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ALTES UND NEUES TESTAMENT

Mit den Spätschriften des Alten Testaments (Deuterokanonische Schriften/Apokryphen)

Gemeinsame Bibelübersetzung im Auftrag und in Verantwortung von:

Deutsche Bibelgesellschaft (Evangelisches Bibelwerk)

Katholisches Bibelwerk e.V.

Österreichische Bibelgesellschaft

Österreichisches Katholisches Bibelwerk

Schweizerische Bibelgesellschaft

Schweizerisches Katholisches Bibelwerk

Die Deutsche Bibelgesellschaft ist eine kirchliche Sti ft ung des öffentlichen Rechts. Sie übersetzt die biblischen Schriften, entwickelt und verbreitet innovative Bibelausgaben und eröffnet für alle Menschen Zugänge zur Botschaft der Bibel.

International verantwortet sie die wissenschaftlichen Bibelausgaben in den Ursprachen. Durch die Weltbibelhilfe unterstützt sie in Zusammenarbeit mit dem Welt verband der Bibelgesellschaften (United Bible Societies) weltweit die Übersetzung und Verbreitung der Bibel, damit alle Menschen die Bibel in ihrer Sprache lesen können. Weitere Informationen finden Sie unter: www.die-bibel.de

ISBN 978 -3-438-01724-6 Kompass Edition

ISBN 978 -3-438-01727-7 Limitierte Edition Hände

ISBN 978 -3-438-01728-4 Limitierte Edition Wege

ISBN 978 -3-438-01730-7 Limitierte Edition Wellen

Gute Nachricht Bibel mit Spätschriften

Durchgesehene Neuausgabe 2018

© 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Einbandgestaltung: Karin Hauptmann, Katrin Kleinschrot, Marion Köster, Stuttgart

Innentypografie: gobasil GmbH, Hamburg/Hannover Satz: pagina GmbH, Tübingen Druck und Bindearbeiten: CPI books GmbH, Leck

Das Holz zur Herstellung des Papiers für diese Ausgabe stammt nachweislich aus nachhaltig und vorbildlich bewirtschafteten Wäldern.

Printed in Germany

Alle Rechte vorbehalten

10.2019

INHALT

DAS ALTE TESTAMENT

Geschichtsbücher

Das 1. Buch Mose (Genesis) 3

Das 2. Buch Mose (Exodus) 53

Das 3. Buch Mose (Levitikus) 95

Das 4. Buch Mose (Numeri) 122

Das 5. Buch Mose (Deuteronomium) 158

Das Buch Josua 195

Das Buch von den Richtern 218

Das Buch Rut 242

Das 1. Buch Samuel 245

Das 2. Buch Samuel 277

Das 1. Buch von den Königen 305

Das 2. Buch von den Königen 337

Das 1. Buch der Chronik 368

Das 2. Buch der Chronik 398

Das Buch Esra 434

Das Buch Nehemia 444

Das Buch Ester 461

Lehrbücher, Gebete und Lieder

Das Buch Ijob (Hiob, Job) 469

Die Psalmen 498

Das Buch der Sprichwörter 582

Das Buch Kohelet (Prediger) 606

Das Hohelied 615

Prophetenbücher

Der Prophet Jesaja 622

Der Prophet Jeremia 678

Die Klagelieder 737

Der Prophet Ezechiël (Hesekiël) 743

Das Buch Daniel 792

Der Prophet Hosea 807

Der Prophet Joël 816

Der Prophet Amos 819

Der Prophet Obadja 826

Der Prophet Jona 827

Der Prophet Micha 829

Der Prophet Nahum 834

Der Prophet Habakuk 836

Der Prophet Zefanja 839

Der Prophet Haggai 841

Der Prophet Sacharja 843

Der Prophet Maleachi 853

DIE SPÄTSCHRIFTEN DES ALTEN TESTAMENTS

Geschichtsbücher

Das Buch Tobit 859

Das Buch Judit 872

Das Buch Ester (griechische Fassung) 887

Das 1. Buch von den Makkabäern 898

Das 2. Buch von den Makkabäern 932

Lehrbücher

Das Buch der Weisheit 958

Das Buch Jesus Sirach 975

Prophetische Bücher

Das Buch Baruch 1020

Der Brief Jeremias 1025

Zusätze zum Buch Daniel 1027

Anhang: Das Gebet Manasses 1032

DAS NEUE TESTAMENT

Geschichtsbücher

Die Gute Nachricht nach Matthäus 1037

Die Gute Nachricht nach Markus 1078

Die Gute Nachricht nach Lukas 1104

Die Gute Nachricht nach Johannes 1148

Die Geschichte der Apostel 1179

Die Briefe des Apostels Paulus

Der Brief an die Römer 1221

Der 1. Brief an die Korinther 1240

Der 2. Brief an die Korinther 1258

Der Brief an die Galater 1270

Der Brief an die Epheser 1277

Der Brief an die Philipper 1283

Der Brief an die Kolosser 1288

Der 1. Brief an die Thessalonicher 1293

Der 2. Brief an die Thessalonicher 1297

Der 1. Brief an Timotheus 1299

Der 2. Brief an Timotheus 1304

Der Brief an Titus 1308

Der Brief an Philemon 1310

Weitere Briefe

Der Brief an die Hebräer 1312

Der Brief von Jakobus 1326

Der 1. Brief von Petrus 1330

Der 2. Brief von Petrus 1336

Der 1. Brief von Johannes 1339

Der 2. Brief von Johannes 1344

Der 3. Brief von Johannes 1345

Der Brief von Judas 1346

Ein prophetisches Buch

Die Offenbarung an Johannes 1348

SACHERKLÄRUNGEN 1367

ANHANG

Nachwort zur Übersetzung 1435

Gebrauchsanleitung für diese Bibel 1438

Wo finde ich was? 1442

Zeittafel zur biblischen Geschichte 1447

Stichwortverzeichnis 1455

Ortsregister zu den Landkarten 1475

Kartenskizzen von Jerusalem 1478

ABKÜRZUNGEN DER BIBLISCHEN BÜCHER

UND ALPHABETISCHES INHALTSVERZEICHNIS

Am Amos 819

Apg Apostelgeschichte 1179

Bar Baruch 1020

BrJer Brief Jeremias 1025

1 Chr 1 Chronik 368

2 Chr 2 Chronik 398

Dan Daniel 792

DanZ Zusätze zu Daniel 1027

Dtn 5 Mose/Deuteronomium 158

Eph Epheser 1277

Esra Esra 434

Est Ester 461

EstG Ester, griechisch 887

Ex 2 Mose/Exodus 53

Ez Ezechiël 743

Gal Galater 1270

GebMan Gebet Manasses 1032

Gen 1 Mose/Genesis 3

Hab Habakuk 836

Hag Haggai 841

Hebr Hebräer 1312

Hld Hoheslied 615

Hos Hosea 807

Ijob Ijob 469

Jak Jakobus 1326

Jdt Judit 872

Jer Jeremia 678

Jes Jesaja 622

Joël Joël 816

Joh Johannes 1148

1 Joh 1 Johannes 1339

2 Joh 2 Johannes 1344

3 Joh 3 Johannes 1345

Jona Jona 827

Jos Josua 195

Jud Judas 1346

Klgl Klagelieder 737

Koh Kohelet 606

Kol Kolosser 1288

1 Kön 1 Könige 305

2 Kön 2 Könige 337

1 Kor 1 Korinther 1240

2 Kor 2 Korinther 1258

Lev 3 Mose/Levitikus 95

Lk Lukas 1104

1 Makk 1 Makkabäer 898

2 Makk 2 Makkabäer 932

Mal Maleachi 853

Mi Micha 829

Mk Markus 1078

Mt Matthäus 1037

Mose s. unter Gen, Ex, Lev, Num, Dtn

Nah Nahum 834

Neh Nehemia 444

Num 4 Mose/Numeri 122

Obd Obadja 826

Offb Offenbarung 1348

1 Petr 1 Petrus 1330

2 Petr 2 Petrus 1336

Phil Philipper 1283

Phlm Philemon 1310

Ps Psalm(en) 498

Ri Richter 218

Röm Römer 1221

Rut Rut 242

Sach Sacharja 843

1 Sam 1 Samuel 245

2 Sam 2 Samuel 277

Sir Sirach 975

Spr Sprichwörter 582

1 Thess 1 Thessalonicher 1293

2 Thess 2 Thessalonicher 1297

1 Tim 1 Timotheus 1299

2 Tim 2 Timotheus 1304

Tit Titus 1308

Tob Tobit 859

Weish Weisheit 958

Zef Zefanja 839

In Verweisen und Bibelstellenangaben bezeichnen die Ziffern hinter der Abkürzung für das Buch die jeweiligen Kapitel. Durch Komma abgetrennt folgen die Versangaben. Mehrere Verse werden durch einen Bindestrich oder einen Punkt getrennt, mehrere Kapitel durch einen etwas längeren Strich oder ein Semikolon. So bedeutet die Angabe »Jes 6,1-4.12; 18–20« beispielsweise: im Buch Jesaja, Kapitel 6, die Verse 1 bis 4 und Vers 12 sowie die Kapitel 18 bis 20.

Die Abkürzung »Kap« bedeutet »Kapitel« und wird verwendet, um innerhalb eines Buches auf das genannte Kapitel zu verweisen.

ABKÜRZUNGEN IN DEN ANMERKUNGEN UND VERGLEICHSSTELLEN

A, B, C bei Verweisen auf die Spätschriften anstelle von Kapitelziffern

EÜ Einheitsübersetzung der Bibel

G Griechischer Text des Alten Testaments (Septuaginta)

H Hebräischer Text des Alten Testaments, offizielle Fassung der jüdischen Schriftgelehrten (Masoretischer Text)

Kap Kapitel

Lu84 Lutherbibel, revidierte Fassung 1984

L Lutherbibel, revidierte Fassung 2017 nach Zitat aus dem Alten Testament mit teilweise abweichendem Wortlaut par Hinweis auf parallele Aussage(n) bei Mehrfachüberlieferung

S Hinweis auf »Sammelstellen« zit zitiert wird ... (im Neuen Testament aus dem Alten)

DAS ERSTE BUCH MOSE (GENESIS)

1–11 Die Urgeschichte von Welt und Mensch: 1–2 Die Erschaffung der Welt 3–4 Paradies und Verlust des Paradieses 4–5 Von Adam bis Noach 6–9 Noach und die Sintflut 10 Ausbreitung der Menschheit 11 Der babylonische Turm. Sem bis Abraham 12–36 Die Väter und Mütter Israels: 12–18 Abrahams Berufung und Segnung 19 Untergang von Sodom und Gomorra 21–22 Geburt Isaaks und Prüfung Abrahams 24–26 Isaak und Rebekka 27 Jakob erlangt den Erstgeburtssegen 28–31 Jakob bei Laban, seine Frauen und Söhne 32–35 Jakobs Rückkehr 36 Die Nachkommen von Esau 37–50 Josef und seine Brüder: 37–41 Josefs wunderbarer Aufstieg 42–45 Die Erprobung der Brüder 46–50 Die Nachkommen Jakobs in Ägypten

DIE URGESCHICHTE VON WELT UND MENSCH

(1–11)

Die Erschaffung der Welt

1 v Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. a

2 Die Erde war noch leer und öde, Dunkel bedeckte sie und wogendes Wasser, und über den Fluten schwebte Gottes Geist*

3 Da sprach Gott: »Licht entstehe!«, und das Licht strahlte auf.

4 Und Gott sah das Licht an: Es war gut. Dann trennte Gott das Licht von der Dunkelheit

5 und nannte das Licht Tag, die Dunkelheit Nacht. Es wurde Abend und wieder Morgen: der erste Tag.

6 Dann sprach Gott:

»Im Wasser soll ein Gewölbe b entstehen, eine Scheidewand zwischen den Wassermassen!«

7 So geschah es: Gott machte ein Gewölbe und trennte so das Wasser unter dem Gewölbe von dem Wasser, das darüber war.

8 Und Gott nannte das Gewölbe Himmel. Es wurde Abend und wieder Morgen: der zweite Tag.

9 Dann sprach Gott:

»Das Wasser unter dem Himmelsgewölbe soll sich alles an einer Stelle sammeln, damit das Land hervortritt.«

* Heiliger Geist 1392

So geschah es.

10 Und Gott nannte das Land Erde, die Sammlung des Wassers nannte er Meer. Und Gott sah das alles an: Es war gut.

11 Dann sprach Gott:

»Die Erde lasse frisches Grün aufsprießen, Pflanzen und Bäume von jeder Art, die Samen und samenhaltige Früchte tragen!«

So geschah es:

12 Die Erde brachte frisches Grün hervor, Pflanzen jeder Art mit ihren Samen und alle Arten von Bäumen mit samenhaltigen Früchten.

Und Gott sah das alles an: Es war gut.

13 Es wurde Abend und wieder Morgen: der dritte Tag.

14 Dann sprach Gott:

»Am Himmel sollen Lichter entstehen, die Tag und Nacht voneinander scheiden, leuchtende Zeichen, um die Zeiten zu bestimmen: Tage und Feste und Jahre.

15 Sie sollen am Himmelsgewölbe leuchten, damit sie der Erde Licht geben.«

So geschah es:

16 Gott machte zwei große Lichter, ein größeres, das den Tag beherrscht, und ein kleineres für die Nacht, c dazu auch das ganze Heer der Sterne.

17 Gott setzte sie an das Himmelsgewölbe, damit sie der Erde Licht geben,

a Das Begriffspaar Himmel und Erde bezeichnet die Welt in ihrer Gesamtheit. Vers 1 ist als Überschrift zur folgenden Schöpfungsgeschichte zu verstehen. b Vgl. Sacherklärung »Himmelsgewölbe« im Anhang. c Die Namen »Sonne« und »Mond« werden vermieden, weil sie bei manchen Nachbarn Israels als Namen für Götter verwendet wurden. Sie werden als Lichter (Lampen) bezeichnet, um klarzustellen, dass sie keine schicksalsbestimmende Macht haben – und natürlich erst recht nicht die anschließend genannten Sterne.

v 1,1–2,4a Ps 8; 104; Ijob 38,1–39,30; Joh 1,1‑4; Sir 16,26–17,10; 42,15–43,33

18 den Tag und die Nacht regieren und Licht und Dunkelheit voneinander scheiden.

Und Gott sah das alles an: Es war gut.

