Die Pistenhelfer unterwegs mit ihrem schnellen Rettungsfahrzeug
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in Moment der Unachtsamkeit reicht, schon liegt man im Schnee. Der beste Rat: Bleiben Sie cool, wenn’s auf der Piste kracht. Wenn es noch möglich ist, entfernen Sie sich aus der Gefahrenzone – etwa aus Engstellen, Kuppen oder Kanten – um sich selbst und andere nicht weiter zu gefährden. Und wenn Sie selbst oder ein Helfer die Rufnummer 118 wählen, dann ist mit schnellem Beistand zu rechnen. 118 ist eine Zaubernummer, sie führt direkt zur Landesnotrufzentrale, der zentralen Koordinationsstelle für alle Rettungsdienste in Südtirol. Und die sorgt bis in den letzten Winkel von Südtirol für rasche Hilfe, mit dem Rettungsauto, dem Hubschrauber oder eben mit dem Schneemobil. In diesem Fall verständigt man von dort aus umgehend den Pistenrettungsdienst auf der Seiser Alm, kurz Pistendienst genannt.
Pistendienst Seiser Alm. Dem Klaus liegt das
Text: Rosa Maria Erlacher Fotos: Helmuth Rier
Helfen in der DNS. Sein Vater war beim Seiser Bergrettungsdienst, kurz BRD genannt, und er selbst, ein ausgezeichneter Kletterer und Skifahrer, hat sich ebenfalls schon früh im BRD engagiert. In der warmen Jahreszeit arbeitet er in seinem Beruf, ist aber stets abrufbereit, wenn es gilt, bei Bergunfällen jeder Art zu Hilfe zu eilen. Ehrenamtlich und unentgeltlich – unter Einsatz seines Lebens. Helfen als Freundschaftsdienst. »
Erste Hilfe Pistenrettung im Einsatz 20 ALPE | Winter
im Schnee Winter | ALPE 21
Um absolut qualifiziert Erste Hilfe leisten zu können, investierte er viel Freizeit in die Ausbildung für Notfallhilfe mit Schwerpunkt auf Pistenrettung. In diesem Winter hat er sich zusammen mit seinem Freund Robert für den Pistenrettungsdienst auf der Seiser Alm gemeldet, hauptberuflich, bei jedem Wetter, tagtäglich von morgens bis abends, solange die Pisten offen sind. Wenn sehr viel los ist, an Wochenenden und in der Hauptsaison, werden die beiden von freiwilligen Helfern unterstützt. Anders wären „Spitzentage“ mit bis zu 20 Einsätzen auch kaum zu bewältigen… Der Rettungshubschrauber des Aiut Alpin meistert auch schwierige Situationen
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700 Einsätze. Den Pistendienst verrichtet der Bergrettungsdienst seit vielen Jahren, beauftragt von der Liftbetreibergesellschaft Seiser AlmGröden, denen die Sicherheit auf ihren Pisten sehr am Herzen liegt. Auch zur Unterstützung der Polizei, in Italien Carabinieri genannt, die von Amts wegen die öffentliche Sicherheit auf den Pisten gewährleisten muss und bei Unfällen die entsprechenden Erhebungen durchführt. Der Pistendienst von BRD und Carabinieri verbuchte im vergangenen Winter auf der Seiser Alm
> 7. Februar 2012
Südtirol Moonlight Classic Seiser Alm
Klaus und Robert sind gerne Pistenretter
mehr als 700 Einsätze, berichtet Klaus. Davon betrafen etwa 75 Prozent Skifahrer und Snowboarder, bei rund 70 Einsätzen wurden Rodler geborgen und der Rest entfiel auf Wanderer und Langläufer. Mehr als 5.000 Kilometer haben sie dafür auf ihren Snowmobilen zurückgelegt, und 50 Mal musste der Rettungshubschrauber angefordert werden, weil der Verdacht auf schwerwiegende Verletzungen vorlag oder der Abtransport des Verunglückten über die Piste aus anderen Gründen nicht ratsam erschien.
