Obdachlosigkeit in Deutschland Unser Schwerpunktthema in dieser ArrivalNews-Ausgabe
ZEITUNG FÜR NEUBÜRGER*INNEN
AUSGABE STUTTGART 11/2018
GRAFIK MARION BLOMEYER
WWW.ARRIVALAID.ORG
2018 war ein gutes Jahr!
E
TEXT DAVID J. OFFENWANGER
s ist nicht leicht, diesen Artikel zu schreiben. Man muss viel nachdenken, um gute Neuigkeiten für das Jahr 2018 zu finden. Manchmal reicht es aber auch, keine schlimmen Nachrichten zu finden. Z. B.: Die Fußballweltmeisterschaft ist für Deutschland nicht gut gelaufen. Aber es war eine friedliche Veranstaltung. Es ist nichts Schlimmes passiert. Auch die Olympischen Spiele sind ohne Zwischenfälle abgelaufen. Viele Menschen aus aller Welt hatten Spaß und wurden unterhalten. Oder der Streit zwischen den USA und Nordkorea: Viele Menschen hatten Angst vor einem Krieg zwischen den extravaganten Präsidenten Trump und Kim Jong-un. Aber die beiden haben sich getroffen und miteinander gesprochen. Sie haben sich gut verstanden. Das ist überraschend, denn es hatte davor viele böse Worte gegeben. Es gab aber keine Eskalation. Viele Menschen haben in Deutschland gegen Migration demonstriert. Oft mit Sorgen, Hass und Wut in den Herzen. Aber: Viel mehr Menschen sind für eine offene und freie Gesellschaft auf die Straße gegangen. Allein in Berlin und München waren es knapp 300.000 Bürger*innen. Wenn Menschen für ihre Überzeugung eintreten, ist das gut. Dass es in einer Demokratie viele Diskussionen und Streit gibt, ist auch gut. Deswegen war 2018 ein gutes Jahr. Der UNESCO-Weltbildungsbericht hat auch gute Neuigkeiten für 2018: Deutschland bekommt darin viel Lob für die Integration von Geflüchteten in das Bildungssystem und den Arbeitsmarkt. Viele Lehrer*innen, Ehrenamtliche und Politiker*innen haben sich sehr angestrengt. Dadurch kommen viele Schüler*innen besser in der Schule zurecht. Oder viele Menschen machen eine Ausbildung oder haben eine Arbeit. Das ist nicht nur gut für die Menschen, sondern auch für die Unternehmen und die Wirtschaft im Ganzen. Denn viele Arbeitsstellen sind in Deutschland unbesetzt. Arbeit kann
2018 war ein schlechtes Jahr!
W
as war 2018 für ein schlechtes Jahr! Ich sage nur ein Wort: Fußballweltmeisterschaft! Die deutsche Mannschaft ist in der Vorrunde ausgeschieden. Unglaublich! Viele Menschen dachten, Deutschland wird wieder Weltmeister. Und dann so eine Blamage.
nicht erledigt werden, weil die Mitarbeiter*innen fehlen. Gute Deutschkenntnisse sind aber die Voraussetzung für eine gute Arbeitsstelle. Man sagt: Bildung ist der Schlüssel in den Arbeitsmarkt. 2018 hat es in diesem Bereich große Fortschritte gegeben und das ist sehr gut! Vor 12 Monaten haben wir uns in der ArrivalNews gefragt, wie 2018 werden wird. Wir haben geschrieben: Die Menschen brauchen guten Willen und Mut um Probleme zu lösen. Dann wird 2018 gut. Haben wir das geschafft? Ich weiß es nicht. Aber was ich weiß: Wir leben gemeinsam in einem Land, in dem es eine Zeitung wie die ArrivalNews geben kann. Ein Land, in dem es Meinungsfreiheit und Pressefreiheit gibt. Klar: Es gibt viele Probleme und Herausforderungen. Auch noch nicht für alles eine Lösung. Aber es gibt an vielen Stellen Mut und guten Willen. Und das ist doch schon viel wert, oder?
der/die Artikel
ein Beitrag in einer Zeitung
der Zwischenfall, die Zwischenfälle
ein oft schlimmes Ereignis, das man nicht erwartet hat
extravagant
etwas oder jmd. ist bewusst auffallend, ungewöhnlich, übertrieben
die Eskalation
wenn ein Konflikt oder Streit schlimmer und unkontrollierbar wird
der UNESCO-Weltbildungsbericht
eine Organisation der Vereinten Nationen (UN) für Erziehung, Wissenschaft, Bildung. Die UNESCO gibt jedes Jahr einen Bericht heraus. Darin steht, wie die Fortschritte und der Stand im Bereich Bildung in vielen Ländern der Welt sind
die Integration
Menschen werden in eine Gesellschaft eingebunden und ein Teil eines Landes
das/die Bildungssystem, -e
verschiedene Einrichtungen der Bildung in einem Land, z. B. Grundschule, Realschule, Gymnasium, Ausbildung
die Wirtschaft
alle Unternehmen, Dienstleitungen, Käufe, Verkäufe in einem Land
der/die Fortschritt, -e
eine gute Entwicklung; wenn etwas besser wird
die Meinungsfreiheit
das Recht, die persönliche Meinung (vor allen die politische) äußern zu dürfen
die Pressefreiheit
TEXT MARTIN RUBIN
2018 war in Deutschland ein sehr heißes und auch ein sehr trockenes Jahr. In den vergangenen 100 Jahren gab es nur ein Jahr, das noch trockener war. Und nur ein Jahr war noch heißer als 2018. Auf der ganzen Welt gab es schlimme Waldbrände. Dabei wurden ganze Städte zerstört. Weil das Wetter so heiß und trocken war, konnten die Bauern nicht so viel ernten. Deswegen wurden manche Lebensmittel teurer. Weil in den Flüssen nicht so viel Wasser war wie sonst, konnten die Schiffe nicht voll beladen werden. Oder die Schiffe konnte gar nicht mehr fahren. Benzin wurde teurer, weil nicht so viel Benzin zu den Tankstellen transportiert werden konnte. Viele Experten*innen sagen: Das Wetter war so trocken und heiß, weil wir zu viel Kohle und Öl verbrennen. Wir passen zu wenig auf unsere Umwelt auf! Das haben wir alle dieses Jahr gespürt. Trotzdem wird nicht genug getan, um das zu ändern. Das macht mich traurig. 2018 war ein Jahr, in dem die Menschen sehr viel gestritten haben. In vielen Städten sind Menschen auf die Straße gegangen, um gegen Zuwanderung zu demonstrieren. Eine besonders schlimme Demonstration gab es in Chemnitz. Grund für die Demonstration war ein Mord an einem Menschen. Der Mörder soll ein Geflüchteter sein oder einen Migrationshintergrund haben. Deswegen haben viele Menschen gegen Geflüchtete demonstriert. Ein paar Tage später haben aber auch ganz viele Menschen für eine offene und tolerante Gesellschaft demonstriert. Bei so vielen gegensätzlichen Meinungen frage ich mich: Wie schaffen wir es, dass alle Menschen respektvoll miteinander umgehen und friedlich zusammenleben können? Kann uns das überhaupt gelingen?
von der Verfassung garantiertes Grundrecht der Presse (z. B. Zeitungen, Radio, TV) über Themen berichten zu dürfen
-1-
Auch in unserer Regierung gab es viel Streit. Oft wegen Kleinigkeiten. Manchmal habe ich das Gefühl, die Politiker regen sich lieber auf, anstatt Lösungen für dringende Probleme zu finden. Bei den Konflikten in der Welt sind wir auch nicht vorangekommen. In Syrien ist immer noch Krieg, in Afghanistan gibt es immer noch Bombenanschläge. Wann wird das besser werden? Was soll man da noch sagen, wenn man auf so ein Jahr zurückblickt? Es gibt einen berühmten kanadischen Eishockeyspieler. Er heißt Wayne Gretzky. Er sagt: „100 % aller Schüsse auf ein Tor, die du nicht abgibst, gehen daneben.“ Damit meint er: Wenn etwas gelingen soll, ist das Wichtigste, dass man es versucht. Denn wenn man es nicht versucht, besteht keine Chance, dass etwas Gutes passiert. Also: Egal wie gut oder wie schlimm es ist – wir sollten niemals damit aufhören, die Dinge besser zu machen.
die Blamage,-n
wenn etwas peinlich ist und man sich für etwas schämt
der Waldbrand, die Waldbrände
wenn in einem Wald ein Feuer ausbricht, das schwer zu löschen ist
ernten, die Ernte, -n
wenn Getreide oder Früchte von den Feldern geholt werden, damit der Mensch sie essen kann
das/die Lebensmittel
das, was wir essen
streiten, gestritten; der Streit
wenn Menschen unterschiedlicher Meinung sind und deswegen debattieren oder kämpfen
die Zuwanderung, -en
Menschen ziehen in ein anderes Land; z. B. weil sie Arbeit suchen oder fliehen mussten
demonstrieren; die Demonstration, -en
wenn Menschen auf die Straße gehen um ihre Meinung zu sagen
der/die Mord, -e
wenn jemand mit Absicht getötet wird
tolerant; die Toleranz
die Meinung eines anderen Menschen akzeptieren, auch wenn man selbst anderer Meinung ist
respektvoll
höflich; mit Anerkennung
vorankommen
nach vorne bewegen; nicht stehen bleiben
Schuss/Schüsse auf ein Tor abgeben
Ball/Bälle Richtung Tor schießen
GOOD NEWS, EVERYONE...!
Einmal zum FC Bayern
SERIE
INTERVIEWER PAUL KUHLMANN
I N T E RV I E W PA R T N E R M O H A M M E D A R M A N F I R U Z
FO TO FAM ILIE FIRUZ
In den letzten Jahren begegneten die europäischen Gesellschaften vielen Herausforderungen durch Migration. Viele Menschen, Medien und Politiker*innen diskutieren oft sehr aufgeheizt und emotional. Mit der Serie “Good News, Everyone...!” möchten wir Erfolgsgeschichten aus unserer Arbeit erzählen und Einblicke geben, was Neubürger*innen mit ein wenig Hilfe erreichen konnten. Auf Seite 3 der ArrivalNews heißt es daher monatlich: Gute Nachrichten für alle!
Mohammed im Bayern-Stadion: Bei einem Sieg wäre das Lächeln wohl noch breiter gewesen.
