wurde vor allem die Jesaja-Rolle, denn mit ihr hat man eine fast komplett erhaltene Schriftrolle gefunden. Dies war ein besonderer Glücksfall; denn meist werden nur größere oder kleinere Bruchstücke entdeckt, manchmal nicht größer als eine Briefmarke. Aber jedes Fragment kann helfen, den ursprünglichen Text wiederherzustellen und Fehler aufzuspüren, die sich beim immer neuen Abschreiben der Texte eingeschlichen haben.

Der berühmte Papyrus P  mit Versen des Johannesevangeliums (um  n. Chr.)

In den Höhlen von Qumran wurden  zahlreiche Schriften aus der Bibel gefunden.

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ZUSAMMEN STELLUNG DER BIBLISCHEN BÜCHER (» KANON «)

Längst nicht alle religiösen Schriften, die zur Zeit der Bibelentstehung vorlagen, wurden in die Sammlung der »heiligen Schriften« aufgenommen. Bei ihrer Abgrenzung spielten verschiedene Kriterien eine Rolle: Das Buch Ester z. B. war sehr umstritten, weil darin kaum von Gott die Rede ist. Spätere neutestamentliche Schriften wurden ausgegrenzt, weil die Verbindung zur »apostolischen Generation« nicht mehr gegeben war. Die Entstehung des biblischen Kanons hat sich in folgenden Etappen vollzogen: Als Erstes waren die fünf Bücher Mose (auch Tora genannt) abgeschlossen. In der Zeit von  bis  v. Chr. wurden dann die restlichen Bücher der Hebräischen Bibel vervollständigt: Zunächst eine Sammlung prophetischer Schriften (Nebiim). Dazu gehört auch ein Teil der später

sogenannten Geschichtsbücher (Josua bis Könige). Danach folgten die »Schriften« (Ketubim), sehr unterschiedliche Bücher wie das Hohelied, Ester, Judit, Daniel, die Makkabäerbücher und die weisheitlichen Schriften (Weisheit, Jesus Sirach, Sprüche). Der jüdische Kanon wird auch Tenak genannt. Dieses Kunstwort fasst die Anfangsbuchstaben von Tora, Nebiim und Ketubim zusammen. Die verschiedenen Kanonteile sind immer dann entstanden, wenn die darin thematisierten Zeitepochen vorbei waren, also z. B. der Prophetenkanon, nachdem es keine Propheten mehr gab und das Neue Testament nach dem Tod der ersten Apostelgeneration. Jesus konnte auf den Tenak zurückgreifen. Er kannte aber neben den in den biblischen Kanon aufgenommenen Schriften noch weitere und zitierte sie.

Zeit

Abgeschlossene Teile

Inhalt

ca.  v. Chr.

Tora

Genesis bis Deuteronomium (die »fünf Bücher Mose«)

ca.  v. Chr.

Propheten

Sammlungen der Prophetenworte und der Geschichtsbücher Josua bis Könige

Zeit Jesu

Schriften

Psalmen, Sprüche, Hoheslied, Hiob, Rut, Klagelieder, Prediger, Esra, Nehemia, ./. Chronik, Daniel

/ n. Chr.

Ganzes Neues Testament

Synoden von Karthago und Hippo, Eusebius, Athanasius, Augustinus legten als Neues Testament  Schriften in ihrer Reihenfolge fest

 n. Chr.

Apokryphen zum Alten Testament

Augustinus setzte die Aufnahme von  weiteren alttestamentlichen Schriften durch: Judit, Weisheit Salomos, Tobias, Jesus Sirach, Baruch, ./. Makkabäer

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Matthäus ,-: Und er ließ zusammenkommen alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes und erforschte von ihnen, wo der Christus geboren werden sollte. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem in Judäa; denn so steht geschrieben durch den Propheten:

EINE BIBEL – ZWEI TESTAMENTE

Die Bibel besteht aus zwei großen Hauptteilen, die traditionell das »Alte« und das »Neue Testament« genannt werden. Im Wort »Testament« klingt so einiges mit: endgültig, beständig, verbindlich … Leider assoziieren wir aus dem heutigen Gebrauch des Begriffes »Testament« auch, dass ein neues Testament das alte ablöst, ja es sogar ungültig macht. Genau dies trifft aber auf die beiden Testamente der Bibel nicht zu! Im Gegenteil: Die Schriften der Christenheit sind ohne die hebräische Bibel überhaupt nicht denkbar und zum Teil auch nicht zu verstehen. Einige Beispiele zeigen, wie nahe das »Alte Testament« den christlichen Schriften ist:

Micha ,: Und du, Bethlehem Efrata, die du klein bist unter den Tausenden in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist. Jesus zieht auf einem jungen Esel nach Jerusalem ein. Die Evangelisten erinnern damit an Sacharja ,: Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin. In Lukas , wird davon berichtet, wie die Jünger anhand der hebräischen Bibel allmählich verstehen, was es mit dem Tod Jesu auf sich hat: Und er fing an bei Mose und allen Propheten und legte ihnen aus, was in allen Schriften von ihm gesagt war. 11

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GOTTES WORT IM MENSCHENWORT

Judentum und Christentum nennen die Bibel auch »Wort Gottes«, »Heilige Schrift«. Das führt manchmal zu dem Missverständnis, Gott habe die Bibel sozusagen Wort für Wort »diktiert«. Die Bibel selbst zeichnet hier jedoch ein ganz anderes Bild. So erzählt z . B . der Anfang des Lukasevangeliums ganz offen von dem komplizierten und offensichtlich nicht immer im gewünschten Maß zuverlässigen Prozess der Weitergabe der Botschaft Jesu, der den Verfasser des Evangeliums dazu gebracht hat, »alles von Anfang an sorgfältig zu erkunden«, um es dann »in guter Ordnung aufzuschreiben« (Lukas ,). Was ist es also, das die Bibel zum »Wort Gottes« macht? Es gibt Erfahrungen, die wie Fenster sind, in denen unsere »normale« Lebenswirklichkeit plötzlich ganz anders erscheint als zuvor, in de-

