heft #5.2023 — November/Dezember
Das Magazin des Österreichischen Alpenvereins seit 1875
Österreichische Post AG MZ 02Z030032 M Österreichischer Alpenverein Olympiastr. 37, 6020 Innsbruck Retouren an Postfach 555, 1008 Wien
auf Berg
Thema
Skitour pur_ 10 Zwei Bretter, tausend Möglichkeiten: Tipps und Tricks für das perfekte Skivergnügen. #5.2023 — November/Dezember
UNTERWEGS 100 Jahre „Grünes Kreuz“ Ehrung für die Retter in der Not _ 38 REGIONAL Investition in die Jugend Die Fraganter Jugendherberge 2.0 _ 60 RESPEKTVOLL Nationalpark Hohe Tauern Bestandsaufnahme des Hochwassergebietes _ 72 1
BEST CHOICE FOR THE WORST CASE M A M M U T AVA L A N C H E S A F E T Y P R O D U C T S .
M A M M U T. C O M
editorial
evelin stark
Chefredakteurin Bergauf
Liebe Leserin, lieber Leser, Helga Peskoller war Professorin für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Historische Anthropologie und Ästhetische Bildung an der Universität Innsbruck. Aufgewachsen auf der Bettelwurfhütte im Karwendel , ist Bergsteigen in all seinen Spielarten Gegenstand ihres Nachdenkens (S. 84).
Fotos: Alpenverein/P. Neuner, norbert-freudenthaler.com, privat
Andreas Lercher, gefühlt seit einer Ewigkeit auf Skiern im Gelände unterwegs und ist immer auf der Suche nach dem optimalen Equipment für den Winter. Die Ergebnisse seiner Suche präsentiert er Jahr für Jahr im Skitest (S. 14).
„Scharfe Latten“: Dieser Titel eines Beitrags in dieser Bergauf-Ausgabe verdient eine lobende Erwähnung. Ist er nicht grandios? Das Lob, wenn wir schon dabei sind, verdient übrigens auch sein „Erfinder“: SicherAmBerg-Experte Gerhard Mössmer bereichert seit Jahren jedes Bergauf – und übrigens auch viele andere Publikationen des Österreichischen Alpenvereins – mit seiner Expertise und vor allem damit, seine Themen aus der Bergsport-Praxis so auf Papier zu bringen, dass man Freude beim Lesen hat und vor allem: dabei etwas lernt. Wie man Skikanten am besten schleift, um „scharfe Latten“ zu bekommen etwa. Ich möchte insgesamt die Gelegenheit nutzen, allen Mitwirkenden des Magazins ein großes Danke auszudrücken. Es begeistert mich von Ausgabe zu Ausgabe aufs Neue, wie viel Vielfalt, Expertise und vor allem Einsatz im Österreichischen Alpenverein steckt. Bei fünf Ausgaben im Jahr, das sind 412 Seiten Bergauf, in denen die Themen des Alpenvereins vermittelt werden, kommt einiges zusammen. Dass nicht jedes Thema allen Leserinnen und Lesern zusagen kann, liegt in der Natur der Sache. Die einen interessieren sich für Bergsport, die passende Ausrüstung und das Bildungsangebot im Verein. Andere lesen lieber über die Naturschutzaktivitäten des Alpenvereins oder die Wege und Hütten. Wieder andere finden sich in den Themen der Alpenvereinsjugend wieder, genießen „Tage draußen“ und schätzen das Engagement in Sachen Inklusion und Kinderschutz. Wir bemühen uns, die Vielfalt des Alpenvereins in jeder Ausgabe abzubilden. Dieses Bergauf widmet sich vertieft dem Thema Skitouren. Mit dem traditionellen Skitest wird neues Equipment vorgestellt, wir haben Tipps, welche Skibauweise zu welchen Bedürfnissen passt, und es gibt einen Beitrag in Sachen Notfallausrüstung. Damit läuten wir den Winter ein und freuen uns auf schöne, sichere Wege ins Freie. Viel Freude beim Lesen und einen guten Start in den Winter!
Dani Tollinger ist schon seit vielen Jahren für die Gesamtleitung des Ausbildungsprogramms risk’n’fun (S. 30) FREERIDE / BIKE verantwortlich und – immer noch am liebsten draußen in den winterlichen Bergen gemeinsam mit einer guten Crew am Snowboard unterwegs.
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Aktuelle Informationen: www.alpenverein.at f facebook.com/alpenverein I instagram.com/alpenverein 3
inhalt Heft #5.2023 November/Dezember
46 „Man sollte die Synergien nutzen.“ Interview mit einem der jüngsten Sektionsvorsitzenden Österreichs. 50 Die Gamsgrube im Widerstreit 54 Mountainbiken im Burgenland
REGIONAL Foto: Lukas Kremser, 2023
42 thema 10 Zwei Bretter, tausend Möglichkeiten 14 Ausrüstung für den Wintersport Der große Skitest 2023/24 stellt die Neuheiten am Markt vor. 24 Scharfe Latten 26 Lawinen-Notfallausrüstung 29 snow.institute 30 risk’n’fun FREERIDE
UNTERWEGS
64 Auf die Magernigspitze vom Fraganter Schutzhaus
RESPEKTVOLL 68 „Es sind die Menschen, die unseren Verein prägen.“ Alpenvereinspräsident Andreas Ermacora blickt im Interview zurück auf zehn Jahre Präsidentschaft. 72 Was ist los im Nationalpark Hohe Tauern? 76 „Man kann wirklich (fast) alles schaffen, wenn man nur will!“ Inklusion in der Alpenverein-Akademie 79 Mit Rückenwind geht’s vorwärts
KULTUR
34 Heiß auf Eis Ausrüstungstipps für den Trendsport Eisklettern.
84 Die Erfindung der Konservendose Wie die Dose ihren Weg in den Bergsteigerrucksack fand.
38 100 Jahre „Grünes Kreuz“
87 Im Schaukasten: Glockner-Obsession
42 Drei Hütten ausgezeichnet
88 Bildgeschichten: In der Schlucht
� Das Titelbild stammt von Ronald Bürscher aus Steyr. Es ist am Almkogel (OÖ) auf ca. 1.500 m Höhe entstanden.
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60 Investition in die Jugend Engagement für die Fraganter Jugendherberge.
3 editorial 7 Ausgangspunkt 33 Einsichten 45 Ab ins Freie 49 Bergspitzen 58 Alpenvereinsshop 66 Vereinsintern 67 Paragraph 63 RespektAmBerg 71 Kinderwelt 82 Auslese 90 Vorschau/Impressum
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im gespräch Alpenvereinspräsident Andreas Ermacora hängt mit Ende des Jahres sein Amt an den Nagel. Im Interview blickt er zuück. Foto: Martin Ermacora
Bergauf
Mitglieder werben zahlt sich aus. Melden Sie uns Ihre neu gewonnenen Mitglieder und schicken Sie uns deren Daten (Name, Adresse, Geburtsdatum) und Ihren Prämienwunsch an:
Begeistern Sie Freunde und Bekannte von den Vorteilen des Alpenvereins und holen Sie sich Ihre Prämie …
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Aktion gültig von 1. September bis 31. August des Folgejahres. Einsendeschluss: 1. Dezember. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
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erhalten Sie eine Alpenvereinskarte* Ihrer Wahl.
… für 5 neue Mitglieder erhalten Sie einen Gutschein von SPORTLER** im Wert von € 70,– und zusätzlich ein Monatsabo für die alpenvereinaktiv.com-App von Edelweiss alkoholfrei.
erhalten Sie einen Gutschein von SPORTLER** im Wert von € 160,– und zusätzlich ein Jahresabo für die alpenvereinaktiv.com-App von Edelweiss alkoholfrei.
Österreichischen Alpenverein „Mitglieder werben“ Olympiastraße 37 6020 Innsbruck
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* Expeditions- und Sportkletter karten sind von dieser Aktion ausgenommen. ** Der Warengutschein von Sportler kann im Onlineshop www.sportler.com, in allen Sportler-Filialen oder telefonisch unter +39/0471/208202 eingelöst werden.
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Deine Alpenvereins-Mitgliedskarte beinhaltet: – eine umfassende Freizeit-Unfallversicherung – Kletterhallenermäßigung – Rabatte bei unseren Vorteilspartnern – Ermäßigung auf Alpenvereinshütten – Tools zur Wetter- und Tourenplanung – Karten, Bücher, Magazine zum Sonderpreis – Zugang zu Bergsport-Ausbildungen – fundierte Jugend- und Familienarbeit – Beitrag zur Erhaltung der Bergnatur
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Alle Informationen dazu findest du auf www.alpenverein.at/vorteile
2024 führen wir die zweckgebundene Beitragsabfuhr ein und passen den Mitgliedsbeitrag an die aktuellen Inflationswerte an. Die Kategorie „Kinder und Jugendliche“ bleibt davon unberührt!
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Bergauf
ausgangspunkt
Wolfgang Schnabl
Alpenvereins-Vizepräsident
Künstliche Intelligenz im Alpenverein Wanderkarten werden nur mehr am mobilen Gerät angeboten? Informationen über Veranstaltungen gibt es nur mehr digital? Die Mitgliedskarte ist nur mehr am Handy verfügbar?
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iese digitalen Varianten benötigen keinen großen Diskussionsbedarf. Unsere Mitglieder erwarten sie von uns und wir bieten sie bereits an – optional. Es wird weiterhin Wanderkarten auf Papier geben – insbesondere auch in unseren Ausbildungen, in denen wir lernen, Risiken einzuschätzen und zu minimieren. Die Genauigkeit und Einfachheit von digitalen Karten mit automatischer GPS-Position bieten zusätzliche Sicherheit, andererseits besteht in den Bergen ein erhöhtes Risiko, dass digitale Geräte ausfallen. Wollen wir sicher unterwegs sein, benötigen wir ein Zusammenwirken von digital und analog.
Foto: norbert-freudenthaler.com
Eine KI ist immer nur so gut wie das Material, mit dem sie trainiert wurde. Hier liegt auch die Gefahr eines unreflektierten Einsatzes. Schwieriger und jedenfalls emotionaler wird die Diskussion beim Thema künstliche Intelligenz (KI), obwohl diese unbemerkt bereits etliche unserer Lebensbereiche erobert hat. Beim Wetterbericht
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hinterfragen wir die Verwendung nicht mehr, auch nicht bei Facebook, Google und Co. Der Einsatz von KI kann auch in den Bergen Vorteile bringen – etwa beim Erstellen von Tourenvorschlägen unter Vermeidung überlaufener Wanderrouten, wetter bedingter Schwierigkeiten oder erhöhter Lawinengefahr. Dies klingt, jedenfalls in der Theorie, fantastisch, die Entwicklung steckt jedoch noch in den Kinderschuhen. Eine KI ist immer nur so gut wie das Material, mit dem sie trainiert wurde. Hier liegt auch die Gefahr eines unreflektierten Einsatzes. Werden Wanderrouten oder Ausrüstungsempfehlung unkritisch hingenommen, so laufen wir nicht nur Gefahr, inhaltlich falsche Ratschläge zu befolgen, sondern wir geben dadurch auch die Eigenverantwortung an eine Maschine ab. Ein geschulter Umgang mit KI-Werkzeugen ist daher Grundvoraussetzung für den Einsatz als Entscheidungshilfe. Der Alpenverein wird auch diese Technologie vermehrt einsetzen – gezielt dort, wo sie für uns Menschen Vorteile und ein Mehr an Sicherheit bringt. Die Essenz des Alpenvereins liegt jedoch darin, Menschen authentische Naturerlebnisse in den Bergen zu bieten, die mit persönlichen Erfahrungen, Gemeinschaft und Emotionen verbunden sind. Der Alpenverein unterstützt mit digitalen Hilfsmitteln analoges Naturerlebnis, vermittelt von Menschen für Menschen. —
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rucksack
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Dieses Foto stammt von Markus Bachofner. Er hat es bei einem Fotowettbewerb des Alpenvereins eingereicht. Es ist bei einer Schneeschuhtour zum Penkkopf (Kleinarl) entstanden. „Mitten in der tief verschneiten Winterlandschaft und unweit einer geschlossenen Hütte stand dieser eingeschneite Lokus. Die typische alpenländische Bauweise gepaart mit dem schönen Wetter und der Winterlandschaft haben mich veranlasst, diese Aufnahme zu machen“, so Markus.
Das Bild wurde vor wenigen Wochen auf unserem Instagram-Kanal veröffentlicht. Wir haben einige FollowerKommentare für euch eingefangen: »Stilles Örtchen eingemümmelt im Schnee.« I »Heisl with a View.« I »W ald C apelle mit Herz.« I »Romantisches, stilles Örtchen.« I »Endlich mal keine Warteschlange!« I »Ein Herz mitten im Schnee!« I »Gut Ding braucht Weile.« I »Wenn‘s mal wieder länger dauert ...« I »Von Natur, für Natur.« I »Stilles Örtchen gesucht?« I »Wenn’s mal dringend ist: Schnapp dir eine Schneeschaufel.« I »Toilette gerade auf Eis gelegt!« I »Herzhausen.« I »Dixie 0.1.« I »Sch***-kalt.« I »Im Winter geschlossen.«
aufgestöbert
Für warme Finger: Fäustlinge
Festival: Mountainfilm Graz
Fotos: Markus Bachofner, Philipp Reiter, Olaf Krüger, Simon Schöpf
Online-Service: Lost and Found Ein sportiver Fäustling von Zanier mit Topmaterialien: Wasserdicht mit SYMPATEX®Membran, warm isoliert mit LOFT. Zusätzlich wärmt das komfortable INSIDE FINGER System. Bei extremer Kälte können auf der Oberhand kleine Heizkissen platziert werden. Infos: alpenverein. shop 8
„Leser für Leser“ ist der OnlineService für Mitglieder. Hier können Sie verlorene Dinge wiederfinden, nach Angeboten suchen, Ausrüstung oder Literatur zum Verkauf anbieten oder den Traum-Bergpartner entdecken. Anzeigen und Infos unter: alpenverein.at/portal/service/bergauf/003_ leser_fuer_leser
Das 35. Mountainfilm Graz geht von 14. bis 18. November im Schubertkino und Congress Graz über die Bühne. Mit Outdoorfilmen und Vorträgen von Persönlichkeiten aus der Alpinszene – etwa Thomas Huber und Gerlinde Kaltenbrunner – begeistert das Festival sein Publikum. Infos: mountainfilm.com
alpenverein basecamp In der 20. Folge des alpenverein basecamp sprechen Bergsteigerlegende Reinhold Messner, Psychotherapeut Manfred Ruoß und der Alpinist Lukas Wörle über Egoismus und Altruismus am Berg. Das alpenverein basecamp entsteht mit Unterstützung der Generali Versicherung. Zum Podcast: alpenverein.at/ basecamp
Bergauf
zahlendatenfakten
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Randnotiz So oft wurde das „Grüne Kreuz“ bereits verliehen. Seit 1923 die ersten Bergretter vom Österreichischen Alpenverein mit dem „Grünen Kreuz“ ausgezeichnet wurden, gilt die Verleihung dieser Ehrung als die höchste Auszeichnung, die man für besonderen Einsatz bei alpinen Rettungen und Bergungen erhalten kann.
Aktuell gibt es in Österreich mehr als 12.600 Bergretterinnen und Bergretter sowie 200 Suchhunde, die sich auf 291 Ortsstellen verteilen. Dank ihrer intensiven Ausbildung können sie Menschen, die in Alpinnot geraten sind, professionell helfen.
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¡ Und hier geht’s zur Website: bergundsteigen.com
Die nächste Ausgabe von bergundsteigen widmet sich im Themenschwerpunkt dem Wandel. Alles ist im Fluss. Alles verändert sich – auch im Bergsport. Darüber hinaus dreht sich in der Winterausgabe alles um neue Ansätze in der Lawinenkunde. Der Lawinenwarndienst Bayern stellt eine neue Methode zur Schneedeckendiagnose vor und der ehemalige Ausbildungsleiter der Österreichischen Bergführerausbildung, Klaus Hoi, beschäftigt sich mit dem Konzept „Lawinenzeit“. bergundsteigen ist das Fachmagazin des ÖAV, DAV, SAC und AVS.
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Peter Angermann
Alpenverein Landesverband Kärnten
Bodenschutz Eng mit dem Klimaschutz verbunden ist der Boden schutz. Die Alpenkonvention widmet diesem Thema sogar ein eigenes Durchführungs protokoll. Ziel ist die Vermin derung der quantitativen und qualitativen Bodenbe einträchtigungen. Die Alpen konvention ist geltendes Recht in Österreich und da jedes Grundstück in Österreich zu einer Gemeinde gehört, verpflichtet dieser Umstand insbesondere die Gemeinden. Die örtliche Raumplanung, die im eigenen Wirkungs bereich der Gemeinde liegt, ist ein möglicher Ansatzpunkt für Klimaschutz durch Boden schutz. Der Österreichische Alpenverein bietet seit einigen Jahren Schulungen zur Anwendung der Alpenkonven tion auf Gemeindeebene an. Nähere Auskünfte dazu gibt es beim Landesverband Kärnten unter kaernten@ landesverband.alpenverein.at 9
Foto: Gerhard Mössmer
Thema
Zwei Bretter, tausend Möglichkeiten Wie breit? Wie lang? Wie weich? Fragen über Fragen, die uns beschäftigen, um das richtige Material für unsere persönlichen Skibedürfnisse zu finden … Björn Heregger
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Bergauf
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endig und verspielt, aber unruhig bei high Speed“: Ja no na ned! Als erste und wichtigste Grundlage, um den passenden Ski für euch zu finden, müsst ihr euch im Klaren darüber sein, welche Bedürfnisse ihr an den Ski habt und welcher Skifahrer ihr tatsächlich seid und nicht, welcher ihr gerne sein würdet. Welche Einflussgrößen die Wahl des Skis maßgeblich beeinflussen, um euren Ansprüchen gerecht zu werden, wollen wir im Folgenden näher beleuchten. Lange bevor wir uns über Radien und Bauweisen unterhalten haben, war die Skilänge die bestimmende Größe für die Wahl des Skis. 180 cm fühlten sich in grauer Vorzeit, also bis in die späten 1990er, ziemlich genau wie 180 cm an. Auf Grund der klassischen Camber-Konstruktion (Abb. 1) – etwas anderes gab es nicht – waren die Kontaktpunkte im Schnee quasi ident mit der Länge. Über unterschiedliche Härtegrade musste man sich nicht unterhalten, da nur den richtig steifen Latten Vertrauen geschenkt wurde und alles andere nicht in Erwägung kam bzw. gar nicht am Markt war. Für Skitraditionalisten und Buckelpisten-Fans waren das glorreiche Zeiten: Niemals war Skifahren – rein technisch gesehen – elitärer und nur die Besten konnten dem Material auch wirklich Herr werden, alle anderen kämpften ums Überleben. Dann betrat Shane McConkey* die Bühne der Skiwelt und mit ihm wurde die Art und Weise, wie wir über Skidesign gedacht haben, über den Haufen geworfen. Stabilität und Handling eines Skis wird heute nicht mehr „nur“ über die Länge bestimmt, sondern vielmehr über unterschiedlichste Formen, Konstruktionen und Materialien. Aber der Reihe nach:
Wie Schaufel (Tip) und Skiende (Tail) designt sind, hat einen erheblichen Einfluss darauf, wie sich ein Ski fährt. Rocker oder Early Rise, Swallow oder Pin Tail – was zum Geier ist damit eigentlich gemeint? Die Länge des Rockers vorne und hinten ist jene Länge, die sich – wieder vorne und hinten – vom Boden abhebt, wenn der Ski flach am Boden aufliegt bzw. dieser mit Kraft auf den Boden gedrückt wird. So weit, so klar. Wie Schaufel (Tip) und Skiende (Tail) designt sind, hat einen erheblichen Einfluss darauf, wie sich ein Ski fährt. Bei gleicher Länge fühlt sich ein Ski, dem vorne und hinten mehr Rocker gegönnt wurde, wendiger an als andersherum. Wendiger bedeutet in diesem Zusammenhang aber auch unruhiger, wenn’s in die Schussfahrt geht. Flache Schaufeln fühlen sich vom Auftrieb her eher geschmeidig, aber etwas träge an, mehr Schaufelbiegung wirkt hingegen sportlicher, könnte sich aber wie ein Schneepflug verhalten. Dem Shape (Form) des Tails wird bisweilen zu wenig Beachtung geschenkt. Wir wissen aber, dass ein Großteil der Skicommunity zu viel Rücklage aus eigener Erfahrung kennt. Dabei könnte dich
der Ski bei steiferer Bauweise und weniger Rocker eher unterstützen. Im Gegenzug könnte diese Art des Shapes aber – wenn man dem nicht Herr wird – das ganze Drama wie ein Raketentriebwerk beschleunigen. Mit mehr und weicherem Rocker am Tail wird dir das der Ski eher verzeihen, dafür wird er sich aber nicht ganz so sportlich anfühlen. Dem Ganzen könnte man auch selbst auf die Sprünge helfen, indem man die Kanten im Schaufel- sowie im Endbereich abrundet. Zuerst ein bisschen und dann immer weiter Richtung Skimitte. Jérémie Heitz** macht das z. B. über die gesamte Länge des Rockers, weil diese Kante sowieso überflüssig ist, wie er sagt. Effektive Kantenlänge Die Heitz’sche Methode des Kantenbrechens führt uns unweigerlich zur effektiven Kantenlänge, also jener Länge der Kante, die uns im Schwung zur Verfügung steht. Fährt man den Ski entlang der Kante – die Kenner sprechen vom Carving – entscheiden die Kontaktpunkte über die Länge der benutzten Kante und somit die Stabilität oder Agilität. Die effektive Kantenlänge fühlt sich bei unterschiedlichen Schneebedingungen anders an: Je weicher der Schnee, desto eher wird man die gesamte Kante nutzen können. Je härter der Schnee, desto mehr Fahrkönnen wird man aufbringen müssen. >
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Skilänge und Kantenlänge Skilänge effektive Kantenlänge Kontaktpunkt
Kontaktpunkt Mittelbreite
* Shane McConkey (*1969 – † 2009) war der Vorreiter des Ski-Basejumps und eine der treibenden Kräfte hinter dem neuartigen Rocker-Design bei Freeride-Ski. ** Jérémie Heitz (*1989) ist bekannt als einer der schnellsten Freerider der Welt. Im Jahr 2016 hat der Schweizer Skiprofi eine Liste der berühmtesten Steilwandabfahrten der Alpen abgehakt, meist von Gipfeln über 4.000 m. Im „Freeride-Stil“ erreichte er dabei Geschwindigkeiten von teilweise über 100 km/h.
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großer Radius
kleiner Radius effektive Kantenlänge
Taper
Kontaktpunkt
Kontaktpunkt
Abb. 1: Je nach Konstruktion und Radius ist die effektive Kantenlänge unterschiedlich.
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thema >
Länge, Kontaktpunkt und Radius Sowohl im Bereich der Schaufel als auch am Skiende finden wir einen Punkt am Ski, an dem sich dieser wieder verjüngt. Stellt man einen Ski auf dessen Kante, dann sind die Punkte, an denen er vorne und hinten aufliegt, unsere Kontaktpunkte bzw. die jeweils breitesten Stellen. Daher haben die Art und Weise, wie Tip und Tail entworfen werden, einen erheblichen Einfluss auf die Kontaktpunkte (= effektive Kantenlänge) und somit das Handling. Kurz gesagt: Bei gleicher absoluter Länge fühlt sich ein Ski, dessen Kontaktpunkte weiter voneinander entfernt sind, länger und stabiler an als umgekehrt. Ski mit enger beisammen liegenden Kontaktpunkten fühlen sich hingegen fehlerverzeihender und wendiger an. Wird der Radius – letzten Endes nichts anderes als der Kontaktpunkt – weit in die Schaufel gezogen, kann man die gesamte Länge der Kante nutzen, der Ski neigt aber eher zum „Einsteuern“, besonders bei weicher Bauweise. Ob nun 17 oder 24 m Radius das Optimum im FreerideBereich darstellen, sei dahingestellt, da es sich letzten Endes um persönliche Vorlieben handelt. High-Speed-Athleten (und solche, die glauben welche zu sein) werden natürlich 25 m und mehr ins Auge fassen. Der Genuss-Freerider bleibt eher bei ca. 17 m. Aber es kann z. B. auch sein, dass sich ein Ski mit 20 m Radius mit kurzer effektiver Kantenlänge wendiger anfühlt als ein Ski mit 17 m Radius und relativ langer effektiver Kantenlänge. Einen entscheidenden Einfluss auf die effektive Kantenlänge hat außerdem die Biegelinie deines Skis.
¡nfo
Die wichtigsten Skitypen in der Übersicht Camber
Abb. 2: Full Camber: Diese Bauweise war über Jahre das klassische Skiprofil: Die Vorspannung (Camber) des Skis reicht von der Skispitze (Tip) bis zum Skiende (Tail).
Rocker
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Abb. 3: Tip-Rocker: Der Ski hat am Tip einen Rocker und in der Mitte einen Camber.
Rocker
Camber
Rocker
Abb. 4: Tip-Tail- Rocker: Der Ski hat sowohl am Tip als auch am Tail einen Rocker, dazwischen einen Camber.
Rocker
Flat
Rocker
Biegelinie (Flex) Wie hart darf’s denn sein? Wenn man über den Flex eines Skis zu sprechen kommt, scheiden sich die Geister. Wobei sich mehrheitlich die Idee hält, dass nur ein ziemlich harter Ski auch Stabilität und Ruhe vermittelt. Grundsätzlich versucht man, eher die Biegelinie eines Skis zu bewerten als den reinen Härtegrad. Weist ein Ski über die gesamte Länge eine möglichst ausgewogene Biegelinie auf, ist er gut ausbalanciert und man fühlt sich mit12
Abb. 5: Flat to Rocker: Der Ski hat sowohl am Tip als auch am Tail einen Rocker, dazwischen aber keinen Camber (flat).
Full Rocker
Abb. 6: Fullrocker: Der Ski hat einen durchgehenden Rocker.
Bergauf
Möchte man unbedingt eine SpaßPowder-Latte mit doppeltem Rocker und reverse Camber, weil das so cool ist und auf Insta besser kommt, muss man dafür auf eisigen Abfahrten Abstriche machen. tiger am Ski. Diese Eigenschaft des Skis ist im Vorhinein aber schwer zu ermitteln und man gelangt nur über Testfahrten zur Erkenntnis. Weichere Ski fühlen sich in der Regel etwas geschmeidiger und vor allem fehlerverzeihender an als die härtere Gangart. Ganz harte „Latten“ sind zwar stabiler, erfordern aber auch (viel) mehr Kraftaufwand. Material Hand aufs Herz: Wer von euch versteht noch das ganze Technologiegeschwafel, das bisweilen auf den Skiern aufgedruckt ist? Oder andersherum gefragt: Welche Rolle spielt das Material wirklich? Als Faustregel könnte man wie folgt festlegen: Schwerere Ski mit eher klassischem Aufbau, also Buchenholz und evtl. auch noch Titanal-Ober- und Untergurt, lie-
T ¡pp Schaut euch um, wo es Skitests gibt (z. B. auf den nächsten Seiten), oder – noch besser – wo ihr ein kompetentes Sportgeschäft zur Hand habt, um verschiedenste Modelle durchzutesten. Nur so bekommt man einen persönlichen Eindruck der unterschiedlichen Fahreigenschaften und welches Modell den Nagel auf den Kopf trifft. Und noch was: Gefallen sollen einem die Teile auch, denn es steht sich einfach besser auf einem schönen Ski.
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gen satt und dämpfen mächtig. Leichtere Artgenossen mit Pappel- oder PaulowniaHolzkern mit Carbonstringern und Glasfaserbegurtung sind kraftsparender und wendiger, aber auch definitiv unruhiger und flattriger, wenn’s mal schneller zur Sache geht. Nicht vergessen sollte man auch die angepasste Wahl von Bindung und Schuh. Ein schwerer Freeride-Ski nützt wenig, wenn der Schuh die Kraft nicht verarbeiten kann oder die Bindung den auftretenden Kräften nicht Herr wird. Bindungsmontagepunkt (BMP) Zu guter Letzt spielt der Bindungsmontagepunkt eine Rolle dabei, wie sich der Ski fährt. Sukzessive wanderte dieser immer mehr Richtung Skimitte. Je weiter die Bindung Richtung Skimitte montiert wird, desto wendiger verhält sich der Ski. Das birgt aber auch die Gefahr, dass der Druck auf die Schaufel zu groß wird und diese im Powder nicht so gut aufschwimmt. Beim klassischen Montagepunkt erreicht man vor allem vor der Bindung mehr Stabilität. Das wiederum bringt den Nachteil mit sich, dass das Tail im Powder absäuft, weil der Druck hinten zu groß wird. Fazit Fällt es euch nun leichter, euren kommenden Lieblingsski auszusuchen? Wahrscheinlich nicht! Verwirrter? Auf alle Fälle! Aber vielleicht kann man nun ein wenig besser verstehen, warum „Wendig und verspielt, aber unruhig bei high Speed“ nur so sein kann, da es die eierlegende Wollmilchsau am Skimarkt leider nicht gibt. Möchte man unbedingt eine SpaßPowder-Latte mit doppeltem Rocker und reverse Camber, weil das so cool ist und auf Insta besser kommt, muss man dafür auf eisigen Abfahrten Abstriche machen. Gleichwohl wird mich der superleichte Freeride-Tourer mit Carbon-Technologie zwar zu meinen Traumabfahrten führen, sollte ich es aber mal krachen lassen, wird’s mit Sicherheit unruhig werden … — Björn Heregger ist Ex-Freeride-Profi und Skitester mit sehr viel Gefühl, was Cruisen und Gelände betrifft.
