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080907

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BasisBibel Altes und Neues Testament

Deutsche Bibelgesellschaft


www.basisbibel.de

Empfehlung der EKD zur BasisBibel Die Lutherbibel 2017 ist die vom Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD ) für den kirchlichen Gebrauch empfohlene ­Übersetzung. In Ergänzung dazu empfiehlt der Rat der EKD die BasisBibel als gut lesbare Bibelübersetzung insbesondere zur Erstbegegnung mit der Bibel und im Bereich der Arbeit mit Kindern, Konfirmanden und Jugendlichen.

BasisBibel. Die Kompakte. Altes und Neues Testament

Über die Deutsche Bibelgesellschaft Die Deutsche Bibelgesellschaft ist eine kirchliche Stiftung des öffent­lichen Rechts. Sie übersetzt die biblischen Schriften, ­ entwickelt und verbreitet innovative Bibelausgaben und eröffnet für alle Menschen Zugänge zur Botschaft der Bibel. International verantwortet sie die wissenschaftlichen Bibelausgaben in den U ­ rsprachen. Durch die Weltbibelhilfe unterstützt sie in Zusammenarbeit mit dem Weltverband der Bibelgesellschaften (United Bible Societies) weltweit die Übersetzung und Verbreitung der Bibel, ­damit alle Menschen die Bibel in ihrer Sprache lesen können. Weitere Informationen finden Sie unter www.die-bibel.de

Aus diesem Buchblock hergestellte Sonderausgaben sind auf dem Einband gekennzeichnet und nicht im Buchhandel erhältlich.

ISBN 978-3-438-00910-4 Grün ISBN 978-3-438-00911-1 Blau ISBN 978-3-438-00912-8 Pink ISBN 978-3-438-00913-5 Paperback-Ausgabe

(5 VPE) ISBN 978-3-438-00921-0 Paperback-Ausgabe

(einzeln)

© 2021 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart Innentypografie: Farnschläder & Mahlstedt, Hamburg Satz: pagina GmbH, Tübingen Druck- und Bindearbeiten: Druckerei C. H. Beck, Nördlingen Printed in Germany Alle Rechte vorbehalten 12.2022


Inhalt

Altes Testament

Neues Testament

Die geschichtlichen Bücher Das erste Buch Mose/Genesis 23 Das zweite Buch Mose/Exodus 99 Das dritte Buch Mose/Levitikus 163 Das vierte Buch Mose/Numeri 217 Das fünfte Buch Mose/Deuteronomium 283 Das Buch Josua 345 Das Buch der Richter 384 Das Buch Rut 427 Das erste Buch Samuel 433 Das zweite Buch Samuel 489 Das erste Buch der Könige 536 Das zweite Buch der Könige 586 Das erste Buch der Chronik 635 Das zweite Buch der Chronik 680 Das Buch Esra 735 Das Buch Nehemia 751 Das Buch Ester 774

Die Evangelien Die Gute Nachricht nach Matthäus 1477 Die Gute Nachricht nach Markus 1537 Die Gute Nachricht nach Lukas 1575 Die Gute Nachricht nach Johannes 1639

Die poetischen Bücher Das Buch Hiob 787 Die Psalmen 848 Das Buch der Sprichwörter 1015 Das Buch Kohelet/Prediger 1071 Das Hohelied 1085 Die prophetischen Bücher Das Buch Jesaja 1097 Das Buch Jeremia 1180 Die Klagelieder 1278 Das Buch Ezechiel 1292 Das Buch Daniel 1372 Das Buch Hosea 1396 Das Buch Joel 1409 Das Buch Amos 1415 Das Buch Obadja 1426 Das Buch Jona 1428 Das Buch Micha 1432 Das Buch Nahum 1440 Das Buch Habakuk 1444 Das Buch Zefanja 1449 Das Buch Haggai 1453 Das Buch Sacharja 1456 Das Buch Maleachi 1471

Die Geschichte der Apostel 1684 Die Briefe Der Brief an die Römer 1743 Der erste Brief an die Korinther 1769 Der zweite Brief an die Korinther 1794 Der Brief an die Galater 1811 Der Brief an die Epheser 1820 Der Brief an die Philipper 1829 Der Brief an die Kolosser 1836 Der erste Brief an die Thessalonicher 1843 Der zweite Brief an die Thessalonicher 1849 Der erste Brief an Timotheus 1853 Der zweite Brief an Timotheus 1861 Der Brief an Titus 1866 Der Brief an Philemon 1870 Der Brief an die Hebräer 1872 Der Brief von Jakobus 1890 Der erste Brief von Petrus 1897 Der zweite Brief von Petrus 1904 Der erste Brief von Johannes 1909 Der zweite Brief von Johannes 1916 Der dritte Brief von Johannes 1917 Der Brief von Judas 1918 Das Buch der Offenbarung 1920

Vorspann Einstieg in die Bibel 7 Anhang Zu dieser Ausgabe 1949 Beteiligte 1955 Förderer 1956 Partner 1957 Zeittafel 1958 Karten 1960


Einstieg in die Bibel Eine Bibel, viele Bücher Die Bibel ist anders als andere Bücher. Bei anderen Büchern fängt ein A ­ utor an zu schreiben und entwickelt eine Geschichte. In der Bibel haben viele verschiedene Menschen einzelne Abschnitte oder Bücher geschrieben, mal nur ein paar Seiten, mal viel mehr. Jedes Buch erzählt eine Geschichte oder enthält eine Sammlung von Gebeten, Sprüchen oder Worten, die Gott mitgeteilt hat. Diese vielen einzelnen Bücher wurden gesammelt. Zuerst entstand das Alte Testament, das Texte aus der Zeit vor Jesus Christus enthält. Für evangelische Kirchen besteht das Alte Testament aus 39 einzelnen Büchern. A ­ ndere Kirchen zählen noch weitere Bücher dazu. Beim Neuen Testament sind sich dagegen alle einig: Es besteht aus 27 einzelnen Büchern. Dazu gehören die Evangelien, die über das Leben von Jesus berichten, und viele Briefe. Auf der nächsten Seite findest du eine Übersicht, wie die Bibel aufgebaut ist. Manche Bücher gehören inhaltlich eng zusammen. Im 1. Buch Mose/Genesis geht es um die Entstehung der Welt und die ersten Menschen. Ab 1. Mose/ Genesis 12 steht die Geschichte der Familie von Abraham und Sara im Mittelpunkt. Aus dieser Familie wird später das Volk Israel. In den folgenden Büchern wird die Geschichte dieses Volkes erzählt. Diese Erzählung endet im 2. Buch Könige und beginnt im 1. Buch Chronik dann noch einmal von vorne, aus einem anderen Blickwinkel. Sie schließt mit dem Buch Ester. Alle anderen Bücher im Alten Testament setzen diese Geschichte voraus. Im Neuen Testament ist es ähnlich: Wenn du ein Evangelium und die Apostelgeschichte liest, kennst du die ganze Geschichte von Jesus und den ersten Menschen, die an ihn glauben. Die Geschichte von Jesus ist so wichtig, dass sie gleich viermal aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird. Die Bibel gibt es in verschiedenen Übersetzungen und Ausgaben – als Buch, im Internet oder als App. Deshalb gibt es auch ein System, eine bestimmte Stelle in jeder Bibel wiederzufinden: Das ist die Nummer des Buches (kommt nur vor, wenn es ­mehrere Bücher mit gleichem Namen gibt).

Diese Nummer gibt das Kapitel an.

1. Korinther 13,1-3 Das ist der Name des Buches. Manchmal ist er auch abgekürzt ange­geben. Die Abkürzung für »Korinther« ist »Kor«. Sie wird in der BasisBibel im Griffregister verwendet.

Diese Nummern ­geben die Verse an.

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Einstieg in die Bibel

Jesaja

2. Mose/Exodus

Jeremia

3. Mose/Levitikus

Klagelieder

4. Mose/Numeri

Ezechiel

5. Mose/Deuteronomium

Daniel

Josua

Hosea

Richter

Joel

Rut

Amos

1. Samuel

Obadja

2. Samuel

Jona

1. Könige 2. Könige 1. Chronik 2. Chronik Esra Nehemia Ester

Hiob Psalmen Sprichwörter Kohelet/Prediger Hohelied

Neues Testament

Prophetische Bücher

1. Mose/Genesis

Poetische Bücher

Geschichtliche Bücher

Altes Testament

Micha Nahum Habakuk Zefanja Haggai Sacharja Maleachi

Römer 1. Korinther 2. Korinther Galater

Lukas Johannes

Philipper

Hebräer

Kolosser

Jakobus

1. Thessalonicher

1. Petrus

2. Thessalonicher

2. Petrus

1. Timotheus

1. Johannes

2. Timotheus

2. Johannes

Titus

3. Johannes

Philemon

Judas

Offenbarung

Markus

Briefe

Matthäus

Apostelgeschichte

Evangelien

Epheser

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Einstieg in die Bibel

Der Inhalt der Bibel in aller Kürze Die Punkte am Ende der Beschreibung sagen etwas über den Schwierigkeitsgrad der Bücher – alles Weitere auf Seite 18.

Ester

Nehemia

Esra

2. Chronik

1. Chronik

2. Könige

1. Könige

2. Samuel

1. Samuel

Rut

Richter

Josua

5. Mose/Deuteronomium

4. Mose/Numeri

3. Mose/Levitikus

2. Mose/Exodus

1. Mose/Genesis

Altes Testament

Geschichtliche Bücher 1. Mose/Genesis: Gott ist von Anfang an da. Er beginnt seine Geschichte mit der Welt und den Menschen. Ab Kapitel 12 geht es um die Geschichte des Volkes Israel, angefangen mit Abraham und seiner Familie. ◼ 2. Mose/Exodus: Gott befreit die Israeliten, die in Ägypten als Sklaven leben. Er gibt Mose den Auftrag, sie anzuführen. Nach der Befreiung bekommen sie Regeln für das Zusammenleben. ◼ 3. Mose/Levitikus: Gott gibt Regeln für den Gottesdienst und für das Heiligtum. Er zeigt, wie das Volk Israel mit Schuld umgehen kann. Die Priester kümmern sich um die Tiere, die für Gott geschlachtet werden. ◼ ◼ ◼ ◼ 4. Mose/Numeri: Das Volk Israel wandert 40 Jahre durch die Wüste. Es wird erzählt, was sie dort erleben. Viele Personen und Stationen werden aufgezählt: Wer war ­alles dabei? Wo sind sie entlanggelaufen? ◼◼◼◼

5. Mose/Deuteronomium: Eine ausführliche Zusammenfassung der bisherigen Geschichte des Volkes Israel einschließlich der Wiederholung der meisten Regeln. Am Ende des Buches stirbt Mose. ◼ ◼ Josua: Gott macht Josua zum neuen Anführer und gibt ihm den Auftrag, das verheißene Land einzunehmen. Ab Kapitel 12 Aufzählung von Gebieten und Ortschaften

und ihre Verteilung auf die Stämme Israels. ◼ ◼ ◼ Richter: Nach dem Tod von Josua lebt das Volk Israel im verheißenen Land. Doch sie halten sich nicht an Gottes Regeln, also gibt es Probleme. Gott schickt ihnen neue Anführer, die Richter. ◼ ◼ Rut: Die Lebensgeschichte einer mutigen jungen Frau mit echtem Happy End! Zum Verlieben. ◼ 1. Samuel: Samuel ist ein von Gott eingesetzter Anführer, der in enger Verbindung zu Gott steht. Aber das Volk wünscht sich einen König und bekommt ihn auch: Saul. Doch schon bald wählt Gott einen anderen König aus: David. Zwischen Saul und David kommt es zum Konflikt. ◼ 2. Samuel: Nachdem Saul gestorben ist, wird David endlich offiziell König. Vieles gelingt ihm, manchmal versagt er und muss die Folgen tragen. ◼ 1. Könige: Davids Sohn Salomo wird König und baut in Jerusalem den Tempel. Nach seinem Tod wird das Königreich geteilt: Im Nordreich Israel folgen verschiedene Königshäuser aufeinander, im Südreich Juda regieren Könige aus der Familie Davids. Ab Kapitel 17: der Prophet Elija. ◼◼

2. Könige: Weitere Geschichten vom Propheten Elija und seinem Nachfolger Elischa. Außerdem ein Kurzbericht über jeden König, der im Nordreich Israel oder im Südreich Juda regierte, bevor beide Königreiche erobert wurden. ◼ ◼ 1. Chronik: Die Geschichte Israels vom ersten Menschen Adam bis zum Tod König Davids. Im Vordergrund stehen die Familienbeziehungen und der Tempel. ◼ ◼ ◼

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Hohelied

Kohelet/Prediger

Sprichwörter

Psalmen

Hiob

Poetische Bücher Hiob: Aufgebaut wie ein Theaterstück – Hiob, seine Freunde und Gott reden über das Leid eines Unschuldigen. Am Ende wird alles gut. ◼ ◼ ◼ Psalmen: Sammlung von 150 Liedern und Gebeten. Viele Sätze kann man heute noch genauso beten, allein oder gemeinsam im Gottesdienst. ◼ ◼ ◼ Sprichwörter: Sammlung verschiedener Lebensweisheiten. Wer gern über Zitate und Sprüche nachdenkt, wird hier fündig. ◼ ◼ Kohelet/Prediger: Die Frage nach dem Sinn des Lebens aus der Perspektive einer Person, die es sich leisten kann, verschiedene Lebensstile auszuprobieren. ◼ ◼ ◼ Hohelied: Liebesgedichte mit interessanten Vergleichen. Manche wirken heute etwas merkwürdig. Wer sich davon nicht stören lässt, kann die Liebe feiern, deren Kraft dem Feuer gleicht. ◼ ◼ ◼

Prophetische Bücher Jesaja: Kapitel 9 und 11 beschreiben das Reich des Friedens, das in Zukunft kommen soll. Im Gegensatz dazu steht die Erzählung von der Belagerung Jerusalems (Kapitel 36–39). In Kapitel 42–53 geht es um den Knecht Gottes, der das Volk Gottes retten wird. ◼ ◼ ◼ Jeremia: Jeremia muss viel leiden und ist frustriert (Kapitel 11–20). Gottes Versprechen des neuen Bundes aus Kapitel 31 ­sehen Christen in Jesus Christus erfüllt. Gegen Ende wird erzählt, wie Jeremia die Eroberung Jerusalems erlebt. ◼ ◼ ◼ Klagelieder: Fünf Gedichte, die die Zerstörung Jerusalems 586 v. Chr. beklagen. Sie richten sich an Gott, der dieses Leid zugelassen hat. ◼ ◼ ◼ Ezechiel: Propheten sind wie Wächter, die auf der Stadtmauer Ausschau halten: Sie sollen die Menschen warnen, wenn Unheil droht (Kapitel 1–3; 33). Ezechiel sieht in einer Vision, wie Gott den Tempel in Jerusalem verlässt und später dorthin zurückkehrt. ◼ ◼ ◼ ◼ Daniel: In Kapitel 1–6 werden die Erlebnisse von Daniel und seinen Freunden erzählt, die als Beamte am babylonischen Hof Karriere machen. Aufgrund ihres Glaubens bekommen sie Probleme. Ab Kapitel 7 wird in Visionen gezeigt, wer die Welt beherrschen wird. ◼ ◼ Hosea: Als Zeichen für Gottes Liebe zu seinem Volk soll Hosea eine Frau heiraten, die es mit der Treue nicht so genau nimmt. In Kapitel 11 beschreibt Gott, warum er sein Volk nicht verlassen kann, auch wenn es ihm untreu ist. ◼ ◼ ◼ Joel: Durch eine Heuschreckenplage soll das Volk Israel wieder zurück zu Gott finden. Joel kündigt in Kapitel 3 an, dass Gott in