19 Es wurde Abend und wieder Morgen: der vierte Tag.

20 Dann sprach Gott:

»Das Wasser soll von Leben wimmeln, und in der Luft a sollen Vögel fliegen!«

21 So schuf Gott die Seeungeheuer und alle Arten von Wassertieren, ebenso jede Art von Vögeln und geflügelten Tieren.

Und Gott sah das alles an: Es war gut.

22 Und Gott segnete seine Geschöpfe und sagte:

»Seid fruchtbar, vermehrt euch und füllt die Meere, und ihr Vögel, vermehrt euch auf der Erde!«

23 Es wurde Abend und wieder Morgen: der fünfte Tag.

24 Dann sprach Gott:

»Die Erde soll Leben hervorbringen: alle Arten von Vieh und wilden Tieren und alles, was auf der Erde kriecht.«

So geschah es.

25 Gott machte die wilden Tiere und das Vieh und alles, was auf dem Boden kriecht, alle die verschiedenen Arten.

Und Gott sah das alles an: Es war gut.

26 Dann sprach Gott:

»Nun wollen wir Menschen machen, ein Abbild von uns, das uns ähnlich ist!

Sie sollen Macht haben über die Fische im Meer, über die Vögel in der Luft, über das Vieh und alle Tiere auf der Erde b und über alles, was auf dem Boden kriecht.«

27 v So schuf Gott die Menschen nach seinem Bild, als Gottes Ebenbild schuf er sie und schuf sie als Mann und als Frau. c

28 v Und Gott segnete die Menschen und sagte zu ihnen:

»Seid fruchtbar und vermehrt euch!

Füllt die ganze Erde und nehmt sie in Besitz! d

Ich setze euch über die Fische im Meer, die Vögel in der Luft und alle Tiere, die auf der Erde leben, und vertraue sie eurer Fürsorge an.«

29 v Weiter sagte Gott zu den Menschen:

»Als Nahrung gebe ich euch die Samen der Pflanzen und die Früchte, die an den Bäumen wachsen, überall auf der ganzen Erde.

30 Den Landtieren aber und den Vögeln und allem, was auf dem Boden kriecht, allen Geschöpfen, die den Lebenshauch in sich tragen, weise ich Gräser und Blätter zur Nahrung zu.« So geschah es.

31 v Und Gott sah alles an, was er geschaffen hatte, und sah: Es war alles sehr gut. Es wurde Abend und wieder Morgen: der sechste Tag.

21 So entstanden Himmel und Erde mit allem, was lebt.

2 v Am siebten Tag hatte Gott sein Werk vollendet und ruhte von aller seiner Arbeit aus.

3 Und Gott segnete den siebten Tag und erklärte ihn zu einem heiligen* Tag, der ihm gehört, denn an diesem Tag ruhte Gott, nachdem er sein Schöpfungswerk vollbracht hatte.

4a Dies ist die Geschichte der Entstehung von Himmel und Erde; so hat Gott sie geschaffen.

Der Mensch im Garten Eden

(Das Paradies)

4b Als Gott, der Herr, e Erde und Himmel machte, 5 gab es zunächst noch kein Gras und keinen Busch in der Steppe; denn Gott hatte es noch nicht regnen lassen. Es war auch noch niemand da, der das Land bearbeiten konnte. 6 Nur aus der Erde stieg Wasser auf und tränkte den Boden.

* heilig, heiligen, Heiligkeit 1391 a in der Luft: wörtlich über die Erde, am Himmelsgewölbe; entsprechend in den Versen 26 und 28 am Himmelsgewölbe. b und alle Tiere ...: mit einer alten Übersetzung; H und die ganze Erde. c Wörtlich männlich und weiblich schuf er sie d nehmt sie in Besitz: Die herkömmliche Übersetzung macht sie euch untertan hat oft Anlass gegeben zu dem Missverständnis, die Schöpfung sei der Willkür des Menschen ausgeliefert. Nach hebräischem Verständnis gehören Herrschaft und Fürsorge zusammen; die Könige und Fürsten im Alten o rient galten als »Hirten« des Volkes. Deshalb wird die Fortsetzung, die wörtlich lautet Herrscht über (die Fische usw.), wiedergegeben durch Ich setze euch über ... und vertraue sie eurer Fürsorge an. e eigentlich der Herr Gott; ebenso in der Fortsetzung bis 3,24. »Der Herr « in dieser Schreibweise steht in der Übersetzung stets für den Gottesnamen; siehe dazu die Sacherklärung » Herr «. v 1,27 Mk 10,6 par; Kol 3,10; Weish 2,23 v 1,28 Weish 9,2 v 1,29 9,3 v 1,31 1 Tim 4,4 v 2,2 -3 Ex 20,8 10 S; Hebr 4,9‑10

7 v Da nahm Gott, der Herr, Staub von der Erde, formte daraus den Menschen a und blies ihm den Lebensatem in die Nase. So wurde der Mensch ein lebendes Wesen. b

8-9 v Dann legte Gott im Osten, in der Landschaft Eden*, einen Garten an. Er ließ aus der Erde alle Arten von Bäumen wachsen. Es waren prächtige Bäume und ihre Früchte schmeckten gut. Dorthin brachte Gott den Menschen, den er gemacht hatte.

In der Mitte des Gartens wuchsen zwei besondere Bäume: der Baum des Lebens, dessen Früchte Unsterblichkeit schenken, und der Baum der Erkenntnis, dessen Früchte das Wissen verleihen, was für den Menschen gut und was für ihn schlecht ist. c

10 In Eden entspringt ein Strom. Er bewässert den Garten und teilt sich dann in vier Ströme. 11 Der erste heißt Pischon; er fließt rund um das Land Hawila, wo es Gold gibt. 12 Das Gold dieses Landes ist ganz rein, außerdem gibt es dort kostbares Harz und den Edelstein Karneol. 13 Der zweite Strom heißt Gihon; er fließt rund um das Land Kusch* 14 Der dritte Strom, der Tigris, fließt östlich von Assur. d Der vierte Strom ist der Eufrat.

15 Gott, der Herr, brachte also den Menschen in den Garten Eden. Er übertrug ihm die Aufgabe, den Garten zu pflegen und zu schützen. 16 Weiter sagte er zu ihm: »Du darfst von allen Bäumen des Gartens essen, 17 nur nicht vom Baum der Erkenntnis. e Sonst musst du sterben.«

Die Erschaffung der Frau

18 Gott, der Herr, dachte: »Es ist nicht gut, dass der Mensch so allein ist. Ich will ein Wesen schaffen, das ihm hilft und das zu ihm passt.«

19 So formte Gott aus Erde die Tiere des Feldes und die Vögel. Dann brachte er sie zu dem Menschen, um zu sehen, wie er jedes Einzelne nennen würde; denn so sollten sie heißen.

20 Der Mensch gab dem Vieh, den wilden Tie -

ren und den Vögeln ihre Namen, doch unter allen Tieren fand sich keins, das ihm helfen konnte und zu ihm passte.

21 Da versetzte Gott, der Herr, den Menschen in einen tiefen Schlaf, nahm eine seiner Rippen heraus und füllte die Stelle mit Fleisch. 22 Aus der Rippe machte er eine Frau und brachte sie zu dem Menschen. 23 Der freute sich und rief:

»Endlich! Sie ist’s! Eine wie ich! f Sie gehört zu mir, denn von mir ist sie genommen.« g

24 v Deshalb verlässt ein Mann Vater und Mutter, um mit seiner Frau zu leben. Die zwei sind dann eins, mit Leib und Seele. h

25 Die beiden waren nackt, aber sie schämten sich nicht voreinander.

Die Menschen müssen den Garten Eden verlassen

31 v Die Schlange* war das klügste von allen Tieren des Feldes, die Gott, der Herr, gemacht hatte. Sie fragte die Frau: »Hat Gott wirklich gesagt: ›Ihr dürft die Früchte von den Bäumen im Garten nicht essen‹?«

2 »Natürlich dürfen wir sie essen«, erwiderte die Frau, 3 »nur nicht die Früchte von dem Baum in der Mitte des Gartens. Gott hat gesagt: ›Esst nicht davon, berührt sie nicht, sonst müsst ihr sterben!‹«

4 v »Nein, nein«, sagte die Schlange, »ihr werdet bestimmt nicht sterben! 5 v Aber Gott weiß: Sobald ihr davon esst, werden euch die Augen aufgehen; ihr werdet wie Gott sein und wissen, was gut und was schlecht ist. Dann werdet ihr euer Leben selbst in die Hand nehmen können.« i

6 Die Frau sah den Baum an: Seine Früchte mussten köstlich schmecken, sie anzusehen war eine Augenweide und es war verlockend, dass man davon klug werden sollte! Sie nahm von den Früchten und aß. Dann gab sie auch ihrem Mann davon und er aß ebenso.

* Eden 1379 * Kusch 1401 * Schlange 1418 a Im Hebräischen gehören Mensch (adam) und Erde (adama) auch sprachlich zusammen. Später wird Adam zum Eigennamen des ersten Menschen (siehe Anmerkung zu 3,17). Staub ist ein Hinweis auf die Hinfälligkeit des Menschen; vgl. 3,19. b Wörtlich eine lebende nefesch. Das hebräische Wort nefesch wird herkömmlich mit »Seele« übersetzt. Gemeint ist damit ein Lebewesen wie Mensch oder Tier im Unterschied zu den Pflanzen (vgl. auch Sacherklärung »Seele«). c Wörtlich der Baum des Lebens und der Baum der Erkenntnis des Guten und Schlechten (siehe dazu Anmerkung zu Vers 17). d Gemeint ist die Stadt dieses Namens; siehe Sacherklärung. e Erkenntnis: wörtlich Erkenntnis des Guten und Schlechten. Gemeint ist nicht die Fähigkeit, zu unterscheiden, was sittlich gut oder böse ist, sondern ein umfassendes Wissen von allem, was für das menschliche Leben nützlich oder schädlich ist. Ein solches Wissen kann den Menschen zu der Meinung verführen, sein Leben in eigener Regie führen zu können. Das würde ihn überfordern und die ihm anvertraute Schöpfung zerstören, weil er der Versuchung zum Missbrauch der damit gegebenen Möglichkeiten nicht gewachsen ist (vgl. 4,1‑8.23; 6,5; 11,1‑9 sowie Ez 28,1‑19). f Endlich ...: wörtlich Gebein von meinem Gebein, Fleisch von meinem Fleisch. g Sie gehört ...: Die Zugehörigkeit ist im Hebräischen in der Namengebung ausgedrückt. Diese enthält ein Wortspiel, das sich im Deutschen nicht nachahmen lässt: »Sie wird ischa (= Frau) genannt werden, denn vom isch (= Mann) ist sie genommen.« h sind dann eins ...: wörtlich sind dann ein Fleisch, womit die volle leiblich seelische Einheit bezeichnet wird. i Dann werdet ihr ...: verdeutlichender Zusatz; vgl. Anmerkung zu 2,17. v 2,7 Ijob 33,4; Ps 104,29‑30; Koh 12,7; 1 Kor 15,45‑49 v 2,8 - 9 o ffb 22,14 v 2,24 Mk 10,7 par; Eph 5,31 v 3,1- 5 Weish 2,24 v 3,4 Joh 8,44;  o ffb 20,2 v 3,5 Jes 14,14; Ez 28,2; 2 Thess 2,4

7 Da gingen den beiden die Augen auf und sie merkten, dass sie nackt waren. Deshalb flochten sie Feigenblätter zusammen und machten sich Lendenschurze.

8 Am Abend, als es kühler wurde, hörten sie, wie Gott, der Herr, durch den Garten ging. Da versteckten sich der Mensch und seine Frau vor Gott zwischen den Bäumen. 9 Aber Gott rief nach dem Menschen: »Wo bist du?«

10 Der antwortete: »Ich hörte dich kommen und bekam Angst, weil ich nackt bin. Da habe ich mich versteckt!«

11 »Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist?«, fragte Gott. »Hast du etwa von den verbotenen Früchten gegessen?«

12 Der Mensch erwiderte: »Die Frau, die du mir an die Seite gestellt hast, gab mir davon; da habe ich gegessen.«

13 Gott, der Herr, sagte zur Frau: »Was hast du da getan?«

Sie antwortete: »Die Schlange ist schuld, sie hat mich zum Essen verführt!«

14 Da sagte Gott, der Herr, zu der Schlange: »Verflucht sollst du sein wegen dieser Tat! Auf dem Bauch wirst du kriechen und Staub fressen dein Leben lang –du allein von allen Tieren.

15 Und Feindschaft soll herrschen zwischen dir und der Frau, zwischen deinen Nachkommen und den ihren. a Sie werden euch den Kopf zertreten, und ihr werdet sie in die Ferse beißen.«

16 Zur Frau aber sagte Gott:

»Ich verhänge über dich, dass du Mühsal und Beschwerden hast, jedes Mal wenn du schwanger bist; und unter Schmerzen bringst du Kinder zur Welt.

Es wird dich zu deinem Mann hinziehen, aber er wird über dich herrschen.«

17 Und zum Mann b sagte Gott: »Weil du auf deine Frau gehört und mein Verbot übertreten hast, gilt von nun an:

* Eden 1379 * Kerub(im), Kerubfiguren 1399

Deinetwegen ist der Acker verflucht.

Mit Mühsal wirst du dich davon ernähren, dein Leben lang.

18 Dornen und Disteln werden dort wachsen, und du wirst die Pflanzen des Feldes essen.

19 v Viel Schweiß musst du vergießen, um dein tägliches Brot zu bekommen, bis du zurückkehrst zur Erde, von der du genommen bist.

Ja, Staub bist du, und zu Staub musst du wieder werden!«

20 Der Mensch nannte seine Frau Eva, c denn sie sollte die Mutter aller Menschen werden.

21 Und Gott, der Herr, machte für den Menschen und seine Frau Kleider aus Fellen.

22 Dann sagte Gott: »Nun ist der Mensch wie einer von uns d geworden und weiß, was gut und was schlecht ist. e Es darf nicht sein, dass er auch noch vom Baum des Lebens isst. Sonst wird er ewig leben!«

23 Und er schickte den Menschen aus dem Garten Eden* weg, damit er den Ackerboden bearbeite, aus dem er gemacht war.

24 So trieb Gott, der Herr, die Menschen hinaus und stellte östlich von Eden die Kerubim* und das flammende Schwert als Wächter auf. Niemand sollte zum Baum des Lebens gelangen können.

