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Ausgabe 10/2018 Stuttgart

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Verkehr in deutschen Städten Unser Schwerpunktthema in dieser ArrivalNews-Ausgabe

WWW.ARRIVALAID.ORG

ZEITUNG FÜR NEUBÜRGER*INNEN

AUSGABE STUTTGART 10/2018

Alles Öko oder was? TEXT ANJA SCHMIDT

Noch ein Beispiel dafür, dass Deutsche sehr umweltbewusst sind: der Konflikt um den „Hambacher Forst“ in der Nähe von Köln. Dort demonstrieren Umweltschützer*innen für einen Wald — den

Das größte Problem für das Klima ist das schädliche Gas Kohlenstoffdioxid (CO2). Um den Klimawandel zu stoppen, muss die Menschheit weniger CO2 ausstoßen. Aber leider wird weltweit jedes Jahr immer mehr CO2 durch Menschen produziert. Und auch in Deutschland sieht es nicht anders aus: Der CO2-Ausstoß wird jedes Jahr mehr und nicht weniger. So „öko“,

wie man denkt, sind die Deutschen also nicht. Doch woran liegt das? Was machen die Deutschen beim Umweltschutz falsch? Viele Wissenschaftler*innen sagen: Das Problem ist nicht der Konsum oder die Elektrizität. Das Hauptproblem ist die Mobilität, also wie wir z. B. reisen. Ob ein Mensch klimafreundlich lebt, hängt davon ab, welche Verkehrsmittel er benutzt: Fliegt er viel mit dem Flugzeug oder verreist er gerne mit dem Kreuzfahrtschiff?

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ie Grünen sind keine Ein-Themen-Partei. Aber ihr wichtigstes Thema ist Umweltschutz. Den Deutschen ist der Umweltschutz und der Klimaschutz sehr wichtig. Deswegen sind Die Grünen bei den Wähler*innen so beliebt. Viele Deutsche wählen daher nicht nur die Partei Die Grünen, sondern sie versuchen auch, umweltbewusst zu leben. Vielen Deutschen ist es zum Beispiel sehr wichtig, Müll zu trennen: Papier kommt in die blaue Tonne, Bioabfall in die braune Tonne. Plastik, Dosen und Glas werden nochmal extra getrennt. Und auch beim Essen kann man erkennen, dass viele Menschen umweltbewusst leben. Immer mehr Menschen kaufen gerne Bio-Lebensmittel ein. Es gibt immer mehr Bio-Supermärkte wie Alnatura, VollCorner oder Denn’s. Und auch bei Aldi und Lidl gibt es inzwischen Bio-Lebensmittel zum kleinen Preis.

„Hambacher Forst“. RWE, ein großer Energieproduzent, möchte den Wald roden. Das Unternehmen will Braunkohle für seine Kohlekraftwerke gewinnen. Das Verbrennen von Kohle ist aber sehr schädlich für die Umwelt, das Klima und für die Menschen. Deswegen sind die Demonstrant*innen dagegen. Bei einer Umfrage sagten etwa 66 % der befragten Deutschen, dass sie gegen die Rodung des Waldes sind. Das zeigt: das Thema Umweltschutz ist vielen Menschen sehr wichtig. Nicht nur den Bürger*innen, die „grün“ wählen. Auch viele Deutsche, die andere Parteien wählen, denken: Umwelt- und Klimaschutz sind wichtig. Der Schutz unserer Erde ist eines der wichtigsten Themen unserer Zeit. Der Klimawandel führt schon heute zu extremen Wetterphänomenen auf der ganzen Welt. In Asien gibt es zum Beispiel viele Überschwemmungen und in Afrika viele Dürren. In vielen Gebieten führen die Wetterextreme dazu, dass Menschen zu wenig Nahrung haben. Oder viele Gebiete werden unbewohnbar. Auch in Deutschland werden die Sommer immer heißer und trockener. Dieses Jahr hatten deswegen auch hier die Landwirte*innen schlechte Ernten.

CO2 pro Person

 

sie oft mit dem Flugzeug. Und sie fliegen gerne weit weg, zum Beispiel nach Asien oder Südamerika. Auch wenn sie energiesparsam leben, Müll trennen und viel Fahrrad fahren — ihre CO2-Emissionen sind sehr hoch. Deswegen kann man sagen: Viele Deutsche denken umweltbewusst und möchten das Klima schützen. Aber sie leben nicht umweltbewusst oder klimafreundlich. Das heißt nicht, dass Mülltrennen oder Energiesparen unwichtig sind. Es ist gut, dass viele Menschen in Deutschland versuchen, umweltfreundlich zu leben und versuchen, etwas gegen den Klimawandel zu tun. Aber sie sollten sich eingestehen: Nur, wenn sie wesentlich weniger fliegen, ist ihr Leben klima- und umweltfreundlich.

Flu

Die Partei Die Grünen war die große Gewinnerin der bayerischen Landtagswahl am 14. Oktober. Sie bekamen 17,5 % der Stimmen. Auch im restlichen Deutschland ist die Partei derzeit sehr beliebt. Wenn nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, würden ca. 19 % der Wähler*innen die Grünen wählen.

GRAFIK MARION BLOMEYER

Ein Mensch in Deutschland verursacht durch das Benutzen von Strom im Jahr durchschnittlich 0,8 Tonnen CO2-Emissionen. Ein Flug von Frankfurt nach New York verursacht pro Person aber schon 3,65 Tonnen CO2-Emissionen. Das bedeutet: Egal wie umweltbewusst jemand zu Hause lebt, wenn er oder sie dann in den Urlaub fliegt, ist das Verhalten nicht mehr klimafreundlich. Das ist ein großes Problem, denn immer mehr Menschen wollen mit dem Flugzeug in den Urlaub fliegen. 2017 haben die Deutschen 5,1 % mehr Flugreisen gemacht als 2016. Eine Studie des Umweltbundesamtes zeigt: Deutsche mit großem Umweltbewusstsein fliegen sehr gerne und viel. Sie wählen vielleicht die Partei Die Grünen, kaufen im Bio-Supermarkt ein und trennen ihren Müll. Aber in den Urlaub fliegen -1-

die Braunkohle

ein Heiz- und Brennstoff, der aus der Erde kommt

das/die Kohlekraftwerk, -e

eine Anlage, die Kohle verbrennt und dadurch Strom erzeugt

der Klimawandel

die Veränderung des Klimas durch den Menschen

das/die Wetterphänomen, -e

hier: extreme Arten von Wetter, z. B.: Stürme, Dürren, Hagel, Regen

die Überschwemmung, -en

viel Wasser aus Flüssen oder Regen, das z. B. Städte oder Äcker bedeckt

die Dürre, -en

eine sehr lange Zeit ohne Regen

die Landwirte*innen

Bauern; Menschen, die Tiere halten und Nahrungsmittel anbauen

CO2

ein Gas, das vor allem durch die Verbrennung von Kohle, Erdöl und Gas entsteht, z. B. durch den Betrieb von Autos oder Kohlekraftwerken

ausstoßen

produzieren; hier: ein Auto stößt viel CO2 aus

der Konsum

das Kaufen von vielen unterschiedlichen Waren und Dienstleistungen

öko

kurz für: ökologisch; umweltverträglich; umweltbewusst

derzeit

jetzt, heute

die Elektrizität

Strom; elektrische Energie

die Ein-Themen-Partei

eine Partei, die hauptsächlich ein Thema behandelt und diskutiert

die Mobilität

Beweglicheit; z. B. von einem zum anderen Ort fahren oder fliegen

der Umweltschutz

Naturschutz; Maßnahmen, die z.B. Wälder, Flüsse oder das Klima schützen vor dem Menschen

das/die Kreuzfahrtschiff, -e

ein sehr großes Schiff, auf dem viele Touristen Urlaub machen

das Klima

typische Wetterverhältnisse an einem Ort über das Jahr; z.B. heißes Klima in einer Wüste

die Tonne, -n

eine Maßeinheit, entspricht 1.000 kg

energiesparsam

wenig Energie verbrauchen

eingestehen

zugeben/akzeptieren

wesentlich

sehr deutlich/bemerkbar

umweltbewusst

jemand achtet darauf, die Umwelt nicht zu schädigen

die Bio-Lebensmittel

Nahrung, die natürlich hergestellt wurde

demonstrieren

öffentlich eine Meinung deutlich machen; an einer Demonstration teilnehmen

der/die Energieproduzent, -en ein Unternehmen, das Strom herstellt und verkauft roden

Bäume fällen und ihre Wurzeln entfernen

GRAFIK FLUGZEUG FREEPIK


GOOD NEWS, EVERYONE...!

NEUE SERIE

In den letzten Jahren begegneten die europäischen Gesellschaften vielen Herausforderungen durch Migration. Viele Menschen, Medien und Politiker*innen diskutieren oft sehr aufgeheizt und emotional. Mit der neuen Serie “Good News, Everyone...!” möchten wir Erfolgsgeschichten aus unserer Arbeit erzählen und Einblicke geben, was Neubürger*innen mit ein wenig Hilfe erreichen konnten. Ab jetzt heißt es monatlich: Gute Nachrichten für alle!

Endlich weiterstudieren: Walids Weg zum Masterstudium INTERVIEWERIN SOFIE CALHEIROS

I N T E RV I E W PA R T N E R WA L I D S O U S A

FO TO PRIV AT

 

W

alid kommt ursprünglich aus Palästina und ist im Juli 2015 nach Deutschland gekommen, um hier einen Master zu studieren. Die letzten drei Jahre hat er die deutsche Sprache und Kultur kennengelernt. Seit Oktober 2018 studiert er in Ansbach den Master „Multimediale Information und Kommunikation – MIK“. Er ist seinem Traum ein Stück näher gekommen: Eines Tages möchte er im Bereich Film oder Dokumentarfilm arbeiten. Wir haben mit ihm darüber gesprochen, wie es für ihn war, in Deutschland anzukommen. Und darüber, welche Tipps er für Menschen hat, die hier studieren wollen.

SOFIE: Seit wann bist du in Deutschland und wie bist du hierhergekommen? WALID Ich bin im Juli 2015 nach Deutschland gekommen. In Palästina habe ich den Bachelor „Media and Mass Communication“ studiert. Danach habe ich ein Jahr lang eine Schulung in Kooperation mit dem deutschen Rundfunksender „Deutsche Welle“ gemacht. Die Trainer waren Deutsche. Die Schulung bestand aus vielen Kursen zum Thema Radio und Fernsehen. Die Kurse waren auf Arabisch, meiner Muttersprache, und auf Englisch. In Palästina ist Deutschland ein Vorbild für ein „gutes“ Land. Nicht, weil es reich ist, sondern weil Deutschland es geschafft hat, sich nach dem Zweiten Weltkrieg wieder komplett aufzubauen. Ich wollte immer in einem Land wie Deutschland leben. Mein Cousin aus Kanada hat mir mit dem Visum geholfen. Ich bin über Jordanien eingereist, denn als Palästinenser ist es verboten, über Israel nach Deutschland zu kommen.

ursprünglich

wie es am Anfang war

multimedial

verschiedene Medien wie Fernseher, Radio, usw.

der/die Dokumentarfilm, -e

Film, in dem die Realität erklärt wird, meist ohne Schauspieler und Drehbuch

die Schulung, -en

Kurs, Workshop

der/die Rundfunksender

Ort, wo aufgenommen wird, was im Radio gesendet wird

Deutsche Welle

Rundfunksender, der vom deutschen Staat finanziert wird und der in 30 verschieden Sprachen sendet

die Muttersprache, -en

die Sprache, die man als Kind gelernt hat

der Zweite Weltkrieg

ein Krieg von 1939 bis 1945, an dem 60 Staaten und mehr als 110 Millionen Menschen beteiligt waren. Ausgelöst wurde der Krieg von Adolf Hitler, dem deutschen Diktator. Er wollte die Macht erst in Europa und dann auf der ganzen Welt übernehmen. Deutschland, Österreich, Japan und Italien haben den Krieg verloren. Deutschland wurde bis 1955 zwischen Russland, Frankreich, England und der USA aufgeteilt. Es dauerte bis 1989, bis Deutschland wieder ein ganzer Staat war.