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Ausrüstung für den Wintersport Mit dem Winter im Anmarsch steht der Blick aufs Equipment an: Ist alles vom letzten Jahr noch in Schuss oder braucht es mal wieder einen neuen Schuh oder gar neue Ski? Die BergaufTester stellen auf den kommenden Seiten die Neuheiten am Markt vor. Andreas Lercher
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ir haben vorab das neue Material gesichtet und ausprobiert. Vorgestellt wird eine (natürlich subjektive) Auswahl der interessantesten Neuheiten. Um das Ganze übersichtlicher zu gestalten, unterscheiden wir die Kategorien, Leichtgewicht, Allround, Freetour und TourFreeride. Wir fahren die Neuheiten über mehrere Wochen mit verschiedenen Probandinnen und Probanden mit unterschiedlichem skifahrerischem Können bei Touren im Gelände, unterschiedlichsten Bedingungen und auf Piste. Die Feedbacks werden ausgewertet und die Beschreibungen eingebracht. Auf von Herstellern nicht vormontierten Skimodellen wurde mit Fritschi-Bindungen (XENIC, VIPEC EVO, TECTON) getestet. Beim geringen Gewicht der Ski scheint eine untere Grenze erreicht worden zu sein. Typisch für die neuen Modelle
detaillierten Testergebnisse gibt es online unter: Foto: Haglöfs - Roman Königshofer
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sind ihre ausgewogenen Allroundeigenschaften, die spielerische Schwungeinleitung und dass diese im Vergleich zu älteren Modellen spürbar kraftsparender gefahren werden können. Daneben haben fast alle Hersteller Modelle mit beeindruckender Abfahrtperformance, die vor allem sportliche Fahrer*innen ansprechen werden. Im Test haben uns einige Modelle besonders beein-
druckt: Salomon MTN 91 CARBON und Trab MISTOCO.2 bei den Leichtgewichten, Atomic BACKLAND 88, Hagan ULTRA 89, Elan RIPSTICK TOUR 88, Kästle TX 87 UP, MOVEMENT LOGIC 86 bei den Allroundern, DPS PAGODA TOUR 106 C2, Fischer TRANSALP 105 CTI, K2 WAYBACK 98, Salomon QST Echo 106, Stöckli EDGE FT, Zag UBAC 95 und Blizzard RUSTLER 11, Stöckli STORMRIDER
102, Völkl BLAZE 114 in der Kategorie TourFreeride. Abgesehen vom BOA-Verschlusssystem bei den freerideorientierten Modellen gibt es bei den Schuhen eigentlich keine technischen Neuerungen. Optimiert wurde bei Trage-, Aufstiegskomfort, Passform und Kraftübertragung. Daneben gibt’s neue Modelle für Kids. Bei den Bindungen setzt sich der Trend der letzten Jahre fort. PLUM bringt die einzige technische Neuerung. Bei den neuen Modellen wurde in erster Linie bei der Bedienerfreundlichkeit optimiert und zudem gibt es einige Modelle für Kids und Leichtgewichte. ATK stattet die EVO-RTSerie mit dem bisher nur in den RAIDER- und FREERIDER-Modellen eingebauten, im Aufstiegsmodus automatisch arretierenden Stopper aus, der beim Umstellen in den Abfahrtsmodus automatisch wieder aktiviert wird. ATOMIC hat die BACKLAND-SUMMIT-BRAKE-Serie neu – auch hier ein Modell für Kids und Leichtgewichte. HAGAN kommt mit der Freetour- und Freeride-Bindung CORE 12 EVO, während MARKER die neue CRUISELinie mit zwei Steighilfen und bestem Bedienungskomfort auf den Markt bringt – eine ALPINIST JR für Kids und sehr leichte Fahrer*innen sowie ein zusätzliches Modell der Freeride-Bindung DUKE PT. PLUME baut bei der neuen KARIBOU wiederum auf einen gesplitteten aktiven Längenausgleich (8 mm am Vorder-, 4 mm am Hinterbacken), was sich beim Ausprobieren durchaus positiv bemerkbar machte. DYNAFIT, FRISTCHI und Trab haben ihr Sortiment nicht verändert. — Bergauf
Der große Skitest 2023/24
Ski Touring LEICHTGEWICHT Rund 2000 g/Paar — Allroundeigenschaften für lange alpine Unternehmungen, solider Abfahrtsperformance und gute Allroundeigenschaften für hochalpine Unternehmungen und all jene, die möglichst schnell aufsteigen wollen. Bei schwierigen Schneeverhältnissen ist gutes skifahrerisches Können gefragt.
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T: 116-85-100 mm R: 18,5 m L: 154 cm, 161 cm*, 169 cm, 177 cm* G/Paar: 1.940 g (177 cm) EUR 1000,00 www.movementskis.com
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SPEED
slow beginner
LEVEL
ALLROUND
Dynafit RADICAL 88 W
Elan RIPSTICK TOUR 88 W
T: 121-88-110 mm R: 20,5 m L: 151 cm, 158 cm, 166 cm, 174 cm* G/Paar: 2.560 g (174 cm) EUR 700,00 www.dynafit.com
T: 130-88-105 mm R: 15,4 m L: 146 cm, 154 cm, 162 cm, 170 cm*, 178 cm G/Paar: 2.990 g (170 cm) EUR 649,95 www.elanskis.com
• einfaches Handling • fehlerverzeihend • klassischer Allrounder, am besten im Weichschnee • guter Pistentourer
long fast expert
TURN
short
SPEED
slow beginner
LEVEL
ALLROUND
long fast expert
• souverän in jeder Situation • laufruhig • viel Grip auf hartem Untergrund • auch als Herrenmodell TURN
long
SPEED
fast
LEVEL
expert
short
slow beginner
ALLROUND
ALLROUND
Ski Touring ALLROUND Die Alleskönner — aufwendigere Bauweise, 85+/-5 mm in der Mitte, und etwas schwerer. Vor allem auf hartem Untergrund heben sie sich von Leichtmodellen sehr deutlich ab und sie sind für Pistentouren am besten geeignet. Mittellange Schwünge bei moderater bis maximal mittlerer Geschwindigkeit sind angesagt.
Fischer TRANSALP 92 CTI PRO
Hagan ULTRA 89
T: 124-92-111 mm R: 21 m L: 162 cm, 169 cm, 176 cm*, 183 cm G/Paar: 2.520 g (176 cm) EUR 850,00 www.fischersports.com
T: 124-89-107 mm R: 18 m L: 154 cm, 162 cm, 170 cm*, 178 cm G/Paar: 2.240 g (170 cm) EUR 699,00 www.hagan-ski.com
• immer und überall sehr souverän • stark auf hartem Untergrund • sehr gut bei wechselnden Schneeverhältnissen
• sehr interessant für Ambitionierte • superleicht und zuverlässig • guter Auftrieb • im Weichschnee am besten
TURN
short
SPEED
slow beginner
16
ALLROUND
LEVEL
long fast expert
TURN
long
SPEED
fast
LEVEL
expert
short
slow beginner
Bergauf
K2 WAYBACK 89 T: 121-89-107 mm R: 19,3 m L: 160 cm, 167 cm, 174 cm*, 181 cm G/Paar: 2.550 g (174 cm) EUR 650,00 www.k2snow.com • spielerisch • fehlerverzeihend • für alle Könnensstufen • stabil und gut auch bei schwierigen Verhältnissen TURN
short
long
slow beginner
Salomon MTN 91 CARBON
T: 124-86-113 mm R: 15,0 m L: 161 cm, 169 cm*, 177 cm* G/Paar: 2.900 g (177 cm) EUR 600,00 www.movementskis.com
T: 124-91-110 mm R: 18,0 m L: 150 cm, 158 cm, 166 cm, 174 cm*, 182 cm G/Paar: 2.400 g (174 cm) EUR 700,00 www.salomon.com
• für alle Niveaus • spielerisch, aber sportlich • Allrounder fürs Klassische • auch als Women-Modell
SPEED LEVEL
Movement LOGIC 86
fast expert
ALLROUND
TURN
short
SPEED
slow beginner
LEVEL
• so richtig leicht! • will’s eher sportlich • sehr einfach im Weichschnee long fast expert
ALLROUND
TURN
long
SPEED
fast
LEVEL
expert
short
slow beginner
ALLROUND
ALLROUND
ALLROUND
ALLROUND
ALLROUND
Kästle TX 87 UP
Ogso JAEGER 80
Völkl BLAZE 82
Völkl RISE JR
T: 124-87-111 mm R: 15,5 m L: 150 cm, 158 cm, 166 cm, 174 cm*, 182 cm G/Paar: 2.890 g (174 cm) EUR 699,00 www.kaestle.com
T: 123-86-107 mm R: 18,0 m L: 156 cm, 164 cm, 172 cm, 180 cm*, 188 cm G/Paar: 2.800 (180 cm) EUR 775,00 www.ogso-mountain-essentials.com
T: 129-82-107 mm R: 15,0m L: 159 cm, 166 cm*, 173 cm*, 180 cm G/Paar: 2.910 g (173 cm) EUR 600,00 www.volkl.com
T: 138-86-111 mm R: 10,0 m L: 118 cm, 128 cm, 138 cm*, 148 cm, 158 cm G/Paar: k. A. EUR 300,00 www.volkl.com
• kann alles • stark auf hartem Untergrund • gutmütig, aber nicht langweilig • TX 87 UP - 154 | 162 | 170 | 178 | 186 cm – EURO 699,00
• kinderleichte Schwungeinleitung • wenig Kraftaufwand • am besten im Weichschnee
SPEED
TURN
long
SPEED
fast
LEVEL
expert
short
slow beginner
TURN
short
slow beginner
#5.2023 — November/Dezember
LEVEL
long fast expert
• unheimlich vielseitig und zuverlässig • perfekt ausgewogene Fahreigenschaften • sehr gut auf hartem Untergrund • sehr gut im zerfahrenen Schnee TURN
long
SPEED
fast
LEVEL
expert
short
slow beginner
• spielerisch • vielseitig • gut auf hartem Untergrund TURN
long
SPEED
fast
LEVEL
expert
short
slow beginner
17
ATOMIC BACKLAND 98 W
DPS PAGODA TOUR 106 C2
T: 127,5-98-118 mm R: 17,0 m L: 156 cm, 164 cm*, 172 cm G/Paar: 2.400 g (164 cm) EUR 749,99 www.atomic.com
T: 137-106-121 mm R: 19,0 m L: 155 cm, 163 cm, 171 cm, 179 cm*, 184 cm G/Paar: 3.100 g (179 cm) EUR 1549,00 www.dpsskis.com
• superleicht und einfach zu fahren • für unterschiedlichste Könnensstufen • gut bei schwierigen Bedingungen • guter Grip auf hartem Untergrund TURN
short
long
SPEED
slow beginner
• Auftrieb, Laufruhe und Stabilität • macht in jedem Schnee gute Figur • gemütlich oder sportlich – egal • sehr einfache Schwungeinleitung
fast
LEVEL
expert
PERFORM & FREETOUR
TURN
short
SPEED
slow beginner
LEVEL
PERFORM & FREETOUR
long fast expert
Movement AXESS 90 women
Fischer TRANSALP 105 CTI
T: 127-90-116 mm R: 15,0 m L: 154 cm, 161 cm, 169 cm*, 177 cm G/Paar: 2.940 g (169 cm) EUR 750,00 www.movementskis.com
T: 139-105-124 mm R: 22,0 m L: 164 cm, 171 cm, 178 cm, 185 cm G/Paar: 3.060 g (178 cm) EUR 900,00 www.fischersports.com • einer der besten! • kann alles sehr souverän • sehr stark im zerfahrenen Schnee • sehr laufruhig TURN
short
long
SPEED
slow beginner
LEVEL
fast expert
PERFORM & FREETOUR
Wahre Könner — leichter als reine Freerider und im Powder viel besser – für alle, die lange Turns und höhere Geschwindigkeiten lieben.
long fast
LEVEL
expert
slow beginner
PERFORM & FREETOUR
K2 WAYBACK 98
Ogso THOR 90
T: 126-98-114 mm R: 21,1 m L: 165 cm, 172 cm, 179 cm*, 186 cm G/Paar: 2.780 g (179 cm) EUR 700,00 www.k2snow.com
T: 128-95-113 mm R: 18,0 m L: 160 cm, 168 cm, 176 cm*, 184 cm, 192 cm G/Paar: 2.800 g (176 cm) EUR 775,00 www.ogso-mountain-essentials.com
• sehr breite Anwendungspalette • immer gut kontrollierbar • kann’s auch sportlich TURN
short beginner
long
SPEED
fast
LEVEL
expert
slow
• wendig • wenig Kraftaufwand • sehr guter Kompromiss Gewicht – Stabilität TURN
short
long
SPEED
fast
LEVEL
expert
slow beginner
18
TURN
SPEED
short
PERFORM & FREETOUR
PERFORM & FREETOUR
Ski Touring FREETOUR
• vielseitiger, ausgewogener Alleskönner • einfache Schwungeinleitung • stark im zerfahrenen Schnee • auch als Men-Modell erhältlich
Bergauf
Salomon QST Echo 106 T: 139-106-126 mm R: 19,0 m L: 157 cm, 165 cm, 173 cm, 181 cm*, 189 cm G/Paar: 3.520 g (181 cm) EUR 780,00 www.salomon.com • wir waren sehr, sehr angetan! • kann sportlich oder gemütlich • sehr gutes Feedback • sehr stark im zerfahrenen Schnee TURN
short
fast
LEVEL
expert
slow beginner
long
SPEED
PERFORM & FREETOUR
Zag UBAC 95 T: 129,5-95,5-116 mm R: 18,5 m L: 170 cm, 174 cm, 178 cm*, 184 cm G/Paar: 2.840 g (178 cm) EUR 799,00 www.zagskis.com • stabil und sicher • kann sportlich oder gemütlich • sehr ausgewogen • stabil auch auf hartem Untergrund TURN
long
SPEED
fast
LEVEL
expert
short
slow beginner
Ski Touring TOURFREERIDE 100 mm und mehr – Performance pur — stabil und schnell mit ganz viel Auftrieb im Pulver.
PERFORM & FREETOUR
PERFORM & FREETOUR
FREERIDE
FREERIDE
FREERIDE
Stöckli EDGE FT
ATOMIC BENT CHETLER 120
Blizzard SHEEVA 10
Dynafit TIGARD 114
T: 130-94-119 mm R: 18,4 m L: 167 cm, 176 cm*, 185 cm G/Paar: 2.920 g (176 cm) EUR 1099,00 www.stoeckli.ch
T: 143-120-134 mm R: 19,0 m L: 176 cm, 184 cm*, 192 cm G/Paar: 3.600 g (184 cm) EUR 799,99 www.atomic.com
T: 138-113-128 mm R: 22,5 m L: 180 cm*, 188 cm G/Paar: 3.740 g (180 cm) EUR 1000,00 www.dynafit.com
• Stöckli-DNA in jeder Situation • sehr souverän in jeder Schneeart • sehr gutes Feedback • einer der Besten
• Fahrvergnügen pur • gut im zerfahrenen Schnee • mag’s gerne auch flott • laufruhig
T: 132-102-128 mm R: 16,5 m L: 156 cm, 162 cm, 168 cm, 174 cm*, 180 cm G/Paar: 3.600 g (174 cm) EUR 700,00 www.blizzard-tecnica.com
TURN
long
short
SPEED
fast
slow
LEVEL
expert
short
slow beginner
beginner
#5.2023 — November/Dezember
• perfekter Auftrieb • sehr stabil und laufruhig • Bestnoten in jeder Schneeart
TURN
long
short
SPEED
fast
slow
LEVEL
expert
beginner
• stabil • gutmütig • auch für weniger Versierte TURN
short
TURN
long
SPEED
fast
LEVEL
expert
fast
LEVEL
expert
slow beginner
long
SPEED
19
DPS KAIZEN 100
Stöckli STORMRIDER 102
T: 132-100-117 mm R: 15,0 m L: 153 cm, 163 cm, 171 cm, 179 cm*, 184 cm, 189 cm G/Paar: 3.610 g (179 cm) EUR 1549,00 www.dpsskis.com
T: 135-102-125 mm R: 19,8 m L: 173 cm, 182 cm*, 191 cm G/Paar: 3.870 g (182 cm) EUR 1099,00 www.stoeckli.ch
• keiner fährt sich spielerischer • stabil und laufruhig • am besten bei mittlerem Tempo TURN
short
long
SPEED
slow beginner
LEVEL
fast expert
• superstabil und zuverlässig • beeindruckend auf hartem Untergrund • mag’s gerne auch flott TURN
long
SPEED
fast
LEVEL
expert
short
slow beginner
FREERIDE
FREERIDE
FREERIDE
FREERIDE
Blizzard RUSTLER 11
Völkl BLAZE 114
T: 140-112-130 mm R: 19,0 m L: 168 cm, 174 cm, 180 cm*, 186 cm, 192 cm G/Paar: 4.140 g (180 cm) EUR 800,00 www.blizzard-tecnica.com
T: 154-114-136 mm R: 18,0 m L: 176 cm, 184 cm*, 192 cm G/Paar: 3.990 g (184 cm) EUR 830,00 www.volkl.com
• perfekter Auftrieb • sehr stabil und laufruhig • Bestnoten in jeder Schneeart TURN
long
SPEED
fast
short
slow beginner
LEVEL
expert
• am besten flott • perfekter Auftrieb • guter Grip auf Hartem • sehr gute und ausgewogene Performance TURN
short
long
SPEED
fast
LEVEL
expert
slow beginner
20
Schuh TOUR FREETOUR FREERIDE & FREETOUR TOUR LITE FREERIDE
Atomic HAWX ULTRA XTD 130 BOA GW G: 3.662 g/Paar (Gr. 26,5) Schaftrotation: 54° F: 130 EUR 829,99 www.atomic.com Optimierter Fersenhalt, keine Druckstellen durch das BOA® Fit System Alpine. Schale, Manschette, Innenschuh und Zunge sind anpassbar und ermöglichen einen perfekten Sitz für unterschiedliche Fußformen und Risthöhen. Genau das Richtige für kraftvolles Fahren abseits der Piste und im Backcountry. FREERIDE & FREETOUR
ALLROUND
ALLROUND
FREETOUR
Atomic BACKLAND XTD CARBON 115 W
Dalbello QUANTUM FREE PRO
G: 2.580 g/Paar (Gr. 24,5) Schaftrotation: 74° F: 115 EUR 799,99 www.atomic.com
G: 2.600 g/Paar (Gr. 26,5) Schaftrotation: 65° Leistenbreite: 101 mm F: 130 EUR 750,00 www.dalbelloboots.com
Eine nach oben geöffnete, teils überlappende Schalenkonstruktion sorgt für leichten Ein- und Ausstieg. Schale, Manschette und Innenschuh sind individuell anpassbar. Extrem komfortabel im Aufstieg und mit mehr als ausreichender Kraftübertragung auch beim Freetouren mit etwas breiteren Ski.
Der Nachfolger des Quantum Free Asolo Factory 130 besticht durch seine Kombination von sehr hohem Komfort im Aufstieg und sehr guter Abfahrtsperformance. Der Einstieg in den Schuh ist spürbar leichter. Neu sind auch eine innovative Zunge aus Memory-Schaum, neue Sohle und Schnalle mit Quick Release Hook.
Bergauf
Fischer TRANSALP CARBON pro Dalbello QUANTUM JUNIOR G: 2.240 g/Paar (Gr. 24,5) Schaftrotation: 65° F: R&D EUR 480,00 www.dalbelloboots.com
G: 2.560 g/Paar (Gr. 26,5) Schaftrotation: 80° F: 130 EUR 900,00 www.fischersports.com
Movement PERFORMANCE BOOTS (M/W)
Scarpa GEA (W) MAESTRALE (M)
G: 2.300 g/Paar (Gr. 24,5) Schaftrotation: 64° F: 100 W | 110 M EUR 650,00 www.movementskis.com
G: 2.440 g/Paar (Gr. 25) Schaftrotation: 61° Leistenbreite: 102 mm (W) | 102 mm (M) F: 120 Gr.: 22,5–27,0 (W); 24,5–32 (M) EUR 700,00 www.scarpa.com
Leicht und superbequem im Aufstieg, mit verbesserter Passform im Fersen- und Ristbereich, zeigt der neue Performance viel mehr bei der Abfahrtsperformance. Enormer Gehkomfort bei Tragekomfort und Kletterpassagen. Hervorragende Kälteisolierung.
• sehr guter Aufstiegskomfort • einer der Bequemsten beim An-/Ausziehen • ausgewogen, sportlich • außerdem: auch als Freeridemodell in den Versionen GEA RS und MAESTRALE RS mit härterem Flex und besserer Abfahrtsperformance
ALLROUND
FREERIDE & FREETOUR
Sehr leicht, sehr gute Fahreigenschaften und superbequem im Aufstieg, genau das, was es für Kids zum Einstieg in die TourenCommunity braucht.
Einsam an der Spitze bei den abfahrtsorientierten Tourenschuhen mit 80° Schaftbeweglichkeit. Sehr gute Passform im Fersen- und Ristbereich, alle Schnallen, Straps etc. sind einhändig und mit Handschuhen gut bedienbar. Ein idealer Schuh für Tour klassisch und Freetouring.
ALLROUND
ALLROUND
FREERIDE & FREETOUR
ALLROUND
ALLROUND
DYNAFIT TIGARD 130
Fischer RANGER 70 JR
G: 3.180 g/Paar (Gr. 26,5) Schaftrotation: 70° F: 130 EUR 800,00 www.dynafit.com
G: 2.490 g/Paar Schaftrotation: ~65° F: 70 EUR 350,00 www.fischersports.com
Scarpa GEA RS (w) MAESTRALE RS (m)
Tecnica COCHISE HV 105 W DYN GW
Größte Schaftbeweglichkeit und damit bester Aufstiegskomfort bei den Touren-Freerider-Schuhen. Ferse, Knöchel und Rist sitzen bombenfest und garantieren eine sehr gute Kraftübertragung in der Abfahrt. Bequemer Einstieg und hoher Bedienungskomfort.
Multifunktional, bequemer Einstieg, komfortabel im Aufstieg und mit einem warmen Innenschuh sorgt der neue Jugendschuh dafür, dass auch die Kids ihren Spaß auf Skitouren haben können.
G: 2.600 g/Paar (Gr. 25) Schaftrotation: 61° F: 125 EUR 770,00 www.scarpa.com
G: 3.340 g/Paar (Gr. 26,0) Schaftrotation: 50° Leistenbreite: 99 mm F: 105 Gr.: 22,0–27,5 EUR 599,95 www.blizzard-tecnica.com
#5.2023 — November/Dezember
FREETOUR
FREETOUR
Der alte GEA RS bzw. MAESTRALE RS war schon richtig gut und Scarpa hat noch nachgebessert. Gefühlt mehr Aufstiegskomfort, etwas weniger Gewicht und überarbeiteter Innenschuh. Scarpa gehört weiterhin zum Topsegment, wenn es um die Kombination von Aufstiegskomfort und Abfahrtsperformance geht.
ALLROUND
FREETOUR
Perfekte Abfahrtsperformance und guter Aufstiegskomfort für Fahrerinnen mit etwas breiteren Füßen. Schale (Thermoverformung + Grinding) und Innenschuh sind bestens an die Bedürfnisse der Fahrerinnen anpassbar. IsolierendeCelliant-Fasern® und Lammwolle sorgen für warme Füße. Tecnica COCHISE 130 DYN GW HV Gr. 22,0–30,5 – EUR 699,99
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thema Bindungen TOUR FREETOUR FREERIDE
Atomic BACKLAND SUMMIT 12 BRAKE Einsatzbereich: Tour + Freetour Gewicht/Paar: 830 g (inkl. Stopper) DIN: 6–12 Stopperbreiten (mm): 80/90/100/120 EUR 439,99 www.atomic.com
Marker CRUISE 10 Einsatzbereich: Tour + Freetour Gewicht/Paar: 950 g (inkl. Stopper) DIN: 4–10 Stopperbreiten (mm): 90/105 EUR 460,00 www.markerbindings.com
Marker DUKE PT 11
• hoher Bedienungskomfort • 3 Steighilfenstufen • 5 mm aktiver Längenausgleich • BACKLAND SUMMIT 9 BRAKE (DIN 4–9) EURO 399,99 • BACKLAND SUMMIT 5 BRAKE (DIN 2–5) EURO 349,99 für Leichtgewichte und Kids
• sehr hoher Einstiegskomfort • der Skistopper wird beim Umstellen von Aufstieg auf Abfahrt automatisch aktiviert • 7 mm aktiver Längenausgleich • Seit- und Frontauslösung getrennt einstellbar • auch als CRUISE 12 mit DIN 6–12 um EURO 480,00 • CRUISE 12 DIN 6,0–12 EURO 480,00 (inkl. Stopper)
TOUR
TOUR
FREETOUR
FREERIDE
FREETOUR
TOUR
FREETOUR
FREETOUR
ATK RT 8 EVO
Hagan CORE 12 EVO
Marker ALPINIST JR
Plume KARIBOU 12
Einsatzbereich: Tour + Freetour Gewicht/Paar: 560 g (inkl. Stopper) DIN: 3–8 Stopperbreiten (mm): 86/91/97/102 EUR 579,00 www.atkbindings.com
Einsatzbereich: Freetour + Tour Freeride Gewicht/Paar: 740 g (inkl. Stopper) DIN: 5–12 Stopperbreiten (mm): 86/91/97/102/108/120 EUR 599,00 www.hagan-ski.com
Einsatzbereich: Tour + Freetour Gewicht/Paar: 720 g (inkl. Stopper) DIN: 2–6 Stopperbreite (mm): 90 EUR 350,00 www.markerbindings.com
Einsatzbereich: Freetour + Tour Freeride Gewicht/Paar: 1.100 g (inkl. Stopper) DIN: 5,5–12 Stopperbreiten (mm): 80/90/100/110/120 EUR 619,00 (inkl. Stopper) EUR 519,00 (ohne Stopper) www.fixation-plum.com
TOUR
FREETOUR
• neues Design beim Vorderbacken und damit noch leichterer Einstieg • der neue Skistopper wird beim Umstellen von Aufstieg auf Abfahrt automatisch aktiviert • 10 mm aktiver Längenausgleich
22
FREETOUR
• neues Design beim Vorderbacken und damit noch leichterer Einstieg • der Skistopper wird beim Umstellen von Aufstieg auf Abfahrt automatisch aktiviert • 14 mm aktiver Längenausgleich • Härte der Verriegelung im Aufstieg am Vorderbacken einstellbar
• noch leichterer Einstieg • der Skistopper wird beim Umstellen von Aufstieg auf Abfahrt automatisch aktiviert • großer Verstellbereich bis 35 mm • aktiver Längenausgleich 4 mm
Einsatzbereich: Tour Freeride Gewicht/Paar: 2.300 g (inkl. Stopper) DIN: 3–11 Stopperbreiten (mm): 100/125 EUR 500,00 www.markerbindings.com • Vorteil der PIN-Bindung im Aufstieg mit mehr Komfort • vollwertige Alpinbindung in der Abfahrt
FREERIDE
• 12 mm aktiver Längenausgleich (8 mm am Vorderbacken, 4 mm am Hinterbacken) • der Skistopper wird beim Umstellen von Aufstieg auf Abfahrt automatisch aktiviert • KAROBOU 7 DIN 3,5–7 EURO 619,00 (inkl. Stopper)
Bergauf
Bezahlte Anzeige
Die detaillierten Testergebnisse gibt es online unter: alpenverein.at/portal/service/ bergauf/Skitest-2324
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Sweetprotection ASCENDER MIPS HELMET
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#5.2023 — November/Dezember
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Paketpreis im Doppelzimmer € 385,00 pro Person EZZ € 45,00 / LVS Leihgeräte / Leihgebühr € 20,00 Mehr Infos: www.landhotel-lindenhof.at urlaub@landhotel-lindenhof.at T: +43/4246/2274 Dorfstraße 8 | 9544 Feld am See
23
thema
A
uch abseits der Piste – z. B. auf hartem Firn oder Windharsch – können wir scharfe Skikanten gut gebrauchen. Entgegen vieler Vermutungen ist es mit etwas handwerklichem Geschick und der richtigen Ausstattung kein großes Hexenwerk, seine Kanten selber zu schleifen. Auch die Kosten fürs Werkzeug und der Zeitaufwand von einer knappen halben Stunde pro Paar relativieren sich, wenn man bedenkt, dass man ansonsten die Skier zum Service bringen und auch wieder abholen muss. Dennoch gönnen wir unseren Skiern zusätzlich zur eigenen Pflege noch (mindestens) ein professionelles Skiservice pro Saison, um guten Gewissens „shredden“ zu gehen.
Scharfe Latten Zugegeben: Im Skitouren- und Freeridebereich sind scharfe Kanten nicht ganz so wichtig wie beim Alpinskifahren. Aber gerade für Pistenskitourengeher sind geschliffene Kanten ein zusätzlicher Sicherheitsfaktor. Tipps vom Bergsport, Teil 5. Gerhard Mössmer
Schritt 1: Das richtige Angricht’ ist die halbe Miete! Bevor es ans Eingemachte geht, brauchen wir eine gute Arbeitsbasis: Dafür benötigen wir einen Tisch bzw. eine Werkbank. Tipp: Mit einem alten Skikarton können wir uns selbst eine Auffangwanne basteln, in der sich Eisenspäne und Wachsreste sammeln. Zusätzlich brauchen wir eine Einspannvorrichtung (ca. 120 €) mit zwei Halterungen zur sicheren Fixierung des Skis. Dieser wird anschließend mit fixierten Skistoppern in der 60°-Position eingelegt. ^ Abbildung 1: Neben der Skihalterung braucht’s ein Kantenschleifgerät mit einstellbarem Schleifwinkel, eine grobe Base-Feile, eine Standard- und eine Diamantfeile sowie einen Schleifgummi und – eventuell (ganz links) – einen Seitenwangenabzieher.
Nun kontrollieren wir die Kante auf gröbere Schäden. Sollten welche vorhanden sein, spannen wir zum Vorschleifen für stärkere Materialabtragung die grobe BaseFeile (ca. 10,– €) – in der Regel in einem Winkel von 88° – in unseren Kantenschleifer (ca. 70,– €) ein und bearbeiten damit die Kante vor. Achtung: Die Feile muss immer entsprechend der Pfeilrichtung eingelegt und verwendet werden. Schritt 3: Jetzt wird’s scharf! Anschließend – oder wenn wir keine groben Schnitzer finden, gleich – nehmen wir unsere mittlere Standardfeile – z. B. eine 24
Fotos: Alpenverein/Wolfgang Warmuth
Schritt 2: Zuerst das Grobe beseitigen!
^ Abbildung 2: Wir stellen einen Winkel von 88° ein und achten darauf, dass die Feile in Pfeilrichtung eingelegt ist.
Bergauf
Ergo Race (ca. 15 €) – und bearbeiten damit die Kante: Dazu ziehen wir das Schleifgerät – wieder mit einem Winkel von 88° – gleichmäßig, ohne Druck und mit langen Zügen über die Kante. Diesen Vorgang wiederholen wir so oft – ca. 3 bis 4 Mal –, bis die Kante spürbar scharf ist. Mit dem Handrücken oder dem Fingernagel können wir die Schärfe testen. Schritt 4 (optional): Wange weg! Je nach Skikonstruktion kann es sein, dass nach einiger Zeit die Feile an der Seiten-
wange des Skis ansteht. Das erkennt man, wenn die Feile zum einen nicht mehr richtig greift und zum anderen, wenn auf der Feile Farbspuren der Seitenwange zu sehen sind. In diesem Fall muss ein wenig Material von der Seitenwange entfernt werden. Dies gelingt mit einem sogenannten Seitenwangenabzieher (ca. 45 €). Die Einstellung mittels den beiden Abstandhaltern auf dem Seitenwangenabzieher, um mit dem Hobel nicht zu viel und nicht zu wenig Material von der Seitenwange zu nehmen, erfordert ein wenig Übung. Hat man die richtige Stärke für den Materialabtrag gefunden (besser zu wenig als zu viel), fährt man wie mit einem Hobel
Bevor es ans Eingemachte geht, brauchen wir eine gute Arbeitsbasis: Dafür benötigen wir einen Tisch bzw. eine Werkbank.