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Maleachi

Sacharja

Haggai

Zefanja

Habakuk

Nahum

Micha

Jona

Obadja

Amos

Joel

Hosea

Daniel

Ezechiel

Klagelieder

Jeremia

2. Chronik: Die Geschichte Israels von König Salomo bis zum Ende der Verbannung nach Babylonien. Wie schon in 1. Chronik steht auch hier der Tempel im Vordergrund, zudem das Verhalten der Könige aus dem Südreich Juda. ◼ ◼ ◼ Esra: Nach der Verbannung nach Babylonien kehrt ein Teil des Volkes Israel zurück in die Stadt Jerusalem und das umliegende Land. Sie bauen den Tempel wieder auf. ◼ ◼ Nehemia: Nehemia hört von schrecklichen Zuständen in Jerusalem. Er bittet den persischen König, für den er arbeitet, um Urlaub. In dieser Zeit reist er nach Jerusalem und baut mit den Leuten vor Ort die Stadtmauer wieder auf. ◼ ◼ Ester: Ein jüdisches Waisenkind wird Königin von Persien. Durch Mut und Geschick kann sie ihr Volk vor der Vernichtung retten. ◼

Jesaja

Einstieg in die Bibel


Altes Testament


1. Mose/Genesis 1 Himmel und Erde: Be-​ zeichnet die ganze Welt.

Das erste Buch Mose/Genesis Von der Erschaffung der Welt und der Menschen 1,1‒3,24

Die Erschaffung der Welt

1

Am An­fang er­schuf Gott Him­mel und Er­de⁠. 2 Die Er­de war wüst und leer, und Fins­ter­nis lag über dem Ur­meer⁠. Über dem Was­ser schwebte Got­tes Geist⁠. 3 Gott sprach: »Es soll Licht wer­den!« Und es wurde Licht. 4 Gott sah, dass das Licht gut war, und Gott trennte das Licht von der Fins­ter­nis. 5 Er nannte das Licht »Tag« und die Fins­ter­ nis »Nacht«. Es wurde Abend und wie­der Mor­gen – der erste Tag. 6 Gott sprach: »Ein Dach⁠ soll sich wöl­ben mit­ten im Ur­meer! Es soll das Was­ser dar­un­ter von dem Was­ser da­rüber tren­nen.« Und so ge­ schah es. 7 Gott machte das Dach und trennte das Was­ser un­ter dem Dach von dem Was­ser über dem Dach. 8 Gott nannte das Dach »Him­ mel«. Es wurde Abend und wie­der Mor­gen – der zweite Tag. 9 Gott sprach: »Das Was­ser un­ter dem Him­mel soll sich an einem Ort sam­meln, da­mit das Land sicht­bar wird!« Und so ge­schah es. 10 Gott nannte das Land »Er­de« und das ge­sam­mel­te Was­ser »Meer«. Und Gott sah, dass es gut war. 11 Gott sprach: »Die Er­de soll fri­sches Grün sprie­ßen las­sen und Pflan­zen, die Sa­men tra­gen! Sie soll auch Bäume her­vor­brin­gen mit eige­nen Früch­ten und Sa­men darin!« Und so ge­schah es. 12 Die Er­de brachte fri­sches Grün her­vor und Pflan­zen, die Sa­men tra­gen. Sie ließ auch Bäume wach­sen mit eige­nen Früch­ten und Sa­men darin. Und Gott sah, dass es gut war. 13 Es wurde Abend und wie­der Mor­ gen – der dritte Tag. 14 Gott sprach: »Lich­ter sol­len am Him­mels­dach ent­ste­hen, um Tag und Nacht von­ein­an­der zu tren­nen! Sie sol­len als Zei­chen die­ nen, um die Fes­te, die Ta­ge und Jahre zu be­stim­men. 15 Als Leuch­ten sol­len sie am Him­mels­dach ste­hen und der Er­de Licht ge­ben.« Und so ge­schah es. 16 Gott machte zwei große Lich­ter⁠. Das grö­ßere Licht sollte den Tag be­herr­schen und das klei­nere die Nacht. Da­zu ka­men noch die Sterne. 17 Gott setzte sie an das Him­mels­dach, um der Er­de Licht zu ge­ben. 18 Sie soll­ten am Tag und in der Nacht herr­schen und das Licht von der Fins­ter­nis tren­nen. Und Gott sah, dass es gut war. 19 Es wurde Abend und wie­der Mor­gen – der vierte Tag. 20 Gott sprach: »Das Was­ser soll von Le­be­we­sen wim­meln, und Vö­ gel⁠ sol­len flie­gen über der Er­de und am Him­mel!« 21 Gott schuf die gro­ßen See­un­ge­heuer und alle Ar­ten von Le­be­we­sen, von de­nen das Was­ser wim­melt. Er schuf auch alle Ar­ten von Vö­geln. Und Gott sah, dass es gut war. 22 Gott seg­nete⁠ sie und sprach: »Seid frucht­bar, 1

Urmeer: Wasser, das am ​ Anfang die ganze Erde ​ bedeckte. Es steht für ​ das Chaos, das Gott ​ bei der Erschaffung der ​ Welt in seine Schranken ​ weist. Geist Gottes: Kraft, durch ​ die Gott in der Welt ​ wirkt. Dach: Meint eine Art ​ Platte, die auf den Ber-​ gen am äußeren Rand ​ der Erde aufliegt. Sie ​ bildet den Boden des ​ Himmels und gleichzei-​ tig das Dach der Erde. zwei große Lichter: Meint ​ Sonne und Mond. Vögel: Meint alle fliegen-​ den Lebewesen, von ​ Insekten bis hin zu ​ Fledermäusen. Segen, segnen: Beson-​ dere Zuwendung Gottes ​ zu seinen Geschöpfen. ​ Gott schenkt durch sei-​ nen Segen Leben, Kraft ​ und Wohlergehen.

23

Gen


1. Mose/Genesis 1​.​2 uns: Gott bespricht sich ​ mit der himmlischen ​ Ratsversammlung. Ebenbild: Damit wird ge-​ sagt, dass die Menschen ​ als Gottes Stellvertreter ​ auf der Erde geschaffen ​ sind. Himmel und Erde: Be-​ zeichnet die ganze Welt. er ruhte: Mit dieser Aus-​ sage wird in den Zehn ​ Geboten das Gebot ​ begründet, den Ruhe-​ tag einzuhalten; vgl. ​ 2. Mose/‍Exodus 20,8‑11. Erdboden: Im Hebräi-​ schen klingen die Worte ​ für Mensch (adam) ​ und Erdboden (adama) ​ ähnlich. Baum des Lebens: Steht ​ im Paradies. Wer von ​ seinen Früchten isst, ​ wird niemals sterben.

ver­mehrt euch und füllt das ganze Meer! Auch die Vö­gel sol­len sich ver­meh­ren auf der Er­de!« 23 Es wurde Abend und wie­der Mor­gen – der fünfte Tag. 24 Gott sprach: »Die Er­de soll Le­be­we­sen al­ler Art her­vor­brin­gen: Vieh, Kriech­tie­re und wilde Tiere!« Und so ge­schah es. 25 Gott machte die wil­den Tiere und das Vieh und alle Kriech­tie­re auf dem Bo­den. Er machte sie alle nach ih­rer eige­nen Art. Und Gott sah, dass es gut war. 26 Gott sprach: »Lasst uns⁠ Men­schen ma­chen – un­ser Eben­bild⁠, uns gleich sol­len sie sein! Sie sol­len herr­schen über die Fi­sche im Meer und die Vö­gel am Him­mel, über das Vieh und die ganze Er­de, und ­ en­schen über alle Kriech­tie­re auf dem Bo­den.« 27 Gott schuf den M nach sei­nem Bild. Als Got­tes Eben­bild schuf er ihn, als Mann und Frau schuf er sie. 28 Gott seg­nete sie und sprach zu ih­nen: »Seid frucht­ bar und ver­mehrt euch! Be­völ­kert die Er­de und nehmt sie in Be­sitz! Herrscht über die Fi­sche im Meer und die Vö­gel am Himmel und über alle Tiere, die auf dem Bo­den krie­chen!« 29 Gott sprach: »Als Nah­rung gebe ich euch alle Pflan­zen auf der Er­ de, die Sa­men her­vor­brin­gen – dazu alle Bäume mit Früch­ten und Sa­ men darin. 30 Die grü­nen Pflan­zen sol­len Fut­ter für die Tiere sein: für die Tiere auf der Er­de, die Vö­gel am Himmel und alle Kriech­tie­re auf dem Bo­den.« Und so ge­schah es. 31 Gott sah al­les an, was er ge­macht hatte: Es war sehr gut. Es wurde Abend und wie­der Mor­gen – der sechste Tag. 1 So wur­den Him­mel und Er­de⁠ voll­en­det mit al­lem, was darin ist. 2 Am sieb­ten Tag voll­en­dete Gott sein Werk, das er ge­macht hatte. An die­sem Tag ruhte er⁠ aus von all sei­ner Ar­beit, die er ge­tan hatte. 3 Gott seg­nete den sieb­ten Tag und er­klärte ihn zu einem hei­ ligen Tag. Denn an die­sem Tag ruhte Gott aus von all sei­nen Wer­ken, die er ge­schaf­fen und ge­macht hatte. 4 Das ist die Ent­ste­hungs­ge­ schich­te von Him­mel und Er­de: So wur­den sie ge­schaf­fen.

2

Die Menschen im Paradies

Zu der Zeit, als Gott der Herr Er­de und Him­mel machte, 5 wuchs noch nichts auf der Er­de. Es gab keine Sträu­cher auf dem Feld und auch sonst keine Pflan­zen. Denn Gott der Herr hatte noch kei­nen Re­gen auf die Er­de fal­len las­sen. Es gab auch kei­nen Men­schen, der den Erd­bo­den be­ar­bei­te­te. 6 Was­ser stieg aus der Er­de auf und tränkte den gan­zen Erd­bo­den. 7 Da formte Gott der Herr den Men­ schen aus Staub vom Erd­bo­den⁠. Er blies ihm den Le­bens­at­ em in die Na­se, und so wurde der Mensch ein le­ben­di­ges We­sen. 8 Dann legte Gott der Herr einen Gar­ten an – im Os­ten, in der Land­schaft Eden. Dort­hin brachte er den Men­schen, den er ge­formt hatte. 9 Gott der Herr ließ aus dem Erd­bo­den alle Ar­ten von Bäu­ men em­por­wach­sen. Sie sa­hen ver­lo­ckend aus, und ihre Früchte schmeck­ten gut. In der Mitte des Gar­tens aber wuch­sen zwei be­son­ dere Bäume: der Baum des Le­bens⁠ und der Baum der Er­kennt­nis von Gut und Bö­se. 24


10 In Eden ent­springt ein Strom, der den Gar­ten be­wäs­sert. Von dort teilt er sich in vier Flüsse⁠: 11 Der erste heißt Pi­schon. Er fließt um das ganze Land Ha­wila her­um, wo es Gold gibt. 12 Das Gold die­ses Lan­des ist be­son­ders rein. Dort gibt es auch kost­ba­res Harz und den Edel­stein Kar­ne­ol. 13 Der zweite Strom heißt Gi­hon. Er fließt um das ganze Land Kusch her­um. 14 Der dritte Strom heißt Tig­ris. Er fließt öst­lich von As­sur. Der vierte Strom ist der Eu­frat. 15 Gott der Herr nahm den Men­schen und brachte ihn in den Gar­ ten Eden. Er sollte ihn be­ar­bei­ten und be­wah­ren. 16 Und Gott der Herr ge­bot dem Men­schen: »Von je­dem Baum im Gar­ten darfst du es­sen. 17 Aber vom Baum der Er­kennt­nis von Gut und Bö­se darfst du nicht es­sen. So­bald du da­von isst, wirst du ster­ben.« 18 Gott der Herr sprach: »Es ist nicht gut, dass der Mensch al­lein ist. Ich will ihm eine Hilfe ma­chen – ein Ge­gen­über, das ihm ­ent­ spricht.« 19 Gott der Herr formte aus dem Erd­bo­den alle Tiere auf dem Feld und alle Vö­gel am Himmel. Dann brachte er sie zu dem Men­schen, um zu se­hen, wie er sie nen­nen würde. Je­des Le­be­we­sen sollte so hei­ßen, wie der Mensch es nannte. 20 Also gab der Mensch ih­nen Na­men: al­lem Vieh, den Vö­geln am Himmel und al­len Tie­ren auf dem Feld. Aber es war keine Hilfe für den Men­schen da­bei – kein Ge­gen­über, das ihm entsprach. 21 Da ver­ setzte Gott der Herr den Men­ schen in einen tie­ fen Schlaf. Er nahm eine von sei­nen Rip­pen⁠ und ver­schloss die Stel­le mit Fleisch. 22 Aus der Rippe, die er vom Men­schen ge­nom­men hatte, bil­dete Gott der Herr eine Frau. Die brachte er zum Men­schen. 23 Da sagte der Mensch: »Sie ist es! Sie ist von mei­nem Fleisch und Blut. ›Frau‹⁠ soll sie hei­ßen und ich ›Mann‹. Von mir ist sie ge­nom­men, wir ge­hö­ren zu­sam­men.« 24 Dar­um ver­lässt ein Mann sei­nen Va­ter und seine Mut­ter und ver­bin­det sich mit sei­ner Frau. Sie sind dann eins mit Leib und Seele. 25 Der Mann und seine Frau wa­ren beide nackt, doch sie schäm­ten sich nicht vor­ein­an­der.

1. Mose/Genesis 2​.​3 vier Flüsse: Bild dafür, ​ dass das Leben spen-​ dende Wasser aus ​ Eden die ganze Welt ​ bewässert. seine Rippe: Wörtlich ​ »seine Seite«. Mit die-​ sen Worten wird die ​ einzigartige Zusam-​ mengehörigkeit und ​ ursprüngliche Verbun-​ denheit von Mann und ​ Frau zum Ausdruck ​ gebracht. Frau, Mann: Im Hebräi-​ schen klingen die ​ Worte für Frau (ischa) ​ und Mann (isch) sehr ​ ähnlich. Garten Eden: Name für ​ das Paradies. Eden be-​ zeichnet die fruchtbare ​ und wasserreiche Land-​ schaft, in der die ersten ​ Menschen lebten.