Die Eltern Zeeba und Masum Firuz mit Tochter Sana und Sohn Mohammed Arman im Bayerntrikot.
M
FOTO THOMAS WILD
ohammed Arman Firuz kommt aus Afghanistan und ist 10 Jahre alt. Seit 2015 lebt er mit seinen Eltern Masum und Zeeba und seiner Schwester Sana in einer Gemeinschaftsunterkunft in München Daglfing. Fußball ist seine große Leidenschaft. Als Stürmer beim TSV Maccabi München e.V. schießt er jedes Wochenende Tore in der Kreisliga. Nun hatte er einen großen Wunsch: einmal ein Spiel des FC Bayern im Stadion zu sehen!
PAUL: Seit wann lebt ihr in München? MOHAMMED: Seit 2015. Wir haben zwei kleine Zimmer in einer Gemeinschaftsunterkunft in Daglfing. Die Küche und die Toiletten müssen wir uns mit anderen Bewohner*innen teilen. Das ist ok, aber wir suchen schon seit langer Zeit eine richtige Wohnung in München. Das ist so schwierig hier! PAUL: Und du spielst Fußball im Verein? MOHAMMED: Ja genau, seit letztem Jahr bin ich Stürmer beim TSV Maccabi. Ein Bekannter hat mich Fußball spielen gesehen und meinte: „Du musst in einem richtigen Verein spielen!“ Dann habe ich einmal mit trainiert zur Probe. Und jetzt spiele ich in der E-Jugend bei Maccabi. Das heißt: Zweimal Training pro Woche und oft ein Spiel am Wochenende. Ich spiele im Sturm, meist auf der linken Seite. In dieser Saison habe ich schon 28 Tore geschossen und sogar einen Eckball ins Tor gezirkelt.
Familie Firuz und andere Familien suchen dringend Wohnungen oder Zimmer in München. Falls Sie ihnen helfen können, schreiben Sie uns an: redaktion@ arrivalnews.org
PAUL: Und dann hat der große FC Bayern bei dir angefragt, oder wie bist du ins Stadion gekommen? MOHAMMED: [lacht] Nein leider noch nicht. Es fing so an: Eine Journalistin von der Süddeutsche Zeitung wollte mit uns sprechen. Sie wollte uns kennenlernen und wissen, wie wir leben. Im November war ich dann mit Foto in der Zeitung und habe von meinem großen Traum erzählt: Dass ich einmal ins Stadion zum FC Bayern möchte. Und dann weiß ich gar nicht, warum wir die Karten für das Bayern-Spiel bekommen haben. PAUL: Nach Eurem Artikel in der Süddeutschen riefen in unserem ArrivalAid Büro mehrere Leute an, die dir deinen Traum erfüllen wollten. Sie hatten euren Artikel in der Zeitung gelesen. Ein sehr netter Mann aus München brachte uns schließlich zwei Karten für das Spiel gegen den FC Freiburg vorbei, zusammen mit einem FC Bayern-Schal und etwas Geld für Snacks in der Halbzeit. Und dann konnten wir noch einen Kontakt zum FC Bayern herstellen. Und der Verein schickte uns tatsächlich mehrere Sitzplatz-Karten und sogar ein echtes Trikot vom FC Bayern München mit Unterschriften von allen Spielern. Wie war denn eigentlich am Ende das Spiel? MOHAMMED: Es war toll! Wir danken dem Mann und dem FC Bayern sehr! Wir haben im Stadion alle Spieler ganz nah gesehen, auch Franck Ribéry. Das ist mein Lieblingsspieler. Er hat dieselbe Rückennummer wie ich beim Fußball. Die Nummer sieben. PAUL: Und wie ist das Spiel ausgegangen? MOHAMMED: Leider nur unentschieden eins zu eins. Die Bayern spielen ja leider gerade nicht so gut. Ich wünsche mir Jupp Heynckes zurück. Das war der beste Trainer. Dieses Jahr bin ich nicht sicher, ob wir Meister werden. PAUL: Möchtest du später mal selbst Profi-Fußballstar werden? MOHAMMED: Das ist mein ganz großer Traum. Bei den Bayern oder beim FC Barcelona. Wenn es mit dem Fußball nicht klappt, werde ich Polizist. Und meine Schwester will Ärztin werden. Schauen wir mal!
die Leidenschaft, -en
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Gefühl, wenn man etwas mit großer Begeisterung tut
LEBEN
Brötchen, Semmeln, Wecken und Schrippen
Backwaren in Deutschland
D
ie Deutschen lieben Backwaren. Backwaren sind Lebensmittel, die aus Getreide oder Getreideerzeugnissen gemacht werden. Das Wort Backware setzt sich aus zwei Worten zusammen: Backen und Ware. Backwaren sind also Produkte, die im Ofen gebacken werden. Backwaren werden in Bäckereien hergestellt. Es gibt sehr viele Bäckereien in Deutschland, über 11.000 Meisterbetriebe. Eine Person, die Backwaren herstellt, ist ein*e Bäcker*in. Die Brötchen, Semmeln, Wecken und Schrippen werden meistens von Bäckereifachverkäufer* innen verkauft. Brot & Mehlsorten Viele Deutsche vermissen eine Sache, wenn sie in den Urlaub fahren: Brot. Während zum Beispiel die Franzosen für leckere Baguettes und Croissants und die Italiener für Focaccia und Ciabatta berühmt sind, ist in Deutschland das Vollkornbrot sehr beliebt. Vollkornbrot wird aus Vollkornmehl gemacht. Deswegen ist es dunkler als zum Beispiel Baguette oder Ciabatta. Weiße Brote werden meistens aus Weizenmehl gemacht. Mehl wird durch das Mahlen von Getreide gewonnen. Für Vollkornmehl werden ganze Getreidekörner gemahlen. Getreidekörner bestehen aus mehreren Teilen: einem inneren Kern und einer Art Schale. In der Schale sind sehr viele wichtige Nährstoffe enthalten. Für Weizenmehl wird aber nur der innere Teil gemahlen. Deswegen enthält Vollkornmehl mehr Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe als Weizenmehl; und es macht auch länger satt.
Brot vom Vortag In manchen Bäckereien kann man Brot vom Vortag kaufen. Das bedeutet, dass das Brot am vorherigen Tag (also nicht heute, sondern gestern) gebacken wurde. Das Brot schmeckt trotzdem noch sehr gut. Brot vom Vortag kostet meistens nur die Hälfte. Es ist gut, dass manche Bäckereien Brot vom Vortag anbieten, anstatt es wegzuwerfen. In Deutschland werden nämlich jedes Jahr um die 500.000 Tonnen Brot weggeworfen; das sind 500.000.000 Kilogramm. Das ist eine sehr große Verschwendung von Lebensmitteln. Laugengebäck In Süddeutschland sind Backwaren mit Lauge sehr beliebt. Das sind zum Beispiel Brezeln (in Bayern: die Breze*n) oder Laugenstangen. Laugengebäck wird vor dem Backen mit Natronlauge bestrichen. Dadurch wird es beim Backen braun. Das Frühstück Fast jede*r dritte Deutsche (31 %) isst am Morgen Brötchen, 29 % essen zum Frühstück Brot. Das ist ganz schön viel. Ein deutscher Haushalt vertilgt fast 60 Kilogramm (kg) Brot und Backwaren pro Jahr – das sind 5 kg jeden Monat! Am Wochenende nehmen sich viele Deutsche besonders viel Zeit zum Frühstücken oder Brunchen. Vor allem am Sonntag lassen es sich viele nicht nehmen, Brötchen oder andere Backwaren, wie zum Beispiel Croissants, zu genießen. Daher kommt auch die Bezeichnung „Sonntagsbrötchen“. Bayern ist für das Weißwurstfrühstück bekannt. Das besteht aus Weißwürsten, Laugenbrezen, süßem Senf und Weißbier. Backwaren spielen in Deutschland eine große Rolle. Es gibt viele verschiedene Arten von Backwaren; oft sind bestimmte Teile von Deutschland auch für eine besondere Backware bekannt. Je nach Bundesland heißen Brötchen mal Semmeln, Wecken oder Schrippen. Bei so viel Vielfalt und Unterschieden hilft nur eine Sache: Einfach herzhaft zubeißen und selbst probieren!
-3-
Die Berufe Bäcker*in oder Bäckereifachverkäufer*in kann man durch eine Ausbildung lernen. Alle Infos dazu gibt es auf der Website www.back-dir-deine-zukunft.de des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks e. V.
das/die Getreideerzeugnis, -se
Produkte, die durch das Bearbeiten von Getreide hergestellt werden, z. B. Mehl oder Haferflocken
der/die Meisterbetrieb, -e
eine Art Unternehmen (hier: eine Bäckerei), wo mindestens eine Person arbeitet, die ihre Ausbildung mit einer Meisterprüfung bestanden hat
das/die Brötchen
kleine Brote, ein Begriff für runde oder längliche Backware, z. B. Milchbrötchen, Kürbiskernbrötchen oder Laugenbrötchen
der/die Semmel, -n
Bezeichnung für Brötchen, die vor allem in Bayern verwendet wird
der/die Weck, -en
auch: Weckle; Bezeichnung für Brötchen, vor allem in Baden-Württemberg verwendet wird
die Schrippe, -n
Bezeichnung für Brötchen, die vor allem im Norden von Deutschland verwendet wird
mahlen, das Mahlen
etwas sehr klein machen
gewinnen, die Gewinnung
herstellen, die Herstellung
das Getreidekorn, die Getreidekörner
die Frucht von Getreide
der/die Nährstoff/e
Stoffe, die der Körper benötigt, um zu funktionieren, z. B. Proteine, Vitamine, Mineralstoffe
Natronlauge
Natriumhydroxid (ein chemischer Stoff), das in Wasser aufgelöst ist
der/die Haushalt, -e
alle Personen, die zusammen in einer Wohnung/einem Haus wohnen
vertilgen
essen
brunchen, der Brunch
setzt sich aus den englischen Worten „breakfast“ (Frühstück) und „lunch“ (Mittagessen) zusammen; der Brunch bezeichnet ein langes Frühstück, das manchmal bis mittags dauert
sich etwas nicht nehmen lassen
auf etwas nicht verzichten wollen
eine große Rolle spielen
wichtig sein
herzhaft
hier: mutig, kräftig, entschlossen
FOTO PIXABAY
TEXT AMY JOY STARK
DOSSIER
Obdachlosigkeit Warum leben Menschen in einem „reichen“ Land wie Deutschland auf der Straße?