Der Bruder erhebt sich gegen den Bruder

4

1 Adam schlief mit seiner Frau Eva, f und sie wurde schwanger. Sie brachte einen Sohn zur Welt und sagte: »Mithilfe des Herrn habe ich einen Mann hervorgebracht.« g Darum nannte sie ihn Kain. 2 Später bekam sie einen zweiten Sohn, den nannte sie Abel. Abel wurde ein Hirt, Kain ein Bauer.

3 Einmal brachte Kain von seinem Ernteertrag dem Herrn ein Opfer. 4 v Auch Abel brachte ihm ein Opfer; er nahm dafür die besten von den erstgeborenen Lämmern seiner Herde. h Der Herr blickte freundlich auf Abel und sein Opfer, 5 aber Kain und sein Opfer schaute er nicht an.

a Das hebräische Wort für Nachkommen ist der grammatischen Form nach Einzahl: Same, d. h. Nachkommenschaft. In der Alten Kirche wurde die Einzahl auf eine Einzelperson bezogen und auf Christus oder Maria gedeutet, die Schlange entsprechend auf den Teufel. b Wörtlich zum Menschen. In H wird das Wort durch die zugesetzten Vokale schon hier (nicht erst ab 4,1) als Eigenname gedeutet (ebenso in Vers 21; die Vorkommen in den Versen 20.22.23 und auch 24, wo wörtlich die Einzahl steht, lassen beide Deutungen zu). Ursprünglich ist Adam kein Name, sondern das hebräische Wort für »Mensch« (vgl. Anmerkung zu 2,7). c Der Name Eva klingt im Hebräischen wie das Wort für »Leben«. d uns ist wahrscheinlich ein Hinweis auf den himmlischen Hofstaat; vgl. Sacherklärung »Gottessöhne«. e Vgl. Anmerkung zu 2,17. f schlief mit ...: wörtlich erkannte Eva, seine Frau; ebenso in den Versen 17 und 25. Das hebräische Wort bedeutet »erkennen/kennenlernen« in der persönlichen Begegnung. Zu Adam siehe Anmerkung zu 3,17. g hervorgebracht: oder erworben. Im Hebräischen ein Wortspiel mit dem Namen Kain. Abel (Vers 2) bedeutet »Windhauch, Flüchtigkeit«. Mithilfe des Herrn: Deutung unsicher. h oder er nahm die fetten Stücke von den erstgeborenen ... v 3,19 2,7; Ps 90,3; Koh 3,20 21 S v 4,4 Hebr 11,4

Da stieg der Zorn in Kain hoch und er blickte finster zu Boden. 6 Der Herr fragte ihn: »Warum bist du so zornig? Warum starrst du auf den Boden? 7 Wenn du Gutes im Sinn hast, kannst du den Kopf frei erheben; aber wenn du Böses planst, lauert die Sünde vor der Tür deines Herzens und will dich verschlingen. Du musst Herr sein über sie!«

8 Kain aber sagte zu seinem Bruder Abel: »Komm und sieh dir einmal meine Felder an!« a Und als sie draußen waren, fiel er über seinen Bruder her und schlug ihn tot.

9 Der Herr fragte Kain: »Wo ist dein Bruder Abel?«

»Was weiß ich?«, antwortete Kain. »Bin ich vielleicht der Hüter meines Bruders?« b

10 v »Weh, was hast du getan?«, sagte der Herr. »Hörst du nicht, wie das Blut deines Bruders von der Erde zu mir schreit? 11 Du hast den Acker mit dem Blut deines Bruders getränkt, deshalb stehst du unter einem Fluch und musst das fruchtbare Ackerland verlassen. 12 Wenn du künftig den Acker bearbeitest, wird er dir den Ertrag verweigern. Als heimatloser Flüchtling musst du auf der Erde umherirren.«

13 Kain sagte zum Herrn: »Die Strafe ist zu hart, das überlebe ich nicht! 14 Du vertreibst mich vom fruchtbaren Land und aus deiner schützenden Nähe. Als heimatloser Flüchtling muss ich umherirren. Ich bin vogelfrei, jeder kann mich ungestraft töten.«

15 Der Herr antwortete: »Nein, sondern ich bestimme: Wenn dich einer tötet, müssen dafür sieben Menschen aus seiner Familie sterben.« Und er machte an Kain ein Zeichen, damit jeder wusste: Kain steht unter dem Schutz des Herrn 16 Dann musste Kain aus der Nähe des Herrn weggehen. Er wohnte östlich von Eden* im Land Nod. c

Kulturentwicklung und menschliche Überheblichkeit

17 Kain schlief mit seiner Frau, da wurde sie schwanger und gebar einen Sohn: Henoch. Danach gründete Kain eine Stadt und nannte sie Henoch nach dem Namen seines Sohnes.

18 Henochs Frau gebar ihm einen Sohn: Irad. Dieser Irad zeugte Mehujaël, Mehujaël zeugte Metuschaël, und Metuschaël zeugte Lamech.

19 Lamech nahm sich zwei Frauen: Ada und Zilla.

20 Ada gebar ihm Jabal; von dem stammen alle ab, die mit Herden umherziehen und in Zelten wohnen. 21 Sein jüngerer Bruder war Jubal, von dem kommen die Zither- und Flötenspieler her.

22 Auch Zilla gebar einen Sohn: Tubal-Kain. Er wurde Schmied und machte alle Arten von Waffen und Werkzeugen aus Bronze und Eisen. Seine Schwester war Naama.

23 v Lamech sagte zu seinen Frauen:

»Ihr meine Frauen, Ada, Zilla, hört! Passt auf, wie Lamech sich sein Recht verschafft: d

Ich töte einen Mann für meine Wunde und einen Jungen, wenn mich jemand schlägt!

24 v Ein Mord an Kain – so hat es Gott bestimmt –verlangt als Rache sieben Menschenleben; für Lamech müssen siebenundsiebzig sterben!«

Ersatz für Abel

25 Adam schlief wieder mit Eva, und sie gebar noch einmal einen Sohn. Sie nannte ihn Set, denn sie sagte: »Gott hat mir wieder einen Sohn geschenkt! e Der wird mir Abel ersetzen, den Kain erschlagen hat.«

26 Auch Set wurde ein Sohn geboren, den nannte er Enosch.

Damals fingen die Menschen an, im Gebet den Namen* des Herrn anzurufen.

Die Nachkommen Adams durch Set

(1 Chr 1,1‑4)

51 Hier ist die Liste der Nachkommen von Adam. f

Als Gott die Menschen erschuf, machte er sie nach seinem Bild; 2 und er erschuf sie als Mann und als Frau. Er segnete sie und gab ihnen den Namen »Mensch«.

3 Als Adam 130 Jahre alt war, zeugte er einen Sohn nach seinem Bild, als sein Ebenbild, und gab ihm den Namen Set. 4-5 Danach zeugte er noch weitere Söhne und Töchter und starb im Alter von 930 Jahren.

6-8 Als Set 105 Jahre alt war, zeugte er Enosch. Danach zeugte er noch weitere Söhne und Töchter und starb im Alter von 912 Jahren.

9-11 Als Enosch 90 Jahre alt war, zeugte er Kenan. Danach zeugte er noch weitere Söhne und Töchter und starb im Alter von 905 Jahren.

* Eden 1379 * Name (von Gott, von Jesus) 1406 a »Komm und sieh ...«: mit alten Übersetzungen; in H fehlt der Satz. b Hüter: Anspielung auf den Hirtenberuf des Bruders. c Nod klingt wie das hebräische Wort für »ruhelos«. d wie Lamech ...: verdeutlichender Zusatz; H (Passt auf) auf meine Rede. e geschenkt: wörtlich gesetzt. Im Hebräischen ein Wortspiel mit dem Namen Set. f Wörtlich Dies ist das Buch der Geschichte Adams. Das hebräische Wort, das hier mit Geschichte wiedergegeben ist, steht auch in 2,4a; 6,9; 10,1; 11,10.27; 25,12; 36,1.9; 37,2. v 4,10 Ijob 16,18 S; Hebr 12,24 v 4,23 Ex 21,23‑25 v 4,24 Mt 18,22

12-14 Als Kenan 70 Jahre alt war, zeugte er Mahalalel. Danach zeugte er noch weitere Söhne und Töchter und starb im Alter von 910 Jahren.

15-17 Als Mahalalel 65 Jahre alt war, zeugte er Jered. Danach zeugte er noch weitere Söhne und Töchter und starb im Alter von 895 Jahren.

18-20 Als Jered 162 Jahre alt war, zeugte er Henoch. Danach zeugte er noch weitere Söhne und Töchter und starb im Alter von 962 Jahren.

21 Als Henoch 65 Jahre alt war, zeugte er Metuschelach. 22 v Danach lebte er noch 300 Jahre und zeugte weitere Söhne und Töchter. 23 Er wurde 365 Jahre alt. 24 Henoch hatte in enger Verbindung mit Gott gelebt. Dann war er plötzlich nicht mehr da; denn Gott hatte ihn von der Erde weggenommen.

25 Als Metuschelach 187 Jahre alt war, zeugte er Lamech. 26 Danach lebte er noch 782 Jahre und zeugte weitere Söhne und Töchter. 27 Er starb im Alter von 969 Jahren.

28 Als Lamech 182 Jahre alt war, zeugte er einen Sohn. 29 Er sagte: »Der wird uns Trost verschaffen bei der harten Arbeit, die uns auferlegt ist, weil der Herr den Acker verflucht hat.« Deshalb gab er ihm den Namen Noach. a 30 Danach lebte er noch 595 Jahre und zeugte weitere Söhne und Töchter. 31 Er starb im Alter von 777 Jahren.

32 Als Noach 500 Jahre alt war, zeugte er Sem, Ham und Jafet.

Gott

entschließt

sich zum Eingreifen

61 Die Menschen begannen sich zu vermehren und sich über die Erde auszubreiten. Es wurden ihnen auch viele Töchter geboren. 2 Da sahen die Gottessöhne*, dass die Töchter der Menschen sehr schön waren. Sie nahmen die von ihnen als Frauen, die ihnen am besten gefielen, und zeugten mit ihnen Kinder.

3 Der Herr aber sagte: »Ich lasse meinen Lebensgeist nicht für unbegrenzte Zeit im Menschen wohnen, denn der Mensch ist schwach und anfällig für das Böse. b Ich begrenze seine Lebenszeit auf 120 Jahre.«

4 v Damals und auch noch später lebte auf der Erde das Geschlecht der Riesen. Sie waren aus der Verbindung der Gottessöhne mit den Menschentöchtern hervorgegangen und sind als die großen Helden der Vorzeit bekannt.

5 v Der Herr sah, dass die Menschen auf der Erde völlig verdorben waren. Alles, was aus ihrem Herzen kam, ihr ganzes Denken und Planen, war

durch und durch böse. 6 Das tat ihm weh, und er bereute, dass er sie erschaffen hatte. 7 Er sagte: »Ich will die Menschen wieder von der Erde ausrotten – und nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere auf der Erde, von den größten bis zu den kleinsten, und auch die Vögel in der Luft. Es wäre besser gewesen, wenn ich sie gar nicht erst erschaffen hätte.«

8 Noach war der Einzige, der vor den Augen des Herrn bestehen konnte.

Gott gibt Noach den Befehl zum Bau der Arche

9 Dies ist die Geschichte Noachs und seiner Nachkommen: Im Gegensatz zu seinen Zeitgenossen war Noach ein rechtschaffener, durch und durch redlicher Mann; er lebte in enger Verbindung mit Gott. 10 Er hatte drei Söhne: Sem, Ham und Jafet. 11 Alle anderen Menschen konnten vor Gott nicht bestehen; die Erde war voll von Unrecht und Gewalt. 12 Wohin Gott auch sah: überall nichts als Verdorbenheit. Denn die Menschen waren alle vom rechten Weg abgekommen.

13 Da sagte Gott zu Noach: »Mit den Menschen c mache ich ein Ende. Ich will sie vernichten samt der Erde; denn die Erde ist voll von dem Unrecht, das sie tun.

14 Bau dir ein Schiff, eine Arche*. Mach sie aus festem Holz und dichte sie innen und außen mit Pech ab. Im Innern soll sie viele Räume haben. 15 Sie muss 150 Meter lang sein, 25 Meter breit und 15 Meter hoch. d 16 Mach oben ein Dach darüber, e zieh zwei Zwischendecken ein, sodass es dreistöckig wird, und bring an der Seite eine Tür an.

17 Ich werde eine Flut über die Erde hereinbrechen lassen, in der alles Lebendige umkommen soll. Weder Mensch noch Tier wird mit dem Leben davonkommen. 18 Mit dir aber schließe ich meinen Bund*. Ich verspreche dir: Du sollst gerettet werden. f

Geh mit deiner Frau, deinen Söhnen und deinen Schwiegertöchtern in die Arche! 19 Nimm von allen Tieren ein Männchen und ein Weibchen mit, damit sie mit dir gerettet werden. 20 Von jeder Tierart sollst du ein Paar in die Arche bringen, damit sie am Leben bleiben, alle Arten von Landtieren und Vögeln. 21 Nimm für jedes Tier das richtige Futter mit, und auch genug zu essen für dich und deine Familie.«

22 Noach tat alles genau so, wie Gott es ihm befohlen hatte.

* Gottessöhne 1390 * Arche 1371 * Bund 1377 a Noach erinnert an das hebräische Wort für »ausruhen«. b schwach und ...: wörtlich Fleisch * c Wörtlich Mit allem Fleisch * d Hebräische Maßangaben 300, 50, 30 Ellen * e Möglich auch ein Fenster. Es folgt, nicht sicher zu deuten: eine Elle * hoch sollst du es machen von oben her. f Ich verspreche ...: verdeutlichender Zusatz.

v 5,22 - 24 Hebr 11,5 v 6,4 Bar 3,26‑28 v 6,5 -14 Weish 10,4; Mt 24,37‑39; Hebr 11,7; 1 Petr 3,20‑21

Noach, seine Familie und die Tiere gehen in die Arche

1 Dann sagte der Herr zu Noach: »Geh mit deiner Familie in die Arche*! Du bist der Einzige unter den Menschen, der vor mir als gerecht* bestehen kann. 2 v Nimm von allen reinen* Tieren je sieben Paare mit, aber von den unreinen Tieren nur jeweils ein Männchen und ein Weibchen.

