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ALPE Sommer 2026

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ALPE

Seiser Alm Magazin

KASTELRUTH · SEIS AM SCHLERN · SEISER ALM · VÖLS AM SCHLERN · TIERS AM ROSENGARTEN

Lebensfreude

Hühner machen glücklich

Masterplan

Golf und viel Natur

Hike and Fly

Im Gleitschirm zu Tal

Besuche die Marinzen Alm (1.486 m) –bequem mit der neuen Bergbahn oder aktiv mit dem Mountainbike bzw. über die Wanderwege 4A, 8, 9 und 11A erreichbar.

Freu dich auf Spaß und Natur für die ganze Familie – einen neuen Spielplatz, Blumenwiesen und Angeln am Weiher inklusive.

In der Alpin Marinzen und der Schafstallhütte erwarten dich Südtiroler Spezialitäten und ein traumhafter Blick auf den Schlern und Kastelruth.

Natur & Genuss

Schöne Sonnenterrasse und traditionelle Südtiroler Küche So erreichen Sie uns: Wanderweg Nr. 8 ab Kastelruth (ca. 1

Marinzen, dann Wanderweg Nr. 9 ab Bergstation (ca. 20

Editorial & Inhalt

Liebe Leserinnen und Leser!

Wer von Ihnen schon mal beim „Kastelruther Spatzen Fest“ war, die treuen Fans unter Ihnen vielleicht schon unzählige Male, kennt die Mischung aus Glück, Spaß und Freude, die im Festzelt in Kastelruth hautnah zu spüren ist. Seit über 40 Jahren begeistern die „Spatzen“ ein Millionen-Publikum. Dabei sind Norbert, Valentin, Walter, Albin, Karl, Kurt und Rüdiger immer dieselben geblieben: Naturburschen, mit beiden Beinen am Boden – und authentisch.

wonach viele Menschen sich in einer komplexer werdenden Welt sehnen: Echtheit, Glaubwürdigkeit und Übereinstimmung zwischen dem inneren Selbst und dem äußeren Ausdruck. In der hier vorliegenden Ausgabe unseres Seiser Alm Magazin ALPE finden Sie eine Reihe von Beispielen, die zum Thema passen. Ganz gleich, ob in der klassischen Musik Mahlers, beim Paragleiten vom Schlern oder Kneippen in Ratzes, im Tierser Gemüseacker oder am Obervölser Bauernhof, beim Wandern mit Kindern in Kastelruth, beim Golfspiel in St. Vigil oder beim Genießen von Topfennocken: Dort, wo Menschen Erholung und ein tiefes Erleben suchen, berührt sie in besonderer Weise das Ursprüngliche, das Unverfälschte.

„Menschen und ihre Hühner“ gehören ebenso zum Thema. Dass Hühner nicht nur ein kostbares Grundnahrungsmittel liefern, sondern offenbar einfach glücklich machen, ist hier auch nachzulesen. Es geht um Naturnähe, ein wachsendes Bewusstsein für Lebensmittelherkunft und vor allem auch Entschleunigung.

Unsere Serie zu interessanten Projekten einheimischer Architekten findet mit dieser Ausgabe leider ihr Ende. Den krönenden Abschluss macht dabei die Landschaftsarchitektin Eva Maria Schgaguler. Am Golfplatz St. Vigil „matchen“ feinsäuberliche Greens mit der wertvollen Natur- und Kulturlandschaft.

Viele von Ihnen haben sicher die Olympischen Winterspiele Milano Cortina 2026 verfolgt. Aus unserer Dolomitenregion Seiser Alm waren nicht weniger als sechs Athletinnen und Athleten am Start - und wir sind gehörig stolz auf sie! Neben einer Goldenen und einer Bronzenen gab es vor allem viele Emotionen. Positive Gedanken und Emotionen mögen auch Sie begleiten!

Es ist schön, dass Sie hier sind! Wir wünschen eine entspannte Zeit.

Präsident Seiser Alm Marketing und im Namen der Tourismusvereine Kastelruth, Seis am Schlern, Völs am Schlern, Seiser Alm und Tiers am Rosengarten

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40 Jahre Spatzen-Fest

Eine große Familie

Seite 6

Lebensfreude

Hühner und Glück

Seite 10

Masterplan

Golf und Landschaft

Seite 16

Hike and Fly

Im Gleitschirm zu Tal

Seite 20

Heilende Kraft

Kneippen in Ratzes

Seite 26

Marinzenlift

Geglückter Neuanfang

Seite 30

Klassische Musik

Die Mahler-Revolution

Seite 34

Jahr der Bäuerin Milchbotschafterin

Seite 38

Landwirtschaft

Im Gemeinschaftsacker

Seite 42

Rezept

Topfennocken

Seite 44

Highlights Sommer 2026

Seite 46

Vorschau Winter 2026/27

Seite 48, 50

Gesehen & gehört

Eine große Familie

40 Jahre „Kastelruther Spatzen Fest“

Im Herbst 1985 fand in Kastelruth das erste „Kastelruther Spatzen Fest“ statt. Seit 40 Jahren ziehen die Stars der volkstümlichen Musik jeden Herbst zigtausende Fans aus nah und fern an. Gemeinsam feiern sie im großen Festzelt drei Tage lang die Musik und das Leben. Zum Jubiläum gratulieren Musikbegeisterte, Freundinnen und Freunde den Kastelruther Spatzen aufs Herzlichste und sagen ganz einfach DANKE für die schöne Zeit. Auf viele weitere Jahre!