Was waren die größten Schwierigkeiten für dich hier in Deutschland?

jemanden faszinieren

jemanden beeindrucken, interessieren

Die Sprache natürlich. Als ich ankam, konnte ich kein Wort Deutsch. Dafür konnte ich Englisch. Aber je besser ich Deutsch gelernt habe, desto mehr habe ich mein Englisch vergessen. Meine Kolleg*innen aus dem Deutschkurs konnten die Sprache schon ein bisschen besser verstehen. Ich habe die letzten Jahre intensiv Deutsch gelernt. Inzwischen bin ich zwischen C1 und C2. Ich habe die DSH 2-Prüfung absolviert und bestanden. Mittlerweile merke ich: Deutsche machen auch Fehler, vor allem mit dem Genitiv. Sie sagen „wegen dem“ und nicht „wegen des“ und das ist falsch – ich habe meine Freunde schon korrigiert. Dann gab es auch Probleme mit meinem Visum - ich hatte zwei Jahre Zeit um Deutsch zu lernen und danach sollte ich anfangen zu studieren. Ich hatte schon einen Studienplatz, aber dann hatte ich gesundheitliche Probleme und konnte nicht anfangen. Zum Glück konnte ich eine Lösung finden. Später habe ich einen Studienplatz für einen Masterstudiengang in Bamberg, im Fach „Literatur und Medien“ gefunden. Im April 2018 habe ich damit angefangen. Dieser Studiengang war mir aber zu theoretisch. Deswegen habe ich nochmal gewechselt und studiere jetzt seit Oktober in Ansbach „Multimediale Information und Kommunikation“. Meine größte Angst war, dass ich keine Wohnung finde. Ich habe im Internet einige Vermieter angeschrieben, bin nach Ansbach gefahren und habe die Wohnungen angeschaut. Ein paar Tage später hat mich einer der Vermieter angerufen und gesagt, ich kann das Zimmer haben. Ich war sehr erleichtert! Außerdem habe ich einen Job in einer Bäckerei gefunden, mit dem ich mein Studium finanziere. Eine andere Sache gibt es auch noch, über die ich sprechen will: Ich habe etwas weniger als drei Jahre in München gelebt. In der Zeit hat es ungefähr drei bis vier rassistische Ereignisse gegeben. Und in Bamberg ungefähr acht bis zehn. Bamberg ist eine kleine Stadt, da gibt es nicht so viele Ausländer. In Ansbach ist zum Glück bis jetzt noch nichts passiert.

der Personenverkehr

Verkehr zum Transport von Personen

Ist Deutschland so, wie du es dir vorgestellt hast? Ich wusste schon einiges über Deutschland. Trotzdem war es ganz anders hier, als ich es mir vorgestellt hatte. Die Sprache, die Geräusche, alles. Was mich besonders fasziniert hat, ist der Verkehr: Hier gibt es so viele verschiedene Fahrzeuge gleichzeitig. Busse, Straßenbahnen oder Flugzeuge für den Personenverkehr. In Palästina sieht man nur Flugzeuge für den militärischen Einsatz. Mich hat besonders beeindruckt, dass es hier eine U-Bahn gibt. Das ist wie ein zweites Leben unter der Erde. Was ich auch spannend fand: Hier gibt es so viele Menschen aus anderen Ländern. In Palästina sieht man wenig Touristen. Ich habe hier nicht nur viel über die deutsche Kultur gelernt, sondern auch über viele andere Kulturen. Ich habe Freundschaften geschlossen mit Ägyptern und Syrern. Hier habe ich mehr Menschen aus anderen arabischsprachigen Ländern kennengelernt als in Palästina. Dass in Deutschland Pünktlichkeit wichtig ist, wusste ich schon. Aber manchmal bin ich pünktlicher als die Deutschen! Hier ist es aber auch einfacher pünktlich zu sein, weil man sich auf die Verkehrsmittel verlassen kann.

die Straßenbahn, -en

eine Art Bus, der auf Schienen fährt

der/die Tourist, -en, die Touristin, -nen

ein Mensch der an einen Ort reist um ihn sich anzuschauen

eine Freundschaft schließen

eine*n neue*n Freund*in finden

sich auf etwas/jemanden verlassen können

jemanden Vertrauen können

C1, C2

Sprachniveau nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen in sechs Stufen von A1 (Anfänger) bis C2 (Experten), um zu studieren braucht man C1

DSH 2-Prüfung

Prüfung, die man braucht um an der Universität studieren zu können

etwas/jemanden korrigieren

Fehler durch das Richtige, Bessere ersetzen

der Studienplatz, die Studienplätze

Platz in einem Studiengang

erleichtert sein

Sorgen, die man hatte sind nicht mehr da

rassistisch

jemanden nur wegen seiner/ihrer Hautfarbe oder Religion nicht mögen und ihn/sie deswegen sogar mit Worten oder körperlich angreifen

Was wünschst du dir für deine Zukunft?

sich ein Leben aufbauen

Dass ich mein Studium schaffe, eine Arbeit finde und mir in Deutschland ein Leben auf bauen kann. Mein Traumberuf ist eine Arbeit im Bereich Medien, Film oder Dokumentarfilm. Ich stehe aber lieber hinter als vor der Kamera.

alles zu suchen, was man für ein gutes Leben braucht, z. B. eine Wohnung, einen Job, Freunde, Familie usw.

der/die Traumberuf, -e

Beruf, den man am liebsten machen will

Welche Tipps hast du für Menschen, die in Deutschland leben und studieren möchten? 1. Informiere dich gut über die Stadt und das Land, in dem du leben willst. Und auch darüber, welche Sprachkurse gut sind. 2. Nutze deine Zeit und versuche, so gut wie möglich Deutsch zu lernen. Versuche, mit Deutschen in Kontakt zu kommen. Deutsch ist eine schwere Sprache, schwerer als Englisch zum Beispiel. Danke für das interessante Interview! Sehr gerne!

-2-


LEBEN

Überall Musik!

Es gibt wohl nur wenige Dinge, die uns auf so einfache Weise aufmuntern können und so wichtig sind für Menschen wie Musik. Schon immer spielte Musik eine große Rolle für die Gesellschaft. Im Mittelalter entwickelte sich neben religiöser Musik auch eine weltliche Musikkultur. Die professionelle Ausbildung von Musikern war dann ein Meilenstein in der Anerkennung des Musikers als Beruf. Heute kann man Musik in Universitäten und Hochschulen studieren. Es gibt Studiengänge wie Musikwissenschaft, Musikpädagogik oder Musikmanagement. Aber auch einzelne Instrumente kann man studieren, wie z. B. Klavier, Flöte oder Akkordeon.

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Menschen haben nicht nur eine Leidenschaft für Melodie und Rhythmen. Viele nutzten Musik auch als Medium, um sich persönlich auszudrücken. Oder um zum Beispiel persönliche oder gesellschaftliche Veränderungen und Emotionen in Liedern zu besprechen. Man kann sagen: Musik ist ein Sprachrohr der Gesellschaft. Musik kann fröhlich und traurig machen. Weil Musik uns so stark beeinflusst, nutzen auch Ärzte, Psychologen und Pädagogen die Kraft von Klängen: Musik kann Schmerzen lindern und Erinnerungen wachrufen.

sehr beliebt. Es gibt aber noch viele andere Musikrichtungen, wie Jazz, Soul, RnB, Metal, Punk, Rock, klassische Musik, Pop, Hip Hop, Techno und Schlagermusik. Diese Musikstile haben jeweils verschiedene Unterkategorien. Und das sind nur ein paar von mehreren Millionen Musikstilen auf der Welt. Musik ist ein großes Thema. Deshalb werden wir bald in der ArrivalNews eine Reihe starten und verschiedene Musikstile näher vorstellen.

Musik verbindet Menschen, Musik ist international – eine Sprache, die jeder versteht. Überall auf der Welt hören Menschen Musik. Jedes Land hat seine eigene Volksmusik. So gibt es auch Kriegslieder, Heimatlieder und Wanderlieder. Früher waren Musiker vor allem mit ihrer eigenen Kultur verwurzelt. Heute kennen wir alle arabische Melodien, Rhythmen vom afrikanischen Kontinent oder aus Indien. Musik aus unterschiedlichen kulturellen und musikalischen Hintergründen ist weltweit zu hören. Das ist die Globalisierung der Musik. Ein Beispiel ist Reggae. Dieser Musikstil ist in den 1960er Jahren in Jamaica entstanden. In Deutschland ist Reggae seit vielen Jahrzehnten

1

31.10.18

 

allgegenwärtig

es ist überall vertreten; taucht überall auf

der/die Takt, -e

Musik wird durch Takte gegliedert; z. B.: 1-2-3, 1-2-3, 1-2-3, …

der/die Popsong, -s

ein Lied aus der Kategorie Popmusik; viele Songs im Radio sind Popsongs

die Höchstleistung, -en

die höchste Leistung, die ein Mensch erbringen kann

die Kneipe, -n

Bar, Lokal, Gaststätte, in der es alkoholische und nicht-alkoholische Getränke gibt

angenehm

ein positives Gefühl auslösend;

die Atmosphäre, -n

Stimmung

die Melodie, -n

Abfolge von Tönen; z. B.: da-da-da-daaaaa

der/die Club, -s

Lokalität, in der man zu lauter Musik tanzt

die Platte, -n

Kurzform für Schallplatten, Vinyl

aufmuntern

jemandem eine positive Stimmung bereiten

weltlich

das Gegenteil von kirchlich; ohne Bezug zu Gott

der/die Meilenstein, -e

ein wichtiges (Zwischen-)Ziel

die Leidenschaft, -en

starke Begeisterung für etwas oder jemanden

der Rhythmus, die Rhythmen

gleichmäßiger Ablauf (in der Musik)

das Medium, die Medien Mittel zur Kommunikation die Emotion, -en

FOTO FREEPIK

M

usik ist allgegenwärtig: Morgens auf dem Weg zur Arbeit oder in die Schule stecken wir uns Kopfhörer in die Ohren und lassen uns von unserer Lieblingsmusik begleiten. Später beim Kochen in der Küche bewegen wir uns zum Takt der Popsongs aus dem Radio. Beim Sport treibt uns Musik zu Höchstleistungen an. In der Kneipe unterhalten wir uns mit Freunden – im Hintergrund sorgt Musik für eine angenehme Atmosphäre. In Filmen machen Melodien die Szenen zum Beispiel spannend oder romantisch. Eine lange Autofahrt wird mit guter Musik kürzer. Unseren Kindern singen wir abends ein Schlaflied vor. Am Wochenende tanzen wir auf Konzerten zu der Musik von Bands oder in Clubs, wo DJs die ganze Nacht ihre Platten auflegen. Ein schlechter Tag kann mit Musik zu einem guten Tag werden.