TEXT SOFIE CALHEIROS
FOTOS MARION BLOMEYER
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DOSSIER
M
ünchen, der 29. November 2018, morgens um 09:30 Uhr: Städtische Mitarbeiter*innen und etwa 30 Polizist*innen räumen die Behausungen unter der Reichenbach- und der Wittelsbacherbrücke. Matratzen, Sessel und andere Möbel landen in einem Müllcontainer. Vor Kurzem hat es dort gebrannt. „Wildes Campieren“ ist in München verboten. Doch für einige Menschen war dieser Ort ihre Wohnung. Wir haben mit Franz Herzog und Christof Lochner gesprochen, die die Teestube „komm“ des Evangelischen Hilfswerks München in der Zenettistraße 32 in München leiten. Wie kommt es, dass in Deutschland so viele Menschen auf der Straße leben? BERATUNGSSTELLEN STUTTGART
„Scheidung, Krankheit, psychische Probleme oder Schulden sind Gründe, dass Menschen ihre Wohnungen verlieren. Und die Themen Arbeit und Wohnen hängen natürlich auch eng zusammen“, erklärt Christof Lochner von der Teestube komm. Die Teestube ist ein Ort, wo Menschen ohne Wohnung tagsüber sein können. Dort gibt es günstige Getränke und Essen, es ist warm und man ist nicht alleine. Auch eine Postadresse können wohnungslose Menschen dort einrichten. „Früher waren die meisten Menschen, die in München obdachlos waren, aus Deutschland. Jetzt ist es bunter geworden auf der Straße. Seit den neunziger Jahren sind viele Menschen aus anderen EU-Ländern wie Italien, Polen, Rumänien oder Bulgarien nach Deutschland gekommen. Sie wollten Arbeit finden. Oft wurden sie aber ausgebeutet oder sind beispielsweise auch auf dem sogenannten Arbeiterstrich gelandet.“ Denn Menschen aus anderen europäischen Ländern haben in Deutschland nicht den gleichen Anspruch auf Sozialleistungen wie zum Beispiel Hartz IV. „Sie sind anfangs komplett auf sich allein gestellt. Die Menschen halten sich über Wasser durch Tagelöhner-Jobs, Betteln oder Pfandflaschen sammeln. Manche haben auch einen regulären Job, obwohl sie keine Wohnung haben“, erklärt Franz Herzog. Wie viele Menschen in München genau obdachlos sind, ist schwer zu sagen. Es gibt keine offizielle Registrierung. Aber es werden immer mehr. Dass es zu wenige Wohnungen in München gibt, wird vor allem für arme Menschen ein immer größeres Problem.
Olga 46: Olgastraße 46, Tagestätte, es wird Essen verteilt und man kann sich im Warmen aufhalten EVA: Mozartstraße 23., kurzfristige Unterkunft für Teenager und junge Erwachsene mit Beratungsstelle und psychologischer Behandlung Zentrale Fachstelle der Wohnungsnothilfe: Tel. 0711/21659266 Eberhardstraße 33, Anlaufstelle für obdachlose Zuwanderinnen und Zuwanderer, man kann eine Unterbringung in einer Sozialwohnung beantragen MedMobil: Tel. 0711/520454513 ein Bus, der Medizin verteilt und Menschen untersucht, die auf der Straße leben
Wo können sich obdachlose Menschen vor der Kälte schützen? Im Winter gibt es neben den regulären Einrichtungen für Wohnungslose auch die Notunterkunft des Kälteschutzprogramms der Stadt. In der Bayernkaserne können die Menschen übernachten, müssen die Unterkunft aber morgens wieder verlassen. Es gibt dort 850 kostenlose Plätze. Ungefähr 500 Plätze waren bisher in den kältesten Nächten belegt. Manche Menschen wollen trotzdem draußen schlafen.
Wie schaffen es die Menschen, von der Straße wegzukommen? Menschen, die auf der Straße gelebt haben, müssen oft neu lernen, in einer Wohnung zu leben. Die Wohnungslosenhilfe hat verschiedene Einrichtungen, wo Menschen das Wohnen wieder trainieren können. Wenn jemand dann wieder eine Wohnung gefunden hat, kann er oder sie in der Übergangszeit von einem Sozialarbeiter beraten werden.
Gibt es „Konkurrenz“ zwischen Geflüchteten und Wohnungslosen aus Deutschland? „Das ist ganz unterschiedlich, dazu hat jede*r ihre/seine eigene Meinung. Innerhalb der Gruppe sehen sich die Menschen oft als ‚Schicksalsgenossen‘ und halten zusammen“, so Franz Herzog. Es gibt auch anerkannte Geflüchtete unter den Obdachlosen. „Aber klar. Manche finden es schon ungerecht, dass Geflüchtete so viel Aufmerksamkeit bekommen. Viele Menschen gehen an Obdachlosen vorbei und interessieren sich nicht für sie.“
Wie kann ich wohnungslose Menschen unterstützen? Wenn man im Winter Menschen sieht, die in der Kälte sind, kann man sie fragen, ob sie Hilfe wollen. Man kann beispielsweise den Kältebus oder die Streetworker der Teestube komm kontaktieren. Der Bus fährt dann vorbei und bietet den Menschen Schlafsäcke, warme Suppe oder Hygieneartikel an. Die Streetworker gehen auch zu den Menschen und bieten ihnen Hilfe an. Dabei haben sie das Ziel, die Menschen von der Straße in passende Unterkünfte zu vermitteln. Wenn man jemanden in Not sieht und sich selber nicht traut einzugreifen, kann man andere Passanten um Unterstützung bitten. Oder man ruft die Polizei. Die Polizisten können dann den Rettungsdienst oder einen Arzt kontaktieren. Dann können sie einschätzen, ob jemand in Lebensgefahr ist. Und was kann man noch tun? Christoph Lochner empfiehlt: „Jede*r soll für sich selber entscheiden, ob sie/er Geld geben möchte. Damit kann man natürlich nur kurzfristig helfen. Ein respektvoller Umgang ist sehr wichtig. Obdachlose Menschen denken oft, dass sich niemand dafür interessiert, ob es sie am nächsten Tag noch gibt. Wenn man täglich an jemandem vorbeigeht, ist es deswegen schön zu grüßen, oder sich kurz zu unterhalten. Und der Person damit zu zeigen: ‚Du bist es wert, dass ich vorbeikomme, ich freue mich, dich zu sehen.‘ Aber natürlich nur, wenn sie/er es möchte. Wenn jemand in Ruhe gelassen werden möchte, ist es wichtig, das zu respektieren.“ -5-
die Obdachlosigkeit
keine Wohnung haben, auf der Straße leben
etwas räumen
alles wegbringen, leeren
die Behausung, -en
Ort, wo jemand wohnt
der/die Müllcontainer
große Mülltonne
die Scheidung, -en
Ehe, die beendet wird
die Schulden
man hat Geld geliehen und es noch nicht zurückgegeben
zusammenhängen
verbunden sein
günstig
kostet wenig, billig
die Postadresse, -n
Adresse, an die Post geschickt wird
die neunziger Jahre
Jahre von 1990 bis 1999
die EU
die Europäische Union
ausbeuten
jemanden ausnutzen, zu wenig Geld für Arbeit bezahlen
der Arbeiterstrich
bestimmter Ort, wo Menschen hinkommen, die Arbeit suchen (meist illegal)
die Sozialleistung, -en
Geld, das man vom Staat bekommt, wenn man selber nicht genug verdienen kann
Hartz IV
Arbeitslosengeld II, finanzielle Grundsicherung durch den Staat, die Menschen ohne Arbeit ein Leben in Würde ermöglichen soll
auf sich allein gestellt sein
keine Hilfe von Freunden oder der Familie, man muss alles alleine machen
sich über Wasser halten
genug Geld verdienen, um zu überleben
der/die Tagelöhner die Tagelöhnerin, -nen
Menschen, die einen Job nur einen Tag machen
regulär
normal, üblich
der/die Wohnungslose, -n
Menschen, die keine eigene Wohnung haben, aber bei Freunden oder in Unterkünften wohnen
der/die Schicksalsgenosse, -n die Schicksalsgenossin, -nen
zwei Menschen sind in der gleichen Situation
der/die Streetworker die Streetworkerin, -innen
Sozialarbeiter, die Menschen auf der Straße Hilfe anbieten
der/die Hygieneartikel
Seife, Zahnbürsten, Sachen die man braucht, um sich selbst sauber zu halten
eingreifen
etwas machen, unternehmen
die Lebensgefahr, -en
wenn das Leben einer Person bedroht ist, wenn man sterben kann
kurzfristig
nur für den Moment
der Umgang
wie man andere behandelt, ob man freundlich zu jemandem ist
es wert sein
wichtig sein
ARBEIT
Bauzeichner*in Strich für Strich statt Stein auf Stein TEXT MARTIN RUBIN
W
Obwohl sich Hussam gut informiert hat, war es für ihn nicht einfach, einen Ausbildungsplatz zu finden. „Es hat über ein Jahr gedauert, bis ich einen Ausbildungsplatz gefunden hatte“, berichtet er. Geholfen hat ihm dabei ein Praktikum im Tief bauamt. Während des Praktikums konnte er zeigen, was er alles für den Beruf mitbringt. Frau Daur erzählt: „Hussam wusste, was er wollte, und hat nicht aufgegeben. Nachdem es bei seiner ersten Bewerbung für eine Ausbildung nicht geklappt hat, hat er sich für ein Praktikum beworben. Das Praktikum verlief sehr gut. Hussam hat sich danach noch einmal für einen Ausbildungsplatz beworben. Um einen Ausbildungsplatz bei uns zu erhalten, muss man einen Test machen. Bei Hussams zweiter Bewerbung waren seine Ergebnisse viel besser als beim ersten Mal. Das lag daran, dass er jetzt besser Deutsch konnte und durch das Praktikum besser vorbereitet war. Außerdem hat uns beeindruckt, dass er sein Ziel, eine Ausbildung bei uns zu machen, nicht aufgegeben hat. Er hat sich sehr dafür angestrengt. Das alles hat uns überzeugt.“
ie baut man ein Haus? Ganz einfach: Stein auf Stein. Nun, ganz so einfach ist es dann doch nicht. Bevor das Haus gebaut wird, sollte man einen Plan haben, was genau gebaut werden soll. Diesen Plan macht ein*e Architekt*in. Den Plan dann ganz genau zeichnen, also mit allen Details, die wichtig sind, das macht nicht immer der Architekt. Das macht ein*e Bauzeichner*in. Besonders bei komplizierten Bauwerken ist das so. Bauzeichner*innen sind Experten für exakte Pläne. Ein exakter Plan ist beim Bauen sehr wichtig. Niemand möchte in einem Haus wohnen, in dem die Wände schief sind. Oder auf einer Straße fahren, die mal enger, mal breiter ist.
