PFLEGE Unser Schwerpunktthema in dieser Ausgabe
ZEITUNG FÜR NEUBÜRGER*INNEN
AUSGABE STUTTGART 03/2018
GRAFIK MARION BLOMEYER
WWW.ARRIVALAID.ORG
Endlich Frühling!
I
n Deutschland teilt sich das Jahr in vier verschiedene Zeiten, die sich klimatisch voneinander unterscheiden. Die vier Jahreszeiten sind Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Am 31. Dezember ist Silvester. Der 1. Januar ist der erste Tag des neuen Jahres. Das Jahr beginnt in Deutschland also im Winter. Der Frühling ist die zweite Jahreszeit. Er beginnt in Deutschland laut Kalender am 20. März. Frühlingsanfang bedeutet eigentlich: die Tage werden wieder länger, die Blumen wachsen und die Temperaturen steigen. Es wird wieder warm. Aber das Wetter hält sich selten an den Kalender. Deswegen beschweren sich viele Menschen, wenn es im Frühling noch einmal schneit. Oder wenn der Himmel statt blau nur grau ist. Vitamin-D Wenn es sehr lange dunkel ist, bekommen einige Menschen schlechte Laune und sind oft sehr müde. Das liegt daran, dass die Sonne ein wichtiges Vitamin liefert: das Vitamin-D. Wenn man zu wenig Vitamin-D im Körper hat, erzeugt das Symptome wie Müdigkeit, langsames Denken oder manchmal miese Laune. Deshalb kann man in einigen Ländern (auch in Deutschland), in denen selten die Sonne scheint, Vitamin-D-Tabletten kaufen. Das Vitamin entsteht auch auf natürliche Weise in der Haut, wenn die Sonne darauf scheint. 15 Minuten pro Tag in der Sonne reichen dafür schon aus. Nahrungsmittel wie Eier enthalten auch viel Vitamin-D. Pflanzen und Tiere Auch viele Pflanzen und Tiere freuen sich über die Sonne. Bäume und Blumen fangen an zu blühen. Typische Blumen des Frühlings sind das Veilchen, der Krokus und die Narzisse. Es gibt noch viele QUELLE GEDICHT www.heilpaedagogik-info.de/fruehlingsgedichte/ 712-april-der-weiss-nicht-was-er-will.html
TEXT JUDITH KAISER mehr. Die Frühlingsblumen sind besonders bunt und duften sehr intensiv. Sie locken damit Insekten an, die sie bestäuben sollen. Das sind zum Beispiel Bienen und Maikäfer. In der Tierwelt spielt die Fortpflanzung im Frühling eine große Rolle. Viele Jungtiere werden geboren. Vögel, Wildschweine, Eichhörnchen und Kröten sind in dieser Zeit besonders produktiv. Wildschweine verhalten sich in dieser Zeit manchmal aggressiv, vor allem wenn sie Junge haben. Wenn man also im Frühling im Wald spazieren geht, sollte man darauf achten, sie nicht durch Lärm zu stören. Wildschweine haben ein starkes Gebiss und können sehr schnell rennen und sogar schwimmen. Frühlingsgefühle Nicht nur in der Pflanzenwelt entsteht im Frühling ein buntes Treiben. Auch bei den Menschen löst das helle Licht der Sonne etwas aus – Frühlingsgefühle. Tatsächlich spielt das Licht eine große Rolle. Nachts wird das Hormon Melatonin produziert, es fördert den Schlaf. Wenn es auch tagsüber sehr dunkel ist, wird mehr Melatonin produziert und man ist sehr schläfrig. Das Licht und die Wärme im Frühling verringern die Melatonin-Produktion. Man ist wacher und aktiver. Und wenn es warm ist, zieht man auch weniger an. Die Winterjacke wird durch ein T-Shirt ersetzt, die Mütze und der Schal wandern in den Kleiderschrank und Sneaker lösen Winterstiefel ab. Auch der Frühjahrsputz ist typisch für diese Jahreszeit. Das ist eine Tradition: Früher hatten die Menschen während des Jahres nur wenig Zeit, um ihr Haus gründlich zu putzen. Im Frühling, kurz bevor die Menschen wieder auf die Felder mussten, half deshalb die ganze Familie mit, das Haus blitzblank zu putzen.
GRAFIK MARION BLOMEYER
April, April, der weiß nicht was er will Man könnte meinen, dass sich der Trubel der Tier-, Pflanzen- und Menschenwelt auch auf das Wetter überträgt. Der April ist bekannt dafür, dass es mal Regen, mal Sonne, mal Schnee und mal Wind gibt – heiß und kalt abwechselnd. Ein Gedicht beschreibt das Wetter im April so:
April, April, der weiß nicht was er will. Mal Regen und mal Sonnenschein, Dann schneit‘s auch wieder zwischendrein. April, April, der weiß nicht was er will. Nun seht, nun seht, wie es wieder stürmt und weht. Und jetzt, oh weh, oh weh, Da fällt auch dicker Schnee. April, April, der weiß nicht was er will. Der Aprilscherz In Deutschland und einigen anderen europäischen Ländern gibt es einen Brauch. Jedes Jahr am 1. April erzählt man sich gegenseitig Geschichten. Sie sind alle frei erfunden. Man versucht eine Geschichte so zu erzählen, dass andere Menschen glauben, dass man die Wahrheit erzählt. Hat man das geschafft, ruft man laut „April, April“. Sogar Zeitungen, Radio- und Fernsehsender überlegen sich solche Geschichten, um ihre Leser und Hörer zu veräppeln. Sport im Frühling Viele Sportarten in Deutschland finden draußen statt. Im Winter ist es dafür oft zu kalt. Die bekannteste Sportart ist das Laufen oder Joggen. Eine Form davon ist das Nordic Walking – schnelles Gehen -1-
mit Stöcken. Auch Fahrradfahren ist eine weit verbreitete Sportart in Deutschland. Ältere Menschen benutzen oft ein E-Bike oder Pedelec. Das sind Fahrräder, die einen Elektromotor haben. In einigen Parks gibt es Kraftsportanlagen wie im Fitness-Studio, um die Muskeln zu trainieren. Viele Menschen mit Kindern haben Trampoline im Garten. In vielen Parks gibt es Tischtennisplatten, Schachfelder, Fußball-, Beachvolleyball- und Basketballplätze. Jeder darf diese benutzen. Man muss aber seine eigenen Bälle und Tischtennisschläger mitbringen. Seit einigen Jahren gibt es eine neue Sportart, die unter jungen Menschen sehr verbreitet ist – das Slacklinen. Man spannt ein Seil zwischen zwei Bäume und balanciert darauf. Um die Bäume zu schützen, gibt es weiche Matten, die zwischen das Seil und den Baum geklemmt werden. Wandern und Bergsteigen ist besonders in hügeligen Regionen beliebt. In Deutschland sind das vor allem die Alpen im Süden, die Sächsische Schweiz im Osten und der Harz in der Mitte Deutschlands. In den Bergen gibt es markierte Wege, die auf die Gipfel führen. Auf vielen Bergen gibt es Hütten. Dort kann man essen und trinken oder auch übernachten. Wo im Winter Ski gefahren wird, geht man im Sommer zu Fuß den Berg hinauf. Eine weitere Sportart ist das Rodeln. Es gibt Winter- und Sommerrodelbahnen. Im Winter fährt man mit dem eigenen Schlitten den Berg hinab. Auf einer Sommerrodelbahn rutscht man in einem Schlitten bergab. Im Frühling machen viele Menschen aber auch deshalb Sport, weil sie im Winter einige Kilogramm zugenommen haben. Das nennt man Winterspeck. Sie trainieren dann, um für den Sommer eine Bikini-Figur zu bekommen. Manche trainieren sehr hart, um im Sommer ihre Muskeln
zeigen zu können. Sie haben oft Muskelkater. Aber ein deutsches Sprichwort sagt: Wer schön sein will, muss leiden.
die Temperatur, -en
die Messung von Wärme und Kälte. In Deutschland wird dafür die Einheit Grad Celsius verwendet. Das Zeichen ist °C
sich beschweren
meckern, schimpfen, klagen, etwas schlecht finden
das/die Vitamin, -e
ein Wirkstoff, der sehr gesund ist. Er ist vor allem in Gemüse und Obst
das/die Symptom, -e
ein Zeichen, das auf etwas anderes hindeutet. Wenn man zum Beispiel viel hustet, ist das ein Symptom dafür, dass man krank wird
etwas bestäuben
wenn ein Insekt von Blume zu Blume fliegt, trägt es den Blütenstaub weiter. Dadurch vermehren sich die Blumen
der Blütenstaub
ein Pulver auf den Blumen, durch das sie sich fortpflanzen
die Fortpflanzung
Vermehrung, Kinderkriegen
das/die Junge, -en
das Baby eines Tieres nennt man Junge. Achtung: ein männliches Kind heißt: der Junge
das/die Hormon, -e
Wirkstoff im Körper, der bestimmte Körperfunktionen steuert
die Tradition, -en
etwas, das seit langer Zeit gemacht wird und als kultureller Wert gilt
blitzblank
sehr sauber
der Trubel
Aufregung, Hektik, Lärm
der/die Brauch, Bräuche
eine traditionelle Handlung, Ritual
erfinden
sich etwas ausdenken, was nicht wahr ist. Oder: etwas herstellen, was es noch nicht gibt
jemanden veräppeln
veralbern, auf lustige Art ärgern
das Trampolin
ein Sportgerät für Kinder auf dem sie hüpfen und springen.
das Rodeln
auf einem Schlitten den Berg herunterfahren
die Bikini-Figur
wenn man einen Körper hat, der im Badeanzug, Bikini oder in der Badehose gut aussieht und man zufrieden ist, dann hat man eine Bikini-Figur
der Muskelkater
wenn die Muskeln vom Sport einige Tage lang weh tun und man Schmerzen hat, dann hat man einen Muskelkater
PERSPEKTIVEN
vielleicht
Inschaallah
GRAFIK FREEPIK/JUTTA FEGERT
wie du möchtest
JA
mir egal
NEIN!
Sage nicht vielleicht, wenn du eigentlich nein sagen willst!
Notlüge Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Ich komme immer zu einer Notlüge, um mich vor dem ‚Nein‘-Sagen zu drücken. Ich erinnere mich an mein Verhalten, als ich nach Deutschland gekommen bin. Wenn die Leute mich fragten, ob ich etwas trinken möchte und ob ich etwas Bestimmtes trinken möchte. Heute muss ich darüber lachen, aber ich habe immer so etwas geantwortet wie: „Wie du möchtest.“ oder: „Mir ist es egal!“. Es könnte mir egal sein, denn ich trinke und esse ja fast alles. Aber ich habe das immer gesagt, weil ich vielleicht nicht wollte, dass jemand durch meinen Wunsch etwas besonders Aufwendiges machen muss. Es ist für mich nicht nur eine Herausforderung. Es ist für mich eigentlich kaum möglich, ‚nein‘ zu sagen. Ich kann auch meine Meinung nicht ehrlich sagen,
wenn mich jemand fragt, wie es mir geht oder wie ich sein Essen oder seine Kleidung finde. Ich habe das an mir nicht bemerkt, als ich in Syrien war. Ich habe den Unterschied erst hier gesehen, als ich die Deutschen kennengelernt habe. Man braucht nicht so viel zu erklären, um zu beweisen, dass die Deutschen sehr direkt sind. Man braucht einem/-er Deutschen etwas nicht ein oder zweimal zum Trinken oder zum Essen anbieten, wenn er beDer NeuLandreits beim ersten Mal Autor Adnan ‚nein‘ sagte. Ich finde Albash ist es manchmal unhöfMedizinstudent lich, dass sie so ein und arbeitet in starkes ‚Nein‘ sagen, einem mediziniaber manchmal verschen Labor in stehe ich das. München.