TEXT MARGAUX METZE

10:13

C

M

Y

CM

MY

CY

CMY

K

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Gefühl; z. B.: Hass, Freude, Glück, Wut

das/die Sprachrohr, -e

Organ, das die Meinung einer Gruppe verbreitet

der Klang, die Klänge

musikalischer Ton

die Volksmusik

traditionelle Musik eines Volkes

der/die Kontinent, -e

Erdteil; Kontinente sind: Asien, Afrika, Nordamerika, Südamerika, Europa, Antarktis und Australien/Ozeanien

weltweit

überall auf der ganzen Welt

die Globalisierung

zunehmende weltweite Beziehung zwischen Ländern in den Bereichen Wirtschaft, Politik, Kultur usw.

die Unterkategorie, -n

Untergruppe einer Kategorie


DOSSIER

Verkehr in deutschen Städten

TEXT PAUL KUHLMANN

 

FOTO MARION BLOMEYER

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DOSSIER

D

er Verkehr in Deutschland verändert sich. Die Zeit der umweltverschmutzenden Motoren geht ganz langsam vorbei. Es gibt mehr Autos und Fahrräder mit Elektroantrieb. Der Öffentliche Nahverkehr soll günstiger werden. Und durch die Digitalisierung entstehen ganz neue Angebote. Ein Überblick.

Neue Entwicklungen beim Auto „Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung. Ich glaube an das Pferd.“ Das soll vor über hundert Jahren der deutsche Kaiser Wilhelm II gesagt haben. Heute gibt es rund 56 Millionen Autos in Deutschland. Der Kaiser lag wohl falsch. Die Autos haben mehr Pferdestärken (PS) und verbrauchen weniger Benzin als früher. Gleichzeitig kaufen die Menschen in Deutschland immer größere Autos. Besonders in den Städten ist das ein Problem. Sie nehmen mehr Platz auf der Straße und auf den Parkplätzen ein. Einige deutsche Autohersteller haben ihre Autos manipuliert. Die Autos halten die gesetzlichen Grenzen für Abgase nicht ein, aber das hat lange Zeit niemand gemerkt. Durch die vielen Autos ist die Luft in einigen deutschen Großstädten so schlecht, dass Menschen krank werden. Und die vielen Abgase im Verkehr sorgen mit dafür, dass sich das Klima erwärmt. Einige deutsche Gerichte haben jetzt entschieden: Wenn die Luft nicht besser wird, dürfen umweltverschmutzende Autos nicht mehr fahren. Elektroautos sollen die Lösung bringen, da sie beim Fahren kein CO2 ausstoßen. Aber bisher gibt es in Deutschland weniger als 100.000 Elektroautos. Im Vergleich ist das nicht viel. Damit mehr Menschen Elektroautos fahren, bräuchte es mehr Ladestationen an den Straßen. Und die Batterien der Autos müssten stärker sein, damit man lange fahren kann, ohne das Auto aufzuladen. Eine spannende Entwicklung ist auch das Carsharing: Man mietet sich für wenige Minuten oder mehrere Stunden ein Auto. Nach dem Fahren stellt man es wieder ab. Meistens funktioniert das mit Hilfe einer App. Der Verleih ist sehr flexibel und es gibt immer mehr Anbieter. Natürlich braucht man auch für ein Carsharing-Auto einen Führerschein. Einen Führerschein zu machen ist in Deutschland ziemlich teuer. In der Regel kostet das mindestens 1.000 Euro. In den nächsten Jahren wird das autonome Fahren wichtiger werden. Autos brauchen dann keine Fahrer*innen mehr, weil der Computer das Fahren übernimmt.

Zu wenige Bahnen und Busse Mehr Platz fürs Fahrrad

In deutschen Großstädten gibt es viele öffentliche Verkehrsmittel: Busse, Bahnen und Trams. Mit einer App kann man immer das schnellste Verkehrsmittel finden und buchen. Viele Menschen fordern: Die öffentlichen Verkehrsmittel sollten weniger kosten oder komplett kostenlos sein. Das würde bedeuten: Die öffentlichen Verkehrsmittel würden komplett durch Steuergelder der Menschen finanziert. Wenn viele Menschen Busse und Bahnen nutzen, würde die Luft besser. In Städten wie Stuttgart oder München wäre es aber aktuell gar nicht möglich, dass alle Menschen täglich den Bus und die Bahn nehmen. Schon jetzt sind die Bahnen meist überfüllt. Bevor man also die Preise für Bus und Bahn senkt, müsste die Infrastruktur erst wesentlich weiter ausgebaut werden. Natürlich kostet das auch viel Geld. In den meisten Städten und Bundesländern macht die Politik zu wenig für den Ausbau!

Immer mehr Menschen fahren mit dem Rad zur Arbeit oder zum Einkaufen. Dafür gibt es in den Städten Radwege. Zwischen den Städten entstehen Fernradwege. In Dörfern findet man allerdings häufig keine Radwege. Dann muss man auf der Straße neben oder zwischen den Autos fahren. Allgemein ist die Fahrfläche auf den Straßen sehr ungerecht verteilt. Autos haben viel mehr Platz zur Verfügung als Radfahrer oder Fußgänger. Hier gibt es noch viel zu tun in deutschen Städten. Die Stadt München bezeichnet sich selbst als „Radlhauptstadt“, also Hauptstadt des Fahrrads. Keiner weiß, warum die Stadt sich so nennt. Eine wirkliche Fahrradhauptstadt ist Kopenhagen. Das liegt in Dänemark. Dort gibt es wirklich gut ausgebaute Radwege. Sehr viele Menschen nutzen deshalb täglich das Rad, um zur Arbeit zu kommen. Das lohnt sich, denn mit dem Rad ist man in der Stadt häufig schneller am Ziel als mit dem Auto. Man muss nicht lange nach einem Parkplatz suchen und zahlt kein Geld. Radfahren hält sportlich und gesund. Und beim Radfahren wird kein giftiges CO2 ausgestoßen. Wem das Fahrradfahren zu anstrengend ist, der kann sich ein Elektrofahrrad kaufen. Aktuell gibt es über drei Millionen so genannte E-Bikes auf deutschen Straßen. Und die Zahl wächst. Jede*r muss selbst entscheiden, wie er oder sie sich in den Städten fortbewegt. Die Aufgabe der Politik sollte es sein, umweltschonende Verkehrsmittel zu fördern und zu finanzieren. So wird das Leben in den Städten noch besser.

umweltverschmutzend

etwas, das die Natur zerstört

die Digitalisierung, -en

alle Bereiche des Lebens werden digital

die Erscheinung, -en

eine Beobachtung/etwas, was man sehen kann

der/die Kaiser*in, -en

eine Art König*in, der/die über den anderen König*innen steht

manipulieren

etwas verfälschen

die Abgase

Gase, die Fabriken, Autos usw. in die Luft pusten

das CO2 (Kohlenstoffdioxid)

ein Gas, das vor allem durch die Verbrennung von Kohle, Erdöl und Gas entsteht, z. B. durch den Betrieb von Autos oder Kohlekraftwerken

die Ladestation, en

eine Steckdose, die so stark ist, dass man an ihr auch Autos aufladen kann

das Carsharing

man teilt sich ein Auto mit anderen Menschen, die man nicht kennt

autonom

selbstständig

das/die Steuergeld, er

alle Bürger*innen müssen etwas von ihrem Gehalt an den Staat abgeben. Er gibt es dann für bestimmte Dinge, wie Schulen, Krankenhäuser oder Behörden aus. Der Staat steuert dadurch die Verteilung des Geldes.

der/die Fernradweg, e

ein sehr langer Fahrradweg

ausstoßen

etwas kommt aus etwas heraus, z. B. Luft, wenn man atmet

das Elektrofahrrad, die Elektrofahrräder

ein Fahrrad, das auch mit Batterie fährt

umweltschonend

gut für die Natur/Umwelt

FOTOS PIXABAY

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Biologisch-technische*r Assistent*in

FOTO FREEPIK

ARBEIT

Den Dingen auf der Spur

2

0 Jahre schon arbeitete Kommissar Müller bei der Mordkommission. Wie so oft stand er auch diese Nacht wieder im Labor. Von seinem regennassen Mantel troff das Wasser in eine kleine Pfütze vor seinen Füßen. Er hasste seinen Job. Vor ihm lag die verweste Leiche, an der ein junger Mann eifrig mit seinen Instrumenten arbeitete.

dem Programm „Buddys for Refugees“. Das ist ein Programm, bei dem sich deutsche Studierende um Geflüchtete kümmern. Sie helfen ihnen, sich an der Uni und in Deutschland zurecht zu finden. Mein Buddy hat mir erzählt, dass ich auch eine Ausbildung machen kann. Mein Deutsch war noch nicht so gut. Und bei der Ausbildung werden mehr praktische Fähigkeiten vermittelt als bei der Uni. Deshalb hab ich mich für die Ausbildung entschieden.“

„Klarer Fall, Schuss in den Kopf“, sagte Kommissar Müller und zeigte auf das Loch im Schädel des Toten.

Um die Ausbildung beginnen zu können,

„Ja, aber das hat ihn nicht umgebracht“, antwortete der junge Mann und lief zu seinem Computer.

musste sich Hassan bei der Schule bewerben.

„Blödsinn“, brummte Kommissar Müller. Nach 20 Jahren wusste er, wie ein tödlicher Schuss aussieht.

So, wie man sich bei einer Dualen Ausbildung bei einem Unternehmen bewerben muss. „Ich wurde zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen und wurde danach genommen“, erzählt Hassan.

Der junge Mann in dieser kurzen Geschichte ist biologisch-technischer Assistent. Abgekürzt: BTA. Was er macht gehört zu den Aufgaben, die er in der Ausbildung gelernt hat: das Untersuchen von biologischen Prozessen im Labor mit verschiedenen Tests. Zugegeben: nicht jede*r BTA wird eines Tages in einem Kriminallabor arbeiten. BTAs führen viele unterschiedliche Analysen durch. Sie entnehmen z. B. Wasserproben von Flüssen, um die Wasserqualität zu messen. Oder führen Tests an Pflanzen durch. Die Aufgaben sind so vielfältig wie die Stoffe, die in der Natur vorkommen.

Das Besondere an der Ausbildung zur*m biologisch-technischen Assistent*in ist, dass es eine rein schulische Ausbildung ist.

TEXT MARTIN RUBIN

„Vergiftet“, sagte Kommissar Müller verblüfft. „Vergiftet…“

  

„Kommen Sie zum Monitor“, sagte der junge Mann. „Sehen Sie diese Balken? Arsen. Tausendmal mehr als man vertragen kann. Die Person wurde vergiftet.“

Es ist keine Duale Ausbildung. Das bedeutet: Als Azubi hat man keinen Ausbildungsbetrieb. Man geht nur zur Schule. Es gibt verschiedene Schulen in Deutschland, die diese Ausbildung anbieten. Trotzdem gibt es sehr viel Praxis während der Ausbildung. Als Azubi ist man oft im Labor und übt dort die praktischen Abläufe.