nen sie auf einmal durchsichtig wird auf einen Grund, der sie trägt, auf einen Sinn, der unverlierbar ist: auf die Hand Gottes, in der die Welt und alles Leben steht. Solche Erfahrungen sind nicht nur angenehm. Viele Menschen haben Gottes Nähe gerade in Zeiten der Not erfahren – mitunter auch solche, die zuvor mit der Botschaft der Bibel gar nicht viel anfangen konnten. Die Bibel erzählt an vielen Stellen von solchen Erfahrungen – und mehr noch: Wer sich intensiv auf ihre Botschaft einlässt, kann selbst die Erfahrung machen, dass hier Gott zu ihm, zu ihr spricht. Dann werden die Worte der Bibel zum erlösenden Wort, das aus Ängsten und Zweifeln befreit, zum Sinn stiftenden Wort, das dem Leben Halt gibt. So gesehen ist die Bibel Gottes Wort, ist sie Heilige Schrift. Aber dieses Wort wird hörbar und erfahrbar in Menschenworten. Einige biblische Autoren betonen ausdrücklich, dass das, was sie zu sagen haben, eine Botschaft ist, die Gott ihnen aufgetragen hat. Dies gilt natürlich besonders für die Propheten. Der Prophet Hesekiel z. B. erzählt, wie Gott ihm befahl: »Du Menschenkind, geh hin zum Hause Israel und verkündige ihnen meine Worte.« (Hesekiel ,). Aber auch wenn es – wie in großen Teilen des Alten Testaments – um scheinbar ganz weltliche Geschichte geht, wurde sie aufgeschrieben, weil Menschen in ihr das Wirken Gottes erkannten und weil die Erzählung davon anderen die Augen für Gottes Wirken auch in ihrem Leben öffnen kann.

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DIE BIBEL LESEN – ABER WIE?

Da die Bibel ja wie gezeigt eine ganze Bibliothek beinhaltet, sollte man sich als Leserin oder Leser zunächst einmal auch vor sie stellen wie vor eine wirkliche Bibliothek: Regale voller Bücher, geordnet nach bestimmten Arten, wissenschaftliche Untersuchungen, Romane, Gedichtbände, Geschichtsbücher … Auch ein »Katalog« steht da, in dem die ganze Sammlung namentlich aufgelistet ist. Überlegen Sie einmal, nach welchen Kriterien Sie sich ein bestimmtes Buch ausleihen und lesen! Und nun übertragen Sie diese Kriterien auf die Bibliothek »Bibel« und wählen Sie nach Ihrem augenblicklichen Interesse. Ein paar Beispiele: • Sie möchten zum ersten Mal »hineinschnuppern« und wichtige Teile aus der Bibel kennen lernen – dafür bieten sich erzählende Texte an, z. B. die Evangelien (zum Einstieg am besten Lukas). Im Alten Testament lesen Sie die ersten elf Kapitel sicher mit Spannung (siehe dazu die Farbseiten –).

• Sie möchten etwas darüber erfahren, warum die Bibel aufgeschrieben wurde und welche Erfahrungen ihr zugrunde liegen – versuchen Sie es mit dem Buch Exodus (. Mose). • Sie interessieren sich für die Geschichte Israels – in den Samuelbüchern werden Sie fündig (natürlich auch an anderer Stelle, aber hier lässt es sich besonders leicht »einsteigen«). • Sie suchen Auskünfte über bestimmte Personen der Bibel – im Anhang der Bibel gibt es ein Register, das Sie zu den einschlägigen Textstellen führt. • Sie suchen Hilfe zum Beten – in den Psalmen können Sie die richtigen Worte finden, um Ihr Anliegen vor Gott zu bringen. Es ist das Faszinierende an der Bibel, dass sie Texte aus jeder Lebenslage und -stimmung beinhaltet. In jedem Fall ist es sinnvoll, sich vor dem Aufschlagen des Buches darüber klar zu werden: Was erwarte ich mir von der Lektüre? 13

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BETEN MIT DER BIBEL

Die meisten Menschen beten. Manche denken erst daran, wenn sie in Schwierigkeiten geraten; aber Statistiken zeigen, dass viele das Beten prinzipiell für wichtig halten. Tatsächlich ist das Gebet mehr als eine religiöse Pflichtübung. In der Bibel gehört es untrennbar zum Leben dazu, denn es bedeutet Umgang mit Gott. Alle großen Gestalten der Bibel – von Abraham und Sara über Mose, Mirjam und Elia bis hin zu Jesus und seinen Jüngerinnen und Jüngern – lebten aus einer solchen Gottesbeziehung, die im Gebet gründet. Dabei kann ein Gebet sehr unterschiedliche Formen haben. Hilfreich ist etwa die Unterscheidung in Anbetung, Lob, Dank, Bitte und Fürbitte. Aber das Wesentliche bleibt immer, dass wir im Gebet in ein Gespräch mit Gott eintreten. Vor ihn dürfen wir alles bringen, was uns bewegt, und werden Trost und Ermutigung und vor allem seine Liebe erfahren. Manchmal haben wir jedoch Mühe, eigene Worte zu finden. Oder wir beginnen ratlos um uns selbst zu kreisen. Dann kann es helfen, biblische Gebete nachzusprechen. Die Psalmen Der Psalter war durch die Jahrhunderte hindurch das Gebetbuch Israels und aller christlichen Kirchen und ist es bis heute. Die Psalmen zeigen uns, wie man mit