Gastfreundschaft In Syrien fragt der Gastgeber öfter, ob jemand etwas essen oder trinken möchte. Ich finde es manchmal nicht nett, dass die Deutschen nur einmal fragen, ob ich etwas trinken möchte. Ich sage zuerst ‚nein danke‘, aber sie fragen mich nicht nochmal. Und dann sage ich mir, ich hätte ‚ja‘ sagen sollen. Manche empfinden meine Gastfreundschaft als Belastung und manche sagen mir direkt, dass sie das nicht möchten
oder nicht akzeptieren können. Meine Mitbewohnerin zum Beispiel sagte mir immer, dass sie sich bei ihren Kolleg*innen darüber beschwert, dass ihr Mitbewohner (also ich) sie dick machen möchte. Sie kann mein sehr leckeres Essen nicht abschlagen. Aber es macht sie dick. Außerdem meint ein ‚Nein‘ bei den Deutschen wirklich ‚nein‘ und nicht etwas anderes. Hier kann man nicht widersprechen oder nochmal versuchen, die Meinung des/der Deutschen zu ändern. Aber im Vergleich zu den Deutschen sagen wir niemals ‚nein‘, auch wenn wir das wirklich sagen möchten. FOTO PRIVAT
D
ieser Satz ist vielleicht der wichtigste Satz, den die Syrer in Deutschland als erstes verstehen und lernen sollten. Ich kann sagen, dass es so etwas wie ‚nein‘ in unserer Kultur nicht gibt. Ich weiß nicht, warum es so schwierig für mich ist, ‚nein‘ zu sagen oder etwas abzusagen, wenn mich jemand zu irgendetwas einladen möchte. Ich weiß auch nicht, wie ich das definieren soll. Hat das etwas mit Höflichkeit oder mit Schüchternheit zu tun?
TEXT ADNAN ALBASH, SYRIEN
Das syrische/ arabische ‚Nein‘ Anstatt ‚Nein‘ sagen wir ‚Inschaallah‘, das bedeutet: Wenn Gott will. Oder wir sagen ‚Bdeklek‘, und das bedeutet: Ich rufe dich an und sage dir Bescheid. Es wird aber nicht angerufen und es wird nicht Bescheid gegeben. Ein kleines Beispiel: Jemand hat Geburtstag und lädt mich ein. Ich möchte nicht hingehen, weil ich müde bin oder weil ich keine Lust darauf habe oder weil ich etwas anderes Wichtiges machen muss. Hier kann ich nicht absagen, weil ich es unhöflich finde, die Einladung nicht anzunehmen. Ich sage
eine der Möglichkeiten: ‚Inschaallah‘, wenn Gott will, oder ‚Bdeklek‘, ich rufe dich an und sage dir Bescheid. Der Syrer versteht hier sofort, dass ich nicht komme. Die Deutschen wissen das noch nicht. Aber was mache ich, wenn ich noch einmal am Tag des Geburtstags gefragt werde, ob ich kommen werde? Dann werde ich plötzlich krank oder jemand ist sehr krank geworden und ich muss leider bei ihm bleiben. Obwohl ich jetzt in Deutschland bin und obwohl ich mehr Kontakt mit Deutschen als mit Syrern habe, ist es für mich immer schwierig, so direkt wie ein Deutscher zu antworten.
die Höflichkeit, -en
freundliches und respektvolles Verhalten gegenüber anderen Menschen
die Schüchternheit, -en
vorsichtiges und zurückhaltendes Verhalten gegenüber Menschen
die Notlüge, -en
eine Lüge, mit der man eine peinliche Situation abwenden möchte oder etwas Unangenehmes oder Nachteile vermeiden möchte
sich vor etwas drücken
eine Ausrede erfinden, um etwas nicht tun zu müssen
das Aufwändige
etwas, das z. B. viel Arbeit in der Herstellung braucht
die Herausforderung, -en
eine schwierige, aber interessante Aufgabe
Ich weiß nicht; es gibt etwas in mir, was das nicht lernen möchte. Ich werde immer noch meine Wörter (‚Inschaallah‘ und ‚Bdeklek‘) benutzen. Ich werde dir mein Essen zwei- und drei- und viermal anbieten. Ich werde auch immer sagen, dass deine Kleidung sehr schön ist und dass du auch schön aussiehst, auch wenn ich das nicht finde.
direkt
ohne Umweg, klar, deutlich
der/die Gastgeber*innen
Person, die Gäste eingeladen hat und z. B. für sie kocht
die Belastung, -en
etwas, das jemand oder etwas erschwert, schwieriger macht, ein Problem darstellt, nicht leichter macht
der/die Geburtstag, -e
der Tag, an dem eine Person auf die Welt gekommen ist
Liebe Deutsche, falls ihr unsere Meinung zu irgendetwas wissen wollt, solltet ihr uns eure Fragen mehrmals stellen, weil die erste Antwort nur aus arabischen Komplimenten und arabischer Höflichkeit besteht. Und wer die Araber kennt, weiß ganz genau, wie schön unsere Worte sind und was für Schleimer wir sind.
der/die Schleimer*in
Person, die jemandem in übertriebener Weise Komplimente macht
Dieser Text wurde ArrivalNews mit freundlicher Unterstützung von NeuLand e.V. zur Verfügung gestellt.
Das ist NeuLand NeuLand e.V. gibt geflüchteten Menschen und Migrant*innen eine Stimme, um Begegnung und Dialog auf Augenhöhe zu initiieren. Die Münchner NeuLand-Zeitung, der NeuLand-Blog sowie öffentliche Lesungen und Autorentage dienen geflüchteten Menschen und Migrant*innen als Sprachrohr für ihre Geschichten, Empfindungen und Träume. NeuLand-Autoren entwickeln und schreiben ihre Geschichten selbst und setzen der medialen Berichterstattung über Geflüchtete eine authentische Stimmen entgegen. So vermitteln sie etwas von sich an die einheimische Bevölkerung. So wird Fremdes zu Bekanntem und Teilhabe möglich. Die NeuLand-Zeitung erscheint dreimal jährlich in einer Auflage von 10.000 Stück und ist an etwa 100 Auslagestellen in München kostenlos erhältlich. Weitere Informationen unter: www.neulandzeitung.com
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LEBEN
Regeln des Feilschens Das Verhandeln ist auf dem Flohmarkt durchaus erwünscht und macht vielen Menschen großen Spaß. Die Regeln sind ein bisschen wie auf einem Bazar – es gibt nur selten feste Preise. Man fragt oft, welchen Preis der Verkäufer für die Ware verlangt. Dann beginnt das Feilschen. Das Angebot sollte aber nicht zu sehr vom vorgeschlagenen Preis abweichen. Meistens trifft man sich in der Mitte. Zur richtigen Zeit, mit genügend Kleingeld und großen Tüten in der Hand wird die Schnäppchenjagd über den Markt erfolgreich! Für die besten Schätze muss man aber früh aufstehen. Die niedrigsten Preise gibt es gegen Ende des Marktes. Dann sind die Händler eher bereit, den Preis zu senken. Sonst müssen sie die Ware wieder mit nach Hause nehmen.
Lerne Stadt und Leute kennen Flohmärkte sind die perfekte Gelegenheit, um Stadt und Menschen besser kennenzulernen. Es gibt auch Hofflohmärkte. Sie sind in den Hinterhöfen von Häusern in der Stadt. Die Menschen aus den Häusern verkaufen dort ihre Sachen. Sie finden jeweils in einem bestimmten Stadtteil statt. Der Besuch lohnt sich immer, auch ohne etwas zu kaufen. Allein das bunte Treiben zu sehen und durch die Waren zu stöbern, ist ein Erlebnis. Der Mikrokosmos Flohmarkt hat sein ganz eigenes verzauberndes Flair. Und wer weiß, vielleicht möchte man beim nächsten Mal auch etwas kaufen oder verkaufen!
Alternativen zum Flohmarkt Wer nicht verkaufen möchte, kann seine Ware auch spenden. Kleidung kann in einen Kleidercontainer (z. B. vom Deutschen Roten Kreuz) geworfen werden. Soziale Läden nehmen gebrauchte Waren jeder Art an und verkaufen diese dann günstig weiter (z. B. Oxfam). Soziale Einrichtungen holen die Ware sogar direkt vor der Haustür ab (Altkleidersammlung). Und für Bücher gibt es öffentliche Bücherschränke.
der/die Flohmarkt, Flohmärkte
ein Markt, auf dem mit alten oder gebrauchten Gegenständen gehandelt wird
die Saison
der für eine bestimmte Sache wichtigste Zeitabschnitt eines Jahres; z. B. Ski-Saison, Bade-Saison
der Frühjahrsputz
erste gründliche Reinigung der Wohnung im Frühjahr
das Ausmisten
Dinge wegwerfen, die man nicht mehr nutzt und die unbrauchbar sind
die Ware, -n
Gegenstände, die gekauft oder verkauft werden
die Tradition, -en
eine rituelle Handlung, die seit vielen Jahren ausgeführt und von Generation zu Generation weitergegeben wird
gebraucht
schon benutzt, nicht mehr neu
der/die Schadstoff, -e
ein (chemischer) Stoff, der in größeren Mengen der Umwelt und den Lebewesen schadet
der/die Erlös, -e
eingenommener Geldbetrag für einen gemeinnützigen Zweck
karitativ
wohltätig; für einen guten Zweck
feilschen
mit jemandem, der/die etwas anbietet, lange sprechen, um ihn/sie dazu zu bewegen, den Preis zu senken
die Schnäppchenjagd
die Suche nach den günstigsten Preisen und Angeboten nennt man Schnäppchenjagd; ein Schnäppchenjäger ist jemand, der günstige Angebote sucht
stöbern
längere Zeit mit Vergnügen Stände mit Kleidung oder Produkten durchsehen, ohne etwas bestimmtes zu suchen
der Mikrokosmos
eine kleine Welt für sich
das Flair
die besondere Ausstrahlung eines Ortes oder einer Veranstaltung; besondere Atmosphäre
spenden
etwas geben, ohne Gegenleistung oder Geld
der/die Kleidercontainer
ein großer Behälter für gebrauchte Kleidung
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Die schönsten Flohmärkte in Stuttgart Flohmarkt auf dem Karlsplatz: jeden Samstag (außer an Feiertagen) von 8:00 bis 16:00 Uhr
Grossmarkt Stuttgart (Lebensmittelmarkt): Langwiesenweg 30, Montag bis Freitag, 3:00 bis 10:30 Uhr
FOTOS MARION BLOMEYER
Wer Gebrauchtes kauft, spart nicht nur viel Geld. Getragene Kleidung hat deutlich weniger Schadstoffe als neue Ware, weil sie schon oft gewaschen wurde. Zudem wird die Umwelt geschont, da die Dinge länger und somit nachhaltiger genutzt werden. Oft landen Kleidung und Waren viel zu schnell auf dem Müll. Neue Ware muss produziert werden. Wenn die Waren noch gut erhalten sind, freut sich vielleicht ein anderer Mensch darüber. Auf manchen Märkten wird der Erlös auch sozialen oder karitativen Einrichtungen geschenkt.