STECKBRIEF
Bauzeichner*in Bauzeichner*innen arbeiten die meiste Zeit über in einem Büro. Dies kann in Architekten- oder Ingenieurbüros sein. Manchmal auch in Planungsabteilungen von Bauunternehmen. Hussam macht eine Ausbildung als Bauzeichner im Tief bauamt der Stadt Stuttgart. Er ist einer von 15 Auszubildenden, die Bauzeichner*in lernen. Das Tiefbauamt ist zuständig für alle Baumaßnahmen der Stadt, die auf oder unter der Erde durchgeführt werden: Straßen, Wege, Tunnel, Kanalisation, Bauarbeiten in Parks und vieles mehr. Für Bauarbeiten an Häusern ist das Hochbauamt zuständig.
Bauzeichner*innen arbeiten die meiste Zeit im Büro. Trotzdem besuchen Azubis des Tief bauamts immer wieder Baustellen. Frau Daur berichtet: „Wir versuchen, dass die Auszubildenden während der Ausbildung 20 Mal auf einer Baustelle zum Einsatz kommen. Dort nehmen sie vor Ort Messungen vor und sehen, wie das, was gezeichnet wurde, tatsächlich gebaut wird. Außerdem muss jeder Azubi im ersten Lehrjahr 9 Wochen in ein überbetriebliches Ausbildungszentrum. Dort lernt man dann, wie eine Mauer gebaut wird, wie eine Schalung gemacht wird oder verlegt Pflastersteine.“ Zudem können Auszubildende auch in anderen Ämtern der Stadt eingesetzt werden, zum Beispiel im Hochbauamt oder im Garten-, Friedhofs- und Forstamt.
Mangelberuf in Deutschland: Nein Ausbildungsdauer: 3 Jahre
Ein Berufsbegleiter hat Hussam bei der Ausbildungssuche geholfen Hussam hat sich genau informiert, welche Ausbildung zu ihm passt. „In der Schule mochte ich Mathematik“, erzählt er. „Und ich zeichne gerne. Ich hatte einen Berufsbegleiter, der mir geholfen hat, in diesen Bereichen nach Ausbildungen zu suchen. Am Ende war für mich klar, dass ich Bauzeichner werden möchte.“ Für die Ausbildung der Bauzeichner*innen ist Sandra Daur zuständig. Sie arbeitet schon mehrere Jahre im Tief bauamt. „Wichtig für die Ausbildung sind Kenntnisse in Mathematik, räumliches Vorstellungsvermögen und die Freude am exakten Zeichnen“, sagt sie. „Auch wenn wir die meisten Zeichnungen am Computer erstellen ist es trotzdem immer noch wichtig, Zeichnungen mit Lineal und Bleistift erstellen zu können.“
Voraussetzungen: Haupt- oder Realschulabschluss oder ähnliche Qualifikation Schwerpunkte: Erstellen von Zeichnungen (meistens am Computer) für Häuser, Straßen, Brücken oder andere Bauwerke nach den Anforderungen von Architekt*innen oder Bauingenieur*innen Das solltest du mitbringen: Räumliches Vorstellungsvermögen, mathematische Fähigkeiten, Freude am Zeichnen und am exakten Arbeiten, Interesse für technische Dokument
Die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Ausbildung sind Deutschkenntnisse. Hussam sagt: „Alles ist auf Deutsch. Überall wird deutsch gesprochen. Es ist sehr wichtig, dass man die Sprache sprechen, lesen und auch schreiben kann. Manchmal brauche sogar ich noch etwas Hilfe dabei.“ Frau Daur sagt weiter: „Natürlich ist es wichtig, Deutsch sprechen und auch schreiben zu können. Dazu kommen die Herausforderungen, die für alle Azubis gleich sind: Mathematik, Umrechnen, Bautechnik – das sollte man schon mögen. Und was darüber hinaus wichtig ist: Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Verbindlichkeit. Rechtzeitig melden, wenn man krank ist oder zu spät kommt. Unsere Arbeitsabläufe funktionieren nur, wenn gewisse Regeln eingehalten werden, die Einhaltung dieser Regeln ist sehr wichtig.“
Die abgeschlossene Ausbildung bietet viele Möglichkeiten Nach der Ausbildung gibt es zahlreiche Möglichkeiten, wie es weitergehen kann. Frau Daur erzählt: „Während der Ausbildung kann man das Berufskolleg besuchen. Bei bestandener Prüfung und erfolgreicher Ausbildung hat man dann die Hochschulreife. Das bedeutet, dass man danach an einer Hochschule studieren kann. Zum Beispiel hatten wir einen Auszubildenden, der jetzt Psychologie studiert. Für die meisten bietet sich aber ein Studium als Ingenieur an. Nach der Ausbildung kann man auch die Technikerschule besuchen und einen Technikerabschluss erreichen. Auch damit kann man dann studieren.“ Frau Daur ist sich sicher, dass den Bauzeichner*innen die Arbeit nicht ausgehen wird. „So lange gebaut wird, so lange wird es auch Bauzeichner*innen geben“, sagt sie. Hussam möchte auf jeden Fall weiter in diesem Beruf arbeiten. Er sagt: „Natürlich macht mir der Beruf Spaß! Sonst hätte ich ihn ja nicht ausgewählt!“
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FOTOS FREEPIK
ARBEIT
BUCH-TIPP Flüchtlinge im Unternehmen: 10 Fallbeispiele von der Bewerbung bis zur erfolgreichen Integration in den Betrieb Während in einigen Branchen demographiebedingt ein Mangel an Fachkräften herrscht, bringen viele Geflüchtete genau die gesuchten Qualifikationen mit. In der Praxis ist es jedoch für beide Seiten oft schwer, den richtigen Weg zum passenden Kandidaten bzw. zum passenden Unternehmen zu finden. Dieses Buch möchte Hilfestellung zu einer nachhaltigen Beschäftigung der Geflüchteten geben und damit einen Beitrag zu ihrer Integration leisten. Die Autoren beschreiben anhand von zehn Fallbeispielen den gesamten Prozess der Personalgewinnung Geflüchteter. So erfahren Sie alles, was Sie bei Bewerbung, Personalauswahl und Onboarding berücksichtigen müssen, wie kulturelle Unterschiede überwunden werden und der Integrationsprozess erfolgreich gelingt. Der Titel ist eben in der 2. Auflage erschienen und mit Informationen zu den rechtlichen Grundlagen von Aufenthaltsstatus und Beschäftigung ergänzt worden.
ArrivalNews Interview Hussam absolviert eine Ausbildung als Bauzeichner beim Tief bauamt der Stadt Stuttgart. ArrivalNews hat mit ihm gesprochen.
Es soll auch ein bisschen Mut machen, diesen nicht ganz einfachen Weg zu beschreiten. Viele haben es vorgemacht, viele können und sollen noch folgen.
ARRIVALNEWS: Warum hast du dich für diesen Beruf entschieden? HUSSAM: Früher in der Schule war eines meiner Lieblingsfächer Mathematik. Außerdem zeichne ich gerne. Ich hab auch Interesse, am Computer zu arbeiten. Deswegen ist Bauzeichner für mich der ideale Beruf. War es schwer, einen Ausbildungsplatz zu bekommen?
Erschienen bei Haufe Thomas Batsching / Tim Riedel Flüchtlinge im Unternehmen ISBN 978-3-648-11983-9, 232 Seiten, € 24,95
Ja, ich fand es schwierig. Es hat bei mir über ein Jahr gedauert, bis ich einen Ausbildungsplatz gefunden hatte. Ich habe mich bei vielen verschiedenen Unternehmen beworben.
Wir verlosen 5 Bücher! Infos siehe unten
Ist die Ausbildung so, wie du sie dir vorgestellt hast? Was hat dich am meisten überrascht? Die Ausbildung ist so, wie ich mir sie vorgestellt habe. Ich hatte einen Berufsbegleiter, der mich sehr gut über die verschiedenen Möglichkeiten einer Ausbildung beraten hat. Ich habe mich vorab informiert. Auch über andere Berufe, die mich interessierten, wie zum Beispiel Systemplaner oder technischer Produktdesigner. Außerdem hab ich ein Praktikum vor der Ausbildung gemacht und war vor der Ausbildung auch bei der Berufsschule und habe mich dort informiert. Was ist der schwierigste Teil der Ausbildung? Was fällt dir leicht? Mathematik fällt mir leicht, das mache ich gerne. Schwierig ist die Sprache. Vor allem die Grammatik und das Schreiben. Da muss ich mich richtig anstrengen und gut konzentrieren. Gibt es Probleme, weil du aus einem anderen Land kommst?
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Erfolgreiche Einstellung von Geflüchteten
Nein, es gibt keine Probleme. Alle sind nett und wir sind gute Freunde. Niemand behandelt mich anders, weil ich aus einem anderen Land komme. Bist du zurzeit mehr in der Schule oder mehr im Betrieb? Noch habe ich sehr viel Schule. Nur ganz am Anfang war ich zwei Monate im Tief bauamt. Ich habe jetzt Blockunterricht bis Weihnachten. Danach bin ich ein paar Wochen zur praktischen Ausbildung in einem überbetrieblichen Ausbildungszentrum. Dann habe ich wieder Blockunterricht. Was würdest du anderen Geflüchteten raten, die sich auf diesen Beruf bewerben wollen? Auf was sollten sie achten?
Rechtliche Grundlagen
Sie sollten auf jeden Fall gut Deutsch sprechen können. Auch ich brauche da manchmal noch Hilfe. Und sie sollten sich für Mathematik interessieren.
Dieses Buch e�klä�t die �echtlichen Rahmenbedingungen, die Sie bei der Anstellung von Ge�lüchteten beachten müssen – von der Arbeitse�laubnis über den Bewerbungsp�ozess bis zur Integration in den Unternehmensalltag.