über die Seitenwange und nimmt dadurch oberhalb der Kante etwas Material weg. Schritt 5: Jetzt kommt der Diamant!
^ Abbildung 3: Wir ziehen den Kantenschleifer gleichmäßig – ohne Druck – über die Kante. So lange, bis diese scharf ist.
^ Abbildung 5: Mit der Diamantfeile entfernen wir den durchs Schärfen entstandenen Grat.
Nach dem Schärfen kommt die Krönung. Wir fahren noch einmal mit einer Diamantfeile (20 €) über die Kante, um den winzig kleinen Grat, der beim Schärfen entsteht, zu entfernen. Dazu können wir die Diamantfeile noch einmal in den Kantenschleifer einspannen, belagseitig fahren wir freihändig einmal über die Kante. Tipp: Wir machen die Diamantfeile nass, damit sie nicht so schnell verstopft. Schritt 6: Zum Abschluss gibt’s Gummi! Last, but not least müssen wir die Skikante vorne und hinten brechen, damit sich der Ski im Schnee nicht verschneidet und er sich besser steuern lässt. Dazu fahren wir mit einem Schleifgummi (ca. 7 €) kräftig ca. 10 bis 15 cm an der Spitze und am Ende entlang, bis die Kante spürbar entschärft ist. —
^ Abbildung 4: Ist die Skikante so weit abgeschliffen, dass die Feile nicht mehr richtig beißt, müssen wir mit dem Seitenwangenabzieher Material abtragen.
#5.2023 — November/Dezember
^ Abbildung 6: Mit dem Schleifgummi wird die Kante an der Schaufel und am Ende gebrochen, um ein Verschneiden des Skis im Schnee zu verhindern.
Gerhard Mössmer ist Mitarbeiter der Abteilung Bergsport im Österreichischen Alpenverein, Bergführer und gerichtlich beeidigter Sachverständiger.
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Foto: alpsolut
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LawinenNotfallausrüstung 2024 Neuigkeiten aus dem Snow-Safety-Bereich. Thomas Wanner
Foto: Archiv SAB-Video
LVS (LawinenVerschütteten-Suchgeräte) Déjà-vu! Das war zumindest mein erster Gedanke, als ich das neue PIEPS PRO IPS vor einigen Wochen in den Händen hielt. All diejenigen, denen das Pieps Vector noch ein Begriff ist, dürfte es wohl ähnlich gehen. Mit der ausklappbaren Antenne haben sich die Ähnlichkeiten aber auch schon wieder erledigt, ist das neue Masterpiece aus dem Hause PIEPS doch mit der neuesten Suchtechnologie ausgestattet und zeichnet sich vor allem durch zwei Features aus: Große Reichweite und Unempfindlichkeit gegen externe Störquellen wie Mobiltelefon, GoPro-Kamera oder Funkgeräte. Die Abkürzung IPS bedeutet „Interference Protection System“ und weist bereits 26
Unverzichtbar im Gelände: Lawinen-Verschütteten-Suchgerät und Lawinenschaufel
auf die Verbesserungen in diesem Bereich hin. Die Verarbeitung ist äußerst robust und die üblichen Updatemöglichkeiten oder Trainingsszenarien mittels Smartphone-App und Bluetooth sind wie gewohnt vorhanden. Das Gerät richtet sich vor allem an erfahrene Wintersportler und Experten. Auch der Preis von UVP 480 € macht deutlich, dass es sich hier um ein Profigerät handelt. Ob das Gerät wirklich hält, was es verspricht, wird der kommende Winter zeigen. Für alle Gewichtsjunkies haben wir heuer leider schlechte Nachrichten: Das ultraleichte Pieps Micro/Race wird nicht mehr produziert, ebenso das (fast) baugleiche Black Diamond Recon LT. Wer das Pieps Micro im Einsatz hat, dem möchten wir nahelegen, das Gerät mittels Rücksendeantrag (pieps.com) an Bergauf
alpenverein.shop SicherAmBerg
Literaturt¡pp von Funktionen und eine außergewöhnliche Reichweite brilliert und bietet eine echte Alternative zu den Platzhirschen Pieps und Mammut. Lawinenschaufeln und Sonden
bergundsteigen In der Winterausgabe 23-24 des Magazins bergundsteigen veröffentlicht die DAV-Sicherheitsforschung ihren Bericht zu gängigen LVS-Störquellen und dazu empfohlene Maßnahmen. www.bergundsteigen.com
den Hersteller zu retournieren und das Topsheet tauschen zu lassen (kostenlos). Mehrere Geräte, die beim Umschalten von SEND auf SEARCH Fehlfunktionen aufwiesen, haben den Deutschen Alpenverein (DAV) im vergangenen Winter sogar veranlasst, diese Geräte von ihren Ausbildungskursen zu verbannen. Mit neuem Topsheet sollte dieses Problem außerdem behoben sein. Black Diamond weist derzeit darauf hin, dass das kleine Recon LT unbedingt auf die neueste Firmware upgedatet werden muss, um Fehlfunktionen beim Umschalten zwischen SEND/ SEARCH auszuschließen. Bei den anderen Herstellern gibt es im Bereich der LVS-Geräte wenig Neues zu berichten. Ortovox kündigt ein Softwareupdate für das Diract Voice an, das mit Oktober zum Download bereitsteht. Dieses enthält allerdings keine sicherheitsrelevanten Verbesserungen. Wer den BCATracker 4 verwendet, sollte einen kurzen Blick ins Batteriefach werfen und sicherstellen, dass sein Gerät nicht von der fehlerhaften Charge 21H06 bzw. 21H05 betroffen ist. In dem Fall sollte das Gerät nicht mehr verwendet und beim Händler ausgetauscht werden. Auf das neue ARVA NEO BT PRO mussten wir im vergangenen Winter aufgrund von Lieferproblemen leider vergeblich warten. Beim großen LVS-Test der DAV-Sicherheitsforschung hat das Gerät durch eine Vielzahl
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Mammut bringt mit der Alugator Ultra (395 g) die leichteste UIAA-zertifizierte Schaufel auf den Markt und hat das gesamte Sondensortiment an die gängige UIAA-Zertifizierung angepasst. Kurz zur Info: Während die CE-Zertifizierung zwingend ist, um am europäischen Markt verkaufen zu dürfen, ist die häufig noch strengere UIAA-Norm freiwillig. Nicht mehr neu, aber vor allem für Skihochtouren aufgrund der Gewichtsersparnis interessant, sind die kombinierten Schaufel-Pickel-Systeme, bei denen der Eispickel als Schaufelstiel dient. Black Diamond bietet dieses System mittels Venom-Pickel und Transfer-Schaufel an, die beide extra erworben werden müssen. BCA verkauft das Gesamtsystem „Shaxe“, wobei hier nur der Schaufelgriff/ Haue getauscht werden. Ortovox schlagen mit ihrer Pocket Spike eine ähnliche Richtung ein. Die aufgesetzte Aluminiumhaue wirkt allerdings wenig vertrauenswürdig und ist mit den beiden anderen Systemen, die vollwertige, klassische Eispickel beinhalten, nicht vergleichbar. Lawinenrucksack Der bereits im Vorjahr angekündigte iLitric Lawinenairbag der beiden Firmen Ortovox und Arcteryx wurde aufgrund eines technischen Mangels bereits kurz nach der Auslieferung 2022 wieder eingezogen. Das Problem ist behoben und die ersten Modelle wurden bereits bei den Händlern gesichtet. Ähnlich dem bereits etablierten Alpride System arbeitet iLitric ebenfalls mit Kondensatoren und ist zu anderen Batteriesystemen kälteunempfindlicher und auch leichter. Das Gesamtgewicht ist vergleichbar mit Kartuschensystemen und dürfte den Vormarsch der elektronischen Lawinenairbags weiter vorantreiben. — Thomas Wanner ist Mitarbeiter der Abteilung Bergsport im Österreichischen Alpenverein.
Booklet Skitour Basiswissen für Einsteiger und wertvolles Know-how für Fortgeschrittene werden in dieser Lehrschrift des Alpenvereins vermittelt. 15,90 €
Cardfolder Erste Hilfe Gemeinsam mit dem Österreichischen Bergrettungsdienst wurde dieser kleine Schwindelzettel entwickelt. Er beschreibt kurz und knapp die wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen, die jeder von uns kennen und können sollte. 1,20 €
Touren-Handschuh TirolWool Softshell-Handschuh mit Ziegenleder am Zeigefinger. Nachhaltiges TIROLWOOL® ist atmungsaktiv und sorgt für ein perfektes Klima. 56,90 €
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Sicherheits-Know-how live 23.11.2023 Egg 28.11.2023 St. Pölten 30.11.2023 Hall in Tirol 01.12.2023 Linz 07.12.2023 Peuerbach 09.12.2023 Landeck 13.12.2023 Innsbruck – Livestream 14.12.2023 Meran 29.12.2023 Schärding 09.01.2024 Leoben 10.01.2024 Salzburg 11.01.2024 Gröbming 12.01.2024 Trieben 19.01.2024 Oetz 20.01.2024 Jenbach 23.01.2024 Hallein 31.01.2024 Wien
lawinen Termine werden laufend ergänzt auf www.alpenverein.at/lawinenupdate 28
update 23/24
mit Michael Larcher Bergauf
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snow institute Virtuelle Orientierung, Überblick und Know-how zu „Schnee, Eis und Lawine“.
Foto: Ingo Lacheiner
Dani Tollinger
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nnsbruck, Frühjahr 2022. Ein groß angelegter Expert*innen-Workshop versammelte erstmals unter dem Projekttitel „Snow.Kids“ zahlreiche Initiativen aus dem ARGE-ALP-Raum, die sich mit dem Themenkomplex „Kinder und Jugendliche – Lawine – Ausbildung“ auseinandersetzen. Engagierte Lehrer*innen, Alpenvereinsfunktionär*innen und auch Vertreter*innen zahlreicher Initiativen gaben dabei einen Einblick in die aktuelle Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in den winterlichen Bergen. Die Einladung zu diesem Workshop mit Impulsvorträgen und fachlichem Austausch erfolgte durch die Tiroler Landesregierung gemeinsam mit dem Projektteam, bestehend aus Lawinenwarndienst Tirol, Bergrettung Tirol und Österreichischem Alpenverein.
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Die neue Plattform
Mit dem snow institute gibt es nun eine neue Online-Plattform mit tollen Lehr- und Lernunterlagen, die Basics zu Schnee, Lawinenkunde oder ErsteHilfe-Themen vermitteln. Mehr Infos: Die neue Website www.snow.institute ist ab 11. November online.
Der Workshop wurde wegweisend für den folgenden Arbeitsprozess der Projektträger. Denn die Inputs, Fragen und Bedürfnisse der einzelnen Initiativen waren während der vergangenen Monate ein verlässlicher Kompass für das weitere Projektdesign. Jetzt, eineinhalb Jahre später, präsentiert das ARGE-ALP-Projekt mit dem „snow institute“ eine virtuelle Plattform, die mit einheitlich ausgearbeiteten Lehrunterlagen die praktische Arbeit von Schulen und der lokalen und regionalen Initiativen in Österreich, Italien, Deutschland und der Schweiz zum Thema „Schnee, Eis und Lawine“ unterstützen wird. „Mit dem snow institute gibt es nun eine offizielle Plattform, auf der Lehrer*innen, ehrenamtlich Tätige, Instruktor*innen, Freerider*innen, Eltern und generell Interessierte andocken können. Es freut uns sehr, dass wir mit unserer langjährigen Erfahrung und Kompetenz seitens der Abteilungen Bergsport und Alpenvereinsjugend dieses überregionale Projekt unterstützen können“, meint Matthias Pramstaller, Leiter der Abteilung Jugend im Österreichischen Alpenverein. Das Herzstück sind zum einen die angebotenen Lehr- und Lernunterlagen. Diese spiegeln den aktuellen Stand der Lehrmeinungen wider und vermitteln Basics zu Schnee, Lawinenkunde oder Erste-Hilfe-Themen. Formal ist alles einheitlich aufbereitet, bei Bedarf können PowerPoint-Präsentationen oder Grafiken unkompliziert und kostenlos heruntergeladen werden. Das „snow institute“ gibt jungen Free rider*innen oder auch interessierten Eltern einen Überblick über die vielfältigen Ausbildungsangebote im Alpenraum und bietet auch einen Landeplatz, der zu fachlichem Austausch anregen soll. Denn vor allem die Arbeit mit jugendlichen Ski- und Snowboardfahrer*innen im freien Gelände impliziert auch immer eine sehr große Verantwortung. Und hier sollen begleitend und beratend Impulse für eine noch bessere Arbeit gesetzt werden. — Dani Tollinger ist für die Gesamtleitung des Ausbildungsprogramms risk’n’fun FREERIDE / BIKE der Alpenvereinsjugend verantwortlich.
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risk’n’fun FREERIDE Das Ausbildungsprogramm der Alpenvereinsjugend im Überblick. Dani Tollinger
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Von den LOCALS zum LEVEL 1, der Trainingssession Fabian und Matthias waren dann dabei. Mit Skiern, kompletter Notfallausrüstung und vier weiteren Shredbuddies. Bei einem der risk’n’fun-LOCALS-Tage, die über die Website von risk’n’fun buchbar sind. Kostenpunkt für den Tag zwischen 20 und 25 Euro. Passend für alle freeridebegeisterten Mädels und Jungs. Das Teilnehmer*innenalter kann jeweils der Ausschreibung entnommen werden. Die Mitgliedschaft beim Alpenverein wird zwar empfohlen, ist aber nicht zwingend erforderlich. „Es war schon sehr cool. Mit jemandem unterwegs zu sein, der so viel weiß wie Ursl und Jörg vom risk’n’fun-Team. Voll lustig war’s und auch anstrengend. Wir sind da gefahren, wo wir sonst auch fahren. Aber: Wir sind immer stehen geblieben und haben uns die Hänge genau angeschaut und besprochen. Das Abfahren haben wir ganz anders gemacht. Einzeln, mit Abstand, und wir haben immer schon vorher ausgemacht, wo wir wieder warten. Wir wissen jetzt auch, wo man den Lawinenlagebericht findet und wie man mit der Notfallausrüstung umgeht.“
Foto: Heli Düringer.
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rau Hofer ruft im Büro der Alpenvereinsjugend an und bittet um Informationen, was der Alpenverein für Angebote für jugendliche Skifahrer*innen und Snowboarder*innen hat: „Meine Söhne und ihre Freunde sind beim Skifahren nur mehr neben der Piste unterwegs. Fabian ist 13, Matthias 15 Jahre alt. Ich bin jeden Sonntagabend heilfroh, wenn nach
seits der gesicherten Pisten erlernen. Und Laura möchte auch weiter hinaus und höher hinauf mit ihrem Splitboard und dafür eigenständig Touren planen. Und dann ist da noch Sektionsmitarbeiterin Maria. Sie hat von der Möglichkeit erfahren, dass risk’n’fun-Bergführer*innen und-Trainer*innen in Sektionen kommen, um mit Kindern im Gelände unterwegs zu sein: „Was bietet ihr genau an? Was muss ich machen, was muss unsere Sektion machen? Wer kann mitkommen?“
dem Wochenende alle wieder gesund zuhause sind. Können sie einen Kurs mit euch machen? Ich organisiere gern noch ein paar andere Buben, es sind auch andere Eltern besorgt.“ Laura ist 26 Jahre, schreibt gerade ihre Masterarbeit und ist in ihrer Freizeit viel am Berg unterwegs. Jetzt möchte sie gerne fundiertes Wissen für das Fahren ab-
Vier inhaltlich aufbauende Ausbildungslevels Fabian und Matthias werden im kommenden Winter wiederkommen. Die LOCALS-Tage richten sich an einheimische Kinder und Jugendliche, die bereits allein abseits der gesicherten Pisten unterwegs sind. Fabian wird im Jänner 16 und könnte sogar schon beim regulären Ausbildungsprogramm von risk’n’fun FREBergauf
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Ein leistbares Ausbildungsprogramm risk’n’fun versteht sich als ein Ausbildungsprogramm, das leistbar sein soll. So gibt es für alle Interessent*innen bis 30 Jahre stark geförderte Packages seitens der Alpenvereinsjugend, öffentlicher Fördergeber, der Veranstaltungsgebiete und Sponsoren. Schüler*innen, Student*innen, Lehrlinge und Präsenzdiener erhalten auch heuer wieder eine zusätzliche Förderung. Dieses Preismodell gilt übrigens für risk’n’fun und die Kurse von Junge Alpinisten YOUNGSTERS. Alle Termine und Anmeldung unter www.risk-fun.com
braucht. „Eine gute Crew, auf die man sich verlassen kann“, steht da drauf. Oder das „genaue Lesen des Lawinenlageberichtes am Vorabend“ und das „Vermeiden von steilem Gelände“. Anhand vieler Entscheidungssituationen wird die Strategie im Laufe der Tage weiterentwickelt und verfeinert, bis sie zum Abschluss vom LEVEL 1 auf ein kleines Kärtchen geschrieben wird, in der Geldtasche oder in der Handyhülle landet und bei vielen weiteren Tiefschneeruns begleitend mit dabei ist. Voraussetzung für die Teilnahme am LEVEL 2 ist, dass das Level 1 gemacht wurde. Die Teamer wissen so genau, was jede*r Einzelne bereits an Know-how mitbringt. Das entlastet zum einen und ermöglicht gleichzeitig, dass sich die Trainer*innen und Bergführer*innen in den zahlreichen Entscheidungssituationen immer weiter zurücknehmen können und Laura oder Fabian selbst agieren können. Beim NEXT LEVEL sind Tourenskier oder Splitboards erforderlich. Es geht um die Planung und Umsetzung erster Touren im Gelände, Lifte werden nur mehr vereinzelt verwendet. Backcountry Pro/ LEVEL 3 und ALPINE PROFESSIONALS/LEVEL 4 finden abseits von Wintersportregionen statt. Steigeisen, Pickel und Seil braucht es bei LEVEL 4, wenn es ins hochalpine und vergletscherte Terrain geht. Wer motiviert ist, kann also insgesamt 22 Tage Ausbildung mit dem risk’n’fun-Team machen und sich auf diesem Weg jede Menge Skills für die persönliche Toolbox aneignen und Erfahrungen sammeln, um mit Begeisterung und Spaß eigenverantwortlich am Berg unterwegs sein zu können. —
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für Ausbildung nen Freerider*in WAHRNEHMEN
BEURTEILEN
© PIC PATRICK STEINER RIDER WERNI STOCK DESIGN ANGI REISINGER STUDIO
ERIDE einsteigen. Genauso wie Laura, sie kann ihre Masterarbeit mal beiseiteschieben und ebenfalls direkt beim LEVEL 1, der Trainingssession, einsteigen. Trainingssession, Next Level, Backcountry Pro und Alpine Professionals nennen sich die einzelnen Ausbildungslevels von risk’n’fun. Alle Levels werden jeweils von einem Team aus Trainer*in und Bergführer*in begleitet und dauern zwischen fünf und sieben Tagen. Bei der Trainingssession/LEVEL 1 geht es in den freien Skiraum, Voraussetzung für eine Teilnahme ist sicheres Abfahren im Gelände auf Skiern oder Snowboard. Nach den 4,5 Tagen mit risk’n’fun fahren die Teilnehmer*innen mit einer eigenen Freeridestrategie nach Hause. Entwickelt wird sie auf Basis der Hard- und Softskills-Übungen. Dabei überlegt jede*r Einzelne ganz genau, was sie/er für ihre/seine Rides im Gelände
ENTSCHEIDEN
4 Ausbildungslevels 30 Tourstopps Serfaus-Fiss-Ladis • Kitzsteinhorn-Kaprun Fieberbrunn • Saalbach-Hinterglemm Hochkönig • Kühtai • Tauplitz • Sonnenkopf Tuxer Alpen • Hohe Tauern • Dachstein
Alle Infos & Termine
RISK-FUN.COM IN KOOPERATION MIT
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Superheld Recycling Um andere zu überzeugen, braucht es starke Argumente. Deshalb haben wir für euch unschlagbare Argumente zusammengestellt, mit denen ihr in jeder Recycling-Debatte glänzen könnt.
Aus Alt wird Neu Recycling ist der Schlüssel zur Kreislaufwirtschaft. In der Kreislaufwirtschaft wird Altplastik zum wertvollen Rohstoff – statt zu Plastikmüll. Stellt euch vor, Plastik wird genauso wertvoll wie Glas oder Metall. Wenn das passiert, sind alle Beteiligten motiviert, sicherzustellen, dass Plastik nicht einfach in der Umwelt entsorgt oder verbrannt wird. Denn das wäre so, als würden wir Millionen von Euro einfach wegwerfen, ins Meer schütten oder irgendwo lagern. Das macht natürlich keinen Sinn!
Recycling verhindert Mikroplastik Recycling ist ein echter Superheld, wenn es darum geht, Mikroplastik zu verhindern. Wenn
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große Plastikmüllteile im Meer herumschwimmen, zerfallen sie mit der Zeit zu winzigen Teilen, die wir sekundäres Mikroplastik nennen. Recycling hilft uns, dieses Problem von Anfang an zu verhindern. Wenn wir Plastikverpackungen recyceln, landen sie nicht im Meer. Das bedeutet, dass es gar kein „sekundäres Mikroplastik“ gibt, das aus zerfallenem Plastik entsteht. Der ökologischen Fußabdruck Durch das Recyceln von Plastikflaschen sparen wir jede Menge CO2: Sagen wir bei der Herstellung einer Plastikflasche entstehen 100 Milligramm CO2. Jetzt kommt der spannende Teil. Wenn wir diese Flasche recyceln, wird aus dem alten Plastik eine neue Flasche, und dabei kommt kein zusätzliches CO2 hinzu. Das bedeutet, dass wir immer noch nur 100 Milligramm CO2 haben, aber jetzt haben wir zwei Flaschen! Jede dieser Flaschen hat nur noch einen ökologischen Fußabdruck von 50 Milligramm CO2. Und das Beste daran ist, dass sich dieser Fußabdruck mit jeder weiteren Runde des Recyclings erneut halbiert.
Schont unser Klima Wenn wir Plastik, Metall und andere Sachen aus dem Gelben Sack recyceln, verringern wir den Energiebedarf für die Herstellung von neuen Sachen um erstaunliche 50 Prozent. Das ist so, als ob wir die Hälfte der Energie sparen würden, die wir brauchen, um Dinge herzustellen! Aber das ist noch nicht alles. Das Recycling von Glas und Papier trägt auch dazu bei, unser Klima zu schützen. Jedes Jahr sparen wir dadurch 1,15 Millionen Tonnen CO2 ein. Das ist eine riesige Menge! Und wenn wir
Werner & Mertz Hallein
das alles zusammenzählen, kommt eine jährliche Gesamtersparnis von unglaublichen 3,1 Millionen Tonnen CO2 heraus. Um das besser zu verstehen: Die jährliche Einsparung von 3,1 Millionen Tonnen CO2 durch Recycling entspricht dem CO2Ausstoß von 300.000 Autos, die zusammen eine Strecke von 1 Milliarde Kilometern zurücklegen würden. Das verdeutlicht, welch beeindruckenden Beitrag wir durch Recycling zum Schutz unserer Umwelt leisten können.
Ab 2025 wird in Österreich ein neues Pfandsystem eingeführt. Das Ziel? Zum einen sollen die jährlich etwa 2,4 Milliarden verkauften Verpackungen nicht mehr in unserer Natur landen. Zum anderen müssen wir EU-Vorgaben zur Erreichung von Recyclingquoten erfüllen.
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Bergauf
EINSICHTEN
Dr. Gerd Estermann
Umwelttechniker und Initiator von Naturschutzinitiativen
Gletschervorfelder sind auch ohne Eis schützenswert Eine Replik zu einem verfälschten Bild.
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Foto: Claudia Estermann
ir haben in Tirol, zusammen mit wenigen anderen Ländern in Mitteleuropa, das Privileg, noch für wenige Jahrzehnte die nicht mehr ganz so mächtigen Eisriesen, die bei uns Ferner heißen, bewundern zu können. Tatsächlich ist der Anblick eines riesigen Eisfeldes oder eines mächtigen Gletschertors ein beeindruckendes Erlebnis. Noch haben Skitouren über Gletschereis Expeditionscharakter und man fühlt sich in die Weiten der Arktis oder Antarktis versetzt. Doch dieses Bild ist vergänglich. Glaubt man den Prognosen der Glaziologin Andrea Fischer, dann werden die Ostalpen schon 2050 eisfrei sein. Sind sie deshalb weniger schützenswert? Wenn das Eis sich zurückzieht, kommt eine vom Gletscher überformte Urlandschaft zum Vorschein, die wahrscheinlich noch keines Menschen Fuß zuvor betreten hat. Häufig bilden sich Seen unterhalb des Gletschertors, aus dessen Innerem das Schmelzwasser abfließt. Der feine Gletscherschliff verleiht dem Wasser eine smaragdgrüne Färbung, die einen beeindruckenden Kontrast zu den dunklen Felsen ergibt, eine fantastische Hochgebirgslandschaft. Bald schon besiedeln die ersten Organismen das freigelegte Gletschervorfeld, ein interessantes Freiluftlabor für Forscher, die die Rückeroberung von extremen Lebensräumen hier in Echtzeit verfolgen können. Die Frage, was schützenswert ist und was nicht, ist eine subjektive Entscheidung. Wenn Frau Fischer sich die Frage stellt, ob Gletscher ohne Eis noch schützenswert seien, ist das Ausdruck einer sehr eingeschränkten Sichtweise. Andrea Fischer rückte in der Vergangenheit schon mehrmals in PR-Manier aus, um die Interessen der Gletscherbahnen in einer scheinwww.initiative-frosch.de bar objektiven Weise zu propagieren. Zuletzt mit
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der Feststellung, dass der Gletscherskilauf die Eisschmelze nicht beeinflusse. Niemand hat das jemals behauptet. Tatsächlich geht es nicht um den Gletscherschwund, sondern um die Umwandlung einer hochalpinen Landschaft in ein von technischer Infrastruktur und „Geländekorrekturen“ grundlegend verändertes Areal. Die hochalpine Natur ist weit mehr als nur Objekt wissenschaftlicher Forschung. Sie ist Teil unserer Identität und muss in ihrer Ursprünglichkeit erhalten bleiben. — Dr. Gerd Estermann ist Sprecher der Bürgerinitiative Feldring (feldring.at), die in einer Petition 173.000 Unterschriften gegen die sog. „Gletscherehe“ gesammelt hat: mein.aufstehn.at/petitions/nein-zur-gletscherverbauungpitztal-otztal
Literaturt¡pp
Gerd Estermann Natur und Mensch Wie wir die anthropozentrische Sichtweise überwinden Oekom-Verlag 2022
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unterwegs
Heiß auf Eis Eisklettern boomt mehr denn je: War es früher nur einigen wenigen Extremen vorbehalten, erfreut sich dieser Sport heute auch unter Freizeitsportler*innen großer Beliebtheit. Teil 1: Die Ausrüstung Gerhard Mössmer
K
lettern an gefrorenen Wasserfällen ist längst keine Randsportart mehr. Das spiegeln die Besucherzahlen in den großen Eiskletterparks – wie z. B. im Eispark Osttirol oder in der Pitztaler Taschachschlucht – eindeutig wider. Der Schritt weg vom Extremen hin zum Breitensport soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Eisklettern weiterhin ein ernster Sport an filigranen, sich ständig verändernden Strukturen bleibt. Damit wir mit vertretbarem Risiko im steilen, gefrorenen Wasser unseren Spaß haben, müssen wir uns sehr gewissenhaft mit der Materie Eis auseinandersetzen. Um dem gerecht zu werden, beschäftigen wir uns in dieser Ausgabe mit der Ausrüstung, und im zweiten Teil wollen wir die wichtigsten Punkte zu den Themen „Tourenplanung“ und „Unterwegs im Eis“ beleuchten. Eisklettern ist im Vergleich zu anderen Bergsportarten sehr materialintensiv. Wagte man sich anfangs dieser relativ jungen Bergsportdisziplin noch mit – mehr oder weniger – herkömmlicher Hochtourenausrüstung an gefrorene Wasserfälle, werden heute nur noch spezielle Eisgeräte und Steigeisen zum Steileisklettern verwendet. Das ist zwar am Beginn der eigenen Eiskletterkarriere leider mit relativ hohen Kosten verbunden, aber eins Eisklettern boomt und hat den Schritt vom Extrem- zum Breitensport längst vollzogen. Foto: Gerhard Mössmer
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Bergauf
vorweg: Richtig Freude macht Eisklettern nur mit der richtigen Ausrüstung! Und nicht zuletzt ist die passende Hardware auch ein erheblicher Sicherheitsfaktor, da Eisgeräte und Steigeisen schließlich die einzige, winzig kleine Verbindung zwischen uns und dem Eis herstellen. Eisgeräte Um Eisgeräte ohne viel Kraftaufwand sicher im steilen Eis zu platzieren, unterscheiden sie sich sowohl in ihrer Geometrie als auch in den Details wesentlich von herkömmlichen Eispickeln, auch wenn diese bereits eine technischere Konstruktion vorweisen:
Die meisten Eisgeräte haben inzwischen am Ende des Griffs eine Öse zum Einhängen einer sogenannten SpinnerLeash. Diese Y-förmige Leine wird auf einer Seite jeweils ins Eisgerät und auf der anderen Seite mittels Ankerstich oder Karabiner (am besten mit Kreisel, um ein Verdrehen der Leash zu verhindern) im Anseilring des Klettergurtes befestigt. Aber Achtung: Einen Sturz hält weder die Leash noch die Öse an den Eisgeräten, denn die Haltekraft ist bei den meisten Leashes mit 1,5 bis ca. 3,5 kN begrenzt. Der zweite, elementare Ausrüstungsgegenstand sind die Steigeisen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Hochtoureneisen verwenden wir beim Wasserfallklettern Steig- >
Ein modernes Eisgerät (links) ist noch kürzer und Schaft wie Haue sind noch viel stärker gebogen als bei einem herkömmlichen Eispickel (rechts).