TEXT SINDY HEYN
Was ist gut daran, gebrauchte Ware zu kaufen?
Flohmarkt – schöne Dinge zum kleinen Preis
W
enn es draußen wärmer wird, dann beginnt die beliebte Flohmarktsaison. Beim Frühjahrsputz sieht man, was verstaubt ist und nur in der Ecke steht. Zeit zum Ausmisten. Kleidung, Spielzeug, Haushaltsgeräte oder Bücher – alles kann man auf einem Flohmarkt verkaufen. Wie der Name schon sagt: die Waren wechseln dabei wie ein Floh von einem Besitzer zum nächsten. Die Märkte finden meistens im Freien statt. Die ersten Flohmärkte in Europa, auch Trödelmärkte genannt, gab es in Frankreich und Belgien. In Deutschland haben die Märkte seit den 70er Jahren Tradition und sind beliebt bei Jung und Alt.
Krämermärkte Stuttgart: Stuttgart-Untertürkheim, Stuttgart-Wangen, Stuttgart-Hedelfingen, Stuttgart-Feuerbach, aktuelle Termine hier: www.stuttgarter-kraemermarkt.de/service/aktuell Stuttgarter Frühjahrsflohmarkt: 20. Mai 2018, von 11:00 bis 18:00 Uhr
DOSSIER
PFLEGE IN DEUTSCHLAND TEXT DAVID OFFENWANGER
„Kein noch so genialer Arzt kann seine Patienten heilen, wenn die treue Pflegerin fehlt.“ FOTO ZETTBERLIN/PHOTOCASE
Gertrud von Le Fort
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DOSSIER
F
ür alte Menschen ist das Leben nicht immer einfach. Viele brauchen in ihrem Alltag Hilfe. Manche mehr, manche weniger. Eine Frau wird in Deutschland im Durchschnitt 88,2 Jahre alt. Ein Mann hat eine durchschnittliche Lebenserwartung von 83,4 Jahren. Da immer weniger Kinder geboren werden, gibt es in Deutschland sehr viele alte Menschen. Sie alle brauchen Unterstützung. Wer kümmert sich um sie? Wo können sie leben? Wer bezahlt das? In Deutschland gibt es verschiedene Möglichkeiten, um im Alter gut zu leben. Alte Menschen können bei ihren Familien wohnen, in einem Altersheim, in einer Alterswohngemeinschaft oder auch alleine. Kinder, Verwandte oder Freund*innen schaffen es aber nicht immer, ausreichend zu helfen.
Oft leben erwachsene Kinder mit den eigenen Partnern und eigenen Kindern nicht bei den Eltern Sie haben einen eigenen Lebensmittelpunkt, manchmal weit weg von den Eltern. Nur selten leben mehrere Generationen zusammen im gleichen Haushalt. Es ist auch nicht selbstverständlich: oft lässt es die Karriere vieler Menschen nicht zu. Sie haben keine Zeit, die eigenen Eltern zu pflegen. Deshalb helfen zum Beispiel sogenannte Pflegedienste. Bei einem Pflegedienst arbeiten Menschen, die in der Altenpflege oder in der Krankenpflege ausgebildet sind. Dieser Beruf heißt Altenpfleger*in. Bezahlt wird diese Hilfe von der sogenannten Pflegeversicherung. Diese Versicherung gibt es seit dem Jahr 1955. Sie ist für alle Menschen in Deutschland Pflicht. Das bedeutet: jeder Mensch der arbeitet, muss von seinem Lohn einen Teil für die Pflegeversicherung abgeben. Personen mit Kindern bezahlen 2,55 Prozent ihres monatlichen Einkommens für die Pflegeversicherung. Personen ohne Kinder bezahlen 2,8 Prozent ihres monatlichen Einkommens. Der Arbeitgeber bezahlt davon die Hälfte. Das ist auch bei der Rentenversicherung so und bei der Krankenversicherung.
FOTOS MARION BLOMEYER / FREEPIK
Das Pflegegesetz bestimmt, wer wie viel Hilfe bekommt. Dazu kommt ein Gutachter oder eine Gutachterin zu den Menschen nach Hause. Der Gutachter oder die Gutachterin überprüft, wie viel und welche Hilfe gebraucht wird. Kann die Person alleine leben? Kann sie sich alleine waschen? Kann sie alleine kochen? Kann sie einkaufen gehen? Kann sie Bankgeschäfte alleine erledigen?
Je nachdem, wie viel Hilfe ein Mensch braucht, wird er in unterschiedliche Pflegestufen eingeteilt Die Pflegestufen bestimmen, wie viel Geld für die Hilfe von der Pflegeversicherung gezahlt wird. Nachlesen kann man das im Sozialgesetzbuch (SGB XI). Alles, was von der Pflegeversicherung nicht gezahlt wird, muss die Person selbst bezahlen. Viele Personen möchten so lange wie möglich zu Hause gepflegt werden. Oft kommt dann ein ambulanter Pflegedienst nach Hause: Der Pflegedienst hilft morgens und abends beim Waschen, beim Anziehen und Ausziehen. Er hilft beim Wechseln von Verbänden und beim Einnehmen von Medikamenten. Aber die kranken Menschen können sich das Geld der Versicherung auch auszahlen lassen. Sie können dann selbst bestimmen, wer ihnen hilft: eine ehrenamtliche Person oder eine Person aus der Familie. Die Pflegeversicherung prüft dann, ob die Pflege gut gemacht wird. Das macht die Pflegeversicherung durch Hausbesuche.
Wenn eine Person nicht mehr alleine leben kann, zieht sie in eine Pflegeeinrichtung. Dann zahlt die Pflegeversicherung einen Teil der Kosten. Die Kosten für solche Wohnungen mit Pflege sind sehr unterschiedlich. Deshalb muss man sehr genau vergleichen, bevor man sich für eine Pflegeeinrichtung entscheidet.
die Lebenserwartung, -en
ein statistisch errechneter Wert, wie lange jemand leben wird
der/die Lebensmittelpunkt, -e
dort, wo man sich die meiste Zeit aufhält und von dem man sagt: „Hier bin ich zu Hause.“
die Generation, -en
alle Menschen eines Jahrgangs oder einer bestimmten Zeit
die Karriere, -en
der berufliche Weg, den jemand verfolgt, um seine beruflichen Ziele zu erreichen
pflegen
einem Menschen helfen, der krank oder hilflos ist
der/die ambulante, -n Pflegedienst, -e
Krankenpfleger*innen, die nicht in einem Krankenhaus arbeiten, sondern zu den Menschen nach Hause kommen, um sie zu Hause zu pflegen
die Pflegeversicherung,- en
eine Versicherung, für die man Geld bezahlt, damit sie einem dann hilft, wenn man Pflege braucht
die Rentenversicherung, -en
eine Versicherung, für die man Geld bezahlt, damit sie einem dann Geld zurückgibt, wenn man zu alt ist, um zu arbeiten und Geld zu verdienen
das/die Pflegegesetz, -e
ein Gesetz, das die Pflege für alle Bürger*innen einheitlich regelt
der/die Gutachter*in
LINK-TIPPS:
ein Experte/eine Expertin, der/die eine Einschätzung zu einem Thema abgibt; der/die etwas begutachtet
die Pflegestufe, -en
der Grad der Hilfe, die man benötigt, wenn man nicht mehr alleine arbeiten kann. Ist er hoch, braucht man viel Hilfe, ist er niedrig, braucht man wenig Hilfe
Wie kann ich Leistungen beantragen? www.bundesgesundheitsministerium.de/service/ pflegeleistungs-helfer.html
das Sozialgesetzbuch, die Sozialgesetzbücher
eine Sammlung von Gesetzen, die Sozialleistungen des Staates definiert
der Verband, die Verbände
Material aus Stoff, mit dem Wunden versorgt werden
die Pflegeeinrichtung, -en
ein Haus, in dem mehrere Menschen dauerhaft leben und versorgt werden
Das Schönste aber ist, gesund zu sein und die Hilfe der Pflegeversicherung nicht zu brauchen. Deshalb: Bleiben Sie gesund!
Die Broschüre „Pflegebegutachtung in leichter Sprache“ wird als Download auf dem Informationsportal der Medizinischen Dienste angeboten: www.pflegebegutachtung.de/versicherte/ die-pflege-begutachtung-in-leichter-sprache.html
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ARBEIT
Dienst am älteren Menschen TEXT MARTIN RUBIN
D
eutschland hat ein hervorragendes Gesundheitssystem. Deshalb leben die Menschen in unserem Land immer länger – das ist eine gute Nachricht! Viele Menschen sind bis ins hohe Alter aktiv und gesund. Weil es aber immer mehr Menschen gibt, die immer älter werden, nimmt auch die Zahl derjenigen zu, die im Alter Hilfe brauchen. Zum Beispiel beim täglichen Waschen oder Anziehen, weil sie sich nicht mehr so gut bewegen können. Im Alter treten auch viele Krankheiten auf. Deshalb können Menschen auch oft nicht mehr für sich selbst sorgen. Sie werden vergesslich oder können nicht mehr aus eigener Kraft das Bett verlassen. Diese Menschen brauchen Hilfe und Betreuung. Manche vielleicht nur eine halbe Stunde am Tag. Andere müssen aber Tag und Nacht betreut werden, weil sie nicht mehr alleine leben können. Wissenschaftler haben ausgerechnet, dass es bis zum Jahr 2050 ungefähr 4,5 Millionen pflegebedürftige Menschen in Deutschland geben wird. In vielen Ländern ist es normal, dass sich die Familie um die älteren Menschen kümmert und Kinder für ihre alten Eltern sorgen. Dies ist auch in Deutschland so, aber nicht immer. Momentan wird nur die Hälfte aller pflegebedürftigen Menschen zu Hause versorgt. Dafür gibt es viele Gründe: Es gibt Menschen, die haben keine Kinder, die sie im Alter versorgen können. Familien leben manchmal weit verstreut im Land und nicht am selben Ort oder im selben Haus. Oft sind Menschen berufstätig und haben nur wenig Zeit für die Pflege ihrer Eltern, weil sie für die Familie Geld verdienen müssen. Aber was geschieht dann mit den alten Menschen? Wer übernimmt die Aufgabe, sie zu betreuen und zu versorgen?
