100 Jahre Sankt Antonius Krankenhaus Wegberg
1905
2005
Ein Jahrhundert gesund werden Michael Kรถrner + Folkmar Pietsch Herausgegeben vom Verein der Freunde und Fรถrderer des St. Antonius-Krankenhauses Wegberg
1905-2005
Grußwort
- zutreffender kann meines Erachtens eine Dokumentation über ein Krankenhaus, das in diesem Jahr 100 Jahre besteht, nicht betitelt werden.
100 Jahre Sankt Antonius Krankenhaus Wegberg
100 Jahre
1905 Bürgermeisterin Hedwig Klein: „Eine Keimzelle der Nächstenliebe…“
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Ein Jahrhundert gesund werden
Die Entwicklung des St.-Antonius-Krankenhauses in Wegberg von einer „Keimzelle der Nächstenliebe“ zu einem „modernen Haus der medizinischen Grundversorgung“ wird der Bürgerschaft ebenso dargestellt wie die „Stürme“, denen das Haus in den zurückliegenden 100 Jahren ausgesetzt war. Unser Krankenhaus steht auch heute wieder an einem „Wendepunkt“. Um es dauerhaft als „Haus der Grundversorgung“ für alle Bürgerinnen und Bürger zu erhalten, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ihre Arbeitsplätze zu sichern und um im Mittelpunkt der Stadt ein „modernes medizinisches Gesundheitszentrum“ entwickeln zu können, hat der Rat alles getan, um den Weg für eine Übernahme des Hauses durch Herrn Dr. Arnold Pier zu ebnen. Dem Förderverein des St.-Antonius-Krankenhauses Wegberg danke ich für die Entscheidung, diese Dokumentation anlässlich des 100. Geburtstages unseres Krankenhauses aufzulegen. Meine besondere Anerkennung gilt den Herren Körner und Pietsch, die in wochenlanger Arbeit
das Material zusammengetragen haben und die 100 Jahre in Bild und Text eindrucksvoll präsentieren. Mehrere Sponsoren haben sich an den Kosten dankenswerterweise beteiligt. Ich wünsche Ihnen viel Muße beim Studium der Dokumentation und dem Förderverein viel Erfolg mit der geplanten Ausstellung aus Anlass des 100-jährigen Jubiläums. Unserem Krankenhaus wünsche ich eine weitere gute und stabile Zukunft und den dort tätigen Ärzten, den Pflegerinnen, Pflegern und sonstigen Mitarbeitern ein hohes Engagement im Dienst am kranken Menschen. Sie, verehrte Leserinnen und Leser, möchte ich bitten, das St.-Antonius-Krankenhaus Wegberg als „Ihr Krankenhaus“ zu betrachten und es - einer guten, gesicherten Zukunft wegen - im Krankheitsfalle auch in Anspruch zu nehmen. Denn was ist angenehmer, als im Krankenhaus der eigenen Stadt „gesund zu werden“.
Ihre Hedwig Klein Bürgermeisterin
Inhalt
Wie alles begann – das „Klösterchen“
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Seite 4
Das erste richtige Krankenhaus
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Seite 6
Der Kampf um den Erhalt
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Seite 8
Zum zweiten Mal gerettet
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Seite 10
Erst vors Gericht – dann „Weihnachtsgeschenk“
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Seite 12
Der geplatzte Blinddarm
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Seite 13
Größte Sanierung seit 30 Jahren
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Seite 14
Geschichtspanorama
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Seite 16
Wegberg hat den Ordensschwestern viel zu verdanken
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Seite 22
Genesung geht auch durch den Magen
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Seite 24
Wie die Steine aus Padua nach Wegberg kamen
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Seite 26
Altenpflegeheim – ein Segen für Wegberg
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Seite 28
Hedwigs Gipsbeine und der Förderverein
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Seite 30
Blick nach vorne mit Dr. Arnold Pier
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Seite 34
Impressum
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Seite 34
1903-1905
Wie alles begann.
100 Jahre Sankt Antonius Krankenhaus Wegberg
100 Jahre
1904 Pastor Müller bittet im Januar die Provinzoberin der Franziskanerinnen um Endsendung von 3-4 Schwestern für Wegberg.
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Das „Klösterchen“
Es war die Zeit, da die heutige Bahnhofstraße noch ein staubiger Karrenweg war, auf dem Pferdefuhrwerke und hin und wieder die Postkutsche gemächlich daherkamen. In den Familien herrschte oft große Not, Krankheiten grassierten. In jener Zeit, es war Anfang des 20. Jahrhunderts, wirkte in Wegberg Pastor Jakob Müller von Kaiserswerth. Er war ein beliebter Priester – vor allem wegen seiner sozialen Einstellung. Angesichts der Not und Krankheiten (vor allem Typhus und Ruhr forderten seit Jahrzehnten viele Opfer) wurde in der Bevölkerung der Wunsch nach einem Krankenhaus immer lauter. In Pfarrer Müller hatten die Wegberger einen engagierten Fürsprecher. Er wandte sich 1903 an den Erzbischof von Köln, Kardinal Fischer, mit der Bitte um eine Niederlassung barmherziger Schwestern in Wegberg. Der Erzbischof empfahl dem Pfarrer, sich an die Franziskanerinnen von HeythuisenNonnenwerth zu wenden.
Unter Hinweis auf diese Empfehlung schrieb Pastor Müller an die Provinzoberin, Schwester Seraphine Lüders, und bat um drei bis vier Schwestern für Wegberg. Da war es ein glücklicher Zufall, dass die damalige Generaloberin der Franziskanerinnen Schwester Ludmilla Birckmann war – ihr Geburtshaus war nämlich die Molzmühle (Foto). Die Provinzoberin stellte den Kontakt zur Genraloberin her, die sich in jener Zeit in Brasilien befand. Ihr war das Anliegen aus der Heimat offenbar so wichtig, dass sie sich sogar im fernen Südamerika damit befasste. So kam am 30. März 1904 eine Depesche aus Brasilien, mit der die Generaloberin ihr „Ja“ zu einer Niederlassung in Wegberg sagte. Und wenige Wochen später, am 2. Mai 1904, beantragte das Kloster in Nonnenwerth beim zuständigen Ministerium in Berlin die offizielle Genehmigung für eine klösterliche Niederlassung mit Krankenstation, Kleinkinderbewahrschule, Handarbeits- und Haushaltungsschule.
Damit war der Grundstock für eine positive Entwicklung im Wegberger Gesundheitswesen geschaffen. Das ist nun 100 Jahre her, das „Klösterchen“ wurde zur Wiege des St.-AntoniusKrankenhauses. Allerdings erinnert nur noch eine Statue des hl. Antonius von Padua über dem Eingang des Wohn- und Geschäftshauses, Bahnhofstraße 42, an das einstige „Klösterchen“.
1905 Am 26. September wird das „Klösterchen“ an der Bahnhofstraße 42 eingeweiht. Heute erinnert daran die Figur des St. Antonius über dem Eingang zum dortigen Wohnund Geschäftshaus.
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Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem Krankenhaus war damit zurückgelegt. Und Pfarrer Müller ließ das Wohnhaus für die neue Zweckbestimmung umbauen und renovieren.
Zehn Monate später war es dann so weit: Pfarrer Müller gab am 26. September 1905 dem „Klösterchen“, wie die neue Einrichtung an der Bahnhofstraße von den Wegbergern schon bald genannt wurde, den Segen. Zur Einweihung war auch Generaloberin Ludmilla Birckmann in ihren Geburtsort gekommen und führte den ersten Schwesternkonvent für die Niederlassung ein: Oberin Felicitas sowie die Schwestern Karietta, Claudine, Eclesia, Rolanda und Arnulfa.
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Für die baulichen Voraussetzungen hatte Pfarrer Müller zu dem Zeitpunkt längst gesorgt, denn er hatte – weil er zuversichtlich war, die Genehmigung für ein Krankenhaus zu erhalten – schon frühzeitig ein großes Wohnhaus an der Bahnhofstraße (im Bereich der heutigen Hausnummer 42) gekauft. Die Freude bei ihm und der Wegberger Bevölkerung war denn auch groß, als am 25. November 1904 die Genehmigung des „Ministers der geistlichen Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten“ in Berlin „behufs Ausübung der Krankenpflege, Pflege und Unterweisung der Kinder (Kleinkinderbewahrschule), Handarbeits- und Haushaltungsschule mit Internat“ eintraf.
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1907-1947
Neubau und weiter.