Im Gegensatz zum Eispickel besitzen sie keine Schaufel und die Haue kann selbst gewechselt werden: Entweder, weil sie abgefeilt ist oder weil man von der reinen Eis- auf eine Mixed- oder Drytoolinghaue wechseln möchte.
Am Ende des Schafts befindet sich ein gummierter Griff mit Handauflage, der es ermöglicht, das Eisgerät gut, sicher und vor allem kraftsparend zu halten.
Die Leash (hier eine mit Kreisel gegen das Verdrehen) verhindert, dass man die Eisgeräte verliert, und ist zudem ein Backup, wenn man sich im Notfall zum Rasten hineinsetzen muss.
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Moderne Wasserfallsteigeisen haben vertikale Frontalzacken: Diese sind wesentlich robuster als horizontale Frontalzacken (die für Firn und weicheres Gletschereis völlig ausreichend sind).
Bei den meisten Herstellern können die Frontalzacken von Doppelauf Monozack (nur eine Frontalzacke pro Eisen) umgerüstet werden.
Die Frontalzacken können auch in ihrer Länge angepasst werden: Je nach Vorlieben kann man sie asymmetrisch einbauen, wobei dann der äußere Frontalzacken länger ist als der innere, da man mit den Fersen leicht nach innen angewinkelt am Eis steht.
Moderne Eisschraube aus Stahl mit farblich codierter (je nach Länge) Kurbel.
Für den Transport im Rucksack empfiehlt sich neben den Gummistoppeln für die Spitze eine eigene Eisschraubentasche, um auch das Gewinde zu schützen.
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> eisen mit Stahlbügel vorne und Kipphebel hinten, da mit diesem Bindungssystem – in Kombination mit voll steigeisenfesten Schuhen mit steifer Sohle – die beste Kraftübertragung zwischen Schuh und Eisen erzielt wird. Bei schweren Mixed- und/ oder Drytooling-Touren sind Monozacken ein Muss, um präziser am Fels – respektive auf kleinen Leisten und in Löchern – stehen zu können. Bei klassischen Eisfällen im mittleren Schwierigkeitsgrad und im kompakten Eis sind wir mit 2 Frontalzacken pro Eisen besser bedient. Eine weitere Besonderheit von Wasserfalleisen ist das sehr aggressive, nach vorne zeigende V-förmige zweite Zackenpaar, für mehr Halt im Eis. Aber die besten Eisgeräte und Steigeisen nützen nichts, wenn sie nicht scharf sind und regelmäßig – allerspätestens aber nach ungewolltem Felskontakt – geschliffen werden. Deshalb gehört eine Feile ebenso zur Standardausrüstung eines jeden ambitionierten Eiskletterers. Was das Schuhwerk betrifft, ist neben der steifen Sohle, die eine Bindungsmontage mit Kipphebel und Bügel ermöglicht, eine sehr gute Wärmeisolierung absolut wichtig. Deshalb haben sich fürs Eisklettern Bergschuhe mit integrierten Gamaschen etabliert. Eisschrauben Für die Sicherungen im Eisfall braucht’s Eisschrauben. Diese gibt es in unterschiedlichen Längen, wobei die Haltekraft der Schraube nicht primär mit der Länge, sondern mit der Anzahl der Windungen zusammenhängt. Bei längeren Schrauben kann man in löchrigem Eis aber davon ausgehen, dass mehr Windungen im Eis greifen. Für Zwischensicherungen verwenden wir in der Regel Schrauben mit 16 cm Länge, für den Standplatz welche mit 19 bis 21 cm. Für einen Wasserfall benötigen wir (natürlich je nach persönlichem Sicherheitsempfinden) 4 lange und ca. 8 kürzere Schrauben. Bei kombinierten Touren mit zum Teil dünnerer Eisauflage kann auch die ein oder andere kurze, 11 cm lange Schraube nützlich sein. Um alle Schrauben am Gurt unterzubringen, sind 2 Eisschraubenhalter – das sind große Kunststoffkarabiner, die links und rechts am Gurt befestigt werden können – ob-
Und nicht zuletzt ist die passende Hardware auch ein erheblicher Sicherheitsfaktor, da Eisgeräte und Steigeisen schließlich die einzige, winzig kleine Verbindung zwischen uns und dem Eis herstellen.
ligatorisch. Greifen wir im Hochtourenbereich inzwischen gerne auf leichtere Hybridschrauben mit Aluminiumschaft und Stahlspitze zurück, sind im Wasserfalleis nach wie vor reine Stahlschrauben das Mittel der Wahl. Für die Schrauben gilt übrigens das Gleiche wie für Eisgeräte und Steigeisen: Sie müssen scharf sein, um sie schnell und sicher zu setzen! Deshalb muss unbedingt darauf geachtet werden, dass man a) die Schrauben nicht auf den Felsen dreht und b) die Schrauben nicht mit dem Eisgerät oder Steigeisen abklopft, um den Eiskern aus der Schraube zu bekommen. Dadurch kann das empfindliche Gewinde der Schraube beschädigt werden. Sollte die Spitze der Schraube dennoch stumpf sein, kann man auch diese mit einer sehr feinen Feile wieder schärfen (oder in speziellen Geschäften nachschleifen lassen, wenn man sich selbst nicht darüber aussieht). Tipp: Nach dem Klettern die gesamte Hardware zum Trocknen aus den Taschen nehmen, bzw. Gummischützer abnehmen, um Rostbildung zu vermeiden, das Innere der Schraube kann man mit Silikonspray behandeln. Neben den Eisschrauben gehört unbedingt ein Eissanduhrfädler an den Gurt. Zudem empfehlen sich für Abstieg bzw. Rückzug durch Bergauf
DIE NEUE DISTANCE 1500
Abseilen Einfach- oder Halbseilseilschwänze mit ca. 1 m Länge: So können Sanduhren auch für spätere Seilschaften als Zwischensicherungen bzw. Standplatz verwendet werden, Reepschnüre wären auf Grund ihrer zu geringen Haltekraft dafür nicht geeignet. Seile und Bekleidung Was müssen wir bezüglich der Ausrüstung noch beachten? In Mehrseillängen-Touren verwenden wir ausschließlich imprägnierte Halbseile, am besten in 60 m Länge. Als Expressschlingen können wir getrost unsere Sportkletterexen verwenden, sofern die Karabiner keine Nase haben, denn Exen mit Nase vereisen leichter. Die Bekleidung beim Eisklettern ist noch einmal ein eigenes Kapitel, denn dafür hätten wir gern die eierlegende Wollmilchsau: Am Stand ist es meist schweinekalt, beim Klettern kommt man schnell ins Schwitzen und zudem ist man nicht selten einer Dusche von oben ausgesetzt. Die Lösung? Eine Hardshelljacke und -hose, darunter eine dünne Softshell sowie ein trocke-
nes Wechselleibchen für den Beginn der Kletterei und bei ganz tiefen Temperaturen evtl. eine Daunenjacke pro Seilschaft, die am Stand gewechselt wird. Unbedingt gehören auch ein dickes Paar Handschuhe sowie ein zusätzliches dünnes Reservepaar zum Klettern in den Rucksack, sollte die „Einser-garnitur“ durchnässt sein. Last, but not least haben wir natürlich Helm, unser Mobiltelefon und ein – am besten wasserdichtes – Erste-HilfePaket mit dabei, denn Stichund Schnittverletzungen sind besonders beim Eisklettern nie ausgeschlossen. Auf Grund der sehr kurzen Tage in der Eisklettersaison ist – je nach Tour – auch eine Stirnlampe im Rucksack. Und je nach Zustieg und Lawinensituation kann es auch sein, dass wir zumindest ein LVS-Gerät einstecken. Apropos Lawinensituation: Ein kleines Fernglas erleichtert zum einen die Beobachtung und Einschätzung des Einzugsgebietes und hilft zum anderen, die Verhältnisse im Eisfall selbst viel besser abschätzen zu können. Aber dazu mehr im zweiten Teil. —
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Alpenverein-Akademie Im Kurs Eisklettern I werden die wichtigsten technischen Basics geübt und verbessert. Neues dazulernen – wie etwa Eisschrauben richtig setzen – steht ebenso am Programm wie Risikobewusstsein, Selbstverantwortung und Spaß mit Gleichgesinnten. Das Motto lautet: Rein in die schattigen Täler, raus aus der Komfortzone!
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100 Jahre „Grünes Kreuz“ Die höchste Auszeichnung für Rettung aus Bergnot hat eine bewegte Geschichte. Walter Spitzenstätter
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eit nunmehr 100 Jahren gibt es die Verleihung des „Grünen Kreuzes“, einer Auszeichnung, die nicht nur 100 Jahre überdauert, sondern aufgrund von verschiedenen Umständen stets an Bedeutung gewonnen hat. Seit 1923 werden vom Österreichischen Alpenverein besonders verdienstvoll mitwirkende Personen im Ringen um Menschenleben im Gebirge mit dieser Ehrung gewürdigt. Erst durch die endgültige Übernahme der Verantwortung über das Rettungswesen im Gebirge durch den Alpenverein konnte ab 1902 ernsthaft mit dem Aufbau eines flächendeckenden Netzes von Meldestellen und Stützpunkten für Ber-
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^ IKAR-Tagung 1948, in der Bildmitte Wastl Mariner beim Vortrag. ‹ Demonstration der Bergrettungstrage bei der IKAR-Tagung 1948. Fotos: unbekannt/ÖAV-Archiv
gungseinheiten im Alpenraum begonnen werden. Die Verdienste aller Beteiligten aus diesen Anfängen des Bergrettungswesens können nicht hoch genug eingeschätzt werden. Unvorstellbar ist der Gesamtaufwand, der bis zu einer effizient wirksamen Versorgung aller Gebiete notwendig war. Unvergessen ist deshalb auch
bis heute die Bedeutung des Alpenvereins als Gründer und Betreiber der Rettung aus Bergnot bis in die Zeit des Zweiten Weltkrieges. Von 1903 bis 1938, somit 35 Jahre lang, war das alpine Rettungswesen Teil des damals als DuÖAV (Deutscher und Österreichischer Alpenverein) gemeinsam wirkenden Alpenvereins. Einzig diese große Vereinigung hatte jene Finanzkraft, die erforderlich war, all die Anschaffungen und Einrichtungen für eine funktionierende Bergrettung bereitzustellen. Jene Männer, die sich für den Bergrettungsdienst zur Verfügung stellten, bemühten sich stets darum, Geräte zu verbessern, > 39
unterwegs
> die zur Bergung der Verletzten verwendet wurden. Es erforderte große Zeiträume für die Erarbeitung der verschiedenen Rettungstechniken, von den Anfängen der rein behelfsmäßigen Bergungen bis zur heutigen Perfektion des Bergrettungswesens, das sich zu einer Kombination aus ehrenamtlich tätigen Berg- und Flugrettern im österreichischen Bergrettungsdienst in Verbindung mit kommerziell geführten Flugrettungsunternehmen entwickelt hat. Das Ende des AlpenvereinsBergrettungsdienstes Durch die dramatischen Entwicklungen der politischen Lage zur Zeit des Zweiten Weltkrieges kam es sowohl für den Alpenverein als auch für den Bergrettungsdienst zu einer grundlegenden Umstrukturierung. 1938 wurden alle Vereine in Österreich aufgelöst und teils an die Gegebenheiten in Deutschland angeschlossen. Für den Bergrettungsdienst bedeutete dies die Angliederung an das System der deutschen Bergwacht, in der sowohl die Aufgaben des Naturschutzes als auch jene des Bergrettungsdienstes organisiert waren. 40
Verleihung des 500. Grünen Kreuzes bei der Jahreshauptversammlung 2016: Alpenvereinspräsident Andreas Ermacora, Bergretter Gilbert Posch, ehem. Vizepräsident Erich Wetzer. Foto: Alpenverein/Benedikter
Die Verdienste aller Beteiligten aus diesen Anfängen des Bergrettungswesens können nicht hoch genug eingeschätzt werden.
Nach dem Ende des Krieges 1945 gab es in Österreich wieder die Möglichkeit, Vereine zu gründen, was auch vom Österreichischen Alpenverein in Form seiner Neugründung vorgenommen wurde. Im Bergrettungswesen hatten sich schon vor dem Krieg innerhalb des Alpenvereins in den Bundesländern eigene Landesleitungen zur räumlich spezialisierten Organisation der Bergrettungsaufgaben gebildet. Diese Landesorganisationen gründeten nach intensiven Verhandlungen mit dem Alpenverein eigene, selbständig agierende Rechtspersönlichkeiten in Form unabhängiger Vereine. Als Dachverband hat man den Bundesverband des Österreichischen Bergrettungsdienstes gegründet. Die Verhandlungen über die Strukturierung und vor allem die zukünftige Finanzierung des Bergrettungswesens dauerten vier Jahre lang. Bereits 1946 wurde die Eigenständigkeit der Bergrettung in Österreich beschlossen, jedoch erst 1950 kam es zu den Bestätigungen der Vereinsgründungen durch die Vereinsbehörde. Man hatte große Probleme zu lösen – die gesamte Infrastruktur des Bergrettungsdienstes in ganz Österreich musste in irgendeiner Form abgelöst werden. Ohne das großBergauf
¡nfo zügige Entgegenkommen des Alpenvereins, welcher der bisherige Eigentümer war, hätte es wohl kaum eine realistische Aussicht auf einen korrekten Ausgleich aller Verbindlichkeiten gegeben. Höchste Ehrung beibehalten Als besonderes Beispiel der Verbundenheit des Alpenvereins mit dem Bergrettungswesen gibt es nach wie vor die Verleihung des „Grünen Kreuzes“. Dadurch bringt der Alpenverein zum Ausdruck, wie wichtig ihm nach wie vor die Tätigkeit der Rettung aus Bergnot ist. Obwohl die Organisation der Bergrettung seit 1950 eigenständig erfolgt, hat man im Alpenverein bei seiner Neugründung beschlossen, die Ehrungen für außergewöhnliche Leistungen im Zusammenhang mit Bergrettungseinsätzen weiter zu vergeben. Seit 1923 die ersten Bergretter mit dem „Grünen Kreuz“ ausgezeichnet wurden, gilt die Verleihung dieser Ehrung als die höchste Auszeichnung, die man für besonderen
Anpassung der Vergaberichtlinien Die Vergabebestimmungen für das „Grüne Kreuz“ wurden vom Verwaltungsausschuss des Österreichischen Alpenvereins festgelegt und sind mehrmals den geänderten Umständen angepasst worden. Die derzeit gültige Fassung stellt eindeutig klar: „Das Grüne Kreuz wird ausschließlich für mehrmalige, unmittelbar am Einsatzort erbrachte Rettungsleistungen vergeben, wenn es sich dabei, hinsichtlich der Verhältnisse und der technischen Schwierigkeiten im Gelände, um außerordentlich schwierige alpine Rettungseinsätze handelte.“
Einsatz erhalten kann. Seit der Selbständigkeit der Bergrettung hat die Vergabe dieser Auszeichnung durch den Alpenverein eine gesteigerte Reputation erhalten. Es ist ein großer Unterschied, ob ein Verein Ehrungen innerhalb seiner Mitglieder vergibt oder, wie in diesem Fall, Menschen ausgezeichnet werden, die in einer anderen Organisation tätig sind. Innerhalb der Bergrettung werden ebenfalls Ehrungen an eigene Mitglieder verliehen. Diese betreffen allerdings speziell die Verdienste um den Verein Bergrettung. Das „Grüne Kreuz“ wird jedenfalls einzig für herausragende Leistungen im Bereich Rettung aus Bergnot vergeben. — Walter Spitzenstätter hat über 65 Jahre Bergrettung auf dem Buckel, ist Ehrenmitglied der Bergrettung Tirol und hat selbst 1971 das Grüne Kreuz verliehen bekommen. Ebenso wurde er vom Land Tirol mit der Lebensrettungsmedaille und kürzlich mit der Verdienstmedaille des Landes Tirol ausgezeichnet.
PIEPS PRO IPS Nach vier Jahren Entwicklung präsentiert PIEPS das erste LVS Gerät mit Interfence Protection System gegen Störungen und Dual Antenna Signal Processing für beste Signalqualität. Dies führt zu einer beeindruckenden Suchstreifenbreite von 80 Metern. Die optimale Suchunterstützung, Bluetooth & App Support, sowie spezielle Funktionen für alle Profis im Bergsport machen das PRO IPS zum leistungsstärksten LVS Gerät seiner Klasse.
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ie Alpenvereine sind mit ihren Schutzhütten der größte Beherberger im Alpenraum. Im Sinne des Umweltschutzes wollen wir unsere Hütten zu vorbildlichen Beherbergungsbetrieben weiterentwickeln. Das Ziel: Die negativen Umwelteinwirkungen der Hütte so klein wie möglich zu halten. Schon aufgrund ihrer Insellage in weitgehend unerschlossenen Gebieten ist der Gedanke „Vermeidung und Reduktion“ von der Planung bis zum Erhalt unserer Schutzhütten seit jeher ein ständiger, nicht wegzudenkender Begleiter. Bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Österreichischen Alpenvereins bekamen drei Alpenvereinshütten das Umweltgütesiegel verliehen. Grundvoraussetzungen für die Verleihung des Umweltgütesiegels sind das nachhaltige, energieeffiziente und klimafreundliche Betreiben und Bewirtschaften der Hütte. Außerdem die Identifikation der Hüttenwirtsleute mit den Leitbildern der Alpenvereine, den Klimaschutzkonzepten und Nachhaltigkeitsstrategien, insbesondere mit dem Grundsatzprogramm zum Schutz und zur nachhaltigen Entwicklung des Alpenraumes sowie zum umweltverträglichen Bergsport. Zudem müssen die Hütten- und Tarifordnung und alle bundes- und landesgesetzlichen Regelungen beachtet und alle Neuinvestitionen an den aktuellen Stand der Technik angepasst werden. Wir gratulieren unseren ausgezeichneten Hütten 2023! Arthur-von-Schmid-Haus
Das Arthur-von-Schmid-Haus liegt in der Ankogelgruppe auf 2.281 m Höhe direkt am zweitgrößten Bergsee Kärntens, dem Dösener See. Die traumhafte Lage am See, das schattenspendende Säuleck (3.086 m) und die gute Erreichbarkeit von Mallnitz aus machen die Hütte zum idealen Stützpunkt für eine Vielzahl von Unternehmungen, welche vom gemütlichen Familienausflug bis hin zum Eisbaden reichen. Die Hütte wurde im Jahre 1910/11 vom Zweigverein Graz des Österreichischen Alpenvereins erbaut und mehrmals renoviert bzw. erweitert. Die Versorgung findet ausschließlich über Hubschrauber statt. Die Hütte wird vom Pächterpaar Fuchsloch freundlich und liebevoll geführt und 42
Drei Hütten ausgezeichnet Seit über 25 Jahren werden jene Hütten mit dem Umweltgütesiegel ausgezeichnet, wo die Ideologie eines nachhaltigen, klimafreundlichen Betriebes gelebt wird. Abteilung Hütten und Wege des Österreichischen Alpenvereins
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Schon aufgrund ihrer Insellage in weitgehend unerschlossenen Gebieten ist der Gedanke »Vermeidung und Reduktion« von der Planung bis zum Erhalt unserer Schutzhütten seit jeher ein ständiger, nicht wegzudenkender Begleiter.
Goldene Abendstimmung beim Arthur-von-Schmid-Haus, im Hintergrund der Dösener See Foto: Vanessa Kilchenmann, 2022
bietet Schlafplätze für 68 müde Bergsteigerinnen und Bergsteiger. Die Hüttenwirtsleute führen die Hütte auch technisch einwandfrei und leben Nachhaltigkeit in allen Betriebsabläufen. Die schöne Lage am See bietet zudem ideale Bedingungen zum Betrieb eines hauseigenen Kleinwasserkraftwerks (20 kW), welches die Hütte mit ausreichend Strom versorgt. Einwandfreies Trinkwasser kommt aus der eigenen Quelle, welches ausreichend zur Verfügung steht, jedoch mit Bedacht eingesetzt wird. Eine zusätzliche UV-Desinfektionsanlage sorgt für die Sicherheit eines keimfreien Trinkwassers. Die Abwasserentsorgung erfolgt seit dem Jahr2000 über eine vollbiologische Kläranlage. Die Anlage funktioniert einwandfrei und hat auch einen hohen Wirkungsgrad bei schwankenden Zulaufbedingungen verursacht durch variierende Gästezahlen. Um die Abfallmengen zu reduzieren, wird in der Küche auf die ganzheitliche Verwertung von Lebensmitteln geachtet und auf die Verwendung von abgepackten Produkten so gut wie möglich verzichtet. Fleischwaren werden beispielsweise vom Bauern vor Ort bezogen, um die Transportwege kurz zu halten. Auch Servietten sind auf den Tischen nicht zu finden. Franz-Senn-Hütte Die Franz-Senn-Hütte (2.147 m) ist eine der größten und ältesten Hütten des Österreichischen Alpenvereins. Sie wird nicht nur als Ausgangspunkt für Wanderungen, anspruchsvolle Bergtouren und Skihochtouren in den Stubaier Alpen genutzt, son-
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dern auch als Stützpunkt für viele Ausbildungen und Lehrgänge. Zudem dient die Hütte des Alpenverein Innsbruck als Etappenziel des Stubaier Höhenwegs und kann bis zu 140 Gäste aufnehmen. Die damals noch junge Sektion Innsbruck ist Erbauerin des heutigen Kernteils der Hütte und konnte den Bau im September 1885 einweihen. Laufend wurde die Infrastruktur der Franz-Senn-Hütte unter großem Einsatz durch Hüttenwirtsleute und den Zweigverein auf ihren heutigen Standard optimiert. Eine Erleichterung ist die zur Zeit des Zweiten Weltkrieges errichtete Materialseilbahn mit eingeschränktem Werksverkehr, über welche die Versorgung der Hütte seitdem fast vollständig abgewickelt werden kann. >
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Umweltgütesiegel Mehr Infos zum: Umweltgütesiegel
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Skitourenziel im Frühling: die Franz-Senn-Hütte
Das Freschen-Haus mit seinem Namensgeber, dem Hohen Freschen (2.004 m), im Hintergrund
Foto: Lukas Kremser, 2023
Foto: Carolin Scharfenstein, 2023
Seit 1975 wird die Hütte von der Familie Fankhauser bewirtschaftet, 2006 hat mit Thomas und Beate die nächste Generation die Rolle der Hüttenwirtsleute übernommen und kümmert sich um das Wohl der Gäste. Hüttenwirtin Beate sorgt mit ihrer freundlichen Art für ein sofortiges Gefühl des Willkommenseins auf ihrer Hütte. Thomas hat eine Leidenschaft für Technik und kümmert sich um diese auf der Hütte. Über ein selbst gebautes Dashboard hat er alle energetischen Verbrauchsdaten über einen Bildschirm im Überblick, die regelmäßigen Überprüfungen sind über eine App so programmiert, dass sie als ein Pop-up den Hüttenwirt an die notwendigen Kontrollen erinnern. Teilweise sind die Funktionen auch direkt vom Handy aus steuerbar. Damit hat er die Trinkwasseraufbereitung durch Filtern und UV-Behandlung, die zweistufige biologische Kläranlage und die Energieversorgung im Blick. Die Energieerzeugung erfolgt durch drei verschiedene voneinander unabhängige Anlagen. Seit 1966 existiert ein Kleinwasserkraftwerk etwas unterhalb der Hütte. In den Wintermonaten wird zufolge der geringeren Wassermenge das Kleinwasserkraftwerk durch ein Rapsöl-Blockheizkraftwerk unterstützt. 44
Freschen-Haus Aussichtsreich über dem Rheintal im Bregenzerwald liegt das Freschen-Haus (1.846 m). Der langgezogene Holzbau unterhalb des Hohen Freschen wurde im Jahre 1875 erstmals errichtet und an den Alpenverein Vorarlberg übergeben. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens wurde die Hütte von 1969 bis 1973 erweitert. Die Hütte bietet in der Sommersaison von Anfang Juni bis Anfang Oktober knapp 50 Schlafplätze. Seit 2023 bewirtschaftet Katrin Schmid mit ihrem Team das Freschen-Haus und legt dabei einen besonderen Wert auf Nachhaltigkeit. Gerade das Speise- und Getränkeangebot umfasst eine Vielzahl regionaler Produkte, wodurch das Freschen-Haus auch Teil der Initiative „So schmecken die Berge“ ist. Insbesondere mit den Almen des Laternsertals wird ein gutes Verhältnis gepflegt, sodass die Gäste die frischen Produkte auf der Speisekarte des Freschen-Hauses finden. Um die Abfallmengen zu reduzieren, wird in der Küche auf die ganzheitliche Verwertung von Lebensmitteln geachtet. Auch Servietten sind auf den Tischen nicht zu finden. Aufgrund der Vielzahl an
Tourenmöglichkeiten begrüßt die Pächterin Wandernde jeden Alters uund aller Fitnessstufen in ihrer Stube oder auf der Panoramaterrasse, sogar Yogaprogramme werden angeboten. Auch Schulklassen sind regelmäßig zu Gast im Freschen-Haus. Der kleine Alpengarten des Bergfreundevereins Laterns neben der Hütte bringt den Gästen die Botanik der Region näher. Die Energieversorgung erfolgt über eine neue 19-kW-Photovoltaikanlage auf dem Dach und an der Fassade, seit 2019 gibt es ein Rapsöl-Blockheizkraftwerk zur zusätzlichen Beheizung der Hütte. Eine Quelle unterhalb der Hütte sichert die Wasserversorgung. Dennoch ist das Wasser knapp, sodass notwendige Maßnahmen wie der Einsatz von Duschmarken und die Information der Gäste eingesetzt werden. — Die Abteilung Hütten und Wege des Österreichischen Alpenvereins ist zuständig für die Bau- und Projektberatung bei Maßnahmen an Hütten und Wegen, für die Beratung hinsichtlich Hüttenbetrieb und Marketing sowie für die richtlinienkonforme Verteilung der Beihilfen für Infrastrukturprojekte.
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Touren¡nfos
Ab ins Freie!
Passend zu den vorgestellten Umweltgütesiegel-Hütten hat euch die alpenvereinaktiv-Redaktion Touren in der Umgebung herausgesucht. Die Touren sind von unterschiedlichem technischem und konditionellem Anspruch. Eine gute Selbsteinschätzung und gründliche Tourenplanung sind unerlässlich. Unter jeder Tour findet ihr den Link zur kompletten Tourenbeschreibung auf alpenvereinaktiv.com samt GPS-Track, Beschreibungstexten und Bildergalerie. Die hier vorgestellten Tourentipps stellen unterschiedliche Ansprüche an euer Können als Bergsteiger*innen. Informiert euch also gut über den Gesamtanspruch der jeweiligen Tour mit Hilfe der vollständigen Tourenbeschreibung sowie dem Wetter- und Lawinenlagebericht auf alpenvereinaktiv.com. — Viel Spaß im Freien!
Östlicher Törlkopf (2.448 m) aus dem Dösener Tal bei Mallnitz Ausgangspunkt: Parkplatz im Dösner Tal (1.462 m) Tourendetails: Gesamtdauer 3:00 h – Strecke 9,1 km – Aufstieg 1.050 hm – Abfahrt 1.050 hm
entweder zum Östlichen Törlkopf oder zum etwas höheren Südwestgipfel der Kleinen Maresenspitze. www.alpenvereinaktiv.com/s/zZfkB
Foto: Manfred Karl
Autor: Manfred Karl, Alpenverein Salzburg Charakter und Schwierigkeit: Wenig bekannte Tour über die weitgehend baumfreien Hänge des Dösener Schönberges
Skitour auf die Mellenköpfe (1.967 m) von Innerlaterns Ausgangspunkt: Talstation Innerlaterns, Laterns (1.151 m) Tourendetails: Gesamtdauer 3:45 h – Strecke 13,3 km – Aufstieg 1.100 hm – Abstieg 1.100 hm Autor: Markus Grafl
www.alpenvereinaktiv.com/s/9rwC4 Foto: Markus Grafl
Charakter und Schwierigkeit: Schöne Skitour in Nähe des Skigebiets und des Freschenhauses. Auch als Firntour sehr geeignet.
Wildes Hinterbergl (3.288 m) über Berglasferner Ausgangspunkt: Franz-Senn-Hütte (2.147 m) Tourendetails: Gesamtdauer 6:30 h – Strecke 12,5 km – Aufstieg 1.145 hm – Abstieg 1.145 hm Foto: Michael Larcher
Autor: Michael Larcher
über den Verborgen-Berg-Ferner und die Turmscharte. Direkter und etwas extremer, was die Ernsthaftigkeit des Gletschers betrifft, ist der Anstieg über den Berglasferner. www.alpenvereinaktiv.com/s/ZXLZT
Charakter und Schwierigkeit: Skitourenklassiker im Tourengebiet der Franz-Senn-Hütte. Die häufiger begangene Route aufs Wilde Hinterbergl führt
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im Gespräch
»Man sollte die Synergien nutzen.« Der Bad Gasteiner Fabio Klammer ist mit 27 Jahren einer der jüngsten Vorsitzenden im Österreichischen Alpenverein. Ein Gespräch über Zusammenarbeit, Ehrenamt und Kameradschaft. Pia Payer
Bergauf: Fabio, du bist 27 und neuer erster Vorsitzender des Alpenvereins Bad Gastein. Wie kam es dazu?
Fabio Klammer: 2015 war ich oft auf der Gamskarkogelhütte oben, das ist die Hütte der Sektion Bad Gastein. Damals war ich noch nicht mal Vereinsmitglied. Den ganzen Sommer 2017 habe ich dann oben gearbeitet und es sind immer wieder Leute aus der Sektion heraufgekommen, mit denen ich geredet und eine Gaudi gehabt habe. Nach dem Sommerjob war ich immer wieder zum Aushelfen oder für diverse Reparaturen auf der Hütte und bin dabei immer wieder mit den Ehrenamtlichen aus der Sektion ins Gespräch gekommen. Als ich dann im Winter 2018 mal mit auf Skitour war, haben sie mich gefragt, ob ich nicht zum Verein dazukommen will. Im Laufe der Zeit habe ich immer mehr Aufgaben übernommen, mich um die Wege auf den Gamskarkogel gekümmert, Holz gemacht und dadurch immer mehr mit dem Team zu tun gehabt. … und dann haben sie dich einfach gefragt, ob du gerne Vorsitzender werden würdest?