3 Auch von den verschiedenen Vögeln nimm je sieben Paare mit. Ich möchte, dass jede Art erhalten bleibt und sich wieder auf der Erde fortpflanzen kann. 4 Noch sieben Tage, dann werde ich es vierzig Tage und Nächte lang ununterbrochen regnen lassen. Alles Leben auf der Erde, das ich geschaffen habe, wird dann ausgelöscht.«

5 Noach machte alles genau so, wie der Herr es befohlen hatte. 6 Er war damals 600 Jahre alt, als die große Flut über die Erde hereinbrach.

Die Sintflut * kommt auf die Erde

7 Noach ging also mit seiner Frau, seinen Söhnen und seinen Schwiegertöchtern in die Arche*

8 Von allen reinen* und unreinen Landtieren sowie von allen Vögeln und den am Boden kriechenden Tieren 9 ließ er je ein Paar mit sich in die Arche gehen, ein Männchen und ein Weibchen, wie Gott es befohlen hatte. 10 Sieben Tage später kam die große Flut über die Erde.

11 v Im 600. Lebensjahr Noachs, am 17. Tag des 2. Monats, öffneten sich die Schleusen des Himmels und die Quellen der Tiefe brachen von unten aus der Erde hervor. 12 Vierzig Tage und vierzig Nächte lang regnete es von da an in Strömen auf die Erde.

13 An jenem Tag ging Noach mit seiner Frau, mit seinen Söhnen Sem, Ham und Jafet und mit den Frauen seiner Söhne in die Arche, 14 dazu je ein Paar von allen Tierarten: den wilden und den zahmen Tieren, den Tieren, die am Boden kriechen, und allen geflügelten Tieren. 15 Von allen Tierarten, allem, was auf der Erde lebt, gingen je zwei zu Noach in die Arche, 16 immer ein Männchen und ein Weibchen, so wie Gott es befohlen hatte. Und der Herr schloss hinter Noach die Tür zu. 17 Vierzig Tage lang regnete es ununterbrochen. Das Wasser stieg an und hob die Arche vom Boden ab. 18 Es stieg immer weiter, und die Arche schwamm jetzt frei auf dem Wasser. 19 Es stieg höher und höher, und schließlich waren auf der Erde sogar die Berge bedeckt; 20 das Wasser stand sieben Meter a über den höchsten Gipfeln. 21 Da starb alles, was auf der Erde lebte und sich

regte: Vögel, zahme und wilde Tiere, all die kleinen Tiere, von denen es auf der Erde wimmelte, und alle Menschen. 22 Alles, was Lebensgeist in sich trug b und auf dem Land lebte, fand den Tod.

23 So vernichtete der Herr alles Leben auf der Erde, vom Menschen bis zum kriechenden Getier, vom Vieh bis zu den Vögeln. Nur Noach und alle, die bei ihm in der Arche waren, blieben übrig.

Gott denkt an die Überlebenden in der Arche

24 Hundertfünfzig Tage lang war das Wasser auf der Erde gestiegen. 1 Da dachte Gott an Noach und an all die Tiere, die bei ihm in der Arche* waren. Er ließ einen Wind über die Erde wehen, sodass das Wasser fiel. 2 Er ließ die Quellen der Tiefe versiegen und schloss die Schleusen des Himmels, sodass es zu regnen aufhörte.

3 So fiel das Wasser nach hundertfünfzig Tagen.

4 Am 17. Tag des 7. Monats setzte die Arche auf einem Gipfel des Araratgebirges auf. 5 Das Wasser fiel ständig weiter, bis am 1. Tag des 10. Monats die Berggipfel sichtbar wurden.

6 Nach vierzig Tagen öffnete Noach die Dachluke, die er gemacht hatte, 7 und ließ einen Raben hinaus. Der flog so lange hin und her, bis die Erde trocken war.

8 Noach ließ auch eine Taube fliegen, um zu erfahren, ob das Wasser von der Erde abgeflossen war. 9 Sie fand aber keine Stelle, wo sie sich niederlassen konnte; denn die ganze Erde war noch von Wasser bedeckt. Deshalb kehrte sie zur Arche zurück. Noach streckte die Hand aus und holte sie wieder herein.

10 Er wartete noch einmal sieben Tage, dann ließ er die Taube zum zweiten Mal fliegen. 11 Sie kam gegen Abend zurück und hielt einen frischen Ölbaumzweig im Schnabel. Da wusste Noach, dass das Wasser abgeflossen war.

12 Er wartete noch einmal sieben Tage, dann ließ er die Taube zum dritten Mal fliegen. Diesmal kehrte sie nicht mehr zurück.

Noachs Opfer und Gottes Zusage

13 Am ersten Tag des Jahres, in dem Noach sechshundertundein Jahr alt wurde, hatte sich das Wasser verlaufen. Noach öffnete das Dach und hielt Ausschau. Da sah er, dass auf der Erde kein Wasser mehr stand. 14 Am 27. Tag des 2. Monats war die Erde schließlich ganz trocken.

15 Da sagte Gott zu Noach: 16 »Verlass die Arche* mit deiner Frau, deinen Söhnen und deinen Schwiegertöchtern! 17 Lass auch alle Tiere

* Arche 1371 * gerecht, Gerechter 1386 * rein (unrein) 1414 * Sintflut 1420 a Hebräische Maßangabe 15 Ellen * b Wörtlich was den Atem des Lebensgeistes in der Nase hatte. v 7,2 -3 Lev 11,1‑47 v 7,11 Ez 31,4

hinaus, die in der Arche sind, die Vögel, die großen Landtiere und alles, was am Boden kriecht. Es soll wieder von ihnen wimmeln auf der Erde; sie sollen fruchtbar sein und sich vermehren auf der Erde.« a

18 Da ging Noach mit seiner Familie aus der Arche, 19 und auch die Tiere kamen heraus, alle die verschiedenen Arten.

20 Noach baute einen Opferaltar für den Herrn Dann nahm er welche von allen reinen* Tieren und allen reinen Vögeln und opferte sie darauf als Brandopfer* für den Herrn

21 Der Herr roch den besänftigenden Duft des Opfers und sagte zu sich selbst: »Ich will die Erde nicht noch einmal bestrafen, nur weil die Menschen so schlecht sind! Alles, was aus ihrem Herzen kommt, ihr ganzes Denken und Planen, ist nun einmal böse von Jugend auf. Ich will nicht mehr alles Leben auf der Erde vernichten, wie ich es getan habe.

22 Von jetzt an gilt, solange die Erde besteht: Nie werden aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.«

Gottes Friedensbund mit den Menschen und Tieren 9

1 v Gott segnete Noach und seine Söhne und sagte zu ihnen: »Seid fruchtbar, vermehrt euch und füllt die ganze Erde! 2 Alle Tiere werden sich vor euch fürchten müssen: die großen Landtiere, die Vögel, die Tiere, die am Boden kriechen, und die Fische im Meer. Ich gebe sie in eure Gewalt.

3 Ihr dürft von jetzt an Fleisch essen, nicht nur Pflanzenkost; alle Tiere gebe ich euch als Nahrung. 4 v Nur Fleisch, in dem noch Blut* ist, sollt ihr nicht essen; denn im Blut ist das Leben.

5 v Euer eigenes Blut darf auf keinen Fall vergossen werden. Ich wache darüber und fordere Leben für Leben, vom Tier und erst recht vom Menschen. 6 v Wer einen Menschen tötet, muss von Menschenhand sterben; b denn der Mensch ist nach dem Bild Gottes geschaffen. 7 Also seid fruchtbar, vermehrt euch, sodass es von euch wimmelt auf der Erde!«

8 Weiter sagte Gott zu Noach und zu seinen Söhnen: 9 »Ich schließe meinen Bund c mit euch

und mit euren Nachkommen 10 und auch mit allen Tieren, die bei euch in der Arche* waren und künftig mit euch auf der Erde leben, den Vögeln, den Landtieren und allen kriechenden Tieren. 11 Ich gebe euch die feste Zusage: Ich will das Leben nicht ein zweites Mal vernichten. Die Flut soll nicht noch einmal über die Erde hereinbrechen.

12-13 Das ist der Bund, den ich für alle Zeiten mit euch und mit allen lebenden Wesen bei euch schließe. Als Zeichen dafür setze ich meinen Bogen d in die Wolken. Er ist der sichtbare Garant für die Zusage, die ich der Erde mache. 14 Jedes Mal, wenn ich Regenwolken über der Erde zusammenziehe, soll der Bogen in den Wolken erscheinen, 15 und dann will ich an das Versprechen denken, das ich euch und allen lebenden Wesen gegeben habe: Nie wieder soll das Wasser zu einer Flut werden, die alles Leben vernichtet. 16 Der Bogen wird in den Wolken stehen, und wenn ich ihn sehe, wird er mich an den ewigen Bund erinnern, den ich mit allen lebenden Wesen auf der Erde geschlossen habe. 17 Dieser Bogen«, sagte Gott zu Noach, »ist das Zeichen für den Bund, den ich jetzt mit allen lebenden Wesen auf der Erde schließe.«

Scheidung unter Noachs Söhnen

18 Zusammen mit Noach waren seine Söhne Sem, Ham und Jafet aus der Arche* gegangen. Ham war der Vater Kanaans. 19 Die Nachkommen der drei Söhne Noachs haben sich dann über die ganze Erde ausgebreitet.

20 Noach trieb Ackerbau. Er war der Erste, der einen Weinberg anlegte. 21 Als er von dem Wein trank, wurde er betrunken, und in seinem Rausch lag er entblößt in seinem Zelt.

22 Ham, der Vater Kanaans, sah es und ließ seinen Vater nackt daliegen, er ging sogar zu seinen Brüdern und erzählte es ihnen. 23 Da nahmen Sem und Jafet eine Decke, legten sie über ihre Schultern, gingen rückwärts ins Zelt und deckten ihren Vater damit zu. Sie hielten dabei das Gesicht von ihm abgewandt, um ihn nicht nackt zu sehen.

24 Als Noach aus seinem Rausch erwachte und erfuhr, was sein Sohn Ham ihm angetan hatte, 25 sagte er:

»Fluch über Kanaan*!

Er wird seinen Brüdern dienen als der letzte ihrer Knechte.

26 v Gepriesen sei der Herr, der Gott Sems!

* rein (unrein) 1414 * Brandopfer 1376 * Blut 1375 * Arche 1371 * Kanaan(iter) 1398 a Bewusster Anklang an 1,28; ebenso später in 9,1.7; 17,6.20; 28,3; 35,11; 48,4. b von Menschenhand: Zu erwägen ist die Übersetzung (als Ausgleich) für den (getöteten) Menschen. c Das hebräische Wort für Bund (siehe Sacherklärung) kommt in den Versen 8‑17 siebenmal vor. Es hat oft die Bedeutung »Zusage« oder »Versprechen«; das wird durch die variierende Übersetzung verdeutlicht. d Gemeint ist der Bogen als Kriegswaffe, mit der (bildhaft gesehen) Gott im Unwetter die Blitze wie Pfeile auf die Erde schießt. v 9,1-3 1,28‑29 v 9,4 Lev 17,10 14 S; Apg 15,20 v 9,5 Ex 21,28‑29 v 9,6 1,27 v 9,26 Ri 1,28.30.33.35

Er mache Kanaan zu Sems Knecht!

27 Gott schaffe Jafets Leuten weiten Wohnraum, a bis mitten unter die Leute Sems. Er mache Kanaan zu Jafets Knecht!«

28 Nach der großen Flut lebte Noach noch 350 Jahre; 29 er starb im Alter von 950 Jahren.

Völker, die von Noach abstammen (1 Chr 1,5‑23)

101 Hier ist die Liste der Nachkommen Noachs: Noach hatte drei Söhne: Sem, Ham und Jafet. Deren Kinder wurden nach der großen Flut geboren.

2 Jafets Söhne sind: Gomer, Magog, Madai, Jawan, Tubal, b Meschech und Tiras. 3 Von Gomer stammen Aschkenas, Rifat und Togarma, 4 von Jawan Elischa, Tarschisch, die Kittäer und die Rodaniter. c 5 Die Nachkommen Jawans besiedelten die Küstenländer bis zum Rand der Erde. Diese alle wurden zu Völkern, von denen jedes nach Sippen geordnet in seinem Gebiet lebt und seine eigene Sprache hat.

6 Hams Söhne sind: Kusch, Mizrajim, Put und Kanaan. d 7 Von Kusch stammen Seba, Hawila, Sabta, Ragma und Sabtecha; von Ragma stammen Saba* und Dedan*.

8 Kusch zeugte einen Sohn namens Nimrod, der war der Erste, der fremde Völker seiner Herrschaft unterwarf. 9 Er war auch ein kühner Jäger; deshalb sagt man noch heute von jemand: »Er ist ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn wie Nimrod.« 10 Zuerst herrschte er über die Städte Babel, Erech und Akkad, die alle e im Land Schinar* liegen. 11 Von da aus zog er ins Land Assur. Dort baute er die Städte Ninive*, Rehobot-Ir und Kelach 12 sowie Resen, das zwischen Ninive und Kelach liegt. Ninive ist die bekannte große Stadt.

13 Von Mizrajim stammen die Luditer, Anamiter, Lehabiter, Naftuhiter, 14 Patrositer und Kasluhiter sowie die Kaftoriter, von denen die Philister* herkommen. f

15 Kanaans Söhne sind: Sidon, sein Erstgeborener, und Het*, 16 außerdem stammen von ihm die Jebusiter, Amoriter*, Girgaschiter, 17 Hiwiter, Arkiter, Siniter, 18 Arwaditer, Zemariter und Hamatiter. Die Sippen der Kanaaniter breiteten sich so stark aus, 19 dass ihr Gebiet von Sidon südwärts bis nach Gerar und Gaza reichte und ostwärts bis

nach Sodom* und Gomorra, Adma, Zebojim und Lescha.

20 Diese alle sind Nachkommen Hams. Sie wurden zu Völkern, von denen jedes nach Sippen geordnet in seinem Gebiet lebt und seine eigene Sprache hat.

21 Auch Sem, dem ältesten Bruder Jafets, wurden Kinder geboren. Von ihm stammen alle Nachkommen Ebers ab. 22 Sems Söhne sind: Elam*, Assur*, Arpachschad, Lud* und Aram* 23 Von Aram stammen Uz, Hul, Geter und Masch. 24 Arpachschad zeugte Schelach, Schelach zeugte Eber.