Diese Aufgabe übernehmen Altenpfleger*innen. Altenpfleger*in ist ein Ausbildungsberuf in Deutschland. Obwohl es schon immer die Aufgabe gegeben hat, alte Menschen zu pflegen, ist der Ausbildungsberuf noch nicht so alt. Früher war es Teil der Krankenpflege, sich auch um alte Menschen zu kümmern. Erst in den 1960er Jahren entwickelte sich die Altenpflege als eigenständiger Beruf. Denn alt zu sein ist ja keine Krankheit. Es ist die Aufgabe der Altenpfleger*innen, Menschen auch dann noch ein angenehmes und unbeschwertes Leben zu ermöglichen, wenn sie das aus eigener Kraft nicht mehr schaffen. Das Behandeln von altersbedingten Krankheiten gehört aber auch zu dem Beruf dazu.
Altenpfleger*in ist ein sehr vielfältiger Beruf. Im Mittelpunkt steht die Beschäftigung mit älteren Menschen Das bedeutet: gemeinsame Unterhaltungen, Spaziergänge und Maßnahmen zur Mobilisation. Aber auch: Unterstützung bei der Körperpflege und Einnahme von Medikamenten. Aufgabe der Altenpfleger*innen ist zudem die permanente Betreuung von schwer kranken oder sterbenden Menschen, die sich selbst nicht mehr versorgen, sprechen oder bewegen können. Altenpfleger*innen haben auch mit den Familienangehörigen, Ärzten oder Krankenschwestern zu tun. Zum Beruf gehören medizinisches und psychologisches Wissen. Es muss sehr sorgfältig gearbeitet werden, zum Beispiel bei der Dokumentation der Arbeit oder der Vergabe von Tabletten. Kenntnis der aktuellen Gesetze zu Pflegedienstleistungen ist wichtig, auch ein Verständnis für Mathematik und Wirtschaftlichkeit. Schließlich müssen die Leistungen, die Altenpfleger erbringen, auch abgerechnet und bezahlt werden. Die Arbeitsorte von Altenpfleger*innen können sehr unterschiedlich sein. Die Arbeit in stationären Einrichtungen – also in Häusern,
FOTOS MARION BLOMEYER
Altenpfleger*in
belastender und anstrengender Beruf
Safiullah ist gerne mit Menschen zusammen. „Wenn du Interesse an Menschen hast, dann ist das für dich der beste Beruf“, sagt er. „Du lernst ganz viele unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Lebensgeschichten aus unterschiedlichen Kulturen kennen.“ Manchmal ist das jedoch nicht ganz einfach. Frau Kees-Baumann berichtet: „Die meisten unserer Bewohner sind über 80 Jahre alt. Das ist eine Generation, die den Zweiten Weltkrieg erlebt hat und die Zeit danach. Sie haben ganz andere Dinge erlebt als die jüngeren Menschen, die sie pflegen. Da kann es schon mal zu Missverständnissen oder Unstimmigkeiten kommen, wenn verschiedene Meinungen oder Lebensweisen aufeinandertreffen. Da muss man sensibel sein und sich auf den anderen einstellen können.“
Einerseits ist die körperliche Belastung sehr hoch. Menschen müssen aus ihren Betten gehoben oder beim Laufen gestützt werden. Dazu braucht man Muskeln und die richtige Technik. Besonders für den Rücken ist das sehr anstrengend. Auch für die Psyche kann der Beruf sehr belastend sein. Oft begleiten Altenpfleger*innen Menschen bis zu ihrem Tod. Sie sehen jeden Tag, wie Menschen schwächer werden oder Krankheiten bekommen, die nicht mehr geheilt werden können. Das ist sehr traurig und man muss aufpassen, dass dies einem nicht die Kraft raubt, diesen Beruf auszuüben.
In Deutschland gibt es viel zu wenig Altenpfleger*innen. Deswegen sind die Zukunftsaussichten sehr gut. „Altenpfleger*innen werden immer gebraucht, und zwar im In- und Ausland“, sagt Frau Kees-Baumann. „Außerdem gibt es sehr viele Möglichkeiten zur Weiterbildung, zum Beispiel zur Wundberater*in oder Praxisanleiter*in. Manche Altenpfleger*innen studieren Pflegewissenschaft oder Pflegemanagement. Berufsbegleitend kann man sich zur Pflegedienstleiter*in ausbilden lassen. Es ist möglich, in der Pflegeberatung zu arbeiten, als Pharmavertreter*in oder bei einer Krankenkasse im medizinischen Dienst.“
wo ältere Menschen dauerhaft leben, ist ein möglicher Arbeitsort von Altenpfleger*innen. Es gibt aber auch die ambulante Altenpflege. Das bedeutet, dass Altenpfleger*innen zu den Menschen nach Hause kommen und sie dort pflegen. Manchmal nur für festgelegte Zeiten in einer Woche, manchmal aber auch dauerhaft.
Auch wenn es sich vielleicht nicht so anhört: Altenpfleger*in ist ein sehr
Safiullah ist einer von 13 Azubis, die im Nikolaus-Cusanus-Haus in Stuttgart eine Ausbildung zum Altenpfleger*in absolvieren. Safiullah findet überhaupt nicht, dass der Beruf anstrengend ist. „Es gibt für mich nichts Schöneres, als einem Menschen zu helfen“, sagt er. „Und gerade die alten Menschen brauchen meine Hilfe. Wenn ich einem Menschen helfe und er bedankt sich danach bei mir, das ist für mich das Größte!“ Frau Kees-Baumann ist Geschäftsführerin und Pflegedienstleitung des Nikolaus-Cusanus-Hauses. Sie weiß, dass der Beruf des Altenpflegers anstrengend sein kann. „Das ist aber eher ein individuelles Problem“, sagt sie. Das heißt, es kommt immer auf jeden einzelnen an, wie er oder sie mit dieser Belastung umgeht. Im Nikolaus-Cusanus-Haus gibt es regelmäßig Schulungen darüber, wie man vermeiden kann, dass der Beruf körperlich oder seelisch zu anstrengend wird. Insgesamt arbeiten im Nikolaus-Cusanus-Haus 200 Menschen. Sie kommen aus 29 verschiedenen Ländern. „Etwa 160 unserer Mitarbeiter haben einen Migrationshintergrund“, erzählt Frau Kees-Baumann. Dass Safiullah aus einem anderen Land kommt ist unwichtig. „Wichtig sind gute Deutschkenntnisse und Zuverlässigkeit“, erklärt sie weiter. „Darauf achten wir sehr. Außerdem ist es immer von Vorteil, wenn jemand schon mal ein Praktikum in der Pflege gemacht hat“, fügt sie hinzu. Auf die Frage, wie man sich noch auf die Ausbildung vorbereiten kann, überlegt sie einen Moment. „Jeder, der diesen Beruf erlernen möchte, sollte sich zuvor genau überlegen, ob er das Richtige für ihn ist. Menschen zu pflegen ist eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe. Der Mensch steht im Mittelpunkt, eine Beziehung zu ihm aufzubauen ist sehr wichtig. Vorab Bücher zu lesen und sich Wissen anzueignen ist nicht wichtig. Das Wissen lernt man in der Ausbildung. Viel sinnvoller ist es, im Zweifel lieber noch einmal einen Deutschkurs zu besuchen, damit man sich mit den Menschen unterhalten kann.“ Im Nikolaus-Cusanus-Haus werden die Bewohner rund um die Uhr betreut. Also Tag und Nacht an sieben Tagen in der Woche. „Wir arbeiten in drei Schichten, 24 Stunden am Tag“, berichtet Safiullah. „Dazu gibt es einen Plan. Mal arbeite ich ab 6:30 Uhr in der Frühschicht bis 14 Uhr, mal ab 14 Uhr in der Spätschicht. Weiter gibt es eine Nachtschicht, in der ich aber erst nach der Ausbildung arbeiten darf.“
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In kaum einem anderen Beruf werden so viele Azubis gesucht wie in der Altenpflege. Deswegen gibt es neben der normalen dreijährigen Ausbildung die Möglichkeit, die Ausbildung auf vier Jahre auszudehnen. Im ersten Jahr werden neben der Ausbildung noch Sprachkurse durchgeführt. Dies ist besonders für Geflüchtete eine sehr gute Möglichkeit, um in den Beruf einzusteigen. Für Frau Kees-Baumann ist das eine sehr wichtige Maßnahme: „Wir haben viel zu wenig Personal. Es ist schlimm, dass sich so wenige Menschen für diesen Beruf entscheiden.“ Safiullah kann das überhaupt nicht verstehen. Für ihn steht fest: „Für mich ist das der beste Beruf der Welt!“
ARBEIT
ArrivalNews Interview Safiullah hat im September 2017 seine Ausbildung als Altenpfleger in Stuttgart begonnen. ArrivalNews hat mit ihm gesprochen.