100 Jahre
1907 Der Orden kauft das Grundstück „Auf dem Kieroth“ für den Bau eines neuen Krankenhauses.
Das erste richtige Krankenhaus Die Wegberger waren dankbar, dass sie mit dem „Klösterchen“ an der Bahnhofstraße die erste Krankenstation erhalten hatten. Doch den Ordensschwestern und Pfarrer Müller war schon bald klar, dass dies nur der kleine Beginn in der medizinischen Versorgung der Bürger sein konnte. Schnell reifte der Wunsch nach Bau eines richtigen Krankenhauses – und 1907 erwarb der Orden der Franziskanerinnen ein Grundstück an der Birkenallee. Drei Jahre später wurde mit der Planung eines Krankenhauses begonnen. Während der Planungsphase gab es jedoch so manche Reibereien zwischen dem so genannten Krankenhaus-Komitee (Pfarrer Frank, ab 1910, F. Billmann, W. Heppener, W. Jansen, L. Lindt, Dr. Montz) und Bürgermeister Vollmer. Letzterer wollte nämlich, dass das Krankenhaus durch die Zivilgemeinde oder katholische Kirchengemeinde gebaut und dann den Schwestern zur Nutzung zur Verfügung gestellt werden sollte. Das Komitee jedoch war der Ansicht, dass die Vorstellung des Bürgermeisters schon aus finanziellen Gründen nicht umzusetzen sei. Sonst bestünde die Gefahr, dass Wegberg in absehbarer Zeit kein Krankenhaus bekommen würde. Schließlich sah der
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Bürgermeister das ein, und das Komitee kam mit dem Orden überein, an der Birkenallee ein Krankenhaus mit 30 Betten zu errichten. Am 7. Juli 1913 wurde mit dem Bau begonnen, am 28. September war Grundsteinlegung, und am 15. Dezember wurde Richtfest gefeiert. Weiterbau und Inneneinrichtung wurden durch den Kriegsausbruch 1914 unterbrochen, doch am 15. April 1915 konnte Dechant Kamp den Neubau einweihen: Die Wegberger hatten ihr erstes richtiges Krankenhaus – dank des großen Engagements der Franziskanerinnen, von denen zu dem Zeitpunkt 15 Ordensschwestern hier wirkten. Dazu schreibt Gerhard Evertz in seiner Kirchengeschichte: „Man kann wohl sagen, dass das Krankenhaus seit 1915 alle Hoffnungen und Erwartungen erfüllt hat, die man damals hegte, und dass die Recht behalten haben, die das Krankenhaus und die Krankenbetreuung weiter bei den Franziskanerinnen sehen wollten. Das St. Antoniushaus wurde für viele die helfende Stätte, besonders auch als Entbindungsheim. In der Chirurgie haben neben den Hausärzten, wenn es nötig war, viele Chirurgen aus den Nachbar-
Zwei Jahre später begann der Zweite Weltkrieg – alle Ärzte wurden zur Wehrmacht eingezogen. Frau Dr. Hageney übernahm die ärztliche Betreuung. Seit 1942 richteten Luftangriffe schwere Schäden an. Besonders heftig waren die Angriffe am 18. Oktober 1944 und forderten drei Tote. Alle Krankenhausinsassen wurden evakuiert. Im Jahr darauf wurde das Krankenhaus Lazarett und mit Näherrücken der Front Hauptverbandsplatz.
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1937 Im Krankenhaus wird das erste fahrbare Röntgengerät angeschafft.
Am 24. Februar 1945 wurden die Verwundeten verlegt, danach erst verließen die Schwestern, die bis dahin unermüdlich die Verwundeten verpfegt hatten, das Krankenhaus. Am 27. Februar 1945 rückten die Amerikaner ein, und am 4. März kehrten die ersten vier Franziskanerinnen wieder zurück: Der Krankenhausbetrieb wurde aufrecht erhalten – unter erschwerten Bedingungen, denn nicht zuletzt mussten die erheblichen Kriegsschäden beseitigt werden, was sich bis 1947 hinzog.
1915 Das erste richtige Krankenhaus (heutige Altbau) wird am 15. April eröffnet. 1942-1945 Das Krankenhaus und viele Gebäude der Stadt wie das Rathaus werden im Krieg stark beschädigt.
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städten Operationen durchgeführt. Die ansässigen Ärzte übernahmen meist die Nachbehandlung, die Schwestern jede notwendige Pflege.“ Zum Ende des Ersten Weltkriegs waren bereits 21 Franziskanerinnen im Krankenhaus tätig. Von 1923 bis 1925 wurden zur Auslastung des Hauses erholungsbedürftige Mütter und Kinder aufgenommen und ab 1925 auch von der Landesversicherungsanstalt zugewiesene Lungenkranke (daher das „Lungenhäuschen“). Große Not herrschte laut Chronik 1931/32, so dass im Krankenhaus täglich bis zu 80 Mittagessen an Bedürftige ausgegeben wurden. Ein wichtiges Ereignis gab es 1937: Das erste fahrbare Röntgengerät wurde angeschafft.
1952-1979
Sein oder nichtsein?
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1952 Der schwere Rennunfall am 31. August stellt höchste Anforderungen an das Krankenhaus, da neben 13 Toten über 40 Verletzte zu beklagen sind.
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Der Kampf um den Erhalt Die Nachkriegsjahre bedeuteten für die Ärzte und Schwestern enorm viel Arbeit und Engagement. Erst einmal mussten die erheblichen Kriegsschäden beseitigt und mit den noch funktionierenden Geräten und Einrichtungen die Krankenversorgung fortgesetzt werden – und dann geschah am 31. August 1952 der schreckliche Rennunfall auf dem Grenzlandring. Fünf Zuschauer
Wegberg stieg und beispielsweise auch die Zahl der Unfälle – nicht zuletzt durch die dank des „Wirtschaftswunders“ schnell wachsende Motorisierung. So wurde 1961 Architekt Baumhauer aus Aachen mit der Planung eines Neubaus gleich neben dem bestehenden Krankenhaus beauftragt. Ein Jahr später traten die Männer vom Bau in Aktion. Feierlich erfolgte mit den Ordens-
waren sofort tot, und mehr als 40 überwiegend Schwerverletzte waren zu beklagen. Die meisten von ihnen wurden im St. Antonius-Krankenhaus behandelt – für acht kam jede medizinische Hilfe zu spät.
schwestern, den Vertretern der Pfarre, der Stadt und der Baufirma Dahmen am 25. Oktober 1962 die Grundsteinlegung: Ein Krankenhaus mit 125 Betten in modernen 1-, 2- und 3-Betten-Zimmern entstand, das am 27. Juni 1964 feierlich eingeweiht wurde. Zwei Jahre später erfolgte die Einweihung der Krankenhaus-Kapelle.
Seit Mitte der 50er Jahre wurde die technische und medizinische Ausstattung ständig verbessert. Doch für die Verantwortlichen wurde schon bald deutlich, dass das 30-Betten-Haus von 1915 den steigenden Anforderungen nicht mehr gerecht werden konnte. Die Einwohnerzahl von
Und das alte Krankenhausgebäude diente nun als Altenheim. Eigentlich war damit alles im Lot, die Voraussetzungen für eine positive Entwicklung in der medizinischen Versorgung der
Allerdings erklärte Arbeits- und Sozialminister Friedhelm Farthmann, dass man Funktion und Entwicklung des Hauses in den Folgejahren genau beobachten werde. Wörtlich sagte er damals gegenüber der Rheinischen Post: „Wir haben bei Wegberg beide Augen zugedrückt, und da der Bedarfsplan nicht in Beton gegossen, sondern ständig korrigierbar ist, muss es nicht unbedingt ausgeschlossen sein, dass das Haus vielleicht doch noch in zwei oder drei Jahren geschlossen wird.“
1962 Die feierliche Grundsteinlegung für den Neubau des Krankenhauses erfolgt am 25. Oktober. 1964 Das Haus wird am 27. Juni eingeweiht zwei Jahre später die Krankenhauskapelle.
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Und im August 1973, nach der ersten so genannten Zielplankonferenz für das hiesige Versorgungsgebiet, wurden die Vorstellungen konkret: Bis Ende 1978 sollte das Haus in eine Abteilung für Kinderund Jugendpsychiatrie umgewandelt und nicht mehr als Krankenhaus für die Grundversorgung der Bürger existieren.Ein Aufschrei der Entrüstung ging durch die Bevölkerung. In einer jahrelangen beispielhaften Protestaktion, u. a. sammelten die Vereine 13 000 Unterschriften, kämpften die Wegberger um ihr Krankenhaus. Und sie standen nicht alleine da: Politik, Kirche,
Ärzteschaft, Wirtschaft nicht nur in Wegberg, sondern im gesamten Kreis Heinsberg forderten mit Nachdruck den Erhalt und hatten dafür stichhaltige Argumente – die in unzähligen Stellungnahmen dargelegt wurden. Der Kampf um den Erhalt hatte Erfolg: Im Oktober 1979 wurde das St. Antonius-Krankenhaus in den Bedarfsplan des Landes aufgenommen.
