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Neue RĂ€ume entstehen im Kopf.

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Neue RĂ€ume entstehen im Kopf.

Die eine: Nicht nur den Claim vom umbauen+renovieren haben wir verÀndert. Vielleicht haben Sie das bemerkt. Nicht alles ist neu, aber vieles!

Die andere: Wurde auch Zeit! Nach 10 Jahren dezentem, eigentlich sogar (zu!) zurĂŒckhaltendem Auftreten 


Die eine: Und wer sagt denn, dass man sich im «hohen» Alter von 40 Jahren (PS: nÀchstes Jahr feiert das umbauen+renovieren JubilÀum) nicht neu erfinden darf?

Die andere: Genau. Schliesslich hat sich auch die Architekturlandschaft in dieser Zeit stark verĂ€ndert. DIE Chance, Terra incognita zu erforschen, den Mörtel neu zu mischen, BaulĂŒcken zu schliessen.

Die eine: Wir sind aber dieselben geblieben – kurz­ und weitsichtig, laut und leise, ruhig Blut und Wirbelwind.

Die andere: Und wir interessieren uns immer noch fĂŒr die gleichen Themen, verleihen dem Ganzen aber etwas mehr SchĂ€rfe, beziehen Position.

Die eine: Und so abwechslungsreich wie die Umbauaufgaben sind, wird auch unser Inhalt sein.

Die eine und die andere: Versprochen.

UNSERE

GESTALTUNG.

Lieberedel,natĂŒrlich oderextravagant?

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Zum Einstieg

10 Unterwegs. Das Kino, Haus der TrÀume.

12 MĂ©lange. Von Geschichten erzĂ€hlenden Textilien ĂŒber Schall absorbierende Leuchten bis zu kreativer Forschung.

22 PortrÀt. Die Architekt:innen Lucia Rocchelli und Fabian Bisig denken mit den HÀnden.

Projekte

26 Weniger ist mehr. Ein kleines Haus aus den 1920er-Jahren erfÀhrt von Stefanie Girsberger grosse WertschÀtzung.

36 Ein Haus erzĂ€hlt Geschichte. Jaeger Koechlin fĂŒhren ein mittelalterliches Wohnhaus stilvoll in die Gegenwart.

66 Aufstocken, ohne aus der Reihe zu tanzen. Ein Reihenendhaus wĂ€chst dank Diethelm & Spillmann ĂŒber sich hinaus.

92 Weitergelebtes Original. Ein besonderer RĂŒckzugsort im Tessin wird von Enrico Sassi und Benjamin Weiss behutsam ins Heute ĂŒberfĂŒhrt.

Ausblick

20 Open House. Hereinspaziert in ĂŒber 100 GebĂ€ude in ZĂŒrich, die sonst fĂŒr die Öffentlichkeit verschlossen bleiben!

86 EuropĂ€ische Tage des Denkmals. Kultur tanken, Fragen stellen, mitarbeiten, diskutieren – einzigartige Orte in der Schweiz heissen Interessierte willkommen.

88 Messe-Agenda. Ausblick auf vier Baumessen, die uns in den nÀchsten Monaten auf den neusten Stand bringen.

BodenbelÀge und Materialien

46 Eine breite Palette. Terrazzo, Vinyl, Holz, Marmor – eine Auswahl an BodenbelĂ€gen.

54 Gesund, ökologisch, durchdacht. Über den Austausch alter BodenbelĂ€ge.

56 Der Stille zum Zweck. Zu laut, zu leise, zu viel Hall? Lösungen fĂŒr die Raumakustik.

64 Von Pulver und Holz. Neue Möglichkeiten dank Pulverbeschichtung von Holz.

Fenster und Fassaden

74 Das AushĂ€ngeschild. Materialien fĂŒr die Fassade von traditionell bis innovativ.

78 Synthese. Zwei alte SteinhÀuser werden an- und umgebaut.

80 Baustoffe aus der Natur. Ein GesprĂ€ch mit Thomas BĂŒhler, Inhaber der Haga AG.

82 Mehr als nur FlÀchen aus Glas. Heutige Fenster sind wahre Hightechprodukte.

98 Impressum 91 Wettbewerb 97 Adressen 98 Vorschau

FOTOS: TOM BISIG, KANTONALE DENKMALPFLEGE

BASEL-STADT; CRÉATION BAUMANN; ROGER FREI; SCHÖNBUCH; NIELS OLE SØRENSEN (NBK); STUDIO BISIG ROCCHELLI / BÜNDNER HEIMATSCHUTZ