STECKBRIEF
Altenpfleger*in Mangelberuf in Deutschland: Ja Ausbildungsdauer: 3 Jahre Voraussetzungen: Haupt- oder Realschulabschluss Schwerpunkte: Pflege, Betreuung und Beratung älterer hilfsbedürftiger Menschen. Beratung und Anleitungen von Angehörigen in der Pflege. Medizinisch-pflegerische Aufgaben wie Verbandswechsel oder Verabreichen von Medikamenten
Warum hast du dich für diesen Beruf entschieden? Ich mag es, mit Menschen zu arbeiten und ihnen zu helfen. Das gibt mir ein gutes Gefühl. Besonders die älteren Menschen brauchen Hilfe. Viele von ihnen können nur noch im Bett liegen und haben oft keine Verwandten mehr, die sie besuchen. War es schwer, einen Ausbildungsplatz zu bekommen? Nein, das war nicht schwierig. Ich hab ein Schulpraktikum gemacht. Die Arbeit hat mir gut gefallen. Für mich ist Altenpfleger der beste Beruf der Welt. Ist die Ausbildung so, wie du sie dir vorgestellt hast? Was hat dich am meisten überrascht? Bevor ich das Praktikum gemacht habe dachte ich, der Beruf sei sehr schwierig. Und ich wusste nicht, ob ich die Ausbildung schaffe. Aber eine Bekannte hat mir Mut gemacht und mich unterstützt. Mich hat am meisten überrascht, wie nett meine Kollegen sind. Alle sind sehr hilfsbereit. Sie helfen mir sogar, besser Deutsch zu lernen. Was ist der schwierigste Teil der Ausbildung? Was fällt dir leicht? Kenntnisse der deutschen Sprache sind sehr wichtig. Das ist nicht leicht, besonders die Grammatik ist sehr schwer. Manche sagen, der Beruf sei körperlich anstrengend. Ich persönlich finde das nicht. Wenn du helfen willst, dann ist nichts anstrengend – findest du nicht auch? Auf jeden Fall braucht man Geduld, denn jeder Mensch ist individuell und auf jeden muss man individuell zugehen. Wie sieht ein normaler Arbeitstag aus? Ein Arbeitstag ist in drei Schichten eingeteilt: Die erste geht von 6:30 Uhr bis 14 Uhr, die zweite von 14 Uhr bis 21 Uhr, danach kommt die Nachtschicht. In der Nachtschicht darf ich noch nicht arbeiten, weil ich noch in der Ausbildung bin. Jede Schicht beginnt mit einer Übergabe, zwischendurch haben wir Pause. Eine normale Frühschicht beginnt mit der Ausgabe von Medikamenten und dem Frühstück. Danach beschäftigen wir uns mit den Menschen, zum Beispiel malen wir, machen Sport oder begleiten sie zur Physiotherapie. Dann gibt es immer wieder Veranstaltungen oder Feste im Haus, zum Beispiel Konzerte. Mit medizinischen Dingen habe ich noch nicht so viel zu tun gehabt, das kommt erst später in der Ausbildung. Musst du auch am Wochenende arbeiten? Ja. Dazu gibt es einen Dienstplan. Den macht meine Chefin. Am Wochenende zu arbeiten macht mir nichts aus, ich arbeite gerne in meinem Beruf. Ich würde gerne mehr arbeiten, aber meine Chefin hat mir gesagt, dass es ein Gesetz in Deutschland gibt, das regelt, wie viel man maximal arbeiten darf. Als ich das erfahren habe war ich ein bisschen sauer. Wie kommst du mit deinen Kollegen zurecht? Gibt es Probleme, weil du aus einem anderen Land kommst? Es gibt überhaupt keine Probleme. Viele meiner Kollegen kommen aus anderen Ländern. Wir arbeiten zusammen wie in einer Familie. Alle sind sehr freundlich und sehr höflich. Was hat dich in der Zusammenarbeit mit deinen Kollegen am meisten überrascht? In meinem Heimatland war ich selbstständig. Ich habe alles selber gemacht und war immer alleine. Hier sind auf einmal ganz viele Menschen um mich bei der Arbeit. Vor allem sehr viele Frauen – am Anfang war ich furchtbar aufgeregt! Aber mittlerweile ist das kein Problem mehr. Was würdest du anderen Flüchtlingen raten, die sich auf diesen Beruf bewerben wollen? Auf was sollten sie achten? Es ist ein sehr guter, sehr wichtiger und sehr verantwortungsvoller Beruf. Wenn jemand die Arbeit mit Menschen und unterschiedlichen Charakteren mag, dann ist es der ideale Beruf. Und: Deutsch ist sehr wichtig. Hast du schon Pläne für die Zeit nach der Ausbildung? Ich möchte weiter als Altenpfleger arbeiten, weil mir dieser Beruf sehr gut gefällt.
für sich selbst sorgen
ein Leben ohne die Hilfe anderer Menschen leben können
vergesslich
wenn man vieles vergisst und sich nicht mehr erinnern kann
die Betreuung, -en
jemandem helfen und für ihn da sein
pflegebedürftig
wenn jemand dauerhaft auf die Hilfe eines anderen Menschen angewiesen ist und nicht für sich selbst sorgen kann
weit verstreut
nicht am selben Ort
berufstätig
arbeiten; einen Beruf haben
versorgen
für jemanden da sein und ihn betreuen
die Krankenpflege
für kranke Menschen da sein und sie versorgen. Diesen Beruf üben Krankenpfleger*innen aus, zum Beispiel im Krankenhaus
eigenständig
für sich selbst; alleine; ohne Hilfe anderer
unbeschwert
mit Freude und Leichtigkeit; ohne Schmerzen
die altersbedingte Krankheit
eine Krankheit, die erst dann kommt, wenn man alt wird
vielfältig
abwechslungsreich; etwas, das nicht langweilig ist
die Mobilisation
jemandem helfen, sich zu bewegen
permanent
immer; andauernd; zu jeder Zeit
die Vergabe, -en
wenn Menschen etwas von einer bestimmten Stelle gegeben wird; manchmal auch: Ausgabe
die Pflegedienstleistungen
alles, was Altenpfleger*innen in der Betreuung von Menschen machen
die Wirtschaftlichkeit
wenn etwas so gemacht wird, dass es mit wenig Aufwand viel Nutzen bringt
belastend
etwas, das traurig macht; etwas, das Sorgen versursacht
die Psyche
der Geist eines Menschen, seine Seele; alles am Menschen, was nicht der Körper ist
die Pflegedienstleitung, -en
eine Person, die Chef*in aller Altenpfleger*innen ist
die Seele, -n
das Innere eines Menschen, was nicht der Körper ist
die Verantwortung
wenn man für einen anderen Menschen oder eine bestimmte Sache zuständig ist
die Beziehung, -en
das Verhältnis zweier Menschen zueinander; die Art und Weise, wie Menschen miteinander umgehen
die Schicht, -en
in der Arbeitswelt: Die Unterteilung eines Arbeitstags
die Lebensgeschichte, -en
alles, was ein Mensch in seinem Leben erlebt hat; anderes Wort: die Biographie
der zweite Weltkrieg
der große Krieg zwischen 1939 und 1945
das/die Missverständnis, -nisse
wenn eine Person etwas sagt, eine andere Person aber etwas anderes verstanden hat
die Unstimmigkeit, -en
wenn zwei Personen nicht die gleiche Meinung haben; auch: ein kleiner Streit oder kleiner Konflikt
die Lebensweise, -en
die Art, wie ein Mensch sein Leben lebt
die Sensibilität, -en
erkennen, was eine andere Person braucht oder möchte
die Zukunftsaussicht, -en
der Zustand, wie er in ein paar Jahren sein wird
der / die Pharmavertreter*in
eine Person, die bei einer Firma arbeitet, die Medizin herstellt und diese Medizin bei Ärzten und in Krankenhäusern vorstellt
der medizinische Dienst
eine Stelle der Krankenkassen, die Gutachten für die Krankenkassen erstellt. Zum Beispiel wie pflegebedürftig oder wie krank ein Mensch ist
FOTOS FREEPIK
Das solltest du mitbringen: Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein, Interesse an Menschen, Einfühlungsvermögen, psychische Stabilität (schwer kranke oder sterbende Patienten), körperliche Fitness (Patienten bewegen und heben)
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WIR ZUSAMMEN
Wohnen in einer WG TEXT PAUL KUHLMANN
Eine kleine Anleitung für die WG-Suche
Wie findet man ein WG-Zimmer? Am leichtesten ist die Suche im Internet. Viele Menschen nutzen die Seite www.wggesucht.de. Hier gibt es tausende Angebote für WG-Zimmer. Besonders in Großstädten. Es gibt zwei Möglichkeiten auf der Internetseite ein WG-Zimmer zu finden: Erstens, man schreibt Personen an, die ein Zimmer vermieten. Zweitens, man schreibt eine eigene Anzeige und sagt, dass man ein WG-Zimmer sucht. Auch auf Facebook gibt es WG-Angebote in speziellen Gruppen für die Wohnungs- und WG-Suche (siehe Kasten). Außerdem gibt es WG-Angebote in Zeitungen. Einige Zeitungen kosten nichts. Sie liegen in den Eingängen von Häusern. Natürlich helfen Kontakte bei der Suche. Also: Möglichst viele Leute fragen, ob sie von freien WG-Zimmern wissen. Worauf muss man bei der Suche achten? WG-Zimmer sind natürlich meistens günstiger als ganze Wohnungen. Trotzdem sind sie in großen Städten teuer. In München kostet die monatliche Miete zwischen 300 und 600 Euro. Neben dem Preis gibt es viele andere, wichtige Fragen: Wird das Zimmer nur für einige Monate vermietet oder unbefristet? Stehen schon Möbel im Zimmer? Wie viele Mitbewohner*innen gibt es? Leben Haustiere in der Wohnung? Manchmal richtet sich das Zimmer-Angebot auch nur an Männer oder nur an Frauen. Und oft steht im Angebot, ob die Mitbewohner*innen ihre Freizeit miteinander verbringen oder nicht. Wenn die Mitbewohner*innen nichts miteinander machen und sich kaum kennen, nennt man das eine Zweck-WG. Wie bewerbe ich mich um ein WG-Zimmer? Wer in München ein WG-Zimmer vermietet, erhält manchmal über 100 Bewerbungen. Ein*e Bewerber*in sollte deshalb eine gute Bewer-
bung versenden. Entweder man schreibt eine E-Mail oder man ruft direkt an. Dann sollte man sagen, wer man ist und kurz fragen, ob das Zimmer noch frei ist und wann es besichtigt werden kann. Egal ob am Telefon oder per E-Mail: Wichtig ist, dass die Bewerbung freundlich ist. Wer noch nicht so gut Deutsch spricht, sollte den Text korrigieren lassen. Zu viele Fehler wirken nicht gut. Die Entscheidung Die Mitbewohner*innen wählen einige der Bewerbungen aus. Dann laden sie die ausgewählten Personen zu einem Termin in die WG ein. Bei dem Treffen können die Bewerber*innen sich das WG-Zimmer und die Wohnung ansehen. Und man lernt die Mitbewohner*innen kennen. Oft setzt man sich zusammen an den Küchentisch und unterhält sich. Es wird getestet, ob man sich gegenseitig nett findet. Und es wird gefragt, wie man zusammen leben möchte: Ob man gern kocht oder man gern Party macht und ob man auch regelmäßig das Bad putzen wird. Dann wird entschieden. Wenn man Glück hat, bekommt man das Zimmer und kann den Mietvertrag unterschreiben.
FOTO MARION BLOMEYER
D
ie zwei Buchstaben WG stehen für das Wort Wohngemeinschaft. In einer WG wohnen mehrere Menschen. Manchmal sind es Freunde. In anderen WGs kennen die Mitbewohner*innen sich kaum. In Deutschland wohnen mehrere Millionen Menschen in WGs. Besonders oft sind es junge Leute, die studieren oder eine Ausbildung machen. Häufig leben Männer und Frauen zusammen. Jeder hat ein eigenes Zimmer. Die Küche und das Bad benutzen alle.
ArrivalNews Interview: Die Multikulti-WG
Wo findet man ein WG-Zimmer in Stuttgart?
Seit einem halben Jahr wohnen Sara (23) aus Deutschland und Ahmad (27) aus Syrien zusammen in einer WG in Regensburg. Sara studiert Erziehungswissenschaft. Ahmad arbeitet gerade im Krankenhaus, um seine Ausbildung zum Pflegehelfer anerkennen zu lassen. Im ArrivalNews Interview erzählen die beiden vom Leben in einer internationalen WG.
Internetseiten:
ArrivalNews: Wie viele Mitbewohner hat eure WG? Sara: In unserer WG wohnen aktuell fünf Personen. Wir sind drei junge Frauen. Wir sind alle aus Deutschland. Dann Ahmad, er kommt aus Syrien. Und Patrik, er ist Italiener. Wir sind eine internationale WG.
www.wg-gesucht.de www.wg-suche.de www.wohngemeinschaft.de www.immobilienscout24.de
ArrivalNews: Wolltet ihr alle mit Menschen aus unterschiedlichen Ländern zusammen wohnen? Sara: Das kam eher zufällig. Für uns alle ist nicht wichtig, aus welchem Land jemand kommt, sondern wie nett er oder sie ist. Ahmad: Lacht. Multikulti eben!