An der Schule ist er der einzige Schüler mit Fluchthintergrund. Alle anderen Schüler sind in Deutschland geboren. Hassan kommt gut damit zurecht. „Da gibt es überhaupt keine Probleme“, sagt er. „Alle sind sehr nett und hilfsbereit.“ Hassan geht jeden Tag zur Schule. „Wir fangen um 8 Uhr an. Meistens haben wir Unterricht bis 16 Uhr. Dienstags nur bis 12.50 Uhr. Unterrichtsfächer sind Biologie, Chemie, Physik und Mathematik. Aber auch Sozialkunde, Englisch, Deutsch, Computerkurse und katholische Religion.“ Hassan aus Afghanistan nimmt katholischen Religionsunterricht? Wie ist es denn dazu gekommen? Hassan lacht. „Ich konnte mich entscheiden zwischen katholischer Religion und Ethik. Leider war ich der einzige, der Ethik gewählt hat. Da ich nicht alleine im Unterricht sein wollte, bin ich zu meinen Freunden in den Religionsunterricht gegangen. Im Religionsunterricht lernt man aber auch viel über andere Religionen, Islam, Judentum, Buddhismus. Das ist interessant.“ Die Ausbildung gefällt Hassan sehr gut. „Ich finde es gut, dass man so viel Praxis hat“, berichtet er. „Bei einem Studium ist das nicht der Fall. Wir arbeiten viel im Labor, das macht mir Spaß. Es fällt mir auch leichter als die Theorie. Die Theorie ist schwierig wegen der Sprache. Besonders die Fachbegriffe – die muss man lernen! Da hilft es auch nicht, wenn man schon ganz gut Deutsch sprechen kann.“ Manchmal gibt es aber auch noch ein anderes sprachliches Problem. „Viele Menschen sprechen hier Dialekt“, sagt Hassan. „Ab und zu ist es schwierig für mich, alles zu verstehen. Es kommt mir vor, als würde ich in der Schule noch eine andere Sprache lernen.“

Weil die Ausbildung nur in der Schule stattfindet, verdient man während einer schulischen Ausbildung kein Geld. In manchen Fällen muss man auch Geld an die Schule zahlen. Es gibt aber viele finanzielle Hilfsangebote wie zum Beispiel BAföG, bei dem der Staat ein Darlehen für die Ausbildung gibt.

Grundsätzlich kann Hassan nur jedem empfehlen, eine Ausbildung zu machen. Er erklärt: „Eine Ausbildung ist immer gut! Mit einer Ausbildung hat man eine Zukunft, man lernt etwas. Sie ist Basis für ein gutes Einkommen. Durch die viele praktische Arbeit während der Ausbildung wird man sehr gut auf den Beruf vorbereitet.“

Hassan macht eine Ausbildung als BTA. Er besucht die Berufsfachschule für biologisch-technische Assistenten in Straubing. Hassan kommt aus Afghanistan und hat dort Biologie studiert. Er berichtet, wie er zu der Ausbildung gekommen ist: „Zuerst war ich Gasthörer an der TU München, weil ich in Deutschland Biologie studieren wollte. Meine Zeugnisse aus Afghanistan wurden hier anerkannt. An der Uni hatte ich einen Buddy aus

Deswegen möchte Hassan nach der Ausbildung erst einmal arbeiten. „Am liebsten in einem biologischen Labor“, sagt er. „Der Arbeitgeber ist mir gar nicht so wichtig. Vielleicht werde ich dann parallel zur Arbeit oder später weiter Biologie studieren.“ -6-


ARBEIT

ArrivalNews Interview Hassan absolviert eine Ausbildung als biologisch-technischer Assistent. ArrivalNews hat mit ihm gesprochen. ARRIVALNEWS: Warum hast du dich für diesen Beruf entschieden?

STECKBRIEF

Biologisch-technische*r Assistent*in Mangelberuf in Deutschland: Nein

 Ausbildungsdauer: 2 Jahre oder länger (Zusatzqualifikation)

 Voraussetzungen: Realschulabschluss oder ähnliche Qualifikation

 Schwerpunkte: Unterstützung von Naturwissenschaftler*innen bei der Arbeit: Durchführung und Auswertung von Experimenten und Tests im Labor oder in der Natur, chemische Analysen, Bedienen von Laborinstrumenten. Schreiben von Protokollen, Dokumentation, statistische Auswertungen

HASSAN: Ich habe in Afghanistan Biologie studiert und danach kurz als Biologielehrer gearbeitet. Ich wollte etwas in Deutschland in diesem Bereich machen und bin so zum Ausbildungsberuf des biologisch-technischen Assistenten gekommen. War es schwer, einen Ausbildungsplatz zu bekommen? Für mich war es nicht so schwer. Ich habe bereits ein Biologiestudium absolviert und meine Zeugnisse wurden hier anerkannt. Ich habe mich bei der Berufsfachschule für biologisch-technische Assistenten Straubing beworben, wurde zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen und habe einen Platz an der Schule erhalten. Ist die Ausbildung so, wie du sie dir vorgestellt hast? Was hat dich am meisten überrascht? Ich habe mich vor der Ausbildung informiert und wusste deswegen, was auf mich zukommt. Deswegen hat mich nichts überrascht. Besonders gut finde ich den hohen Praxisanteil, das macht mir sehr viel Spaß. Was ist der schwierigste Teil der Ausbildung? Was fällt dir leicht? Die Sprache ist das Schwierigste. Ich spreche ganz gut deutsch, aber es gibt so viele Fachbegriffe, die ich lernen muss. Dagegen fällt mir die Praxis leicht, ich habe ja bereits ein bisschen Erfahrung aus Afghanistan. Was manchmal schwierig ist, wenn die Lehrer in der Schule Dialekt sprechen. Es gibt viele bayerische Wörter, die ich noch nicht verstehe. Gibt es Probleme, weil du aus einem anderen Land kommst? Nein, überhaupt nicht. Alle in der Schule sind sehr nett und wir verstehen uns gut. Wie sieht ein normaler Schultag aus? Die Schule beginnt immer um 8 Uhr und geht bis 16:30 Uhr. Außer dienstags, da ist um 12:50 Uhr Schluss. Wir haben unterschiedliche Fächer wie Biologie, Physik, Chemie, Mathematik, aber auch Deutsch, Englisch und Sozialkunde. Dazu gibt es viel Zeit für praktische Arbeit im Labor. Was würdest du anderen Geflüchteten raten, die sich auf diesen Beruf bewerben wollen? Auf was sollten sie achten? Sie sollten auf jeden Fall Interesse für Biologie und Chemie haben und in Mathematik und Physik gut sein. Es ist ja eine Ausbildung in Naturwissenschaften. Sie sollten gut Deutsch sprechen. Hilfreich ist auch, so früh wie möglich die Fachbegriffe zu lernen. Die sind sehr wichtig und kommen in der normalen Alltagssprache nicht vor. Dazu kann mich sich vorher Bücher kaufen und dann lernen. Hast du schon Pläne für die Zeit nach der Ausbildung? Ich möchte nach der Ausbildung in einem biologischen Labor arbeiten und vielleicht später noch ein einer deutschen Universität Biologie studieren.

 Das solltest du mitbringen: Interesse an Biologie, Physik, Mathematik, Chemie. Freude am sehr genauen Arbeiten, Beobachten und Kontrollieren. Technisches Verständnis für Laborgeräte

den Dingen auf der Spur

die Wahrheit herausfinden; forschen

der/die Kommissar, -e, die Kommissarin, -nen

hoher Polizeibeamter/hohe Polizeibeamtin

die Mordkommission, -en

Abteilung bei der Polizei, die Morde und Tötungen aufklärt

troff

Vergangenheitsform von „triefen“: wenn Wasser an einem Gegenstand entlang auf den Boden fällt

die verweste, -n Leiche,-n

die Verwesung, verwest: Wenn ein Körper länger tot ist und zerfällt die Leiche: ein toter Mensch

eifrig; der Eifer

mit großer Energie

der/die Schädel

der Knochen, der den Kopf formt

umgebracht; jemanden umbringen

töten

der/die Balken

hier: eine rechteckige Anzeige auf dem Monitor. Normalerweise ein großes, langes, viereckiges Stück Holz, das beim Hausbau verwendet wird

das Arsen

eine tödliche Substanz

vertragen

hier: als es für einen Menschen gesund ist

vergiftet

wenn jemand durch eine tödliche Substanz (=Gift) umgebracht wurde

verblüfft

erstaunt; überrascht

das/die Kriminallabor, -e

ein Labor bei der Polizei

das/die Darlehen

Geld, das man bekommt und erst später zurückzahlen muss

der/die Gasthörer ,-in

wenn jemand Kurse bei einer Universität besucht, aber dort nicht als Student gemeldet ist

katholisch

Katholizismus ist eine christliche Glaubensgemeinschaft; der Papst ist das Oberhaupt der Katholiken*innen weltweit

der/die Fachbegriff, -e

Wörter, die nur in einem bestimmten Beruf benutzt werden

der/die Dialekt, -e

eine lokale oder regionale Art zu reden mit eigener Aussprache, speziellen Wörtern und Redewendungen.

der/die Naturwissenschaftler, -in

eine Person, die im Bereich Mathematik, Biologie, Physik oder Chemie arbeitet

das/die Laborinstrument, -e, das/die Laborgerät, -e

Instrumente, Maschinen und Geräte, die in einem Labor zu finden sind

FOTOS + ICON FREEPIK

-7-


WIR ZUSAMMEN

„Ich verstehe nur Bahnhof “ Deutsche Redewendungen und was sie bedeuten TEXT AMY JOY STARK

I

 

n der deutschen Sprache gibt es vie-

ist die kurze Form von „hinunter“ oder „hinab“. „Runterrutschen“ bedeutet also, etwas hinab zu rutschen. Es ist nicht ganz klar, woher die Redewendung „den Buckel runterrutschen“ kommt. Die bekannteste Erklärung ist: Wenn man eine Person nicht mag, dreht man ihr den Rücken zu. Die Person kann einem dann den „Buckel runterrutschen“. Beispiel: Linda streitet sich mit ihrer besten Freundin. Sie ist sehr genervt und schreit: „Du kannst mir den Buckel runterrutschen!“.

le Redewendungen. Redewendungen

sind eine feste Verbindung von Wörtern oder manchmal ganze Sätze, die eine bestimmte Bedeutung haben. Mit Redewendungen kann man bestimmte Dinge oder

Es gibt viel mehr Redewendungen im Deutschen. Manche sind einfach zu verstehen und machen manchmal auch einfach keinen Sinn. Manche sind aber auch sehr schwer zu verstehen. Sie lassen sich meistens nicht übersetzen. Ein Beispiel: „Genieße das Leben in vollen Zügen“ heißt direkt übersetzt auf Englisch: „Enjoy life in full trains“. Die richtige Bedeutung ist aber: „Enjoy life to the fullest“.

Gefühle ausdrücken. Wenn man Redewendungen kennt, kann man viele Gesprächen auf Deutsch besser verstehen.

Natürlich muss man nicht alle Redewendungen sofort kennen. Als Sprachanfänger mit A1 oder A2 Niveau sind die Redewendungen noch nicht so wichtig. Wenn man aber eine Sprache besser spricht, merkt man, dass Redewendungen sehr häufig verwendet werden. Vor allem im Gespräch mit Freunden oder der Familie. Wenn man diese Redewendungen kennt, ist es einfacher, ein Gespräch zu verstehen und zu führen.

w häufige Redewendungen: 1

„Ich verstehe nur Bahnhof.“ Das bedeutet: Eine Person weiß nicht, wovon gesprochen wird. Beispiel: Anna besucht zum ersten Mal einen Mathematik-Kurs. Sie versteht nicht, was der Lehrer erklärt. Sie denkt: „Ich verstehe nur Bahnhof.“

2

„Ich glaub’ ich spinne!“ Dieser Satz kann entweder sehr positiv oder sehr negativ sein. Man benutzt diese Redewendung, wenn man überrascht ist und etwas nicht glauben kann. Beispiele: (1) Semin ist im Supermarkt. Auf einmal sieht er seinen Lieblings-Fußballer, der auch dort einkauft. „Ich glaub’ ich spinne“, sagt Semin begeistert und fragt, ob er ein Foto machen darf. (2) Liliana möchte mit ihrem Fahrrad in die Stadt fahren. Ihr Fahrrad steht immer vor ihrer Wohnung. Über Nacht hat jemand Lilianas Fahrrad geklaut. „Ich glaub’ ich spinne!“, ruft sie wütend.