M É LANGE

RĂŒckbesinnung Eine lange Tafel unter alten BĂ€umen, ein Picknick 
 Von Hand bestickt oder mit Cornely-Stichen verziert, erzĂ€hlen Sarah Espeutes Textilien Geschichten, wecken Erinnerungen und Emotionen. In ihren HĂ€nden werden Textilien wieder zu einem kostbaren Gut. oeuvres-sensibles.com

Wissen Schwalbenschwanz-, Zapfen-Schlitz-Verbindung, Überblattung. Jede:r Schreiner:in weiss natĂŒrlich, was damit gemeint ist. Traditionelles Handwerk und Massivholz sind die Seele der TikamoonMöbel, machen sie langlebig und zu angenehmen WGGenoss:innen.

tikamoon.ch

Hoch drei Das Becken eines Schlagzeugs, der Hut eines Reisbauern? Assoziationen kommen mir einige zu «Acustica», einer Leuchte, die Schall absorbiert. Ob als Gruppe oder einzeln, als HĂ€nge- oder Wandlampe – eine Lichtbringerin mit Mehrwert. fabbian.com

neo view

Sprengt den Rahmen

Ein Fenster, das die Grenzen zwischen innen und aussen neu definiert. Der verdeckt liegende FlĂŒgel eröffnet vielfĂ€ltige Gestaltungsmöglichkeiten. Schlicht und einfach, und doch raffiniert.

beste WĂ€rmedĂ€mmwerte, hohe Schalldichte hohe StabilitĂ€t – geprĂŒfte Einbruchsicherheit bester Bedienkomfort

umweltfreundlich: 100% Recycling

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Es war einmal Alles begann mit einer Grossmutter, die ihrer Enkelin eine Kiste voller althollĂ€ndischer Fliesen schenkte. Daraus erwuchs StoryTiles, kunstvolle Miniaturwelten auf Keramik, mit Wurzeln in der traditionellen niederlĂ€ndischen Fliesenkunst. storytiles.com/de

Pluspunkt Die DoppelhaushÀlfte liegt in einer Quartiererhaltungszone mit einund zweigeschossigen HÀusern und qualitÀtvollen AussenrÀumen.

Weniger ist mehr

Die Architektin Stefanie Girsberger und die Bauherrin teilten von Beginn an ihre WertschĂ€tzung fĂŒr das kleine

Winterthurer Haus. In den 1920er-Jahren mit sparsamstem Einsatz von Ressourcen erstellt, verfĂŒgt die DoppelhaushĂ€lfte ĂŒber grosszĂŒgig wirkende RĂ€umlichkeiten, die heute noch ĂŒberzeugen.

TEXT: RAYA HAURI FOTOS: LUKAS MURER

REDAKTION: BRITTA LIMPER

Es war das ehemalige Wohnhaus der Grosseltern gewesen – RĂ€ume voller Geschichte und Erinnerungen, vertrauter Lichtstimmungen und bekannter Ausblicke. Nun konnte die Enkelin mit ihrer Familie dieses Zuhause ĂŒbernehmen. Statt eines radikalen Umbaus entschied sie sich gemeinsam mit der Architektin Stefanie Girsberger von Studio Girsberger fĂŒr eine behutsame Sanierung, die den ursprĂŒnglichen Charakter des Hauses wieder stĂ€rken sollte. Denn in den 1960er­Jahren war dem damaligen Zeitgeist folgend einiges modernisiert und verĂ€ndert worden: Neue BodenbelĂ€ge, Einbauten und eine KĂŒche hatten Einzug gehalten, konnten sich jedoch nie so recht mit der bescheidenen bauzeitlichen Materialisierung und der fast lĂ€ndlich wirkenden AtmosphĂ€re vermengen. Im Zuge der Arbeiten wurden diese hinzugefĂŒgten Schichten entfernt und wo nötig mit Elementen ersetzt, die sich am

Geist der Bauzeit orientierten. Ganz im Sinne von «weniger ist mehr» gewannen die RÀume dadurch wieder Ruhe und Klarheit.