So ungefähr (lacht). Der damalige erste Vorsitzende wohnt 300 km entfernt von Bad Gastein. Es war schwierig für ihn, über das Geschehen vor Ort am Laufenden zu bleiben. Dann haben sie mich gefragt, ob ich es vielleicht ma-
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»Man lernt, Verantwortung zu über nehmen, und gewinnt ein riesiges Netzwerk, Freunde und auch Kontakte, die einem in der Zukunft in irgendeiner Weise nützlich sein können.«
chen möchte. Und ich habe mir gedacht, ja, warum eigentlich nicht. Ich kenne das Team schon gut, habe schon einiges mit ihnen erlebt und weiß, dass ich mich auf sie verlassen kann. Irgendwie war in meinem Kopf auch der Gedanke: Es wäre schon cool, wenn mal die junge Generation ganz vorne ist und wir unsere Sichtweise einbringen können. In unserer Sektion fehlen vor allem Menschen zwischen 30 und 60 Jahren und deshalb auch die Kinder. Seitdem ich das Amt übernommen habe, kommen auch wieder Jüngere dazu und sagen: „Ja cool, mach ma was zusammen!“ Aber auch die langdienenden Funktionär*innen haben eine wichtige Funktion, bringen viel Erfahrung mit und haben Kontakte. Alle Generationen in der Sektion abzubilden und ihre Bedürfnisse zu erkennen, das ist eine Herausforderung. Was sind deine Hauptaufgaben?
Ich möchte vor allem eine verbindende Funktion einnehmen, zwischen unseren Ehrenamtlichen, den Mitgliedern und dem Vorstand. Außerdem würde ich gerne alle Vereine in Bad Gastein mehr zusammenbringen. Wir haben einige Vereine im Tal: die Naturfreunde, die Bergrettung, die Pfadfinder. Gerade in einem so kleinen Tal sollte man Synergien nutzen. Wir verfolgen ähnliche Ziele, warum also nicht öfter zusamBergauf
Foto: Alpenverein/Schöpf
menarbeiten. Vor allem bei der Wegewartung wären junge Menschen hilfreich. Es ist generell nicht einfach, diese Altersgruppe für das Ehrenamt zu begeistern. Wenn wir uns bei Aktionen zusammentun würden, hätten wir vielleicht ausreichend junge Leute beisammen. Vereine sollten also mehr zusammenarbeiten?
Genau! Wir haben 150 km Wege zu betreuen, das ist eine Menge Arbeit. Ich bin dabei, ein Netzwerk aufzubauen, das sich vereinsübergreifend um Themen kümmern könnte. Eine bessere Absprache mit dem TVB wäre auch sinnvoll, in der Hinsicht, dass sie uns Infos weitergeben, wenn Gäste Wegeschäden melden. Ich fände es sinnvoll, bei manchen Themen vereinsübergreifende Teams zu bilden. Dann könnten wir mehr bewegen. Viele der schwedischen Wanderführer *innen in Bad Gastein sind fast jeden Tag auf unseren Wegen unterwegs, sie könnten uns direkt Feedback geben oder sogar in die Wegepflege eingebunden werden. Die Zusammenarbeit würde bei ihnen sicher auch ein gewisses Bewusstsein schaffen. >
Steckbrief
Fabio Klammer
Alter: 27 Funktion im Verein: 1. Vorsitzender der Sektion Bad Gastein Beruf: Jusstudent Was machst du am Berg am liebsten? Mich mit den unterschiedlichsten Menschen über alles Mögliche zu unterhalten. Deine Kraftquelle? Sonnenaufgänge am Gamskarkogel, meinem Hausberg. Du hast einen Monat frei, was würdest du tun? Ich würde mit einem Wohnmobil durch Skandinavien reisen und auf den Lofoten Skitouren gehen. Es hat eine besondere Faszination, vom Meer zu starten und dann auf über 1.000 m über das Meer zu sehen und eine Linie in den Schnee zu zeichnen.
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im gespräch für das Ehrenamt begeistern?
Ich denke, es ist wichtig, zu kommunizieren und vorzuleben, dass der Alpenverein viele Interessen unter einem Dach verbindet. Wir sind weder ein Verein für Senior*innen noch einer für Leistungsportler*innen. Alpenverein ist für alle, die gerne am Berg sind. Am Berg sind wir alle gleich und wollen gemeinsam unterwegs sein. Gemeinschaft ist mir wichtig.
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Du willst ehrenamtlich mitgestalten? Dann melde dich bei uns! ehrenamt@alpenverein.at
Mehr Infos: alpenverein.at/ehrenamt
Was bedeutet Alpenverein für dich?
Für mich bedeutet der Alpenverein vor allem Kameradschaft, in der man über seine Grenzen hinausgehen kann. Man wächst bei gemeinsamen Bergtouren zu einer Gemeinschaft zusammen, die es allen gleichermaßen ermöglicht, sich zu entfalten und einen Beitrag zu leisten. Über den Verein haben sich Freundschaften entwickelt, die über das Bergsteigen hinausgehen. Braucht ihr aktuell mehr ehrenamtliche Unterstützung und wie möchtest du neue Ehrenamtliche finden?
Wer braucht die nicht (lacht)? Ich denke, Ehrenamtliche findet man, wenn man miteinander ins Gespräch kommt. Wenn man Leute im Tal oder am Berg trifft, dann einfach mal etwas über den Verein oder konkrete Projekte erzählen. Menschen einladen, vorbeizuschauen oder konkret ansprechen, wo aktuell Unterstützung gebraucht wird.
EIN GANZES LEBEN Die Verfilmung des Weltbestsellers von Robert Seethaler ab 9.11 in den Kinos
Wie lässt sich dein Ehrenamt mit dem Alltag vereinbaren?
Wir haben wenige offizielle Sitzungen und organisieren viel telefonisch. Für uns passt das momentan gut so. Ich kann mich auf mein Team verlassen. Bei einer Veranstaltung wie unserem Straßenfest im Sommer will ich dann auf jeden Fall vor Ort sein, da es eine super Gelegenheit ist, um mit jungen Leuten ins Gespräch zu kommen. Dein Appell an junge Menschen?
Probiert es einfach mal aus! Just do it! Es kann sehr viel Spaß machen, wenn man sich einbringen und etwas aktiv mitgestalten kann. — Pia Payer ist im Österreichischen Alpenverein Ansprechpartnerin für das Thema Ehrenamt.
Franz Richter, Maria Hofstätter, Andreas Lust, Thomas Schubert, Marianne Sägebrecht und Robert Stadlober. EIN GANZES LEBEN ist eine Liebeserklärung an das Leben in den Bergen mit allen Höhen und Tiefen. Der Film feierte beim diesjährigen Zürich Film Festival seine Weltpremiere. EIN GANZES LEBEN ab 9.11. im Kino!
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ls „Jahrhundertroman“, als „kleines literarisches Wunder“ wurde „Ein ganzes Leben“, der fünfte Roman von Robert Seethaler, bei seiner Erstveröffentlichung 2014 beschrieben. Allein im deutschsprachigen Raum wurde das Buch mehr als 1,1 Millionen Mal verkauft. In 40 Sprachen wurde es übersetzt, mit Preisen überhäuft, von der Kritik hoch gelobt und von den Lesern begeistert verschlungen. Erzählt wird die entbehrungsreiche Lebensgeschichte des Andreas Egger, der über acht Jahrzehnte Gewalt, Krieg und Armut erleiden muss. Doch es gibt immer auch Momente des Glücks und eine große Liebe, die aus Egger einen Menschen machen, der mit seinem Leben und den wenigen Dingen, die er hat, zufrieden ist. Ein Stoff wie fürs Kino geschaffen. EIN GANZES LEBEN ist die bildgewaltige Verfilmung, die am 9.11. in Österreichs Kinos starten wird. Neben dem Shooting Star Stefan Gorski agieren August Zirner, Julia 48
Ab 9. November im Kino
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> Wie können wir junge Menschen
bergspitzen
andreas Ermacora
Präsident des Österreichischen Alpenvereins
Abschied Nach zehn Jahren als Präsident des Österreichischen Alpenvereins verabschiedet sich Andreas Ermacora mit einem großen DANKE.
Foto: norbert-freudenthaler.com
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lles hat sein Ende und somit darf ich mich an dieser Stelle bei Ihnen als langjähriger Präsident des Österreichischen Alpenvereins verabschieden und mich bedanken. Ich bedanke mich bei allen Funktionär*innen, bei den Sektionsvorsitzenden, bei den Bundesausschussmitgliedern und natürlich auch bei allen Mitgliedern, die durch ihre Vereinszugehörigkeit dazu beitragen, dass der Verein das ist, was er heute in der Öffentlichkeit darstellt. Ein Verein der Superlative mit hunderttausenden Mitgliedern, mit einer glaubwürdigen Vereinspolitik, einem finanziell soliden Aufbau und vor allem mit tausenden Funktionären, die ihre Freizeit und ihr Wissen, ihr Können und ihr Geschick dem Verein widmen. Es sind die Menschen, die den Verein prägen. Ich habe in all den Jahren, und es sind nun 31 Jahre ehrenamtlicher Tätigkeit, so viele nette Menschen kennen gelernt, viele interessante Gespräche geführt, hunderte Sitzungen geleitet, mich mit zahlreichen Politikern ausgetauscht, manchmal mediale Prügel bezogen und bereue keinen Tag, in dem ich für den Österreichischen Alpenverein an vorderster Front stehen durfte. Ich bedanke mich aber vor allem auch bei allen hauptamtlichen Mitarbeitern des Vereins, die mich stets unterstützt haben und mir sehr loyal gegenübergestanden sind. Mit Robert Renzler, dem langjährigen Generalsekretär, der heuer im Mai leider viel zu früh verstorben ist, war ich freundschaftlich verbunden. Er war das Bindeglied zwischen den Mitarbeitern im Haus und dem Präsidium. Clemens Matt, sein Nachfolger, musste in große Fußstapfen treten, leitet aber als hauptamtlicher Generalsekretär den Verein großartig und ist ein würdiger Nachfolger. Ich bedanke mich auch bei meinen Präsidiumsmitgliedern, die mich stets unterstützt haben und im Sinne einer
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Gesamtverantwortung loyal an meiner Seite wichtige Entscheidungen trafen. Ich wünsche meinem Nachfolger und dem neuen Präsidium alles erdenklich Gute und bin mir sicher, dass sie den Verein weiterhin in einem ruhigen Fahrwasser führen werden. Die Zeiten werden nicht einfacher. Umso wichtiger ist es, dass ein Verein, wie es der Österreichische Alpenverein ist, existiert und vor allem als unerschütterliche Umweltorganisation weiterhin die Bewahrung der Ursprünglichkeit und Schönheit der Bergwelt unterstützt. Ich wünsche Ihnen allen einen schönen Jahreswechsel und vor allem ein spannendes Bergjahr 2024. —
»Ich habe in all den Jahren, und es sind nun 31 Jahre ehrenamtlicher Tätigkeit, so viele nette Menschen kennen gelernt, viele interessante Gespräche geführt, hunderte Sitzungen geleitet, mich mit zahlreichen Politikern ausgetauscht, manchmal mediale Prügel bezogen und bereue keinen Tag, in dem ich für den Österreichischen Alpenverein an vorderster Front stehen durfte.« 49
unterwegs Von rechts kommend ist die Großglockner-Hochalpenstraße erkennbar, die vom Glockner-Haus (1) zur Franz-Josefs-Höhe (2) führt; P I, P II und P III bezeichnen drei projektierte Parkplätze bis zum Freiwandeck. Anschließend führt der Weg unter der Freiwand vorbei in die Gamsgrube, links im Bild mit (3) bezeichnet die Hofmanns-Hütte. Bildnachweis: unbekannt/ÖAV-Archiv
Die Gamsgrube im Widerstreit „Alpenverein klagt Glockner-Hochalpenstraße“ – für Schlagzeilen sorgte eine Klage des Alpenvereins gegen die GROHAG, die Betreiberin der Großglockner-Hochalpenstraße. Worum geht es dabei eigentlich? Zur Aufklärung der Alpenvereins mitglieder ein Überblick. Teil 1, die Vorgeschichte Martin Achrainer Historisches Archiv des Alpenvereins
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en Gamsgrubenweg im Sonderschutzgebiet des Nationalparks Hohe Tauern kennen viele Bergsteigerinnen und Bergsteiger als Zustieg zur Oberwalder-Hütte. Er ist das Zentrum dieses Gerichtsstreites. Seit 1918 ist der Kärntner Anteil des Glocknermassivs im Eigentum des Alpenvereins. Der Villacher Holzindustrielle Albert Wirth, Ehemann einer der vier Schwestern Aichenegg, die mit dem Gut Großkirchheim auch die sogenannte Pasterzenumrahmung bis zum Gipfel des Großglockners geerbt hatten, übergab das Grundstück dem Alpenver50
ein – formell handelte es sich um einen Kauf, für den Albert Wirth die Kaufsumme spendete. Es sei sein Wunsch, schrieb er damals dem Alpenverein, „den Großglockner samt Pasterze ein für allemal der Spekulation der ‚alpinen Fremdenindustrie‘ zu entziehen“. Bereits in den 1930er-Jahren wurde die Gamsgrube, deren unbestrittene botanische Einzigartigkeit seit Anfang des 19. Jahrhunderts bekannt ist, zum Mittelpunkt touristischer Begehrlichkeiten. An die Großglockner-Hochalpenstraße sollte ein neues Ausflugsziel angeknüpft
werden: Eine Seilbahn auf den Fuscherkarkopf, erreichbar über eine Straße zur geplanten Station in der Gamsgrube. Als diese Pläne bekannt wurden, brach ein wahrer Entrüstungssturm los. Den Protesten des Alpenvereins schlossen sich eine Reihe namhafter Gesellschaften bis hin zur Österreichischen Akademie der Wissenschaften an. Politische Unterstützung fand der Alpenverein bei der Kärntner Landesregierung, die im Jahr 1935 das gesamte Gebiet unter Naturschutz stellte. Gegensätzliche Sichtweisen Auf einen interessanten Aspekt weist der Historiker Georg Rigele hin, der die Geschichte der Großglockner-Hochalpenstraße vor 25 Jahren bearbeitete: Für die GROHAG stand die Aussicht auf den Großglockner, den die Autofahrer haben würden, im Mittelpunkt, für die Bergsteiger jedoch der Blick vom Großglockner herab auf die Pasterze und deren Umgebung, zu der die Gamsgrube gehört. Der damalige Generalsekretär des Alpenvereins, Walter Schmid-Wellenburg, befand, „niemand, der diesen ‚Promenadeweg‘ von der Erzherzog-Johann-Hütte oder vom Glocknergipfel oder vom Aufstieg über den Hofmannsgletscher aus sah, kann bestreiten, daß er in dieser erhabenen Landschaft so abscheulich wirkt wie der Schnitt eines Rasiermessers im leuchtend reinen Antlitz eines jungen Mädchens“. Bergauf
Der Alpenverein wird enteignet
Links ein Bild vom Wegbau 1936, rechts der Gamsgrubenweg in einer frühen Farbaufnahme aus dem Jahr 1938 oder 1939 Bildnachweis: unbekannt/ÖAV-Archiv
Der Protest des Alpenvereins fiel deftig aus wie kaum jemals zuvor: Vorsitzender Raimund Klebelsberg rief bei der Hauptversammlung im Juli 1936 aus, die Straße in die Gamsgrube würde zu einem „traurigen Denkmal des Unverstandes und des Undankes werden, des Unverstandes, der es zugelassen hat, die schönste Hochgebirgslandschaft Österreichs zu schänden, des Undankes gegenüber einem Verein, der in selbstlosester Weise, aus rein idealen Beweggründen seit Jahrzehnten Millionen um Millionen in den österreichischen Bundesländern angelegt hat, gegenüber einem Verein, der den Fremdenverkehr in den österreichischen Alpenländern entscheidend begründen geholfen hat.“ Franz Wallack, der Planer der Großglockner-Hochalpenstraße und Geschäftsführer der Gesellschaft, sowie der Salzburger Landeshauptmann Franz Rehrl, der politische Kopf hinter Wallack, ließen sich von den scharfen Protesten, aber auch vor Warnungen in Bezug auf Steinschlag und die Sicherheit der Straßenbenutzer nicht beirren und gaben sich unbeeindruckt. Schließlich hatten sie ja auch den Bau der Hochalpenstraße gegen größte, vor allem finanzielle Schwierigkeiten durchgesetzt. Das größte Hindernis war für sie die Bundesregierung, die die Ausgaben scheu-
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te. Doch Rehrl gelang auch hier ein Umschwung, und kaum waren die entscheidenden Minister überzeugt, ging es Schlag auf Schlag: Nachdem im Jänner 1936 das Bundesministerium für Handel und Verkehr den Bau einer Straße in die Gamsgrube und der Seilbahn auf den Fuscherkarkopf abgelehnt hatte, stellte die GROHAG am 19. Mai 1936 den Antrag, einen „Promenadeweg“ vom Freiwandeck bis zum Wasserfallwinkel als „begünstigten Bau“ im Sinne einer kaiserlichen Kriegsverordnung (!) aus dem Jahr 1914 erklären zu las-
»... wenn die Straße allem zum Trotz wirklich doch gebaut werden sollte, dann wird sie zu einem traurigen Denkmal des Unverstandes und des Undankes werden ... « Raimund Klebelsberg, 1936
sen. Innerhalb von 40 Tagen lag die Baubewilligung vor und die Enteignung – in diesem Verfahren hatte der Alpenverein als Grundbesitzer nicht einmal Parteistellung – wurde am 28. Juli 1936 ausgesprochen. Nur drei Tage zuvor tagte in GarmischPartenkirchen die Hauptversammlung des Alpenvereins und „in letzter Stunde“ wurde ein Telegramm an Bundeskanzler Kurt Schuschnigg geschickt mit der „Bitte, den Großglockner und seine Gamsgrube als einzigartiges Naturdenkmal vor jedem technischen Eingriff zu schützen und die Erbauung des Weges in dieses Naturschutzgebiet zu verhindern“. Wenige Tage danach kamen die Presslufthämmer zum Einsatz und im Juni 1937 wurde der Weg als „Kanzler-Schuschnigg-Weg“ eröffnet. Im Nationalsozialismus Der „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich hatte eine Wende im Verhältnis zwischen Alpenverein und GROHAG zur Folge. Landeshauptmann Rehrl wurde von den Nationalsozialisten verhaftet, auch der Großteil der führenden Köpfe in der GROHAG ausgewechselt. Das große Sagen hatten jetzt in der GROHAG Fritz Todt, der Generalbevollmächtigte für den Straßenbau, und Hermann Göring, dem auch die obersten Naturschutzbehörden unterstanden. Bei einer Befahrung der Hochalpenstraße soll Göring am Freiwandeck geäußert haben: „Bis hierher und nicht weiter!“ Das Seilbahnpro- > 51
unterwegs Aus Protest gegen den Protest traten Franz und Inge Wallack 1935 aus dem Alpenverein aus. Bildnachweis: unbekannt/Archiv Sektion Klagenfurt
Die enteignete Parzelle (gelb). Ausschnitt aus dem Teilungsplan, 1939. Bildnachweis: Kärntner Landesarchiv
Blick vom Gamsgrubenweg zum Glockner, rechts unten die Hofmanns-Hütte, 1938/1939. Bildnachweis: Unbekannt/ÖAV-Archiv.
> jekt wurde offiziell eingestellt, der neue Generaldirektor Julius Buchleitner informierte den Alpenverein offiziell davon und bemühte sich um ein gutes Einvernehmen mit diesem. Der Alpenverein hatte seinen Sitz von Stuttgart nach Innsbruck verlegt und die meisten Ämter in den leitenden Gremien neu besetzt. Mit Arthur Seyß-Inquart war Österreichs höchstrangiger Nationalsozialist als „Vereinsführer“ an die Spitze getreten, der mit GROHAG-Aufsichtsratspräsident Todt auf Ministerebene verkehrte. Unter diesen Umständen und der von der nationalsozialistischen Führung stets be-
schworenen „Volksgemeinschaft“ schien eine Zusammenarbeit möglich. Der Alpenverein erhielt wesentliche Aufgaben im alpinen Naturschutz übertragen, und in die Satzung der GROHAG wurde die „Pflege und Ausgestaltung“ der Landschaft um die Glocknerstraße „im Sinne des Natur- und Landschaftsschutzes“ aufgenommen. Es sollte sich zwar bald zeigen, dass die beiden Organisationen den Begriff des Naturschutzes recht unterschiedlich interpretierten, doch mit dem Verzicht auf die Seilbahn auf den Fuscherkarkopf schien der Schutz der Gamsgrube vor weiteren Maßnahmen gesichert.
Umstrittene Parzelle Erst im Sommer 1938 wurde die enteignete Parzelle vermessen. Im Bescheid der Landeshauptmannschaft Kärnten von 1936 war festgehalten worden, dass das genaue Ausmaß der enteigneten Flächen erst „im Zuge der Baudurchführung beziehungsweise nach endgiltiger Vermessung festgestellt werden“ könne, so dass die angegebenen Flächenmaße „vorbehaltlich geringfügiger Korrekturen“ angegeben wurden. Wohl aufgrund von Planungsunterlagen der GROHAG, die dem Alpen-
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Die Gamsgrube als botanisches Kleinod Oberhalb der einst so mächtigen Pasterze entdeckte im Sommer 1813 der Botaniker David Heinrich Hoppe die Gamsgrube, die durch die einzigartigen Bedingungen eine naturkundliche Rarität darstellt. Die Grundlage für die Einzigartigkeit liegt in der Bodenbildung. Flugsand von den umgebenden Hängen und Gipfelgraten lagert sich in windgeschützten Mulden ab und bildet einen sehr lockeren, empfindlichen Boden. Seltenste Pflanzen wachsen hier, Rasenstücke brechen immer wieder ab und werden neu gebildet. Botaniker, Insektenforscher und andere Naturwissenschaftler finden in der Gamsgrube ein reiches Forschungsfeld. Laien bewundern die außergewöhnliche Schönheit der Landschaft, auch wenn sie Pflanzenbezeichnungen wie Rund-
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blättriger Enzian, Quendel-Weide, Alpen-Soldanelle, Zwerg-Primel, Silberwurz, Alpen-Hahnenfuß, Alpen-Breitschötchen, Blaugras oder Steinbrech nicht kennen. Der wissenschaftliche Wert der Gamsgrube war stets unbestritten, ein besonderer Schutz schien so lange nicht notwendig, als noch keine Massen in die rund 2.500 m hoch gelegene Senke vordrangen. 1935 wurde das ganze Gebiet unter Schutz gestellt, seit 1986 ist die Gamsgrube als Sonderschutzgebiet Ausgezeichnete des Nationalparks Hohe Tauern ausSicherheitgewiesen. durch Sie darf nicht betreten EINZIGARTIGE werden. Schon im BewilligungsAuslöse-Mechanik bescheid für den Gamsgrubenweg war ein Betretungsverbot erlassen Beispiele für die botanische Vielfalt: Braya alpina, eine der seltenen Pflanzen worden, das von fünf Bergwächtern am Standort (links); Silene acaulis, Agrostis alpina und Poa alpina – Polster zu überwachen war. (oben); Rasenanriss mit Jahresschichtung, mit Sesleria varia bewachsen. Fotos: Atlas der Alpenflora; ÖAV-Archiv (2)
Bergauf
Der Salzburger Landeshauptmann Franz Rehrl (am Steuer) und der Erbauer der Hochalpenstraße Franz Wallack bei der ersten Überquerung am 22. September 1934. Für sie galt die Seilbahn auf den Fuscherkarkopf als „Krönung“ ihres Werkes. Bildnachweis: Lothar Rübelt/Bildarchiv Austria
Telegramm der AlpenvereinsHauptversammlung an Bundeskanzler Schuschnigg, 1936 Bildnachweis: ÖAV-Archiv.