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Bürger von Wegberg und Umgebung waren ausgezeichnet. Doch schon neun Jahre nach der Einweihung des Krankenhauses dann die Hiobsbotschaft aus der Landespolitik: Die Aufnahme des Hauses in den in Überarbeitung befindlichen Krankenhausbedarfsplan des Landes bis Ende des Jahrzehnts wurde in Frage gestellt.
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1979-1992
Zur Grundversorgung.
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1979 Nach erfolgreichem Kampf um den Erhalt wird am 4. Dezember die St. Antonius-Krankenhaus GmbH als neue Trägerin gegründet.
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Zum zweiten Mal gerettet
Die im Oktober 1979 erfolgte Aufnahme des Krankenhauses in den Bedarfsplan des Landes war freilich mit Auflagen verbunden, die insbesondere eine Umstrukturierung erforderte. Der erste Schritt dazu wurde bereits zwei Monate später getan: Am 4. Dezember 1979 wurde die Gründung der „St. Antonius-Krankenhaus Wegberg GmbH“ notariell besiegelt. Die Trägerschaft des Hauses lag damit ab 1. Januar 1980 zu 70 Prozent in Händen der Stadt und zu 30 Prozent in denen des Ordens der Franziskanerinnen, die das Krankenhaus vordem als „St. Antonius-Stift e. V.“ geführt hatten. Nach dem Vertragsabschluss dankte Bürgermeister Dr. Karl Fell dem Orden besonders dafür, dass er die gesamte Substanz ohne Kapitalentschädigung in die neue Gesellschaft eingebracht hatte. Und die Provinzoberin, Schwester Felicitas Kudella, lobte die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Stadt und versicherte, dass die Schwestern in Wegberg bleiben, solange dies personell möglich sei.
Zu den Auflagen, die in den Zielvorstellungen des Krankenhaus-Bedarfsplans bis zum 1. Januar 1985 definiert waren, gehörte auch der Aufbau einer internistischen Hauptabteilung mit 55 Betten – Ergänzung der Hauptabteilung Chirurgie mit damals 60 Betten (dazu 10 HNO-Belegbetten). „Da hieß es anpacken – und das hat riesigen Spaß gemacht“, erinnerte sich der Chefarzt der Inneren, Dr. Peter Reinhardt, vor einigen Jahren in einem RP-Gespräch: Mehrere Umbauten, für eine Million Mark eine neue Röntgenanlage, Endoskopie mit moderner Diagnostik, intensive Wachstation in der einstigen Entbindungsstation. „Alles Errungenschaften, die für die Grundversorgung in einem modernen Krankenhaus notwendig wurden“, so Reinhardt. Im Laufe der Jahre gab es zwar weitere Verbesserungen in beiden Hauptabteilungen (Ende der 80er Jahre wurde jedoch die Bettenzahl um 12 in der Chirurgie und 8 im Belegbereich auf insgesamt 105 reduziert), doch die reichten nicht aus – vor allem in der Chirurgie. Deshalb beantragte die Trägergesellschaft beim Land Mittel, um die chirurgische Abteilung zu verbessern. 4,8 Millionen Mark wurden
1992 Zum zweiten Mal in der Geschichte des Krankenhauses soll es geschlossen werden. Doch die Regionalkonferenz spricht sich im November für den Erhalt aus.
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Und es kam noch schlimmer: Am 1. April 1992 – manch einer dachte an einen Aprilscherz – kündigte Antwerpes öffentlich seine Absicht an, das Wegberger Krankenhaus zum 1. Januar 1996 zu schließen. Zum zweiten Mal ging ein Aufschrei der Entrüstung durch die Bevölkerung. Allerdings waren Protestaktionen wie in den 70er Jahren nicht mehr nötig, denn einige Monate später wurde die Krankenhausplanung beim Land ausgesetzt – die Ankündigung von Antwerpes wurde gegenstandslos. Und am 11. November 1992 sprach der damalige Stadtdirektor Horst Soemers als Vorsitzender der
Krankenhaus-Gesellschafterversammlung vor der Presse von einem „riesigen Schritt, den wir weiter sind“. Damit beschrieb er den Mehrheitsbeschluss der zuständigen Regionalkonferenz, das Haus zu erhalten. Wieder einmal war das Wegberger St. Antonius-Krankenhaus gerettet.
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denn auch im Februar 1990 vom Kölner Regierungspräsidenten Dr. Franz-Josef Antwerpes in Aussicht gestellt (sogar mit der Aufforderung an den Träger, entsprechende Planungen einzuleiten), doch im Spätherbst des selben Jahres wieder zurückgenommen.
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1990-1996
Sechs lange Jahre.
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1990 Im Februar werden dem Krankenhaus Investitionsmittel angekündigt, doch im Dezember wieder zurückgezogen.
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Erst vors Gericht – dann „Weihnachtsgeschenk“ Gut fünf Jahre ist es her, dass das Krankenhaus erweitert und mit modernster medizinischer Technik ausgestattet wurde, um die Grundversorgung in Wegberg im internistischen wie chirurgischen Bereich zu sichern und gleichzeitig den Aufenthalt der Patienten und Patientinnen z.B. durch verbesserte sanitäre Einrichtung angenehmer zu machen. Rund zehn Millionen Mark sind dafür zwischen Anfang 1998 und Ende 2000 investiert worden. Eigentlich sollte alles schon viel früher geschehen, denn die Krankenhausgesellschaft hatte bereits in den 80er Jahren Landesmittel für dringend notwendige Verbesserungen (die gehörten zu den Auflagen an die neue Gesellschaft 1980) beantragt. Doch bis diese bewilligt wurden, vergingen nicht nur viele Jahre – es waren sogar Gerichtsverhandlungen erforderlich. „Ich freue mich, dass Ihr Antrag auf Aufnahme in das Investitionsprogramm Berücksichtigung gefunden hat.“ Regierungspräsident Franz Josef Antwerpes
Das kam so: Im Februar 1990 kam ein Schreiben des damaligen Kölner Regierungspräsidenten Dr. Franz-Josef Antwerpes in Wegberg an, das die Verantwortlichen in der Kranken-
hausgesellschaft aufatmen ließ. Denn Antwerpes schrieb: „Ich freue mich, dass Ihr Antrag auf Aufnahme in das Investitionsprogramm Berücksichtigung gefunden hat.“ Und zwei Monate später, während des Landtagswahlkampfes 1990, sagte der damalige Landesminister Dr. Christoph Zöpel die Mittel noch mal nachdrücklich zu und empfahl der Stadt, die Vorarbeiten für die Investitionen zu leisten. Es folgten entsprechende Absprachen mit dem Regierungspräsidenten, und die Gesellschaft brachte rund 180.000 Mark für Planungen auf. 1993 Das Krankenhaus gewinnt am 30. August vor dem Oberverwaltungsgericht Münster eine Klage gegen den Regierungspräsidenten in Sachen Investitionsmittel.
Eigentlich stand den Investitionen nun nichts mehr im Wege. Doch das war ein Trugschluss: Am 7. Dezember 1990, fünf Tage nach der Bundestagswahl, bei der Ex-Landesminister Christoph Zöpel ins Hohe Haus gewählt worden war, kam die Hiobsbotschaft: Das Krankenhaus war wieder aus dem Investitionsprogramm herausgenommen worden. Der Ärger war groß – nicht nur wegen der 180.000 Mark für Planungen, die nun in den
1994 Regierungspräsident Antwerpes blitzt mit seiner Beschwerde gegen das Urteil in Münster beim Bundesverwaltungsgericht in Berlin ab. 1996 Im Dezember schließlich bewilligt der Regierungspräsident 7,8 Mio DM an Landesmitteln fürs Krankenhaus.
Damit fand sich Antwerpes jedoch nicht ab. Er legte Beschwerde gegen das OVG-Urteil beim Bundesverwaltungsgericht in Berlin ein – doch Antwerpes blitzte auch dort ab, die Beschwerde wurde im Juli 1994 zurückgewiesen. Der Regierungspräsident bewilligte schließlich im Dezember 1996 Landesmittel in Höhe von 7,8 Millionen Mark – sozusagen ein „Weihnachtsgeschenk“ für die Bürger und Bürgerinnen der Schwalmquellstadt.
Wie sehr sich Wegberger mit dem Krankenhaus verbunden fühlen, macht ein Fall aus dem Jahr 1994 – als gerade die Klage gegen den Kölner Regierungspräsidenten Antwerpes in Sachen Landesmittel vor dem Oberverwa l t u n g s g e r i c h t Münster anstand – deutlich. Ein 52-Jähriger schrieb, nachdem ihm dank der schnellen Reaktion durch den Chefarzt der Chirurgie, Dr. Knut Haar, nach geplatztem Blinddarm und Abszess (die Bauchhöhle war schon völlig vereitert) das Leben gerettet worden war, an Antwerpes und schilderte diesen persönlichen Fall. Mit dem Hinweis, wie lebenswichtig das Krankenhaus in Wegberg ist – und mit der Bitte, sich an diesen Fall zu erinnern, falls er, Antwerpes, noch einmal die Absicht haben sollte, das Krankenhaus zu schließen. Der Regierungspräsident nahm es zur Kenntnis.