BewÀhrter Grundriss

Das Haus liegt in direkter Nachbarschaft zur bekannten Siedlung Jonas­Furrer­Strasse im Winterthurer Vogelsangquartier. Diese in den 1920er­Jahren entstandene Wohnsiedlung war eine Reaktion auf die damals drĂ€ngende Wohnungsnot. Mit ihrer geschwungenen WegfĂŒhrung und den grosszĂŒgigen GrĂŒnrĂ€umen verstand sie sich als Gegenentwurf zum dichten, rechtwinkligen Strassenraster Ă€lterer Stadtteile. Die hier realisierte kleinmassstĂ€bliche Bebauungsstruktur spiegelt die damalige Sehnsucht nach einer naturnahen, gesunden Wohnweise mit der Möglichkeit zur teilweisen Selbstversorgung im eigenen GemĂŒsegarten. Idyllische Reihenund DoppelhĂ€user mit ziegelgedeckten DÀ­

Das Haus Zur Eych am MĂŒhlenberg in Basel blickt auf eine bewegte Geschichte zurĂŒck. Mit ihrem behutsamen Umbau machen Jaeger Koechlin die Spuren vergangener Epochen sichtbar und fĂŒhren das mittelalterliche GebĂ€ude stilvoll in die Gegenwart.

Ein Haus erzÀhlt Geschichte

Spektrum an Materialien fĂŒr die Bodengestaltung scheint endlos weiterzuwachsen.

Eine breite Palette

REDAKTION: ALINA TANÁCS,

FrĂŒhe BodenbelĂ€ge waren eher pragmatisch: Meist bestanden sie aus gestampfter Erde, auch Schilfrohrmatten oder TierhĂ€ute kamen in Zelten zum Einsatz. Einzig in PalĂ€sten oder Tempeln gab es dekorative, bemalte Böden. Im frĂŒhen antiken Griechenland findet man Kieselsteinmosaike, eine Kunstform, die auch im Römischen Reich weitergefĂŒhrt wurde. Die Renaissance und der Barock bringen schliesslich eine HochblĂŒte der dekorativen BodenflĂ€che: Erste Parkettmuster werden verlegt, in PalĂ€sten finden sich kunstvolle Mosaike und Intarsien. Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert kommen neue Materialien hinzu: Fliesen werden erstmals industriell gefertigt, 1860 erfindet der englische Chemiker Frederick Walton Linoleum. In der zweiten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts ergĂ€nzen neu synthetische Stoffe wie Vinyl, Laminat und Teppiche aus Kunstfasern das Bodenbelagsortiment.

Grosse Vielfalt

Heute ist die Auswahl an BodenbelĂ€gen so breit wie auch verwirrend: Was ist eigentlich genau der Unterschied zwischen Keramikund Feinsteinzeugfliesen? Zwischen Vinyl und Laminat? Zwischen Parkett und Dielen? Naturmaterialien wie Holz oder Kork erfreuen sich gerade wegen ihrer angenehmen Haptik grosser Beliebtheit. Auch ein Teppichboden ist warm und gemĂŒtlich sowie schalldĂ€mmend und isolierend. Laminat wiederum ist eine kostengĂŒnstige Variante, die in einer Vielzahl an Dekoren erhĂ€ltlich ist. Vinyl – im Gegensatz zu Laminat, das aus Holzfaserplatten besteht, wird dieser Bodenbelag aus Kunststoff hergestellt – ist sehr pflegeleicht und zudem wasserabweisend. WĂ€hrend Fliesen dekorativ, aber auch hygienisch, ebenfalls leicht zu pflegen und oft sogar feuerresistent sind, ist die Schönheit von Natursteinplatten kaum zu ĂŒbertreffen. Uns bleibt die Qual der Wahl, die sich durch stetig neue Materialinnovationen vergrössert; einen bescheidenen Überblick stellen wir auf den folgenden Seiten vor.