3

„Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt!“ Diese Redewendung drückt ebenfalls Überraschung aus und kann sehr positiv oder sehr negativ sein.

4

„Bock haben“ Bock haben bedeutet, auf etwas Lust zu haben. Kein Bock haben bedeutet, etwas gar nicht machen zu wollen. Der Begriff „Bock“ kommt von dem Wort „Bokh“, was „Hunger“ bedeutet. Beispiel: Es regnet. Deswegen möchte Simon nicht in den Biergarten gehen. Er hat viel mehr Lust, ins Kino zu gehen. „Ich habe gar keinen Bock auf Biergarten“, sagt er zu seinen Freunden. „Habt ihr auch Bock, stattdessen ins Kino zu gehen?“, fragt Simon.

5

„Jemandem die Daumen drücken“ Wenn man einer Person Glück wünscht, sagt man, dass man ihr die Daumen drückt. Beispiel: Julia hat einen wichtigen Test in der Schule. Ihr Vater verabschiedet sie und sagt: „Ich drücke dir die Daumen!“, und zeigt ihr seine Fäuste mit gedrückten Daumen.

6

„Fix und fertig sein“ Wenn eine Person sehr müde und erschöpft ist, ist sie fix und fertig. Beispiel: Julien ist zum ersten Mal im Fitnessstudio. Nach einer Stunde tut ihm alles weh. „Ich bin fix und fertig“ keucht Julien. Er braucht erstmal eine Pause, um sich zu erholen.

7

Eine Übersicht über viele verschiedene Redewendungen findet man im DUDEN „Redewendungen“ (ISBN Nummer: 978-3-411-04114-5). Aber auch im Internet kann man die Bedeutung von bestimmten Redewendungen herausfinden.

„Die Nase voll haben“ Diese Redewendung wird verwendet, wenn man nach etwas Zeit keine Lust mehr auf eine Sache hat. Die Redewendung kann auch abgewandelt werden. Z. B. kann man auch sagen: „Ich habe die Schnauze voll“. Schnauze ist ein unhöfliches Wort für Nase. Man kann auch sagen: „Ich habe die Nase gestrichen voll“. Das macht nochmal mehr deutlich, dass man überhaupt keine Lust mehr auf eine Sache hat. Beispiel: Miriam wartet seit drei Wochen auf eine Antwort von ihrer Versicherung. Sie ruft die Versicherung an. Der Mitarbeiter sagt zu Miriam, dass sie noch Geduld haben muss. „So langsam habe ich die Nase voll!“, sagt Miriam wütend und legt auf.

8

„Mir steht das Wasser bis zum Hals“ Wenn eine Person große Schwierigkeiten hat, steht ihr das Wasser bis zum Hals. Meistens geht es dabei um Probleme mit Geld. Beispiel: Tim hat eine eigene Firma. Er musste am Anfang viel Geld für die Miete, die Möbel, die Computer etc. ausgeben. Außerdem muss er jeden Monat das Gehalt für seine Mitarbeiter bezahlen. Leider verdient seine Firma sehr weniger Geld. Er kann die Rechnungen nicht bezahlen. „Mir steht das Wasser wirklich bis zum Hals“ sagt Tim.

der Bahnhof, die Bahnhöfe

der Ort, wo Bahnen/Züge losfahren und ankommen

klauen

eine Sache wegnehmen/stehlen, die einer anderen Person gehört

der Biergarten, die Biergärten

wie ein Restaurant im Freien, wo man Bier und andere Getränke kaufen kann; oft darf man Essen selbst mitbringen

stattdessen

dafür

der/die Daumen

der erste Finger an der Hand

das Gehalt, die Gehälter

das Geld, das eine Person bekommt, wenn sie arbeitet

der/die Mitarbeiter*in

eine Person, die zum Beispiel in einer Firma arbeitet

der/die Keks, -e

eine kleine, gebackene Süßigkeit

der/die Nerv, -en

Nerven sind wie kleine Straßen im ganzen Körper. Auf den "Straßen" werden Informationen/Reize zum Gehirn transportiert. Hier bedeutet der/die Nerv, -en: die Stimmung/wie sich eine Person fühlt

die Wurst, die Würste

ein Nahrungsmittel aus kleinen Stücken Fleisch, zum Beispiel Salami oder Lyoner

der Zug, die Züge

das Ziehen; hier: das (tiefe) Einatmen/Luft holen

9

„Jemandem auf den Keks gehen“ Diese Redewendung benutzt man, wenn eine Person oder eine Sache nervt. „Du gehst mir auf die Nerven“ bedeutet dasselbe wie „Du gehst mir auf den Keks“. Beispiel: Alia und ihr kleiner Bruder Adil gehen zusammen in die Schule. Adil ist schlecht gelaunt. Er ist nicht nett zu Alia und ärgert sie. „Du gehst mir heute echt auf den Keks!“, sagt Alia zu ihm.

q

„Das ist mir Wurst“ Diese Redewendung heißt, dass etwas einer Person egal ist. Beispiel: Leo fragt seine Freundin: „Möchtest du lieber Nudeln oder Reis zum Abendessen haben?“. „Das ist mir Wurst“, antwortet seine Freundin.

w

„Den Buckel runterrutschen“ Das Wort „Buckel“ bedeutet im Deutschen „Rücken“ oder auch „Hügel“, also ein kleiner Berg. Das Verb „runterrutschen“ setzt sich aus den zwei Worten „runter“ und „rutschen“ zusammen. „Runter“ -8-

GRAFIK JUTTA FEGERT


Kinderseite wittchen aufwachte und die Zwerge sah, erschrak sie. Die Zwerge aber waren freundlich und so erzählte Schneewittchen ihnen ihre Geschichte. Die Zwerge sagten: „Du kannst bei uns wohnen. Aber du musst im Haushalt mithelfen. Dann wird es dir hier bei uns gut gehen.“ Schneewittchen war sehr froh und kümmerte sich von nun an um das Haus der Zwerge. Tagsüber war sie alleine. Die Zwerge warnten sie: „Sei vorsichtig! Wenn die Königin erfährt, dass du noch lebst, bist du in großer Gefahr. Lass niemanden in das Haus herein, den du nicht kennst!“

Was ist denn hier passiert ?

Im Schloss fragte die Königin wieder einmal den Spiegel, wer die Schönste im Land wäre. Der Spiegel antwortete:

Es war einmal

eine Königin. Im Winter saß sie gerne am Fenster und beobachtete die Schneeflocken. Eines Tages saß sie wieder einmal am Fenster und nähte. Für einen Moment war sie abgelenkt und stach sich mit der Nadel in den Finger. Drei rote Tropfen Blut fielen in den weißen Schnee. Da dachte sich die Königin: Ach, hätte ich ein Kind, so weiß wie Schnee, so rot wie Blut und so schwarz wie das Holz des Fensterrahmens.

Ein Jahr später bekam die Königin eine Tochter. Die Prinzessin war so weiß wie Schnee, hatte so rote Lippen wie Blut und so schwarze Haare wie das Holz des Fensterrahmens. Der Wunsch der Königin war in Erfüllung gegangen. Die Prinzessin nannte man Schneewittchen. Kurz nach der Geburt von Schneewittchen starb die Königin. Der König war sehr traurig. Nach einem Jahr heiratete er eine andere Frau. Sie war sehr schön, aber auch sehr stolz und eitel. Die neue Königin hatte einen magischen Spiegel. Jedes mal wenn sie sich vor den Spiegel stellte und fragte: „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“ Dann antwortete der Spiegel: „Frau Königin, Sie sind die Schönste im Land.“

Die sieben Zwerge haben im weißen Schnee ihre Kleidung verloren. Male ihnen neue bunte Jacken, Hosen und Mützen, damit sie nicht frieren!

„Frau Königin, Sie sind die Schönste hier, aber Schneewittchen über den Bergen, bei den sieben Zwergen, ist noch tausendmal schöner als Sie.“ Die Königin erschrak. Es konnte nicht sein, dass Schneewittchen immer noch am Leben war. Der Jäger musste sie angelogen haben. Wütend überlegte sie sich, wie sie Schneewittchen selbst umbringen konnte. Sie verkleidete sich als Händlerin und ging in die Berge zum Haus der sieben Zwerge. Sie klopfte an die Tür und rief: „Ich habe gute Sachen. Schnürsenkel in allen Farben.“ Schneewittchen dachte sich, dass diese alte Frau bestimmt nicht gefährlich wäre und ließ sie herein. Sie kaufte einen bunten Schnürsenkel. Aber als die Alte ihr den Schnürsenkel geben wollte, packte sie Schneewittchen blitzschnell und schnürte ihr mit dem Schnürsenkel die Kehle zu. Schneewittchen bekam keine Luft mehr und verlor das Bewusstsein. „Nun bist du die Schönste gewesen“, sagte die verkleidete Königin gehässig und kehrte ins Schloss zurück.

„Frau Königin, Sie sind die Schönste hier, aber Schneewittchen über den Bergen, bei den sieben Zwergen, ist noch tausendmal schöner als Sie.“ „Nein, nein, das kann nicht sein!“, schrie die Königin, „Schneewittchen muss sterben! Nun vergiftete sie einen großen, roten Apfel. Dann verkleidete sie sich und ging ein drittes Mal zum Haus der sieben Zwerge.

Als am Abend die Zwerge nach Hause kamen, sahen sie Schneewittchen am Boden liegen. Einer sah den Schnürsenkel und schnitt ihn durch. Da begann Schneewittchen wieder zu atmen und die Zwerge freuten sich sehr. Als sie jedoch erfuhren, was geschehen war, warnten sie Schneewittchen erneut: „Die alte Händlerin war niemand anderes als die böse Königin. Pass auf dich auf, wenn wir weg sind!“ Schneewittchen versprach es.