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Erneutes Pech dann für Wegberg: Knapp drei Monate nach der Antwerpes’schen Absichtserklärung, das Krankenhaus zu schließen, am 25. Juni 1992, fand die mündliche Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht statt. Das Ergebnis: Die Klage aus Wegberg wurde abgewiesen – immerhin stand ja die Schließung des Krankenhauses im Raum. Doch die wiederum wurde im November des Jahres durch die zuständige Regionalkonferenz abgelehnt. Schon vorher war die Krankenhaus GmbH in Berufung gegen das Aachener Urteil gegangen. Am Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster kam dann am 30. August 1993 alles anders: Nach der mündlichen Verhandlung sprach der 13. Senat das Urteil, womit der Regierungspräsident verpflichtet wurde, über den seinerzeitigen Antrag auf Aufnahme des Krankenhauses in das Investitionsprogramm erneut zu entscheiden. Interessant während der Verhandlung waren übrigens Frage und Antwort zwischen dem Vorsitzenden Richter, Gierse, und dem Vertreter des Regierungspräsidenten, Drössler. Nachdem auf das Schreiben von Antwerpes vom Februar 1990 „Ich freue mich…“, auf die Veröffentlichung der Aufnahme in das Investitionsprogramm im Ministerialblatt und auf die
Herausnahme noch im selben Jahr hingewiesen worden war, fragte Richter Gierse: „Geschieht Derartiges häufiger?“ Drössler: „Das ist nicht der Regelfall, aber es kommt schon mal vor.“ Gierse: „So etwas habe ich noch nicht erlebt.“ Jedenfalls obsiegten die Wegberger in Münster – und es wurde auch keine Revision zugelassen.
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Wind geschrieben waren. Aber die Krankenhausgesellschaft mit der Stadt an der Spitze wollte nicht aufgeben – und klagte beim Verwaltungsgericht Aachen gegen den Regierungspräsidenten.
Der geplatzte Blinddarm.
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1998-2000
Moderne Zeiten.
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1998 Nachdem 7,8 Mio DM für Investitionen bewilligt wurden, greifen Bürgermeisterin Hedwig Klein, Geschäftsführer Horst Soemers und Mitarbeitervertreter Georg Florax am 28. Januar zum Spaten - der Start für den Erweiterungsbau.
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Größte Sanierung seit 30 Jahren Von „einem bedeutenden Ereignis und denkwürdigen Tag für das Krankenhaus und die Stadt“ sprach Stadtdirektor Horst Soemers, zugleich Geschäftsführer der St. Antonius-Krankenhaus GmbH, als er zahlreiche Gäste an einem großen Loch begrüßte – und dieses Loch war das untrügliche Zeichen für die lang ersehnte Erweiterung des Krankenhauses, für die am 28. Januar 1998 der obligatorische Erste Spatenstich erfolgte. Im Dezember 1996 hatte der Kölner Regierungspräsident Franz-Josef Antwerpes nach jahrelangen gerichtlichen Auseinandersetzungen 7,8 Millionen Mark an Landesmittel genehmigt. Ein gutes Jahr war dann noch nötig für Planungen und Ausschreibungen, so dass am 13. Januar 1998 mit den Erdarbeiten begonnen werden konnte.
für das Mitarbeiterteam; im Erdgeschoss Rettungsdienst-Liegendhalle, septischer Notfall-OP, Schockraum, EKG-Notfallraum und Räume für die ärztliche Untersuchung; im ersten Obergeschoss Geräte- und Personalräume, Zentralsterilisation und Aufwachraum mit Monitorüberwachung in direkter Verbindung zu den Ärzten; im zweiten Obergeschoss u. a. eine neue Kinderabteilung mit fünf Betten, großem Spielflur und Terrasse. Mit der Erweiterung waren auch umfangreiche Umbau- und Sanierungsarbeiten in den vorhandenen Funktionsräumen (mittlerer KrankenhausTrakt) verbunden: im Erdgeschoss neue Patientenwartezonen und -toiletten; im ersten Obergeschoss vollständige Verbesserung und Vergrößerung der OP-Räume, neue Patientenschleuse sowie Umkleideräume; im zweiten Obergeschoss völlig neue Intensivstation mit vier Betten in zwei Zimmern, Reanimationsraum, Geräte- und Umkleideräume, Patienten-WC und Überwachungsbereich; auf dem Dach eine neue klimatechnische Anlage vor allem für den OP-Bereich.
Diese galten dem dreigeschossigen Erweiterungsbau (vom Bettentrakt aus gesehen rechts neben dem Funktionstrakt), in dem untergebracht wurden: im Untergeschoss Sanitärräume
Galten diese Arbeiten damals bereits als die größte Sanierung nach 30 Jahren, so wurde 1999 noch mit einer weiteren Maßnahme begonnen, die den Aufenthalt der kranken Menschen erheb-
Die wurde übrigens in den Jahren 2001 und 2002 noch einmal verbessert: durch die völlige Erneuerung der chirurgischen und internistischen Ambulanzen – die rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Und mit der Aufnahme des Wegberger Hauses Mitte 2001 in den Rettungsplan des Kreises wurde die Neuausrichtung komplettiert.
1995 Mit neuem Logo wirbt das Krankenhaus. 2000 Mit modernstem medizinischen Geräten ausgestattet, wird der Erweiterungsbau am 12. April in Betrieb genommen.
100 Jahre Sankt Antonius Krankenhaus Wegberg
Der 12. April 2000 ging dann als Freudentag in die Geschichte des St. Antonius-Krankenhauses ein: Das „neue“ Krankenhaus wurde offiziell in Betrieb genommen, und dabei gab es von den Teilnehmern an der Zeremonie allseits lobende Worte.
Vor allem für die medizinisch-technische Ausstattung, „um die uns manche große Klinik beneidet“, wie die Chefärzte Dr. Peter Reinhardt (Innere Abteilung) und Dr. Harald Wolf (Chirurgie) übereinstimmend hervorhoben. Und die Verwaltungsratsvorsitzende, Bürgermeisterin Hedwig Klein, betonte: „Mit dem Erweiterungsbau und seinen bedeutenden Verbesserungen hat Wegberg nun ein modernes Haus der medizinischen Grundversorgung.“
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lich angenehmer macht: Mit einem Kostenaufwand von knapp einer Million Mark wurden Sanitärräume geschaffen, die jeweils für zwei Patientenzimmer eingerichtet wurden: Dusche und WC, chromblitzende Armaturen, große Spiegel, helle Fliesen und alles gut ausgeleuchtet. Als die ersten Sanitärräume im Februar 1999 fertig waren, zeigte sich eine Patientin, die einige Jahre zuvor schon einmal im Krankenhaus gelegen hatte, hellauf begeistert: „Früher musste man über den Flur gehen – jetzt WC und Dusche im Zimmer, das ist wirklich angenehm.“
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1905 Der erste Nachweis über den Personalbestand im „Klösterchen“ für Krankenpflege, Bewahrschule, Nähschule und Haushaltungsschule.
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15. April 1915
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1907 Der Orden der Franziskanerinnen kauft das Grundstück „Auf dem Kieroth“ für den Bau eines neuen Krankenhauses
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Das erste richtige Krankenhaus (heutiger Altbau) wird eröffnet
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7. Juli 1913 Baubeginn
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Eröffnung des „Klösterchens“ an der Bahnhofstraße – Wiege des Krankenhauses
15. April 1917
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26. September 1905
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28. September 1913 Grundsteinlegung 15. Dezember 1913 Richtfest
Bis 1918 ist das Krankenhaus Lazarett, in dem die Ordensschwestern französische Soldaten pflegen
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1937 Das erste fahrbare Röntgengerät wird angeschafft
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1939 bis 1945 Wegberg erleidet erhebliche Schäden durch den Krieg, und wieder wird das Krankenhaus Lazarett.
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31. August 1952
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Bis 1932 werden täglich 80 Mittagessen an Bedürftige ausgegeben
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Nach dem schrecklichen Unfall auf dem Grenzlandring werden viele Verletzte behandelt
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27. Juni 1964
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Einweihung des neuen modernen Krankenhauses mit 125 Betten.