25 Eber wurden zwei Söhne geboren. Der eine hieß Peleg (Teilung), denn zu seiner Zeit verteilte sich die Menschheit über die Erde; der andere hieß Joktan. 26 Die Söhne Joktans sind Almodad, Schelef, Hazarmawet, Jerach, 27 Hadoram, Usal, Dikla, 28 Obal, Abimaël, Saba, 29 Ofir*, Hawila und Jobab. Sie alle sind Nachkommen Joktans. 30 Ihr Gebiet reicht von Mescha über Sefar bis an das Gebirge im Osten.

31 Diese alle sind Nachkommen Sems. Sie wurden zu Völkern, von denen jedes nach Sippen geordnet in seinem Gebiet lebt und seine eigene Sprache hat.

32 Alle diese Stämme und Völker sind Nachkommen der Söhne Noachs. Von den Söhnen Noachs stammen sie ab und haben sich nach der großen Flut über die ganze Erde ausgebreitet.

Die Menschheit will es mit Gott aufnehmen (Der babylonische Turm)

111 Die Menschen hatten damals noch alle dieselbe Sprache und gebrauchten dieselben Wörter. 2 Als sie nun von Osten aufbrachen, kamen sie in eine Ebene im Land Schinar* und siedelten sich dort an.

3 Sie sagten zueinander: »Ans Werk! Wir machen Ziegel aus Lehm und brennen sie!« Sie wollten die Ziegel als Bausteine verwenden und Asphalt* als Mörtel.

4 Sie sagten: »Ans Werk! Wir bauen uns eine Stadt mit einem Turm, der bis an den Himmel reicht! Dann wird unser Name in aller Welt berühmt. Dieses Bauwerk wird uns zusammenhalten, sodass wir nicht über die ganze Erde zerstreut werden.«

5 Da kam der Herr vom Himmel herab, um die Stadt und den Turm anzusehen, die sie bauten.

* Saba 1415 * Dedan 1379 * Schinar 1418 * Ninive 1408 * Philister 1411 * Het, Hetiter 1395 * Amoriter 1370 * Sodom (und Gomorra) 1421 * Elam(iter) 1380 * Assur, Assyrien 1372 * Lud 1403 * Aram (Aramäer, -land) 1371 * Ofir 1408 * Asphalt, Asphaltgruben 1372 a Im Hebräischen ein Wortspiel zwischen weiten Raum schaffen und dem Namen Jafet. b Madai = Meder, Jawan = Jonier; Tubal siehe Sacherklärung. c Rodaniter (= Bewohner von Rhodos) mit den alten Übersetzungen und 1 Chr 1,7; H Dodaniter; zu Elischa usw. siehe Sacherklärungen. d Mizrajim = Ägypten, Put = Libyen. Kusch und Kanaan siehe Sacherklärungen. e die alle: vermutlicher Text; H und Kalne. f von denen ...: steht in H hinter Kasluhiter; vgl. jedoch Am 9,7; Jer 47,4.

6 Als er alles gesehen hatte, sagte er: »Wohin wird das noch führen? Sie sind ein einziges Volk und sprechen alle dieselbe Sprache. Wenn sie diesen Bau vollenden, wird ihnen nichts mehr unmöglich sein. Sie werden alles ausführen, was ihnen in den Sinn kommt.«

7 Und dann sagte er: »Ans Werk! Wir steigen hinab und verwirren ihre Sprache, damit niemand mehr den anderen versteht!«

8 So zerstreute der Herr sie über die ganze Erde und sie konnten die Stadt nicht weiterbauen.

9 Darum heißt diese Stadt Babel, a denn dort hat der Herr die Sprache der Menschen verwirrt und von dort aus die Menschheit über die ganze Erde zerstreut.

Die Nachkommen Sems bis zu Abraham (Abram) b (1 Chr 1,24‑27)

10 v Hier ist die Liste der Nachkommen Sems:

Als Sem 100 Jahre alt war, zeugte er Arpachschad. Das war zwei Jahre nach der großen Flut.

11 Danach lebte er noch 500 Jahre und zeugte weitere Söhne und Töchter.

12-25 Als Arpachschad 35 Jahre alt war, zeugte er Schelach und lebte danach noch 403 Jahre.

Als Schelach 30 Jahre alt war, zeugte er Eber und lebte danach noch 403 Jahre.

Als Eber 34 Jahre alt war, zeugte er Peleg und lebte danach noch 430 Jahre.

Als Peleg 30 Jahre alt war, zeugte er Regu und lebte danach noch 209 Jahre.

Als Regu 32 Jahre alt war, zeugte er Serug und lebte danach noch 207 Jahre.

Als Serug 30 Jahre alt war, zeugte er Nahor und lebte danach noch 200 Jahre.

Als Nahor 29 Jahre alt war, zeugte er Terach und lebte danach noch 119 Jahre.

Sie alle zeugten nach ihrem Erstgeborenen noch weitere Söhne und Töchter.

26 Als Terach 70 Jahre alt war, zeugte er Abram, Nahor und Haran.

27 Hier ist die Liste der Nachkommen Terachs: Seine Söhne waren Abram, Nahor und Haran. Haran zeugte Lot; 28 er starb noch vor seinem Vater Terach in seiner Heimatstadt Ur in Chaldäa. c

29 Abram heiratete Sarai und Nahor heiratete

Milka, die Tochter Harans und Schwester Jiskas.

30 v Sarai aber bekam keine Kinder.

31 Terach brach aus Ur in Chaldäa auf, um ins Land Kanaan* zu ziehen. Er nahm seinen Sohn Abram, seinen Enkel Lot und seine Schwiegertochter Sarai mit. Sie kamen bis nach Haran und siedelten sich dort an. 32 Terach wurde 205 Jahre alt; er starb in Haran.

DIE VÄTER UND MÜTTER ISRAELS

VON ABRAHAM BIS JAKOB (12–36)

Gott beruft Abraham (Abram) d

1 v Da sagte der Herr zu Abram: »Verlass deine Heimat, deine Sippe und die Familie deines Vaters und zieh in das Land, das ich dir zeigen werde!

2 v Ich will dich segnen und dich zum Stammvater eines mächtigen Volkes machen. Dein Name soll in aller Welt berühmt sein. An dir soll sichtbar werden, was es bedeutet, wenn ich jemand segne.

3 v Alle, die dir und deinen Nachkommen Gutes wünschen, haben auch von mir Gutes zu erwarten. Aber wenn jemand euch Böses wünscht, bringe ich Unglück über ihn. Alle Völker der Erde werden Glück und Segen erlangen, wenn sie dir und deinen Nachkommen wohlgesinnt sind.« e

4 Abram folgte dem Befehl des Herrn und brach auf, und Lot ging mit ihm. Abram war 75 Jahre alt, als er seine Heimatstadt Haran verließ.

5 Seine Frau Sarai und Lot, der Sohn seines Bruders, begleiteten ihn. Sie nahmen ihren ganzen Besitz mit, auch die Menschen, die sie in Haran in Dienst genommen hatten. f So zogen sie in das Land Kanaan*, 6 in dem damals noch das Volk der Kanaaniter wohnte. Sie durchquerten das Land bis zu dem heiligen Baum g bei Sichem.

7 v Dort erschien dem Abram der Herr und sagte zu ihm: »Deinen Nachkommen will ich dieses Land geben!« Da baute Abram dem Herrn einen Altar* an der Stelle, wo er ihm erschienen war.

8 Von dort aus zog er in das Bergland östlich von Bet-El. Seine Zelte standen zwischen Bet-El im Westen und Ai im Osten. Auch dort baute er einen Altar und rief im Gebet den Namen* des Herrn an.

* Kanaan(iter) 1398 * Altar 1370 * Name (von Gott, von Jesus) 1406 a Babel wird hier durch einen Anklang an das hebräische Wort für »verwirren« gedeutet; im Akkadischen bedeutet der Name »Tor Gottes«. b Zu den Namensformen siehe Anmerkung zu 17,5. c Wörtlich Ur der Chaldäer; ebenso in Vers 31 (siehe Sacherklärung »Chaldäa«). d Zu den Namensformen siehe Anmerkung zu 17,5. e Alle Völker ...: Andere Übersetzungsmöglichkeit Alle Völker der Erde werden sich wünschen, so gesegnet zu werden, wie ich dich gesegnet habe; vgl. 22,18; 26,4. G entspricht der jüdischen Auslegung, der auch Paulus (Gal 3,8) folgt: Durch dich wird Gott alle Völker auf der Erde segnen. f die Menschen ...: wörtlich die Seelen (= Lebendigen), die sie in Haran erworben hatten; vgl. Sacherklärung »Sklave«. g Wörtlich dem Wahrsagebaum (Baum = Terebinthe oder Eiche*). v 11,10 10,21‑22 v 11,30 15,2‑4; 17,15‑19; 21,1‑2 v 12,1 Hebr 11,8; Weish 10,5; Sir 44,19‑21 v 12,2 13,16; 15,5; 17,4‑6; 22,17;  Hebr 11,12 v 12,3 18,18; 28,14 v 12,7 (Land) 13,15; 15,18‑20; 17,8; 28,13; Dtn 34,4; Ps 105,11; (Altar) Gen 35,7; Ex 17,15;  Ri 6,24

9 Dann zog er von Lagerplatz zu Lagerplatz immer weiter nach Süden.

Abraham (Abram) und Sara (Sarai) a in Ägypten bewahrt

10 v Damals brach im Land Kanaan* eine schwere Hungersnot aus. Darum suchte Abram Zuflucht in Ägypten. 11 Als er an die ägyptische Grenze kam, sagte er zu Sarai: »Ich weiß, dass du eine schöne Frau bist. 12 Wenn die Ägypter dich sehen, werden sie sagen: ›Das ist seine Frau‹, und sie werden mich totschlagen, um dich zu bekommen. 13 Sag deshalb, du seist meine Schwester, dann werden sie mich deinetwegen gut behandeln und am Leben lassen.«

14 In Ägypten traf ein, was Abram vorausgesehen hatte. Überall fiel Sarai durch ihre Schönheit auf. 15 Die Hofleute priesen sie dem Pharao in den höchsten Tönen, und er ließ sie in seinen Palast holen. 16 Ihr zuliebe war er freundlich zu Abram und schenkte ihm Schafe und Ziegen, Rinder, Esel und Kamele, Sklaven und Sklavinnen.

17 Doch weil der Pharao sich die Frau Abrams genommen hatte, bestrafte der Herr ihn mit einer schweren Krankheit, ihn und alle andern in seinem Palast. 18 Da ließ der Pharao Abram rufen und sagte zu ihm: »Warum hast du mir das angetan? Du hättest mir doch sagen können, dass sie deine Frau ist! 19 Aber du hast sie für deine Schwester ausgegeben, nur deshalb habe ich sie mir zur Frau genommen. Nun, sie gehört dir; nimm sie und geh!«

20 Der Pharao bestellte eine Abteilung Soldaten und ließ Abram mit seiner Frau und seinem ganzen Besitz über die Grenze bringen.

Abraham (Abram) b und Lot trennen sich

1 Abram kehrte mit seiner Frau und seinem ganzen Besitz an Tieren und Menschen in den südlichsten Teil des Landes Kanaan* zurück. Auch sein Neffe Lot begleitete ihn.

3 c Von dort zog er von Lagerplatz zu Lagerplatz bis zu der Stelle zwischen Bet-El und Ai, wo er zuerst seine Zelte aufgeschlagen hatte. 4 Das war auch der Ort, an dem er den Altar gebaut hatte. Dort rief er im Gebet den Namen* des Herrn an.

2 Abram war sehr reich. Er besaß große Viehherden und viel Silber und Gold. 5 Auch Lot, der mit ihm zog, hatte viele Schafe, Ziegen und Rinder

und viele Zelte, in denen seine Hirten mit ihren Familien lebten. d 6 Das Weideland reichte nicht aus für die Viehherden der beiden; sie konnten auf die Dauer nicht zusammenbleiben. 7 Es gab immer Streit zwischen den Hirten Abrams und den Hirten Lots. Außerdem wohnten damals noch die Kanaaniter und die Perisiter im Land.

8 Da sagte Abram zu seinem Neffen: »Es soll doch kein Streit zwischen uns sein, auch nicht zwischen unseren Hirten. Wir sind doch Brüder! 9 Das Beste ist, wir trennen uns. Das ganze Land steht dir offen: Du kannst nach Norden gehen, dann gehe ich nach Süden; du kannst auch nach Süden gehen, dann gehe ich nach Norden.«

10 Lot schaute sich nach allen Seiten um. Er sah, dass es in der Jordanebene reichlich Wasser gab. Bevor der Herr Sodom* und Gomorra zerstörte, war es dort wie im Garten Gottes oder wie am Nil in Ägypten – bis hinab nach Zoar. 11 Deshalb entschied sich Lot für die Jordangegend und zog nach Osten.

So trennten sich die beiden: 12 Abram blieb im Land Kanaan, Lot ging ins Gebiet der Jordanstädte und kam im Lauf der Zeit mit seinen Zelten bis nach Sodom. 13 v Die Bewohner Sodoms aber führten ein schändliches Leben, das dem Herrn missfiel.

14 Nachdem Lot sich von Abram getrennt hatte, sagte der Herr zu Abram: »Sieh dich von hier aus nach allen Seiten um, nach Norden, nach Süden, nach Osten und nach Westen! 15 v Das ganze Land, das du siehst, will ich für immer dir und deinen Nachkommen geben. 16 v Und ich werde deine Nachkommen so zahlreich machen wie den Staub auf der Erde, den niemand zählen kann. 17 Durchzieh das Land nach allen Richtungen; dir und keinem anderen gebe ich es.«

18 Abram zog mit seinen Zelten weiter und nahm seinen Wohnsitz in Hebron, bei den Eichen* von Mamre. e Dort baute er einen Altar für den Herrn.