„Schöne saftige Äpfel“, rief sie. „Ich darf niemanden hereinlassen und nichts annehmen“, erwiderte Schneewittchen von innen, „die Zwerge haben es mir verboten!“ „Hast du etwa Angst vor einem Apfel?“, lachte die verkleidete Königin, „hier, ich esse die eine Hälfte und du die andere, ich schenke sie dir.“ Die Königin hatte nur den halben Apfel vergiftet. Jetzt schnitt sie ihn in zwei Teile und gab Schneewittchen die vergiftete Hälfte. Sie selbst aß den Teil des Apfels, der nicht vergiftet war. Als Schneewittchen sah, dass die Alte Ein deutsches Märchen nach den Brüdern Grimm den Apfel aß, biss sie herzhaft in ihre Hälfte des Apfels. Doch sobald sie abgebissen hatte, fiel sie bewusstlos auf den Boden. NACHERZÄHLUNG JUDITH KAISER  

Schneewittchen

Die Königin war zufrieden, denn der Spiegel sagte immer die Wahrheit. Die Jahre vergingen und Schneewittchen wuchs zu einer schönen jungen Frau heran. Eines Tages stand die Königin wieder einmal vor ihrem Spiegel und fragte:

GRAFIK KATRIN BOHLINGER

Die Königin eilte ins Schloss zurück und dieses Mal antwortete der Spiegel: „Frau Königin, Sie sind die Schönste im Land!“

„Spieglein, Spieglein an der Wand wer ist die Schönste im ganzen Land?“

Als die Königin im Schloss ankam, ging sie sofort zu ihrem Spiegel. Der Spiegel sagte:

Da antwortete der Spiegel: „Frau Königin, Sie sind die Schönste hier, aber Schneewittchen ist tausendmal schöner als Sie.“ Die Königin erschrak sehr. Sie ertrug es nicht, dass sie nicht mehr die Schönste war. Sie sagte zu ihrem Jäger: „Geh, nimm Schneewittchen mit in den Wald und töte sie!“ Der Jäger gehorchte. Als er aber mit Schneewittchen im Wald war und sein Messer herausholte, da weinte Schneewittchen und flehte: „Bitte, Herr Jäger, lasst mich leben! Ich laufe weg und komme nie wieder zurück.“ Der Jäger hatte Mitleid und ließ sie frei. Als er alleine ins Schloss zurückkehrte, war die Königin zufrieden. Schneewittchen aber irrte durch den Wald. Am Abend kam sie an einem kleinen Häuschen vorbei. Sie ging hinein, um sich auszuruhen. In dem Häuschen war alles sehr klein. Es gab ein Tischlein mit sieben kleinen Tellern, sieben kleinen Löffeln und sieben kleinen Bechern. Es gab auch sieben kleine Bettchen. Schneewittchen war sehr hungrig und durstig. Sie trank aus jedem Becher und aß von jedem Teller. Danach war sie so müde, dass sie sich hinlegen wollte. Aber alle Betten waren zu klein, also legte sie sich quer über mehrere Betten und schlief sofort ein. Als es dunkel wurde, kehrten die sieben Besitzer des Häuschens heim. Es waren die sieben Zwerge, die tagsüber in den Bergen arbeiteten. Sie zündeten sieben Lichter an und als sie sich im Häuschen umsahen, bemerkten sie, dass etwas nicht in Ordnung war. Einer sagte: „Wer hat aus meinem Becher getrunken?“ Ein anderer sagte: „Wer hat von meinem Teller gegessen?“ Und so ging es weiter. Bis der siebte sagte: „Wer schläft in meinem Bettchen?“. Da stellten sich alle sieben um das Bett herum, in dem Schneewittchen schlief. „Oh, was ist denn das? Was für ein schönes Mädchen!“, riefen sie. Und weil sie Schneewittchen so schön fanden, ließen sie sie bis zum nächsten Morgen schlafen. Als Schnee-

„Frau Königin, Sie sind die Schönste hier, aber Schneewittchen über den Bergen, bei den sieben Zwergen, ist noch tausendmal schöner als Sie.“ Da wurde die Königin sehr wütend. Sie verstand nicht, wie Schneewittchen immer noch leben konnte. „Nun“, sagte sie zu sich selbst, „dann muss ich mir etwas Neues ausdenken.“ Am nächsten Tag verkleidete sie sich wieder und ging zum Haus der sieben Zwerge. „Ich verkaufe gute Dinge“, rief sie durch die Fenster ins Haus hinein. „Ich darf niemandem die Türe öffnen“, rief Schneewittchen von innen. „Aber aber“, rief die verkleidete Königin zurück, „ich verkaufe doch nur schönen Schmuck. Hier habe ich eine besonders schöne Haarspange. Die würde dir sicher gut stehen!“ Schneewittchen überlegte. Aber die Haarspange gefiel ihr so gut, dass sie schließlich die Tür öffnete. Sie kaufte die Spange. Als die Königin ihr die Spange jedoch in die Haare steckte, fiel Schneewittchen bewusstlos um. Die Haarspange war vergiftet. Die Königin lachte boshaft und ging zurück ins Schloss. Als am Abend die Zwerge kamen und Schneewittchen auf dem Boden liegen sahen, erschraken sie sehr. Sie entdeckten die Haarspange und zogen sie aus Schneewittchens Haaren. Sofort öffnete Schneewittchen die Augen. Als die Zwerge hörten, was passiert war, schimpften sie Schneewittchen und warnten sie noch einmal davor, irgendjemandem die Tür zu öffnen. Die Königin war mittlerweile wieder im Schloss angekommen und schnurstracks zu ihrem Spiegel gelaufen. Als dieser nun seine Antwort gab, bebte die Königin vor Zorn. -9-

Jetzt endlich war die Königin zufrieden. Als die sieben Zwerge an diesem Abend nach Hause kamen und Schneewittchen wieder einmal am Boden liegen sahen, waren sie sehr traurig. Denn sie konnten nichts finden, keine Haarspange, keine Schnürsenkel und auch sonst nichts. Und so glaubten sie, Schneewittchen sei tot. Sie weinten sehr und bauten Schneewittchen einen Sarg aus Glas. Sie legten den Sarg auf einen Berg und bewachten ihn. Eines Tages kam ein Prinz in die Berge. Er war lange unterwegs und wollte im Haus der sieben Zwerge übernachten. Auf dem Weg sah er den Sarg und Schneewittchen. Als er erfuhr, wer sie war, bat er die Zwerge: „Bitte, lasst mich Schneewittchen mitnehmen. Ich will sie mein Leben lang ehren. Sie ist so schön!“ Die Zwerge hatten Mitleid und gaben ihm den Sarg. Auf dem Weg zum Schloss stolperte jedoch einer der Diener, der den Sarg trug. Der Sarg krachte auf den Boden und das Glas zersprang in tausend Teile. Durch den Aufprall flog der vergiftete Apfel aus Schneewittchens Mund. Kurz darauf öffnete sie die Augen und sagte: „Wo bin ich?“ Der Prinz sagte voller Freude: „Du bist bei mir.“ Und er erzählte ihr die ganze Geschichte. Am Ende sagte der Prinz: „Liebes Schneewittchen, ich habe dich so lieb, komm mit mir in mein Schloss und werde meine Frau!“ Schneewittchen war froh und sie mochte den Prinzen sehr, deshalb ging sie mit ihm. Kurze Zeit später war die Hochzeit. Alle sieben Zwerge waren eingeladen. Der Prinz und Schneewittchen lebten noch lange glücklich und zufrieden und hatten viele schöne Kinder. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute… QUELLE ORIGINALTEXT http://gutenberg.spiegel.de/buch/die-schonsten-kinder-und-hausmarchen-6248/150

Schneewittchen

Name der Prinzessin, das Wort kommt von „Schneeweißchen“, setzt sich also aus den Wörtern „Schnee“ und „weiß“ zusammen

ertragen

aushalten, durchhalten

quer

Gegenteil von längs; nicht gerade

blitzschnell

sehr schnell

das Bewusstsein verlieren ohnmächtig werden, bewusstlos, unabsichtlich umfallen gehässig

voller Hass

etwas gut stehen

etwas sieht gut aus

der Sarg/die Särge

eine Kiste, meistens aus Holz, in die man tote Menschen legt und begräbt


KOMPASS

INFOS, TIPPS & TERMINE IN STUTTGART de Hilfsangebote informieren. Gewalt gegen Frauen ist ein Verbrechen, das niemand erdulden muss und gegen das entscheiden vorgegangen wird!

Christmas Garden

Vom 15.11. bis 06.01. verwandelt sich die Wilhelma jeden Abend in einen leuchtenden Garten. Auf einem etwa zwei Kilometer langen Rundweg können Familien, Freunde und Paare einen wunderbaren Abend voller Entdeckungen im Christmas Garden Stuttgart verbringen. Millionen von Lichtpunkten und Illuminationen tauchen das einmalige Ensemble in ein vorweihnachtliches Glanzmeer, das es so in Süddeutschland noch nicht gegeben hat. Weitere Informationen und Eintrittspreise unter https:// christmas-garden.de/stuttgart

Nacht der Unternehmen

Am 20.11. stellen sich von 14:30 bis 20:00 Uhr verschiedene Unternehmen interessierten Bewerbern in der Liederhalle vor. Die Veranstaltung ist offen für Fachkräfte, Berufseinsteiger oder Hochschulabsolventen. Liederhalle, Berliner Platz 1-3, 70174 Stuttgart-Mitte.

Djembe Trommelworkshop

Du hast noch nie getrommelt? Kein Problem! Der Workshop ist ein guter Einstieg für alle, denn wir lernen nicht nach Noten, sondern mit allen Sinnen! Gespielt werden verschiedene Rhythmen und Lieder aus Westafrika auf der traditionellen Djembe. Immer montags in der Kulturinsel Stuttgart, 19:00 Uhr, Güterstr. 4, Stuttgart-Bad Cannstatt. Gebühr pro Abend 20 Euro (ermäßigt 18 Euro).

Stuttgart Language Exchange

Eine tolle Gelegenheit, Sprachkenntnisse zu verbessern und neue Freunde zu finden! Im Paris, Forststr. 7, Stuttgart-Mitte, finden sich Sprachpaare an verschiedenen Tischen zusammen um gemeinsam zu sprechen und sich auszutauschen. Am 20.11. ab 19:00 Uhr.

DER ARRIVALNEWS TOP-TIPP

Adventskranz binden

Studieninformationstage 2018

In den 4 Wochen vor Weihnachten ist es in vielen Familien Tradition, einen Adventskranz aufzustellen. Das ist ein rundes Gebinde aus Tannenzweigen, auf das Kerzen gesteckt werden. Wie man einen Adventskranz bindet erfahrt ihr am 23.11. um 14:30 Uhr im Haus des Waldes in 70597 Stuttgart-Degerloch, Königsträßle 74. Außerdem gibt es ein Bastelprogramm für Kinder. Bitte bis 16.11. telefonisch anmelden unter 0711/97 67 20. Teilnahmegebühr: 15 Euro, ermäßigt 10 Euro.

Am 21.11. führen viele Hochschulen einen Studieninformationstag durch. An diesem Tag können sich Interessenten über die Hochschule und die angebotenen Studiengänge informieren. Die einzelnen Institute stellen sich vor und Erteilen Auskunft über Studieninhalte und Bewerbungsverfahren. Beginn ist jeweils um 9 Uhr. Folgende Hochschulen können besucht werden: Pädagogische Hochschule Ludwigsburg: www.ph-ludwigsburg.de Freie Hochschule Stuttgart: www.freie-hochschule-stuttgart.de Musikhochschule Stuttgart: www.hdmk-stuttgart.de Universität Hohenheim: www.uni-hohenheim.de Hochschule Esslingen: www.hs-esslingen.de Merz Akademie Stuttgart: www.merz-akademie.de Staatliche Akademie der Bildenden Künste: www.abk-stuttgart.de Staatliche Modeschule Stuttgart: www.modeschule-stuttgart.de

Von Hefezopf und Baklava

Geschichten aus der neuen und alten Heimat – das hört sich interessant an! Sprach- und Begegnungscafé für Frauen, Stadtbibliothek, Mailänder Platz 1, 70173 Stuttgart-Mitte, am 21.11. um 10 Uhr.

Offenes Café für geflüchtete Frauen

Jeden Donnerstag von 15:30 bis 18:30 Uhr findet im Kulturzentrum SARAH in der Johannesstr. 13, 70176 Stuttgart-West, ein offenes Café für Frauen mit Fluchthintergrund und interessierte

Queen: Heaven

Frauen, die sich im Flüchtlingsbereich engagieren möchten, statt. Es gibt Getränke und kleine Leckereien und viel Zeit für den gemeinsamen Austausch. Nähere Informationen unter www. das-sarah.de

Queen – eine der erfolgreichsten und bekanntesten Rockbands aller Zeiten. Jeden Freitag um 20:00 Uhr läuft im Planetarium Stuttgart eine spektakuläre Lasershow zur Musik von Queen. Zu hören sind die größten Hymnen der Bandgeschichte wie Bohemian Rhapsody, We Will Rock You oder Radio Gaga. Blitze, Nebel, 360° Kuppelprojektion, dazu die Musik aus einer der leistungsfähigsten Tonanlagen der Stadt machen die Veranstaltung zu einem einzigartigen Erlebnis. Eintritt: 8 Euro, Planetarium Stuttgart, Willy-Brandt-Str. 25, 70173 Stuttgart-Mitte.