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Sechsjähriger Kampf um den Erhalt des Krankenhauses beginnt – letztlich mit Erfolg
Die Ordensschwestern werden verabschiedet – Nachwuchsmangel
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1. Januar 1980
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Baubeginn des neuen Krankenhauses gleich neben dem bestehenden Haus
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Dezember 1983
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1962
Übernahme der Trägerschaft durch eine GmbH (Gesellschafter: Stadt und FranziskanerinnenOrden)
1. April 1992
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28. Januar 1998
Das Krankenhaus gewinnt vor dem Oberverwaltungsgericht Münster eine Klage gegen den Regierungspräsidenten in Sachen Investitionsmittel
26. September 2005
Der erste Spatenstich für den Erweiterungsbau
Dezember 1996 Regierungspräsident Antwerpes bewilligt 7,8 Millionen Mark für Erweiterung und Sanierung
Unterzeichnung eines Vorvertrags durch die Gesellschaft und Privatdozent Dr. Arnold Pier, der das Krankenhaus zum 1. Januar 2006 übernehmen will
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30. August 1993
1998
Das Krankenhaus wird 100 Jahre alt
12. April 2000 Der Erweiterungsbau und die modernisierten Bereiche werden in Betrieb genommen
September 2004
100 Jahre
Regierungspräsident Antwerpes kündigt Investitionsmittel an, nimmt dies im Dezember wieder zurück
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100 Jahre
Februar 1990
1993
100 Jahre
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1985
Da das Haus an der Grenze der Wirtschaftlichkeit liegt, wird ein Zusammenschluss mit dem Krankenhaus Erkelenz geplant – doch von den Kassen abgelehnt.
22 Bürger und Bürgerinnen gründen den KrankenhausFörderverein
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Das St. AntoniusAltenpflegeheim nimmt den Betrieb auf
15. November 1995
100 Jahre
100 Jahre
100 Jahre
1991
8. Juli 2005
2003
Regierungspräsident Antwerpes verkündet öffentlich seine Absicht, das Krankenhaus zum 1. Januar 1996 zu schließen; die Regionalkonferenz entscheidet im November anders.
Die Belegschaft beschließt, zwei Jahre lang auf die Hälfte des Weihnachtsgeldes zu verzichten – um das Krankenhaus zu erhalten
1905-1983
Buße und Liebe.
100 Jahre
1905 Die Franziskanerinnen der „Ordensgemeinschaft von der Buße und der christlichen Liebe“ (gegr. von Mutter Magdalena Daemen) eröffnen am 25. September die klösterliche Niederlassung in Wegberg.
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Wegberg hat den Ordensschwestern viel zu verdanken Von den 100 Jahren, in denen es in Wegberg ein Krankenhaus gibt, wirkten alleine 78 Jahre lang die Franziskanerinnen der „Ordensgemeinschaft von der Buße und der christlichen Liebe“ segensreich für kranke und alte Menschen. Dank des Einsatzes der 7. Generaloberin der Kongregation, Mutter Ludmilla Birckmann, die am 31. Januar 1843 in Rickelrath (Molzmühle) geboren wurde, entstand 1905 mit dem „Klösterchen“ an der Bahnhofstraße die Wegberger Niederlassung der Franziskanerinnen (übrigens in alten Dokumenten heißt es häufig „Franziskanessen“) von Heythuisen-Nonnenwerth. Im Sinne von Mutter Magdalena Daemen (1787-1858), Gründerin der Ordensgemeinschaft, nahmen sich die Schwestern insbesondere der Kranken, aber auch der Kinder und jungen Frauen an. Deshalb wurden im „Klösterchen“ neben der Krankenstation auch eine Kleinkinderbewahrschule sowie eine Handarbeits- und Haushaltungsschule eingerichtet. Erstere hieß im Laufe der Jahre Kindergarten, der 1968 von der Pfarre
St. Peter und Paul übernommen wurde und nahe dem Rathaus einen Neubau erhielt, während die „Nähschule“, wie die zweite Einrichtung später genannt wurde, 1979 ihre Pforten schloss. Im „Klösterchen“ begannen am 26. September 1905 sechs Ordensfrauen: neben Oberin Felicitas Hundgeburt noch fünf Schwestern für die verschiedenen Arbeitsbereiche. In den Folgejahren, da die medizinische und pflegerische Krankenversorgung immer weiter ausgebaut wurde (Neubauten 1915 und 1964), waren zeitweise bis zu 25 Ordensschwestern in Wegberg tätig – und bei den Bürgern und Bürgerinnen sehr beliebt. Verständlich, dass es da in der Stadt sehr bedauert wurde, als die Schwestern Ende 1983 Wegberg verließen – Nachwuchsmangel war der Grund. Doch drei Jahre zuvor war den Schwestern noch besonderer Dank zuteil geworden: Als am 14. Dezember 1980 das 75-jährige Bestehen des Krankenhauses festlich begangen wurde. Wie ein „roter Faden“ zog sich durch die Beiträge zahlreicher Festredner ein Lob für die christliche
Zurück blieben auf dem neuen Friedhof die 31 Gräber von Franziskanerinnen, die hier ihre letzte Ruhstätte gefunden haben – während in einer Ecke an der Mauer des alten Friedhofs gegenüber der Stelle, wo vor 100 Jahren das „Klösterchen“ eröffnet wurde, ein Gedenkkreuz an die verstorbenen Schwestern erinnert.
1983 Nachwuchsmangel zwingt die Ordensschwestern dazu, am 30. Dezember ihre Wirkungsstätte in Wegberg zu verlassen.
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Ein Höhepunkt der Jubiläumsfeier war die Verleihung der Ehrenbürgerrechte an Schwester Leonia Laetsch, die seit 1933 hier wirkte, u. a. als Ökonomin. In der Ehrenbürgerurkunde, die Bürgermeister Dr. Karl Fell überreichte, wurde darauf hingewiesen, dass „neben dem Dienst am kranken Menschen die Geschäftsleitung des St. Antonius-Krankenhauses ihr besonderes Anliegen war.“ Sie habe maßgeblichen Anteil am Wiederaufbau des Krankenhauses nach dem Zweiten Weltkrieg sowie an der Errichtung eines vorbildlichen Neubaus 1962 bis 1964. Und: „Alle Bürger der Stadt Wegberg haben es ihr mit zu danken, dass für das Krankenhaus eine neue Zukunft beginnen kann. Schwester Leonia hat sich um die Stadt Wegberg und ihre Bürger verdient gemacht.“
Die so Geehrte (sie starb 1992 im Franziskushaus in Mönchengladbach) betonte, dass sie die Urkunde stellvertretend für alle Schwestern entgegennehme. Deren Oberinnen waren: 1905 bis 1908 Felicitas Hundgeburt, bis 1920 Celsia Reuter, bis 1926 Thiatildis Sudholt, bis 1932 erneut Celsia Reuter, bis 1936 Magna Vaessen, bis 1947 Elmira Fischersworring, bis 1950 Magdala Glasmacher, bis 1956 Irmburg Bastian, bis 1959 Ingunde Volmer-Kückmann, bis 1963 Bernwardis Wolters, bis 1969 Caritas Kleine, bis 1972 Henrika Spiekermann, bis 1980 Josefa Rochner, bis 1983 wieder Henrika Spiekermann sowie die Schwestern Anna und Mathilda. Am 30. Dezember 1983 verließen die letzten Ordensschwestern ihre Wirkungsstätte in Wegberg.
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Einstellung zum Dienst am Nächsten, welche die Franziskanerinnen in den 75 Jahren gezeigt hatten. Und der damalige Kreisdirektor Dr. Leo Thönnissen betonte, „dass auch in der Zukunft bei aller Technik Krankenhäuser gebraucht werden, welche die Menschen nicht nur behandeln, sondern auch beheimaten.“
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1984-2005
Essen a la carte.
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1984 Seit Januar liegt die medizinische Versorgung und die pflegerische Betreuung alleine in den Händen der Ärzte und Ärztinnen, Krankenschwestern und -pfleger.