Abraham (Abram) f rettet Lot

1-2 Um diese Zeit brach im Land Kanaan* ein Krieg aus. Vier Großkönige – Amrafel von Schinar*, Arjoch von Ellasar, Kedor-Laomer von Elam* sowie Tidal, der König vieler Völker –zogen ins Feld gegen die fünf Stadtkönige Bera von Sodom*, Birscha von Gomorra, Schinab von Adma, Schemeber von Zebojim* und den König

* Kanaan(iter) 1398 * Name (von Gott, von Jesus) 1406 * Sodom (und Gomorra) 1421 * Eiche 1380 * Schinar 1418 * Elam(iter) 1380 * Zebojim 1430 a Zu den Namensformen siehe 17,5 und 17,15. b Zu den Namensformen siehe Anmerkung zu 17,5. c Die Verse 3 und 4 sind des besseren Zusammenhangs wegen vor Vers 2 gestellt. d in denen ...: verdeutlichender Zusatz. e Bei Mamre handelt es sich um einen o rtsnamen, nur in 14,13 um einen Personennamen. f Zu den Namensformen siehe Anmerkung zu 17,5. v 12,10 - 20 20,1‑18; 26,1‑11 v 13,13 18,20 S v 13,15 12,7 S v 13,16 12,2 S

von Bela, das jetzt Zoar heißt. 3 Diese fünf hatten sich zusammengeschlossen und waren mit ihren Truppen in das Siddimtal gezogen, wo heute das Tote Meer ist. 4 Zwölf Jahre lang hatten sie unter der Oberherrschaft Kedor-Laomers gestanden, im dreizehnten waren sie von ihm abgefallen.

5 Jetzt im vierzehnten Jahr rückten Kedor-Laomer und die mit ihm verbündeten Großkönige heran. Zuerst besiegten sie die Rafaïter in Aschterot-Karnajim, die Susiter in Ham, die Emiter in der Ebene von Kirjatajim 6 und die Horiter in ihrem ganzen Gebiet vom Bergland Seïr* bis hinunter nach El-Paran am Rand der Wüste. 7 Von dort wandten sie sich nordwärts nach En- Mischpat, das jetzt Kadesch heißt, und verwüsteten das ganze Gebiet der Amalekiter* und die von Amoritern* besiedelte Gegend von Hazezon-Tamar.

8 Im Siddimtal stellten sich ihnen die abgefallenen Stadtkönige entgegen; 9 mit vier Großkönigen mussten es die fünf kleinen Stadtkönige aufnehmen.

10 Nun ist das Siddimtal voll von Asphaltgruben* In diese Gruben fielen die Könige von Sodom und Gomorra, als sie sich zur Flucht wandten; die anderen Stadtkönige flohen auf das Gebirge. 11 Die Großkönige plünderten Sodom und Gomorra und nahmen alle Lebensmittelvorräte mit und alles, was wertvoll war. 12 Auch Abrams Neffen Lot, der damals in Sodom wohnte, schleppten sie mit, dazu seinen ganzen Besitz.

13 Einer von denen, die sich retten konnten, kam zu dem Hebräer* Abram und berichtete ihm alles. Abram wohnte damals bei den Eichen* des Amoriters Mamre, der war ein Bruder von Eschkol und Aner; alle drei waren mit Abram verbündet. 14 Als Abram hörte, dass sein Neffe in Gefangenschaft geraten war, rief er seine kampferprobten Leute zusammen, 318 zuverlässige Männer, die alle in seinen Zelten geboren worden waren. Mit ihnen jagte er hinter den siegreichen Königen her.

In der Gegend von Dan holte er sie ein. 15 Er teilte seine Männer in zwei Gruppen, überfiel die vier Könige bei Nacht, schlug sie in die Flucht und verfolgte sie bis nach Hoba nördlich von Damaskus.

16 Er nahm ihnen die ganze Beute ab und befreite seinen Neffen Lot samt den verschleppten Frauen und den übrigen Gefangenen.

Die Begegnung mit Melchisedek

17 Als Abram nach seinem Sieg über Kedor-Laomer und die anderen Großkönige heimkehrte, zog ihm der König von Sodom* entgegen ins Schawetal, das jetzt Königstal heißt.

18 v Auch Melchisedek, der König von Salem, a kam dorthin und brachte Brot und Wein. Melchisedek diente dem höchsten Gott als Priester* 19 Er segnete Abram und sagte zu ihm: »Glück und Segen schenke dir der höchste Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat! 20 Der höchste Gott sei dafür gepriesen, dass er dir den Sieg über deine Feinde gegeben hat!«

Abram aber gab Melchisedek den zehnten Teil von allem, was er den Königen abgenommen hatte.

21 Der König von Sodom sagte zu Abram: »Gib mir meine Leute zurück, alles andere kannst du behalten!«

22 Aber Abram erwiderte: »Ich schwöre beim Herrn, dem höchsten Gott, der Himmel und Erde gemacht hat: 23 Ich behalte nichts von dem, was dir gehört, auch nicht einen Faden oder Schuhriemen! Gott ist mein Zeuge! Du sollst nicht sagen können: ›Ich habe Abram reich gemacht.‹ 24 Ich nehme nichts für mich. Nur das nehme ich von dir an, was meine Leute verzehrt haben und was von der Beute auf meine Bundesgenossen Aner, Eschkol und Mamre entfällt. Die sollen ihren Anteil behalten.«

Gottes Bund mit Abraham (Abram) b

1 Einige Zeit danach erging das Wort des Herrn an Abram, und er empfing eine Offenbarung*. Der Herr sagte zu ihm: »Hab keine Angst, Abram, ich bin dein Schutz! Du sollst reich belohnt werden.«

2 »Herr, mein Gott«, erwiderte Abram, »womit willst du mich denn belohnen? Ich sterbe ohne Kinder, und meinen Besitz erbt Eliëser aus Damaskus.« c

3 Weiter sagte Abram: »Sieh doch, du hast mir keine Kinder gegeben, und mein eigener Sklave* wird mich beerben!«

4 Da erging an Abram das Wort des Herrn: »Nein, nicht Eliëser wird dich beerben! Du wirst einen Sohn bekommen; der soll dein Erbe sein.«

5 v Und der Herr führte Abram aus dem Zelt und sagte: »Sieh hinauf zu den Sternen am Himmel!

* Seïr 1419 * Amalek(iter) 1370 * Amoriter 1370 * Asphalt, Asphaltgruben 1372 * Hebräer 1391 * Eiche 1380 * Sodom (und Gomorra) 1421 * Priester, Priesterdienst, Priestertum 1412 * offenbaren, Offenbarung 1408 * Sklave, Sklavin 1420 a Wahrscheinlich = Jerusalem. b Zu den Namensformen siehe Anmerkung zu 17,5. c und meinen Besitz ...: H enthält ein nicht deutbares Wort: und der MESCHEK-Sohn meines Hauses, das ist Damaskus Eliëser. v 14,18 - 20 Ps 110,4; Hebr 7,1‑10 v 15,5 12,2 S; Röm 4,18

Kannst du sie zählen? So unzählbar werden deine Nachkommen sein.«

6 v Abram glaubte der Zusage des Herrn, und der Herr rechnete ihm dies als Beweis der Treue an. a

7 Weiter sagte der Herr zu Abram: »Ich bin es, der dich aus Ur in Chaldäa b geführt hat, um dir dieses Land zu geben, ich, der Herr!«

8 »Herr, mein Gott«, erwiderte Abram, »kann ich denn sicher sein, dass ich es je besitzen werde? Gib mir doch eine Bestätigung dafür!«

9 Der Herr sagte: »Bring mir eine dreijährige Kuh, eine dreijährige Ziege, einen dreijährigen Schafbock, eine Turteltaube und eine junge Taube!«

10 Abram holte die Tiere, zerteilte jedes der Länge nach in zwei Hälften und legte die Teile einander gegenüber; nur die Vögel zerteilte er nicht. c 11 Raubvögel fielen über die Stücke her, aber Abram verscheuchte sie.

12 Als die Sonne unterging, fiel Abram in einen tiefen Schlaf, und eine unheimliche, erdrückende Angst legte sich auf ihn. 13 v Der Herr sagte zu ihm: »Du sollst jetzt erfahren, wie es deinen Nachkommen ergehen wird. Sie werden als Fremde in einem Land leben, das ihnen nicht gehört. Man wird sie unterdrücken und zu Sklavendiensten zwingen. Das dauert vierhundert Jahre. 14 v Dann werde ich über das Volk, dem sie dienen müssen, ein Strafgericht halten, und sie werden von dort mit reichem Besitz wegziehen. 15 Du selbst wirst ein hohes Alter erreichen und dann in Frieden sterben und begraben werden. 16 Erst die vierte Generation wird hierher zurückkehren; denn die Schuld der Amoriter*, die jetzt dieses Land bewohnen, hat ihr volles Maß noch nicht erreicht.«

17 Als die Sonne untergegangen und es ganz dunkel geworden war, sah Abram auf einmal einen rauchenden Schmelzofen* und eine brennende Fackel, die fuhren zwischen den zerteilten Tieren hindurch. 18 v Auf diese Weise schloss der Herr damals mit Abram einen Bund* und gab ihm die Zusage: »Deinen Nachkommen gebe ich dieses Land, von der Grenze* Ägyptens bis an den Eufrat, 19 das ganze Gebiet, in dem jetzt noch andere Völker wohnen: die Keniter*, die Kenasiter

und Kadmoniter, 20 die Hetiter*, Perisiter und Rafaïter, 21 die Amoriter, Kanaaniter*, Girgaschiter und Jebusiter.«

Sara (Sarai) d will Gott nachhelfen:

Hagar und Ismaël

161 v Abrams Frau Sarai blieb kinderlos. Sie hatte aber eine ägyptische Sklavin* namens Hagar. 2 So sagte sie zu ihrem Mann: »Du siehst, der Herr hat mir keine Kinder geschenkt. Aber vielleicht kann ich durch meine Sklavin zu einem Sohn kommen. e Ich überlasse sie dir.«

Abram war einverstanden, 3 und Sarai gab ihm die ägyptische Sklavin zur Frau. Er lebte damals schon zehn Jahre im Land Kanaan*.

4 v Abram schlief mit Hagar und sie wurde schwanger. Als sie merkte, dass sie ein Kind bekommen würde, begann sie auf ihre Herrin herabzusehen. 5 Da sagte Sarai zu ihrem Mann: »Mir geschieht Unrecht, und du trägst dafür die Verantwortung! Ich habe dir meine Sklavin überlassen. Seit sie weiß, dass sie ein Kind bekommt, verachtet sie mich. Ich rufe den Herrn als Richter an!«

6 Abram erwiderte: »Sie ist deine Sklavin. Mach mit ihr, was du für richtig hältst!«

Sarai ließ daraufhin Hagar die niedrigsten Arbeiten verrichten; da lief sie davon.

7 In der Wüste rastete Hagar bei dem Brunnen, der am Weg nach Schur liegt. Da kam der Engel* des Herrn zu ihr 8 und fragte sie: »Hagar, Sklavin Sarais! Woher kommst du? Wohin gehst du?«

»Ich bin meiner Herrin davongelaufen«, antwortete sie.

9 Da sagte der Engel: »Geh zu deiner Herrin zurück und ordne dich ihr unter! 10 Der Herr wird dir so viele Nachkommen geben, dass sie nicht zu zählen sind. 11 Du wirst einen Sohn gebären und ihn Ismaël (Gott hat gehört) nennen; denn der Herr hat deinen Hilferuf gehört. 12 Ein Mensch wie ein Wildesel wird er sein, im Streit mit allen und von allen bekämpft; seinen Brüdern setzt er sich vors Gesicht.« f

13 Hagar rief: »Habe ich wirklich den gesehen, der mich anschaut?« Und sie gab dem Herrn, der mit ihr gesprochen hatte, den Namen »Du bist der Gott, der mich anschaut«. g 14 Darum nennt man

* Amoriter 1370 * Schmelzofen 1419 * Bund 1377 * Grenze, ägyptische 1390 * Keniter 1399 * Het, Hetiter 1395 * Kanaan(iter) 1398 * Sklave, Sklavin 1420 * Engel 1380 a Wörtlich und er rechnete es ihm als Gerechtigkeit * an (so verstanden und zitiert von Paulus; siehe Vergleichsstellen). Wird er auf Abram bezogen, so ergibt sich der Sinn: und Abram sah darin (in der Zusage) einen Beweis der Treue des Herrn b Siehe Anmerkung zu 11,28. c Dies ist die Vorbereitung einer Schwurhandlung (vgl. Jer 34,18‑20): Der Schwörende – nach Vers 17 Gott – schreitet zwischen den Teilen hindurch und will im Fall eines Meineids das gleiche Schicksal erleiden wie die Tiere. d Zu den Namensformen siehe Anmerkung zu 17,15. e Das Kind der persönlichen Sklavin galt rechtlich als eigenes Kind. f Gemeint ist, dass diese Wüstenstämme durch ihre strategisch äußerst günstige Position für ihre Nachbarn eine ständige Provokation sind. Sie können ihnen »auf der Nase herumtanzen«. g Der Name ist nicht sicher zu deuten. In der Bezeichnung der mich anschaut ist die helfende Zuwendung mit eingeschlossen.

v 15,6 Röm 4,3 S v 15,13 Ex 1,11‑14 v 15,14 Ex 3,21‑22; 12,29‑30.35‑36 v 15,18 12,7 S v 16,1-3 30,3‑5 v 16,4 - 6 Spr 30,23

jenen Brunnen Beer-Lahai-Roi (Brunnen des Lebendigen, der mich anschaut). Er liegt zwischen Kadesch und Bered.

15 Hagar gebar Abram einen Sohn, und Abram nannte ihn Ismaël. 16 Abram war damals 86 Jahre alt.

Gottes Bund mit Abraham (Abram) und das Bundeszeichen der Beschneidung

1 v Als Abram 99 Jahre alt war, erschien ihm der Herr und sagte zu ihm: »Ich bin Gott, der Gewaltige*. Führe dein Leben in enger Verbindung mit mir und halte dich ganz an mich! 2 Ich schließe mit dir einen Bund* und mache dir die feste Zusage: Ich will dir unermesslich viele Nachkommen geben.«

3 Abram warf sich vor Gott nieder, und Gott sagte weiter zu ihm: 4 v »Ich verbürge mich dafür: Du wirst zum Vater vieler Völker werden.

5 v Deshalb sollst du nicht mehr Abram heißen, sondern Abraham; a denn ich habe dich zum ›Vater vieler Völker‹ bestimmt. 6 Ich werde dich überaus fruchtbar machen. b Du wirst so viele Nachkommen haben, dass sie zu ganzen Völkern werden, und sogar Könige sollen von dir abstammen.