Hast du schon Pläne für die Zeit nach der Ausbildung? Ich denke, ich werde ein paar Jahre arbeiten und danach vielleicht studieren. Ich würde gerne als Ingenieur arbeiten.
das räumliche Vorstellungsvermögen
wenn sich jemand in seinem Kopf gut vorstellen kann, wie etwas in 3D (dreidimensional) aussieht
der/die Architekt, -in
eine Person, die den Bau eines Hauses oder eines Bauwerks plant
das/die Bauwerk, -e
alles, was man bauen kann, zum Beispiel Häuser, Brücken, Tunnel, Denkmäler
exakt
ganz genau
das/die Ingenieurbüro, -s
eine Firma, in der Ingenieure arbeiten und Dinge entwickeln
der/die Berufsbegleiter, -in
eine Person, die junge Menschen berät, welchen Beruf sie wählen sollen
das/die Lineal, -e
ein Instrument, das hilft, eine gerade Linie zu zeichnen. Sieht aus wie ein kleines rechteckiges Brett mit Angaben zu Zentimetern und Millimetern
aufgeben
wenn man ein Ziel nicht mehr erreichen möchte; abbrechen
jemanden beeindrucken; von etwas oder von jemandem beeindruckt sein
wenn ein Mensch etwas Tolles macht und dann andere Menschen sagen: „Wow, das war aber gut!“
sich anstrengen
für eine Sache Energie aufwenden, nicht nachlassen, nicht aufgeben
überzeugt; jemanden überzeugen
wenn jemand zuerst nicht genau weiß, was er möchte, dann nachdenkt, sich vielleicht beraten lässt und sich am Ende für eine Sache überzeugt, dann ist er von dieser Sache überzeugt
die Messung, -en
von etwas die Länge oder Breite oder Größe ermitteln. Mit einem Maßband, Meterstab oder Laser
das überbetriebliche Ausbildungszentrum
ein Ort, in der Azubis von mehreren Unternehmen zusammenkommen, um gemeinsam etwas Praktisches zu lernen
Pflastersteine verlegen
einen Weg bauen mit speziellen Steinen
die Schalung, -en
damit ein Loch, das in die Erde gegraben wird, nicht zusammenfällt, müssen die Wände abgestützt werden. Das nennt man Schalung
das Umrechnen, die Umrechnung
ein mathematischer Rechenvorgang
die Bautechnik, en
Kenntnisse darüber, wie gebaut wird
das/die Berufskolleg, -s
zusätzliche schulische Ausbildung mit dem Ziel, nach Abschluss des Berufskollegs studieren zu können
-7-
+ Alles über Onboa�ding und Integration + Zehn Fallbeispiele + Neu: Au�enthaltsstatus und Beschäftigung
ISBN 978-3-648-11983-9 Buch: 24,95 € [D] eBook: 19,99 € [D]
Jetzt versandkosten��ei bestellen: www.hau�e.de/�achbuch 0800 50 50 445 (An�u� kostenlos) oder in Ih�er Buchhandlung
Bücherverlosung – gleich mitmachen! Mit ein wenig Glück gewinnen Sie eines von 5 Büchern. Schicken Sie eine E-Mail mit dem Betreff „Bücherverlosung Flüchtlinge in Unternehmen” an gewinnspiel@arrivalaid.org. Einsendeschluss ist der 31.12.2018
WIR ZUSAMMEN
Weihnachten – das Fest der...? TEXT AMY JOY STARK & ARRIVAL AID TEAM
E
FOTO MARION BLOMEYER
in bekanntes Weihnachtslied von Karl Friedrich Splittegarb fängt so an: Morgen, Kinder, wird’s was geben, morgen werden wir uns freun; […] Einmal werden wir noch wach, heisa, dann ist Weihnachtstag!
Weihnachten ist mit großer Vorfreude verbunden. Vor allem Kinder können es gar nicht erwarten, bis Weihnachten endlich da ist. Das liegt auch daran, dass es in Deutschland üblich ist, sich zu Weihnachten etwas zu schenken. Aber Weihnachten ist nicht nur das Fest der Geschenke. Ursprünglich hieß es, dass Weihnachten das Fest der Liebe sei; man feiert Weihnachten im Kreis der Liebsten. Es soll eine besinnliche Zeit sein, in welcher man zur Ruhe kommt. Aber inzwischen sagen viele, dass Weihnachten das Fest des Konsums geworden sei. Eben, weil so viele Geschenke gekauft werden. Das Besorgen von Geschenken ist oft mit Stress verbunden. Aber auch die Organisation von Weihnachten ist oft sehr stressig. Einige Deutsche wissen gar nicht genau, warum Weihnachten überhaupt gefeiert wird. Weihnachten ist ein christliches Fest, bei dem an die Geburt von Jesus Christus erinnert wird. Der 24.12. heißt Heilig Abend, der 25. und 26.12. heißen 1. und 2. Weihnachtsfeiertag. Aber was macht man an Weihnachten? Das ArrivalAid Team erzählt, wie sie Weihnachten feiern:
M
eine Mutter hat portugiesische Wurzeln. Deswegen gibt es bei uns an Heiligabend meistens das portugiesisches Fisch-Gericht „Bacalhao com Natas“. Nach dem Essen gehen meine Mutter und ich in die Kirche, in die „Christmette“. Es ist immer sehr schön, denn dort singt ein Chor. Zuhause zünden wir dann die Kerzen am Baum an – wir haben immer einen Weihnachtsbaum mit echten Kerzen! Wir Kinder haben vor ungefähr zwei Jahren beschlossen, dass wir uns nichts mehr schenken. Denn an Weihnachten ist es das Wichtigste, Zeit mit der Familie zu verbringen.
E
ine schöne Tradition in meiner Familie ist das Auf bauen des Weihnachtsbaums. Meine Tante und mein Onkel haben einen Weihnachtsbaum aus Papier; man muss jeden Ast einzeln zusammenstecken. Deswegen sitzen wir am 23. abends zusammen und bauen gemeinsam den Baum auf. Es gibt zwar immer Streit, aber am Ende sind alle zufrieden. Danach sitzen wir noch zusammen und essen Plätzchen und trinken Glühwein. Morgens am 24. wird der Weihnachtsbaum geschmückt. Am Abend kommt die Familie und es gibt gutes Essen, Wein und Geschenke.
W
eihnachten ist bei uns sehr entspannt. Ich besuche meine Mutter und ihren Ehemann in Heppenheim in Hessen. Es gibt keinen Weihnachtsbaum und wir schenken uns nur eine Kleinigkeit. Meine Mutter kocht sehr gerne und tischt immer etwas Leckeres auf. Zu Weihnachten kann das klassisch Fleisch mit Knödel und Rotkohl sein. Als ich jünger war, gab es aber auch schon mal asiatisches Essen zu Weihnachten. Da ist meine Mutter recht unkonventionell. An den Feiertagen gehen wir spazieren und schauen zusammen Filme, es ist sehr gemütlich.
Sofie von ArrivalAid München
Emily von ArrivalAid München
Margaux von ArrivalAid München
I
I
ch komme aus Syrien. Weihnachten ist für alle Syrer eine sehr bedeutende und schöne Zeit. In Damaskus besuchen sowohl die Christen als auch die Muslime die christlichen Viertel in der Stadt, um die schönen Weihnachtsbäume und den wunderschönen Schmuck zu sehen. Hier in Deutschland feiere ich mit meiner Familie und meinen Freunden. Wir essen zusammen und tauschen Geschenke. Später gehen meine Freunde in die Kirche. Wir bleiben zu Hause und schauen uns einen der Weihnachtsfilme “Home Alone” oder “Harry Potter” an.
n meiner Familie (aus Werther in Westfalen) wird jedes Jahr zu Weihnachten gewichtelt. Ein „Wichtel“ ist eigentlich eine Märchenfigur, die im Geheimen etwas Gutes für Andere tut. Wichteln bedeutet bei uns: Einen Monat vor Weihnachten losen wir aus. Jede*r zieht den Namen einer anderen Person. Keine*r weiß, wen die anderen „gewichtelt“ haben. An Weihnachten zeigt sich dann, wer wen gezogen hat und wir beschenken uns. Ansonsten bedeutet Weihnachten für mich vor allem: Zeit mit der Familie, Freund*innen und richtig gutes Essen! Paul von ArrivalAid München
Sausan von ArrivalAid München
A
m 24.12. trifft sich meine ganze Familie abends bei meinen Eltern. Meistens sind alle total gestresst. Wir haben einen Weihnachtsbaum, unter den jeder seine Geschenke legt. Nach dem Essen überreichen wir uns die Geschenke. Mein Bruder und ich haben einen kleinen Wettbewerb: Wir versuchen immer, uns etwas möglichst Unnützes zu schenken. Ich erinnere mich zum Beispiel an eine Tube Zahncreme mit Speck-Geschmack, die ich von ihm zu Weihnachten geschenkt bekam. Ich bin gespannt, was es dieses Jahr sein wird. Martin von ArrivalAid Stuttgart
-8-
sich freun
das Wort ist im Liedtext verkürzt, so wie man es oft ausspricht. Eigentlich müsste es heißen: sich freuen.