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Die Chefärzte
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1905-1907 Dr. Philipp Stommel 1907-1954 Dr. Josef Montz 1954-1972 Dr. Theodor Stoffels 1973-1984 Dr. Josef Jordan (1980-1984 chir. Chefarzt) 1984-1995 Dr. Knut Haar (Chirurgie) seit 1995 Dr. Harald Wolf (Chirurgie) seit 1980 Dr. Peter Reinhardt (Innere Abteilung) seit 1983 Dr. Constantin Valsamidis (Anästhesie)
Genesung geht auch durch den Magen Natürlich waren nicht nur Ordensschwestern im Krankenhaus tätig – mit ihnen zusammen betreute auch weltliches Personal die Kranken. Seit Januar 1984 liegt die medizinische Versorgung und pflegerische Betreuung alleine in den Händen der Ärzte und Ärztinnen, Krankenschwestern und -pfleger. Von den derzeit 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind 20 Mediziner im Einsatz sowie 121 Pflegekräfte unter dem Pflegedienstleiter Martin Fontein. Sie alle sorgen mit ihrem Fachwissen und Engagement dafür, dass den Patientinnen und Patienten Tag und Nacht die erforderliche medizinische und pflegerische Versorgung zuteil wird. Eine Arbeit, die nicht hoch genug bewertet werden kann.
pflegung angesprochen. Wie wichtig die für die Kranken im Haus ist, weiß Küchenchef HeinzPeter Haupts (57), der schon seit 22 Jahren der Herr über Töpfe und Pfannen im St. Antonius-
Das gilt aber auch für die Küche. Denn was sagen Patienten, wenn sie das Krankenhaus nach der Genesung wieder verlassen, in einem Atemzug mit der medizinischen und pflegerischen Betreuung: „Das Essen war gut“ oder „das Essen war schlecht“. Wie nach einem Urlaub. Neben dem Wetter wird zumeist gleichzeitig die Ver-
Krankenhaus ist, genau. Deshalb bemüht er sich mit seiner 21-köpfigen Küchenbrigade, den Geschmack der Patienten zu treffen. „Einheitsbrei“ gibt es schon lange nicht mehr. Haupts, der aus einer Restaurant-Familie (Doverener Mühle) stammt, weiß, dass Abwechslung
Übrigens: Die Qualität des angebotenen Essens wurde einst von einem großen Lebensmittelkonzern unter die Lupe genommen. Nach der Prüfung mehrerer Großküchen in den Wertungskriterien Geschmack, Abwechslung, Nährwert, Zusammensetzung, Speisenplangestaltung und Optik wurde Heinz-Peter Haupts und dem Krankenhaus der Ehrenpreis für besondere Leistungen im Bereich der Gemeinschaftsverpflegung verliehen. Na, dann guten Appetit. Genesung geht eben auch durch den Magen.
Seit 22 Jahren sorgt Küchenchef Heinz-Peter Haupts mit seiner 21-köpfigen Küchenbrigade dafür, daß leckeres Essen zum Patienten kommt.
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zwischen drei Menüs wählen: Ob Hähnchenschnitzel mit Baby-Karotten oder Rinderroulade mit Blumenkohl, ob Schweinegulasch mit Butterspätzle und Salat, Hackbraten, Rührei, Matjessalat, LinsenEintopf oder sogar Reibekuchen – Tag für Tag gibt’s was Neues auf den Teller. Und im Unterschied zu
einer Restaurant-Küche müssen Haupts und seine Leute bei der Zusammenstellung der Menükarten – in Absprache mit den pflegerischen Fachkräften – die unterschiedlichsten Krankheiten ihrer „Kunden“ berücksichtigen. Nicht immer eine leichte Aufgabe.
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beim Essen äußerst wichtig ist – und hat schon früh „Essen à la carte“ eingeführt. Seit 1987 können die Krankenhaus-Patienten und seit 1991 auch die Altenpflegeheim-Bewohner täglich
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1998
Für den Patron.
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1998 Der Patron des Krankenhauses ist der Hl. Antonius von Padua. Um an ihn zu erinnern, setzt Oberarzt Dr. Klaus Mertens die Idee des Fördervereins um, Steine aus Padua für das Krankenhaus zu besorgen.
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Wie die Steine aus Padua nach Wegberg kamen Was haben der Dom von Padua und das Wegberger Krankenhaus gemeinsam? Steine! Steine? Ja, Steine. Wer in den Vorraum der Notfallaufnahme im Neubautrakt kommt, entdeckt acht Ziegelsteine, verziert mit grünem Samtband und rotem Siegel, kreisförmig in die weiße Wand eingemauert. Und wie die in Acryl gegossene Inschrift dem Betrachter erläutert, sind’s Ziegel aus Padua, dem Sterbeort des Hl. Antonius, Patron des Krankenhauses. Die gleichen Ziegelsteine, wie sie im Dom verbaut sind. Doch wie kamen sie nach Wegberg? Der Weg glich einer Odyssee. Am Anfang stand die Idee im Krankenhaus-Förderverein, für den lang ersehnten Erweiterungsbau etwas zu schaffen, das die Verbindung des 1905 von den Franziskanerinnen gegründeten Hauses mit seinem Patron, dem Hl. Antonius von Padua, dokumentiert. Nur was?, war die Frage – und Kosten durften auch nicht entstehen.
Wie wär’s mit Steinen aus Padua?, kam in einer Sitzung des Förderverein-Vorstands im Frühsommer 1998 – der Erweiterungsbau war in vollem Gange – eine Überlegung auf, die schnell einhellige Zustimmung fand. Nur: Wir kommt man daran? Der Weg konnte nur über die beiden Städte gehen. Also schrieb Bürgermeisterin Hedwig Klein, damals auch Fördervereins-Vorsitzende, an ihren Kollegen in Italien. Der Brief sollte freilich in Italienisch abgefasst sein – dafür sorgte die damalige ehrenamtliche Geschäftsführerin Birgit Langerbeins in ihrem italienischen Stamm-Eissalon in Erkelenz. Wie viele Portionen Eis in der Folgezeit erforderlich waren, ist unbekannt – immerhin entwickelte sich ein reger Briefwechsel, mal zu übersetzen vom Italienischen ins Deutsche, mal umgekehrt, bis in Padua der Wegberger Wunsch klar war. Damit waren die Ziegel aus Padua immer noch nicht in Wegberg. Da war es ein glücklicher Umstand, dass Dr. Klaus Mertens, Chirurgie-
erneuter Zufall, der letztlich die Ziegel schon näher an Wegberg heranbringen sollte. Denn kurz vor dem Fest kam bei Mertens ein Anruf aus Südtirol an. Georg, ein Freund des Pensionswirts Leo Walter, fahre zu Weihnachten nach Bergisch-Gladbach und bringe die Steine mit, hieß es. Also machten sich Klaus Mertens und seine Frau Martha-Marie auf den Weg – aber sie fanden das angegebene Sträßchen nicht. Da halfen die Polizisten eines Streifenwagens: „Bitte folgen“ wurde eingeschaltet, und plötzlich stand man vor einem Auto mit italienischen Kennzeichen. Aus dessen Kofferraum wechselte der gewichtige Karton in den Wagen von Klaus Mertens. Die Odyssee war zu Ende: Die Steine aus Padua fanden, mit Unterstützung vom damaligen Planungsamtsleiter Robert Riehl und Malermeister Willy Amberg, ihren endgültigen Platz im Krankenhaus-Neubau.
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Oberarzt und stellvertretender FördervereinsVorsitzender, seit 1988 mit seiner Familie regelmäßig Urlaub in Südtirol machte – und dass im Herbst 1998 Johann, Sohn seiner Pensionsfamilie Walter, bei den Mertens in Immerath zu Besuch war. Er entnahm dem damals jüngsten Brief des Bürgermeisters von Padua, dass die Steine bereit liegen. Und was der Zufall wollte: Vater Leo Walter fuhr kurz darauf zur Kur bei Padua. Mit entsprechenden Schreiben ausgestattet sprach er im Rathaus von Padua vor – und am nächsten Tag wurden die Ziegel mit Samtband und Siegel, säuberlich im Karton verpackt und mit dem Hinweis, dass sie gesegnet seien, im Kurhotel von Leo Walter abgegeben. Wie ging’s weiter? Auch dann halfen wieder Zufälle: Monika, die Frau des Südtirolers Leo Walter, stammt aus Rothenburg, und das Weihnachtsfest verbrachten die Walters häufiger dort. Tja, zu Weihnachten 1998 sollten die Steine aus Padua in Rothenburg landen. Dann ein
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1991-2005
Gut umsorgt.
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1991 Eine wichtige Einrichtung für Wegberg nimmt im Oktober den Betrieb auf: das St. AntoniusAltenpflegeheim mit 50 Plätzen.
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Altenpflegeheim – ein Segen für Wegberg
„Finanzielle Weichen für Pflegeheim gestellt“: Diese Überschrift am 13. Dezember 1986 in der Rheinischen Post beschrieb den aktuellen Stand für ein wichtiges Vorhaben der St. AntoniusKrankenhaus GmbH. Nachdem die Stadt zum 1. Januar des Jahres vom Orden das Krankenhaus mit dazugehörigem Grundstück für 2,4 Millionen Mark gekauft hatte, machte man sich Gedanken, wie ein Teil des Areals sinnvoll genutzt werden
kann. Da in Wegberg ein Mangel an Pflegeplätzen herrschte (im Krankenhaus-Altbau waren 16 Pflegebetten untergebracht, neben – auch heute noch – Verwaltung, Küche und Cafeteria), wurde der Bau eines Altenpflegeheims ins Auge gefasst. Die Notwendigkeit wurde auch beim Landschaftsverband und beim Kreis Heinsberg schnell erkannt, so dass in jenem Dezember deren Zustimmung eintraf. Zu den Baukosten von 5,5 Millionen Mark schoss der Kreis 750 000 Mark zu. Vom Land erhielt die Stadt 3,5 Millionen Mark
als zinsloses Darlehen, 300 000 Mark gab es von den Freien Wohlfahrtsverbänden, und der Rest wurde über den städtischen Etat bzw. Kredite aufgebracht. Somit waren die finanziellen Weichen für ein Altenpflegeheim gestellt. Ursprünglich war vorgesehen, den im Garten stehenden alten Krankenhaustrakt mit den einstigen Klausurräumen der Ordensschwestern zum Pflegeheim umzubauen. Doch dieser Bau war in einem so schlechten Zustand, dass man sich zum Abriss entschloss. Der erfolgte ab Januar 1990, und
Eine sinnvolle Ergänzung erhielt das Altenpflegeheim im April 1998: ein hübsches Tagespflegehaus mit allem Komfort für zwölf Personen.