Das Langlaufrennen im Mondschein feiert 2012 seine sechste Auflage. Wenn es draußen dunkel wird und der Vollmond aufgeht, schnallen die Teilnehmer des Moonlight Classic Marathons ihre Langlaufskier an: 20 oder 36 Kilometer lang gleiten sie von Compatsch aus durch die nächtliche Winterlandschaft. Aber auch für die Zuschauer ist der „Südtirol Moonlight Classic Seiser Alm“ und sein Rundum-Programm ein Erlebnis – samt Skishow mit den Langlauf-Veteranen, Alphornklängen in der romantischen Stille der Nacht und traditionellen Speisen. Für feurige Momente im Start-Ziel-Areal sorgt kurz vor dem Startschuss zum Langlaufrennen der Feuerkünstler Saraph, bekannt aus der deutschen Castingshow „Das Supertalent“. Und wenn dann die Sieger feststehen, wird gefeiert – bis zur allerletzten Bahnfahrt ins Tal. www.moonlightclassic.info
Im Einsatz. Für eine bestmögliche Versorgung des Verunglückten wird eine hochmoderne Ausrüstung benötigt. Die Retter müssen innerhalb von wenigen Minuten zur Stelle sein, um zu helfen, egal ob bei Traumata oder bei medizinischen Notfällen. Also stehen Rettungsfahrzeug und Notfallrucksack jederzeit bereit. Um einen Patienten möglichst schonend zu Tal zu bringen, wird er mit dem Akia, einem am Skidoo angehängten bootsförmigen Aluminiumschlitten, in einer Vakuummatratze eingebettet, befördert. Zusätzlich wird er noch in einem wärmenden Bergesack gelagert. Der Rucksack enthält ein Erste-Hilfe-Set mit Sauerstoff und einen externen halbautomatischem Defibrillator (AED), ein medizinisches Gerät, das durch schnelle Stöße Herzrhythmusstörungen beenden kann und für dessen Bedienung die beiden Pistenretter eigens geschult worden sind. Liftmitarbeiter und Skilehrer erweisen sich am Unfallort oft als wertvolle Helfer. Wenn der Rettungshubschrauber angefordert wird, muss die Piste abgeriegelt werden. Danach ist es wichtig, dass die »
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Flugrettung und Pistendienst arbeiten nahtlos zusammen
Kommunikation zwischen Pisten- und Flugrettung einwandfrei stimmt. Dasselbe gilt, wenn der Patient den Sanitätern des Rettungsfahrzeuges übergeben wird: Die am Unfallort aufgenommenen medizinischen Messdaten werden nun weitergereicht und können für die weitere medizinische Versorgung sehr wertvoll sein.
Alles ok? Die Pistenretter lassen den Blick rundum schweifen auf ihr Einsatzgebiet, das Pisten- und Wegenetz der Seiser Alm
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„Wir bringen den Patienten erst einmal ins Warme, in die Erste-Hilfe-Station in Compatsch, oder das Rettungsfahrzeug kommt uns so weit wie möglich entgegen und fährt von dort , eventuell in Begleitung eines Notarztes, ins nächstgelegene Krankenhaus“, erklärt Klaus die lückenlos funktionierende Rettungskette.
Vielseitig aktiv. „Pistendienst bedeutet aber weit mehr als nur Pistenrettung“, erläutert Klaus. So müssen die Retter mit viel psychologischem Feingefühl die Patienten erst einmal beruhigen, ihre Ängste verstehen, ihnen die nächsten Schritte erklären und sie müssen die Angehörigen informieren und betreuen. Sie arbeiten eng mit den Carabinieri zusammen, wenn diese den Unfallhergang ermitteln, und sie sind auch die Ansprechpartner, wenn Eltern ihre Kinder vermissen. „Das passiert häufig“, so erzählt Klaus, „doch meist melden sich die Kinder selbst zurück, oder wir spüren sie recht bald auf.“ Schließlich können sie sich auf ein verzeigtes Netz an Helfern – Liftarbeiter, Skilehrer, Gastwirte usw. – verlassen, die alle Augen und Ohren offenhalten und ihnen gerne beistehen, wenn es nötig ist. Nur selten finden die beiden Pistenretter die Muse, sich beim Fernsehen zu entspannen, sich in der Wintersonne zu wärmen oder ohne Stress Ski zu fahren. Außer dass sie retten, geben sie zudem auch noch ihr Wissen weiter: so etwa, wenn sie die freiwilligen Pistenretter auf ihre Aufgabe vorbereiten, oder wenn sie Schulklassen und Skikursteilnehmer in die Grundzüge der ersten Hilfe und in die Sicherheitsvorsorge auf und außerhalb der Skipisten einführen. Denn wie sagt man so schön: Prävention ist besser als Rettung. «