Gott reden kann. In ihnen wird all das ausgesprochen, was uns beschäftigt, bedrängt oder froh macht. Viele Psalmen kann man unmittelbar mit- und nachbeten. Versuchen Sie es z . B . in Zeiten großen Leids mit einem Klage-Psalm wie etwa Psalm  . Er wird Ihnen helfen, die Sprachlosigkeit zu überwinden und aus der Fixierung auf den Schmerz herauszufinden – hin zu neuer Zuversicht und zum Vertrauen auf Gott. Ermutigung zum Gottvertrauen gerade in den dunklen Zeiten des Lebens haben Menschen aller Zeiten auch aus Psalm  erfahren, der Gott als den guten Hirten preist, der sich um seine Herde kümmert. Das Vaterunser »Herr, lehre uns beten«, sagten die Jünger (Lukas ,). Jesus gab ihnen darauf das Vaterunser (Matthäus ,-; Lukas ,-), nicht nur zum Nachsprechen, sondern auch als »Muster« für ein eigenes, freies Beten. In sieben Bitten ist dieses große Gebet aufgeteilt: In den ersten drei geht es um Gottes Ehre: »Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe …« In den nächsten drei um unsere Nöte: »Gib uns … Vergib uns … Erlöse uns …« Am Schluss geht es wieder um Gottes Ehre: »Dein ist das Reich …« Das ist der weite Horizont, in den Jesus unser Beten stellt. Es wäre so naheliegend, mit uns selbst und unseren Bedürfnissen zu beginnen. Jesus empfiehlt uns jedoch, mit Gott und seiner Ehre anzufangen. Er hat uns gelehrt, »unser Vater« zu sagen, und er weiß, dass wir uns auf diesen Vater im Blick auf unsere Nöte absolut verlassen können. Es ist also keinesfalls erforderlich, im Gebet einen widerwilligen, zögernden Gott auf unsere Seite zu ziehen. Er weiß, schon bevor wir ihn bitten, was wir brauchen, und schenkt es uns (Matthäus ,-). Aber Beten ist viel mehr als die Bitte um Hilfe. Im Gebet machen wir Gottes Anliegen zu unseren und erhalten von ihm selbst die Kraft, in dieser Welt für sein Reich einzutreten.

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REDEWENDUNGEN AUS DER BIBEL

Die Bibel hat nicht nur unseren Glauben geprägt. Viele Bilder und Zitate gingen als »geflügelte Worte« in die Alltagssprache ein: Das ist ja ein Tohuwabohu! Tohuwabohu ist Hebräisch und bedeutet »wüst und leer«. So sah die Erde nach der ersten Schöpfungserzählung anfangs aus! (. Mose ,) Ihr sucht wohl einen Sündenbock! Im Buch Levitikus (. Mose) ist beschrieben, wie Israel den großen Versöhnungstag begangen hat: Für alle im Lauf eines Jahres angesammelte Schuld des Volkes werden zwei Böcke eingesetzt. Der eine wird als Sühnopfer geschlachtet. Dem anderen werden durch Handauflegung die Sünden Israels aufgeladen. Dann wird er im wahrsten Sinn des Wortes in die Wüste und »zum Teufel geschickt«, nämlich zum Wüstendämon Asasel. (. Mose )

Du redest wie ein Pharisäer! Die besonders fromme Gruppe der Pharisäer gerät im Neuen Testament in die Kritik, sich selbst besser hinzustellen als sie sei. (Lukas ,) Vgl. aber zu den Pharisäern Farbseite ! Weitere bekannte Formulierungen mit Bezug auf die Bibel: etwas ausposaunen (Matthäus ,) ein Dorn im Auge (. Mose ,) im Dunkeln tappen (. Mose ,) der wahre Jakob (. Mose ,) mit Füßen treten (. Sam ,) auf keinen grünen Zweig kommen (Hiob ,) Jugendsünden (Psalm ,) Alles hat seine Zeit (Prediger ,) Brief und Siegel (Jeremia ,) Wolf im Schafspelz (Matthäus ,) ein Herz und eine Seele sein (Apostelgeschichte ,)

Der Mensch denkt und Gott lenkt! Eine Lebensweisheit aus dem Buch der Sprüche (Sprüche ,) Jemandem die Leviten lesen Das Buch Levitikus (. Mose) enthält umfangreiche Verhaltensregeln. Sie betreffen den Gottesdienst und die Opfer, die von den Leviten durchgeführt wurden, aber auch das Leben in der menschlichen Gemeinschaft überhaupt. Von Pontius zu Pilatus gehen Jesus wird im Prozess von Pontius Pilatus, der zunächst keinen Anlass sieht, Jesus zu verurteilen, zu Herodes als dem für Jesus zuständigen Landesfürst geschickt. Dieser sandte ihn aber wieder zu Pilatus zurück. (Lukas )

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DI E BI BE L NACH MARTIN LUTHERS ÜBERSETZUNG LUTHERBIBEL

REVIDIERT 2017

MIT APOKRYPHEN

D E U T S C H E B I B E LG E S E LL S C HAF T

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Bibeltext in der revidierten Fassung von 2017 Herausgegeben von der Evangelischen Kirche in Deutschland Die Lutherbibel wurde in den Jahren 2010 bis 2015 über­ arbeitet. Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland hat den ­revidierten Text angenommen und als maßgeblichen Text zum kirchlichen Gebrauch empfohlen. Die Deutsche Bibelgesellschaft ist eine kirchliche Stiftung des öffentlichen Rechts. Sie übersetzt die biblischen S­ chriften, ­entwickelt und verbreitet innovative Bibelausgaben und ­eröffnet für alle Menschen Zugänge zur Botschaft der ­Bibel. International verantwortet sie die wissenschaftlichen Bibelausgaben in den Ursprachen. Durch die Weltbibelhilfe unterstützt sie in Zusammenarbeit mit dem Weltverband der Bibelgesellschaften (United Bible Societies) weltweit die Übersetzung und Verbreitung der Bibel, damit alle Menschen die Bibel in ihrer Sprache lesen können. Weitere Informationen finden Sie unter www.die-bibel.de

ZUR LUTHERROSE AUF DEM EINBAND Die Lutherbibel 2017 trägt auf dem Einband eine stilisierte Lutherrose. Sie ist das Wappen des Reformators, das dieser selbst entworfen und als ein »Merkzeichen« seiner Theo­logie verstanden hat. In der Mitte steht ein Kreuz in einem Herzen. Es weist auf das Zentrum von Luthers Theologie: Allein der Glaube an Christus, der am Kreuz gestorben ist, lässt den Menschen vor Gott bestehen. In farbigen Darstellungen von Luthers Wappen ist das Kreuz schwarz, ein Hinweis auf den Kreuzestod Christi. Das Herz ist rot als Zeichen des Lebens, das dieser Tod dem Menschen schenkt. Das Herz ist umge­ ben von einer weißen Rose. Sie steht für Freude, Trost und Friede, die der Glaube bringt. Ein kreisrundes Feld, dessen Farbe das Blau des Himmels ist, umfängt die Rose. Es deutet auf die künftige himmlische Freude voraus, deren Anfang der Glaube ist. Das Wappen wird begrenzt von einem goldenen Ring als Symbol für die ewige Dauer und unendliche Kost­ barkeit der himmlischen Seligkeit. Heute tragen alle bei der Deutschen Bibelgesellschaft ver­öffentlichten Ausgaben der Lutherbibel dieses »Merk­ zeichen« von Luthers reformatorischer Theologie.