Hier werden ältere Leute, zumeist verwirrt oder körperlich gehandicapt, liebevoll und aufmerksam umsorgt. Ehepartner oder Söhne und Töchter, die ihren alten und pflegebedürftigen Familienangehörigen für neun Stunden am Tag einem gut geschulten Personal anvertrauen, können somit ihren eigenen Tagesablauf entsprechend planen – sie wissen, dass ihre kranken Verwandten hier in guten Händen sind.
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dann wurde an dortiger Stelle ein modernes Altenpflegeheim mit 50 Plätzen in hellen Erkerzimmern, in zwei Geschossen angeordnet um einen hübschen Innenhof, errichtet und mit dem bestehenden Krankenhaus-Altbau verbunden. Die ersten Bewohner zogen Anfang Oktober 1991 ein, und seitdem ist das Heim (das auch Kurzzeitpflege anbietet) stets ausgebucht. Übrigens: Die älteren Herrschaften werden in dem Heim nicht nur einfach betreut, sondern es gibt viele Freizeitaktivitäten – von regelmäßigen Gymnastik-, Spiel- und Bastelstunden über ökumenische
1998 Das Altenpflegeheim wird um ein Tagespflegehaus ergänzt, das im April eröffnet wird.
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Gottesdienste, Ausflüge, Filme und Vorträge bis zu Konzerten, Modeschauen und speziellen Festen, z. B. im Sommer, zu Weihnachten oder Karneval. Als das Haus sein zehnjähriges Bestehen feierte, nannte Dechant Laetantius das St. Antonius-Altenpflegeheim „einen Segen für Wegberg und Umgebung“.
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1995-2005
Große Hilfe.
100 Jahre Sankt Antonius Krankenhaus Wegberg
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1995 Bürgermeisterin Hedwig Klein kann 22 Mitbürger und Mitbürgerinnen motivieren, am 15. November den „Verein der Freunde und Förderer des St. AntoniusKrankenhauses“ zu gründen.
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Hedwigs Gipsbeine und der Förderverein Die Besucher des alljährlichen Adventsmarktes der Werbegemeinschaft oder manch anderer Veranstaltungen kennen sie: Hedwigs Gipsbeine. Überall wo sich der Krankenhaus-Förderverein präsentiert, stehen sie, mit grünem Gazegewebe stramm umwickelt, und haben nur einen Zweck: Spenden aufnehmen fürs Krankenhaus. Unzählige Münzen und Scheine sind so in Hedwigs Gipsbeine gelangt, um Verbesserungen für die Patienten und Patientinnen zu ermöglichen. Als der Erhalt des Krankenhauses zum zweiten Mal gesichert war, hatte Bürgermeisterin Hedwig Klein eine Idee: Die Bürger haben stets für den Erhalt gekämpft, nun könnten sie weiterhin ihre Verbundenheit mit dem Krankenhaus in besonderer Weise zeigen. Hedwig Klein ging mit gutem Beispiel voran und bat ihre Gäste, als sie am 22. September 1995 ihren „50sten“ feierte: keine Geschenke, stattdessen Spenden fürs Krankenhaus, in dem sie 1945 das Licht der Welt erblickt hatte. Doch die Spenden sollten nicht etwa in einem Sparschwein landen – sondern in Gipsbeinen. Die hatte sie im Krankenhaus genau
für ihre Waden anfertigen lassen, und sie kamen bei der Geburtstagsfeier im Pfarrsaal Beeck erstmals zum Einsatz. Der Inhalt der Gipsbeine war ein finanzieller Grundstock für den Förderverein, der im kommenden November zehn Jahre alt wird. Und die Gipsbeine wurden in diesen zehn Jahren zum Markenzeichen des Vereins. Zurück zu den Anfängen: Hedwig Klein sprach mehrere Bürger an mit der Bitte, sich an der Gründung eines Fördervereins zu beteiligen, um etwas für das Krankenhaus zu tun. Sie rannte offene Türen ein. 22 Wegberger – von den Krankenhaus-Mitarbeitern und niedergelassenen Ärzten über Vertreter von Schulen, Sport und Vereinen bis zu Industrie, Handel, Handwerk und Politik – gründeten am 15. November 1995 den „Verein der Freunde und Förderer des St. AntoniusKrankenhauses Wegberg“. Der gemeinnützige Verein stellt sich die Aufgabe – so steht’s in der Satzung –, das Krankenhaus „durch Beschaffung von Ausstattungs- und Einrichtungsgegenständen für Krankenzimmer, ärztliche Behandlungsräume sowie medizinisch-technische Geräte und Ge-
Hedwig Klein, die in der Gründungsversammlung zur Vorsitzenden gewählt wurde, sagte damals: „Die Situation des Hauses ist jetzt so stabil, dass wir auch nach außen hin die positive Arbeit dokumentieren und unterstützen wollen.“ Und sie freute sich, dass seit ihrem Geburtstag innerhalb von zwei Monaten bereits 7290 Mark an
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staltung und Einrichtung von Außenanlagen sowie durch Schulung der Krankenhaus-Mitarbeiter“ zu fördern. Auf den Punkt gebracht: Der Förderverein hat in diesen zehn Jahren da geholfen, wo der Etat nicht mehr griff. Nämlich Einrichtungen anschaffen, die über den vom Träger zu gewährleistenden Standard hinausgehen, die medizinische Versorgung und den Aufenthalt der Patientinnen und Patienten jedoch verbessern.
Die erfreuliche Bilanz setzte sich Jahr für Jahr fort. So war in der letzten Mitgliederversammlung am 11. April dieses Jahres zu erfahren, dass dem Verein 230 Mitglieder angehörten und dass er
2005 In der Mitgliederversammlung am 11. April ist zu erfahren, dass der Förderverein seit seinem Bestehen für rund 200.000 Euro Einrichtungen fürs Krankenhaus angeschafft hat.
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Spenden eingegangen waren – obwohl der Förderverein noch gar nicht gegründet war. Die enge Verbundenheit der Bürger mit ihrem Krankenhaus machte bereits die äußerst erfreuliche Bilanz nach dem ersten Jahr deutlich: 150 Mitglieder hatten es mit ihren Beiträgen – dazu viele Spenden aus der Bürgerschaft, von Vereinen und Gewerbe – ermöglicht, dass für 50.000 Mark Anschaffungen erfolgten. U. a. Spezialbetten mit technischen Raffinessen zum Wohlbefinden der Patienten, Spezialmatratzen gegen das Problem des „Durchliegens“, fahrbarer Duschwagen für bettlägerige Patienten.
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1995-2005 100 Jahre Sankt Antonius Krankenhaus Wegberg
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2005 Der Förderverein lässt das restaurierte „Lungenhäuschen“ im Krankenhaus-Park mit Fenstern und Blenden vor Vandalismus sichern – es soll den Patienten zum Aufenthalt und eventuell in Zukunft kleinen Konzerten dienen.
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seit seinem Bestehen für rund 200.000 Euro Einrichtungen angeschafft hat. Von zahlreichen speziellen medizinisch-technischen Geräten über Nacht- und Rollstühle bis hin zu Kuscheltieren, Malbüchern und Spielen für die Kinderstation, ansprechendere Sitzgruppen für die Etagen, die neuen Ambulanzen und fürs Foyer, um nur einige Beispiele zu nennen. Das gilt auch fürs Altenpflegeheim, für das u. a. Liegerollstühle, ein
Snoezelenwagen für alle Sinne und eine mobile Kochstation (die besonders gut bei den älteren Herrschaften ankommt) angeschafft wurden. Und ein besonderes Anliegen war dem Förderverein, das im Rahmen der Park-Gestaltung in Ordnung gebrachte „Lungenhäuschen“ mit Fenstern und Blenden vor Vandalismus zu sichern, damit es von den Patienten genutzt werden kann.