Tag gegen Gewalt an Frauen

Flohmärkte

Der 23.11. ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Zu diesem Anlass gibt es am Rotebühlplatz Infostände über die Arbeit des Vereins Frauen helfen Frauen. Jeder kann kommen und sich zwischen 14:00 und 17:00 Uhr über die Arbeit des Vereins und bestehen-

Am 24.11. ist wieder Flohmarkttag! Unter anderem auf dem Karlsplatz in Stuttgart, in der Lindenbachhalle in Stuttgart-Weilimdorf, in Esslingen auf dem Hornbach-Parkplatz, am Autokino Kornwestheim oder in Kirchheim/Teck am Güterbahnhof.

An(ge)kommen. Augenblicke, Begegnungen, Geschichten

An(ge)kommen ist eine Ausstellung, die noch bis 23.11. im Rathaus in Kirchheim/ Teck zu besichtigen ist. Sie handelt von Flucht und Fluchtursachen und portraitiert verschiedene Menschen und ihre Fluchtgeschichten, angefangen von Vertriebenen aus dem Zweiten Weltkrieg bis heute. Zu sehen Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr, donnerstags auch am Nachmittag von 14 bis 18 Uhr, Rathaus Kirchheim/Teck, Marktstraße 14.

Brunch global

Der vom Forum der Kulturen Stuttgart e. V. veranstaltete Brunch global lädt regelmäßig all diejenigen ein, die Interesse haben, sich auszutauschen und das interkulturelle Leben in Stuttgart mitzugestalten und zu genießen. Einmal im Jahr geht der interkulturelle Frühstückstreff auf Wanderschaft und kooperiert mit namhaften Stuttgarter Kulturinstitutionen – dieses Mal mit der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst. Am 02.12., ab 11 Uhr, Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Urbanstraße 25, 70182 Stuttgart. Eintritt: 16 Euro, ermäßigt 10 Euro. Weitere Infos: www. forum-der-kulturen.de/angebote/ brunch-global

Willkommen!

Noch bis 1.12. läuft das Theaterstück „Willkommen!“ im Alten Schauspielhaus: Bewohner einer deutschen WG streiten sich darüber, ob ein freies Zimmer an eine syrische Familie oder einen Deutschtürken vermietet werden soll. Gut gemeinte Willkommenskultur, alte Vorurteile, soziales Engagement, Verständnisprobleme – alles trifft in diesem lustigen Stück aufeinander! Altes Schauspielhaus, Kleine Königstraße 9, 70178 Stuttgart. Tickets ab 13 Euro.

In unserer Reihe stellen wir klassische Bücher vor, die tief in den Köpfen vieler Menschen in Deutschland verankert sind - und die vielleicht mehr über dieses Land und dessen Bewohner*innen aussagen, als man denken würde.

Keine Angst - die wollen nur gelesen werden!… BUCHREZENSION

TITEL: 1984

DAVID J. OFFENWANGER

 

AUTOR: George Orwell

Das Buch: Der Roman mit dem Titel 1984 des britischen Schriftstellers George Orwell nennt man eine Dystopie. Das bedeutet: die Handlung spielt in einer fiktiven Zukunft, die düster und schlimm ist. Das Buch ist 1949 erschienen und ist geprägt von den Eindrücken der Nazi-Diktatur des Dritten Reiches in Deutschland und der sozialistischen Diktatur in Russland unter Josef Stalin. Denn die Menschen in dem Buch 1984 leben auch in einer Diktatur in der alle Menschen überwacht werden und die gleiche Meinung haben müssen. Man nennt das einen totalitären Überwachungsstaat. Auch heute wird das Buch immer wieder erwähnt, wenn es um Überwachung, Big Data und Soziale Medien geht – wie viele Daten über uns geben wir her? Was wissen große Unternehmen und der Staat über uns? Wie wichtig ist Privatsphäre für Menschen? Themen, die heute aktueller sind denn je. Viele der Techniken zur Überwachung im Buch sind heute schon lange Realität. Auch wenn das Buch 1984 schon vor vielen Jahren geschrieben wurde: Es ist noch genauso wichtig wie damals. Der Satz „Big Brother is watching you“ – also: der große Bruder beobachtet dich – ist vielen Menschen bekannt. Er wird oft verwendet, um die zunehmende Überwachung auch in demokratischen Systemen zu kritisieren.

„1984“ von George Orwell erschienen z. B. im Ullstein Verlag: Taschenbuch, 543 Seiten, Euro 12,00 ISBN 3548289452 oder kostenlos online lesen unter www.archive.org/details/ GeorgeOrwell-1984romanDeutsch

Inhalt: Der Arbeiter Winston Smith lebt im totalitären Überwachungsstaat Oceania. Der Diktator Big Brother – also: großer Bruder – beherrscht alles. Es gibt nur eine Partei: Ingsoc. Alle Bereiche des Menschen werden von der Gedanken-Polizei überwacht und kontrolliert. Niemand darf eigene Gedanken oder Gefühle haben. Auch die Vergangenheit und Wahrheit wird immer wieder geändert und angepasst, die Sprache kontrolliert und verändert. Dadurch können die Menschen nicht mehr frei denken. Es wird ihnen die Individualität genommen. Winston Smith begeht ein Verbrechen: Er führt ein Tagebuch und hat seine eigene Meinung. Er möchte frei sein. Er durchschaut das totalitäre System. Und er verliebt sich in eine Frau mit dem Namen Julia. Sie werden heimlich ein Liebespaar. Aber: Big Brother is watching – der totalitäre Staat sieht alles. Beide werden gefangen genommen. Sie werden gefoltert, ihr Wille wird gebrochen. Sie sollen getötet werden.

die Dystopie, -en

eine fiktionale Erzählung in der Zukunft, die meistens nicht gut ausgeht

fiktiv

nur erdacht; nicht wirklich; frei erfunden

düster

dunkel; unheimlich; bedrohlich; bedrückend; negativ

geprägt sein von etwas von etwas oder jmd. beeinflusst und geformt oder jmd. werden

Ein Zitat von George Orwell: „In einer Zeit des Universalbetrugs ist die Wahrheit zu sagen, eine revolutionäre Tat.“

-10-

der Eindruck, die Eindrücke

eine Erfahrung; etwas, das man wahrgenommen hat und bleibt

der/die Nazi,-s

Kurzform von Nationalsozialisten; ein Mensch mit einer rassistischen politische Einstellung

die Diktatur, -en

eine mit Gewalt und Unterdrückung regierende Staatsform; meistens durch nur einen Führer oder eine herrschende Partei

das Dritte Reich

Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland unter Adolf Hitler

sozialistisch

von Sozialismus; eine Staatsform die z. B. in Russland und der DDR lange herrschte

jmd. oder etwas überwachen

genau verfolgen; beobachten und kontrollieren, was jemand oder etwas tut

totalitär

wenn, wie in einer Diktatur, die Demokratie unterdrückt wird; das gesamte politische, kulturelle und gesellschaftliche Leben wird von einem Führer kontrolliert

Big Data

große Datenmengen; Technologie zur Auswertung von vielen Daten, z.B. von dem Verhalten vieler Menschen

das soziale Medium, die sozialen Medien

z. B. Facebook, Twitter oder Instagram

die Privatsphäre, -en

der Bereich, den man für sich hat; wo niemand einen beobachtet

aktuell

im Jetzt; wichtig für das Jetzt, die Gegenwart

jmd. oder etwas kritisieren

sagen, dass man mit etwas nicht einverstanden sein und das auch sagen oder besprechen

jmd. oder etwas kontrollieren

überwachen und Macht ausüben; den eigenen Willen aufzwingen

die Individualität, -en

alles, was einen Menschen ausmacht; die eigene Persönlichkeit; die Summe aller Eigenschaften eines Menschen

das/die Verbrechen

eine schwere Straftat; eine schlimme, kriminelle Tat

das Tagebuch, die Tagebücher

ein Buch in dem man jeden Tag die eigenen Erlebnisse und persönlichen Gedanken reinschreibt

heimlich

etwas im Geheimen tun; unauffällig; ohne dass es andere merken

jmd. foltern

sehr quälen, misshandeln; Schmerzen oder psychische Qualen zufügen

der Wille

Fähigkeit von Menschen, sich für eine bestimmt Handlung zu entscheiden; z. B. "ich möchte frei sein!" oder "ich möchte nun gehen"

der Universalbetrug

meint hier: wenn alles nur noch Lüge ist und Betrug ist in einer Gesellschaft


MARKTPLATZ

STELLENANGEBOTE IN STUTTGART UND UMGEBUNG Montagehelfer (m/w)

Anforderungen: Deutsch A2, Bereitschaft für 2 Schichten (Früh- und Spätschicht), Vorerfahrung von Vorteil, aber nicht zwingend notwendig Aufgaben: Gegenstände verpacken, verschiedene Einzelteile zusammenbauen, Bedienen von Produktionsmaschinen Ort: Winnenden Kontakt: stuttgart@social-bee.de

Produktionshelfer (m/w)

Anforderungen: Deutsch A2, Stehplatzarbeit (Stühle sind jedoch verfügbar), gutes Durchhaltevermögen, gute Sehkraft/oder Brille, Bereitschaft für 3 Schichten Aufgaben: Bauteil, 5 Bohrlöcher, die mit Gummistopfen verstopft werden müssen (gegebenenfalls Schichtleiter) Ort: Renningen Kontakt: stuttgart@social-bee.de

Du bist neu in Deutschland? Du hast eine Idee und möchtest ein Unternehmen gründen? Wir unterstützen dich um deine Idee zu realisieren.

Produktionshelfer (m/w)

Anforderungen: Deutsch mind. A2, PC-Grundkenntnisse, technisches Verständnis, Motivation, gepflegtes Auftreten Aufgaben: Maschinen einstellen und bedienen, später mit dem Stapler fahren, Ordnung halten, Rollen mit Plastikfolie auf Maschinen packen und leere Rollen entnehmen, PC bedienen Ort: Asperg Kontakt: stuttgart@social-bee.de

Was wir machen SINGA Business Lab ist ein fünf monatiges Startup Programm für Neuankommer mit Fluchtoder Migrationshintergrund die in Deutschland ein Unternehmen gründen möchten. Wir bieten Workshops, Mentoring, Coaching und Netzwerkzugang um deine Idee Wirklichkeit werden zu lassen.

Helfer Endmontage (m/w)

Anforderungen: Deutsch B1, Erfahrung im technischen Bereich, EDV-Affinität, PC-Kenntnisse Aufgaben: Lautsprecher zusammen bauen, technischen Inhalt nach Anleitung in Holzgehäuse einbauen, alle Schritte am PC erfassen Ort: Backnang Kontakt: stuttgart@social-bee.de

Für wen Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund, mit Sprachkenntnissen auf einem B1-Niveau in Deutsch oder Englisch und mit guten Kenntnissen der jeweils anderen Sprache. Motiviert ihr eigenes innovatives Unternehmen mit ihrer eigenen Projektidee aufzubauen. Engagiert mit mindestens 20h pro Woche an ihrer Idee zu arbeiten.