Facebook Gruppen:
„WG & Wohnung Stuttgart gesucht“ „WG & Wohnung STUTTGART“ „WG Zimmer frei in Stuttgart“
ArrivalNews: Warum wohnt ihr in einer WG? Ahmad: Ich bin vor zwei Jahren nach Deutschland gekommen. Vorher habe ich in Syrien gelebt. Erst in Aleppo und dann in Latakia. Dort habe ich auch schon in einer WG gewohnt. Das war günstiger als eine ganze Wohnung für mich. Sara: Ich habe auch schon in mehreren WGs gewohnt, seitdem ich von meinen Eltern weggezogen bin. Ich komme aus einer Großfamilie. Auch deshalb wollte ich während des Studiums mit mehreren Menschen zusammen wohnen. Ahmad: Wie ich schon sagte, in Syrien wohnen auch oft Menschen in einer WG zusammen. Aber sie machen es eher um Geld zu sparen. In Deutschland ist es häufig eine bewusste Entscheidung: Ja, ich will jetzt gern mit anderen Menschen in einer WG wohnen.
Zeitungen:
Stuttgarter Wochenblatt Stuttgarter Zeitung
die Anleitung, -en
Erklärung, wie man etwas tun soll
die Anzeige, -n
ein kurzer Text in einer Zeitung oder auf einer Internetseite
unbefristet
ohne Ende, also so lange man will
der Zweck, die Zwecke
der Grund
etwas besichtigen
sich etwas ansehen
ausgewählt
sich für etwas oder jemanden entscheiden
gegenseitig
von beiden Seiten oder Personen
die Anerkennung,-en
die Bestätigung
multikulti
mehrere Kulturen zusammen
bewusst
wenn man lange überlegt hat
familiär
wie in einer Familie
die Kneipe, -n
eine Bar
der/die Vegetarier, -innen
jemand, der*die kein Fleisch isst
die Rolle, -n
Aufgaben und Eigenschaften, die man jemandem gibt
das Missverständnis, die Missverständnisse
wenn man etwas falsch versteht
eine Wohnung einrichten
Möbel und andere Dinge in eine Wohnung stellen
die Lebensphase, -n
nur für eine bestimmte Zeit im Leben
ArrivalNews: Wie können wir uns das Zusammenleben in eurer WG vorstellen? Sara: Also wir sind das Gegenteil von einer Zweck-WG. Es ist sehr familiär bei uns. Wir machen viel zusammen, zum Beispiel Kochen und Essen und wir gehen auch manchmal abends in einer Kneipe was trinken. ArrivalNews: Gibt es Unterschiede beim Zusammenleben, weil ihr aus unterschiedlichen Ländern kommt? Beide überlegen. ArrivalNews: Zum Beispiel beim Essen? Ahmad: (Lacht) Ja, da gibt es schon Unterschiede. Ich esse mehr Fleisch. Aber das liegt vielleicht auch an mir persönlich. Nicht alle Menschen in Syrien essen so viel davon. Sara: Eigentlich gibt es nicht so viele Unterschiede, aber stimmt. Ahmad isst viel mehr Fleisch. Beim Kochen und Essen sind wir aber alle hier in der WG sehr offen. Wenn wir zum Beispiel etwas mit Fleisch kochen, gibt es immer noch einen Topf ohne Fleisch für die Vegetarier. Oder einen Topf ohne Schweinefleisch oder Alkohol für Ahmed, weil er Muslim ist. Bei uns kann jeder so sein, wie er ist. Neben dem Essen diskutieren wir manchmal über kulturelle Unterschiede. Zum Beispiel was die Rolle von Männern und Frauen angeht. Hin und wieder streiten wir auch darüber. Aber das liegt meist an sprachlichen Missverständnissen. ArrivalNews: Wollt ihr noch lange in WGs wohnen? Sara: Irgendwann will ich mir meine eigene Wohnung einrichten. Für mich ist das Leben in WGs eine Lebensphase. Ich will nicht mein ganzes Leben in einer WG leben, aber gerade finde ich es super. Ahmad: Mir gefällt das Zusammenleben hier sehr. Ich mag die Mitbewohner und ich spreche jeden Tag Deutsch mit ihnen. Das hilft mir. Aber bei mir ist gerade vieles noch nicht sicher. Vielleicht werde ich auch irgendwann wieder zurückgehen nach Syrien.
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Kinderseite
Die Sterntaler Ein deutsches Märchen von den Brüdern Grimm nacherzählt von JUDITH KAISER
E
s wa r e inma l e in kl e ine s Mä d c h e n. Da s Mä d c h e n h at t e ke ine E l t e r n m e hr. Es wa r s e hr a rm. Es wa r so a r m , d a ss e s nic ht e inm a l e in Haus hat t e – und auch ke in Bet t. Da s Mä d c h e n b e sa ß nur d ie Kle id e r, d ie e s trug und e in kl e ine s St üc kc h e n Bro t , d a s ih m e in m it le id ige r Me ns ch ge s che nkt hat t e . Tro t zd e m g laub t e e s a n G o t t und war gut z u ande re n Me ns che n. Ab er e s wa r ga nz a lle ine . E i nes Tages t ra f e s e ine Ents che id ung: e s lie f e infa c h lo s. Da s Mä d ch e n ver traute da rauf , da s s Got t ih m h e lfe n w ürd e . Na c h d e m e s ei n i ge Z eit g e l aufe n wa r, tra f e s e in e n a r m e n, a lt e n Ma nn. D e r Ma nn sagte: „ Ich hab e e ine n Bä re nhunge r. G ib m ir wa s z u e sse n! “ Da s M ä dchen gab de m Ma nn s e in l etzt e s St üc kc h e n Bro t und sa gt e : „G ot t seg n e d ich“. Da nn g ing e s we it e r. E inige Z e it spät e r t ra f e s ei n en J u ngen, de r j a mme r te und s agt e : „ Mir ist so k a lt a m Ko pf. G ib mi r et was, da mit mir nicht me hr s o k a lt ist ! “ Da s Mä d c h e n ga b d e m J u n g en sei n e Mütze . Da nn g ing e s we it e r. Na c h d e m e s w ied e r e ine Wei le g eg ange n wa r, tra f e s e in a n d e re s Mä d c h e n. Da s sa gt e : „ Mir ist so k alt an den Be ine n. Gib mir de in e n Ro c k ! “ U nd d a s Mä d c h e n ga b d e m an deren Mädc he n s e ine n Rock. M it tler wei le wa r die Sonne unte rge ga nge n. Da s Mä d c h e n lie f d urc h e ine n Wald. Im Wal d tra f e s noch e ine n Junge n, d e r sa gt e : „ Mir ist so k a lt a m B au ch. G i b mir de ine n Pul l ove r! “ Da s Mä d c h e n d a c ht e sic h : „ Hie r im Wa ld i st es du nkel. Hie r ka nn mich nie m a nd se h e n, we nn ic h nur e in U nt e rh e m d anhabe“. U nd wiede r ga b da s Mä d c h e n d e m Junge n se ine n P ullove r. Da s Mädchen wa r nun ga nz a l l e ine . E s st a nd auf e ine r L ic ht ung und fro r ent setz li ch, de nn e s trug j a nur no c h e in U nt e rh e m d . Ü b e r ih m le uc ht et e n u n d bli n k ten d ie Ste rne a m Himmel.
etwas besitzen
gehören, haben
mitleidig
Mitleid haben, mit jemandem mitfühlen
einen Bärenhunger haben
sehr viel Hunger haben
jammern
sich beklagen, sich beschweren
mittlerweile
in der Zwischenzeit, im Laufe der Zeit
der/die Pullover
Pulli, Sweatshirt, Hoodie, Sweater
das/die Unterhemd, -en
ein dünnes T-Shirt, das man unter anderen Kleidungsstücken trägt
die Lichtung, -en
eine Stelle im Wald, an der keine Bäume wachsen.
frieren
kalt sein, zittern, schaudern, frösteln, bibbern
entsetzlich
hier: sehr bedeutet auch: schrecklich, brutal, scheußlich
glänzend
leuchtend, blinkend, funkelnd
der/die Taler
ein Geldstück aus Silber. Währung in Deutschland bis ins 18. Jahrhundert
etwas auseinanderfalten
etwas öffnen, ausbreiten
reich
wohlhabend, vermögend, jemand, der viel Geld hat
GRAFIK ANNETTE GRANADOS HUGHES
Pl ötz li ch f i elen die Ste rne vom Him m e l. Als sie b e im Mä d c h e n a nk a m e n, ware n au s den Sterne n g l ä nze nde Ta l e r g ewo rd e n. Da s Mä d c h e n fa lt et e se in U nt e rh e m d au sei nander und die Ta l e r f ie l e n h ine in. E s wa r nun re ic h . Vo n d ie se m Mo m e nt an musste das Mä dche n nie wiede r h unge r n o d e r fr ie re n. U nd we nn e s nic ht g e st orben i st, da nn l e b t e s noch he ut e …
Sag mir wie viel Sternlein stehen....
Trage in die Kreise ein, wie viele Sterne unser Sterntaler von welcher Sternsorte aufsammeln kann. Zähle am Schluss das Ergebnis zusammen. Auflösung auf Seite 12
QUELLE ORIGINALTEXT www.grimmstories.com/de/grimm_maerchen/die_sterntaler
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KOMPASS
INFOS, TIPPS & TERMINE FÜR GEFLÜCHTETE IN STUTTGART …ist eine Ausstellung über Baden-Württemberg in den 1960er Jahren. Wie sah es früher hier aus? Was hat die Menschen beschäftigt? Wie haben sie damals gelebt? Eine interessante Reise in die Vergangenheit. Veranstaltungsort: Haus der Geschichte Baden-Württemberg, Konrad-Adenauer-Straße 16, 70173 Stuttgart
60 Jahre Stuttgarter Hafen
Wer danach noch mehr von früher erfahren will: Nicht weit entfernt vom Haus der Geschichte im Stuttgarter Rathaus werden Luftbildaufnahmen ausgestellt, die die Veränderungen des Hafengebietes zeigen. Den Hafen in Stuttgart gibt es noch gar nicht so lange. Früher sah es hier ganz anders aus!
Eine offene Runde, bei der aktuelle gesellschaftliche und politische Fragen und Entwicklungen diskutiert werden. Am 18.04. um 20:00 Uhr im Deutsch-Amerikanischen Institut, Karlstr. 3, 72072 Tübingen
80. Stuttgarter Frühlingsfest Europas größtes Frühlingsfest findet wieder auf dem Cannstatter Wasen statt - vom 21. April bis zum 13. Mai. Zuckerwatte, Karussell, Riesenrad und viele andere Attraktionen warten auf euch!