Dank der Spendenbereitschaft der Wegberger Bürger und des ehrenamtlichen Engagements vom Vorstand (Vorsitzender Folkmar Pietsch, Stellvertretung Hedwig Klein und Dr. Klaus Mertens, Geschäftsführerin Dusanka Zimmermann, Schatzmeister Dr. Horst Kaufmann/Ulrich Frieten, Schriftführer Heinz Wilms) und Beirat (Fritz Jakobs, Dr. Uwe Obermann, Dr. Peter Reinhardt, Horst Soemers, Dr. Harald Wolf, Dr. Constantin Valsamidis; Michael Kandziora, Joseph Bertrams) wurde in den zehn Jahren für das Krankenhaus und das Altenpflegeheim viel geleistet.
100 Jahre stehen: Besorgungen erledigen, Wünsche erfüllen oder sich Zeit nehmen für einen Plausch. Freiwillige Krankenhaus-Hilfe heißt dieses Engagement unter Leitung von Marie-Luise Reermann – die sich übrigens über weitere Freiwillige freut. Fazit: Förderverein und Krankenhaus-Hilfe verdeutlichen, dass das Krankenhaus den Wegbergern am Herzen liegt.
100 Jahre Sankt Antonius Krankenhaus Wegberg
Wenn von ehrenamtlichem Engagement die Rede ist, dürfen aber nicht die „grünen Damen“ (im Einzelfall auch mal ein Herr) vergessen werden, die seit 1989 den Patienten zur Seite
1995-2005 Besonders sinnvoll sind – neben vielen medizinisch-technischen Geräten – spezielle Betten, Matratzen, Stühle usw., die den Patienten den Aufenthalt angenehmer machen; allesamt angeschafft vom Förderverein.
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Blick nach vorne mit Dr. Arnold Pier
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Neuer Wind.
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2005 „Einen glücklichen Tag“ nennt Bürgermeisterin Hedwig Klein den 8. Juli, als mit dem Chirurgen, Privatdozent Dr. Arnold Pier, ein Vorvertrag zur Übernahme der Krankenhauses unterschrieben wird.
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Zweimal innerhalb von 15 Jahren hing das Damoklesschwert über dem Krankenhaus. Zweimal gelang es, das bereits von der Landespolitik angekündigte Aus abzuwenden. Ende der 70er Jahre nicht zuletzt durch beispielhafte konzertierte Protestaktionen der Bürgerschaft, 1992 durch Beharrlichkeit der Verantwortlichen. Das St. Antonius-Krankenhaus wurde nicht nur erhalten, es wurde sogar erweitert und in vielen Bereichen erheblich verbessert. Deshalb sichert nunmehr seit fünf Jahren modernste medizinische Ausstattung die Grundversorgung. Wie dankbar die Wegberger dafür sind, zeigen zwei Beispiele: Die 230 Fördervereinsmitglieder haben viel für das Haus getan, ebenso ungezählte Spender – so eine Patientin, die aufgrund erfolgreicher Operationen nach zwei Unfällen gleich 10.000 Euro spendete. Dennoch: Seit drei Jahren hängt wieder das Damoklesschwert über der Klinik – weil sie an der Grenze der Wirtschaftlichkeit liegt. Damit jedenfalls wurde argumentiert, als die Verantwortlichen der Krankenhäuser in Wegberg und Erkelenz am 31. Juli 2003 vor der Presse die Planungen für einen Zusammenschluss beider Häuser erläuterten. Es wurden Modelle entwickelt, um beispielsweise neben dem Erhalt der Grundversorgung zusätzliche Disziplinen einzurichten. Das Konzept fand allerdings nicht die Zustimmung der Krankenkassen – und war damit ad acta gelegt. Zur Sicherung der Krankenhaus-Existenz in Weg-
berg folgte die Trägergesellschaft Ende 2004 dem Vorschlag der Landesplanung (nach der in NRW 9000 Betten abgebaut werden sollen) und Krankenkassen, 12 der 105 Betten aus der KassenFörderung herauszunehmen. Die Wirtschaftlichkeit wurde damit aber auch nicht besser. Im Gegenteil: Die durchschnittliche Betten-Belegung sank unter das erforderliche Minimum – die Stadt als Trägerin musste Geld ins Krankenhaus pumpen, was auf Dauer natürlich nicht zu verantworten ist. Die Belegschaft zog sogar mit und gab im September 2004 ihr Einverständnis, zwei Jahre lang auf die Hälfte des Weihnachtsgeldes zu verzichten. Gleichzeitig wurde fieberhaft nach einer Lösung aus dem Dilemma gesucht – denn längst kreiste der Pleitegeier über dem Haus. Der 8. Juli 2005 dann „ein glücklicher Tag“, wie Bürgermeisterin Hedwig Klein jenen Freitag vor der Presse nannte: Mit dem renommierten Heinsberger Chirurgen, Privatdozent Dr. Arnold Pier, wurde ein Vorvertrag zur Übernahme des Hauses notariell besiegelt. Danach erwirbt er die Gesellschafteranteile für rund 25.000 Euro. Das hört sich „wie geschenkt“ an, doch für die Stadt ist viel wichtiger, dass sie nicht laufend Mittel zuschießen muss und dass sie für die Nutzung des Komplexes einen Erbpachtzins erhält. Noch wichtiger ist – nämlich für die Bevölkerung von Wegberg und Umgebung –, dass die Grundversorgung gesichert
Deshalb steht fest, dass ein Teil der 180köpfigen Belegschaft den Job verliert („auf keinen Fall mehr als zehn Prozent“, so der bisherige Geschäftsführer Horst Soemers), den Chefärzten von Chirurgie und Anästhesie wurde bereits gekündigt. Und für die verbleibenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedeutet der Erhalt ihres Arbeitsplatzes Einschnitte – es geht um Verzicht auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie zehn Prozent des Gehaltes. Das sind einige von vielen Details, die in den nächsten Wochen noch geklärt werden müssen. Erst wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, wird zum 1. Januar 2006 aus dem Vorvertrag ein endgültiger Vertrag. Dann übernimmt Dr. Arnold Pier das St. Antonius-Krankenhaus und führt es in das 101. Jahr seines Bestehens. Dann ist auch weiterhin die Grundversorgung der Wegberger gesichert – vorausgesetzt, sie halten dem Haus die Treue. Das gilt gleichermaßen für die niedergelassenen Ärzte, wenn es um Überweisungen ins Krankenhaus geht. Und dann tritt vielleicht auch das ein, was Dr. Pier beim Vorvertrag bereits in Aussicht gestellt hat: langfristig neue Arbeitsplätze zu schaffen – bis zu 60 in den kommenden vier Jahren.
Texte: Folkmar Pietsch Fotos: Michael Körner, Jürgen Laaser, Folkmar Pietsch, Archive Historischer Verein Wegberg, Rheinische Post, St. AntoniusKrankenhaus und Stadt Wegberg (überwiegend Franz Weide) Entwurf und Layout: ArtKonzeptKörner, Wegberg Druck: Druckerei Schmitz, Brüggen Diese Dokumentation wurde finanziell unterstützt von: Kreissparkasse Heinsberg, Volksbank ErkelenzHückelhovenWegberg, Fresenius Kabi, Bad Homburg, und Prickartz GmbH, Aachen
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Allerdings ist alles noch nicht in trockenen Tüchern. Dr. Pier (nach dem Flugzeugbau-Studium zum Dipl.-Ing. Medizin-Studium mit Promotion an der Universität Kiel und Habilitation an der Universität Magdeburg), der als Kapazität auf dem Gebiet der Minimal Invasiven Chirurgie gilt und zahlreiche Patente besitzt, ist seit Wochen im Krankenhaus, um sich mit sämtlichen Abläufen in allen Abteilungen vertraut zu machen, denn immerhin will er ein Krankenhaus übernehmen, das pro Tag an die 20.000 Euro Kosten verursacht – ein Unterfangen nicht ohne großes Risiko.
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wird. „Nicht nur das“, wie Pier betont, „sondern noch verbessert wird.“ Er will nämlich drei Millionen Euro investieren, davon zu allererst eine Million Euro für eine Computertomographie. Und wichtig ist ihm für die Zukunft des Krankenhauses, die Abteilungen Innere Medizin und Chirurgie um weitere Disziplinen zu ergänzen. Dabei denkt er an plastische Chirurgie, Neurologie, Schmerztherapie oder Onkologie – und eine Reha-Klinik für Orthopädie-Patienten gehört ebenso zu seinen Vorstellungen. Schließlich steht auf der Agenda von Dr. Pier die Erweiterung des Altenpflegeheims um 30 bis 40 Plätze – seit vielen Jahren ein Wunsch in Wegberg.
Impressum Herausgegeben im September 2005 zum 100-jährigen Bestehen des St. AntoniusKrankenhauses Wegberg vom Verein der Freunde und Förderer des St. AntoniusKrankenhauses Wegberg
Schutzgebühr 5¤
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100 Jahre
1905 Architektenzeichnung für den Umbau des Wohnhauses Bahnhofstraße 42 zum „Klösterchen“.