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VORWORT

Sie halten ein Stück Menschheitsge­ schichte in der Hand. Die Texte, die Sie hier finden, sind in einem Zeitraum von etwa 1000 Jahren entstanden: Erzäh­ lungen vom Werden der Welt, von der Geschichte Gottes mit den Menschen und von den Erfahrungen, die Menschen mit Gott gemacht haben. Gesetzestexte und Lieder. Gebete und Liebesgedichte. Briefe und Predigten. Reden und Visionen von einer neuen Welt. Das Wort »Bibel« stammt aus dem Griechischen und bedeutet »Buch«. Die Bibel ist das »Buch der Bücher«, eine ganze Bibliothek. Und die Bibel ist ein Buch für alle Menschen. Sie bringt ihnen die Botschaft von Gottes Liebe und Barm­ herzigkeit. Kein anderes Buch wird von so vielen Menschen gelesen wie die Bibel. Und keines ist in so viele Sprachen über­ setzt worden und wird auch heute noch immer weiter übersetzt. Mit der Bibel halten Sie das Buch in den Händen, das uns Christen heilig ist. Wir lesen darin und hören Gott selbst, wie er zu uns redet und uns mit seinem Wort leitet und hilft. Durch die Zeiten hindurch haben viele die Erfahrung gemacht: Auf sein Wort kann ich mich verlassen. Im ersten Teil der Bibel, dem Alten Tes­ tament, steht die Geschichte Gottes mit seinem Volk Israel im Mittelpunkt. Von dieser Geschichte wird erzählt, die Bot­ schaft der Propheten wird verkündigt, und in den Psalmen hören wir Klage und Lob der Lieder und Gebete. Im zweiten Hauptteil, dem Neuen Testa­ ment, geht es um Jesus Christus. Die vier Evangelien erzählen von seinem Wirken, seinem Leiden, Sterben und Auferste­ hen. Die Botschaft von ihm wird durch die ersten Christen verbreitet. Davon er­fahren wir besonders durch die Apostel­ geschichte und die Briefe des Paulus und anderer Apostel.

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Zwischen diesen beiden Teilen stehen in allen historischen Ausgaben der Luther­ bibel die Apokryphen. Diese Schriften sind in der Zeit zwischen Altem und Neuem Testament entstanden. Für die Kirchen der Reformation gehören sie nicht in gleicher Weise zur Bibel wie das Alte und Neue Testament. Aber sie stehen den biblischen Texten nahe und sind deshalb »nützlich und gut zu lesen« (Martin Luther). Sie finden sich deshalb auch in den meisten Ausgaben mit dem aktuellen Text. Mit der Lutherbibel halten Sie die Bibelausgabe in den Händen, die in der evangelischen Kirche eine ganz besondere Bedeutung gewonnen hat. 1521/22 hatte Luther auf der Wartburg zunächst das Neue Testament übersetzt. 1534 lag die vollständige Bibel vor. Und bis zu seinem Lebensende im Jahr 1546 hat Luther mit seinen Mitarbeitern stets weiter an der Übersetzung gearbeitet. Durch Luthers Bibelübersetzung konnten die Menschen in Deutschland die Bibel als Kraftquelle für ihren Glauben entdecken. Bis heute ist die Lutherbibel in ihrer Sprachkraft unübertroffen. Und von Anfang an war sie ein Bestseller. Das Neue Testament, das im September 1522 gedruckt wurde, war so schnell ausver­ kauft, dass schon im Dezember des glei­ chen Jahres eine zweite Auflage erschien. Seither prägt die Lutherbibel unser geistliches Leben, und seitdem entfaltet sie immer wieder neu ihre Wirkung auf unsere Sprache und unsere Kultur. Damit die Bibel Martin Luthers nicht zum sprachlichen Museumsstück wird, hat die evangelische Kirche sie seit dem Ende des 19. Jahrhunderts mehrfach ­revidiert, um sie der sprachlichen Entwicklung und dem Stand der Wissenschaft anzupas­ sen. Dies geschah für das Alte Testament zuletzt 1964, für die Apokryphen 1970 und für das Neue Testament 1984. Seither ist

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die Bibelwissenschaft nicht stehen geblie­ ben; man denke nur an die Auswertung der Funde der Bibelhandschriften von Qumran. Deshalb hat der Rat der Evan­ gelischen Kirche in Deutschland 2010 beschlossen, die Lutherbibel vor dem Reformationsjubiläum noch einmal gründ­ lich durchzusehen: • Die gesamte Übersetzung wurde anhand der hebräischen und griechi­ schen Ausgangstexte überprüft und ­korrigiert, wo dies aus heutiger wissen­ schaftlicher Sicht zwingend erforderlich war. • Bei früheren Revisionen wurden teil­ weise auch unnötige Veränderungen vorgenommen. Hier konnte die Revision zum vertrauten Luthertext zurückkeh­ ren, sodass die Lutherbibel 2017 wieder »mehr Luther« enthält. • Ganz behutsam wurden jene Stellen verändert, die heute unverständlich oder missverständlich sind.