7 Meine Zusage gilt dir und deinen Nachkommen in jeder Generation; sie ist unumstößlich für alle Zeiten: Ich bin euer Gott 8 v und werde euch das ganze Land Kanaan* geben, in dem du jetzt als Fremder lebst. Für immer soll es deinen Nachkommen gehören, und ich werde ihr Gott sein.«

9-10 v Weiter sagte Gott: »Mein Bund mit dir und deinen Nachkommen legt euch eine Verpflichtung auf, die ihr erfüllen müsst, in jeder kommenden Generation: Jeder von euch, der männlichen Geschlechts ist, muss beschnitten werden. 11 Ihr müsst bei allen die Vorhaut am Geschlechtsteil entfernen. Dies soll das Zeichen dafür sein, dass ich meinen Bund mit euch geschlossen habe.

12 An jedem männlichen Neugeborenen muss am achten Tag diese Beschneidung* vollzogen werden. Das gilt auch für die Sklaven*, die bei euch geboren werden oder die ihr von Fremden kauft; 13 auch sie müssen unbedingt beschnitten werden. Ihr alle sollt das Zeichen meines Bundes an eurem Körper tragen. Das ist eine Bestimmung für alle Zeiten, so gewiss mein Bund für alle Zeiten gilt. c 14 Wer von euch nicht beschnitten ist, hat sein Leben verwirkt und muss aus dem Volk

ausgestoßen werden, denn er hat meinen Bund gebrochen.«

15 Dann sagte Gott zu Abraham: »Deine Frau Sarai sollst du von jetzt an Sara d nennen. 16 Ich will sie segnen und dir auch durch sie einen Sohn schenken. Ich segne sie so, dass sie die Mutter ganzer Völker wird, sogar Könige werden von ihr abstammen.«

17 Abraham warf sich vor Gott nieder, aber er lachte in sich hinein und dachte bei sich: »Ich bin hundert Jahre alt, da soll mir noch ein Sohn geboren werden? Und Sara ist neunzig, da soll sie noch ein Kind zur Welt bringen?« 18 Er sagte zu Gott: »Wenn nur Ismaël am Leben bleibt! Lass doch deine Zusage für ihn gelten!«

19 Aber Gott sagte: »Nein! Deine Frau Sara wird dir einen Sohn gebären, den sollst du Isaak nennen. Ihm und seinen Nachkommen gilt meine Zusage für alle Zeiten. 20 v Doch auch deine Bitte für Ismaël will ich erfüllen: Ich werde ihn segnen und fruchtbar machen und ihm sehr viele Nachkommen geben. Zwölf Fürsten wird er zeugen, und ich lasse ihn zum Vater eines großen Volkes werden.

21 Aber meinen Bund mache ich mit Isaak, den dir Sara gebären wird. Nächstes Jahr, genau um diese Zeit, wird es so weit sein.«

22 Als Gott ausgeredet hatte, fuhr er von Abraham in den Himmel empor.

23 Noch am gleichen Tag beschnitt Abraham seinen Sohn Ismaël und alle seine Sklaven, die bei ihm geboren oder bei Fremden gekauft worden waren, genau wie Gott es angeordnet hatte. 24 Auch Abraham selbst ließ sich beschneiden. Er war damals 99 Jahre alt, 25 und sein Sohn Ismaël war 13, als er beschnitten wurde. 26 Vater und Sohn wurden am gleichen Tag beschnitten, 27 zusammen mit allen anderen Männern, die zu Abrahams Haushalt gehörten.

Gott kündigt Abraham und Sara einen Sohn an

181 Abraham wohnte bei den Eichen* von Mamre. Dort erschien ihm der Herr

Abraham saß gerade in der Mittagshitze am Eingang seines Zeltes. 2 v Als er aufblickte, sah er wenige Schritte vor sich drei Männer stehen. Sofort sprang er auf, warf sich vor ihnen nieder 3 und sagte: »Mein Herr, wenn ich Gnade vor dir gefunden habe, dann geh nicht hier vorüber. Ich

* Gewaltiger 1388 * Bund 1377 * Kanaan(iter) 1398 * Beschneidung, beschneiden, beschnitten 1375 * Sklave, Sklavin 1420 * Eiche 1380 a Die beiden Namensformen können gedeutet werden als »Der Vater (d. h. Gott) ist groß« und »Vater einer großen Menge«. b Siehe Anmerkung zu 8,17. c Ihr alle sollt ...: wörtlich Mein Bund soll an eurem Körper sein als ein immerwährender Bund. d Die erste Namensform bedeutet »meine Fürstin«, die zweite einfach »Fürstin« (als Mutter der »Könige« in Vers 16).

v 17,1 Ex 6,2 3 S v 17,4 12,2 S v 17,5 Röm 4,17 v 17,8 12,7 S v 17,9 -14 Ex 4,24‑26; Dtn 10,16; Jer 4,4; Röm 4,11 S v 17,20 25,12‑18 v 18,2 Hebr 13,2

stehe dir zu Diensten! 4 Man wird euch sogleich Wasser bringen. Ihr könnt euch die Füße waschen und es euch unter dem Baum bequem machen. 5 Ich will inzwischen eine kleine Erfrischung holen, damit ihr euch stärken und dann euren Weg fortsetzen könnt. Wozu sonst seid ihr bei eurem Diener vorbeigekommen?«

»Es ist gut«, sagten die Männer. »Tu, was du vorhast!«

6 Abraham lief sogleich ins Zelt und sagte zu Sara: »Schnell, nimm drei Backschüsseln a von deinem feinsten Mehl, mach einen Teig und backe Fladenbrot*!« 7 Dann lief er zum Vieh, suchte ein schönes, gesundes Kalb aus und befahl dem Knecht, es zuzubereiten. 8 Er holte süße und saure Milch, nahm das gekochte Fleisch und trug alles hinaus unter den Baum. Mit eigener Hand bediente er seine Gäste und stand dabei, während sie aßen.

9 Nach dem Mahl fragten die Männer Abraham: »Wo ist deine Frau Sara?«

»Drinnen im Zelt«, antwortete er.

10 v Da sagte der Herr: »Nächstes Jahr um diese Zeit komme ich wieder zu dir, dann wird deine Frau einen Sohn haben.«

Sara stand im Rücken Abrahams am Zelteingang und horchte. 11 v Die beiden waren damals schon alt, und Sara war schon lange über die Wechseljahre hinaus. 12 Sie lachte in sich hinein und dachte: »Jetzt, wo ich alt und verwelkt bin, soll ich noch ein Kind empfangen? Und mein Mann ist auch viel zu alt!«

13 Da sagte der Herr zu Abraham: »Warum hat Sara gelacht? Warum zweifelt sie daran, dass sie noch ein Kind gebären wird? 14 v Ist für den Herrn irgendetwas unmöglich? Nächstes Jahr um die verabredete Zeit komme ich wieder, dann hat Sara einen Sohn.«

15 v »Ich habe doch nicht gelacht«, leugnete Sara. Sie hatte Angst bekommen. Aber der Herr sagte: »Doch, du hast gelacht!«

Abraham bittet für Sodom

16 Die Männer machten sich auf den Weg und Abraham begleitete sie ein Stück weit. Als sie an eine Stelle kamen, von der aus die Stadt Sodom* zu sehen war, 17 dachte der Herr: »Soll ich wirklich vor Abraham verheimlichen, was ich mit Sodom vorhabe? 18 v Ich habe ihm doch zugesagt, er soll der Vater eines großen und mächtigen Volkes werden;

und am Verhalten zu ihm und seinen Nachkommen wird sich für alle Völker der Erde Glück und Segen entscheiden. b 19 Ich habe ihn ausgewählt, damit er seine Söhne und seine weiteren Nachkommen dazu anhält, meinen Geboten zu folgen; er soll sie lehren, zu tun, was recht ist, sodass ich meine Zusage an ihn einlösen kann.«

20 v Darum sagte der Herr zu Abraham: »Über die Leute von Sodom und Gomorra sind schwere Klagen zu mir gedrungen. Ihre Schuld schreit zum Himmel. 21 Deshalb will ich jetzt hingehen und mit eigenen Augen sehen, ob das wahr ist, was ich gehört habe. Ich will wissen, ob sie es wirklich so schlimm treiben.«

22 Zwei der Männer gingen in Richtung Sodom, während der Herr bei Abraham zurückblieb. c

23 Abraham trat an ihn heran und sagte: »Willst du wirklich Schuldige und Schuldlose ohne Unterschied vernichten? 24 Vielleicht gibt es in Sodom fünfzig Leute, die kein Unrecht getan haben. Willst du sie auch umkommen lassen und nicht lieber die ganze Stadt verschonen wegen der fünfzig? 25 Du kannst doch nicht die Unschuldigen zusammen mit den Schuldigen töten und die einen genauso behandeln wie die andern? Du bist der oberste Richter der ganzen Erde, darum darfst du nicht selbst gegen das Recht verstoßen!«

26 Der Herr sagte: »Wenn ich in Sodom fünfzig Unschuldige finde, will ich ihretwegen die ganze Stadt verschonen.«

27 Abraham wandte sich noch einmal an den Herrn: »Ich habe es gewagt, dir dreinzureden, Herr, obwohl ich Staub und Asche bin. 28 Vielleicht gibt es wenigstens fünfundvierzig, die nicht schuldig geworden sind. Willst du dann wegen der fehlenden fünf die ganze Stadt vernichten?«

Der Herr antwortete: »Ich verschone sie, wenn ich fünfundvierzig finde.«

29 Abraham gab sich noch nicht zufrieden. »Und wenn es nur vierzig sind?«, fragte er.

Der Herr erwiderte: »Dann verschone ich sie wegen der vierzig.«

30 »Bitte, Herr«, sagte Abraham, »werde nicht zornig über mich, wenn ich noch weitergehe. Vielleicht sind es nur dreißig.«

»Dann verschone ich sie wegen der dreißig.«

31 Noch einmal fing Abraham an: »Ich habe es nun einmal gewagt, dir dreinzureden, Herr! Vielleicht sind es nur zwanzig.«

»Ich verschone sie auch wegen zwanzig.«

* Fladenbrot 1383 * Sodom (und Gomorra) 1421 a Hebräische Maßangabe 3 Sea (= 1 Efa* = ca. 12 kg). b Vgl. 12,3 und die Anmerkung dazu. c Ursprünglicher Text: während der Herr vor Abraham stehen blieb. H hat: während Abraham vor dem Herrn stehen blieb – eine bewusste Änderung der Abschreiber, die den ursprünglichen Wortlaut als anstößig empfanden.

v 18,10 21,1‑2; Röm 9,9 v 18,11-13 25,21 S; Röm 4,19‑21 v 18,14 (nichts unmöglich) Ijob 42,2 S v 18,15 21,6 v 18,18 12,2 S; 12,3 S v 18,20 19,5‑9; Dtn 32,32; Jes 1,10; 3,9; Jer 23,14; Klgl 4,6; Ez 16,48‑50; Sir 16,8; Jud 7;  o ffb 11,8

32 v »Nur noch ein einziges Mal lass mich reden, Herr«, sagte Abraham; »werde nicht zornig! Vielleicht sind es auch nur zehn.«

Und der Herr sagte: »Ich verschone sie auch wegen zehn.«

33 Damit brach der Herr das Gespräch ab. Er ging weiter und Abraham kehrte heim.

Die Verdorbenheit der Männer von Sodom

1 Es war schon gegen Abend, als die beiden Engel* nach Sodom* kamen. Lot saß gerade beim Tor der Stadt.

Als er sie kommen sah, ging er ihnen entgegen, warf sich vor ihnen nieder, das Gesicht zur Erde, 2 und sagte: »Ich bin euer Diener, mein Haus steht euch offen! Ihr könnt eure Füße waschen und bei mir übernachten. Und morgen früh könnt ihr weiterziehen.«

»Nein, nein«, sagten die beiden, »wir wollen hier auf dem Platz übernachten.« 3 Aber Lot redete ihnen so lange zu, bis sie mit ihm ins Haus kamen. Er ließ ein Mahl für sie bereiten und ungesäuertes Brot* backen, und sie aßen.

4 Die beiden wollten sich eben schlafen legen, da kamen die Männer von Sodom, alle miteinander, alte und junge, und umstellten das Haus. 5 v »Lot, Lot«, riefen sie, »wo sind die Männer, die heute Abend zu dir gekommen sind? Gib sie heraus, wir wollen mit ihnen Verkehr haben!«

6 Lot trat zu ihnen vor das Haus, die Tür schloss er hinter sich zu. 7 »Meine Brüder«, rief er, »begeht doch nicht ein solches Verbrechen! 8 Ich habe zwei Töchter, die noch kein Mann berührt hat. Ich will sie zu euch herausbringen; macht mit ihnen, was ihr wollt. Aber diese beiden Männer behelligt mir nicht; sie sind meine Gäste und stehen unter meinem Schutz.«

9 Sie aber schrien: »Mach, dass du wegkommst! Du bist ein Fremder und willst uns Vorschriften machen? Wir werden dir noch ganz anders mitspielen als denen!«

Sie fielen über Lot her und versuchten, die Tür aufzubrechen. 10 Da zogen die beiden Männer Lot ins Haus und verschlossen die Tür. 11 v Sie schlugen die Leute draußen allesamt mit Blindheit, sodass sie die Tür nicht mehr finden konnten.

Lot und seine

Töchter werden gerettet

12 Darauf sagten die beiden zu Lot: »Hast du vielleicht noch andere Verwandte hier, einen Schwiegersohn, Söhne und Töchter oder sonst

wen? Nimm deine ganze Familie und führe sie von hier weg! 13 Wir müssen diese Stadt vernichten, dazu hat der Herr uns hergeschickt. Denn es sind schwere Klagen über ihre Bewohner vor ihn gekommen.«

14 Da ging Lot zu den Verlobten seiner Töchter und sagte zu ihnen: »Rettet euch, verlasst diese Stadt; denn der Herr wird sie vernichten.« Aber sie dachten, er wolle sie zum Besten halten.

15 Als die Morgenröte kam, drängten die Engel* Lot zur Eile: »Schnell, nimm deine Frau und deine beiden Töchter, sonst trifft die Strafe für diese Stadt euch mit!« 16 Während Lot noch überlegte, ergriffen sie ihn, seine Frau und seine Töchter bei der Hand, führten sie aus der Stadt hinaus und ließen sie erst draußen vor dem Tor wieder los. Denn der Herr wollte Lot und die Seinen retten.