Spaß haben! Tanzen! Singen! Essen probieren! Göckele, Zuckerwatte, Gebrannte Mandeln! Achterbahn fahren!
Lampedusa calling
…ist ein Projekt in Herrenberg, das sich mit den Themen Flucht und Integration beschäftigt. Auf der Website www. lampedusa-calling.de kann man sich über das gesamte Programm informieren. Veranstaltungsort ist ein Seefrachtcontainer vor der Stadthalle, Seestr. 29, 70183 Herrenberg. Besonders empfehlen wir: • Flucht Wanderausstellung des Projekts „Lampedusa calling“ (bis 21.4.) • Interkultureller Poetry Slam Für Teilnehmer ab 12 Jahren; in diesem Workshop lernt man, worauf es beim Poetry Slam ankommt. Die Veranstaltung findet auf Deutsch und auf Farsi statt. Anmeldung unter www.lampedusa-calling.de • EU-Operation „Sophia“ im Mittelmeer Kapitänleutnant Stefan Siegmann berichtet von seiner Arbeit: Die Operation „Sophia“ hat zum Ziel, kriminelle Schleusernetzwerke zu bekämpfen. Dabei wird versucht, diejenigen Menschen zu finden und zu verhaften, denen es egal ist, ob Geflüchtete auf dem Mittelmeer sterben. Zusätzlich wurden seit Beginn der Operation über 40.000 Menschen aus Seenot gerettet. Der Vortrag findet am 18.04. um 19:00 Uhr statt.
Arabisch-Amerikanischer Dialog
ARRIVAL NEWS TIPP
Craft Beer Festival
Mindestens so bekannt wie für seine Autos und die Fußballnationalmannschaft ist Deutschland für sein Bier. Beim dritten Stuttgarter Craft-Beer Festival stellen 25 Brauereien ihre Biere vor. Dazu gibt es Musik und gutes Essen. Am 20.04. um 16:00 Uhr im Wizemann-Areal, Quellenstr. 7, 70376 Stuttgart. Eintritt: 12 Euro.
Im Rausch der Nacht
Frauen ohne Begleitung werden oft angesprochen! Kinder lieber an die Hand nehmen. Sie gehen leicht im Getümmel verloren. Nicht von Betrunkenen provozieren lassen!
Nicht zu viel Alkohol trinken! Kein eigenes Essen und Trinken in Bierzelte bringen! Nicht auf den Tischen tanzen!
Eine etwas andere Führung durch das Ludwigsburger Residenzschloss - Freiherr von Hügel nimmt das Publikum mit auf einen Trip durch die Nacht und hat allerhand interessante Geschichten auf Lager. Am 25.04., 21:00 Uhr, Schloss Ludwigsburg. Anmeldung unter 07141/18 20 04.
Bohnenviertel-Inside-Tour
Migranten – Brücken bauen, heimisch sein
Wer mehr zum Thema Rettung von Geflüchteten im Mittelmeer erfahren will: Mattes Szodrak arbeitet bei Sea-Watch, e.V., einer gemeinnützigen Initiative, die Menschen aus Seenot im Mittelmeer rettet. Er berichtet über seine Arbeit am 20.04. um 19:30 Uhr im Arbeiterbildungszentrum Stuttgart-Untertürkheim, Bruckwiesenweg 10, Eintritt: 6 Euro.
Motorworld Saisonauftakt
Absoluter Muss-Termin für alle, die sich für schnelle Autos, alte Autos, oder schnelle alte Autos interessieren! Die Motoworld in Böblingen öffnet ihre Pforten und zeigt ihre Schätze auf vier Rädern, die dort ihr Zuhause haben. Für gutes Essen und gute Musik ist gesorgt. Am 22.04., 10:00 bis 17:00 Uhr, Böblingen Flugfeld, Wolfgang-Brumme-Allee. Eintritt ist frei!
TEXT & REZEPT IMR AAN SAFI / BRIGITTE SCHNOCK
Zweitägige Fachtagung mit Vorträgen, Podiumsgesprächen und Rahmenprogramm. Am 27. und 28.04. im Rathaus Stuttgart, ab 17 Uhr.
Hackathon
Wer schon immer mal Computerspiele-Designer über die Schulter schauen wollte ist hier richtig! Am 27.04. im Einkaufszentrum Das Gerber, 12:00 bis 0:00 Uhr.
Wir feiern den Frühling mit „Frankfurter Grüne Sauce“! Gewürze und Kräuter – in der deutschen Küche sind sie oft nicht so sehr vertreten wie in der orientalischen oder afrikanischen Küche. Ganz anders aber ist dies bei der ‚Frankfurter Grüne Sauce‘. Das ist ein typisches Gericht, das die Leute im Frühling zubereiten, wenn nach den vielen kalten und grauen Wintertagen die Natur endlich wieder grünt und blüht. Dann wachsen auch die sieben Kräuter, die wir für diese Sauce brauchen, sie sind dann besonders frisch und zart. Manche sagen, dieses Gericht hat seinen Ursprung in der Stadt Frankfurt. Wie der Name schon sagt … Ähnliche Saucen gibt es auch in anderen Regionen der Welt, zum Beispiel Koriander-Chutney aus Afghanistan. Heute aber versuchen wir es mit der Frankfurter Variante. Zutaten: 150 g frische Sieben-Kräuter-Mischung: Petersilie, Schnittlauch, Kerbel, Kresse, Pimpernelle, Sauerampfer, Borretsch Die Kräuter bekommt man in Fachgeschäften gemischt im Bund (insgesamt ca. 150 g). Sollte es sie nicht als Mischung geben, nimmt man Petersilie, Schnittlauch, Kerbel und Kresse aus dem Supermarkt. Damit schmeckt die Sauce auch schon wunderbar. 2 hart gekochte Eier, 2 Esslöffel Essig, 3 Esslöffel Öl, 200 g Sauerrahm, 200 g Joghurt, Salz und Pfeffer Zubereitung: Die Kräuter waschen, dann trocken schütteln. Von der Petersilie und Pimpernelle, dem Kerbel, Sauerampfer und Borretsch die Stiele abschneiden und wegwerfen. Die Kräuter sehr fein schneiden oder mit dem Pürierstab pürieren. Die Eier schälen, Dotter und Eiweiß trennen. Die Dotter mit der Gabel zerdrücken und mit Essig und Öl gut verrühren. Sauerrahm und Joghurt dazugeben und gut verrühren. Das Eiweiß fein würfeln. Eiweiß und Kräuter zur Sauce geben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Sauce wird kalt gegessen und schmeckt sehr gut zu Pellkartoffeln, gekochten Eiern oder gebratenem Fisch.
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Hilke Lorenz, eine bekannte Journalistin der Stuttgarter Zeitung, liest aus ihrem Buch und erzählt von ihren Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg. Am 20.04., 19:00 Uhr in der Stadtteilbücherei Stuttgart-Neugereut, Flamingoweg 26. Anmeldung unter 0711/21 68 09 13, Eintritt: 7 Euro.
Stuttgarter Geister: Stadtführungen und Nachtwanderungen
Jetzt wird es gruselig! Sagen, Legenden und Spukgeschichten aus der Stuttgarter Unterwelt – eine ungewöhnliche Stadtführung! Es gibt mehrere Touren: zwei durch die Stadt und eine durch den Wald. Nähere Informationen unter www. stuttgarter-geister.de • Geisterführung Tour A Treffpunkt am Rathaus, Stuttgardia-Skulptur, am 20.04. um 20:00 Uhr. Preis: 10 Euro • Waldgeister-Tour Treffpunkt an der Stadtbahnhaltestelle Geroksruhe am 20.04., 20:00 Uhr, Preis: 15 Euro
Flohmärkte Eine Führung durch das Bohnenviertel mit all seinen Ateliers, Kneipen und Geschäften. Am 26.04., 19 Uhr, Anmeldung unter info@bohnenviertel-stuttgart.de. Preis: 10 Euro.
Sea-Watch
„Wenn der Krieg unsere Seelen frisst“
Am Samstag, 21.04., ist großer Flohmarkttag in Stuttgart! An verschiedenen Plätzen kann man Seltenes, Antikes, Kurioses oder überaus Praktisches kaufen. Immer ein großer Spaß! An folgenden Plätzen finden Flohmärkte statt: • Karlsplatz, Stuttgart-Mitte • Festplatz, Stuttgart-Feuerbach (Kärntner Str.) • Im Heusteig-Viertel (Heusteigstr.) • Kaufland-Parkplatz, Fellbach (Welfenstr.) • Eltern-Kind-Zentrum, StuttgartWest (Ludwigstr.; Schwerpunkt Kindersachen)
Welttag des Buchs
Verkauf von Kinderbüchern zugunsten des Eltern-Kind-Zentrums. Am 23.04., 15:00 Uhr im Generationenhaus West, Ludwigstr. 41.
Essen ist Heimat
FOTO PRIVAT GRAFIKEN FREEPIK
Denn die Zeiten ändern sich
Über die Autoren: Imraan Safi kommt aus Afghanistan und macht gerade eine Ausbildung. Brigitte Schnock ist Soziologin und arbeitet seit 2015 im Bereich Flucht und Migration. Beide sind bei ArrivalAid als Anhörungs- und Klagebegleiter tätig und veröffentlichen auf ihrem Blog www.zusammenkochen.com regelmäßig Rezepte und Tipps rund um das Thema „Afghanisch Kochen in Deutschland“. Außerdem schreiben sie für die ArrivalNews.
grünen
wenn Pflanzen wachsen, werden viele grün, das nennt man auch grünen
der Pürierstab, ein Stab, mit dem man weich die Pürierstäbe gekochtes Gemüse zu Brei zerkleinern kann
MARKTPLATZ
STELLENANGEBOTE IN STUTTGART UND UMGEBUNG Jobmesse für ausländische Fachkräfte und Auszubildende
STARTEN SIE MIT UNS AKTIV IN DEN TAG… UND LASSEN SIE SICH DAFÜR BELOHNEN…
Am Freitag, 15. Juni 2018 wird die fünfte Jobmesse für ausländische Fachkräfte und Auszubildende im Stuttgarter IHK-Haus (Jägerstraße 30) stattfinden. Nutzen Sie die Möglichkeit, mit zahlreichen Unternehmen aus der Region Stuttgart in Kontakt zu treten und Firmen kennenzulernen, die Mitarbeiter suchen oder Ausbildungsplätze anbieten. Informieren Sie sich auch vor Ort über Unterstützungsangebote bei der Einstellung und Bewerbung! Nutzen Sie die Beratungen unter anderem zu Zeugnisanerkennung, Sprachförderung, Unterstützungsmöglichkeiten und dualer Ausbildung.
Werden auch Sie Briefzusteller/in! Wenn Sie zu den Menschen gehören, die Ihren Tag aktiv gestalten wollen, dann werden Sie Briefzusteller/in. Für die Zustellung der Sendungen der BWPOST suchen wir Verstärkung für unser Zustellteam in Stuttgart, gerne auch als Aushilfe.
Veranstalter der Jobmesse sind die Agentur für Arbeit Stuttgart, die IHK Region Stuttgart, das Jobcenter Stuttgart und der Welcome Service Region Stuttgart (WSRS).