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• Für die Apokryphen hatten Luther und

sein Team keine guten Ausgangstexte zur Verfügung. Sie wurden auf der Grundlage der heutigen griechischen Ausgaben komplett neu bearbeitet. Dabei wurde auch deren Verszählung übernommen, die heute bei Bibelüber­ setzungen allgemein verwendet wird. Der Text der revidierten Lutherbibel 2017 überzeugt nun gleichermaßen durch Vertrautheit und Verlässlichkeit. Die Evangelische Kirche in Deutschland hat ihn allen Gliedkirchen und Gemeinden zur Verwendung empfohlen. Ich wünsche Ihnen, dass Sie in der Bibel Worte und Erzählungen finden, die Sie anziehen, die Ihre Neugier wecken und die Ihnen hilfreich sind zum Leben. Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm

Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland

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DAS ALTE TESTAMENT

DIE APOKRYPHEN

GESCHICHTSBÜCHER

Einführung 941

Das erste Buch Mose (Genesis) 3 Das zweite Buch Mose (Exodus) 56 Das dritte Buch Mose (Levitikus) 101 Das vierte Buch Mose (Numeri) 134 Das fünfte Buch Mose (Deuteronomium) 177 Das Buch Josua 219 Das Buch der Richter 244 Das Buch Rut 271 Das erste Buch Samuel 275 Das zweite Buch Samuel 310 Das erste Buch der Könige 339 Das zweite Buch der Könige 372 Das erste Buch der Chronik 405 Das zweite Buch der Chronik 435 Das Buch Esra 471 Das Buch Nehemia 482 Das Buch Ester 497

Das Buch Judit 943 Die Weisheit Salomos 959 Das Buch Tobias (Tobit) 976 Das Buch Jesus Sirach 990 Das Buch Baruch 1036 Das erste Buch der Makkabäer 1043 Das zweite Buch der Makkabäer 1078 Stücke zum Buch Ester 1104 Stücke zum Buch Daniel 1108 Das Gebet Manasses 1115

LEHRBÜCHER UND PSALMEN

Das Buch Hiob (Ijob) 506 Der Psalter 533 Die Sprüche Salomos (Proverbia) 663 Der Prediger Salomo (Kohelet) 687 Das Hohelied Salomos 695 PROPHETENBÜCHER

Der Prophet Jesaja 700 Der Prophet Jeremia 755 Die Klagelieder Jeremias 816 Der Prophet Hesekiel (Ezechiel) 821 Das Buch Daniel 875 Der Prophet Hosea 892 Der Prophet Joel 900 Der Prophet Amos 903 Der Prophet Obadja 909 Der Prophet Jona 910 Der Prophet Micha 912 Der Prophet Nahum 917 Der Prophet Habakuk 919 Der Prophet Zefanja 922 Der Prophet Haggai 924 Der Prophet Sacharja 926 Der Prophet Maleachi 935

DAS NEUE TESTAMENT GESCHICHTSBÜCHER

Das Evangelium nach Matthäus 3 Das Evangelium nach Markus 42 Das Evangelium nach Lukas 66 Das Evangelium nach Johannes 108 Die Apostelgeschichte des Lukas 137 BRIEFE

Der Brief des Paulus an die Römer 175 Der erste Brief des Paulus an die Korinther 191 Der zweite Brief des Paulus an die Korinther 207 Der Brief des Paulus an die Galater 217 Der Brief des Paulus an die Epheser 222 Der Brief des Paulus an die Philipper 228 Der Brief des Paulus an die Kolosser 232 Der erste Brief des Paulus an die Thessalonicher 235 Der zweite Brief des Paulus an die Thessalonicher 239 Der erste Brief des Paulus an Timotheus 241 Der zweite Brief des Paulus an Timotheus 245 Der Brief des Paulus an Titus 248 Der Brief des Paulus an Philemon 250 Der erste Brief des Petrus 251 Der zweite Brief des Petrus 255 Der erste Brief des Johannes 258 Der zweite Brief des Johannes 262 Der dritte Brief des Johannes 262 Der Brief an die Hebräer 263 Der Brief des Jakobus 275 Der Brief des Judas 279 PROPHETISCHES BUCH

Die Offenbarung des Johannes 281

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ANHANG Hinweise zu dieser Ausgabe 303 Zeittafel zur biblischen Geschichte 307 Maße, Gewichte und Geldwerte 315 Sach- und Worterklärungen 319 Wo finde ich was? 373 Stichwortverzeichnis 378 Zur Schreibung der Eigennamen 400 Ortsregister zu den Landkarten 402 Kartenskizzen von Jerusalem 408

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ALPHABETISCHES INHALTSVERZEICHNIS UND ABKÜRZUNGEN DER BIBLISCHEN BÜCHER Die Abkürzungen vor den Seitenzahlen in dieser Übersicht bedeuten: at = Altes Testament; nt = Neues Testament; ap = Apokryphen (diese Bücher sind nur in Ausgaben »mit Apokryphen« enthalten und stehen dort zwischen Altem und Neuem Testament) Am Apg Bar 1. Chr 2. Chr Dan Eph Esra Est Gal Geb. Man Hab Hag Hebr Hes Hiob Hld Hos Jak Jdt Jer Jes Joel Joh 1. Joh 2. Joh 3. Joh Jona Jos Jud Klgl Kol 1. Kön 2. Kön 1. Kor 2. Kor Lk 1. Makk

Amos at 903 Apostelgeschichte nt 137 Baruch ap 1036 1. Chronik at 405 2. Chronik at 435 Daniel at 875 Epheser nt 222 Esra at 471 Ester at 497 Galater nt 217 Gebet Manasses ap 1115 Habakuk at 919 Haggai at 924 Hebräer nt 263 Hesekiel (Ezechiel) at 821 Hiob (Ijob) at 506 Hoheslied at 695 Hosea at 892 Jakobus nt 275 Judit ap 943 Jeremia at 755 Jesaja at 700 Joel at 900 Johannes nt 108 1. Johannes nt 258 2. Johannes nt 262 3. Johannes nt 262 Jona at 910 Josua at 219 Judas nt 279 Klagelieder at 816 Kolosser nt 232 1. Könige at 339 2. Könige at 372 1. Korinther nt 191 2. Korinther nt 207 Lukas nt 66 1. Makkabäer ap 1043

In Verweisen und Bibelstellenangaben bezeichnen die Ziffern hinter der Abkürzung für das Buch die jeweiligen Kapitel. Durch Komma abgetrennt folgen die Versangaben. Mehrere Verse werden durch einen Bindestrich oder einen Punkt getrennt, mehrere Kapitel durch einen etwas längeren Strich oder ein Semikolon. So bedeutet

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2. Makk Mal Mi Mk 1. Mose 2. Mose 3. Mose 4. Mose 5. Mose Mt Nah Neh Obd Offb 1. Petr 2. Petr Phil Phlm Pred Ps Ri Röm Rut Sach 1. Sam 2. Sam Sir Spr St zu Dan St zu Est 1. Thess 2. Thess 1. Tim 2. Tim Tit Tob Weish Zef