Autoglas-Helfer (m/w)

Anforderungen: Deutsch gute A2 Kenntnisse, hohe Motivation, PC-Grundkenntnisse, körperlich fit Aufgaben: Austausch von Autoglasscheiben, einfache Büroarbeiten (Telefonate annehmen, E-Mails lesen) Ort: Stuttgart-Möhringen Kontakt: stuttgart@social-bee.de

Interesse? Melde dich jetzt an und werde informiert sobald du dich für das SINGA Business Lab Programm im Sommer 2018 bewerben kannst: https://bit.ly/2E85MHP Kontakt: singabusinesslab.de | facebook.de/singabusinesslabstuttgart | peter@singa-deutschland.de

Softwareentwickler (m/w)

Anforderungen: Deutsch B2, Englisch B2, abgeschlossenes Studium der Informatik/Wirtschaftsinformatik oder vergleichbare Ausbildung, Erfahrung in Entwicklung von Web-Anwendungen (Java, ggf. Spring), gute Kenntnisse in HTML, CSS und Javascript, Erfahrung in Sencha/Ext JS von Vorteil, SQL-Kenntnisse, vorzugsweise Microsoft SQL-Server, analytische und konzeptionelle Stärke Aufgaben: Neuentwicklung von Java-Applikationen, Planung, Konzeption und Implementierung der Software, Fehlermanagement, Wartung und Dokumentation bestehender Systeme, Evaluierung neuer Technologien Ort: Stuttgart Kontakt: stuttgart@social-bee.de

Schweißer (m/w)

Anforderungen: Deutsch mindestens A2, Erfahrung im Schweißen (kein Schweißerschein erforderlich) Aufgaben: Hilfskraft im Bereich Schweißen, einfache Schweißarbeite, Vorbereiten der Bleche Ort: Ditzingen Kontakt: stuttgart@social-bee.de

Young Professional Projektmanager (m/w)

Produktionshelfer (m/w)

Anforderungen: Deutsch mind. B2, erfolgreich abgeschlossenes Bachelor- oder Masterstudium im Bereich Bauwesen, Immobilienmanagement, Architektur oder Wirtschaftsingenieurwesen, erste Berufserfahrung durch Praktika oder Werkstudententätigkeiten, Freude am eigenverantwortlichen Arbeiten, Teamgeist, schnelle Auffassungsgabe, analytisches und vernetztes Denken, Einsatzbereitschaft, Ideenreichtum und Flexibilität Aufgaben: Aktive Steuerung und Kontrolle der Termine, Kosten und Gebäudequalitäten repräsentativer Bauvorhaben, vielfältige Aufgaben in den Bereichen Projektmanagement, technische Beratung sowie Controlling im Bau befindlicher Gebäude, Einbindung in spannende Projekte verschiedenster Branchen wie Automotive, Healthcare, Öffentliche Hand und Privatwirtschaft, Übernahme von Verantwortung durch zahlreiche Entwicklungschance Ort: Stuttgart Kontakt: stuttgart@social-bee.de

Anforderungen: Deutsch sehr gutes A2-B1, handwerkliches Geschick, Schichtbereitschaft Aufgaben: Helfertätigkeiten in der Produktion mit Blechen und deren Montage, Bohren, Stanzen, Werkzeuge bereitlegen Ort: Ditzingen Kontakt: stuttgart@social-bee.de

Montagehelfer (m/w)

Anforderungen: Deutsch A2, gute Kfz-Kenntnisse, hohes Engagement Aufgaben: Schadensfeststellung, sowie Reparatur- und Servicearbeiten vor Ort beim Kunden, Instandhaltungsarbeiten von Hydraulikanlagen und Fahrzeugelektrik Ort: Böblingen Kontakt: stuttgart@social-bee.de

Werkstatthelfer (m/w)

Anforderungen: Deutsch A2/B1, Affinität zu KFZ, Führerschein wäre gut (muss aber nicht sein), Schleiferkenntnisse von Vorteil Aufgaben: Helfertätigkeit, Schleifer Tätigkeit oder KFZ Mechaniker Ort: Stuttgart Kontakt: stuttgart@social-bee.de

Verkäufer (m/w)

Anforderungen: Deutsch B1, Erfahrung im Verkauf, Schichtbereitschaft, fit im Kopfrechnen, freundliches und gepflegtes Erscheinungsbild, weibliche Bewerber bevorzugt Aufgaben: Verkauf und Lager im Lebensmittelmarkt, Kasse, Kundenkontakt Ort: Stuttgart Kontakt: stuttgart@social-bee.de

Metallbauer (m/w)

Anforderungen: Deutschniveau mind. A2, Ausbildung als Metallbauer oder Berufserfahrung im Bereich Metallbau, alternativ Metall-Ingenieur, Belastbarkeit Teamfähigkeit und Engagement Aufgaben: Herstellung und Montage von Metallbauarbeiten, Reparatur und Instandhaltung Ort: Remshalden-Grunbach Kontakt: stuttgart@social-bee.de

Küchenhilfe (m/w)

Anforderungen: Deutsch A2, motiviert und sorgfältig Aufgaben: Arbeit in der Küche, vorbereiten von Speisen und Getränken Ort: Stuttgart Kontakt: stuttgart@social-bee.de

Konstrukteur/Technischer Zeichner (m/w)

Anforderungen: Sehr gute Deutschkenntnisse, Englisch von Vorteil, abgeschlossenes Studium (Maschinenbau, Konstruktion, Technisches Zeichen oder Feinwerktechnik), CAD-Kenntnisse, Teamfähigkeit Aufgaben: CAD-Arbeit, Arbeit mit verschiedenen Software und Datenbanken ( zum Beispiel: Autodesk Inventor 2017, Datenbank ATLAS 900), enge Kooperation mit externen Dienstleistern Ort: Stuttgart-Möhringen Kontakt: stuttgart@social-bee.de

Wir freuen uns auf Ihre Anzeige in der nächsten ArrivalNews-Ausgabe! Bitte wenden Sie sich an redaktion@arrivalaid.org

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MARKTPLATZ

WEITERE ANGEBOTE IN STUTTGART UND UMGEBUNG ArrivalAid Anhörungsbegleitung Seit über einem Jahr bereiten von ArrivalAid ausgebildete ehrenamtliche Helfer in Stuttgart Geflüchtete auf ihre Anhörung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vor.

Dezernat II Internationales – Welcome Campus

Das Programm ist keine Rechtsberatung. Zielsetzung ist, Geflüchtete über die Anhörung aufzuklären. Die Beratung ist für Geflüchtete kostenlos. Wenn Sie Interesse an einer Beratung haben können Sie sich ganz einfach über unser Online-Formular anmelden unter www.arrivalaid-stuttgart.org

Welcome Campus der Universität Stuttgart Die Universität Stuttgart hat mit Welcome Campus eine Koordinationsstelle für studieninteressierte geflüchtete Menschen eingerichtet, die ihnen die (Wieder-)Aufnahme eines Studiums erleichtern soll. Die Schwerpunkte liegen in der persönlichen Beratung sowie der Koordination von Projekten, durch die Geflüchtete integriert und gefördert werden. Das Angebot wird stetig ausgebaut und soll so die möglichst rasche und reibungslose Integration geflüchteter Menschen in den Universitätsalltag ermöglichen.

Begleitung von Geflüchteten während der Asylklage durch ArrivalAid

Nähere Informationen für studieninteressierte Geflüchtete: www.uni-stuttgart.de/ studium/beratung/ fluechtlinge

Im Rahmen der ArrivalAid-Anhörungsbegleitung unterstützen wir auch Geflüchtete, die gegen einen negativen Bescheid des Bundesamts Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht haben. Dieses Programm ist keine Rechtsberatung. Ebenso vermittelt ArrivalAid keine Anwälte. Zielsetzung ist, Transparenz über den weiteren Fortgang des Asylverfahrens herzustellen und Geflüchtete bestmöglich auf die Kooperation mit ihren Rechtsbeiständen vorzubereiten.

Beratung: Der Welcome Campus bietet wöchentliche Sprechstunden. Dort erhalten studieninteressierte Menschen mit Fluchthintergrund in persönlichen Beratungsgesprächen Informationen

Die Beratungsleistung ist für Geflüchtete kostenlos und wird von speziell qualifizierten ehrenamtlichen Helfern durchgeführt.

• • • • •

zur (Wieder-)Aufnahme eines Studiums zu Sprachkursen zu Förderangeboten zur Hochschullandschaft Deutschlands zu interkulturellen Aktivitäten der Universität Stuttgart • auch ehrenamtlichen Begleitern steht dieses Angebot offen.

Wenn Sie Interesse an einer Beratung haben können Sie sich ganz einfach über unser Online-Formular anmelden unter www.arrivalaid-stuttgart.org

IntegrAid

Für eine persönliche Beratung können Sie in die offene Sprechstunde kommen oder per E-Mail einen Beratungstermin vereinbaren. Offene Sprechstunde: Montags 13:30 - 15:30 Uhr Internationales Zentrum der Universität Stuttgart, Pfaffenwaldring 60, 70569 Stuttgart (Campus Vaihingen) E-Mail: welcome.campus@uni-stuttgart.de Facebook: https://www.facebook.com/ WCUStuttgart/ (@WCUStuttgart)

IntegrAid ist ein Personalentwicklungsprogramm für Mitarbeiter mit und ohne Fluchthintergrund, das speziell für Unternehmen entwickelt wurde. Die Inhalte sind für die unterschiedlichen Bedürfnisse von Geflüchteten, Personalabteilungen und angestammten Mitarbeitern konzipiert und individuell kombinierbar. Parallel steht den Teilnehmern ein telefonischer Experten-Helpdesk sowie die laufende Unterstützung durch ArrivalAid-Mitarbeiter zur Verfügung. Sie haben Interesse oder benötigen weitere Informationen? Schreiben Sie uns: info@arrivalaid.org

Die aktuelle ArrivalNews auch online auf www.arrivalnews.de

Wir haben die Texte in dieser ArrivalNews-Ausgabe mit Sternen markiert. Daran kann man den Schwierigkeitsgrad erkennen:      

Alle Ausgaben der

ArrivalAid wird u.a. unterstützt von:

Einfacher Text Moderater Text Anspruchsvoller Text

IMPRESSUM

WAS IST ARRIVALAID?

ArrivalAid gemeinnützige UG (haftungsbeschränkt) Herausgeber: David J. Offenwanger und David Prochnow

München Düsseldorf Frankfurt am Main Stuttgart Köln

Weitere Informationen zu unseren Programmen finden Sie unter www.arrivalaid.org

Redaktion: David J. Offenwanger Ringseisstraße 11a 80337 München info@arrivalaid.org Tel.: 089 / 5587 1688 Fax: 089 / 20205365 Die Gesellschaft ist beim Amtsgericht München HRB 219221 eingetragen.

Layout: diefirmendesigner.de Grafik: Marion Blomeyer -12-

Copyright © 2018 ArrivalAid. Alle Rechte vorbehalten.

sowie Wissenswertes zu unserem Stellenund Anzeigenmarkt finden Sie unter www.arrivalnews.de

ARRIVALAID STANDORTE:

ArrivalAid ist eine gemeinnützige Organisation zur Unterstützung von Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund. In verschiedenen eigenständigen Programmen arbeiten wir in den Bereichen Asyl, Integration und Arbeitsmarktzugang. ArrivalAid gibt es bislang in München, Stuttgart, Köln, Düsseldorf und Frankfurt.


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Ausgabe 10/2018 Stuttgart by ArrivalAid - Issuu