1Hintergrund

Recycling

Terrazzo Verschiedene Materialien aus dem Baustoffrecycling wie Glasoder Dachziegelsplitt verleihen den fugenlosen Terrazzoböden von Via die besondere Brillanz und Tiefe viamaterial.de

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Vinylboden Die extralangen Dielen der «XL­END»­Kollektion schaffen ein grosszĂŒgiges und elegantes RaumgefĂŒhl. Dank ihrer naturgetreuen Farbtöne und Texturen lassen sich die pflegeleichten, wasserfesten Fussböden kaum von echten Holzdielen unterscheiden. floortrade.ch

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Zementfliesen

Die «Via pur»­Platten verfĂŒgen dank des Gesteinssplitts in ihrer Deckschicht ĂŒber eine unregelmĂ€ssige Textur. Da sie nicht gebrannt, sondern durch hydraulische Pressung gehĂ€rtet werden, ist die Herstellung besonders umweltschonend. viamaterial.de

SILVIA STEIDINGER

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Holzblock­boden FĂŒr die Kollektion «Graincut Empire» werden EschenstĂ€mme horizontal zersĂ€gt, sodass die SchnittflĂ€che die Jahresringe zeigt. Diese noch nicht weitverbreitete Schnittart bietet neben der einzigartigen Optik eine resiliente OberflĂ€che und eine gute Schallabsorption. schotten-hansen.com

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Keramikfliesen Keramische BodenbelĂ€ge sind dank ihrer Herstellung aus natĂŒrlichen Rohstoffen wie Ton und Mineralien raumluftneutral und pflegeleicht – ideal fĂŒrs Schlafzimmer. Sie bieten zudem eine grosse Vielfalt an Designs – hier ein schlichter Sandsteinlook. ganz-baukeramik.ch

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Fugenloser Giessbelag Der Bodenbelag «Pandomo» – eine Mischung aus Weisszement, Wasser, Quarzsand und Farbpigmenten – wird als dĂŒnne Schicht auf den Boden gegossen. Die klare, glatte BodenflĂ€che ist wasserabweisend, pflegeleicht und strapazierfĂ€hig. a1-industrieboeden.ch

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Marmormosaik FĂŒr die «Marmosaico»­Kollektion aus 15 × 15 mm grossen matt polierten Marmormosaiksteinen liessen sich Doriana und Massimiliano Fuksas von traditionellen MailĂ€nder Bodendekoren inspirieren. bisazza.com

1901-1 Uetlibergstrasse 298d

RĂ€ffelstrasse 11

Diethelm & Spillmann CH 8045 ZĂŒrich Dipl. Architekten FH BSA SIA

Auf stocken ohne aus der Reihe zu tanzen

Axonometrie 1:100

1 Raumgewinn

Unter dem aufgeklappten Dach sind ein zusÀtzliches Vollgeschoss und ein Dachgeschoss entstanden.

2 Adlerhorst Zuoberst befindet sich der intimste Raum. Der Himmel scheint dort nÀher als alles andere.

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Nach dem Zweiten Weltkrieg erbaute EinfamilienhĂ€user weisen oft eine knapp bemessene WohnflĂ€che und wenig Stauraum auf. Ein ReihenhĂ€uschen in der Stadt ZĂŒrich zeigt beispielhaft, wie eine Aufstockung nicht bloss mehr Raum schaffen, sondern das Haus um eine zweite Welt bereichern kann, die im bewussten Kontrast zum Bestand steht.

ReiheneinfamilienhĂ€user stellen eine besondere Bautypologie dar. Oft sind sie im Besitz verschiedener Parteien, doch architektonisch bilden sie eine Einheit – jedenfalls zum Zeitpunkt der Erstellung. Stehen spĂ€ter VerĂ€nderungen an, wird diese Gleichförmigkeit plötzlich infrage gestellt. Denn oft erlauben revidierte Baugesetze eine höhere AusnĂŒtzung oder neue GebĂ€udeformen. Die an der Planung Beteiligten mĂŒssen dann entscheiden, ob sie den Alleingang wĂ€hlen oder ob das betroffene Objekt weiterhin eine Einheit mit seinen Nachbarn rechter und linker Hand bilden soll.

TEXT: DANIELA MEYER FOTOS: ROGER FREI REDAKTION: BRITTA LIMPER

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