Aktuell suchen wir: Briefzusteller in Stuttgart. Ihre Vorteile:
Wir erwarten:
✓ Sicherer Arbeitsplatz ✓ Täglich frische Luft und Bewegung
✓ Einwandfreies Führungszeugnis ✓ Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit
✓ Wohnungsnahe Zustellgebiete
✓ Körperliche Fitness
Ihre neue Tätigkeit:
Ihr Kontakt:
✓ Zustellung der Sendungen von Dienstag bis Samstag
Frau Herzog 0711 7205 8511
✓ Arbeitszeit 4 – 6 Stunden täglich
jobs@bwpost.net
Online-Jobbörsen für geflüchtete Menschen! Nutzen Sie für Ihre Arbeitssuche Online-Portale, die Jobs speziell für geflüchtete Menschen anbieten:
www.bwpost.net/jobs
www.workeer.de www.jobbörse.de/refugees
www.zustellerkom.de
JOBLINGE: Ihre Chance auf einen Arbeits- und Ausbildungsplatz in Deutschland
Der Ausbildungscampus Stuttgart sucht ab sofort eine*n Freiwillige*n für den Bundesfreiwilligendienst.
Starten Sie schnell in den Beruf mit JOBLINGE Kompass. Sie möchten möglichst schnell in Deutschland ankommen und einen Job finden? Die Initiative JOBLINGE Kompass unterstützt Sie dabei: mit Sprachkursen, intensiver Vorbereitung und Praxis direkt in Unternehmen. Ihr Einstieg in den Job mit Perspektive auf einen Ausbildungsplatz.
Der Ausbildungscampus ist ein (berufliches) Informations-, Beratungsund Begegnungszentrum für junge Menschen mit und ohne Fluchthintergrund. Es gibt einen offenen Treffpunkt mit WLAN, PCs, Café, Rückzugsmöglichkeit sowie ein wechselndes Kurs- und Veranstaltungsangebot.
Teilnehmen kann, wer: • Kunde des Jobcenters ODER Kunde der Agentur für Arbeit ist • mindestens 18 Jahre alt ist • die lateinische Schrift sicher lesen und schreiben kann
Der/die Freiwillige unterstützt im Arbeitsalltag des Zentrums. Hierzu zählt: • •
Deutschkenntnisse werden nicht vorausgesetzt. Für Sie ist die Teilnahme kostenlos.
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Ihre Ansprechpartnerin bei der JOBLINGE gAG Region Stuttgart: Charline Rabe Wilhelmsplatz 10 70182 Stuttgart Telefon: 0711 99 52 87-83 E-Mail: charline.rabe@joblinge.de www.joblinge.de
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Mithilfe im Treffpunkt und Empfangsbereich Unterstützung der ankommenden Besucher bei Orientierung und Nutzung des Ausbildungscampus (Lotsentätigkeit) Unterstützung bei der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Workshops und Veranstaltungen zu unterschiedlichen Themen Unterstützung bei der Durchführung von freizeitpädagogischen Angeboten für und mit Jugendlichen Telefondienste Mithilfe bei Messeauftritten Mithilfe bei Sekretariatsaufgaben
Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 38,5 Stunden. Eine Tätigkeit in Teilzeit ist möglich. Mindestalter 18 Jahre.
Gabelstaplerfahrer (m/w)
Kontaktdaten: Ausbildungscampus Sandra Scotti Jägerstraße 14 70174 Stuttgart sandra.scotti@ausbildungscampus.org Mobil: 0162 4058975 www.ausbildungscampus.org
Anforderung: Deutsch A2, Gabelstaplerführerschein, Lagererfahrung Aufgaben: Arbeit im Lager, Bedienung und Fahren von Gabelstaplern Ort/Zeit: Esslingen, Beginn ab 6:00 Uhr Kontakt: info@social-bee.de
Mitarbeiter in der Produktion (m/w) Anforderung: Deutsch A2 Aufgaben: Herstellung von Gummidichtungen Ort/Zeit: Böblingen, 14.00 – 22.00 Uhr Kontakt: info@social-bee.de
Briefträger, bzw. Zeitungsausträger (m/w)
Mitarbeiter im Lager (m/w)
Anforderung: Deutschlevel mind. B1 in Wort und Schrift, körperliche Belastbarkeit + Fahrrad fahren Aufgaben: Auslieferung von Briefsendungen mit dem Fahrrad Ort/Zeit: verschiedene Ortsteile in Stuttgart Kontakt: info@social-bee.de
Anforderung: Deutsch A2, körperliche Belastbarkeit Aufgaben: Entladen der LKWs Ort/Zeit: Tübingen, 6.00 – 15.00 Uhr Kontakt: info@social-bee.de -11-
MARKTPLATZ
WEITERE ANGEBOTE IN STUTTGART UND UMGEBUNG ArrivalAid Anhörungsbegleitung
Mitarbeiter als Landschaftsgärtner (m/w) Anforderung: Deutsch A2 Aufgaben: Graben, pflastern, gießen, mauern Ort/Zeit: Ludwigsburg, Beginn ab 7:00 Uhr Kontakt: info@social-bee.de
Seit über einem Jahr bereiten von ArrivalAid ausgebildete ehrenamtliche Helfer in Stuttgart Geflüchtete auf ihre Anhörung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vor. Das Programm ist keine Rechtsberatung. Zielsetzung ist, Geflüchtete über die Anhörung aufzuklären. Die Beratung ist für Geflüchtete kostenlos.
Mitarbeiter in der Montage (m/w)
Anforderung: Deutsch mind. gutes A2, körperliche Belastbarkeit Aufgaben: Möbelmontage Ort/Zeit: Ludwigsburg, Beginn 8:00 Uhr Kontakt: info@social-bee.de
Wenn Sie Interesse an einer Beratung haben können Sie sich ganz einfach über unser Online-Formular anmelden unter www.arrivalaid-stuttgart.org
Mitarbeiter im Service (m/w)
Begleitung von Geflüchteten während der Asylklage durch ArrivalAid
Anforderung: Deutsch mind. gutes B1, freundliches Auftreten Aufgaben: Bedienen, kassieren, einfache Küchentätigkeiten Ort/Zeit: Stuttgart, Arbeitszeit nach Absprache Kontakt: info@social-bee.de
Im Rahmen der ArrivalAid-Anhörungsbegleitung unterstützen wir auch Geflüchtete, die gegen einen negativen Bescheid des Bundesamts Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht haben.
Mitarbeiter im Lager mit Staplerschein (m/w) Anforderung: Deutsch mind. gutes A2, Staplerschein Aufgaben: Möbelmontage Ort/Zeit: Korntal-Münchingen, Zweischicht-Modell Kontakt: info@social-bee.de
Dieses Programm ist keine Rechtsberatung. Ebenso vermittelt ArrivalAid keine Anwälte. Zielsetzung ist, Transparenz über den weiteren Fortgang des Asylverfahrens herzustellen und Geflüchtete bestmöglich auf die Kooperation mit ihren Rechtsbeiständen vorzubereiten.
Mitarbeiter in der Montage (m/w)
Die Beratungsleistung ist für Geflüchtete kostenlos und wird von speziell qualifizierten ehrenamtlichen Helfern durchgeführt.
Anforderung: Deutsch mind. gutes A2, körperliche Belastbarkeit Aufgaben: Möbelmontage Ort/Zeit: Ostfildern, Beginn ab 6:00 Uhr Kontakt: info@social-bee.de
Wenn Sie Interesse an einer Beratung haben können Sie sich ganz einfach über unser Online-Formular anmelden unter www.arrivalaid-stuttgart.org
Mitarbeiter im Lager (m/w)
IntegrAid
Anforderung: Deutsch mind. gutes A2, gutes Lese- und Hörverständnis Aufgaben: Warenannahme und Kontrolle, Kommissionieren Ort/Zeit: Waiblingen Kontakt: info@social-bee.de
IntegrAid ist ein Personalentwicklungsprogramm für Mitarbeiter mit und ohne Fluchthintergrund, das speziell für Unternehmen entwickelt wurde. Die Inhalte sind für die unterschiedlichen Bedürfnisse von Geflüchteten, Personalabteilungen und angestammten Mitarbeitern konzipiert und individuell kombinierbar. Parallel steht den Teilnehmern ein telefonischer Experten-Helpdesk sowie die laufende Unterstützung durch ArrivalAid-Mitarbeiter zur Verfügung.
Kaufm. Mitarbeiter (m/w)
Anforderung: Deutsch B2 Aufgaben: Allgemeine Bürotätigkeiten Ort/Zeit: Stuttgart, 9.00 – 17.30 Uhr Kontakt: info@social-bee.de
Sie haben Interesse oder benötigen weitere Informationen? Schreiben Sie uns: info@arrivalaid.org
Auflösung Kinderseite: Es sind 55 Sterne
Wir freuen uns auf Ihre Anzeige in der nächsten ArrivalNews-Ausgabe! Bitte wenden Sie sich an redaktion@arrivalaid.org
Wir haben die Texte in dieser ArrivalNews-Ausgabe mit Sternen markiert. Daran kann man den Schwierigkeitsgrad erkennen: Anspruchsvoller Text
Moderater Text
Einfacher Text
IMPRESSUM
WAS IST ARRIVALAID? ArrivalAid ist eine gemeinnützige Organisation zur Unterstützung von Geflüchteten. In zwei eigenständigen Projekten – der ArrivalAid Anhörungsbegleitung und der ArrivalAid Integrationsbegleitung – bereiten unsere qualifizierten Ehrenamtlichen zunächst Asylsuchende auf deren Anhörungstermin beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vor. Danach unterstützen wir anerkannte Geflüchtete bei deren ersten und drängendsten Integrationsschritten.
ArrivalAid gemeinnützige UG (haftungsbeschränkt)
ARRIVALAID STANDORTE
Die ArrivalAid Integrationsbegleitung ist zudem Anfang 2017 als Pilotprojekt in München gestartet. Anerkannte Geflüchtete werden von qualifizierten Ehrenamtlichen bei den wichtigsten Integrationsschritten nach der Anerkennung unterstützt.
Herausgeber: David J. Offenwanger David Prochnow Adlzreiterstr. 8 80337 München
Die ArrivalAid Anhörungsbegleitung wird in München, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Stuttgart und Köln angeboten. Die ArrivalAid Integrationsbegleitung und die ArrivalAid Akademie sind bereits in München gestartet.
Teil der Integrationsbegleitung ist die ArrivalAid Akademie, in der Geflüchtete und Helfer viel Wissenswertes erfahren. Die Akademie ist kostenlos und steht für alle offen.
Die ArrivalAid Anhörungsbegleitung ist in München (Gründungsstandort seit 2015), Düsseldorf, Frankfurt am Main, Köln und Stuttgart aktiv.
info@arrivalaid.org Tel.: 089 / 5528 5176 Fax: 089 / 20205365 Die Gesellschaft ist beim Amtsgericht München HRB 219221 eingetragen.
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