Die Verbannung aus dem Paradies

3

Die Schlange war schlau­er als alle an­de­ren Tiere des Fel­des, die Gott der Herr ge­macht hatte. Sie sagte zu der Frau: »Hat Gott wirk­lich ge­sagt, dass ihr von kei­nem der Bäume im Gar­ten⁠ es­ sen dürft?« 2 Die Frau er­wi­derte der Schlange: »Von den Früch­ten der Bäume im Gar­ten dür­fen wir es­sen. 3 Nur die Früchte von dem Baum, der in der Mitte des Gar­tens steht, hat Gott uns ver­bo­ten. Er hat ge­sagt: ›Esst nicht da­von, be­rührt sie nicht ein­mal, sonst müsst ihr ster­ben!‹ « 4 Die Schlange ent­geg­nete der Frau: »Ihr wer­det ganz be­stimmt nicht ster­ben. 5 Denn Gott weiß: So­bald ihr da­von esst, ge­ hen euch die Au­gen auf. Ihr wer­det wie Gott sein und wis­sen, was Gut und Bö­se ist.« 6 Da sah die Frau, dass die­ser Baum zum Es­sen ein­lud. Er war eine Au­gen­wei­de und ver­lo­ckend, weil er Klug­heit ver­sprach. Sie nahm eine Frucht und biss hin­ein. Dann gab sie ih­rem Mann da­von, und auch er aß. 7 Da gin­gen den bei­den die Au­gen auf, 1

25

Gen


1. Mose/Genesis 3 zum Erdboden zurück-​ kehren: Im Hebräischen ​ klingen die Worte für ​ Mensch (adam) und ​ Erdboden (adama) ähn-​ lich. Mit der Rückkehr ​ zum Erdboden ist der ​ Tod gemeint. Baum des Lebens: Steht ​ im Paradies. Wer von ​ seinen Früchten isst, ​ wird niemals sterben. Garten Eden: Name für ​ das Paradies. Eden be-​ zeichnet die fruchtbare ​ und wasserreiche Land-​ schaft, in der die ersten ​ Menschen lebten. Kerubim: Himmlische We-​ sen mit einem mensch-​ lichen Gesicht, Flügeln ​ und einem Löwenkörper. ​ Ihre Abbilder im Heilig-​ tum tragen den Thron ​ Gottes.

und sie er­kann­ten, dass sie nackt wa­ren. Sie ban­den Fei­gen­blät­ter zu­ sam­men und mach­ten sich Len­den­schur­ze. 8 Als am Abend ein küh­ler Wind blies, ging Gott der Herr im Gar­ten um­her. Der Mann und seine Frau hör­ten ihn kom­men. Da ver­steck­ten sie sich vor Gott dem Herrn zwi­schen den Bäu­men im Gar­ten. 9 Gott der Herr rief den Men­schen und fragte: »Wo bist du?« 10 Der Mensch ant­wor­tete: »Ich habe dich im Gar­ten ge­hört und Angst be­kom­men. Ich habe mich ver­steckt, weil ich nackt bin.« 11 Gott fragte: »Wer hat dir ge­sagt, dass du nackt bist? Hast du von dem ver­bo­te­nen Baum ge­ges­sen?« 12 Der Mensch ent­geg­nete: »Die Frau, die du mir zur Seite ge­stellt hast, hat mir da­von ge­ge­ben, und ich habe ge­ges­sen.« 13 Da fragte Gott der Herr die Frau: »Was hast du ge­tan?« Die Frau er­wi­derte: »Die Schlange hat mich dazu ver­führt, und ich habe ge­ges­sen.« 14 Da sagte Gott der Herr zur Schlange: »Weil du das ge­tan hast, sollst du ver­flucht sein – un­ter al­lem Vieh und al­len Tie­ren auf dem Feld! Auf dem Bauch wirst du krie­chen und Staub fres­sen dein Le­ben lang. 15 Ich stif­te Feind­schaft zwi­schen dir und der Frau, zwi­schen ih­ rem und dei­nem Nach­wuchs. Er wird dir den Kopf zer­tre­ten, und du wirst ihn in die Ferse bei­ßen.« 16 Zur Frau sagte er: »Je­des Mal, wenn du schwan­ger bist, wirst du große Mü­hen ha­ben. Un­ter Schmer­zen wirst du Kin­der zur Welt brin­gen. Es wird dich zu dei­nem Mann hin­zie­hen, aber er wird über dich be­stim­men.« 17 Und zum Mann sagte er: »Du hast auf deine Frau ge­hört und von dem Baum ge­ges­sen. Ich hatte dir aber ver­bo­ ten, da­von zu es­sen. Da­her soll der Erd­bo­den dei­net­we­gen ver­flucht sein! Dein Le­ben lang musst du dich ab­mü­hen, um dich von ihm zu er­näh­ren. 18 Dor­nen und Dis­teln wird er her­vor­brin­gen, du musst aber von den Pflan­zen des Fel­des le­ben. 19 Im Schwei­ße dei­nes An­ ge­sichts wirst du Brot es­sen, bis du zum Erd­bo­den zu­rück­kehrst⁠. Denn aus ihm bist du ge­macht: Staub bist du und zum Staub kehrst du zu­rück.« 20 Der Mensch, Adam, gab sei­ner Frau den Na­men Eva, das heißt: Le­ben. Denn sie wurde die Mut­ter al­ler Le­ben­den. 21 Gott der Herr machte für Adam und seine Frau Klei­der aus Fel­len. Die zog er ih­ nen an. 22 Dann sprach Gott der Herr: »Nun ist der Mensch wie einer von uns ge­wor­den und weiß, was gut und böse ist. Er soll seine Hand nicht aus­stre­cken und auch noch Früchte vom Baum des Le­ bens⁠ pflü­cken. Er darf sie nicht es­sen, sonst lebt er für im­mer.« 23 Da schickte Gott der Herr ihn aus dem Gar­ten Eden⁠ weg. Er musste von nun an den Acker­bo­den be­ar­bei­ten, aus dem er ge­macht war. 24 Gott jagte den Men­schen fort. Öst­lich des Gar­tens Eden stellte er Ke­ru­bim⁠ und das lo­dern­de Flam­men­schwert auf. Die soll­ten den Zu­ gang zum Baum des Le­bens be­wa­chen.

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Jenseits vom Garten Eden 4,1‒6,4 Kain erschlägt Abel

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1 Adam schlief mit sei­ner Frau Eva. Sie wurde schwan­ger und brachte Kain zur Welt. Da sagte sie: »Mit­hil­fe des Herrn habe ich einen Sohn be­kom­men.« 2 Da­nach brachte sie sei­nen Bru­der Abel⁠ zur Welt. Abel wurde Hirte und Kain wurde Acker­bau­er. 3 Ei­nes Ta­ges brachte Kain dem Herrn von dem Er­trag sei­nes Fel­ des eine Op­fer­gabe dar. 4 Auch Abel brachte ein Op­fer dar: die erst­ge­ bo­re­nen Tiere⁠ sei­ner Herde und ihr Fett⁠. Der Herr schaute wohl­wol­ lend auf Abel und sein Op­fer. 5 Doch Kain und sein Op­fer schaute er nicht wohl­wol­lend an. Da packte Kain der Zorn, und er blickte ­fins­ter zu Bo­den. 6 Der Herr fragte Kain: »War­um bist du so zor­nig, und warum blickst du zu Bo­den? 7 Ist es nicht so: Wenn du Gu­tes planst, kannst du den Blick frei er­he­ben. Hast du je­doch nichts Gu­tes im Sinn, dann lau­ert die Sün­de⁠ an der Tür. Sie lockt dich, aber du darfst ihr nicht nach­ge­ben!« 8 Kain sagte zu sei­nem Bru­der Abel: »Lass uns aufs Feld ge­hen!« Als sie auf dem Feld wa­ren, fiel Kain über sei­nen Bru­der Abel her und er­schlug ihn. 9 Da sagte der Herr zu Kain: »Wo ist dein Bru­der Abel?« Kain ant­wor­tete: »Das weiß ich nicht. Bin ich dazu da, auf mei­nen Bru­der acht­zu­ge­ben?« 10 Der Herr ent­geg­nete ihm: »Was hast du ge­tan? Das Blut⁠ dei­nes Bru­ders schreit vom Acker­bo­den zu mir. 11 Ver­flucht⁠ sollst du sein, ver­bannt vom Acker­bo­den, den deine Hand mit sei­nem Blut ge­tränkt hat! 12 Wenn du ihn be­ar­bei­test, wird er dir künf­tig kei­nen Er­trag mehr brin­gen. Du wirst ein hei­mat­ loser Flücht­ling sein und von Ort zu Ort zie­hen.« 13 Kain er­wi­derte dem Herrn: »Die Stra­fe ist zu schwer für mich. 14 Du ver­jagst mich jetzt vom Acker­land und ver­bannst mich aus dei­ner Ge­gen­wart. Als heimat­lo­ser Flücht­ling muss ich von Ort zu Ort zie­hen. Je­der, dem ich be­geg­ne, kann mich er­schla­gen.« 15 Der Herr ant­wor­tete: »Das soll nicht ge­sche­hen! Wer Kain tö­tet, an dem soll es sie­ben­fach ge­ rächt wer­den.« Der Herr machte ein Zei­chen an Kain. Nie­mand, der ihm be­geg­nete, durfte ihn tö­ten. 16 Kain zog fort, weg vom Herrn, und ließ sich im Land Nod⁠ nie­der. Das liegt öst­lich des Gar­tens Eden.

1. Mose/Genesis 4 Abel: Der Name bedeu-​ tet übersetzt »Hauch, ​ Vergänglichkeit«. Erstgeburt: Bezeichnet ​ den ersten Sohn, den ​ eine Frau zur Welt ​ bringt, oder das erste ​ männliche Tier, das ​ von einem Muttertier ​ geboren wird. Sie ist ​ für Gott bestimmt. Fett: Fett galt als kost-​ barer Teil eines Tieres ​ und wurde Gott daher ​ als Opfer dargebracht. Sünde: Die Trennung des ​ Menschen von Gott, ​ seinem Schöpfer. Sie ​ führt dazu, dass der ​ Mensch sein Leben ​ nicht nach Gottes Wil-​ len ausrichten kann. Blut: Gilt bei Mensch und ​ Tier als Sitz der Lebens-​ kraft. Wer Blut vergießt, ​ nimmt das Leben, das ​ Gott gegeben hat. Fluch: Ein Unheil bringen-​ des Wort, durch das ​ die Lebenskraft oder ​ das Wohlergehen des ​ Verfluchten gemindert ​ werden soll. Nod: Der Name bedeutet ​ übersetzt »Ruhelosig-​ keit, Heimatlosigkeit«. ​ Er ist hier Bild für die ​ Verbannung in die äu-​ ßerste Gottesferne.

Kains Nachkommen

Kain schlief mit sei­ner Frau. Sie wurde schwan­ger und brachte He­ noch zur Welt. Da­nach grün­dete Kain eine Stadt und nannte sie nach sei­nem Sohn eben­falls He­noch. 18 He­noch be­kam einen Sohn: Irad. Irad war der Va­ter von Me­hu­ja­el. Me­hu­ja­el war der Va­ter von Metu­ scha­el und Me­tu­scha­el der Va­ter von La­mech. 19 La­mech hei­ra­tete zwei Frauen. Die eine hieß Ada und die an­dere Zilla. 20 Ada brachte Ja­bal zur Welt. Ja­bal war der Stamm­va­ter der Men­schen, die in Zel­ten le­ben und Vieh züch­ten. 21 Sein Bru­der hieß Ju­bal. Er war der Stamm­ va­ter al­ler Harfen- und Flö­ten­spie­ler. 22 Zilla brachte Tu­bal-Kain zur 17

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1. Mose/Genesis 4​.​5 Adam: Name des ersten ​ Menschen. Das Wort ​ kann im Hebräischen ​ auch einen einzelnen ​ Menschen oder die ​ Menschheit bezeichnen. Ebenbild: Damit wird ge-​ sagt, dass die Menschen ​ als Gottes Stellvertreter ​ auf der Erde geschaffen ​ sind; vgl. 1. Mose/​ Genesis 1,27.

Welt. Tu­bal-Kain war Schmied. Er stellte alle Ar­ten von Bronze- und Ei­sen­ge­rä­ten her. Seine Schwes­ter hieß Na­ama. 23 La­mech sagte zu sei­nen Frauen: »Ada und Zilla, hört mir gut zu! Ihr Frauen Lamechs, merkt euch meine Worte! Ich erschlage den Mann, der mich verwundet. Ich erschlage das Kind, das mich schlägt. 24 Wird Kain siebenmal gerächt, soll Lamech siebenundsiebzigmal gerächt werden.«

Adam und Eva bekommen noch einen Sohn

Segen, segnen: Beson-​ dere Zuwendung Gottes ​ zu seinen Geschöpfen. ​ Gott schenkt durch sei-​ nen Segen Leben, Kraft ​ und Wohlergehen.

Adam schlief wie­der mit sei­ner Frau, und Eva be­kam noch einen Sohn. Sie nannte ihn Set, das heißt: Er­satz. Denn sie sagte: »Gott hat mir einen an­de­ren Sohn ge­schenkt. Denn Abel ist ja von Kain er­schla­ gen wor­den.« 26 Auch Set be­kam einen Sohn und nannte ihn Enosch. Da­mals be­gann man, den Herrn bei sei­nem Na­men an­zu­ru­fen.

weggenommen: Neben ​ Elija ist Henoch die ​ einzige Person im Alten ​ Testament, die nicht ​ stirbt; vgl. 2. Könige ​ 2,9‑11.

Adams Nachkommen bis zur Sintflut

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1 Das ist der Fa­mi­li­en­stamm­baum von Adam⁠: Als Gott den Men­schen er­schuf, machte er ihn als sein Eben­bild⁠. 2 Er schuf sie als Mann und Frau. Gott seg­nete⁠ sie und gab ih­nen den Na­men »Mensch« – an dem Tag, als sie er­schaf­fen wur­den. 3 Adam war 130 Jahre alt, da wurde er wie­der Va­ter. Sein Sohn war ihm so ähn­lich wie sein Eben­bild. Er gab ihm den Na­men Set. 4 Adam lebte nach Sets Ge­burt noch 800 Jahre und be­kam wei­tere Söh­ne und Töch­ter. 5 Er starb im Al­ter von 930 Jah­ren. 6 Set war 105 Jahre alt, als sein Sohn Enosch ge­bo­ren wurde. 7 Set lebte nach Enoschs Ge­burt noch 807 Jahre und be­kam wei­tere Söh­ ne und Töch­ter. 8 Er starb im Al­ter von 912 Jah­ren. 9 Enosch war 90 Jahre alt, als sein Sohn Ke­nan ge­bo­ren wurde. 10 Enosch lebte nach Ke­nans Ge­burt noch 815 Jahre und be­kam wei­ tere Söh­ne und Töch­ter. 11 Er starb im Al­ter von 905 Jah­ren. 12 Ke­nan war 70 Jahre alt, als sein Sohn Ma­ha­lalel ge­bo­ren wurde. 13 Ke­nan lebte nach Ma­ha­lal­els Ge­burt noch 840 Jahre und be­kam wei­tere Söh­ne und Töch­ter. 14 Er starb im Al­ter von 910 Jah­ren. 15 Ma­ha­lalel war 65 Jahre alt, als sein Sohn Je­red ge­bo­ren wurde. 16 Ma­ha­lalel lebte nach Je­reds Ge­burt noch 830 Jahre und be­kam wei­ tere Söh­ne und Töch­ter. 17 Er starb im Al­ter von 895 Jah­ren. 18 Je­red war 162 Jahre alt, als sein Sohn He­noch ge­bo­ren wurde. 19 Je­ red lebte nach He­nochs Ge­burt noch 800 Jahre und be­kam wei­tere Söh­ne und Töch­ter. 20 Er starb im Al­ter von 962 Jah­ren. 21 He­noch war 65 Jahre alt, als sein Sohn Me­tu­sche­lach ge­bo­ren wurde. 22 He­noch führte ein Le­ben in en­ger Be­zie­hung zu Gott. Nach der Ge­burt Me­tu­schel­achs lebte er noch 300 Jahre und be­kam wei­ tere Söh­ne und Töch­ter. 23 He­noch wurde 365 Jahre alt. 24 Nach­dem er in en­ger Be­zie­hung zu Gott ge­lebt hatte, war er plötz­lich nicht mehr da. Denn Gott hatte ihn von der Er­de weg­ge­nom­men⁠.