2. Makkabäer ap 1078 Maleachi at 935 Micha at 912 Markus nt 42 1. Mose (Genesis) at 3 2. Mose (Exodus) at 56 3. Mose (Levitikus) at 101 4. Mose (Numeri) at 134 5. Mose (Deuteronomium) at 177 Matthäus nt 3 Nahum at 917 Nehemia at 482 Obadja at 909 Offenbarung nt 281 1. Petrus nt 251 2. Petrus nt 255 Philipper nt 228 Philemon nt 250 Prediger (Kohelet) at 687 Psalm(en) at 533 Richter at 244 Römer nt 175 Rut at 271 Sacharja at 926 1. Samuel at 275 2. Samuel at 310 Sirach ap 990 Sprüche (Proverbia) at 663 Stücke zu Daniel ap 1108 Stücke zu Ester ap 1104 1. Thessalonicher nt 235 2. Thessalonicher nt 239 1. Timotheus nt 241 2. Timotheus nt 245 Titus nt 248 Tobias (Tobit) ap 976 Weisheit ap 959 Zefanja at 922

die Angabe Jes 6,1-4.12; 18–20 beispielsweise: Im Buch Jesaja, Kapitel 6, Verse 1 bis 4 und Vers 12, und Kapitel 18 bis 20. Die Abkürzung »Kap« bedeutet »Kapitel« und wird verwendet, um innerhalb eines Buches auf das genannte Kapitel zu verweisen.

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DAS ALTE TESTAMENT

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DAS ERSTE BUCH MOSE ( GENESIS ) 1  Die Erschaffung der Welt 2  Der Garten Eden 3  Sünde und Leid kommen in die Welt 4  Kain und Abel 6–9  Noah und die Sintflut 5 u. 10–11  Die Völker und der Turmbau zu Babel 12–26  Abraham und Isaak 27–36  Jakob und Esau 37–50  Josef und seine Brüder DIE SCHÖPFUNG

(vgl. Kap 2,4-25 ; Ps 104,1-35)

1 Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.a 2 Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis lag auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser. 3 Und Gott a sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.b 4 Und Gott sah, dass das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis 5 und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag. 6 Und Gott sprach: Es werde eine Feste zwischen den Wassern, die da scheide zwischen den Wassern. 7 Da machte Gott die Feste und schied das Wasser unter der Feste von dem Wasser über der Feste. Und es geschah so.a 8 Und Gott nannte die Feste Himmel. Da ward aus Abend und Morgen der zweite Tag. 9 Und Gott sprach: Es sammle sich das Wasser unter dem Himmel an einem Ort, dass man das Trockene sehe. Und es geschah so. a 10 Und Gott nannte das Trockene Erde, und die Sammlung der Wasser nannte er Meer. Und Gott sah, dass es gut war. 11 Und Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringe, und fruchtbare Bäume, die ein jeder nach seiner Art Früchte tragen, in denen ihr Same ist auf der Erde. Und es geschah so. 12 Und die Erde ließ aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringt, ein jedes nach seiner Art, und Bäume, die da Früchte tragen, in denen ihr Same ist, ein jeder nach seiner Art. Und Gott sah, dass es gut war. 13 Da ward aus Abend und Morgen der dritte Tag. 14 Und Gott sprach: Es werden Lichter an der Feste des Himmels, die da scheiden Tag und Nacht. Sie seien Zeichen für Zeiten, Tage und Jahre a 15 und seien Lichter an der Feste des Himmels, dass sie scheinen auf die Erde. Und es geschah so. 16 Und Gott machte zwei große Lichter:

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ein ­großes Licht, das den Tag regiere, und ein kleines Licht, das die Nacht regiere, dazu auch die Sterne.a 17 Und Gott setzte sie an die Feste des Himmels, dass sie schienen auf die Erde 18 und den Tag und die Nacht regierten und schieden Licht und ­Finsternis. Und Gott sah, dass es gut war. 19 Da ward aus Abend und Morgen der vierte Tag. 20 Und Gott sprach: Es wimmle das Wasser von lebendigem Getier, und Vögel sollen fliegen auf Erden unter der Feste des Himmels. 21 Und Gott schuf große Seeungeheuer und alles Getier, das da lebt und webt, davon das Wasser wimmelt, ein jedes nach seiner Art, und alle gefiederten Vögel, einen jeden nach seiner Art. Und Gott sah, dass es gut war. a 22 Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch und erfüllet das Wasser im Meer, und die Vögel sollen sich mehren auf Erden. 23 Da ward aus Abend und Morgen der fünfte Tag. 24 Und Gott sprach: Die Erde bringe hervor lebendiges Getier, ein jedes nach seiner Art: Vieh, Gewürm und Tiere des Feldes, ein jedes nach seiner Art. Und es geschah so. 25 Und Gott machte die Tiere des Feldes, ein jedes nach seiner Art, und das Vieh nach seiner Art und alles Gewürm des Erdbodens nach seiner Art. Und Gott sah, dass es gut war. 26 Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, a das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht.b 27 Und Gott schuf den 1,1 a Hiob 38,4 ; Ps 90,2 ; Joh 1,1‑3 ; Offb 4,11 1,3 a Ps 33,9 ; Hebr 11,3 b Jes 45,7 1,7 a Ps 19,2 ; 136,6 ; 148,4 1,9 a Hiob 38,8‑11 ; Ps 24,2 ; 2. Petr 3,5 1,14 a 5. Mose 4,19 ; Ps 74,16 ; Jes 47,13 1,16 a Ps 136,7‑9 1,21 a Ps 74,13‑14 ; 148,7 1,26 a Kap 5,1 b Ps 8,6‑9 ; Eph 4,24 ; Kol 1,15 ; 3,10 ; Jak 3,9

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genesis 1​. ​2

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Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und bschuf sie als Mann und Frau. 28 Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht. 29 Und Gott sprach: Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise. a 30 Aber allen Tieren auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem Gewürm, das auf Erden lebt, habe ich alles grüne Kraut zur Nahrung gegeben. Und es geschah so.a 31 Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, aes war sehr gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag. 2 So wurden vollendet Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer. 2 Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und aruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte. 3 Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte.a 4 Dies ist die Geschichte von Himmel und Erde, da sie geschaffen wurden. a