17 Als alle auf dem freien Feld waren, sagte der Herr: a »Lauft jetzt, so schnell ihr könnt! Es geht um euer Leben! Bleibt nicht stehen und schaut nicht zurück! Rettet euch auf die Berge, sonst seid ihr verloren!«

18 »Ach, Herr«, sagte Lot, 19 »erlaube mir eine Bitte! Du bist so freundlich zu mir gewesen und hast mir die große Gnade erwiesen, mein Leben zu retten. Aber auf die Berge ist es zu weit, wir kommen nicht dorthin, bevor das Unheil hereinbricht; und dann sind wir verloren. 20 Sieh doch, hier in der Nähe ist eine kleine Stadt, dorthin könnten wir uns retten. Verschone sie doch, sie ist ja so klein! Dann bleiben wir am Leben.«

21 »Gut«, sagte der Herr, »ich will dir auch das gewähren und die Stadt nicht vernichten. 22 Flieh schnell dorthin! Ich kann nichts tun, bevor du dort bist.«

Weil Lot die Stadt »klein« nannte, erhielt sie den Namen Zoar. b

Der Untergang von Sodom und Gomorra. Lots Frau schaut zurück

23 Die Sonne ging gerade auf, als Lot in Zoar ankam. 24 v Da ließ der Herr Schwefel und Feuer vom Himmel auf Sodom* und Gomorra herabfallen. 25 Er vernichtete die beiden Städte und die ganze Gegend, ihre Bewohner und alles, was dort wuchs.

26 v Lots Frau aber schaute zurück; da erstarrte sie zu einer Salzsäule.

27 Früh am Morgen ging Abraham an die Stelle, wo er mit dem Herrn gesprochen hatte. 28 Als er auf Sodom und Gomorra und das ganze Ge -

* Engel 1380 * Sodom (und Gomorra) 1421 * Brot, ungesäuertes 1376 a der Herr: wörtlich er; Gott spricht durch seine Boten und wird in ihnen angeredet (Vers 18). b Zoar erinnert im Hebräischen an das Wort »klein«. v 18,32 Jer 5,1 S v 19,5 Lev 18,22 S v 19,11 2 Kön 6,18 v 19,24 - 25 Dtn 29,21‑22; Lk 17,29; 2 Petr 2,6‑9 v 19,26 Weish 10,7;  Lk 17,32

biet am Jordan hinunterschaute, sah er von dort eine Rauchwolke aufsteigen wie von einem Schmelzofen*.

29 Aber Gott hatte an Abraham gedacht: Als er die Städte in der Jordangegend vernichtete, sorgte er dafür, dass Lot, der dort wohnte, der Katastrophe entging.

Lot und seine Töchter: Über die Herkunft der Moabiter und Ammoniter

30 Lot hatte Angst, in Zoar zu bleiben. Deshalb ging er mit seinen beiden Töchtern ins Bergland hinauf und lebte dort mit ihnen in einer Höhle.

31 Eines Tages sagte die ältere Tochter zur jüngeren: »Unser Vater wird alt, und weit und breit gibt es keinen Mann, der uns heiraten könnte.

32 Komm, wir geben unserem Vater Wein zu trinken und legen uns zu ihm, damit wir von ihm Kinder bekommen!«

33 v Noch am selben Abend machten sie ihren Vater betrunken. Die Ältere ging in sein Zelt und legte sich zu ihm, und er merkte nichts, weder wie sie zu ihm kam noch wie sie von ihm aufstand.

34 Am anderen Tag sagte sie zu ihrer Schwester: »Ich habe heute Nacht mit unserem Vater geschlafen. Wir wollen ihm auch diesen Abend Wein zu trinken geben; dann legst du dich zu ihm, damit wir alle beide von ihm Kinder bekommen.«

35 Am Abend machten sie ihren Vater wieder betrunken. Die Jüngere ging in sein Zelt und legte sich zu ihm, und er merkte nichts, weder wie sie zu ihm kam noch wie sie von ihm aufstand.

36 So wurden die beiden Töchter Lots von ihrem eigenen Vater schwanger. 37 Die Ältere gebar einen Sohn und gab ihm den Namen Moab. Er wurde der Stammvater der Moabiter* 38 Auch die Jüngere bekam einen Sohn und nannte ihn Ben-Ammi. a Er wurde der Stammvater der Ammoniter*.

Abraham und Sara bei Abimelech

1 v Abraham zog von dort b in den Süden des Landes. Eine Zeit lang blieb er in der Gegend zwischen Kadesch und der Wüste Schur, dann fand er Aufnahme in der Stadt Gerar. 2 Seine Frau Sara gab er als seine Schwester aus. Da ließ Abimelech, der König von Gerar, sie in sein Haus holen. 3 In der Nacht aber kam Gott im Traum zu Abimelech und sagte: »Du musst sterben, weil du diese Frau genommen hast. Sie ist verheiratet und gehört einem anderen.«

4 Abimelech hatte Sara jedoch nicht berührt,

und er erwiderte: »Herr, willst du wirklich unschuldige Menschen töten? 5 Er hat gesagt: ›Sie ist meine Schwester‹, und sie hat bestätigt: ›Er ist mein Bruder.‹ Ich habe in gutem Glauben gehandelt, mein Gewissen ist rein.«

6 Gott antwortete Abimelech: »Ich weiß, du hast in gutem Glauben gehandelt. Deshalb habe ich dich davor bewahrt, vor mir schuldig zu werden, und habe dir nicht erlaubt, sie zu berühren. 7 Gib sie jetzt zurück! Ihr Mann ist ein Prophet*; er wird für dich beten, dann bleibst du am Leben. Wenn du sie aber behältst, musst du sterben, und alle in deinem Haus mit dir.«

8 Am nächsten Morgen rief Abimelech seine Leute zusammen und berichtete ihnen, was geschehen war. Alle bekamen große Angst. 9 Dann rief er Abraham und hielt ihm vor: »Wie konntest du uns das antun? Womit habe ich mich an dir versündigt, dass du mich und mein Volk in diese schwere Schuld gestürzt hast? Es ist unerhört, was du mir angetan hast! 10 Was hast du dir dabei gedacht?«

11 Abraham erwiderte: »Ich dachte: In dieser Stadt nehmen sie Gott bestimmt nicht ernst und werden mich wegen meiner Frau töten. 12 Übrigens ist sie wirklich meine Schwester: Sie ist die Tochter meines Vaters, stammt aber von einer anderen Mutter; darum konnte sie meine Frau werden. 13 Als Gott mich aus meiner Heimat in die Fremde schickte, sagte ich zu ihr: ›Tu mir den Gefallen und gib mich überall, wohin wir kommen, als deinen Bruder aus.‹«

14 Abimelech schenkte Abraham viele Schafe, Ziegen, Rinder, Sklaven und Sklavinnen und gab ihm seine Frau Sara zurück. 15 Er sagte zu ihm: »Mein ganzes Land steht dir offen; du kannst dich ansiedeln, wo es dir gefällt.« 16 Und zu Sara sagte er: »Ich gebe deinem Bruder 1000 Silberstücke*. Damit wird vor allen euren Leuten erwiesen, dass deine Ehre nicht angetastet worden ist, und niemand darf dir etwas nachsagen.«

17 Nun betete Abraham zu Gott, und er nahm die Strafe von Abimelech und von seiner Frau und seinen Sklavinnen, sodass in seinem Haus wieder Kinder geboren wurden. 18 Der Herr hatte nämlich in Abimelechs Haus jeden Mutterleib verschlossen, weil der König die Frau Abrahams zu sich genommen hatte.

Sara bekommt einen Sohn

1 Der Herr dachte an Sara und tat an ihr, was er angekündigt hatte. 2 v Sie wurde

* Schmelzofen 1419 * Moab(iter) 1405 * Ammon(iter) 1370 * Prophet 1412 * Silbermünze, Silberstück 1420 a Moab klingt im Hebräischen ähnlich wie »von meinem Vater«, Ben-Ammi heißt »Sohn meines Verwandten«. b von dort : d. h. nach 13,18; 18,1 von den Eichen in Mamre bei Hebron. v 19,33 Lev 18,6 v 20,1-18 12,10 20 S v 21,2 Hebr 11,11

schwanger und gebar Abraham noch in seinem Alter einen Sohn. Es war genau zu der Zeit, die Gott angegeben hatte. 3 Abraham nannte den Sohn, den Sara ihm geboren hatte, Isaak. 4 v Als Isaak acht Tage alt war, beschnitt* er ihn, genau wie Gott es angeordnet hatte.

5 Abraham war bei Isaaks Geburt 100 Jahre alt. 6 Sara aber sagte: »Gott hat dafür gesorgt, dass ich lachen kann. Alle, die davon hören, werden mit mir lachen. a 7 Noch nie hat Abraham es erlebt, dass ihm einer die Nachricht brachte: ›Deine Frau Sara stillt ein Kind.‹ Aber jetzt in seinem Alter habe ich ihm noch einen Sohn geboren!«

8 v Isaak wuchs und gedieh. Als er von der Mutterbrust entwöhnt wurde, feierte Abraham mit seinen Leuten ein großes Fest.

Hagar und Ismaël werden verstoßen

und gerettet

9 Eines Tages sah Sara den Sohn der Ägypterin Hagar spielen, das Kind, das diese Abraham geboren hatte. 10 v Da sagte sie zu ihrem Mann: »Jag diese Sklavin und ihren Sohn fort! Der Sohn der Sklavin darf nicht mit meinem Sohn Isaak zusammen erben!«

11 Abraham missfiel das sehr, denn auch Ismaël war ja sein Sohn. 12 v Aber Gott sagte zu Abraham: »Gräme dich nicht wegen des Jungen und deiner Sklavin! Tu, was Sara von dir verlangt; denn die Nachkommen Isaaks sollen als deine rechtmäßigen Nachkommen gelten. 13 v Aber auch den Sohn der Sklavin werde ich zu einem Volk machen, weil er von dir abstammt.«

14 Am nächsten Morgen nahm Abraham Brot und einen Schlauch mit Wasser, legte beides Hagar auf die Schulter, übergab ihr das Kind und schickte sie fort. Hagar ging weg und irrte ziellos in der Wüste bei Beerscheba umher. 15 Als das Wasser im Schlauch aufgebraucht war, warf sie das Kind unter einen Strauch 16 und setzte sich etwa einen Bogenschuss davon entfernt auf die Erde. Denn sie sagte: »Ich kann nicht mit ansehen, wie der Junge stirbt!« So saß sie in einiger Entfernung und weinte laut.

17 Aber Gott hörte das Kind schreien. Da rief der Engel* Gottes vom Himmel aus Hagar zu: »Warum bist du verzweifelt, Hagar? Hab keine Angst, Gott hat das Schreien des Kindes gehört! 18 Steh auf und nimm den Jungen bei der Hand; denn ich werde seine Nachkommen zu einem großen Volk machen.«

19 Gott öffnete Hagar die Augen, da sah sie einen Brunnen. Sie ging hin, füllte den Schlauch mit Wasser und gab dem Kind zu trinken.

20 Auch weiterhin half Gott dem Jungen. Er wuchs heran und wurde ein Bogenschütze. 21 Er lebte in der Wüste Paran und seine Mutter gab ihm eine Ägypterin zur Frau.

Ein Vertrag zwischen Abraham und Abimelech

22 v Damals kam Abimelech mit seinem Heerführer Pichol zu Abraham und sagte zu ihm: »Ich sehe: Gott steht dir bei und lässt dir alles gelingen, was du tust. 23 Darum schwöre mir jetzt bei Gott, dass du an mir und meinem Sohn und allen meinen Nachkommen nicht treulos handeln wirst. Ich habe dir nur Gutes erwiesen; handle du nun ebenso an mir und an dem Land, in dem du als Fremder lebst!«

24 »Das schwöre ich dir«, sagte Abraham. 25 Er beklagte sich aber bei Abimelech darüber, dass dessen Knechte ihm einen Brunnen weggenommen hatten. 26 »Ich weiß nicht, wer das war«, sagte Abimelech. »Du hast mir bisher nichts davon gesagt. Ich höre heute zum ersten Mal davon!«

27 Abraham gab Abimelech Schafe, Ziegen und Rinder, und sie schlossen einen Vertrag. 28 Dann sonderte Abraham noch sieben Lämmer aus seiner Herde aus. 29 »Was sollen diese Lämmer?«, fragte Abimelech. 30 Abraham erwiderte: »Die musst du von mir annehmen! Damit bezeugst du, dass ich den Brunnen gegraben habe und er mir gehört.«

31 Der Ort erhielt den Namen Beerscheba, b weil Abraham und Abimelech hier ihren Vertrag mit einem Schwur bekräftigt hatten.

32 Nachdem sie in Beerscheba den Vertrag geschlossen hatten, kehrten Abimelech und sein Heerführer Pichol in das Land der Philister* zurück. 33 Abraham aber pflanzte in Beerscheba einen Tamariskenbaum und rief im Gebet den Namen* des Herrn , des ewigen Gottes, an. 34 Lange Zeit lebte Abraham als Fremder im Land der Philister.

Gott stellt Abraham auf die Probe

22

1 v Einige Zeit danach geschah es: Gott stellte Abraham auf die Probe.

»Abraham!«, rief er.

»Ja?«, erwiderte Abraham.

2 »Nimm deinen Sohn«, sagte Gott, »deinen ein -

* Beschneidung, beschneiden, beschnitten 1375 * Engel 1380 * Philister 1411 * Name (von Gott, von Jesus) 1406 a Anspielung auf den Namen Isaak (= er/sie lacht); vgl. 17,17; 18,12‑15. Vermutlich bedeutet der Name: »Gott möge (freundlich) lächeln«. b Beerscheba kann als »Schwurbrunnen« oder als »Siebenbrunnen« (Vers 28; 26,33) gedeutet werden. v 21,4 17,9 14 S v 21,8 (entwöhnt) 1 Sam 1,24; 1 Kön 11,20; 2 Makk 7,28 v 21,10 Gal 4,29‑30 v 21,12 Röm 9,7; Hebr 11,18 v 21,13 25,12‑18 v 21,22 26,26 v 22,1-18 1 Makk 2,52; Weish 10,5; Sir 44,20‑21; Hebr 11,17‑19; Jak 2,21‑22

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