verein natürlich nicht vorlagen, wurden zunächst 6.620 m² aus Alpenvereinsbesitz angenommen. Während der Bauarbeiten hatte der Alpenverein einer Verlängerung des Weges um knapp 200 Meter zugestimmt, weil es ihm schonender erschien, den Umkehrpunkt aus der Gamsgrube hinaus in das Moränengebiet des Wasserfallwinkels zu verlegen. Diese Verlängerung war nun
nicht von der Enteignung betroffen, sondern blieb im Eigentum des Alpenvereins. Die GROHAG sollte diesen Schlussteil des Weges mitbetreuen und die dafür anfallenden Kosten dem Alpenverein verrechnen. Die Vermessung der Parzelle im Sommer 1938 ergab nun ein nicht geringfügig, sondern ganz erheblich von der ursprünglich angegebenen Fläche abweichendes Ausmaß: Es waren plötzlich
nicht mehr 6.620 m², sondern 11.535 m², also beinahe 75 Prozent mehr Fläche an unberührter Natur, die von der Enteignung betroffen war. Damit verbreiterte sich die neue Parzelle der GROHAG von durchschnittlich geplanten sechs auf 10,30 Meter, bei einer verordneten Wegbreite von nur zweieinhalb Metern! Dennoch unterzeichnete der Alpenverein eine Aufsandungsurkunde. Die neue Parzelle wurde zugunsten der GROHAG ins Grundbuch eingetragen und die entsprechenden Flächen mit genauer Angabe des Ausmaßes zu- und abgeschrieben. Im jetzigen Gerichtsverfahren geht es um eben diese Parzelle. Denn als die GROHAG im Jahr 2021 mit dem Plan für ein neues Bauprojekt am Gamsgrubenweg an den Alpenverein herantrat, erwies sich, dass die Parzelle in der Grundbuchsmappe neuerlich erheblich angewachsen war: 36.207 m². Eine entsprechende Eintragung im Grundbuch (Hauptbuch) selbst fehlt allerdings. Mehr dazu im nächsten Bergauf. —
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unterwegs
Mountainbiken im Burgenland
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Im Mittelburgenland, zwischen Rechnitz und Lockenhaus, erweitern seit wenigen Jahren die Burgenland-Trails das Angebot rund um Kultur, Weinbau und Wandern im Naturpark Geschriebenstein-Irottkö für Mountain biker*innen. Und das ganzjährig. René Sendlhofer-Schag
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enkt man an das Burgenland, so tauchen vor dem geistigen Auge Heurigenschenken, Weinbau, Kultur, viele Störche und vielleicht auch ein paar Surfer am Neusiedlersee auf. Der Kompass würde wohl nicht in den äußersten Osten unseres Landes zeigen, wenn es um die Planung einer Mountainbiketour geht. Doch das Mittelburgenland, genauer gesagt der Naturpark Geschriebenstein-Irottkö zwischen Rechnitz und Lockenhaus, hat sich vor wenigen Jahren mit einem Paukenschlag auf die Landkarte der Mountainbiker*innen gezaubert. An den Hängen des 884 m hohen Geschriebensteins findet man nun über 40 km Mountainbike-Trails in unterschiedlichsten Schwierigkeitsgraden. Und daher war es nur selbstverständlich, die Peilung gen Osten zu richten und dieser wunderschönen Region im Bezirk Oberwart einen Besuch abzustatten. Trails für alle Der Geschriebenstein ist der höchste Berg des Burgenlandes, inmitten des Günser Gebirges, direkt an der Grenze zu Ungarn. Von der Aussichtswarte am Gipfel genießt man einen Weitblick in alle Richtungen. Eine Grenze ist hier nicht mehr auszumachen – und dennoch führt
Zahlreiche Kurven und Wellen zeichnen lange Strecken der Burgenland-Trails aus. Foto: René Sendlhofer-Schag
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die Staatsgrenze mitten durch die Warte. Als Grenzgänger fühlen wir uns heute allerdings nicht. 300 Sonnentage im Jahr, bedingt durch das pannonische Klima, machen nämlich eine ganzjährige Befahrung möglich. Gesperrt wird nur witterungsbedingt. Was in vielen anderen Regionen Österreichs unmöglich erscheint, war hier nur eine Frage des Miteinanders und einer guten Gesprächsbasis. Die Namen der Trails geben auch Einblick in die beteiligten Lebensraumpartner: Esterházy-Trail, Batthyány- und Rechnitz-Trail sind nur einige der Strecken, die es hier zu erkunden gilt. Man hat bei der Entwicklung das Rad nicht neu erfunden, sondern erfahrene Partner aus anderen Regionen Österreichs an Bord geholt. Die bereits bestehenden Mountainbike-Routen und Verträge wurden als Basis für die Erweiterung verwendet und man hat früh die passenden Korridore für eine ganzjährige Nutzung mit Forst und Jagd abgestimmt. Geht nicht gibt’s nicht: Im Burgenland macht man es vor und Mountainbiker*innen dürfen nun ganzjährig legal ihrem Hobby nachgehen. Rund um den Geschriebenstein findet man hauptsächlich blaue und rote Trails, also einfache bis mittelschwere Strecken. Denn das Erlebnis Mountainbike soll so vielen Menschen wie möglich zugänglich sein. Ein Übungsparcour und Pumptrack am Badesee in Rechnitz sowie die erste Bikeschule des Burgenlands bieten Anfänger*innen die Möglichkeit, in die Welt des Bikens einzusteigen. > 55
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Genussbiker*innen, Trail-Junkies und Enduro-Biker*innen, egal ob mit oder ohne Motorunterstützung, finden auf den 40 km langen Strecken alles, was das Herz begehrt. Die Routen bieten immer wieder kurze Alternativen, einfacher und schwieriger, um den Biketag im Burgenland so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten. Der Geschriebenstein ist durchzogen von kleinen Canyons, Hohlwegen und unterschiedlichstem Bewuchs. Ein gelungenes Trail- und Naturerlebnis wartet darauf, entdeckt zu werden. Kurbeln, shutteln, mieten Der Einstieg zu den Trails ist von allen Seiten möglich. Im Norden von Lockenhaus, etwas höher bei der Margaretenwarte, am höchsten Punkt der B 54 am Parkplatz Geschriebenstein oder ganz im Süden beim Badesee in Rechnitz. Zum Selberkurbeln gibt es von allen Seiten Uphill-Trails, ein guter Mix aus Forststraßen und Trails bringt uns somit sportlich wieder hinauf zum „Head-Trail“, der direkt am Gipfel des Geschriebensteins startet und von dem die weiteren Strecken abzweigen. 56
Zahlreiche Canyons, wohl alte Rückegassen, durchziehen den Geschriebenstein. Fotos: René Sendlhofer-Schag
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Hard Facts Burgenland-Trails • Burgenland-Trails: mehr als 40 km Trails, Erweiterungen in Planung • Anreise per PKW oder Südburgenlandbus, verkehrsbetriebe-burgenland.at/ • E-MTB mieten: Der Eismacher in Lockenhaus, Ladestationen vorhanden • Bikeschule Orange Duck, orangeduck.bike/ • Abkühlung im Badesee Rechnitz • Besuch der Burg Lockenhaus, Ritteressen und Events, ritterburg.at/ • Unterkunft ebenfalls im Burghotel möglich
Mehr Infos: trails.burgenland.info
Wer auf Enduro- oder Downhill-Action abfährt, lässt sich mit dem Shuttle, das regelmäßig zwischen Lockenhaus und Rechnitz verkehrt, wieder nach oben bringen. Wie bei einem Linienbus richtet man seine Abfahrten dann nach dem jeweiligen Fahrplan. Wer alle Strecken mit ihren zahlreichen Varianten befahren möchte, sollte Sommermonate mit viel Tageslicht wählen, denn das wird eng: So zahlreich und lang sind die Trails hier angelegt. Für motorunterstützte Biker*innen gibt’s in Lockenhaus eine Ladestation. Wie praktisch, dass die Steckdosen direkt bei der Eisdiele „Eismacher“ montiert sind! Wer kann da noch widerstehen. Auch für spontane Ausfahrten mit dem Bike ist gesorgt. Denn ebenfalls beim kühlen Kaloriennachschub befindet sich eine Mietstation. Räder können vor Ort oder auch online für drei Stunden oder einen ganz Tag gemietet werden. Auch das Ticket, der Zugang zu den Trails, kann entspannt online gekauft werden. Der Tagespreis für einen Erwachsenen liegt bei acht Euro und wird für die Wartung der Trails eingesetzt. Ein wertvoller Beitrag, um die Burgenland-Trails langfristig erhalten zu können. Bergauf
einzigartigen Charakter dort gleich seinen Platz fixiert. Unsere Empfehlung ist ein Start in Rechnitz am Badesee – ein Sprung ins kühle Nass zwischendurch oder am Ende eines gelungenen Biketages rundet das Angebot ab. Mit dem kulinarischen und kulturellen Rahmenprogramm in den umliegenden Orten ist der Naturpark Geschriebenstein das perfekte Ausflugsziel für die ganze Familie. Wir kommen wieder – und freuen uns auf die Wintersaison am Bike im Burgenland. —
Erreichbarkeit und Ausflugsziele Wir haben es versucht – aber eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist mit Fahrradmitnahme nur bedingt möglich. Zwar bietet der Südburgenlandbus eine Option von Graz ins Südburgenland – doch die Verbindungen sind für einen eintägigen Ausflug nicht praktikabel. Der nächste Besuch wird daher einfach auf mehrere Tage erweitert. Neben den Burgenland-Trails gibt es vor Ort noch viele weitere Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Die Burg Lockenhaus bietet Ritteressen an und ist Hochburg der musischen und bildenden Künste in der Region. In Oberwart warten der Wochen-, Genuss- und Bauernmarkt und natürlich ein Ausflug zu einem der umliegenden Heurigen. Nun ist das Burgenland auch auf unserem Bikeradar und hat sich mit seinem
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November/Dezember #2.2022 — april/mai
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Investition in die Jugend Welchen Stellenwert die Jugendarbeit im Alpenverein hat, beweist das Engagement für die in die Jahre gekommene Fraganter Jugendherberge des Alpenverein Klagenfurt auf über 1.700 m in der Goldberggruppe. Mit der Eröffnung des rundum sanierten und erweiterten Hauses im Herbst 2023 wird ein neues Kapitel aufgeschlagen. Christina Schwann
I
n Klagenfurt trifft man kaum jemanden, der nicht oben war.“ Wenn Karl Selden, Vorsitzender des Alpenverein Klagenfurt, von der Fraganter Jugendherberge erzählt, kommt er schnell ins Schwärmen. Seit der Eröffnung im Jahr 1932 hätten rund 20.000 Kinder und Jugendliche ihren Sommer dort verbracht, einen Zugang zur Natur gefunden, gemeinsam Abenteuer bestanden und Freundschaften geschlossen. „Aber 2017 – wir hatten gerade erst die teure Generalsanierung der Klagenfurter Hütte abgeschlossen – begannen sich die Probleme an der Jugendherberge zu häufen. Ein undichtes Dach, Feuchtigkeit und Schimmel, mit Kolibakterien belastetes Trinkwasser … die Liste der Unzulänglichkeiten wurde immer länger und stellte uns vor riesige Probleme.“ Ab 2017 war für Karl Selden und die Sektion klar, entweder wird die Jugendherberge saniert oder behördlich geschlossen. Die Bergwerksgeschichte in der Großfragant reicht bis zum Ende des 17. Jahrhunderts zurück. Die reichen Lagerstätten an Kupfer und Schwefel wurden 1689 entdeckt und erschlossen. Ab 1890 wurde der Bergbau intensiviert und 1906 eine ‹ Sanft schmiegt sich die Fraganter Jugendherberge in die Landschaft ein. Die Kupferverkleidung erinnert an die Bergbaugeschichte. Fotos: Imgang Architekten
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Fraganter Jugendherberge Eckdaten: Jugendherberge/Jugendheim Lage: 1.770 m in der Großfragant, Goldberggruppe Markante Gipfel: Sadnig, 2.745 m, Makernispitze, 2.640 m Gemeinde: Flattach, Kärnten Schutzgebiete: Landschaftsschutzgebiet Großfragant, Naturschutzgebiet Bretterich Erreichbarkeit: Mölltal bis Obervellach, weiter nach Außerfragant Sommerzustieg über Rollbahnweg – 1 h 15 min; Winterzustieg von Innerfragant – 2,5 h Ausstattung: 36 Plätze Teilnehmer*innen, 8 Plätze Betreuer*innen Anfragen zur Hütte/Buchung: Tel.: +43/0664/4418335 office@alpenverein-klu.at
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4.400 Meter lange Rollbahn errichtet, die den Erztransport vereinfachte. Im Ersten Weltkrieg erfuhr der Bergbau seinen Höhepunkt: Die Nachfrage nach Kupfer war enorm und russische Kriegsgefangene, selbst Frauen und Kinder, wurden als Zwangsarbeitende eingesetzt. Das ganze Gebiet glich einer Industrielandschaft mit unzähligen Stollen, Seilbahnen und Werksgebäuden. Der 2019 angelegte Themenweg entlang der ehemaligen Rollbahn erzählt dieses dunkle Kapitel der Großfragant. Vom Bergwerksgebäude zur Jugendherberge Nach dem Krieg war der Bergbau in der Großfragant nicht mehr lukrativ und wurde im Jahr 1921 stillgelegt. Der Alpenverein Klagenfurt ergriff die Gunst der Stunde, pachtete 1926 die angebotenen Gebäude samt drei Hektar Grund und konnte sie 1929 sogar käuflich erwerben. Über 20 Bergwerksobjekte, Seilbahnen, Materialstapel und Halden von abgebautem, taubem Gestein waren über das Gebiet verteilt. Der Alpenverein machte sich ans Aufräumen, trug etliche Gebäude ab, entsorgte große Mengen an Material und pflanzte Latschen und Lärchen auf den öden Flächen. Das ehemalige Kanzlei- und Wohngebäude wurde zur Alpenvereins-Schutzhütte (erste Fraganter Schutzhütte), das ehemalige Kantinen- und Mannschaftsgebäude zur Jugendherberge für die damals schon existierende Jugendgruppe. Der Alpenverein Klagenfurt hatte mit der Großfragant also nicht nur ein neues, wunderschönes Arbeitsgebiet gewonnen, sondern endlich auch einen Platz für die Jugend. Das Konzept der Selbstversorgung sollte schon damals Eigenverantwortung und Zusammenhalt fördern. Eine eigene Bergschule und die Ausbildung von Jugendleiter*innen waren Bestandteil der Jugendarbeit, die bald im gesamtem Alpenverein Aufmerksamkeit erregte. Die Sanierung – ein neues Kapitel Obwohl immer wieder kleinere Sanierungen an der Jugendherberge durchgeführt wurden, waren die Mängel 2017 so groß, dass eine Weiterführung des Betriebes von Seiten der Behörden in Fra- > 61
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Durch den barrierefreien Bau ist ein Aufenthalt für alle möglich. Fotos: Imgang Architekten
> ge gestellt wurde. „Nicht jeder im Alpenverein begrüßte den Umbau, schließlich hatten viele gute Erinnerungen an das alte Haus“, erinnert sich Daniel de Pretis, Projektleiter der neuen Fraganter Jugendherberge, an die Diskussionen rund um die Sanierung. Ein vom Hauptverein in Innsbruck koordinierter Architekturwettbewerb brachte aber ein Siegerprojekt hervor, das einen behutsamen Umbau des Altbestandes ergänzt durch einen Zubau vorsah. Funktionalität bei gleichzeitiger Reduktion auf das Wesentliche sollte den ursprünglichen Charakter der Jugendherberge erhalten und die Kupferfassade des Zubaus zudem die Bergbaugeschichte einfließen lassen. Neubau statt Umbau Erst im Zuge der notwendigen Abbrucharbeiten stellte sich allerdings heraus, dass das Fundament des Altbaus nicht mehr tragfähig war. „Zwischen den Steinen von 1932 konnte man den Sand mit der Hand herausholen.“ Ein emotionaler Moment nicht nur für Daniel de Pretis, der selbst viele Wochen in der alten Jugendherberge als Teilnehmer und später als Jugendleiter verbracht hatte. Aus dem Umbau 62
»In unserer Jugend herberge betrachten wir die Zukunft mit einer klaren Vision und den Werten der Alpenvereins jugend Österreich.« Daniel de Pretis, Projektleiter der neuen Fraganter Jugendherberge
wurde ein Neubau, weitreichende Folgen für Genehmigungen und Kosten nach sich ziehend. Dazu kamen 2020 die CoronaPandemie, Lieferengpässe und explodierende Baustoffpreise sowie zähe Verhandlungen mit Grundeigentümern bezüglich der Totalsanierung der Materialseilbahn und der Nutzung der Zufahrt. „Ich bin um Jahre gealtert, aber die Investition in die Jugend hatte für uns oberste Priorität und dank des großartigen Engagements aller Akteure, ganz besonders von Georg Unterberger vom Hauptverein, dürfen wir uns heute über ein wunderbares Ergebnis freuen“, so Karl Selden. Vision für die Alpenvereinsjugend Mit der Eröffnungsfeier am 30. September 2023 wurde nun ein neues Kapitel in der Großfragant aufgeschlagen. „In unserer Jugendherberge betrachten wir die Zukunft mit einer klaren Vision und den Werten der Alpenvereinsjugend Österreich“, so Daniel de Pretis. Das Erdgeschoss des neuen Gebäudes ist barrierefrei – Inklusion, Freizeitkompetenz und Naturbeziehung sollen ebenso gefördert werden wie persönliche Entwicklung, VerantwortungsbewusstBergauf
Weißt du, was heute auf dem Griller liegt?
sein und Unabhängigkeit. Wo auf anderen Hütten ein Besuch mit Rollstuhl aufgrund der baulichen Begebenheiten nicht möglich ist, wird durch die Sanierung der Fraganter Jugendherberge mit barrierefreien Sanitäranlagen, breiten rollstuhlfreundlichen Gängen und gut zugänglicher Schlafmöglichkeit im Erdgeschoss ein Aufenthalt für alle erlebbar.
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Alpenvereinsjugend Haben Sie gewusst, dass alle Mitglieder des Österreichischen Alpenvereins bis 30 Jahre zur Alpenvereinsjugend gehören? Sie ist die Jugendorganisation des Alpenvereins und gestaltet aktiv die Jugend- und Familienarbeit im Verein.
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#5.2023 — November/Dezember
Handyempfang gibt es nach wie vor keinen. „Es sind eher die Eltern, die besorgt sind. Für die Kinder ist das fehlende Netz meist nur am ersten Tag ein Drama.“ Kein Wunder, bietet die wunderbare Lage mitten in der Goldberggruppe doch im Sommer wie im Winter unzählige Möglichkeiten für Wanderungen und Skitouren. Bäche, lichte Lärchenwälder und Boulderblöcke stellen einen natürlichen Spielplatz dar, Biwakplatz und Feuerstelle ermöglichen eine Nacht unter freiem Sternenhimmel. Social Media braucht in der Fragant keiner, hier wird persönlich miteinander kommuniziert. Die Investition in die Fraganter Jugendherberge ist eine Investition in die Zukunft. Damit sich die Jugendherberge auch wirtschaftlich trägt, sieht das neue Konzept nicht nur einen Ganzjahresbetrieb vor, sondern auch die Öffnung für andere Sektionen, andere alpine Vereine und sogar Nichtmitglieder wie etwa Schulen. — Christina Schwann ist Ökologin mit den Schwerpunkten nachhaltige Regionalentwicklung, Tourismus, Besucherlenkung und Bewusstseinsbildung. oekoalpin.at
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Foto: Georg Winkler
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Obervellach im Mölltal
Auf die Makernispitze vom Fraganter Schutzhaus
Skitour inmitten der Goldberggruppe von einem super Stützpunkt aus. Schöne abwechslungsreiche Skitour auf die Makernispitze (2.640 m). Das Fraganter Schutzhaus bietet als Stützpunkt eine Vielzahl an Touren. Sascha Winkler
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Wegbeschreibung: Vom Fraganter Schutzhaus weggehend halten wir uns Richtung Westen und gehen vorbei an der Donishütte. Nach etwa 1 km steigen wir über eine Flanke auf zur Striederalm. Von der Striederalm halten wir uns weiter nach Nordwesten über leicht ansteigendes Gelände vorbei unter den Ostwänden vom Striedenkopf. Nach etwa weiteren 1,5 km auf etwa 2.400 m müssen wir noch eine steile Flanke mit etwa 35° aufsteigen, danach erreichen wir die Makernischarte mit einer Weggabelung, die gut wegen der Hinweistafeln erkennbar ist. Von dort aus steigen wir dann Richtung Osten weiter bis zum Skidepot auf. Vom Skidepot aus geht es für uns dann zu Fuß weiter. Über einen lässigen Grat steigen wir dann auf bis zum Gipfel. Übrigens: Die Bewirtung im Fraganter Schutzhaus ist ausgezeichnet, und eine Übernachtung lohnt sich auf jeden Fall.
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Kartenausschnitt: Outdooractive Kartographie
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Abfahrt Variante 1: Abfahren kann man der Aufstiegsspur entlang. Dort hat man schönes abwechslungsreiches Gelände, das man recht großzügig ausnützen kann. Abfahrt Variante 2: Vom Skidepot bis zur Weggabelung, dann weiter nach Norden auf das Schobertörl und von dort aus den Weg entlang nach Osten bis hinab zum Fraganter Schutzhaus. Talort/Ausgangspunkt: Fraganter Schutzhaus (1.817 m)
Anreise mit Öffis: Mit dem Zug von Villach nach Mallnitz-Obervellach. Von dort mit dem Bus bis Obervellach im Mölltal Seilbahnplatz, umsteigen und weiter bis Innerfragant Mölltaler Gletscherbahn, was der Ausgangspunkt ist.
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Treibhausgasemissionen in kg CO2e pro Person und Strecke: Beispielsreise Villach Hbf. – Innerfragant. (Quelle: verkehrsauskunft.at/co2-applikationen)
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Tourdaten: • Strecke: 6,8 km • Aufstieg/Abfahrt: 821 hm • Dauer: 5:00 h Empf. Kartenmaterial: Alpenvereinskarte 42 Sonnblick, Wege + Ski (1:25.000)
Tourenbeschreibung auf alpenvereinaktiv.com: alpenvereinaktiv.com/s/4KGtZ
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2,2 Mit der öffentlichen Anreise gestalten wir gemeinsam eine lebenswerte Welt mit. Aktuell erarbeitet der Alpenverein eine Klimastrategie, um einen effektiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
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H 80 Jahre Karl Mahrer
Foto: Privatarchiv
Ein echter alpiner Haudegen und zumindest im Hartberger Raum schon zu Lebzeiten nahezu eine Legende ist Karl Mahrer. Am 26.9.1943 in Hartberg geboren, hat er die Weiten des europäischen Alpinraumes in seinem Leben mehr als einmal überschritten. Mit Anfang 20 startete er zunächst in den nahe gelegenen Berggebieten wie der Hohen Wand, dem Schneeberg und der Rax mit leichteren Bergtouren, um schließlich nach einer Ausbildung an der Wiener Universität zum Kletterund Skiführer zunächst in den Ostalpen, etwas später auch in den Westalpen Hochtouren zu übernehmen. Seine Bergbegeisterung brachte ihn zusammen mit Bergkumpanen von der Wiener Universitätstourenanstalt zu insgesamt acht Touren nach Skandinavien, zu etlichen Gipfeln entlang der Vulkankette des afri kanischen Grabenbruchs, aber auch bis zum höchsten Berg Afghanistans, dem Noshaqu, oder zur Erstbesteigung des Garmusch 1975 im Westkarakorum. 1977 und 1979 folgten insgesamt zwei Expeditionen nach Spitzbergen, 1983 die Besteigung des Mount McKinley in Alaska und 1986 des Pik Kommunismus (seit 1999 umbenannt in Ismoil Somoni Pik). Ruhig ließ es Mahrer aber auch später nicht angehen, er verlegte berufsbedingt seine Mountainbike-, Kletter-, Hochgebirgs- und Skitouren nun mehr in den alpinen Raum. Sein legendäres Training betreibt er bis heute. Alles Gute zum 80er! — (aus dem Ausstellungskatalog „75 Jahre Alpenverein Hartberg“)
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err, wen du lieb hast, den lässest du leme. Straßen und Parkplätze am Fuß fallen in dieses Land!“ Mit diesen der Berge sind oft voll, ebenso wie Worten schwärmte Ludwig Ganghofer manche (wenn auch längst nicht alle) in seinem Roman „Die Martinsklause“ Hütten und Wege. Für den Alpenvervom Berchtesgadener Land. Tourismus- ein ist es eine große Aufgabe, die vielen werbung aus dem Jahr 1894, die vor Ort Besucher in der sensiblen Region zu immer noch gern zitiert wird! Aus der lenken. wahrhaft göttlichen Szenerie rund um Zu diesen Besuchern zählen übrigens den Königssee ragt eine spektakuläre auch die bekannt „bergnarrischen“ EinBerggestalt heraus: „König“ Watzmann heimischen. Für sie ist das Gebirge der ist Naturwunder, Sagengestalt und al- Ort, an dem sie wohnen und arbeiten, piner Sportplatz in einem. Er steht im wo sie die Freizeit, vor allem aber ihren Mittelpunkt der BergWelten, des gro- Alltag verbringen. Abseits der gängigen ßen Gebietsthemas im Alpenvereins- Klischees richtet der BergFokus darum jahrbuch BERG 2024. einen Blick auf die „Alpen-WG“: Wie lebt Quer über sein Reich, die Berch- man heute im Gebirge? Wie sieht die tesgadener Alpen, verläuft die Grenze höhere Normalität zwischen boomenzwischen Deutschland und Österreich. den Städten und schrumpfenden DörSie prägt einen Kulturraum voller Ge- fern aus? Wer kann sich das Leben dort schichte und Geschichten, sie macht leisten und wer nicht? Und überhaupt, die Menschen in Bayern und Salz- wem gehören die Alpen eigentlich? burg zu besonderen Nachbarn – so Während der Mensch das Gesicht der wie in den Bergsteigerdörfern Ram- Täler seit Jahrhunderten verändert, vollsau und Weißbach. Die streng geschütz- zieht sich auf den hohen Bergen ein ebente Bergnatur im Natioso rasanter wie radikaler nalpark Berchtesgaden Wandel. Dass populäre ist aber nicht nur umLiteraturt¡pp Hochtourenziele unter werfend schön, sie beKlimastress leiden, dokuschäftigt auch Forscher mentieren Beobachtunund Wissenschaftler. Augen aus allen Alpenregionen auf eindrucksvolle ßerdem bietet sie fantastische TourenmöglichWeise. Mancherorts ist keiten an Hohem Göll das klassische BergSteigen in Fels und Eis, wie und Hochkalter, auf dem Steinernen Meer und der viele es noch kannten, Reiteralm sowie natürschon Geschichte. Und lich auf dem Watzmann wo von „ewigem Eis“ selbst: Die Überschreilängst keine Rede mehr Das Alpenvereinsjahrbuch tung seiner drei Gipfel ist, wird naturgemäß wird vom Österreichischen zählt zu den begehrtesauch der Schnee knapp. Alpenverein, dem Deutschen ten und schönsten GratSkifahren entwickelt sich Alpenverein und dem Alpentouren der Nördlichen zu einer prekären Bergverein Südtirol herausgegeben Kalkalpen, die ungeheu- und erscheint im Tyrolia-Verlag. sportart, gleichzeitig gibt BERG 2024 ist der 148. Band. re Ostwand ist seit der es immer mehr Aktive, Alpenvereinsmitglieder be legendären Erstbegedie schwierigstes Gelänziehen mit diesem Band gratis hung im Jahr 1881 eine de befahren. Wie finden die Alpenvereinskarte 10/1 Steinernes Meer, Maßstab alpinistische Ikone. sie ihre Ziele und wie So viel Attraktivität 1:25.000. ISBN 78-3-948256-41- tauschen sie sich über 8. Erhältlich in Ihrer Sektion! schafft aber auch Probihr Tun aus? — Bergauf
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Unterwegs auf Skitour Wie ist die Rechtslage? Der Skitourengeher ist dem Wanderer weitestgehend gleichgestellt. Aufstieg und Abfahrt des Tourengehers gelten als „Betreten“ im Sinne der gesetzlichen Bestimmungen zur „Wegefreiheit“. Negativrechtliche Bestimmungen (Wegefreiheitsbeschränkungen) zum Recht auf Betreten des „freien Skiraums“ finden sich etwa in den Jagd-, Naturschutz- oder Naturparkgesetzen der Länder. Übrigens – ob unterwegs auf Ski- oder Snowboardtour, ist rechtlich ohne Belang.
ganisierten Skiraums werden, d. h. die Waldbelastung rund um Bergbeförderungsanlagen soll geringgehalten werden. Erfahrungsgemäß genügt eine einzige Abfahrtsspur – sei es auch die des Tourenschifahrers –,um weitere Skifahrer (hier: auch Liftbenützer) zum Nachfahren zu animieren. Und dies aufgrund der Nähe zum Skigebiet auch beliebig oft – dank Aufstiegshilfe(n). Der wirksame Schutz des Waldes fordert daher (das Verständnis für) ein generelles Abfahrtverbot – auch für Skitourengeher.
Was ist der „freie Skiraum“? Das Gelände außerhalb des organisierten Skiraums. Der organisierte Skiraum umfasst sämtliche gewidmete und gekennzeichnete Pisten oder Skirouten, Übungsgelände, FunParks u. dgl., die vor alpinen Gefahren geschützt oder bei Lawinengefahr gesperrt werden.
Meine Skitour quert ein Skigebiet – was gilt es zu beachten? Das Pistentourengehen – als widmungskonforme Nutzung der Piste – ist grundsätzlich erlaubt. Der Tourengeher hat sich entsprechend der FIS-Regeln zu verhalten, d. h. Aufstieg am Pistenrand, Pistenquerungen nur an gut einsehbaren Stellen, u.w.m. Ist die Piste etwa zu Präparierungszeiten oder wegen Lawinengefahr gesperrt, sind diese Sperren unbedingt zu beachten.
Foto: privat
Was gilt es im Wald zu beachten? Im gesamten Waldgebiet sind Skitouren im Aufstieg zulässig – ausgenommen der generell nicht vom Betretungsrecht erfassten Waldflächen (etwa Wiederbewaldungs- und Neubewaldungsflächen). Gleiches gilt für die Abfahrt – es sei denn, der Wald* befindet sich im „Bereich von Aufstiegshilfen“ (vgl. § 33 Abs. 3 ForstG). Ist dem so, ist die Waldabfahrt generell nicht zulässig. Das gilt auch für das einmalige Abfahren eines Tourengehers? Das Abfahrtsverbot bezweckt, den Wald, der vom Lift bzw. organisierten Skiraum leicht „erreichbar“ ist (im Sinne einer Wiederauffahrtsmöglichkeit bzw. grundsätzlich oftmaligen Wiederholbarkeit der Abfahrt), zu schützen. Der Wald soll nicht zu einer „erweiterten Pistenfläche“ des or-
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Gibt es ein allgemeines Betretungsrecht für schneebedeckte Felder? Nur in Vorarlberg. Die „Wegefreiheit in unproduktivem Gebiet“ wurde im Vorarlberger Straßengesetz normiert. Bei geschlossener Schneedecke dürfen unproduktive Grundstücke sowie land- und forstwirtschaftliche Gebiete mit den Skiern betreten und befahren werden. Eine Absperrung ist nur zulässig, wenn sie aus land- oder forstwirtschaftlichen Gründen Katharina Anderwald notwendig ist. — ist als Rechtsberaterin des Österreichischen Alpenvereins tätig und informiert auf dieser Seite über rechtliche Themen u. a. rund um den Bergsport.
* „Wald“ wird definiert als Grundfläche mit mind. 1.000 m² sowie einer Mindest breite von 10 m (vgl. § 1a ForstG).
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RESPEKTVOLL
»Es sind die Menschen, die unseren Verein prägen.« Er ist seit zehn Jahren das Gesicht und die Stimme des Österreichischen Alpenvereins: Andreas Ermacora ist dafür bekannt, den Alpenverein mit ganz viel Wertschätzung zu führen, für Kontinuität und Stabilität zu sorgen und im richtigen Moment Position zu beziehen. Nun hängt er sein Amt an den Nagel. Ein Blick zurück. Evelin Stark
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as muss ihm erst einmal einer nachmachen: Seit 31 Jahren ist Andreas Ermacora Mitglied des Präsidiums (vormals Verwaltungsausschuss) des Österreichischen Alpenvereins, zehn Jahre davon als Präsident. Seit seinem Eintritt 1992 hat sich einiges getan: Zum Beispiel hat sich die Mitgliederzahl des Vereins von 227.000 (31.12.1991) auf 725.000 (31.12.2022) mehr als verdreifacht. Knapp 300 Sitzungen und 30 Hauptversammlungen später geht Ermacora in den Präsidentenruhestand. Und blickt vertrauensvoll in die Zukunft seines Vereins.
Foto: Martin Ermacora
Bergauf: Wie bist du 1991 in das Präsidium – der Vorgänger bis 2004 war der Verwaltungsausschuss – des Österreichischen Alpenvereins gekommen?
Andreas Ermacora: Ich kann mich noch gut erinnern, als mich einer meiner besten Freunde, der auch Anwalt in Innsbruck ist, angerufen hat und gesagt hat, der ehrenamtliche Job als Sachwalter für Rechtsangelegenheiten sei ihm angeboten worden. Da er es nicht machen wollte, hat er mich stattdessen vorgeschlagen. Ich war damals 31 und nicht einmal drei Jahre als Anwalt tätig. Mein Vater war ja Erster Vorsitzender von 1968 bis 1971 und meine Mutter war im Alpenvereinsmuseum im Innsbrucker Alpenvereinshaus laufend tätig. Also habe ich mir gedacht, das ist eine gute Idee. 68
Bergauf
Was war deine Verbindung zum Alpenverein? Warst du von klein auf viel in den Bergen unterwegs?
Ich musste als Kind mit den Eltern am Wochenende immer mit in die Berge. Das hat mir gefallen, mehr aber auch nicht. Meine Begeisterung für den Bergsport habe ich erst als Erwachsener entdeckt, beim Militär. Ich war ab 1978 in Absam bei den Gebirgsjägern, bin also Oberleutnant in Ruhe. Ich war damals Kommandant einer Jägerkompanie. Viele Ausbildner waren Heeresbergführer – z. B. Franz Oppurg oder Werner Haim –, das waren groß artige Bergsteiger. Wir haben auch Alpenüberquerungen gemacht, von Scharnitz bis zum Brenner. Da habe ich meine Liebe zu den Bergen entdeckt. Ja, und seitdem bin ich dann
eigentlich vor allem im Winter regelmäßig sehr viel Skitouren gegangen. Wie war der Start in den Verwaltungsausschuss damals für dich?
Das war die Hauptversammlung 1991 in Saalfelden, das weiß ich noch genau. Ich bin in den Saal hinein und habe mir eigentlich gedacht, ich drehe wieder um und gehe. Da waren nur alte Leute, nur grauhaarige Männer (lacht)! Da hat sich schon viel getan: Heute sind Frauen wie Männer, jung wie alt bei der Hauptversammlung vertreten. Jedenfalls ging es dann los am 1. Jänner 1992. Drei Präsidenten waren vor mir, bis ich nach dem Rücktritt meines Vorgängers Christian Wadsak im Oktober 2012 bei der Hauptversammlung in Dornbirn den Vorsitz
Zur Person
Dr. Andreas Ermacora
Dr. Andreas Ermacora (Jahrgang 1960) ist verheiratet und seit 1988 als Rechtsanwalt und Sachverständiger in Innsbruck mit den Schwerpunkten Liegenschaftsrecht, Sport- und Alpinrecht tätig. 1991 wurde er als Sachwalter für Rechts angelegenheiten in den Verwaltungsausschuss des Österreichischen Alpenvereins gewählt, seit 1. Jänner 2013 ist Ermacora dessen Präsident. Er ist Milizoffizier im Ruhestand und war bis 1990 aktiver Volleyballspieler in der österreichischen Bundesliga. Mit Ende 2023 legt Andreas Ermacora sein Amt als Alpen vereinspräsident nieder.
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übernommen habe. So sind aus den paar Sitzungen vom Anfang im Laufe der Zeit durchschnittlich etwa 400 bis 500 Stunden im Jahr nebenbei geworden: Besprechungen und Telefonate, Sitzungen und Termine mit Politikern, nach Wien fahren und Besuche der Sektionen. Was hat sich aus deiner Sicht in den letzten 31 Jahren im Österreichischen Alpenverein verändert?
Das Interessante ist, dass die Themen und die Probleme von damals genau die gleichen sind wie heute. Wenn man sich die Protokolle von vor 20, 30 Jahren durchliest, dann geht es immer um die gleichen Themen: dass keine Ehrenamtlichen mehr gefunden werden können, die Hütten die Last und Lust des Vereins sind, die Wegeerhaltung schwierig ist etc. Im Grunde hat sich der Alpenverein aber natürlich weiterentwickelt und er ist viel moderner geworden, als er vor 31 Jahren war. Aus dem schlafenden Riesen, wie er damals genannt wurde, ist ein moderner Verein geworden. Heute ist er ein Verein der Superlative – von der hohen Mitgliederanzahl über die Themen, über die Art und Weise, wie er kommuniziert und in der Öffentlichkeit dasteht, ist er einfach ein Vorbild als Verein. Da kann man schon stolz drauf sein. Als Alpenvereinspräsident wirst du für deine kontinuierliche und beständige Führung des Vereins geschätzt. Trotz vieler Veränderungen – der wachsenden Größe des Vereins, Mitarbeiterwechsel etc. – und eines bestimmt fordernden Berufes als Anwalt hast du immer alles im Blick. Wie geht das?