DER GARTEN EDEN

Es war zu der Zeit, da Gott der Herr Erde und Himmel machte. 5 Und alle die Sträucher auf dem Felde waren noch nicht auf Erden, und all das Kraut auf dem Felde war noch nicht gewachsen. Denn Gott der Herr hatte noch nicht regnen lassen auf Erden, und kein Mensch* war da, der das Land bebaute; 6 aber ein Strom stieg aus der Erde empor und tränkte das ganze Land. 7 Da machte Gott der Herr den Menschen aus Staub von der a Erde und blies ihm den bOdem des Lebens in seine Nase. Und so cward der Mensch ein lebendiges Wesen. 8 Und Gott der Herr pflanzte einen Garten in Eden gegen Osten hin und setzte den Menschen hinein, den er gemacht hatte. 9 Und Gott der Herr ließ aufwachsen aus der Erde allerlei Bäume,

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verlockend anzusehen und gut zu essen, und den aBaum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. 10 Und es geht aus von Eden ein Strom, den Garten zu bewässern, und teilt sich von da in vier Hauptarme. a 11 Der erste heißt Pischon, der fließt um das ganze Land Hawila und dort findet man Gold; 12 und das Gold des Landes ist kostbar. Auch findet man da Bedolachharz und den Edelstein Schoham. 13 Der zweite Strom heißt Gihon, der fließt um das ganze Land Kusch. 14 Der dritte Strom heißt Tigris, der fließt östlich von Assyrien. Der vierte Strom ist der Euphrat. 15 Und Gott der Herr nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte. 16 Und Gott der Herr gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen im Garten, 17 aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes sterben.a 18 Und Gott der Herr sprach: Es ist nicht gut, adass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe machen, die bihm entspricht. 19 Und Gott der Herr machte aus Erde alle die Tiere auf dem Felde und alle die Vögel unter dem Himmel und brachte sie zu dem Menschen, dass er sähe, wie er sie nennte; denn wie der Mensch jedes Tier nennen würde, so sollte es heißen. 20 Und der Mensch gab einem jeden Vieh und Vogel unter dem Himmel und Tier auf dem Felde seinen Namen; aber für den Menschen wurde keine Hilfe gefunden, die ihm entsprach. 21 Da ließ Gott der Herr einen tiefen Schlaf fallen auf den Menschen, und er schlief ein. Und er nahm eine seiner Rippen und schloss die Stelle mit Fleisch. 22 Und Gott der Herr baute eine Frau aus der Rippe, die er von dem Menschen * 2,5 Hebräisch: »Adam«. 1,27 a Kap 9,6 b Mt 19,4 1,29 a Mt 6,25‑34 1,30 a Ps 145,16 1,31 a Mt 19,17 ; 1. Tim 4,4 2,2 a Hebr 4,4 2,3 a 2. Mose 20,11 ; Ps 95,11 ; Hes 20,12 ; Hebr 4,9‑10 2,7 a Kap 3,19 ; Hiob 10,9 b Hiob 33,4 ; Ps 104,29‑30 c 1. Kor 15,45.47 2,9 a Kap 3,22 ; Offb 2,7 ; 22,2 2,10 a Hes 47,1‑12 2,17 a Röm 6,23 2,18 a Pred 4,10 b Vers 23

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nahm, und brachte sie zu ihm. 23 Da sprach der Mensch: Die ist nun Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch; man wird sie Männin nennen, weil sie vom Manne genommen ist. * 24 Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden sein ein Fleisch. a 25 Und sie waren beide nackt, der Mensch und seine Frau, und schämten sich nicht. DER SÜNDENFALL

3 Und die a Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott der Herr gemacht hatte, und sprach zu der Frau: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten? 2 Da sprach die Frau zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten;a 3 aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, dass ihr nicht sterbet!a 4 Da sprach die Schlange zur Frau: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, a 5 sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist. 6 Und die Frau a sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte. Und sie b nahm von seiner Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon und er aß. 7 Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan und sie wurden gewahr, dass sie a nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze. 8 Und sie hörten Gott den Herrn, wie er im Garten ging, als der Tag kühl geworden war. Und Adam a versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht Gottes des Herrn zwischen den Bäumen im Garten. 9 Und Gott der Herr rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du? 10 Und er sprach: Ich hörte dich im Garten und fürchtete mich; denn ich bin nackt, darum versteckte ich mich. 11 Und er sprach: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot, du solltest nicht davon essen? 12 Da sprach Adam: Die Frau, die du mir zugesellt hast, gab mir von dem Baum

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1. mose 2​. ​3

und ich aß. 13 Da sprach Gott der Herr zur Frau: Warum hast du das getan? Die Frau sprach: a Die Schlange betrog mich, sodass ich aß. 14 Da sprach Gott der Herr zu der Schlange: Weil du das getan hast, seist du verflucht vor allem Vieh und allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Staub fressen dein Leben lang. 15 Und ich will a Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und zwischen deinem Samen und ihrem Samen; er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen. 16 Und zur Frau sprach er: Ich will dir viel Mühsal schaffen, wenn du schwanger wirst; unter Mühen sollst du Kinder gebären. Und dein Verlangen soll nach deinem Mann sein, aber aer soll dein Herr sein. 17 Und zum Mann sprach er: Weil du gehorcht hast der Stimme deiner Frau und gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen –, a verflucht sei der Acker um deinetwillen! Mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren dein Leben lang. 18 Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Kraut auf dem Felde essen. 19 Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde wirst, davon du genommen bist. Denn Staub bist du und zum Staub kehrst du zu­ rück.a 20 Und Adam nannte seine Frau Eva; denn sie wurde die Mutter aller, die da leben. 21 Und Gott der Herr machte Adam und seiner Frau Röcke von Fellen und zog sie ihnen an. 22 Und Gott der Herr sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist. Nun aber, dass er nur nicht ausstrecke seine Hand und nehme auch von dem Baum des Lebens und esse und lebe ewiglich! 23 Da wies ihn Gott der Herr aus dem Garten Eden, dass er die Erde be* 2,23 Luther versucht, mit »Männin« und »Mann« ein hebräisches Wortspiel wiederzugeben. 2,24 a Mt 19,5‑6 ; 1. Kor 6,16 ; Eph 5,31 3,1 a Offb 12,9 ; 20,2 3,2 a Kap 2,16 3,3 a Kap 2,17 3,4 a Joh 8,44 3,6 a Jak 1,14‑15 b 1. Tim 2,14 3,7 a Kap 2,25 3,8 a Ps 139,7‑10 ; Jer 23,24 3,13 a 2. Kor 11,3 3,15 a Offb 12,4‑5.15‑17 3,16 a Eph 5,22‑23 ; 1. Tim 2,12 3,17 a Kap 8,21‑22 ; Hiob 31,38‑39 3,19 a Kap 2,7 ; Ps 90,10 ; 104,29 ; Pred 12,7 ; 2. Thess 3,10