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25 Me­tu­sche­lach⁠ war 187 Jahre alt, als sein Sohn La­mech ge­bo­ren wurde. 26 Me­tu­sche­lach lebte nach La­mechs Ge­burt noch 782 Jahre und be­kam wei­tere Söh­ne und Töch­ter. 27 Er starb im Al­ter von 969 Jah­ren. 28 La­mech war 182 Jahre alt, als er einen Sohn be­kam. 29 Er gab ihm den Na­men Noah und sagte: »Die­ser wird uns trös­ten⁠ bei un­se­rer Ar­ beit und Mü­he auf dem Acker­bo­den, den der Herr ver­flucht hat.« 30 La­mech lebte nach No­ahs Ge­burt noch 595 Jahre und be­kam wei­ tere Söh­ne und Töch­ter. 31 Er starb im Al­ter von 777 Jah­ren. 32 Noah war 500 Jahre alt, als seine Söh­ne Sem, Ham und Ja­fet ge­ bo­ren wur­den.

Die Begrenzung der Lebenszeit

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Als die Men­schen sich ver­mehr­ten und auf der Er­de aus­brei­ te­ten, be­ka­men sie auch viele Töch­ter. 2 Die Got­tes­söhne⁠ sa­ hen, dass die Töch­ter der Men­schen schön wa­ren. Sie nah­men sich Frauen, wie sie woll­ten. 3 Da sprach der Herr: »Mein Geist soll nicht für eine so lange Zeit im Men­schen blei­ben. Denn der Mensch ist ver­ gäng­lich. Er soll nicht mehr als 120 Jahre alt wer­den.« 4 Zu die­ser Zeit, wie auch spä­ter, leb­ten auf der Er­de noch Rie­sen. Sie ent­stamm­ten der Ver­bin­dung der Got­tes­söhne mit den Töch­tern der Men­schen. Das sind die be­rühm­ten Hel­den aus ur­alter Zeit. 1

1. Mose/Genesis 5​.​6 Metuschelach: Hebräi-​ sche Namensform von ​ »Methusalem«, der ​ aufgrund seines hohen ​ Alters sprichwörtlich ​ geworden ist. trösten: Im Hebräischen ​ klingt das Wort für ​ »trösten« ähnlich wie ​ der Name »Noah«. Gottessöhne: Himmlische ​ Wesen, die teilweise als ​ Götter verehrt wurden. ​ In der Bibel gehören sie ​ zum Hofstaat Gottes ​ und dienen ihm. gerecht, Gerechtigkeit: ​ Meint ein Leben nach ​ dem Willen Gottes.

Noah und die Sintflut 6,5‒9,29 Die Bosheit der Menschen

Der Herr sah, dass die Bos­heit der Men­schen auf der Er­de zu­ge­ nom­men hatte. Den gan­zen Tag lang hat­ten sie nur Bö­ses im Sinn. 6 Da be­reu­te es der Herr, dass er die Men­schen auf der Er­de ge­macht hatte. Er war zu­tiefst be­trübt. 7 Der Herr sprach: »Ich will die Men­ schen, die ich er­schaf­fen habe, wie­der von der Er­de aus­lö­schen. Ja, ich will al­les aus­lö­schen – von den Men­schen bis zum Vieh, von den Kriech­tie­ren bis zu den Vö­geln am Himmel. Denn ich be­reue, dass ich sie ge­macht habe.« 8 Noah aber fand Gna­de beim Herrn. 5

Noah baut eine Arche

Das ist die Fa­mi­li­en­ge­schich­te von Noah: Noah war ein ge­rech­ ter⁠ Mann und ta­del­los – im Ge­gen­satz zu sei­nen Zeit­ge­nos­sen. Er führte ein Le­ben in en­ger Be­zie­hung zu Gott. 10 Noah hatte drei Söh­ ne: Sem, Ham und Ja­fet. 11 Doch die Er­de war in den Au­gen Got­tes durch und durch ver­dor­ben und vol­ler Ge­walt­ta­ten. 12 Gott sah auf die Er­de: Sie war durch und durch ver­dor­ben. Denn alle Le­be­we­sen auf der Er­de hat­ten den rech­ten Weg ver­las­sen und sich dem Bö­sen zu­ge­wandt. 13 Da sagte Gott zu Noah: »Ich habe den Un­ter­gang al­ler Le­be­we­ sen be­schlos­sen, denn ih­ret­we­gen ist die Er­de vol­ler Ge­walt­ta­ten. Ja, 9

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1. Mose/Genesis 6​.​7 Bund: Vertrag, mit dem ​ zwei Partner eine ge-​ genseitige Verpflichtung ​ eingehen. Ist Gott einer ​ der Partner, kann er sich ​ auch einseitig zur Treue ​ gegenüber seinem Volk ​ oder einzelnen Men-​ schen verpflichten. Arche: Bezeichnung für ​ das kastenartige Schiff, ​ das Noah im Auftrag ​ Gottes baute; vgl. ​ 1. Mose/‍Genesis 6,13‑22. gerecht, Gerechtigkeit: ​ Meint ein Leben nach ​ dem Willen Gottes. rein: Bezeichnet Men-​ schen, Tiere und Dinge, ​ die dafür vorbereitet ​ sind, in der Nähe Gottes ​ zu sein. Urmeer: Wasser, das am ​ Anfang die ganze Erde ​ bedeckte. Es steht für ​ das Chaos, das Gott ​ bei der Erschaffung der ​ Welt in seine Schranken ​ weist.

ich will sie mit der Er­de ver­nich­ten. 14 Bau dir ein Schiff, eine Arche, aus Na­del­holz! Stat­te die Ar­che mit Kam­mern aus und dichte sie innen wie außen mit Pech ab. 15 Mach die Ar­che 150 Me­ter lang, 25 ­Meter breit und 15 Me­ter hoch. 16 Mach das Dach für die Ar­che so, dass es einen hal­ben Me­ter über­steht. Bring den Ein­gang der Ar­che an ih­rer Seite an. Bau sie mit drei Stock­wer­ken: einem un­te­ren, einem mittleren und einem obe­ren. 17 Denn ich will eine Sint­flut über die Er­de her­ein­bre­chen las­sen. Sie soll al­les un­ter dem Him­mel ver­nich­ten, in dem der Le­bens­ atem ist. Al­les, was auf der Er­de ist, soll um­kom­men. 18 Doch mit dir schließe ich einen Bund⁠: Geh in die Ar­che – zu­sam­men mit dei­nen Söh­nen, dei­ner Frau und den Frauen dei­ner Söh­ne. 19 Nimm von al­ len Le­be­we­sen je­weils ein Paar mit in die Ar­che. Je ein Männ­chen und ein Weib­chen soll es sein, da­mit sie mit dir am Le­ben blei­ben. 20 Von je­der Tier­art sol­len je zwei zu dir kom­men: von den Vö­geln, dem Vieh und den Kriech­tie­ren auf dem Bo­den. So blei­ben sie am Le­ben. 21 Nimm ge­nug zu es­sen mit, und leg Vor­räte an für dich und die Tiere.« 22 Noah machte al­les so, wie Gott es ihm be­foh­len hatte. Ge­nau­so machte er es.

Noah geht mit seiner Familie und den Tieren in die Arche

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Der Herr sagte zu Noah: »Geh mit dei­ner gan­zen Fa­mi­lie in die Ar­che⁠. Denn nur du kannst vor mir als ge­recht⁠ gel­ten – im ­Unter­schied zu dei­nen Zeit­ge­nos­sen. 2 Nimm von al­len rei­nen⁠ Tie­ ren je­weils sie­ben Männ­chen und Weib­chen mit! Von den un­rei­nen Tie­ren nimm je­weils zwei mit: ein Männ­chen und ein Weib­chen. 3 Auch von den Vö­geln am Himmel nimm je­weils sie­ben Männ­chen und Weib­chen mit. So kann ihr Nach­wuchs wie­der auf der Er­de le­ ben. 4 Denn noch sie­ben Ta­ge, dann lasse ich es auf die Er­de reg­nen – 40 Ta­ge und 40 Nächte lang. Ich werde al­les Be­ste­hen­de, das ich ge­ macht habe, von der Er­de aus­lö­schen.« 5 Noah machte al­les so, wie der Herr es ihm be­foh­len hatte. 6 Noah war 600 Jahre alt, als die Sint­flut über die Er­de kam. 7 Noah ging vor dem Was­ser der Flut in die Ar­che – mit sei­nen Söh­nen, s­ einer Frau und den Frauen sei­ner Söh­ne. 8 Rei­ne und un­reine Tiere ­ka­men mit, ebenso die Vö­gel und al­les, was auf dem Bo­den kriecht. 9 Von ih­ nen ging je­weils ein Paar, ein Männ­chen und ein Weib­chen, zu Noah in die Ar­che. Es war ge­nau so, wie Gott es Noah be­foh­len hatte. 1

Die Erde wird überflutet

Sie­ben Ta­ge spä­ter kam das Was­ser der Sint­flut über die Er­de. 11 Es war in No­ahs 600. Le­bens­jahr, am 17. Tag des zwei­ten Mo­nats. An die­ sem Tag bra­chen alle Quel­len des Ur­meers⁠ auf, und die Schleu­sen des Him­mels öff­ne­ten sich. 12 40 Ta­ge und 40 Nächte lang fiel Re­gen auf die Er­de. 13 Ge­nau an die­sem Tag ging Noah in die Ar­che. Seine Söh­ ne Sem, Ham und Ja­fet, seine Frau und die drei Frauen sei­ner Söh­ne 10

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gin­gen mit hin­ein. 14 Bei ih­nen wa­ren alle Ar­ten von wil­den Tie­ren und Vieh und alle Tier­ar­ten, die auf der Er­de krie­chen. Sie nah­men auch alle Ar­ten von flie­gen­den Tie­ren mit: jede Vo­gel­art und al­les, was sonst noch Flü­gel hat. 15 Von al­len Tie­ren, in de­nen der Le­bens­ a­tem ist, kam je­weils ein Paar zu Noah in die Ar­che. 16 Von je­der Art ka­men ein Männ­chen und ein Weib­chen, ge­nauso wie Gott es Noah be­foh­len hatte. Dann schloss der Herr hin­ter ihm zu. 17 Die Sint­flut auf der Er­de dau­erte 40 Ta­ge. Das Was­ser stieg an, hob die Ar­che hoch und trug sie im­mer hö­her über die Er­de. 18 Das Was­ser stieg wei­ter und über­schwemm­te die Er­de, doch die Ar­che schwamm auf dem Was­ser. 19 Die Was­ser­mas­sen stie­gen noch hö­her und be­deck­ten alle ho­hen Ber­ge un­ter dem Him­mel. 20 Das Was­ser über­ragte die Gip­fel um sie­ben­ein­halb Me­ter. 21 Da ka­men alle Lebe­ we­sen auf der Er­de um: Vö­gel, Vieh und wilde Tiere, al­les, wo­von die Er­de wim­melt, und auch alle Men­schen. 22 Al­les starb, was den Lebens­a­tem⁠ in sich hatte und auf dem Land lebte. 23 So lösch­te Gott al­les auf dem Erd­bo­den Be­ste­hen­de aus: vom Men­schen bis zum Vieh, vom Kriech­tier bis zum Vo­gel am Himmel – er lösch­te al­les auf der Er­de aus. Nur Noah blieb üb­rig und alle, die mit ihm in der Ar­che wa­ren. 24 150 Ta­ge lang stieg das Was­ser auf der Er­de.

1. Mose/Genesis 7​.​8 Lebensatem: Gott haucht ​ dem Menschen Atem ​ ein und macht ihn ​ dadurch lebendig, vgl. ​ 1. Mose/‍Genesis 2,7. Gebirge Ararat: Region ​ in Kleinasien, die sich ​ heute auf die Länder ​ Türkei, Irak, Armenien ​ und Iran verteilt.

Die Sintflut hört auf

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Da dachte Gott an Noah – und an alle Tiere und das Vieh, die bei ihm in der Ar­che wa­ren. Er ließ einen Wind über die Er­de we­hen, und das Was­ser be­gann zu sin­ken. 2 Die Quel­len des Ur­meers wur­ den ver­schlos­sen und die Schleu­sen des Him­mels ver­rie­gelt, so­dass der Re­gen auf­hörte. 3 Da ging das Was­ser auf der Er­de all­mäh­lich zu­ rück, es sank und ver­si­cker­te. Nach 150 Ta­gen war es so weit ge­sun­ ken, 4 dass die Ar­che auf dem Ge­birge Ara­rat⁠ auf­setz­te. Das war am 17. Tag des sieb­ten Mo­nats. 5 Bis zum zehn­ten Mo­nat sank das Was­ ser wei­ter. Am ers­ten Tag des zehn­ten Mo­nats ka­men die Berg­gip­fel zum Vor­schein. 6 40 Ta­ge spä­ter öff­nete Noah das Fens­ter, das er in die Ar­che ein­ ge­baut hatte. 7 Er ließ einen Ra­ben hin­aus­flie­gen. Der kehrte im­mer wie­der zu­rück, bis das Was­ser ver­schwun­den und die Er­de tro­cken war. 8 Noah schickte auch eine Taube los. Er wollte her­aus­fin­den, ob das Was­ser vom Erd­bo­den ab­ge­flos­sen war. 9 Aber die Taube fand kei­ nen Halt für ihre Fü­ße. Da kehrte sie zu Noah in die Ar­che zu­rück, denn noch im­mer be­deckte Was­ser die ganze Er­de. Noah streckte seine Hand aus, nahm die Taube und holte sie zu sich in die Ar­che. 10 Er war­tete noch wei­tere sie­ben Ta­ge. Dann schickte er die Taube wie­der aus der Ar­che hin­aus. 11 Am Abend kam sie zu ihm zu­rück. Dies­mal hatte sie in ih­rem Schna­bel ein fri­sches Blatt von einem Oli­ven­baum. Da wusste Noah, dass das Was­ser auf der Er­de we­ni­ ger ge­wor­den war. 12 Er war­tete noch ein­mal sie­ben Ta­ge lang. Dann schickte er die Taube wie­der los. Doch nun kehrte sie nicht mehr zu ihm zu­rück. 1

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1. Mose/Genesis 8​.​9 Altar: Eine Art Tisch oder ​ Podest, auf dem einer ​ Gottheit Opfergaben ​ dargebracht wurden. rein: Bezeichnet Men-​ schen, Tiere und Dinge, ​ die dafür vorbereitet ​ sind, in der Nähe Gottes ​ zu sein. Brandopfer: Das ge-​ schlachtete Opfertier ​ wird mit Ausnahme ​ der Haut bzw. des ​ Fells vollständig auf ​ dem Brandopferaltar ​ verbrannt. Fluch: Ein Unheil bringen-​ des Wort, durch das ​ die Lebenskraft oder ​ das Wohlergehen des ​ Verfluchten gemindert ​ werden soll. Blut: Gilt bei Mensch und ​ Tier als Sitz der Lebens-​ kraft. Wer Blut vergießt, ​ nimmt das Leben, das ​ Gott gegeben hat. Ebenbild: Damit wird ge-​ sagt, dass die Menschen ​ als Gottes Stellvertreter ​ auf der Erde geschaffen ​ sind; vgl. 1. Mose/​ Genesis 1,27. Bund: Vertrag, mit dem ​ zwei Partner eine ge-​ genseitige Verpflichtung ​ eingehen. Ist Gott einer ​ der Partner, kann er sich ​ auch einseitig zur Treue ​ gegenüber seinem Volk ​ oder einzelnen Men-​ schen verpflichten.