heisa
Ausruf vor Freude
der Weihnachtstag
der Tag, an dem Weihnachten gefeiert wird
die Vorfreude
die Freude auf etwas, das noch nicht passiert ist
üblich sein
normal sein
im Kreis von
zusammen mit
besinnlich, die Besinnlichkeit
ruhig, ohne Hektik
der Konsum
der Verbrauch, hier: das Einkaufen von sehr vielen Sachen
stressig, der Stress
wenn etwas sehr anstrengend ist und eine Person sehr belastet
christlich, das Christentum
eine Weltreligion, die vom Judentum abstammt
Jesus Christus
zentrale Figur im Christentum; Gottes Sohn
Hessen
ein Bundesland in Deutschland
auftischen
etwas zu essen servieren, anrichte
der/die Knödel
so heißen Klöße in Mittel- und Norddeutschland
unkonventionell
nicht traditionell
das/die Plätzchen
Gebäck, das vor allem in der Weihnachtszeit gebacken und gegessen wird
die portugiesischen Wurzeln
hier: eine Person kommt aus Portugal bzw. hat Vorfahren, die aus Portugal kommen
das/die Gericht, -e
hier: die Speise, das Essen
der/die Wettbewerb, -e
eine Art Kampf, wo Personen versuchen, besser zu sein als die anderen Teilnehmenden
unnütz, das Unnütze
sinnlos; etwas, das nicht sinnvoll ist und nicht gebraucht/benutzt werden kann
Kinderseite
Es war einmal
vierten Tag warf sie einfach ein Kissen aus dem Fenster. Am fünften Tag sagte Frau Holle: „Das ist genug. Du bekommst nun die Belohnung für deine Arbeit.“
eine Witwe. Sie hatte zwei Töchter. Eine Tochter war schön und fleißig. Die andere Tochter
Die faule Tochter freute sich, dass sie nur so kurz arbeiten musste. Frau Holle ging mit der faulen Tochter zum Tor und sagte: „Stell dich unter das Tor. Es wird dir geben, was du verdienst.“ Da floss ein schwarzer Regen aus Pech über die faule Tochter. Als sie wieder vor ihrem Zuhause stand, krähte der Hahn schadenfroh: „Kikerikii, kikerikiii, unsere Pechmarie ist wieder hie!“
war hässlich und faul. Die Witwe mochte die faule Tochter lieber als die fleißige. Die fleißige Tochter musste den Haushalt alleine erledigen. Und wenn sie damit fertig war, musste sie sich vor das Haus
Die Witwe und die faule Tochter versuchten immer und immer wieder das Pech abzuwaschen. Aber das Pech blieb an der faulen Tochter hängen und ging nie wieder ab.
an einen Brunnen setzen und nähen, bis ihre Hände bluteten. Eines Tages bluteten ihre Hände so stark, dass die Wolle ganz rot wurde. Die fleißige Tochter wollte die Wolle im Brunnen waschen. Dabei fiel ihr die Wolle in den Brunnen hinein. Die fleißige Tochter weinte sehr und erzählte der Witwe von ihrem Missgeschick. Die Witwe hatte aber kein Mitleid und sagte: „Wenn du die Wolle in den Brunnen geworfen hast, dann holst du sie auch wieder heraus!“ Die fleißige Tochter ging zum Brunnen und wusste nicht, wie sie die Wolle wieder heraufholen konnte. In ihrer Verzweiflung sprang sie in den Brunnen hinein. Sie wurde bewusstlos. Als die fleißige Tochter wieder aufwachte, war sie auf einer schönen, bunten Blumenwiese. Plötzlich hörte sie viele Stimmen, die riefen: „Hilfe! Zieh uns heraus, zieh uns heraus, sonst verbrennen wir in diesem Haus!“ Die fleißige Tochter sah einen Backofen. Im Backofen waren viele Brote. Die Brote hatten um Hilfe gerufen. Schnell zog sie sich zwei Topfhandschuhe an und holte die Brote eins nach dem anderen aus dem Ofen. Dann ging sie weiter. Kurze Zeit später hörte die fleißige Tochter eine Stimme, die rief: „Hilfe! Schüttel mich, schüttel mich, die Äpfel sie erdrücken mich!“ Es war ein großer Apfelbaum, an dem hundert rote Äpfel hingen. Die fleißige Tochter ging sofort zum Baum und schüttelte ihn so lange, bis alle Äpfel auf den Boden gefallen waren. Dann sammelte sie die Äpfel ein und ging weiter.
Nach einiger Zeit jedoch bekam die fleißige Tochter Heimweh. Sie ging zu Frau Holle und sagte: „Mir geht es sehr gut bei dir. Ich möchte mich nicht beklagen. Aber ich habe Heimweh.“ Frau Holle lächelte und sagte: „Liebes Mädchen. Du hast gut gearbeitet. Es ist normal, Heimweh zu haben. Ich bringe dich zurück zu deiner Familie. Aber bevor du gehst, möchte ich dir noch etwas schenken.“ Frau Holle nahm die fleißige Tochter mit zu einem Tor. Als die fleißige Tochter unter das Tor trat, fiel ein Regen aus Gold auf sie hinab. Und das Gold blieb an ihr hängen und ging nicht mehr ab. „Das bekommst du, weil du so fleißig warst!“, sagte Frau Holle zum Abschied und gab der fleißigen Tochter auch die Wolle zurück, die in den Brunnen gefallen war. Sie war golden. Dann schloss Frau Holle das Tor und die fleißige Tochter war plötzlich wieder zu Hause. Als der Hahn sie sah, krähte er: „Kikerikii, kikerikiii, unsere Goldmarie ist wieder hie!“ Die Tür ging auf und die Witwe und die faule Tochter kamen heraus. Sie
Schneeflöckchen Weißröckchen...
Frau Holle
Am Abend kam sie an einem kleinen Haus vorbei. Aus dem Fenster guckte eine alte Frau mit großen Zähnen. Die fleißige Tochter hatte Angst und wollte davonlaufen. Da sagte die alte Frau: „Hab keine Angst! Bleib bei mir! Wenn du alle Arbeit hier im Haus gut erledigst, wird es dir gut gehen bei mir. Du musst dich nur ordentlich um mein Bett kümmern und die Kissen immer gut schütteln. Wenn die Federn fliegen, dann schneit es auf der Welt. Ich bin die Frau Holle.“ Die fleißige Tochter überwand ihre Angst und arbeitete nun für Frau Holle. Sie machte ihre Arbeit sehr gut. Frau Holle musste niemals schimpfen und es gab immer etwas Leckeres zu essen.
Jede Schneeflocke ist ein Kunstwerk. Vervollständige die Schneeflocken und mach dein eigenes Kunstwerk daraus.
Ein deutsches Märchen nach den Brüdern Grimm NACHERZÄHLUNG JUDITH KAISER
I L LU S T R AT ION A N N E T T E G R A N A D O S H UG H E S
staunten über das viele Gold und Goldmarie musste die ganze Geschichte erzählen. Die Witwe aber sagte zur faulen Tochter: „Los, setz dich an den Brunnen und nähe, bis deine Finger blutig sind. Dann spring in den Brunnen und mach alles so wie Goldmarie. Dann wirst auch du voller Gold zurückkommen!“ Also setzte sich die faule Tochter an den Brunnen und fing an zu nähen. Nach kurzer Zeit aber hatte sie keine Lust mehr und stach sich einfach in den Finger. Dann wischte sie ihren blutigen Finger an der Wolle ab, warf sie in den Brunnen und sprang sofort hinterher. Auch die faule Tochter wachte auf der schönen Blumenwiese auf. Auch sie hörte die Brote im Backofen rufen: „Hilfe! Zieh uns heraus, zieh uns heraus, sonst verbrennen wir in diesem Haus!“ Aber die faule Tochter lachte nur und sagte: „Ja genau. Dann mache ich mich noch schmutzig. Oder ich verbrenne mich. Nein, nein, das mache ich nicht.“ Dann ging sie einfach weiter. Als die faule Tochter zum Apfelbaum kam, rief auch er: „Hilfe! Schüttel mich, schüttel mich, die Äpfel sie erdrücken mich!“ Wieder lachte die faule Tochter und rief: „Warum sollte ich dir helfen? Am Ende fällt mir noch ein Apfel auf den Kopf. Nein, nein, das mache ich nicht.“ Sie ging weiter und kam schließlich zum Haus von Frau Holle. Weil sie schon wusste, dass Frau Holle lange Zähne hatte, bekam sie keine Angst. Am ersten Tag war die faule Tochter sehr fleißig, denn sie wollte unbedingt das Gold haben. Aber schon am zweiten Tag wollte sie nicht früh aufstehen sondern lieber ausschlafen. Am dritten Tag schüttelte sie die Kissen von Frau Holle nicht richtig und am -9-
QUELLE ORIGINALTEXT WWW.GRIMMSTORIES.COM/DE/GRIMM_MAERCHEN/FRAU_HOLLE GRAFIK HAHN FREEPIK
die Witwe, -n
eine Frau, die keinen Mann mehr hat, weil er gestorben ist
der/die Brunnen
oft runde Mauer aus Stein, aus dem man früher Wasser geschöpft hat
die Wolle
Material, um Kleidung herzustellen
das/die Missgeschick,-e
Panne, kleiner Fehler
bewusstlos
ohnmächtig
der Backofen/die Backöfen
ein Küchengerät, in dem man Brot oder Kuchen macht/backt
der/die Topfhandschuh, -e
ein Handschuh, mit dem man heiße Dinge, z. B. Töpfe anfassen kann, ohne sich zu verbrennen
schütteln
etwas sehr schnell hin und her bewegen
erdrücken
zu viel Gewicht, das auf etwas oder jemandem ist/liegt und es/ihn/ sie kaputt macht
gucken
sehen, schauen, beobachten
Frau Holle
Name der alten Frau; das Wort „Holle“ kommt vielleicht von dem alten Wort „Holler“, das bedeutet „Holunder“ und ist eine Pflanze
Angst überwinden
etwas machen, obwohl man Angst davor hat
schimpfen
bestrafen, zurechtweisen; sagen, dass jemand etwas falsch gemacht hat
das Heimweh
Sehnsucht nach Zuhause
sich beklagen
sich beschweren, jammern
krähen
das Singen und Kreischen, das ein Hahn macht
Kikerikii, kikerikiii, unsere Goldmarie ist wieder hie!
ein Reim: „Kikeriki“ ist das Geräusch, das ein Hahn macht; „Goldmarie“ wird die fleißige Tochter genannt, weil sie voller Gold ist und Marie ist der Name für ein Mädchen; „hie“ bedeutet „hier“
stechen
pieksen
abwischen
mit einem Tuch sauber machen
das Pech
klebrige, schwarze Masse aus Teer
schadenfroh
wenn man sich freut, wenn jemand anderem etwas Schlechtes passiert
Kikerikii, kikerikiii, unsere Pechmarie ist wieder hie!
ein Reim, ähnlich wie oben: „Pechmarie“ wird die faule Tochter genannt, weil sie voller Pech ist und Marie ist wieder der Name für ein Mädchen
KOMPASS
INFOS, TIPPS & TERMINE IN STUTTGART
Von Hefezopf und Baklava
Geschichten aus der neuen und alten Heimat – das hört sich interessant an! Sprach- und Begegnungscafé für Frauen, Stadtbibliothek, Mailänder Platz 1, 70173 Stuttgart-Mitte, am 19.12. um 10:00 Uhr.