Es ist wichtig und notwendig, und das glaube ich, ist mir auch immer gut gelungen, dass man mit den Hauptamtlichen eine gute Symbiose und gute Zusammenarbeit pflegt. Ich muss nicht jeden Tag mit dem Generalsekretär telefonieren und alles erfragen, was passiert ist. Ich vertraue darin, dass ich alles Wichtige erfahre. Die Ideen kommen natürlich von den klugen Köpfen im Verein, da gab und gibt es ja einige – Robert Renzler, Luis Töchterle, Peter Haßlacher, Michael Larcher und alle, >
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RESPEKTVOLL
Mit Peter Habeler am Großglockner Foto: privat
Mit Robert Renzler, Peter Habeler und Alt-Landeshauptmann Günther Platter am Weg zum Ortler Foto: privat
> die sich heute mit Leib und Seele für den Alpenverein einsetzen. Das Präsidium wägt dann ab und in 95 Prozent der Fälle folgt man den Vorschlägen der Hauptamtlichen. Das ist auch gut so, weil die sich ja mit dem Verein noch viel mehr beschäftigen als das ehrenamtliche Präsidium. Das andere sind die Funktionäre. Ich kann mich erinnern, vor zwei Jahren war ich mit meiner Frau bei schönstem Wetter bei der Wiedereröffnung des Koralpenhauses vom Alpenverein Wolfsberg. Ich weiß noch, ich war sowas von begeistert, wie der Vorsitzende der Sektion Wolfsberg und seine Mit arbeiter erzählt haben, was sie in ihrer privaten Freizeit aufgewendet haben, um das alte Haus niederzureißen und dann das neue aufzubauen. Sie haben das mehr oder weniger in Eigenregie gemacht – in tausenden Stunden! Und das ist kein Einzelfall. Das sage ich auch immer wieder: Das Tolle an jedem Verein, aber speziell beim Alpenverein, ist, dass gescheite und geschickte Leute, jeder auf seinem Gebiet Spezialist, in ihrer Freizeit dem Verein ihre Expertise und Zeit zur Verfügung stellen und damit das gesamte Konvolut Alpenverein darstellen. Es sind die Menschen, die unseren Verein prägen. In jeder Sektion sind Unikate. Noch einmal zurück zu den steigenden Mitgliederzahlen: Wie erklärst du dir den extremen Anstieg seit den
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1990ern um mehr als das Dreifache auf über 700.000?
Es ist uns gelungen, ein riesiges Angebotsspektrum für den Einzelnen in Verbindung mit einem moderaten Mitgliedsbeitrag zu verbinden. Und dabei haben wir, mit einer Ausnahme, nie Werbung gemacht – im Fernsehen, Radio oder Printmedien. Unser Auftreten scheint zu wirken: Das ist der Alpenverein. Er ist selbstbewusst und er bietet viel – unser Magazin und die Publikationen, die Hüttenermäßigungen, die Versicherung, die Alpenvereinsjugend, die Kurse, die Weiterbildung. Und dann das Standing des Vereins als große Naturschutzorganisation. Mit einem guten Image und sagen wir mal, ich möchte mich jetzt nicht loben, einer guten Führung ohne Skandale, einer soliden Finanzgebarung und einem wertschätzenden Auftreten in der Öffentlichkeit. Nur eitel Wonne kann es aber auch nicht geben. Gibt es etwas aus den letzten zehn Jahren, an das du nicht gern zurückdenkst?
Ja: Als 2015 drei Mitglieder des damals neu gegründeten Projekts „Junge Alpinisten“ auf einer Skidurchquerung in Frankreich unter eine Lawine gekommen sind. Den Eltern in Nord- und Südtirol mitteilen zu müssen, dass ihre Kinder gestorben sind, war mit Abstand das Schlimmste, was ich je tun musste. Dass bergbegeisterte junge Menschen unter unserer Führung zu Tode gekom-
Aus den ÖAV-Mitteilungen (Vorgänger des Bergauf) 1991
men sind, war für alle im Verein erschütternd und für mich persönlich wahnsinnig traurig. Was wünschst du dem Alpenverein für die Zukunft?
Ich wünsche mir, dass man weiterhin festhält an den Ideen und Werten des Alpenvereins. Die Kameradschaft im Bergsport, die Expertise in Sachen Sicherheit und vor allem auch der Schutz unserer Natur müssen im Vordergrund bleiben, denn das macht den Alpenverein authentisch. Es ist wichtig, einen wertschätzenden Umgang zu pflegen, und zwar intern genauso wie in der Öffentlichkeit. Und da Stellung zu beziehen, wo es notwendig ist. Meinen Kolleginnen und Kollegen im Präsidium wünsche ich alles Gute und weiterhin viel Erfolg. — Bergauf
RespektAmBerg
Einschneidende Erlebnisse Der Jungwald soll wachsen und nicht Harz bluten. Teil 14 der Bergauf-Serie RespektAmBerg zu natur- und umweltverträglichem Bergsport. Georg Rothwangl
Foto: Alpenverein/Benjamin Stern
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n einem nahen Land lebten einmal viele fröhliche Kinder und Jugendliche. Am liebsten spielten sie zusammen im Schnee. Eines Tages machte es plötzlich „ssssswisch“ und drei Kindern wurde wie durch ein großes Schwert der Kopf abgetrennt. Von nun an versuchten die anderen Kinder besonders vorsichtig zu sein, aber leider erwischte es immer wieder welche. Als dann der Frühling mit seinem leuchtenden Grün kam, gab es nur mehr wenige Kinder, die auf der Wiese zwischen ihren toten und verstümmelten Freunden spielten.
Schöne Wintertage in der Natur können uns Menschen mit viel Glück und Freude erfüllen, vor allem wenn wir im Pulverschnee mit Tourenski unterwegs sind. Damit dies auch für die Bäume so ist, gilt es einige wichtige Dinge zu beachten. Ein gesunder Wald tut uns allen gut. Wald reinigt die Luft von Staubpartikeln, er produziert den für uns lebensnotwendigen Sauerstoff und Wald hat auch Schutzfunktionen. Er festigt den Boden, schützt vor Lawinen, Muren und Steinschlag. Hält Wasser bei Starkregenereignissen zurück und gibt es verzögert wie-
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der ab. Besonders wichtig für einen gesunden Wald ist gesunder Nachwuchs bzw. Jungwald. Axt für den Baum Im Winter schützt die Schneedecke den Jungwald und oft schauen nicht mal mehr die Spitzen heraus, diese verbergen sich aber meist nur knapp unter der Schneeoberfläche. Für Skitourengeher schaut so eine Fläche nach dem optimalen Abfahrtskorridor aus. Hier gibt es Platz für fröhliche Schwünge im Schnee. Doch genau bei Schwüngen in diesem Gelände wird die schar-
fe Stahlkante der Ski dann zur Axt für den Baum. Und zwar dort, wo es am schädlichsten für das Wachstum ist: an der Spitze des Jungbaums, beim Terminaltrieb. Selbst wenn der Trieb nicht vollständig gekappt ist: die Entwicklung verzögert sich, das Wachstum ist gehemmt und über die Wunde ist der Baum viel anfälliger für wachstumsschädliche Pilze. Gerade weil der Jungwald so wichtig für das Wunder Wald ist, schützt das Gesetz diese Flächen. Es gibt ja nur wenige Einschränkungen für die freie Betretbarkeit des Waldes und eine davon betrifft „Wiederbewaldungsflächen sowie Neubewaldungsflächen, … solange deren Bewuchs eine Höhe von drei Metern noch nicht erreicht hat.“ Was können wir tun? Bei der Tourenplanung beson ders auf Lenkungsmaßnahmen achten. Diese umfassen manchmal Schneisen im Wald, die genau zum Zweck der Spuranlage bzw. Abfahrt angelegt wurden. Auch hilft es, den häufig begangenen Aufstiegsund Abfahrtsrouten zu folgen. Sind aktuelle Luftbilder von der Region vorhanden, so können auch diese bei der Tourenplanung helfen. Wenn bei der Abfahrt überraschend eine eingeschneite Jungwaldfläche auftaucht, dann entweder in den Hochwald ausweichen oder die schmale Randzone zwischen Wald und freier Fläche nutzen. Wichtig: Die Beschädigung kann sowohl beim Aufstieg (Spuren, Spitzkehren) als auch bei der Abfahrt erfolgen. — Georg Rothwangl ist Mitarbeiter der Abteilung Raumplanung und Naturschutz im Österreichischen Alpenverein.
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Was ist los im Nationalpark Hohe Tauern? Ein Versuch, Unvorstellbares in Worte zu fassen. Liliana Dagostin
Was man bislang weiß, ist schwer begreiflich. Neben dem Retentionsbecken vor Mittersill, das ca. 1,7 Mio. m³ fasst, soll jedes einzelne Seitental im Nationalpark Hohe Tauern vom Felbertal bis zum Krimmler Achental (mit Ausnahme des Untersulzbachtals) verbaut werden. So der aktuelle Plan der Salzburger Landesregierung. Weder die Kernzone noch das Sonderschutzgebiet Wildnisgebiet „Sulzbachtäler“ bleiben verschont. Auch Naturjuwele wie der Kratzenbergsee unterhalb der Fürther Hütte oder der Obersulzbachsee unterhalb der Kürsinger Hütte nicht. Insgesamt wird derzeit an acht Bauvorhaben (Stand 19.7.2023) getüftelt. Der Retentionsraum, der entstehen soll, soll ein Gesamtvolumen fassen, das den Angaben der Landesregierung zufolge zwischen 10 Mio. m³ und 7 schwankte und sich nun bei 7,5 Mio. m³ einzupendeln
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edes Jahr um diese Zeit berichten wir an dieser Stelle über Projekte aus dem Patenschaftsfonds im Nationalpark Hohe Tauern, initiiert von Peter Haßlacher vom Österreichischen Alpenverein vor 40 Jahren. Das Ziel: Die Erhaltung der Schönheit des Gebiets. Doch 2023 steht der Park vor einer ernstzunehmenden Aufgabe: dem Hochwasserschutz. Vielen sind die schrecklichen Bilder in Erinnerung, die im Juli 2021 aus dem Oberpinzgau in unsere Stuben und Wohnzimmer geschwemmt wurden. In unserem Fall nur Bilder, im Falle der Oberpinzgauer*innen Wasser, Schutt und Schlamm. Bei dem errechneten 300-jährigen Hochwasser damals hatte das bestehende Rückhaltebecken vor Mittersill die Nationalparkgemeinde knapp vor der Katastrophe bewahrt. Und trotzdem hinterfragen Grund eigentümer*innen, Naturschutzbund, WWF, Naturfreunde und der Alpenverein die geplanten Baumaßnahmen im Nationalpark, die in Zukunft den Talboden schützen sollen? Ja, denn die Politik forciert den technischen Hochwasserschutz im Herzen des Nationalparks. Bei talnahen Alternativen hingegen ist sie blind. Die unverbaute, ruhig dahin mäanderde Krimmler Ache im Bereich des Astenmooses, Blickrichtung taleinwärts.
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Bergauf
scheint. Wirklich fassbar darstellen lässt sich das Volumen nicht. Am Beispiel des Krimmler Achentals nähern wir uns einer Veranschaulichung. Dort sollen es den letzten Informationen zufolge 1,9 Mio m³ sein, die zurückgehalten werden. Umgerechnet wären das rd. 105.000 LKW-Tankzüge à 18 m³. Wenn man die Anzahl der Sattelzüge mit einer Standardlänge von 16,5 Meter multipliziert, ergibt das eine Gesamtlänge von 1.741 km. Das ist in etwa die Strecke von Deutschlands Bundeshauptstadt Berlin bis in die süditalienische Hafenstadt Neapel. Für eine ernsthafte Alternativenprüfung
Foto: Julian Steger
Das Krimmler Achental ist Teil des Nationalparks. Gemeinsam mit den fünf 1 weiteren österreichischen Nationalparks
also eines der hochwertigsten Schutzgebiete, das wir haben. „Der Nationalpark Hohe Tauern gehört zu den großartigsten Hochgebirgslandschaften der Erde. Die Höhenstufen von den Tälern bis zu den Gipfelregionen der Dreitausender stehen für einen außergewöhnlichen Artenreichtum“, liest man auf hohetauern.at. Das war der Grund dafür, dass sich der Nationalpark-Beirat noch im Dezember 2022 an die Salzburger Landesregierung wandte. Der Nationalpark-Beirat ist ein beratendes und evaluierendes Gremium und versammelt unter dem Vorsitz des Klimaschutzministeriums alle Nationalparkdirektor*innen der österreichischen Nationalparks sowie je acht Vertreter*innen des Bundes, der Bundesländer und der Naturschutzorganisatoren. Im Schreiben wies der Nationalpark-Beirat auf die Wichtigkeit des Salzburger An-
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»Die Errichtung der Rückhaltebecken an den vorgesehenen Standorten könnte die Schutzgüter des Nationalparks erheblich beeinträchtigen.« Aus dem Ende Juli 2023 erschienenen Prüfbericht des Bundesrechnungshofes
teils des Nationalparks Hohe Tauern für das Schutzgebietsinventar Österreichs hin, um gleichzeitig seine Sorge über die geplanten Baumaßnahmen zu äußern. Ende Juli 2023 erschien dann der Prüfbericht des Bundesrechnungshofes, der als unabhängiges Organ der öffentlichen Finanzkontrolle für Bund, Bundesländer und Gemeinden Österreichs größten und ältesten Nationalpark geprüft hat. Darin ging er auch auf den geplanten Hochwasserschutz ein und fasste zusammen: „Die Errichtung der Rückhaltebecken an den vorgesehenen Standorten könnte die Schutzgüter des Nationalparks erheblich beeinträchtigen. Denn rund 22 Prozent des Speichervolumens der geplanten Rückhaltebecken lägen in einer besonders sensiblen Zone des Nationalparks, rund zehn Prozent sogar im streng geschützten Wildnisgebiet Sulzbachtäler. […] Für deren Errichtung, aber auch für den laufenden Betrieb wären entsprechend groß dimensionierte Zufahrtsstraßen und Arbeiten mit schwerem Gerät in einem besonders geschützten Gebiet erforderlich.“ 2 >
1 Die Zählweise entstammt der Homepage des Vereins Nationalparks Austria. Werden alle drei als Verwaltungseinheit getrennt voneinander eingerichteten Teile des Nationalparks Hohe Tauern in den drei Bundesländern Kärnten (1981), Salzburg (1983) und Tirol (1991) als eigene Nationalparks gezählt, gibt es acht Nationalparks in Österreich. Neben den Hohen Tauern sind das die Nationalparks „Gesäuse“, „Kalkalpen“, „Donauauen“, „Thayatal“ und „Neusiedler See-Seewinkel“. 2 https://www.rechnungshof.gv.at/rh/ home/home/2023_18_Hohe_Tauern.pdf
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Foto: Markus Geisler
Foto: Vanesssa KIlchenmann
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Die Krimmler Ache mäandert und es stellt sich im Fall von Hochwasser eine natürliche Retention ein. Im Fall von Hoch wasser wird diese durch eine künstliche Retention ersetzt und der Großteil der dargestellten Fläche eingestaut.
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¡nfo
Patenschaft für den Nationalpark Hohe Tauern Mit einer Spende ab 10 Euro können Sie Patin oder Pate werden – oder auch jemandem ein nachhaltiges Geschenk machen. Die Spenden fließen in den Nationalparkfonds, aus welchem wichtige Projekte im gesamten Nationalparkgebiet finanziert und unterstützt werden! Als Dank für Ihren Einsatz für den Nationalpark Hohe Tauern erhalten Sie • eine Paten-Urkunde, • eine Lageskizze des/der symbolisch erworbenen Quadratmeter im Nationalpark Hohe Tauern, • einen Auszug der geförderten Aktivitäten im Nationalpark Hohe Tauern von 2005 bis heute. Im aktuellen Bergauf finden Sie einen Zahlschein zur Aktion „Patenschaft für den Nationalpark Hohe Tauern“.
Mehr Infos online: t1p.de/pate-werden
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Die bestehende Kanalisierung mit hartem Uferbau – hier im Bereich zwischen Mittersill und Stuhlfelden – ermöglicht keine Retention der Salzach.
Erstmalig wurden darin neben den Stauanlagen an sich auch die für die Errichtung und Räumung der Becken auszubauenden Zufahrtsstraßen und die Arbeiten mit tonnenschweren Baumaschinen thematisiert. Spätestens an dieser Stelle führt unser Rechenbeispiel mit abertausenden LKW-Tankzügen plastisch vor Augen, welche Dauerbaustellen und Dauerbeeinträchtigungen mit dem Hochwasserschutz in einem der meistbesuchten alpinen Hochtäler im Nationalpark einhergehen. Daher schloss der Rechnungshof – dessen Mitglieder richterliche Unabhängigkeit besitzen – mit einer deutlichen Empfehlung: „Der Rechnungshof empfiehlt daher, Alternativen zu den Rückhaltebecken zu suchen, die die Schutzgüter des Nationalparks weniger stark beeinträchtigen.“ 3 Diese Feststellung ist insofern von Bedeutung, als sie auch den Hinweis dafür liefert, dass durch das Hochwasser 2021 Schäden an der öffentlichen Infrastruktur, etwa an den Gleisen der PinzgauBahn, verursacht wurden.4 Die Trasse liegt laut den digitalen Datensätzen im Salzburger Geographischen Informationssystem in einem Bereich, der von einem Hochwasserereignis betroffen ist, das
statistisch gesehen mit mittlerer Auftrittswahrscheinlichkeit alle 100 Jahre auftritt, und wird deshalb gerade höher gelegt. Auf Gebäude hingegen trifft das nur vereinzelt zu. Das ist der Grund, weshalb sich nicht bloß die Naturschutzorganisationen die Frage stellen, wieso der Hochwasserschutz für den Oberpinzgau in die Nationalparktäler verlagert werden muss. Oder die Frage, ob ein direkter Objektschutz den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit, Sparsamkeit und Zweckmäßigkeit nicht viel eher entsprechen würde. Wir überlegen uns genau Übrigens wird das Krimmler Achental stellvertretend für das Felber-, Hollers bach-, Habach- und Obersulzbachtal beleuchtet. Der Grund dafür ist das Vorliegen von fragmentarischen Informationen für dieses Hochtal. Das ist einigen Grundeigentümer*innen im Krimmler Achental zu verdanken, die sich nicht geschlagen geben und sich immer wieder aufs Neue mit Fragen an die Landesregierung wenden. In einer sogenannten finalen Besprechung Ende März in Krimml haben sie die Herausgabe der Gutachten gefordert, denen zufolge ihr Bergauf
Hab und Gut für den Hochwasserschutz benötigt wird. Allen voran interessierte sie die Frage, auf welchen Grundannahmen eine hydrologische Modellierung beruht und welche Parameter geändert werden, wenn binnen eines Jahres das zu retendierende Volumen um ¼ verringert werden kann. In nie erlebter Manier wurde ihnen daraufhin vom Amt der Salzburger Landesregierung ins fragende Gesicht geschnippt, man überlege sich genau, welche Informationen man Grundeigentümern zur Verfügung stelle. Nicht weiter verwunderlich, wenn selbst das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) die Informationsbereitstellung als unzureichend beklagt. Doch dürfte ein von der Landesregierung beauftragtes Gutachten der Technischen Universität Wien die Vorbehalte bestärken. Der Bundesrechnungshof verweist auf deren Plausibilitätsprüfung, wonach in der Praxis von einer gegen-
über der Studie (des Amtes der SalzburDer Bericht des Rechnungshofes wurger Landesregierung) deutlich reduzierten de übrigens von einigen österreichischen Wirksamkeit der untersuchten Rückhal- Medien aufgegriffen. Vielen ist nicht vertebecken ausgegangen wird. Denn „soll- borgen geblieben, dass da was los ist im te der Bau nur eines Teils der möglichen Nationalpark Hohe Tauern. Daraufhin Rückhaltebecken ins Auge gefasst werden, meldete sich im Onlineforum einer grosei die Wirksamkeit von Becken unmit- ßen Tageszeitung um den 20. Juli herum telbar oberhalb der zu schützenden Stel- eine Person mit chiffriertem Codenamen. le meist am größten“. „Vor einigen Tagen ist einer der ganz Großen in puncto Nationalpark Hohe Tauern Vertragsverletzungsverfahren gestorben. Anton Draxl , bis zum Schluss eingeleitet eine beeindruckende Persönlichkeit. Hätte mich interessiert, was er dazu sagen würWeil die Nationalparkflächen auch ge- de …“, fragte sie. Ja, uns auch. Obwohl wir schützte Lebensräume und Arten nach der der felsenfesten Überzeugung sind, dass Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie beheima- er mit all seiner Erfahrung, Kraft und Witen, hat nun die Europäische Kommission derstandsfähigkeit seine schützende Hand auch noch ein Vertragsverletzungsverfah- über den Nationalpark gehalten hätte. — ren gegen Österreich eingeleitet. Grund dafür ist konkret das Land Salzburg. Es Liliana Dagostin ist Leiterin der Abteilung Raumplanung und Naturschutz im Österreihat die Richtlinie auf den über 80.000 ha, chischen Alpenverein. die im Nationalpark Hohe Tauern Salzburg Teil des Europäischen Schutzgebietsnetzwerkes sind, nicht ordnungsgemäß umgesetzt.
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Foto: Melissa Presslaber
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AlpenvereinAkademie: Schwerpunkt Inklusion Einstieg: jederzeit Dauer: je nach gewählten Kursen 21 bis 26 Tage verteilt auf zwei oder mehr Jahre Zuordnung: aufZAQ qualitätsgesichert, im Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) auf Niveau IV gereiht Aufbau: Dem Grundkurs „Erlebnis Berg“ folgen drei intensive Aufbaukurse mit jeweils bis zu 60 Unterrichtseinheiten, das Seminar „Beg-Leiten von Gruppen“ sowie ein Praxiscoaching. Zentraler Stellenwert des Lehrgangs ist das persönliche Praxisprojekt. Das Abschlusskolloquium dient zur Reflexion des Lernerfolges. Zielgruppe: Der Lehrgang spricht Menschen aus der haupt- und ehrenamtlichen Jugendarbeit an, die Interesse an Bewegung, Natursport und Unterwegssein in der Natur haben und ihre Arbeit mit Gruppen erlebnisreich kreativ gestalten wollen.
»Man kann wirklich (fast) alles schaffen, wenn man nur will!« Die Alpenverein-Akademie bietet seit Jahren mit dem inklusiven Schwerpunkt im Lehrgang Alpinpädagogik eine profunde und zertifizierte Ausbildung im Bereich Natur, Erlebnis, Inklusion. Einzigartig im deutschsprachigen Raum. Ein Gespräch mit Solveig Meier, der neuen Ansprechpartnerin für Inklusion bei der Alpenvereinsjugend. Astrid Nehls
Mehr Infos: t1p.de/akademie-inklusion
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Bergauf
Zur Person
Foto: Franz Walter
Solveig Meier
Bergauf: Wie bist du auf den Lehrgang aufmerksam geworden?
Solveig Meier: Nach meinem Sozial-Arbeit-Studium war ich gezielt auf der Suche nach einer Ausbildung für erlebnisorientiertes und pädagogisches Arbeiten mit Gruppen im alpinen Raum. Damals habe ich noch in Deutschland gelebt. Bei meiner Recherche habe ich dann den Lehrgang Alpinpädagogik beim Alpenverein gefunden. In Deutschland gab es nichts Vergleichbares – also bin ich direkt zum Österreichischen Alpenverein „konvertiert“ (lacht). Du sprühst vor Begeisterung, wenn es um diese Ausbildung der AlpenvereinAkademie geht. Was war denn das Besondere daran aus deiner Sicht?
Besonders begeistert hat mich die Kombination aus pädagogischem Arbeiten und bergsportlicher Praxis. Mir war es wichtig, auch Sicherheitsrelevantes für das Unterwegssein mit Gruppen am Berg zu lernen. Der Lehrgang hat meine Erwartungen absolut übertroffen, obwohl ich schon viel Vorkenntnis hatte! Im alpinen Raum geht es viel darum, spontan Situationen zu erken-
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nen und diese pädagogisch zu nutzen – es ist nicht alles planbar. Der Lehrgang war sehr praxisorientiert. Wir konnten selbst Erfahrungen sammeln, wie es ist, Teilnehmende in der Gruppe, aber auch in der Rolle der Begleiter*innen zu sein. Wir haben zum Beispiel Szenen mit der Kamera aufgenommen und anschließend gemeinsam reflektiert. Das war sehr einprägsam. Welcher Kurs hat dir am besten gefallen?
„Natursport inklusiv“ bei Andrea Szabadi-Heine. Das Gruppenerlebnis war einfach so unglaublich. Andrea hat seit einem Unfall selbst eine Querschnittslähmung. Sie hat uns die Aufgabe gestellt, mit ihr gemeinsam als Gruppe einen C-Klettersteig zu meistern mit anschließendem Abseilen. Das war sehr spannend, und wir waren anschließend so stolz, dass wir es geschafft hatten! Mir hat dieser Kurs Mut gemacht, und ich dachte danach: Man kann wirklich (fast) alles schaffen, wenn man nur will! Hat dich der Lehrgang Alpinpädagogik mit Schwerpunkt Inklusion nachhaltig berührt?
Solveig ist seit April diesen Jahres hauptamtliche Ansprechpartnerin für Inklusion bei der Alpenvereinsjugend. Ihre langjährige Tätigkeit in der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Behindertenhilfe hat ihr gezeigt, dass der Schlüssel für Inklusion Begegnungen und gemeinsame Erlebnisse sind. Seit sechs Jahren lebt die Erlebnis- und Alpinpädagogin in ihrer Wahlheimat Tirol und verbringt ihre Freizeit am liebsten draußen in der Natur.
Auf jeden Fall! Wenn ich an manche Erlebnisse zurückdenke, bekomme ich immer noch Gänsehaut – also im positiven Sinne! Abenteuer am Berg und Erlebnisse in der Gruppe können einen persönlich so viel weiterbringen im Leben. Der Lehrgang hat mich auch in dem Sinne nachhaltig berührt, dass ich mich weiterhin für Inklusion und (Natur-/Berg-)Erlebnisse für alle stark mache. Ich freue mich ganz besonders, seit April Ansprechpartnerin für Inklusion bei der Alpenvereinsjugend zu sein. —
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„Natursport inklusiv“ Dieser Kurs kann unabhängig vom Lehrgang gebucht werden und bietet allen Interessierten die Gelegenheit, in die inklusive Welt einzutauchen! Das Seminar zeigt, dass es möglich ist, Natursportarten unter inklusiven Gesichtspunkten für und mit Menschen mit körperlicher, geistiger und/oder Sinnesbehinderung anzubieten. Termin: 26.–30.06.2024, Bergsteigerdorf Weißbach bei Lofer (S)
Mehr Infos: t1p.de/natursport-inklusiv
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Österreichischer Alpenverein Alpenverein-Akademie Olympiastraße 37 6020 Innsbruck T +43 / 512 / 59 547-45 M akademie@alpenverein.at W alpenverein-akademie.at
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> Wissen,
was zu tun ist Bildung gibt Sicherheit. Die AlpenvereinAkademie bietet beides. Sicher-Am-BergKurse, Seminare und Workshops, Ausund Weiterbildungen wie risk’n’fun FREERIDE bis hin zu zertifizierten Lehrgängen, persönlich und auch digital. Immer mit dabei: hohe Qualität und nachhaltige Freude in, an und mit der Natur. Bergauf
Fotos: Alpenvereinsjugend/Meier, Hütter
Respektvoll
Mit Rückenwind geht’s vorwärts Bei Inklusion geht es nicht darum, das Unmögliche möglich zu machen, vielmehr geht es darum, gemeinsam herauszufinden, was möglich ist. Simone Hütter, Solveig Meier Alpenvereinsjugend
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Save the date: Netzwerkm September 2023 fand das Filmprojekt“ intensiv gebrain7. Netzwerktreffen Inklu- stormt, wie man die Freizeitan- treffen 2024
sion auf der Ferienwiese der Alpenvereinsjugend statt. Dabei wurde deutlich: Inklusion macht Spaß und die Motivation im Netzwerk ist groß! So wurde bei den Workshops „Barrierefreie Hütten & Wege“, „Inklusives Coaching für Sektionen“ & „Alpenverein inklusiv
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gebote und die Sektionen des Alpenvereins für möglichst alle Menschen öffnen kann. Das Netzwerk zählt mittlerweile über 90 Aktive, die sich für Inklusion stark machen. Das nächste Treffen, das von 13.09. bis 15.09.2024 stattfinden wird, ist bereits in Planung. —
Das 8. Netzwerktreffen Inklusion / Ferienwiese Weißbach findet von 13.09. bis 15.09.2024 statt. – Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, auch alpenvereins übergreifend.
Mehr Infos zu: www.alpenvereins jugend.at/inklusion
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Fotos: Chirs Rogl
Das Salzburger Modelabel Ein schöner Fleck Erde macht anschmiegsame Unterwäsche für alle, die ohne Berge nicht können und keine Berührungsängste mit frechen Zweideutigkeiten haben. dieren Landkarten und freuen uns immer wieder über verführerische Gipfel, die wir unbedingt auf Unterhosen bringen müssen. Wir sind davon überzeugt, dass Unterwäsche Spaß machen und einfach mal zum Juchizen sein soll“, so die beiden Unternehmerinnen. Das Sortiment umfasst Unterwäsche, auf der die schönsten Flecken der Erde abgebildet
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Völlig neben der Spur? Hier findet ihr wieder zurück in euren eigenen Rhythmus! Adieu Alltags-Stress und Hamsterrad – hier könnt ihr im eigenen Tempo voranschreiten und dabei die Welt und euch selbst wieder neu entdecken. Ob beim Skitourengehen, Schneeschuhwandern oder Langlaufen – Sonne tanken und in Bewegung bleiben, das tut so gut, vor allem im Winter! 37 JUFA Hotels – die Homebase für euren aktiven Winterurlaub in den Bergen.