Noah verlässt mit seiner Familie und den Tieren die Arche

Im 601. Le­bens­jahr No­ahs, am ers­ten Tag des ers­ten Mo­nats, war das Was­ser ver­schwun­den und die Er­de tro­cken. Noah ent­fernte das Dach von der Ar­che und sah, dass der Erd­bo­den tro­cken war. 14 Am 27. Tag des zwei­ten Mo­nats war die Er­de ganz tro­cken. 15 Da sagte Gott zu Noah: 16 »Geh aus der Ar­che hin­aus – zu­sam­men mit dei­ner Frau, dei­nen Söh­nen und den Frauen dei­ner Söh­ne! 17 Nimm all die Tiere mit hin­aus, die bei dir sind: die Vö­gel, das Vieh und al­les, was auf dem Bo­den kriecht. Auf der Er­de soll es von ih­nen wim­meln. Sie sol­len frucht­bar sein und sich auf der Er­de ver­meh­ren.« 18 Da ging Noah hin­ aus – mit sei­nen Söh­nen, sei­ner Frau und den Frauen sei­ner Söh­ne. 19 Dann ka­men alle Tiere, al­les, was kriecht, und alle Vö­gel. Al­les, was sich auf der Er­de regt, zog nach Ar­ten ge­ord­net aus der Ar­che hin­aus. 13

Noahs Opfer und Gottes Versprechen

Noah baute einen Al­tar⁠ für den Herrn. Von den rei­nen⁠ Tie­ren und den rei­nen Vö­geln brachte er einige auf dem Al­tar als Brand­opfer⁠ dar. 21 Der Ge­ruch stimmte den Herrn gnä­dig und er sagte zu sich selbst: »Nie wie­der will ich die Er­de we­gen der Men­schen ver­flu­chen⁠. Denn von Ju­gend an ha­ben sie nur Bö­ses im Sinn. Nie wie­der will ich al­les Le­ben­di­ge so schwer be­stra­fen, wie ich es ge­tan habe. 22 So­lan­ge die Er­de be­steht, wer­den nicht auf­hö­ren Saat und Ern­te, Frost und Hitze, Som­mer und Win­ter, Tag und Nacht.« 20

Gottes Bund mit den Menschen

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1 Gott seg­nete Noah und seine Söh­ne und sagte zu ih­nen: »Seid frucht­bar, ver­mehrt euch und be­völ­kert die Er­de! 2 Furcht und Schre­cken soll von euch aus­ge­hen für alle Tiere: für die Tiere auf der Er­de und die Vö­gel am Himmel, für al­les, was auf dem Erd­bo­den kriecht, und die Fi­sche im Meer. Ich gebe sie in eure Hand. 3 Al­les, was sich regt und lebt, soll eure Nah­rung sein. Bis­her wa­ren es nur Pflan­ zen, nun gebe ich euch al­les zu es­sen. 4 Nur Fleisch, in dem noch Blut⁠ und da­mit Le­ben ist, dürft ihr nicht es­sen! 5 Wenn aber euer Blut ver­gos­sen wird, for­dere ich Re­chen­schaft für euer Le­ben. Ich for­dere sie von je­dem Tier und ebenso vom Men­ schen. Für das Le­ben eines Men­schen for­dere ich Re­chen­schaft von einem an­de­ren Men­schen. 6 Wer das Blut eines Men­schen ver­gießt, des­sen Blut soll durch Men­schen ver­gos­sen wer­den. Denn Gott hat den Men­schen als sein Eben­bild⁠ ge­macht. 7 Ihr aber seid frucht­bar und ver­mehrt euch! Be­völ­kert die Er­de und wer­det zahl­reich auf ihr.« 8 Dann sagte Gott zu Noah und zu sei­nen Söh­nen, die bei ihm wa­ ren: 9 »Ich aber, ich schließe mei­nen Bund⁠ mit euch und euren Nach­ kom­men 10 und al­len Le­be­we­sen bei euch: den Vö­geln, dem Vieh und den wil­den Tie­ren. Ich schließe ihn mit al­len, die aus der Ar­che ka­ men, mit al­len Le­be­we­sen der Er­de. 11 Ich werde mei­nen Bund mit euch schlie­ßen: Nie wie­der soll eine Sint­flut al­les Le­ben aus­rot­ten! Nie wie­der soll eine Sint­flut die Er­de ver­nich­ten!«

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Neues Testament


Die Gute Nachricht nach Matthäus Die Geburt und Kindheit von Jesus 1,1‒2,23 Der Stammbaum von Jesus → Lukas 3,23‑38

1

Das Buch vom Ur­sprung und der Ge­schich­te von Je­sus Chris­ tus, der ein Sohn Da­vids⁠ und ein Nach­komme Ab­ra­hams⁠ war. 2 Abra­ham war der Va­ter von Isaak, Isaak von Ja­kob, Ja­kob von Juda und sei­nen Brü­dern. 3 Juda war der Va­ter von Pe­rez und Se­rach – ihre Mut­ter war Ta­mar –, Pe­rez von Hez­ron, Hez­ron von Ram. 4 Ram war der Va­ter von Ammi­na­dab, Ammi­na­dab von Nach­schon, Nach­schon von Sal­mon. 5 Sal­mon war der Va­ter von Boas – seine Mut­ter war Ra­ hab –, Boas war der Va­ter von Obed – seine Mut­ter war Rut –, Obed der Vater von Isai. 6 Isai war der Va­ter von Da­vid, dem Kö­nig, Da­vid von Sa­lomo – seine Mut­ter war die Frau von Urija. 7 Sa­lomo war der Va­ter von Re­ha­beam, Re­ha­beam von Abija, Abija von Asa, 8 Asa von Jo­scha­fat, Jo­scha­fat von Jo­ram, Jo­ram von Usija, 9 Usija von Jo­tam, Jo­tam von Ahas, Ahas von His­kija, 10 His­kija von Ma­nasse, Ma­nasse von Amos, Amos von Jo­schija. 11 Jo­schija war der Va­ter von Jo­ja­chin und sei­nen Brü­dern. Dann kam die Ver­ban­nung nach Ba­by­lo­ni­en. 12 Als die Ver­ban­nung nach Ba­by­lo­ni­en vor­über war, wurde Jo­ja­ chin Va­ter von Sche­al­ti­el, Sche­al­ti­el von Se­rub­ba­bel, 13 Se­rub­ba­bel von Abi­hud, Abi­hud von El­ja­kim, El­ja­kim von Azor, 14 Azor von Za­ dok, Za­dok von Achim, Achim von Eliud, 15 Eliud von Ele­asar, Ele­asar von Mat­tan, Mat­tan von Ja­kob, 16 Ja­kob von Jo­sef. Jo­sef war der Mann von Ma­ria. Ma­ria war die Mut­ter von Je­sus, der Chris­tus⁠ ge­nannt wird. 17 Alle Ge­ne­ra­ti­o­nen zu­sam­men sind: von Abra­ham bis Da­vid vier­ zehn Ge­ne­ra­ti­o­nen, von Da­vid bis zur Ver­ban­nung nach Ba­by­lonien vier­zehn Ge­ne­ra­ti­o­nen, von der Ver­ban­nung nach Ba­by­lo­ni­en bis zu Chris­tus vier­zehn Ge­ne­ra­ti­o­nen. 1

Matthäus 1 Sohn Davids: David ist ​ ein bedeutender König ​ von Israel. Nachdem ​ das Königreich unterge-​ gangen war, hoffte man ​ auf einen Nachkommen ​ Davids als Retter und ​ Erlöser Israels; vgl. 2. Sa-​ muel 7,12‑16. Nachkomme Abrahams: ​ Ausdruck für die Zuge-​ hörigkeit zum Volk ​ Israel, als dessen Stamm- ​ vater Abraham ​gilt. Christus: Bedeutet über-​ setzt »der Gesalbte«. Im ​ Alten Testament wer-​ den Könige, aber auch ​ Propheten und Priester ​ bei Amtsantritt gesalbt. ​ Später wird der von ​ Gott zum Herrscher der ​ Welt bestimmte Retter ​ so genannt. Im Neuen ​ Testament ist das Jesus. Verlobung: Macht die ​ Verbindung zwischen ​ Mann und Frau rechts-​ gültig, ohne dass diese ​ bereits zusammenleben. aus dem Heiligen Geist: ​ Die ungewöhnliche ​ Formulierung weist ​ auf die besonderen Um-​ stände des Schwanger-​ Werdens hin. Der Hei-​ lige Geist ist die Kraft, ​ durch die Gott in der ​ Welt wirkt.

Jesus wird geboren

Zur Ge­burt von Je­sus Chris­tus kam es so: Seine Mut­ter Ma­ria war mit Jo­sef ver­lobt⁠. Sie hat­ten noch nicht mit­ein­an­der ge­schla­fen. Da stellte sich her­aus, dass Ma­ria schwan­ger war – aus dem Hei­li­gen Geist⁠. 19 Ihr Mann Jo­sef lebte nach Got­tes Wil­len, aber er wollte Ma­ria nicht bloß­stel­len. Des­halb wollte er sich von ihr tren­nen, ohne Auf­se­ hen zu er­re­gen. 20 Da­zu war er ent­schlos­sen. Doch im Traum er­schien ihm ein En­gel des Herrn und sagte: »Jo­sef, du Nach­komme Da­vids, 18

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Mt


Matthäus 1​.​2 Jesus: Der Name bedeu-​ tet übersetzt »der Herr ​ rettet«. sein Volk: Gemeint ist ​ das Volk Israel. durch den Propheten ​ gesagt (Vers 22): Zitat aus der griechi­ schen Übersetzung von Jesaja 7,14. Herodes der Große: König ​ über Judäa, Samarien, ​ Galiläa und die an-​ grenzenden Gebiete ​ (37‒4 v. Chr.). König der Juden: Nach-​ dem das Königreich ​ Israel untergegangen ​ war, hoffte man darauf, ​ dass Gott einen Nach-​ kommen von König ​ David als Retter und ​ Erlöser Israels senden ​ würde. Schriftgelehrte: Menschen, ​ deren Aufgabe das Stu-​ dium und die Auslegung ​ der Heiligen Schrift ist. Christus: Bedeutet über-​ setzt »der Gesalbte«. Im ​ Alten Testament wer-​ den Könige, aber auch ​ Propheten und Priester ​ bei Amtsantritt gesalbt. ​ Später wird der von ​ Gott zum Herrscher der ​ Welt bestimmte Retter ​ so genannt. Im Neuen ​ Testament ist das Jesus. im Buch des Propheten ​ steht: Das Zitat nimmt ​ Worte aus Micha 5,1; 5,3 ​ und 2. Samuel 5,2 auf. Myrrhe: Kostbares duf-​ tendes Harz eines ​ immergrünen Baums.

fürchte dich nicht, Ma­ria als deine Frau zu dir zu neh­men. Denn das Kind, das sie er­war­tet, ist aus dem Hei­li­gen Geist. 21 Sie wird einen Sohn zur Welt brin­gen. Dem sollst du den Na­men Je­sus⁠ ge­ben. Denn er wird sein Volk⁠ ret­ten: Er be­freit es von al­ler Schuld.« 22 Das al­les ge­schah, da­mit in Er­fül­lung ging, was der Herr durch den Pro­phe­ten ge­sagt⁠ hat: 23 »Ihr wer­det se­hen: Die Jung­frau wird schwan­ger wer­den und einen Sohn zur Welt brin­gen. Dem wer­den sie den Na­men Im­ma­nu­el ge­ben«, das heißt: Gott ist mit uns. 24 Jo­sef wachte auf und tat, was ihm der En­gel des Herrn be­foh­len hatte: Er nahm seine Frau zu sich. 25 Aber er schlief nicht mit Ma­ria, bis sie ih­ren Sohn zur Welt brachte. Und er gab ihm den Na­men Je­sus.

Die Sterndeuter aus dem Osten

2

Je­sus wurde in Bet­le­hem in Ju­däa ge­bo­ren. Zu die­ser Zeit war He­ro­des⁠ Kö­nig. Da ka­men Stern­deu­ter aus dem Os­ten nach Je­ ru­sa­lem. 2 Sie frag­ten: »Wo ist der neu­ge­bo­rene Kö­nig der Ju­den⁠? Denn wir ha­ben sei­nen Stern im Os­ten ge­se­hen und sind ge­kom­ men, um ihn an­zu­be­ten.« 3 Als Kö­nig He­ro­des das hörte, er­schrak er und mit ihm alle in Je­ru­sa­lem. 4 Er rief zu sich alle füh­ren­den Pries­ ter und Schrift­ge­lehr­ten⁠ des Vol­kes. Er fragte sie: »Wo soll der Chris­ tus⁠ ge­bo­ren wer­den?« 5 Sie ant­wor­te­ten ihm: »In Bet­le­hem in Ju­däa! Denn im Buch des Pro­phe­ten steht⁠: 6 ›Du, Bet­le­hem im Land Juda, du bist kei­nes­wegs die un­be­deu­tends­te un­ter den Städ­ten in Juda. Denn aus dir wird der Herr­scher kom­men, der mein Volk Is­ra­el wie ein Hirte füh­ren soll.‹ « 7 Spä­ter rief He­ro­des die Stern­deu­ter heim­lich zu sich. Er er­kun­dig­te sich bei ih­nen ge­nau nach der Zeit, wann der Stern er­schie­nen war. 8 Dann schickte er sie nach Bet­le­hem und sagte: »Geht und sucht über­all nach dem Kind! Wenn ihr es fin­det, gebt mir Be­scheid! Dann will auch ich kom­men und es an­be­ten.« 9 Nach­dem die Stern­deu­ter den Kö­nig ge­hört hat­ten, mach­ten sie sich auf den Weg. Der­sel­be Stern, den sie im Os­ten ge­se­hen hat­ten, ging vor ih­nen her. Dann blieb er ste­hen, ge­nau über der Stel­le, wo das Kind war. 10 Als sie den Stern sa­hen, wa­ren sie außer sich vor Freude. 11 Sie gin­gen in das Haus und sa­hen das Kind mit Ma­ria, sei­ ner Mut­ter. Sie war­fen sich vor ihm nie­der und be­te­ten es an. Dann hol­ten sie ihre Schät­ze her­vor und ga­ben ihm Ge­schenke: Gold, Weih­rauch und Myr­rhe⁠. 12 Gott be­fahl ih­nen im Traum: »Geht nicht wie­der zu He­ro­des!« Des­halb kehr­ten sie auf einem an­de­ren Weg in ihr Land zu­rück. 1

Die Flucht nach Ägypten

Die Stern­deu­ter wa­ren ge­gan­gen. Da er­schien Jo­sef ein En­gel des Herrn im Traum. Er sagte: »Steh auf! Nimm das Kind und seine Mut­ ter und flieh nach Ägyp­ten! Blei­be dort, bis ich es dir sage! Denn He­ ro­des wird das Kind su­chen, um es zu tö­ten.« 14 Dar­auf­hin stand Jo­sef mit­ten in der Nacht auf. Er nahm das Kind und seine Mut­ter und zog mit ih­nen nach Ägyp­ten. 15 Dort blieb er bis zum Tod von He­ro­des.