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genesis 3​. ​4

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baute, von der er genommen war. Und er trieb den Menschen hinaus und ließ lagern vor dem Garten Eden die Cherubim mit dem flammenden, blitzenden Schwert, zu bewachen den Weg zu dem Baum des Lebens.

mir’s gehen, dass mich totschlägt, wer mich findet. 15 Aber der Herr sprach zu ihm: Nein, sondern wer Kain totschlägt, das soll siebenfältig gerächt werden. Und der Herr machte ein a Zeichen an Kain, dass ihn niemand erschlüge, der ihn fände. 16 So ging Kain hinweg von dem Angesicht KAINS BRUDERMORD des Herrn und wohnte im Lande Nod*, 4 Und Adam erkannte seine Frau Eva, jenseits von Eden, gegen Osten. und sie ward schwanger und gebar den Kain und sprach: Ich habe einen Mann KAINS NACHKOMMEN gewonnen mithilfe des Herrn. 2 Danach 17 Und Kain erkannte seine Frau; die ward gebar sie Abel, seinen Bruder. Und Abel schwanger und gebar den Henoch. Und er wurde ein Schäfer, Kain aber wurde ein baute eine Stadt, die nannte er nach seiAckermann. nes Sohnes Namen Henoch. 18 Dem He3 Es begab sich aber nach etlicher Zeit, noch aber wurde Irad geboren, Irad zeugte dass Kain dem Herrn Opfer brachte ­Mehujaël, Mehujaël zeugte Metuschaël, von den aFrüchten des Feldes. 4 Und auch Metuschaël zeugte Lamech. 19 Lamech Abel brachte von den a Erstlingen sei- aber nahm zwei Frauen, eine hieß Ada, ner Herde und von ihrem bFett. Und der die andere Zilla. 20 Und Ada gebar Jabal; Herr sah gnädig an Abel und sein Opfer, von dem sind hergekommen, die in Zelten 5 aber Kain und sein Opfer a sah er nicht wohnen und Vieh halten. 21 Und sein Brugnädig an. Da ergrimmte Kain sehr und der hieß Jubal; von dem sind hergekomsenkte finster seinen Blick. 6 Da sprach men alle Zither- und Flötenspieler. 22 Zilla der Herr zu Kain: Warum ergrimmst aber gebar auch, nämlich den Tubal-Kain; du? Und warum senkst du deinen Blick? der machte die Werkzeuge für alle Erz7 Ist’s nicht so: Wenn du fromm bist, so und Eisenschmiede. Und die Schwester kannst du frei den Blick erheben. Bist du des Tubal-Kain war Naama. 23 Und Lamech sprach zu seinen Frauen: aber nicht fromm, so alauert die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du Ada und Zilla, höret meine Rede, ihr aber b herrsche über sie. 8 Da sprach Kain Frauen Lamechs, merkt auf, was ich zu seinem Bruder Abel: Lass uns aufs Feld sage: Einen Mann erschlug ich für meine gehen! Und es begab sich, als sie auf dem Wunde und einen Jüngling für meine Felde waren, erhob sich Kain wider seinen Beule. 24 Kain soll siebenmal gerächt werden, aber Lamech siebenundsiebzigmal.a Bruder Abel und schlug ihn tot.a 9 Da sprach der Herr zu Kain: a Wo ist dein Bruder Abel? Er sprach: Ich weiß SET UND ENOSCH nicht; soll ich meines Bruders Hüter sein? 25 Adam erkannte abermals seine Frau, 10 Er aber sprach: Was hast du getan? Die und sie gebar einen Sohn, den nannte sie a Stimme des Blutes deines Bruders schreit Set: »Denn Gott hat mir einen andern zu mir von der Erde. 11 Und nun: Ver- Sohn gegeben für Abel, den Kain erschlaflucht seist du auf der Erde, die ihr Maul gen hat.« 26 Und auch dem Set wurde ein hat aufgetan und deines Bruders Blut von Sohn geboren, den nannte er Enosch. Zu deinen Händen empfangen. a 12 Wenn du den Acker bebauen wirst, soll er dir hin- * 4,13 Luther übersetzte: »Meine Sünde ist größer, dass sie mir vergeben werden möge.« fort seinen Ertrag nicht geben. Unstet und denn 4,16 Der Name bedeutet »Land Flüchtig« und flüchtig sollst du sein auf Erden. bezeichnet das Leben in der Gottesferne. 13 Kain aber sprach zu dem Herrn: 3,23 a Kap 2,15 4,3 a 2. Mose 23,19 4,4 a 2. Mose 34,19 Meine Strafe ist zu schwer, als dass ich sie b 3. Mose 3,16 4,5 a 2. Mose 33,19 ; Hebr 11,4 tragen könnte.* 14 Siehe, du treibst mich 4,7 a Gal 5,17 b Röm 6,12 4,8 a 1. Joh 3,12.15 a Kap 3,9 4,10 a Ps 9,13 ; Mt 23,35 ; Hebr 12,24 heute vom Acker, und aich muss mich vor 4,9 4,11 a 4. Mose 35,33 4,14 a Hiob 15,20‑24 deinem Angesicht verbergen und muss 4,15 a Hes 9,6 ; Offb 7,3‑4 4,24 a Vers 15 ; 3. Mose 19,18 ; unstet und flüchtig sein auf Erden. So wird 5. Mose 32,35 ; Mt 18,22 a 24

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