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auslese
Susanne Gurschler
Leykam Verlag 2023
LV. Buch 2023
Kulturjournalistin und Sachbuchautorin
Petra Hartlieb, Hubert Flattinger Der Wald heult. Ein Fall für Martha und Mischa
N
icht euer Ernst! – Als Martha und Mischa erfahren, dass ihre Eltern aufs Land ziehen wollen, ist die Freude, gelinde gesagt, im Keller zu suchen. Irgend so ein Kaff, in dem doofe Landeier wohnen? – Also nein! Einen Umzug aufs Land ist das Hinterletzte, das Mischa und Martha wollen, da sind sich die Zwillinge zur Abwechslung einmal einig: „Krächzfeld“ kann ihnen gestohlen bleiben. Nützt halt nichts, wenn die Eltern auf die Kinderwünsche keine Rücksicht nehmen. Und so ist der Start im neuen Heim in Krähfeld alles andere als ein Vergnügen. Aber das ändert sich bald. Denn Martha und Mischa stellen fest: So übel ist es hier gar nicht. Zumal sie im Schwimmbad auch noch einige andere Kinder kennenlernen. Richtig abenteuerlich, ja geradezu kriminalistisch wird es, als die „Bande“ dem Wolfsgeheul im Wald auf den Grund gehen will. Das Kinderbuch Der Wald heult von Petra Hartlieb und Hubert Flattinger bildet den Auftakt zu einer „Tier-Schutz-Krimireihe“ im Leykam Verlag. Und schon die ersten Seiten zeigen: Mit der Buchhändlerin und Autorin Petra Hartlieb und dem Schriftsteller, Journalisten und Maler Hubert Flattinger hat sich ein kongeniales Schreibduo gefunden. Erzählt wird abwechselnd aus der Sicht von Martha und von Mischa, was einen rasch in die Figuren eintauchen lässt und der Geschichte einen besonderen Drive gibt. Die Illustrationen von Ulrike Halvax runden das Ganze ab. Mögen weitere spannende Geschichten um Martha und Mischa folgen, große und kleine Leserinnen und Leser auf vergnügliche Weise mehr über wilde und weniger wilde Tiere erfahren, über die Natur und uns Menschen im Umgang mit ihr.
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Mona und Hinrich Neumann Von Elstern, Eichhörnchen und Erdhummeln. Heimische Tiere und die Geheimnisse ihrer Lebensweise Die einen bauen Paläste aus Papier, die andere braucht keine Stunde für ihr filigranes, seidenfeines Netzwerk. Wieder ein anderer mag zwar blind sein, doch in seinem unterirdischen Heim, das sich über Kilometer erstreckt, findet er sich hervorragend zurecht. Was Hornissen, Spinnen und Maulwurf eint? – Die wenigsten Menschen wissen mehr als ein paar grobe Eckdaten über diese fantastischen Baumeister. Mona und Hinrich Neumann wollen das ändern. In ihrem Buch Von Elstern, Eichhörnchen und Erd hummeln porträtieren sie 20 heimische Wildtiere – von der Ameise bis zum Zaunkönig. Sie holen Tiere vor den Vorhang, denen wir kaum Beachtung schenken, vor denen wir uns oft ekeln oder die wir maximal lästig finden. Dabei sind zum Beispiel Hornissen erstklassige Schädlingsbekämpferinnen, futtern Wespen, Fliegen oder Raupen. Ganz nebenbei entpuppt sich so manche Gruselgeschichte als Mythos: Weder töten drei Hornissenstiche einen Menschen noch sieben ein Pferd. Selbst bei Kellerasseln muss nicht gleich die Chemiekeule geschwungen werden. Salbeipflanzen am geöffneten Fenster halten sie davon ab, ins Haus zu kommen, ein feuchtes Handtuch oder die Schalen gekochter Erdäpfel ziehen sie magisch an. In seinen Texten bringt uns Hinrich Neumann auf unterhaltsame Weise Lebewesen näher, die uns tagtäglich umgeben und wichtige Funktionen in der Natur erfüllen – dazu die feinen Illustrationen von Mona Neumann, die es schaffen, selbst kleine „Ekelpakete“ in ein bezauberndes Licht zu rücken. Bergauf
Tyrolia Verlag 2022
Wer Ingrid Runggaldiers Buch „Frauen im Aufstieg. Auf Spurensuche in der Alpingeschichte“ kennt, wartete gespannt auf ihr neues Buch. Es ist soeben im Raetia Verlag erschienen, trägt den Titel „Gezahnt wie der Kiefer eines Alligators. Was Reisende über die Dolomiten schrieben“ und enttäuscht die Erwartungen nicht. Wieder legt Runggaldier ein umfangreich recherchiertes, wissenschaftlich fundiertes und gleichzeitig kurzweiliges Lesebuch vor. Dieses Mal stehen nicht Alpinistinnen im Zentrum, sondern die Dolomiten. Doch finden sich wieder zahlreiche Frauen unter den Reisenden, den Bergsteigenden, den Schreibenden, die sich mit diesem Gebiet befassten, das sich heute auf zwei Regionen verteilt, das Veneto und Trentino-Südtirol. Dabei konnte Runggaldier aus dem Vollen schöpfen – denn die Dolomiten faszinieren Menschen seit den Anfängen des Alpinismus, auch wenn diese Region aufgrund ihrer ursprünglichen Unzugänglichkeit nicht zu den ersten alpinistisch erkundeten gehört. Und so widmet Runggaldier den Entdeckern und Entde-
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Martin Maurer, Thomas BremmGrandy, Armin Zechmeister Skitouren am Dachstein. Vom Grimming bis zum Gosaukamm Robert Zink Wildes Kärnten. 100 Spezialschitouren in den Südalpen Der Winter naht, die Bergschuhe haben ihren Dienst getan, Skitouren rücken wieder in den Fokus. Für die Region Dachstein hat das Autorenteam Martin Maurer, Thomas Bremm-Grandy und Armin Zechmeister über 100 Touren unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade zusammengestellt. Detaillierte Tourenbeschreibungen ergänzen sie um Tipps bis hin zu Verweisen auf Wildfütterungszonen und Aufforstungsgebiete. Dem „wilden Kärnten“ wiederum widmet sich Robert Zink in seinem mittlerweile siebten Skitourenbuch. Bei 100 Spezialskitouren ist mit Sicherheit für jeden Gusto etwas dabei.
Eigenverlag 2022
Raetia Verlag 2023
Ingrid Runggaldier Gezahnt wie der Kiefer eines Alligators. Was Reisende über die Dolomiten schrieben
ckerinnen und ihrem Blick auf die verschiedenen Gebiete der Dolomiten einmal längere, einmal kürzere Beiträge – von Agatha Christie bis Karl May, von John Murray bis Theodor Herzl. Sie beschreibt deren Hintergrund, die Motive, die sie in die Dolomiten führten, und versetzt die Texte mit Originalzitaten. So ist ein Reisebuch entstanden, das Einblicke in die Wahrnehmung der Dolomiten im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts gibt, eine feine Kulturgeschichte des (alpinistischen) Reisens – eine erhellende wie ergiebige Lektüre, ein schönes Geschenk (Wir nähern uns Weihnachten!) und ein Buch, das einfach in jeden bergaffinen Haushalt gehört.
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Foto: Herrligkoffer-Stiftung/Archiv des DAV, München
KULTUR
Die Erfindung der Konservendose Haltbar, leicht und dicht verpackt: Die Erfindung der Konservendose war eine Innovation für jeden Bergsteigerrucksack. Dieser Beitrag basiert auf einer systematischen Durchsicht der „Mitteilungen des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins“ von 1875 bis 1894 und das Ergebnis überrascht. Helga Peskoller
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Bergauf
Literaturt¡pps
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ls der französische Koch Nicolas Appert (1750–1841) mit der Konservendose das Haltbarmachen tierischer und pflanzlicher Lebensmitteln erfand, kam dies nicht nur Napoleons Armeen, sondern auch dem Bergsteigen zugute. Noch vor Erscheinen seines bahnbrechenden Werkes gründete er 1804 die weltweit erste Konservenfabrik, setzte 1812 Weißblechdosen statt Glas ein und stellte 1827 die erste Kondensmilch her. In den Mittheilungen des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins (M) liest man dazu erstmals 50 Jahre später: „Fleischconserven in Blechbüchsen sind von den Herren Wager & Schütz, k. k. Armeelieferanten, Schottenring 26 in Wien, zu beziehen. Das Nähere ist aus den Preiscouranten zu ersehen“. Haltbar
Dann taucht plötzlich eine neue Idee auf: „Die Section Austria eröffnet mit der Reisesaison auf der Rudolfs-Hütte (…), der Rainer-Hütte, sowie in der Ramsau im Wirtshaus Kulm Proviant-Depots, in welchen warme und kalte Conserven, Thee, Rum, Cognac, Fleisch-Extract und Chocolade zu tarifirten Preisen verkauft werden“ (M 1880, S. 143). Bald wird das auch allen anderen Sektionen des DuOeAV mit Hütten empfohlen, weil es den Komfort des Reisens im Hochgebirge wesentlich erhöhe. Bezugsquellen sind neben Wien auch München und Bozen (vgl. M 1881, S. 152). In einem der unentbehrlichen Gegenstände für Hochgebirgstouren werden 63 Dinge genannt, nur wenige betreffen die Ernährung: Brausepulver, Pfeffer, Salz, Tee und Zucker. Leicht Diese Verproviantierung war nicht billig, aber praktisch. Kurz vor Aufbruch packte man den Rucksack mit allerlei Waren und hörte dann Führerlose klagen über sein Gewicht. Das sollte sich bessern: Seit 1888 versah man Lebensmittel mit Gewichtsangaben und setzte sie mit dem Verbrauch des Körpers ins Verhältnis. 400 Gramm an Konserven sollten für eine Zweitagestour ausreichen (vgl. M 1888, S. 94). Die Berechnung in Gramm gab Sicherheit und setzte Impulse für den Kauf. Es gab
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Päckchen zwischen 50 und 250 Gramm, die kleinsten galten als „eiserner Vorrath“ (ebd.). Ratgeber informierten über Menge, Gewicht und Preis, je leichter, desto mehr wurden verkauft. Die Herstellungskosten stiegen, weil Konzentrate mehr und höherwertiges Material benötigen. Erstmals wird Kritik laut, Prof. Dr. Emil Pott, Tierzuchtwissenschaftler aus München, verlangt (Zur Verproviantierung unserer Schutzhütten) eine objektive Prüfung, weil Einzelpersonen sich aufgrund des unübersichtlichen Lebensmittelmarktes für Konserven kein sicheres Urteil mehr über Preis und Qualität bilden können (vgl. M 1893, S. 59). Er schlägt ein „Versuchsessen“ vor mit dem Ergebnis, dass „die bezeichneten Leistungen recht ungleiche sind. Neben ganz vorzüglichen Produkten kommen (…) auch Fabrikate von recht zweifelhaftem Werthe“ (M 1893, S. 59). Dicht verpackt Die Karriere von Büchsenfleisch war gefährdet, es fehlte an Wohlgeschmack, Verdaulichkeit und Bekömmlichkeit; seine Substanz wurde durch Säure zersetzt und umgebildet zu einer zerfaserten, fad bis ungenießbar schmeckenden Masse. Man hielt Ausschau nach besseren Fabrikaten und fand sie in Amerika. Saftiges, grob gehacktes Fleisch ohne Flüssigkeit, dazu Kombinationen wie Sauerkraut mit weißen Bohnen. Das schmeckte im Vergleich zu Fleisch mit Erbsenpüree oder Spinat sogar nach oftmaligem Aufwärmen noch tadellos und behielt sein schönes Aussehen (vgl. M 1893, S. 60). Tee und Kaffee presste man unter hohem Druck zu Pulver und umwickelte jeden Presskörper mit Stanniol- und Pergamentpapier; ähnlich ging man mit Schokolade und Kakaopulver vor (vgl. ebd. S. 61). Das Konzentrat im Kleinformat war der Renner: Reines Saccharin sollte, weil 300-mal süßer als Zucker, mit 1 bis 2 Tabletten pro Tasse reichen und zu je 25 Stück im Glasflacon verpackt bequem in jede Westentasche passen (vgl. M 1883, S. 201); dazu ein buntes Brauselimonadekästchen mit je 100 Pulvern einzeln verpackt plus 1 bis 2 Fläschchen mit stärkst concentrierten Fruchtsaft-Essenzen, alles in allem nur 430 Gramm (vgl. M 1894, S. 111). >
Alpenkulinarisches Reisebuch Bergsteigerdörfer zum Genießen und Verweilen.
Österreichischer Alpenverein (Hg.) Alpenkulinarisches Reisebuch Bergsteigerdörfer zum Genießen und Verweilen Auch noch heute sind haltbar, leicht und dicht verpackt Attribute, die auf den Proviant im Rucksack zutreffen sollen. Doch ein „Bergsteigeressen“ auf einer Hütte oder zurück im Tal muss mehr können als schmack- und nahrhaft zu sein: eine sorgfältige Zubereitung, regionale Herkunft und schonende Produktion der Grundstoffe, Rezepte aus der Küche der Region, geschmackliche Belohnung für die geleisteten Höhenmeter. In der neuen Auflage des Alpenkulinarischen Reisebuchs, ermöglicht mit Unterstützung von Bund und Europäischer Union, werden Annäherungen an dieses Bergsteigeressen vorgestellt, wie sie in den Partnerbetrieben und Alpenvereinshütten der Bergsteigerdörfer zubereitet werden. Das Alpenkulinarische Reisebuch steht gratis online zum Download bereit: bergsteigerdoerfer.org/2598-0Alpenkulinarisches-Reisebuch.html
Appert, Nicolas (1812): Livre de tous le ménages ou l’art de conserver. Paris. Mittheilungen des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins von 1875 bis 1894. Peskoller, Helga (2016): „Haltbar, leicht und dicht verpackt.“ In: Althans, Birgit/Bilstein, Johannes (Hrsg.): Essen – Bildung – Konsum. Pädagogisch-anthropologische Perspektiven. Springer VS: Wiesbaden, S. 209–221.
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KULTUR >
Schluss Die Beispiele lassen sich fortsetzen und zeugen von einer rasanten Entwicklung: In nur 20 Jahren setzten sich Konserven, Extrakte und Konzentrate aller Art, Proviantdepots, kleinste Behältnisse, aufwändige Verpackungen, ausgeklügelte Apparate und ein alpenweiter Vertrieb durch, mit Inseraten in einer neu begründeten alpinen Fachzeitschrift, um den Diskurs über Ernährung in Gang zu setzen, wobei kritische Stimmen den Erfindergeist anheizten. Die Bedingungen der Höhe boten den Härtetest für physikalisch-chemische Verfahren mit Produkten. Dazu kam, dass die Zahl der Bergtouristen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stark zunahm und reichlich für Absatz sorgte. „Bergproviant“ war begehrt, weil insgeheim mit dem Versprechen verbun-
Zusammenfassend lässt sich die These wagen, dass mit dem Körper heute so wie mit den Lebensmitteln damals verfahren wird. Er soll nichts wiegen und zugleich alles vermögen.
Mann im Verpflegungszelt, auf einem Tisch steht eine Konserve mit Wurst.
den, die Leistung steigern zu können. Lange Haltbarkeit bei wenig Gewicht und robuster Verpackung. Diese Formel gilt bis heute, man denke an Iso-Drinks, Energieriegel, Power-Gels oder Astronautennahrung im Sackerl für jeden Geschmack. Zusammenfassend lässt sich die These wagen, dass mit dem Körper heute so wie mit den Lebensmitteln damals verfahren wird. Er soll nichts wiegen und zugleich alles vermögen. Doch das gelingt den spreißeldürrsten Körpern nicht. Vielleicht weil sie wider Willen angetrieben werden von etwas, das Hermann Buhl 1953 am Nanga Parbat schon bewegte – die profane Sehnsucht nach dem Speck. — Helga Peskoller ist Pädagogin, Bergsteigerin und emeritierte Professorin an der Universität Innsbruck.
Foto:Herrligkoffer-Stiftung/Archiv des DAV, München
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Bergauf
Foto: WEST.Fotostudio
Glockner-Obsession Details einer Leidenschaft. Im Schaukasten, Teil 39 Veronika Raich Alpenverein-Museum
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alentvoll, leidenschaftlich, kühn, bergbegeistert, ausdauernd, gewissenhaft und detailgetreu. So lässt sich in Stichworten das Leben und künstlerische Schaffen von Markus Pernhart (1824–1871), des Kärntner Pioniers der Landschaftsmalerei, zusammenfassen. Möglicherweise war er der erste Maler, der den Großglockner selbst bestieg und ihn nicht nur aus sicherer Entfernung von Heiligenblut aus zeichnete und malte. Abenteuerlich und mitreißend lesen sich die Schilderungen seiner zahlreichen Besteigungen der Glocknerspitze. Allein im Jahr 1857 soll er sie in nur vier Tagen dreimal bezwungen und dabei im Freien auf der Adlersruhe übernachtet haben. Der Gipfel des Glockners blieb in vielerlei Hinsicht eine immerwährende Herausforderung für den Künstler. Wohl auch deshalb kehrte er in den darauffolgenden Jahren noch achtmal dahin zurück – öfter als je einer vor ihm. Pern-
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hart strebte danach, kartographisch genaue Bilder schwer zugänglicher Orte zu präsentieren. Das hier im Mittelpunkt unserer Betrachtungen stehende Gemälde Pernharts, ein wahres Kleinod, zeigt eine brisante Bergsituation an kniffligem Ort: die einen Bergabenteurer, die bereits den Gipfelsieg und die Aussicht genießen, der andere, der sich auf dem gefahrvollen Weg vom Kleinglockner zum Glocknerleitl und Gipfelaufstieg befindet. Das Bild begeistert aber nicht nur durch die Spannung in der Darstellung der verschwindend kleinen Menschengestalten im Verhältnis zur Erhabenheit der Natur, sondern auch durch seine fein nuancierten Töne der Berge im Vorder- und Hintergrund, kontrastierend mit dem durchdringenden Blau des Himmels. Leidenschaftlich und ausdauernd waren auch wir während der Auktion zur Ersteigerung dieses Gemäldes „Der Großglockner“, Öl auf Leinwand, 23,5 × 29 cm, gerahmt, undatiert – und bekamen den Zuschlag! — 87
kultur
Hugo Gassner (?): In der Bürser Schlucht bei Bludenz, 1901. Foto: OeAV Archiv SE 205.503 Bürser Schlucht 1901_03 (7)
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urch eine schmale Öffnung dringt grelles Sonnenlicht. Auf beiden Seiten türmen sich hohe Felswände auf, durch die ein reißender Bach schießt. Ganz im Hintergrund ist, durch das kleine „Fenster“ der Schlucht, ein kleiner Streifen Fichtenwald zu erkennen. Es ist eine eindrucksvolle Szene, die ein Fotograf im Jahr 1901 aufgenommen hat. Wo ist sie entstanden? Der Bildtext klärt auf: In der Bürser Schlucht, in der Nähe der Vorarlberger Stadt Bludenz. Bevor wir uns das Bild genauer ansehen, wenden wir uns dem Ort der Aufnahme zu. Faszinierende Felsformationen
In der Schlucht Ein ungewöhnliches Bergfoto aus dem Jahr 1901. Aus der Sammlung des Alpenverein-Museums, Teil 53 Anton Holzer
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Die über fünf Kilometer lange Schlucht, die zwischen den Gemeinden Bürs, Bürserberg und Brand liegt, ist heute durch einen viel begangenen Lehrpfad erschlossen. Geformt wurde die tief eingeschnittene Schlucht im Lauf von Jahrtausenden, nachdem sich die Eismassen der letzten großen Eiszeit zurückgezogen hatten. Der Alvier-Bach, der durch die Schlucht fließt, hat sich mit der Zeit immer tiefer in das Gelände gefräst und faszinierende Felsformationen hervortreten lassen. Bereits im 19. Jahrhundert rückten die Felswände der Bürser Schlucht in den Fokus der Geologen, da sich in ihnen die Gesteinsschichtungen wie in einem offenen Bilderbuch ablesen lassen. Kurz nach 1900 erforschte der junge, aus Innsbruck stammende, Geologe Otto Ampferer (1875–1947) den geologischen Aufbau dieser Schlucht. In einem wissenschaftlichen Aufsatz aus dem Jahr 1908 schreibt er, dass der Alvier-Bach eine „tiefe Klamm ausgefressen hat“, die nun durch einen bequemen Steig begehbar Bergauf
ist. Er habe, so heißt es weiter, bei „einer rie wurde angefertigt, um beim Alpengenaueren Durchforschung der Schlucht“ verein Geld für den Weiterbau des Steiinteressante Schichtungen und Verschie- ges durch die Schlucht, der um 1900 erst bungen des Gesteins entdeckt, die Rück- zur Hälfte errichtet war, einzuwerben. schlüsse auf zeitlich weit zurückliegende „Unser Vorstandstellvertreter Herr Hugo tiefgreifende Verformungen der alpinen Gassner“, heißt es in einem Schreiben der Landschaften ermöglichen. Im Spiegel AV-Sektion Bludenz vom Jänner 1902, „under Gesteinsschichten, die in der Bürser terzog sich der beschwerlichen Aufgabe Schlucht direkt vor unseren Augen lie- durch die ganze Schlucht vorzudringen gen, lassen sich, so erkannte Ampferer, und senden wir Ihnen heute im Separatpacket die Aufnahmen mehrerer interesdie Entstehungsprozesse der Alpen aus nächster Nähe studieren. santer Stellen, von denen die Nummern 1 bis 6 den bisher eröffneten, die Nummern 6 bis 12 den zu erschließenden Theile der Ein Weg durch die Schlucht Schlucht angehören.“ Aufgenommen hatAus der genaueren Untersuchung der Bür- te die Bilder entweder Hugo Gassner, der ser Schlucht und vieler anderer Gelän- Vorstandstellvertreter der AV-Sektion Bludeformationen in den Alpen formte der denz, oder einer seiner Begleiter. Geologe, der seit 1901 an der k. k. Geologischen Reichsanstalt in Wien tätig war, Schäumendes Wasser seine „Unterströmungstheorie“, die einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Blicken wir noch einmal genauer auf unmodernen Plattentektonik lieferte. Mit ser Foto. Ganz unten im Bild sind zwei seinen Forschungen und Publikationen Männer zu sehen, die hart am Felsen und wurde Otto Ampferer im 20. Jahrhundert direkt am Wasser stehen. Auf anderen Bilinternational bekannt. Als Forscher und dern ist noch ein dritter Gefährte zu erAlpinist war er eng mit dem Alpenverein kennen, die drei sind mit Pickel und Seil verbunden. Er war AV-Mitglied, publizier- ausgerüstet. Es handelt sich also nicht um te viel in den Schriften des Vereins, zur einfache Wanderer oder Ausflügler, die die Zusammenarbeit kam es auch bei karto- Schlucht auf dem bequemen Wanderweg grafischen Projekten und wissenschaftli- durchquerten, sondern, wie gesagt, um die chen Veröffentlichungen. Mitglieder der AV-Sektion Bludenz, die Unser Foto dokumentiert zwar die Ge- auch in der Senkrechten unterwegs wasteinsformationen, die auch Ampferer in- ren, um den anstehenden Weiterbau des teressierten, aber aufgenommen wurde es Weges durch die Schlucht zu erkunden aus einem anderen Grund. Die Bilderse- und zu vermessen. Auf einem der ande-
ren Fotos ist rund um einen Felsen, der aus dem Wasser ragt, eine Eisschicht zu sehen. Aufgenommen wurde das Bild in der kalten Jahreszeit, vermutlich im Dezember 1901, kurz bevor das Schreiben abgeschickt wurde. Offensichtlich war dem Fotografen daran gelegen, dass die Laubbäume, die auf anderen Bildern zu sehen sind, den Blick auf die Felswände nicht verstellen. Und noch etwas fällt auf: Das Wasser, das durch die Schlucht donnert, erscheint im Bild seltsam konturlos und weichgezeichnet. Fließendes Wasser halbwegs realistisch zu fotografieren galt um 1900 noch als veritable Herausforderung, denn die Belichtungszeiten waren, vor allem im Winter und bei schlechtem Licht, noch recht lang, sodass die Konturen des rasch dahinfließenden Wassers im Bild verlorengingen. Das Ergebnis war eben dieser weiße Schaum, den wir sehen. Und noch ein Letztes: Bei genauerer Betrachtung fallen etliche Kratzer und zahlreiche Fingerabdrücke an den Rändern des Negativs auf. Die Fotoplatte scheint immer wieder in die Hand genommen worden zu sein, vielleicht schon bevor sie trocken war. Von wem stammen diese Spuren? Vom Fotografen? Von einem Assistenten im Labor? Wir wissen es nicht. — Dr. Anton Holzer ist Fotohistoriker, Ausstellungskurator und Herausgeber der Zeitschrift „Fotogeschichte“, er lebt in Wien. www.anton-holzer.at
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vorschau Heft #1.2024 JÄNNER/FEBRUAR/MÄRZ
Frischer Wind: Das Schwerpunktthema des Jänner-Bergauf widmet sich Dingen, die das neue Jahr so mit sich bringt – JOANNA KORNACKI präsentiert zum Beispiel das neue Team der Jungen Alpinisten. Indessen beschäftigen GERHARD MÖSSMER und WOLFGANG WARMUTH sich mit der Tourenplanung beim Eisklettern, wir wagen einen Blick in die Schweiz zur Tourenplattform Skitourenguru und zwei neue Bergsteigerdörfer werden vorgestellt. Apropos Skitour: DAGMAR NEDBAL hat sich in den Ortler-Alpen herumgetrieben und ein paar Skitouren rund um die Branca-Hütte mitgebracht. Bergauf #1.2024 erscheint Anfang Jänner 2024.
Rätselhaft Wo sind wir hier? Welchen prominenten Berg suchen wir hier? Bergauf verlost fünf Karten unter den richtigen Antworten: Einfach bis 31.01.2024 E-Mail an gewinnspiel@alpenverein.at schicken! Alle Infos zum Gewinnspiel unter t1p.de/bergauf-raetsel
impressum
Bergauf. Mitgliedermagazin des Österreichischen Alpenvereins #5.2023, Jg. 77 (149) Herausgeber und Medieninhaber: Österreichischer Alpenverein, Olympiastraße 37, 6020 Innsbruck Tel. +43/512/59547 www.alpenverein.at ZVR-Zahl: 989190235 Redaktion: Mag. Evelin Stark, redaktion@alpenverein.at Redaktionsbeirat: Präsident Dr. Andreas Ermacora, Generalsekretär Clemens Matt Design und Gestaltung: himmel. Studio für Design und Kommunikation, www.himmel.co.at Korrektorat: Mag. Christoph Slezak Druck: Walstead Leykam Druck GmbH & Co KG Anzeigenannahme: Werbeagentur David Schäffler, office@agentur-ds.at Tarife: www.bergauf.biz Die grundlegende Richtung des ÖAV-Mitgliedermagazins wird durch die Satzung des Österreichischen Alpenvereins bestimmt. Abgedruckte Beiträge geben die Meinung der Verfasser*innen wieder. Für unverlangte Sendungen wird keine Haftung übernommen. Retournierung nur gegen beiliegendes Rückporto. Bezugspreis ist im Mitgliedsbeitrag enthalten. Adressänderungen bitte bei Ihrer Sektion bekanntgeben bzw. direkt unter mein.alpenverein.at ändern. Beiträge in Bergauf sollen nach Möglichkeit geschlechterneutral formuliert oder die Schreibweise mit dem „Gender Star“ (Autor*in) verwendet werden. Bei Texten, deren Urheberschaft klar gekennzeichnet ist, liegt es in der Freiheit der Autor*innen, zu gendern oder nicht. Gefördert durch die
Produziert nach den Richtlinien des Österreichischen Umweltzeichens, Walstead Let’s Print Holding AG, UW
Beilagenhinweis: In einer Teilauflage dieses Heftes ist folgende Beilage enthalten: Personalshop, Servus Handels- und Verlags-GmbH. Gewerbezone 16, A-6404 Polling; T: +43/512/34 33 44, www.personalshop.com
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Bergauf
Langjähriger Partner des Österreichischen Alpenvereins
HANDL TYROL überzeugt auch mit 100% pflanzlichem Genuss Seit über einem Jahrzehnt unterstützt das traditionsreiche Familienunternehmen HANDL TYROL den Österreichischen Alpenverein tatkräftig bei der Erhaltung und Pflege alpiner Wege und Hütten. Darüber hinaus stehen die langjährigen Partner in regelmäßigem Austausch zu Themen wie Nachhaltigkeit oder Naturschutz. Seit dem Frühjahr gibt es eine Innovation, die sowohl bei Veranstaltungen des Alpenvereins, als auch bei Konsument:innen für sehr positiven Gesprächsstoff sorgte: die neuen 100% pflanzlichen VEGGIE Produkte von HANDL TYROL.
Hergestellt mit Rohstoffen aus kontrollierter Herkunft
“Altes auf neue Weise tun - war schon immer Teil unserer Unternehmensphilosophie”, erläutert Karl Christian Handl, der das Unternehmen bereits in vierter Generation führt. “So haben wir bei HANDL TYROL auf die veränderten Bedürfnisse der Kund:innen reagiert und eine vegane Wurstalternative entwickelt.” Die neuen VEGGIE Tyrolini und Wurzerl sind zu 100% pflanzlich und überzeugten vom ersten Moment an hinsichtlich Konsistenz und Geschmack. Nach über drei Jahren Entwicklungszeit und Investitionen in neue Produktionsanlagen wurden die veganen Wurstalternativen im April sehr erfolgreich eingeführt. Wie bei allen Spezialitäten verzichtet HANDL TYROL bei der Herstellung gänzlich auf unnötige Zusatzstoffe, Gluten oder Laktose. Zudem ist auch bei den veganen Wurstsnacks die Rückverfolgbarkeit der verwendeten Rohstoffe aus dem mitteleuropäischen Raum zu 100 % gewährleistet. Intensive Forschung, die direkte Einbin-
dung der Konsument:innen und hochwertige Zutaten sind die Erfolgsfaktoren der Neueinführung. Die Produktionsstätte für die vegetarischen Produkte entstand in Vomp, im Tiroler Unterinntal, durch den Umbau eines ehemaligen Lebensmittelbetriebes - und damit ressourcenschonend im Sinne der Nachhaltigkeit. Nachhaltigkeit für Generationen Der starke Fokus auf Umwelt- und Naturschutz ist ein wichtiger Teil der Unternehmensphilosophie von HANDL TYROL. Innovative Konzepte und ganzheitliche Maßnahmen im Klima- und Umweltschutz mit Blick auf das große Ganze sind der Schlüssel zum Erfolg. Das Bewusstsein für einen ressourcenschonenden Umgang mit Umwelt und Natur ist für nachfolgende Generationen unerlässlich. Deshalb setzt sich HANDL TYROL mit großem Engagement für den weiteren Ausbau der Nachhaltigkeit im Tiroler Unternehmen ein.
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Gültig solange der Vorrat reicht ab sofort bis 30.11.2023 in den folgenden Jack Wolfskin Stores und im Onlineshop von Wanderwelt-Österreich.at.
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