Gerade in einer Zeit, in der es kalt und lange dunkel ist, gibt es viele Veranstaltungen und Events, die Menschen nach draußen locken. Zahlreiche Weihnachtsmärkte, aber auch viele Lichterfeste machen den Winter ein bisschen erträglicher. Also: dicke Socken und warme Jacke anziehen, Handschuhe nicht vergessen und dann raus und die Umgebung entdecken!
Holy Shit Shopping
Ludwigsburger Barock-Weihnachtsmarkt
Stuttgarter Weihnachtsmarkt
Der Stuttgarter Weihnachtsmarkt ist einer der ältesten und größten Weihnachtsmärkte in ganz Europa. Es gibt ihn bereits seit dem 17. Jahrhundert. Über 3,5 Millionen Menschen besuchen ihn jedes Jahr, viele reisen sogar aus dem Ausland dafür an. Der Markt erstreckt sich vom Marktplatz über den Schillerplatz bis zum Schloss- und zum Karlsplatz. Es gibt neben unzähligen Ständen auch einen Antikmarkt, eine kleine Eisenbahn, mit der Kinder fahren können, einen Stall mit Tieren und vieles vieles mehr.
Esslinger Mittelaltermarkt und Weihnachtsmarkt
In der Esslinger Altstadt wird vor Weihnachten die Uhr um 600 Jahre zurück gedreht – die Stadt befindet sich dann wieder im Mittelalter. Umrahmt von alten Fachwerkhäusern gehen Musikanten, Gaukler, Zinngießer, Besenmacher und viele andere mittelalterliche Handwerker ihrem Beruf nach und bieten ihre Waren an. Man kann im Zuber baden oder sich im Bogenschießen üben, mittelalterliche Tänze lernen oder freche Lieder singen. Es riecht nach Feuer und Kohle, Würzwein und gebratenen Speisen. Ein echtes Erlebnis!
Die barocke Altstadt von Ludwigsburg ist ein hübscher Rahmen für einen besonderen Weihnachtsmarkt. Er ist nicht so groß wie in Stuttgart, aber sehr liebevoll und sorgfältig gestaltet. Schon lange ein echter Geheimtipp!
Altdeutscher Weihnachtsmarkt Bad Wimpfen
Etwas weiter weg, aber auf jeden Fall einen Ausflug am Wochenende wert: Der Bad Wimpfener Weihnachtsmarkt. Ihn gibt es bereits seit 1487. Bad Wimpfen ist eine kleine, sehr alte Stadt mit engen Gassen und hohen Türmen. Der Markt hat immer an den Wochenenden vor Weihnachten geöffnet. Dann entwickelt sich ein buntes Treiben auf den Straßen, alle Gebäude sind hell erleuchtet und schaffen eine unvergleichliche weihnachtliche Atmosphäre
Waiblinger Weihnachtsmarkt
Die illuminierten Fachwerkhäuser in der Waiblinger Innenstadt verbreiten einen besonderen Zauber – hier ist es besonders hübsch und gemütlich! Rund um die liebevoll dekorierte Bühne auf dem Marktplatz gruppieren sich Stände mit verschiedenen Köstlichkeiten.
Christmas Garden
Noch bis zum 06.01. verwandelt sich die Wilhelma jeden Abend in einen leuchtenden Garten. Auf einem etwa zwei Kilometer langen Rundweg können Familien, Freunde und Paare einen wunderbaren Abend voller Entdeckungen im Christmas Garden Stuttgart verbringen. Millionen von Lichtpunkten und Illuminationen tauchen das einmalige Ensemble in ein vorweihnachtliches Glanzmeer, das es so in Süddeutschland noch nicht gegeben hat. Weitere Informationen und Eintrittspreise unter www.christmas-garden.de/stuttgart
Für alle Auf-den-letzten-Drücker-Käufer gibt es beim Kunst- und Designmarkt Holy Shit Shopping im Römerkastell in Bad Cannstatt das heißeste Zeug direkt vor der großen Bescherung zu erstehen. Fair produzierte Kleidung, handbemalte Keramik und weitere schöne Dinge tummeln sich auf den Verkaufstischen der Jungdesigner, die aus ganz Deutschland kommen. Um das Indoor-Weihnachtsmarkt-Erlebnis perfekt zu machen, legen DJs den passenden Soundtrack auf. Am 22. und 23.12., 12:00 bis 20:00 Uhr, Phoenixhalle, Naststr. 45, 70376 Stuttgart-Bad Cannstatt
WinterdörfLE Leinfelden-Echterdingen
Einer der größten Biergärten der Region verwandelt sich zum WinterdörfLE. Wer von Weihnachtsmarkt, Engeln und Lebkuchen genug hat, ist hier genau richtig. Im Schwabengarten in Leinfelden-Echterdingen gibt es noch bis Ende Januar alpenländischen Hüttenzauber, Musik, Lagerfeuer und Eisstockschießen. Eisstockschießen? Schießen mit Stöcken aus Eis? Was kann das sein? Findet es heraus im WinterdörfLE!
Flohmärkte
Es kann draußen noch so kalt sein – Flohmarkt geht immer! Am 22.12. ist wieder Flohmarkttag. Wer bis dahin noch kein Geschenk gefunden hat, findet es vielleicht auf dem Flohmarkt. Unter anderem auf dem Karlsplatz in Stuttgart, in Fellbach auf dem Kaufland-Parkplatz, am Autokino Kornwestheim oder in Kirchheim/Teck am Güterbahnhof. Und wer ein Weihnachtsgeschenk nach den Feiertagen am liebsten gleich wieder loswerden möchte, kann es am 29.12. an derselben Stelle verkaufen.
In unserer Reihe stellen wir klassische Bücher vor, die tief in den Köpfen vieler Menschen in Deutschland verankert sind – und die vielleicht mehr über dieses Land und dessen Bewohner*innen aussagen – als man denken würde.
Keine Angst - die wollen nur gelesen werden!… BUCHREZENSION
MARGAUX METZE
TITEL: Homo faber. Ein Bericht AUTOR: Max Frisch Das Buch: Der Roman »Homo faber. Ein Bericht« vom Schweizer Autor Max Frisch wurde im Jahr 1957 veröffentlicht. Die Hauptfigur ist Walter Faber. Er ist ein Ingenieur mit einem sehr rationalen Weltbild. Durch Wissenschaft und Technik glaubt er, alles im Leben erklären zu können. Es geschehen aber tragische Ereignisse in seinem Leben, die er sich wissenschaftlich und logisch nicht erklären kann. Daraufhin stellt er sein rationales Weltbild infrage. Die Auswirkungen von Technik und Fortschritt auf unsere Gesellschaft sind heute immer noch sehr aktuelle Themen. Daher wird der Roman heute noch in den meisten Schulen im Deutschunterricht gelesen. Der Roman wurde in über 40 Sprachen übersetzt. Inhalt: „Ich glaube nicht an Fügung und Schicksal, als Techniker bin ich gewohnt, mit den Formeln der Wahrscheinlichkeit zu rechnen“, sagt Walter Fa-
ber. Er ist Ingenieur bei der UNESCO und glaubt an die Welt der Technik. Auch die Notlandung seines Flugzeuges in der Wüste und der Selbstmord seines Freundes Joachim bringen Faber nicht von seinen Überzeugungen ab. Doch seine Einstellung verändert sich, als er der jungen Frau Sabeth begegnet. Er verliebt sich in sie. Die beiden reisen zusammen durch Südeuropa. Als sie in Griechenland ankommen, wo Sabeths Mutter und auch Fabers Jugendliebe Hanna lebt, passiert etwas Tragisches: Sabeth stirbt, und Faber erfährt von Hanna, dass er der leibliche Vater von Sabeth ist. Ist das ein Zufall oder doch Schicksal? Im zweiten Teil des Romans liegt Faber mit starken Magenschmerzen in einem Krankenhaus in Athen. Er hat inzwischen seinen Job als Ingenieur gekündigt, um mit Hanna in Griechenland zu leben. Durch den Tod seiner Tochter hat sich Faber von der technischen Welt entfernt und sich seinen Gefühlen zugewandt. Kurz vor der Magenoperation endet Fabers Bericht.
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Homo faber von Max Frisch erschienen z. B. im Suhrkamp Verlag, Taschenbuch, 208 Seiten, Euro 8,00 ISBN 3518368540 oder kostenlos online lesen unter http://www.durov.com/study/Frisch_ Max_-_Homo_Faber-601.pdf
rational
realistisch, vernünftig, sachlich
infrage stellen
anzweifeln, misstrauen
die Fügung, -en
Vorherbestimmung
das/die Schicksal, -e
Vorherbestimmung
die Wahrscheinlichkeit, -en
Grad von Möglichkeit
UNESCO
eine internationale Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur
die Notlandung, -en
vorzeitige Landung aufgrund einer Notsituation
MARKTPLATZ
STELLENANGEBOTE IN STUTTGART UND UMGEBUNG Young Professional Projektmanager (m/w)
Anforderungen: Deutsch C1, Erfolgreich abgeschlossenes Bachelor- oder Masterstudium im Bereich Bauwesen, Immobilienmanagement, Architektur oder Wirtschaftsingenieurwesen, Erste Berufserfahrung durch Praktika oder Werkstudententätigkeiten, Freude am eigenverantwortlichen Arbeiten, Teamgeist, schnelle Auffassungsgabe, analytisches und vernetztes Denken, Einsatzbereitschaft, Ideenreichtum und Flexibilität Aufgaben: Aktive Steuerung und Kontrolle der Termine, Kosten und Gebäudequalitäten repräsentativer Bauvorhaben, Vielfältige Aufgaben in den Bereichen Projektmanagement, Technische Beratung sowie Controlling im Bau befindlicher Gebäude, Einbindung in spannende Projekte verschiedenster Branchen wie Automotive, Healthcare, Öffentliche Hand und Privatwirtschaft, Übernahme von Verantwortung durch zahlreiche Entwicklungschance Ort: Stuttgart Kontakt: stuttgart@social-bee.de
Werkstatthelfer (m/w)
Anforderungen: Deutsch A2/B1, Affinität zu KFZ, Führerschein wäre gut (muss aber nicht sein), Schleiferkenntnisse von Vorteil Aufgaben: Helfertätigkeit, Schleifer Tätigkeit oder KFZ Mechaniker Ort: Stuttgart Kontakt: stuttgart@social-bee.de
Wir sind eine Gruppe von jungen geflüchteten Frauen und Männern in Stuttgart und Umgebung.