13

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Da­durch ging in Er­fül­lung, was Gott durch den Pro­phe­ten ge­sagt⁠ hat: »Aus Ägyp­ten habe ich mei­nen Sohn ge­ru­fen.«

Herodes tötet die Kinder in Betlehem

He­ro­des merkte bald, dass ihn die Stern­deu­ter ge­täuscht hat­ten. Da wurde er sehr zor­nig. Er ließ in Bet­le­hem und der Um­ge­bung alle Kin­der tö­ten, die zwei Jahre und jün­ger wa­ren. Das ent­sprach dem Zeit­raum, den er von den Stern­deu­tern er­fragt hatte. 17 Da­mals er­ füllte sich, was Gott durch den Pro­phe­ten Je­re­mia ge­sagt⁠ hat: 18 »Ge­ schrei ist in Rama zu hö­ren, Wei­nen und lau­tes Kla­gen. Ra­hel weint um ihre Kin­der. Sie will sich nicht trös­ten las­sen, denn die Kin­der sind nicht mehr da.« 16

Die Rückkehr nach Nazaret

He­ro­des war ge­stor­ben. Da er­schien Jo­sef in Ägyp­ten im Traum ein En­gel des Herrn. 20 Der sagte: »Steh auf! Nimm das Kind und seine Mut­ter und geh in das Land Is­ra­el! Denn alle, die das Kind um­brin­ gen woll­ten, sind tot.« 21 Jo­sef stand auf, nahm das Kind und seine Mut­ter und kehrte in das Land Is­ra­el zu­rück. 22 Er hörte, dass nun Ar­che­laus Kö­nig über Ju­däa war – an­stelle sei­nes Va­ters He­ro­des. Des­halb fürch­tete sich Jo­sef, dort­hin zu ge­hen. Im Traum be­kam er neue An­wei­sung von Gott. Dar­auf­hin zog er in das Ge­biet von Ga­ li­läa. 23 Dort ließ er sich in der Stadt Na­za­ret nie­der. So ging in Er­fül­ lung, was Gott durch die Pro­phe­ten ge­sagt⁠ hat: »Er wird Na­zo­räer ge­nannt.« 19

Johannes der Täufer, Jesus und seine Jünger 3,1‒4,22 Johannes der Täufer → Markus 1,2‑6; Lukas 3,1‑6; Johannes 1,19‑23

3

1 Zu die­ser Zeit trat Jo­han­nes der Täu­fer⁠ auf und ver­kün­dete in der Wüs­te von Ju­däa: 2 »Än­dert euer Le­ben! Denn das Him­mel­ reich⁠ kommt jetzt den Men­schen nahe!« 3 Die­ser Jo­han­nes ist es, von dem es bei dem Pro­phe­ten Je­sa­ja heißt⁠: »Eine Stim­me ruft in der Wüs­te: ›Macht den Weg be­reit für den Herrn, eb­net ihm die Straße!‹ « 4 Jo­han­nes trug einen Man­tel aus Ka­mel­haar und um seine Hüfte einen Le­der­gür­tel. Seine Nah­rung be­stand aus Heu­schre­cken und Ho­nig von Wild­bie­nen. 5 Die Men­schen ström­ten zu ihm aus Je­ru­sa­ lem, aus ganz Ju­däa und aus der gan­zen Ge­gend am Jor­dan. 6 Sie lie­ ßen sich von ihm im Fluss Jor­dan tau­fen und be­kann­ten ihre Sün­den.

Johannes fordert dazu auf, das Leben zu ändern → Lukas 3,7‑9

Jo­ han­ nes sah, dass viele Pha­ri­säer⁠ und Sad­du­zäer⁠ ka­ men. Sie woll­ten sich von ihm tau­fen las­sen. Er sagte zu ih­nen: »Ihr Schlan­ gen­brut! Wer hat euch auf den Ge­dan­ken ge­bracht, dass ihr dem

7

Matthäus 2​.​3 durch den Propheten ​ gesagt (Vers 15): Zitat aus Hosea 11,1. Der Vers bezieht sich ursprünglich auf den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. durch den Propheten ​ Jeremia gesagt: Zitat ​ aus Jeremia 31,15‑16. durch die Propheten ​ gesagt: Ein Propheten-​ wort mit diesem Wort-​ laut ist nicht bekannt. ​ Möglicherweise bezieht ​ sich das Zitat auf Je-​ saja 11,1, wo von einem ​ »Spross« (hebräisch: ​ nezer) die Rede ist, der ​ als Friedensherrscher in ​ die Welt kommt. Johannes der Täufer: ​ Bereitet die Menschen ​ auf das Kommen von ​ Jesus vor. Himmelreich: Wörtlich ​ »Königsherrschaft der ​ Himmel«. Bezeichnet ​ den Herrschaftsbereich, ​ in dem sich Gottes ​ Wille durchsetzt. es heißt beim Propheten ​ Jesaja: Zitat aus der ​ griechischen Überset-​ zung von Jesaja 40,3. Pharisäer: Angehöriger ​ einer jüdischen Glau-​ bensgruppe, die die ​ biblischen Vorschriften ​ und Gesetze sehr streng ​ auslegte. Sadduzäer: Angehörige ​ einer jüdischen Glau-​ bensgruppe, in der ​ Priester eine bedeu-​ tende Rolle spielten. ​ Neben den vornehmen ​ Priesterfamilien gehör-​ ten ihr auch andere ​ Vertreter der führenden ​ Gesellschaftsschicht an.

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Mt


Matthäus 3​. ​4 Abraham: Stammvater ​ des Volkes Israel, vgl. ​ 1. Mose/‍Genesis 12‒25. taufen: Wörtlich »(in ​ Wasser) eintauchen«. ​ Religiöse Handlung, ​ die den Willen zum ​ Ausdruck bringt, sein ​ Leben ganz auf Gott ​ auszurichten.

be­vor­ste­hen­den Ge­richt Got­tes ent­geht? 8 Zeigt durch euer Ver­hal­ ten, dass ihr euer Le­ben wirk­lich än­dern wollt! 9 Und denkt ja nicht, ihr könnt sa­gen: ›Abra­ham⁠ ist un­ser Va­ter!‹ Denn ich sage euch: Gott kann diese Steine hier zu Kin­dern Ab­ra­hams ma­chen. 10 Die Axt ist schon an die Baum­wur­zel ge­setzt: Je­der Baum, der keine gute Frucht bringt, wird um­ge­hauen und ins Feuer ge­wor­fen.«

Johannes weist auf Christus hin → Markus 1,7‑8; Lukas 3,15‑18; Johannes 1,24‑28

Jo­han­nes sagte: »Ich taufe⁠ euch mit Was­ser, denn ihr wollt euer Le­ ben än­dern. Aber nach mir kommt einer, der ist mäch­ti­ger als ich. Ich bin es nicht ein­mal wert, ihm die San­da­len aus­zu­zie­hen: Er wird euch mit Hei­li­gem Geist und mit Feuer tau­fen⁠. 12 Er hat die Worf­schau­fel⁠ in sei­ner Hand. Da­mit wird er sein Ge­treide gründ­lich aus­sie­ben. Sei­ nen Wei­zen wird er in die Scheune brin­gen. Aber das Stroh wird er in einem Feuer ver­bren­nen, das nicht aus­geht.«

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mit Feuer taufen: Bild ​ für eine umfassende ​ Reinigung: Jesus wird ​ die Menschen von ​ Grund auf verändern. Worfschaufel, worfeln: ​ Mit einer Worfschaufel ​ wurde das gedroschene ​ Getreide in die Luft ​ geworfen, um Getreide-​ körner von Stroh und ​ Spreu zu trennen. mein geliebter Sohn: ​ Im Titel »Sohn Gottes« ​ kommt das besondere ​ Vertrauensverhältnis ​ eines Menschen zu ​ Gott zum Ausdruck. ​ Im Neuen Testament ​ wird der Titel nur für ​ Jesus verwendet. in der Heiligen Schrift ​ steht (Vers 4): Zitat aus ​ der griechischen Über-​ setzung von 5. Mose/​ Deuteronomium 8,3. Heilige Stadt: Meint Jeru-​ salem, das religiöse und ​ kulturelle Zentrum des ​ Landes. in der Heiligen Schrift ​ steht (Vers 6): Zitat ​ aus Psalm 91,11‑12. in der Heiligen Schrift ​ steht (Vers 7): Zitat aus ​ der griechischen Über-​ setzung von 5. Mose/​ Deuteronomium 6,16.

Jesus lässt sich von Johannes taufen → Markus 1,9‑11; Lukas 3,21‑22; Johannes 1,32‑34

Da­mals kam Je­sus aus Ga­li­läa an den Jor­dan zu Jo­han­nes. Er wollte sich von ihm tau­fen las­sen. 14 Jo­han­nes ver­suchte, ihn da­von ab­zu­ hal­ten. Er sagte: »Ich müsste doch eigent­lich von dir ge­tauft wer­den! Und du kommst zu mir?« 15 Je­sus ant­wor­tete: »Das müs­sen wir jetzt tun. So er­fül­len wir, was Got­tes Ge­rech­tig­keit for­dert.« Da gab Jo­han­ nes nach. 16 Als Je­sus ge­tauft war, stieg er so­fort aus dem Was­ser. In die­sem Mom­ent öff­nete sich der Him­mel über ihm. Er sah den Geist Got­tes, der wie eine Taube auf ihn her­ab­kam. 17 Da er­klang eine Stim­me aus dem Him­mel: »Das ist mein ge­lieb­ter Sohn⁠, an ihm habe ich Freude.« 13

Jesus wird auf die Probe gestellt → Markus 1,12‑13; Lukas 4,1‑13

4

Da­nach wurde Je­sus vom Geist in die Wüs­te ge­führt. Dort sollte er vom Teu­fel auf die Probe ge­stellt wer­den. 2 Je­sus fas­tete 40 Ta­ge und 40 Nächte lang. Dann war er sehr hung­rig. 3 Da kam der Ver­su­cher und sagte zu ihm: »Wenn du der Sohn Got­tes bist, be­fiehl doch, dass die Steine hier zu Brot wer­den!« 4 Je­sus aber ant­wor­tete: »In der Hei­li­gen Schrift steht⁠: ›Der Mensch lebt nicht nur von Brot. Nein, viel­mehr lebt er von je­dem Wort, das aus dem Mund Got­tes kommt.‹ « 5 Dann nahm ihn der Teu­fel mit in die Hei­li­ge Stadt⁠. Er stellte ihn auf den höchs­ten Punkt des Tem­pels 6 und sagte zu ihm: »Wenn du der Sohn Got­tes bist, spring hin­un­ter! Denn in der Hei­li­gen Schrift steht⁠: ›Er wird sei­nen En­geln be­feh­len: Auf ih­ren Hän­den sol­len sie dich tra­gen, da­mit dein Fuß nicht an einen Stein stößt.‹ « 7 Je­sus ant­ wor­tete: »Es steht aber auch in der Hei­li­gen Schrift⁠: ›Du sollst den Herrn, dei­nen Gott, nicht auf die Probe stel­len!‹ « 1

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8 Wie­der nahm ihn der Teu­fel mit sich, die­ses Mal auf einen sehr ho­hen Berg. Er zeigte ihm alle Kö­nig­rei­che der Welt in ih­rer gan­zen Herr­lich­keit. 9 Er sagte zu ihm: »Das al­les will ich dir ge­ben, wenn du dich vor mir nie­der­wirfst und mich an­be­test!« 10 Da sagte Je­sus zu ihm: »Weg mit dir, Sa­tan! Denn in der Hei­li­gen Schrift steht⁠: ›Du sollst den Herrn, dei­nen Gott, an­be­ten und ihn al­lein ver­eh­ren!‹ « 11 Dar­auf­hin ver­ließ ihn der Teu­fel. Und es ka­men En­gel und sorg­ten für ihn.

Jesus beginnt zu predigen → Markus 1,14‑15; Lukas 4,14‑15

Je­sus hörte, dass Jo­han­nes der Täu­fer⁠ ver­haf­tet wor­den war. Des­ halb zog er sich nach Ga­li­läa zu­rück. 13 Er blieb aber nicht in Na­za­ret, son­dern ließ sich in Ka­per­naum nie­der. Ka­per­naum liegt am See Gen­ne­sa­ret, im Ge­biet von Se­bu­lon und Naf­tali. 14 So ging in Er­fül­ lung, was der Pro­phet Je­sa­ja ge­sagt⁠ hat: 15 »Du Land Se­bu­lon und du Land Naf­tali, am See ge­le­gen, jen­seits des Jor­dan: Du bist das Ga­li­ läa der Völ­ker, und für dich gilt: 16 Das Volk, das in der Fins­ter­nis lebt, sieht ein gro­ßes Licht. Und für alle, die im Land des To­des­schat­tens woh­nen, strahlt ein Licht auf!« 17 Von da an ver­kün­dete Je­sus: »Än­ dert euer Le­ben! Denn das Him­mel­reich⁠ kommt jetzt den Men­schen nahe.« 12

Die ersten Jünger → Markus 1,16‑20; Lukas 5,1‑11; Johannes 1,35‑42

18 Als Je­sus am See Gen­ne­sa­ret ent­lang­ging, sah er zwei Brü­der: Si­ mon, der Pe­trus ge­nannt wird, und sei­nen Bru­der An­dreas. Sie war­ fen ge­rade ihre Netze in den See aus, denn sie wa­ren Fi­scher. 19 Je­sus sagte zu ih­nen: »Kommt, folgt⁠ mir! Ich ma­che euch zu Men­schen­ fischern!« 20 So­fort lie­ßen sie ihre Netze lie­gen und folg­ten ihm. 21 Ein klei­nes Stück wei­ter sah Je­sus zwei an­dere Brü­der: Ja­ko­bus, den Sohn von Ze­be­däus, und sei­nen Bru­der Jo­han­nes. Sie wa­ren mit ih­rem Va­ter Ze­be­däus im Boot und bes­ser­ten ge­rade ihre Netze aus. Je­sus rief sie zu sich. 22 So­fort lie­ßen sie das Boot und ih­ren Va­ter zu­ rück und folg­ten ihm.

Matthäus 4 in der Heiligen Schrift ​ steht (Vers 10): Zitat ​ aus 5. Mose/‍Deutero-​ nomium 6,13. Johannes der Täufer: ​ Bereitet die Menschen ​ auf das Kommen von ​ Jesus vor. der Prophet Jesaja gesagt: ​ Zitat aus Jesaja 8,23‒9,1. Himmelreich: Wörtlich ​ »Königsherrschaft der ​ Himmel«. Bezeichnet ​ den Herrschaftsbereich, ​ in dem sich Gottes ​ Wille durchsetzt. folgen: Jesus zu folgen ​ bedeutet, das Leben ​ ganz in seinen Dienst ​ zu stellen. Synagoge: Versammlungs-​ stätte einer jüdischen ​ Gemeinde. Besessene: Menschen, ​ die unter dem Einfluss ​ böser Mächte standen. Mondsüchtige: Menschen, ​ die unter dem Einfluss ​ übernatürlicher Mächte ​ standen, die mit den ​ Mondphasen in Verbin-​ dung gebracht wurden.

Die Bergpredigt 4,23‒7,29 Viele Menschen kommen zu Jesus → Markus 3,7‑12; Lukas 6,17‑19

Je­sus zog durch ganz Ga­li­läa. Er lehrte in ih­ren Syn­ago­gen⁠ und ver­ kün­dete die Gu­te Nach­richt vom Him­mel­reich. Er heilte jede Krank­ heit und je­des Lei­den im Volk. 24 Sein Ruf ver­brei­tete sich in ganz Sy­rien. Und sie brach­ten alle zu ihm, die ir­gend­wel­che Krank­hei­ten oder Schmer­zen hat­ten. Dar­un­ter wa­ren Be­ses­sene⁠, Mond­süch­ ti­ge⁠ und Ge­lähmte. Je­sus heilte sie alle. 25 Eine große Volks­menge 23

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Matthäus 5 Zehn Städte: Zusammen-​ schluss von zehn Städ-​ ten östlich und südlich ​ des See Gennesaret, der ​ eine gewisse Unabhän-​ gigkeit gegenüber den ​ jeweiligen Herrschern ​ behauptete. Berg: Die Szene erinnert ​ an Mose, der den Berg ​ Sinai bestieg und dort ​ von Gott die Zehn ​ Gebote erhielt; vgl. ​ 2. Mose/‍Exodus 19‒20. vor Gott arm: Armut ​ bezeichnet hier die Ab-​ hängigkeit von Gott. Himmelreich: Wörtlich ​ »Königsherrschaft der ​ Himmel«. Bezeichnet ​ den Herrschaftsbereich, ​ in dem sich Gottes ​ Wille durchsetzt. gerecht, Gerechtigkeit: ​ Meint ein Leben nach ​ dem Willen Gottes. Propheten verfolgen: ​ Propheten verkünden, ​ was Gott in einer be-​ stimmten Situation zu ​ sagen hat. Wenn ihre ​ Botschaft unbequem ​ war, konnte es sein, ​ dass sie getötet wur-​ den; vgl. Jeremia 2,30. Salz: Wurde zum Haltbar-​ machen von Lebens-​ mitteln verwendet und ​ war kostbar. das Gesetz und die ​ Propheten: Im Neuen ​ Testament eine ge-​ bräuchliche Bezeich-​ nung für die Heilige ​ Schrift. Amen: Das hebräische ​ Wort bedeutet »So ist ​ es! /‍ So soll es sein!«

folgte ihm: Die Men­schen ka­men aus Ga­li­läa, dem Ge­biet der Zehn Städte⁠, aus Je­ru­sa­lem, aus Ju­däa und aus dem Ge­biet jen­seits des Jor­ dan. 1 Als Je­sus die Volks­menge sah, stieg er auf einen Berg⁠. Er setzte sich und seine Jün­ger ka­men zu ihm. 2 Je­sus be­gann zu re­ den und lehrte sie.

5

Wer glückselig ist (Die Seligpreisungen) → Lukas 6,20‑23

3 »Glück­se­lig sind die, die wis­sen, dass sie vor Gott arm⁠ sind. Denn ih­ nen ge­hört das Him­mel­reich⁠. 4 Glück­se­lig sind die, die trau­ern. Denn sie wer­den ge­trös­tet wer­den. 5 Glück­se­lig sind die, die von Her­zen freund­lich sind. Denn sie wer­den die Er­de als Er­be er­hal­ten. 6 Glück­ se­lig sind die, die hun­gern und dürs­ten nach der Ge­rech­tig­keit⁠. Denn sie wer­den satt wer­den. 7 Glück­se­lig sind die, die barm­her­zig sind. Denn sie wer­den barm­her­zig be­han­delt wer­den. 8 Glück­se­lig sind die, die ein rei­nes Herz ha­ben. Denn sie wer­den Gott se­hen. 9 Glück­ se­lig sind die, die Frie­den stif­ten. Denn sie wer­den Kin­der Got­tes hei­ßen. 10 Glück­se­lig sind die, die ver­folgt wer­den, weil sie für Got­ tes Ge­rech­tig­keit ein­tre­ten. Denn ih­nen ge­hört das Him­mel­reich. 11 Glück­se­lig seid ihr, wenn sie euch be­schimp­fen, ver­fol­gen und ver­ leum­den, weil ihr zu mir ge­hört. 12 Freut euch und ju­belt! Denn euer Lohn im Him­mel ist groß! Ge­nau­so wie euch ha­ben sie frü­her die Pro­phe­ten ver­folgt⁠.«

Salz der Erde und Licht der Welt → Markus 9,49‑50; Lukas 11,33; 14,34‑35

»Ihr seid das Salz⁠ der Er­de: Aber wenn das Salz nicht mehr salzt, wie kann es wie­der sal­zig wer­den? Es ist nutz­los! Also wird es weg­ge­wor­ fen und von den Men­schen zer­tre­ten. 14 Ihr seid das Licht der Welt: Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht ver­bor­gen blei­ben! 15 Es zün­det ja auch nie­mand eine Öl­ lam­pe an und stellt sie dann un­ter einen Ton­topf. Im Ge­gen­teil: Man stellt sie auf den Lam­pen­stän­der, da­mit sie al­len im Haus Licht gibt. 16 So soll euer Licht vor den Men­schen leuch­ten. Sie sol­len eure gu­ten Ta­ten se­hen und euren Va­ter im Him­mel prei­sen.« 13

Den Willen Gottes im Gesetz ganz ernst nehmen → Lukas 16,16‑17

»Denkt ja nicht, ich bin ge­kom­men, um das Ge­setz und die Pro­phe­ ten⁠ außer Kraft zu set­zen. Ich bin nicht ge­kom­men, um sie außer Kraft zu set­zen, son­dern um sie zu er­fül­len. 18 Amen⁠, das sage ich euch: So­lan­ge Him­mel und Er­de be­ste­hen, wird im Ge­setz kein ein­ zi­ger Buch­stabe und kein Satz­zei­chen ge­stri­chen wer­den. Al­les muss ge­sche­hen, was Gott ge­bo­ten und ver­hei­ßen hat. 19 Kei­nes der Ge­bo­ te wird außer Kraft ge­setzt, selbst wenn es das un­wich­tigs­te ist. Wer das tut und es an­dere Men­schen so lehrt, der wird der Un­wich­tigs­te im Him­mel­reich sein. Wer die Ge­bo­te aber be­folgt und das an­dere 17

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so lehrt, der wird der Wich­tigs­te im Him­mel­reich sein. 20 Denn ich sage euch: Eu­re Ge­rech­tig­keit muss grö­ßer sein als die der Schrift­ge­ lehr­ten und Pha­ri­säer⁠. Sonst wer­det ihr nie­mals in das Him­mel­reich kom­men.«

Das Gebot, nicht zu morden → Lukas 12,57‑59

»Ihr wisst, dass un­se­ren Vor­fah­ren ge­sagt wor­den ist⁠: ›Du sollst nicht tö­ten!‹ Au­ßer­dem heißt es: ›Wer einen Mord be­geht, der ge­ hört vor Ge­richt‹. 22 Ich sage euch aber: Schon wer auf sei­nen Bru­der⁠ oder seine Schwes­ter wü­tend ist, ge­hört vor Ge­richt. Wer zu sei­nem Bru­der oder sei­ner Schwes­ter ›Dumm­kopf‹ sagt, ge­hört vor den jü­di­ schen Rat⁠. Wer ›Idi­ot‹ sagt, der ge­hört ins Feuer der Hölle. 23 Stell dir vor: Du bringst deine Op­fer­gabe zum Al­tar und dort fällt dir ein: ›Mein Bru­der, meine Schwes­ter hat et­was ge­gen mich.‹ 24 Dann lass deine Op­fer­gabe vor dem Al­tar lie­gen. Geh zu­erst hin und ver­söh­ne dich mit dei­nem Bru­der oder dei­ner Schwes­ter. Dann komm zu­rück und bring deine Op­fer­gabe dar. 25 Wenn du je­man­dem et­was schul­dest, einige dich recht­zei­tig mit ihm. Tu das, so­lange ihr auf dem Weg zum Ge­richt seid. Sonst bringt er dich vor den Rich­ter, und der über­gibt dich dem Ge­richts­die­ner: Dann wirst du ins Ge­fäng­nis ge­wor­fen. 26 Amen, das sage ich dir: Du wirst dort nicht wie­der her­aus­kom­men, bis du die letzte Kup­fer­mün­ ze zu­rück­be­zahlt hast.« 21

Das Gebot, die Ehe nicht zu brechen

»Ihr wisst, dass ge­sagt wor­den ist⁠: ›Du sollst nicht ehe­bre­chen!‹ Ich sage aber: Wer die Frau eines an­de­ren be­gehr­lich an­sieht, hat mit ihr schon die Ehe ge­bro­chen. Er hat es in sei­nem Her­zen ge­tan. 29 Wenn dich dein rech­tes Au­ge zum Bö­sen ver­lei­tet, reiß es aus und wirf es weg! Bes­ser du ver­lierst nur ein Kör­per­teil, als dass du ganz in die Hölle ge­wor­fen wirst. 30 Und wenn dich deine rechte Hand zum Bö­sen ver­lei­tet, schlag sie ab und wirf sie weg! Bes­ser du ver­lierst nur ein Kör­per­teil, als dass du ganz in die Hölle kommst. 31 Es ist ge­sagt wor­den⁠: ›Wer sich von sei­ner Frau schei­den las­sen will, muss ihr eine Schei­dungs­ur­kunde aus­stel­len.‹ 32 Ich sage euch aber: Je­der, der sich von sei­ner Frau schei­den lässt, der macht sie zur Ehe­bre­che­rin – außer, sie war vor­her schon un­treu. Und wer eine ge­ schie­dene Frau hei­ra­tet, be­geht ebenso Ehe­bruch.« 27 28

Das Gebot, keinen falschen Eid zu schwören

Matthäus 5 Pharisäer: Angehöriger ​ einer jüdischen Glau-​ bensgruppe, die die ​ biblischen Vorschriften ​ und Gesetze sehr streng ​ auslegte. gesagt worden ist ​ (Vers 21): Das Zitat ver-​ bindet eines der Zehn ​ Gebote aus 2. Mose/​ Exodus 20,13 mit ​ 2. Mose/‍Exodus 21,12. Bruder, Schwester: Meint ​ sowohl die leiblichen ​ Geschwister als auch ​ andere Menschen, die ​ einem nahestehen. jüdischer Rat: ​ Oberste Behörde zur ​ Regelung religiöser ​ Angelegenheiten. gesagt worden ist ​ (Vers 27): Zitat aus den ​ Zehn Geboten, vgl. ​ 2. Mose/‍Exodus 20,14. ist gesagt worden ​ (Vers 31): Der Text be-​ zieht sich auf 5. Mose/​ Deuteronomium 24,1‑4. gesagt worden ist ​ (Vers 33): Die folgenden ​ Verse nehmen Texte aus ​ 3. Mose/‍Levitikus 19,12; ​ 4. Mose/‍Numeri 30,3 ​ und 5. Mose/‍Deuterono-​ mium 23,22‑24 auf. Fußschemel: Eine Art Fuß-​ bank, die vor dem Thron ​ eines Herrschers steht. höchster König: Ehrentitel ​ für Gott, der als Herr-​ scher der Welt für Recht ​ und Gerechtigkeit sorgt.

»Ihr wisst auch, dass un­se­ren Vor­fah­ren ge­sagt wor­den ist⁠: ›Du sollst dei­nen Schwur nicht bre­chen! Viel­mehr sollst du hal­ten, was du dem Herrn ge­schwo­ren hast!‹ 34 Ich sage euch aber: Schwört über­ haupt nicht! Schwört we­der beim Him­mel , denn er ist der Thron Got­tes; 35 noch bei der Er­de, denn sie ist sein Fuß­sche­mel⁠; auch nicht bei Je­ru­sa­lem, denn sie ist die Stadt des höchs­ten Kö­nigs⁠! 36 Du sollst 33

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Matthäus 5​.​6 der Böse: Bezeichnung ​ für den Teufel, den Ge-​ genspieler Gottes. Er ​ versucht, die Menschen ​ zu einem Verhalten zu ​ bewegen, das Gottes ​ Willen widerspricht. gesagt worden ist ​ (Vers 38): Zitat aus ​ 2. Mose/‍Exodus 21,24. ​ Dieses Prinzip besagt, ​ dass das Ausmaß der ​ Strafe das Vergehen ​ nicht übersteigen darf. ​ Die Strafe muss der ​ Schuld entsprechen. gesagt worden ist ​ (Vers 43): Das Zitat ​ nimmt Worte aus ​ 3. Mose/‍Levitikus 19,18 ​ auf. Zolleinnehmer: Beamte, ​ die im Namen des ​ römischen Staats Zoll ​ erhoben. Sie bekamen ​ keinen Lohn vom Staat, ​ sondern lebten von ​ dem Geld, das sie ​ auf die festgesetzten ​ Steuern aufschlugen. ​ Deshalb hatten sie ein ​ schlechtes Ansehen. Heiden: Bezeichnung für ​ Menschen, die nicht ​ an den Gott Israels ​ glauben. gerecht, Gerechtigkeit: ​ Meint ein Leben nach ​ dem Willen Gottes. Vater im Himmel: Bezeich-​ nung für Gott, die vor ​ allem im Matthäus-​ evangelium vorkommt. Synagoge: Versammlungs-​ stätte einer jüdischen ​ Gemeinde. Amen: Das hebräische ​ Wort bedeutet »So ist ​ es! /‍ So soll es sein!«

auch nicht bei dei­nem Kopf schwö­ren! Denn du kannst ja nicht ein­ mal ein ein­zi­ges Haar weiß oder schwarz ma­chen. 37 Sagt ein­fach ›Ja‹, wenn ihr ›Ja‹ meint, und ›Nein‹, wenn ihr ›Nein‹ meint. Je­des wei­tere Wort kommt vom Bö­sen⁠.«

Das Gebot, maßvoll zu vergelten → Lukas 6,29‑30

»Ihr wisst, dass ge­sagt wor­den ist⁠: ›Au­ge für Au­ge und Zahn für Zahn!‹ 39 Ich sage euch aber: Wehrt euch nicht ge­gen Men­schen, die euch et­was Bö­ses an­tun! Son­dern wenn dich je­mand auf die rechte Ba­cke schlägt, dann halte ihm auch deine an­dere Ba­cke hin! 40 Wenn dich je­mand ver­kla­gen will, um dein Hemd zu be­kom­men, dann gib ihm noch dei­nen Man­tel dazu! 41 Wenn dich je­mand dazu zwingt, seine Sa­chen eine Meile zu tra­gen, dann geh zwei Mei­len mit ihm! 42 Wenn dich je­mand um et­was bit­tet, dann gib es ihm! Und wenn je­ mand et­was von dir lei­hen will, dann sag nicht ›Nein‹.« 38