Softwareentwickler (m/w)
Anforderungen: Deutsch C1, Englisch B2, abgeschlossenes Studium der Informatik/ Wirtschaftsinformatik oder vergleichbare Ausbildung, Erfahrung in Entwicklung von Web Anwendungen (Java, ggf. Spring), gute Kenntnisse in HTML, CSS und Javascript, Erfahrung in Sencha/Ext JS von Vorteil, SQL-Kenntnisse, vorzugsweise Microsoft SQL-Server, analytische und konzeptionelle Stärke Aufgaben: Neuentwicklung von Java-Applikationen, Planung, Konzeption und Implementierung der Software, Fehlermanagement, Wartung und Dokumentation bestehender Systeme, Evaluierung neuer Technologien Ort: Stuttgart Kontakt: stuttgart@social-bee.de
Wir erzählen von unseren Wegen. Wir möchten andere Geflüchtete motivieren, aktiv zu werden und ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen. Wir suchen dich und freuen uns auf deine Unterstützung! sandra.scotti@ausbildungscampus.org | martin.rubin@arrivalaid.org
Produktionshelfer (m/w)
Anforderungen: Deutsch sehr gutes A2-B1, handwerkliches Geschick, Schichtbereitschaft Aufgaben: Helfertätigkeiten in der Produktion mit Blechen und deren Montage, Bohren, Stanzen, Werkzeuge bereitlegen Ort: Ditzingen Kontakt: stuttgart@social-bee.de Ein gemeinsames Projekt vom Ausbildungscampus und von ArrivalAid
Küchenhilfe (m/w)
Anforderungen: Deutsch A2, motiviert und sorgfältig Aufgaben: Arbeit in der Küche, vorbereiten von Speisen und Getränken Ort: Stuttgart Kontakt: stuttgart@social-bee.de
Servicetechniker (m/w)
Anforderungen: Deutsch B1, Elektriker, Schlosser, Installateur oder Techniker als Vorbildung, Führerschein erwünscht Aufgaben: Wartung, Reparatur, Service beim Kunden, viel mit dem Auto unterwegs Ort: Leinfelden-Echterdingen Kontakt: stuttgart@social-bee.de
Lager-/Eventlogistiker (m/w)
Anforderungen: Deutsch mind. B1, Führerschein Klasse B, handwerkliches Geschick, höfliches Auftreten, Flexibilität Aufgaben: Essen und Equipment auf Veranstaltungen bringen und auf- und abbauen Ort: Stuttgart Kontakt: stuttgart@social-bee.de
Montagehelfer (m/w)
Du bist neu in Deutschland? Du hast eine Idee und möchtest ein Unternehmen gründen? Wir unterstützen dich um deine Idee zu realisieren.
Anforderungen: Deutsch A2, Bereitschaft für 2 Schichten (Früh- und Spätschicht), Vorerfahrung von Vorteil, aber kein muss Aufgaben: Gegenstände verpacken, verschiedene Einzelteile zusammenbauen, bedienen von Produktionsmaschinen Ort: Winnenden Kontakt: stuttgart@social-bee.de
Was wir machen SINGA Business Lab ist ein fünf monatiges Startup Programm für Neuankommer mit Fluchtoder Migrationshintergrund die in Deutschland ein Unternehmen gründen möchten. Wir bieten Workshops, Mentoring, Coaching und Netzwerkzugang um deine Idee Wirklichkeit werden zu lassen.
Schweißer (m/w)
Anforderungen: Deutsch mind. A2, Erfahrung im Schweißen (kein Schweißerschein erforderlich) Aufgaben: Hilfskraft im Bereich Schweißen, einfache Schweißarbeite, Vorbereiten der Bleche Ort: Ditzingen Kontakt: stuttgart@social-bee.de
Für wen Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund, mit Sprachkenntnissen auf einem B1-Niveau in Deutsch oder Englisch und mit guten Kenntnissen der jeweils anderen Sprache. Motiviert ihr eigenes innovatives Unternehmen mit ihrer eigenen Projektidee aufzubauen. Engagiert mit mindestens 20h pro Woche an ihrer Idee zu arbeiten.
Verkäufer (m/w)
Anforderungen: Deutsch B1, Erfahrung im Verkauf, Schichtbereitschaft, Fit im Kopfrechnen, weibliche Bewerber bevorzugt, Freundliches und gepflegtes Erscheinungsbild Aufgaben: Verkauf und Lager im Lebensmittelmarkt, Kasse, Kundenkontakt Ort: Stuttgart Kontakt: stuttgart@social-bee.de
Interesse? Melde dich jetzt an und werde informiert sobald du dich für das SINGA Business Lab Programm im Sommer 2018 bewerben kannst: https://bit.ly/2E85MHP
Konstrukteur/Technischer Zeichner (m/w)
Anforderungen: Sehr gute Deutschkenntnisse, Englisch von Vorteil, Abgeschlossenes Studium (Maschinenbau, Konstruktion, Technisches Zeichen oder Feinwerktechnik), CAD-Kenntnisse, Teamfähigkeit Aufgaben: CAD-Arbeit, Arbeit mit verschiedenen Software und Datenbanken ( zum Beispiel: Autodesk Inventor 2017, Datenbank ATLAS 900), enge Kooperation mit externen Dienstleistern Ort: Stuttgart-Möhringen Kontakt: stuttgart@social-bee.de
Kontakt: singabusinesslab.de | facebook.de/singabusinesslabstuttgart | peter@singa-deutschland.de
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MARKTPLATZ
WEITERE ANGEBOTE IN STUTTGART UND UMGEBUNG ArrivalAid Anhörungsbegleitung Seit über einem Jahr bereiten von ArrivalAid ausgebildete ehrenamtliche Helfer in Stuttgart Geflüchtete auf ihre Anhörung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vor.
Dezernat II Internationales – Welcome Campus
Das Programm ist keine Rechtsberatung. Zielsetzung ist, Geflüchtete über die Anhörung aufzuklären. Die Beratung ist für Geflüchtete kostenlos. Wenn Sie Interesse an einer Beratung haben können Sie sich ganz einfach über unser Online-Formular anmelden unter www.arrivalaid-stuttgart.org
Welcome Campus der Universität Stuttgart Die Universität Stuttgart hat mit Welcome Campus eine Koordinationsstelle für studieninteressierte geflüchtete Menschen eingerichtet, die ihnen die (Wieder-)Aufnahme eines Studiums erleichtern soll. Die Schwerpunkte liegen in der persönlichen Beratung sowie der Koordination von Projekten, durch die Geflüchtete integriert und gefördert werden. Das Angebot wird stetig ausgebaut und soll so die möglichst rasche und reibungslose Integration geflüchteter Menschen in den Universitätsalltag ermöglichen.
Begleitung von Geflüchteten während der Asylklage durch ArrivalAid
Nähere Informationen für studieninteressierte Geflüchtete: www.uni-stuttgart.de/ studium/beratung/ fluechtlinge
Im Rahmen der ArrivalAid-Anhörungsbegleitung unterstützen wir auch Geflüchtete, die gegen einen negativen Bescheid des Bundesamts Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht haben. Dieses Programm ist keine Rechtsberatung. Ebenso vermittelt ArrivalAid keine Anwälte. Zielsetzung ist, Transparenz über den weiteren Fortgang des Asylverfahrens herzustellen und Geflüchtete bestmöglich auf die Kooperation mit ihren Rechtsbeiständen vorzubereiten.
Beratung: Der Welcome Campus bietet wöchentliche Sprechstunden. Dort erhalten studieninteressierte Menschen mit Fluchthintergrund in persönlichen Beratungsgesprächen Informationen
Die Beratungsleistung ist für Geflüchtete kostenlos und wird von speziell qualifizierten ehrenamtlichen Helfern durchgeführt.
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zur (Wieder-)Aufnahme eines Studiums zu Sprachkursen zu Förderangeboten zur Hochschullandschaft Deutschlands zu interkulturellen Aktivitäten der Universität Stuttgart • auch ehrenamtlichen Begleitern steht dieses Angebot offen.
Wenn Sie Interesse an einer Beratung haben können Sie sich ganz einfach über unser Online-Formular anmelden unter www.arrivalaid-stuttgart.org
IntegrAid
Für eine persönliche Beratung können Sie in die offene Sprechstunde kommen oder per E-Mail einen Beratungstermin vereinbaren. Offene Sprechstunde: Montags 13:30 - 15:30 Uhr Internationales Zentrum der Universität Stuttgart, Pfaffenwaldring 60, 70569 Stuttgart (Campus Vaihingen) E-Mail: welcome.campus@uni-stuttgart.de Facebook: https://www.facebook.com/ WCUStuttgart/ (@WCUStuttgart)
IntegrAid ist ein Personalentwicklungsprogramm für Mitarbeiter mit und ohne Fluchthintergrund, das speziell für Unternehmen entwickelt wurde. Die Inhalte sind für die unterschiedlichen Bedürfnisse von Geflüchteten, Personalabteilungen und angestammten Mitarbeitern konzipiert und individuell kombinierbar. Parallel steht den Teilnehmern ein telefonischer Experten-Helpdesk sowie die laufende Unterstützung durch ArrivalAid-Mitarbeiter zur Verfügung. Sie haben Interesse oder benötigen weitere Informationen? Schreiben Sie uns: info@arrivalaid.org
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WAS IST ARRIVALAID?
ArrivalAid gemeinnützige UG (haftungsbeschränkt) Herausgeber: David J. Offenwanger und David Prochnow
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Weitere Informationen zu unseren Programmen finden Sie unter www.arrivalaid.org
Redaktion: David J. Offenwanger Ringseisstraße 11a 80337 München info@arrivalaid.org Tel.: 089 / 5587 1688 Fax: 089 / 20205365 Die Gesellschaft ist beim Amtsgericht München HRB 219221 eingetragen.
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ARRIVALAID STANDORTE:
ArrivalAid ist eine gemeinnützige Organisation zur Unterstützung von Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund. In verschiedenen eigenständigen Programmen arbeiten wir in den Bereichen Asyl, Integration und Arbeitsmarktzugang. ArrivalAid gibt es bislang in München, Stuttgart, Köln, Düsseldorf und Frankfurt.