Das Gebot, den Mitmenschen zu lieben → Lukas 6,27‑35

»Ihr wisst, dass ge­sagt wor­den ist⁠: ›Lie­be dei­nen Nächs­ten‹ und hasse dei­nen Feind! 44 Ich sage euch aber: Liebt eure Feinde! Be­tet für die, die euch ver­fol­gen! 45 So wer­det ihr zu Kin­dern eures Va­ters im Him­mel. Denn er lässt seine Sonne auf­ge­hen über bö­sen und über gu­ten Men­schen. Und er lässt es reg­nen auf ge­rechte und auf un­ge­rechte Men­schen. 46 Denn wenn ihr nur die liebt, die euch auch lie­ben: Wel­chen Lohn er­war­tet ihr da von Gott? Ver­hal­ten sich die Zoll­ein­neh­mer⁠ nicht ge­nauso? 47 Und wenn ihr nur eure Ge­schwis­ ter grüßt: Was tut ihr da Be­son­de­res? Ver­hal­ten sich die Hei­den⁠ nicht ge­nauso? 48 Für euch aber gilt: Seid voll­kom­men, so wie euer Va­ter im Him­mel voll­kom­men ist!« 43

Die richtige Einstellung beim Spenden für Bedürftige

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»Hü­tet euch, eure Ge­rech­tig­keit⁠ vor den Men­schen zur Schau zu stel­len. Sonst habt ihr von eurem Va­ter im Him­mel⁠ kei­nen Lohn mehr zu er­war­ten.« 2 »Wenn du also den Ar­men et­was gibst, häng es nicht an die große Glo­cke! So ver­hal­ten sich die Schein­hei­li­gen in den Syn­ago­gen⁠ und auf den Stra­ßen, da­mit die Leute sie be­wun­dern. Amen⁠, das sage ich euch: Sie ha­ben da­mit ih­ren Lohn schon be­kom­men. 3 Wenn du den Ar­men et­was gibst, soll deine linke Hand nicht wis­sen, was die rechte tut. 4 So bleibt deine Ga­be im Ver­bor­ge­nen. Dein Va­ter, der auch das Ver­bor­ge­ne sieht, wird dich da­für be­loh­nen.« 1

Die richtige Einstellung beim Beten (Das Vaterunser) → Markus 11,25; Lukas 11,2‑4

5 »Wenn ihr be­tet,macht es nicht wie die Schein­hei­li­gen:Sie stel­len sich zum Be­ten gerne in die Syn­ago­gen und an die Stra­ßen­ecken – da­mit

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die Leute sie se­hen kön­nen. Amen, das sage ich euch: Sie ha­ben da­mit ih­ren Lohn schon be­kom­men. 6 Wenn du be­test, geh in dein Zim­mer und schließ die Tür. Be­te zu dei­nem Va­ter, der im Ver­bor­ge­nen ist. Dein Va­ter, der auch das Ver­bor­ge­ne sieht, wird dich da­für be­loh­nen. 7 Sprecht eure Ge­bete nicht ge­dan­ken­los vor euch hin wie die Hei­ den! Denn sie mei­nen, ihr Ge­bet wird er­hört, weil sie viele Wor­te ma­chen. 8 Macht es nicht so wie sie! Denn euer Va­ter weiß, was ihr braucht, noch be­vor ihr ihn darum bit­tet. 9 So sollt ihr be­ten: Unser Vater⁠ im Himmel, dein Name⁠ soll geheiligt⁠ werden. 10 Dein Reich⁠ soll kommen. Dein Wille soll geschehen. Wie er im Himmel geschieht, so soll er auch auf der Erde Wirklichkeit werden. 11 Gib uns heute unser tägliches Brot. 12 Und vergib uns unsere Schuld⁠ – so wie wir denen vergeben haben, die an uns schuldig geworden sind. 13 Und stell uns nicht auf die Probe, sondern rette uns vor dem Bösen. [...]⁠ 14 Denn wenn ihr den Men­schen ihre Ver­feh­lun­gen ver­gebt, dann wird euer Va­ter im Him­mel euch auch ver­ge­ben. 15 Wenn ihr den Men­schen aber nicht ver­gebt, dann wird euer Va­ter euch eure Ver­ feh­lun­gen auch nicht ver­ge­ben.«

Die richtige Einstellung beim Fasten

»Wenn ihr fas­tet⁠, macht kein lei­den­des Ge­sicht wie die Schein­hei­ li­gen. Sie ver­nach­läs­si­gen ihr Aus­se­hen. Dar­an sol­len die Leute mer­ ken, dass sie fas­ten. Amen, das sage ich euch: Sie ha­ben da­mit ih­ren Lohn schon be­kom­men. 17 Wenn du fas­test, salbe⁠ dei­nen Kopf und wa­sch dein Ge­sicht! 18 So merkt nie­mand, dass du fas­test – außer dein Va­ter, der im Ver­bor­ge­nen ist. Dein Va­ter, der auch das Ver­bor­ge­ne sieht, wird dich da­für be­loh­nen.« 16

Wo man Schätze sammeln soll → Lukas 11,34‑36; 12,33‑34

»Häuft keine Schät­ze auf der Er­de an. Hier wer­den Mot­ten und Rost sie zer­fres­sen und Diebe ein­bre­chen und sie steh­len. 20 Häuft euch viel­mehr Schät­ze im Him­mel an. Dort wer­den we­der Mot­ten noch Rost sie zer­fres­sen und keine Diebe ein­bre­chen und sie steh­len. 21 Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein. 22 Aus dem Au­ge leuch­tet das In­ne­re des Men­schen: Wenn dein Au­ge klar ist, wird dein gan­zer Kör­per vol­ler Licht sein. 23 Wenn dein Au­ge aber trübe ist, dann ist dein gan­zer Kör­per vol­ler Dun­kel­heit. Wenn nun das Licht in dir dun­kel ist, wie schreck­lich ist dann die Dun­kel­heit.« 19

Matthäus 6 Vaterunser, Unser Vater: ​ Wichtigstes Gebet im ​ Christentum. Jesus ​ zeigt damit, wie die ​ Menschen beten sollen. Name: Steht für Gott ​ selbst und seine Gegen-​ wart in der Welt. geheiligt: Gott wird gebe-​ ten, sich der Welt in sei-​ ner ganzen Heiligkeit zu ​ offenbaren. Dann wird ​ in der Welt nichts mehr ​ geschehen, was seinem ​ Willen widerspricht. Reich Gottes: Wörtlich ​ »Königsherrschaft ​ Gottes«. Bezeichnet ​ den Herrschaftsbereich, ​ in dem sich Gottes ​ Wille durchsetzt. Schuld: Konkrete Verfeh-​ lungen, die von Gott ​ trennen und das Gewis-​ sen belasten können. [...]: Einige spätere Hand-​ schriften fügen hinzu: ​ »Denn du bist der ​ Herrscher. Dir gehört ​ die Macht und die ​ Herrlichkeit ‒ in Ewig-​ keit. Amen.« Mit dieser ​ Ergänzung wird das Va-​ terunser heute gebetet. Fasten: Der freiwillige ​ Verzicht auf Essen und ​ Trinken ist in der Bibel ​ eine übliche religiöse ​ Praxis. salben: Die Aufforderung, ​ kostbares Salböl zu ver-​ wenden, macht deutlich, ​ dass die Körperpflege ​ auch während des ​ Fastens nicht vernach-​ lässigt werden soll.

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Matthäus 6​.​7 Salomo: Einer der ​ berühmtesten Könige ​ von Israel, der etwa ​ 970‒930 v. Chr. regierte. im Ofen verbrannt: ​ Die ärmere Bevölkerung ​ mähte die Wiesen und ​ nutzte das getrocknete ​ Gras als Brennmaterial. Heiden: Bezeichnung für ​ Menschen, die nicht ​ an den Gott Israels ​ glauben. Reich: Bezeichnet den ​ Herrschaftsbereich, in ​ dem sich Gottes Wille ​ durchsetzt. gerecht, Gerechtigkeit: ​ Meint ein Leben nach ​ dem Willen Gottes. Gericht, verurteilen: ​ Als Herrscher über die ​ ganze Welt ist Gott der ​ Richter, der am Ende ​ der Zeit ein Urteil über ​ sie spricht. heilig: Menschen oder ​ Dinge, die zu Gott ​ gehören und mit ihm ​ in Verbindung stehen. Hund: Gilt in der Bibel als ​ unreines Tier. Wer streu-​ nende Hunde fütterte, ​ musste damit rechnen, ​ dass sie wiederkommen ​ und vor Hunger über ​ ihn herfallen. Schwein: Gilt in der Bibel ​ als unreines Tier. Es darf ​ nicht gegessen werden ​ oder in den Bereich Got-​ tes kommen.

Worum man sich sorgen soll → Lukas 12,22‑32; 16,13

24 »Nie­mand kann gleich­zei­tig zwei Her­ren die­nen! Ent­we­der wird er den einen has­sen und den an­de­ren lie­ben. Oder er wird dem einen treu sein und den an­de­ren ver­ach­ten. Ihr könnt nicht gleich­zei­tig Gott und dem Geld die­nen! 25 Dar­um sage ich euch: Macht euch keine Sor­gen um euer Le­ben – was ihr es­sen oder trin­ken sollt, oder um euren Kör­per – was ihr an­zie­hen sollt. Ist das Le­ben nicht mehr als Es­sen und Trin­ken? Und ist der Kör­per nicht mehr als Klei­dung? 26 Seht euch die Vö­gel an! Sie säen nicht, sie ern­ten nicht, sie sam­ meln keine Vor­räte in Scheu­nen. Trotz­dem er­nährt sie euer Va­ter im Himmel. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? 27 Wer von euch kann da­durch, dass er sich Sor­gen macht, sein Le­ ben nur um eine Stun­de ver­län­gern? 28 Und warum macht ihr euch Sor­gen, was ihr an­zie­hen sollt? Seht euch die Wie­sen­blu­men an: Sie wach­sen, ohne zu ar­bei­ten und ohne sich Klei­der zu ma­chen. 29 Ich sage euch: Nicht ein­mal Sa­lomo⁠ in all sei­ner Herr­lich­keit war so schön ge­klei­det wie eine von ih­nen. 30 So schön macht Gott die Wie­ sen­blu­men. Da­bei ge­hen sie an einem Tag auf und wer­den am nächs­ ten Tag im Ofen ver­brannt⁠. Dar­um wird er sich noch viel mehr um euch küm­mern. Ihr habt zu we­nig Ver­trau­en! 31 Macht euch also keine Sor­gen! Fragt euch nicht: Was sol­len wir es­sen? Was sol­len wir trin­ken? Was sol­len wir an­zie­hen? 32 Um all diese Dinge dreht sich das Le­ben der Hei­den⁠. Eu­er Va­ter im Him­mel weiß doch, dass ihr das al­les braucht. 33 Strebt vor al­lem an­de­ren nach sei­nem Reich⁠ und nach sei­ner Ge­rech­tig­keit⁠ – dann wird Gott euch auch das al­les schen­ken. 34 Macht euch also keine Sor­gen um den kom­men­den Tag – der wird schon für sich sel­ber sor­gen. Es reicht, dass je­der Tag seine eige­nen Schwie­rig­kei­ten hat.«

Andere nicht verurteilen → Lukas 6,37‑42

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»Ihr sollt an­dere nicht ver­ur­tei­len, da­mit Gott euch nicht ver­ ur­teilt⁠. 2 Denn das Ur­teil, das ihr fällt, wird euch tref­fen. Und der Maß­stab, den ihr an an­dere an­legt, wird auch für euch gel­ten. 3 Du siehst den Split­ter im Au­ge dei­nes Ge­gen­übers. Be­merkst du nicht den Bal­ken in dei­nem eige­nen Au­ge? 4 Wie kannst du zu dei­ nem Ge­gen­über sa­gen: ›Komm her! Ich zieh dir den Split­ter aus dei­ nem Au­ge.‹ Da­bei steckt doch in dei­nem eige­nen Au­ge ein Bal­ken! 5 Du Schein­hei­li­ger! Zieh zu­erst den Bal­ken aus dei­nem Au­ge. Dann hast du den Blick frei, um den Split­ter aus dem Au­ge dei­nes Ge­gen­ übers zu zie­hen.« 1

Wertvolle Perlen

»Gebt das, was hei­lig⁠ ist, nicht den Hun­den⁠! Werft eure Per­len nicht vor die Schweine⁠! Sonst zer­tre­ten sie die Per­len und rei­ßen euch in Stü­cke.«

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Anhang


Zu dieser Ausgabe Das Übersetzungsprofil der BasisBibel Die Bibel ist das am häufigsten übersetzte Buch der Welt. Dabei gibt es nicht nur Übersetzungen in verschiedene Sprachen, sondern auch unterschiedliche Fassungen innerhalb einer Sprache. Seit Martin Luther (1483– 1546) hat die Übersetzung der Bibel in Deutschland einen besonderen Stellenwert. Heute gibt es zahlreiche Bibelübersetzungen in die deutsche Sprache. Und noch immer kommen neue hinzu – so auch die BasisBibel. Jede Übersetzung steht vor der Herausforderung, eine Brücke zu schlagen zwischen dem Ausgangstext und den heutigen Leserinnen und Lesern. Daraus ergeben sich zwei Arten von Bibelübersetzungen. Die erste Art, die wörtliche Übersetzung, bleibt möglichst nah am Ausgangstext. Gleiche Vokabeln werden möglichst gleich übersetzt. Der Aufbau der Sätze folgt, wenn möglich, der Struktur der Ausgangssprache. Das, was den Leserinnen und Lesern der Bibel vor 2000 Jahren bekannt war, wird auch heute als bekannt vorausgesetzt. Erklärende Zusätze im Text gibt es deshalb nicht. Die zweite Art, die kommunikative Übersetzung, legt dagegen besonderen Wert darauf, für Leserinnen und Leser heute verständlich zu sein. Sie orientiert sich stärker am Sinn des Ausgangstextes und versucht, diesen Sinn heute verständlich zu vermitteln. Hintergrundwissen zu bestimmten Sachverhalten kann hier als Teil der Übersetzung in den Text einbezogen werden. Das können Informationen zum Alltagsleben der damaligen Zeit sein, aber auch zu religiös oder theologisch komplexen Sachverhalten. Kommunikative Übersetzungen sind deshalb in der Regel etwas umfangreicher als wörtliche Übersetzungen. Für nicht so mit der Bibel vertraute Leserinnen und Leser sind sie oft leichter zu verstehen. Zwischen diesen beiden Arten von Übersetzungen schlägt die BasisBibel ­einen neuen Weg ein. Sie findet innovative Lösungen, um die Treue zum Ausgangstext mit einer möglichst guten Verständlichkeit zu verbinden. In ihrer Wortwahl bleibt sie dichter beim Ausgangstext als andere kommunikative Übersetzungen. Theologische Grundbegriffe bleiben damit besser erkennbar. Sie verzichtet auch auf breite Erläuterungen direkt im Text. Stattdessen hat sie viele Anmerkungen am Rand oder in den digitalen Ausgaben als Link. Unbekannte Sachverhalte oder schwierige Begriffe werden so erklärt. Besonders wichtig ist der BasisBibel der einfache und leicht verständ­liche Aufbau der Sätze. Ein Satz in der BasisBibel hat in der Regel nicht mehr als 16 Wörter und höchstens einen Nebensatz. Darüber hinaus sind die Sätze in Sinneinheiten gegliedert, die das Lesen zusätzlich erleichtern. In manchen Druckausgaben und in den digitalen Fassungen werden diese Sinneinheiten jeweils in einer eigenen Zeile wiedergegeben. Die BasisBibel ist also eine neue Übersetzung aus den biblischen Ursprachen Hebräisch, Aramäisch und Griechisch, die gut zu lesen und leicht zu verstehen ist. Lies selbst! 1949


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