Mit dem QR-Code

zum Alpe-Spezial „35 Jahre Kastelruther Spatzen Fest“ 2019

Text: Elisabeth Augustin

Foto: Helmuth Rier

Hühner in der Wiese: Über so viel Gras freuen sich die Tiere, der Dotter dieser Eier ist durch das Betacarotin tief gelb-orange.

Eier und Lebensfreude

Als einziges Nutztier, dessen Haltung ohne große Stallungen und üppige Weideflächen möglich ist, liegen Hühner auch unter Nichtbauern voll im Trend. Hühner liefern nicht nur ein kostbares Grundnahrungsmittel – sie machen offenbar einfach glücklich!

Text: Sabine Funk

Fotos: Helmuth Rier

Zu einem ordentlichen Bauernhof gehören Hühner. Auf vielen Südtiroler Bergbauernhöfen scharren sie im Hof, picken in den Traktorspuren nach Körnern. Der rote Hahn ist nicht zufällig Wappentier der Betriebe, die Urlaub auf dem Bauernhof anbieten. Er kündet von Landleben, Selbstversorgung und Ursprünglichkeit. Doch Hühnerhaltung ist nicht mehr ausschließlich Teil eines bäuerlichen Alltags. Zunehmend findet sie auch außerhalb des traditionellen Milieus und bei der jüngeren Generation Anklang – als Hobby, als be-

wusste Entscheidung für Tierwohl, als wachsendes Bewusstsein für Lebensmittelherkunft und eine gewisse „Entschleunigung“.

So auch bei Lukas Kritzinger, 27 Jahre alt, der gemeinsam mit seinen zwei Brüdern einen Elektrikerbetrieb führt. Auf einem kleinen, abschüssigen Wiesenstück unweit der Kirche in St. Konstantin hat er 2021 angefangen mit einem selbstgebauten Stall, der zunächst noch Wand an Wand Hühner und Ziegen beherbergte. „Eine perfekte Nutzung für die Fläche. Es lohnt sich kaum, so ein kleines Stück zu mähen“, sagt er und blickt zufrieden über den Auslauf, in dem sich ein gutes Dutzend Hennen geschäftig bewegt. Um die sieben Eier pro Tag sammelt er derzeit ein – ein Ertrag, der für den Eigenbedarf der Familie mehr als ausreicht.

Bei Lukas laufen keine x-beliebigen braunen oder weißen Legehennen, sogenannte Hybridhühner, die einzig auf maximalen Eierertrag gezüchtet sind: Seine Hühnerschar besteht aus unterschiedlichen Rassehühnern mit prächtig gezeichnetem Gefieder. Anfangs war er Purist: Nur eine Rasse sollte es sein, etwa die robusten Vorwerk-Hühner, bekannt für ihre markante zweifarbige Zeichnung. Teilweise kaufte Lukas sogar Bruteier für seinen Brutapparat und zog die Küken selbst auf. Inzwischen ist die Herde bunter geworden, eine

Mischung verschiedener Rassen – weniger Purismus, mehr Diversität. Man merkt dem jungen Mann die Freude an den lebhaften Tieren an – an den stattlichen Hennen mit ihrem glänzenden Gefieder ebenso wie an dem bunten jungen „Italiener“ Hahn, den er kürzlich dazu geholt hat und der sich nun als Chef in der Truppe behaupten soll.

Den mit vielen liebevollen Details geschmückten Stall hat Lukas selbst entworfen und gebaut. Heute würde er manches anders machen. „Es bräuchte mehr Legenester und es wäre auch praktischer, die Eier von außen entnehmen zu können“, sagt er, die Praxis habe ihn klüger gemacht. Seine vier Passeirer Bergziegen sind zur Zeit noch in Nachbarschaft untergebracht und werden bald auf einem angrenzenden Wiesenstück in einen hübschen, neuen Stall einziehen. Lukas’ Projekt wächst weiter – ein modernes, pragmatisches Stück Landleben. Insbesondere der Arbeitsaufwand bei der Hühnerhaltung sei gering, das meiste laufe von selbst. Für Lukas gehört auch die nüchterne Seite der Tierhaltung dazu: Ist eine Henne in die Jahre gekommen und hat aufgehört zu legen, scheut er sich nicht davor, sie zu schlachten. Freude an der Tierhaltung ja –aber ohne Verklärung. Auch bei seinen Ziegen gehört dieser Teil für ihn dazu.

Anders gestaltet sich die Situation bei Tabea Berger. Wie Lukas kommt sie aus St. Konstantin, lebt jedoch seit fünf Jahren am Lafogl Hof in St. Oswald, hier ist das Elternhaus ihres Lebensgefährten. Schon als Jugendliche zeigte Tabea ein außergewöhnlich starkes Engagement für den Tierschutz. Was zunächst mit privater Tierhaltung begann, wuchs am Elternhaus rasch zu einer regelrechten Auffangstation für ausgesetzte oder vernachlässigte Kleintiere heran. Gemeinsam mit ihrer Mutter und der Völser Tierärztin Kathrin Schrott gründete sie schließlich den Verein „Hilfe für Tiere in Südtirol“.

Die 16 Hennen und zwei Hähne, die Tabea zusammen mit ihren beiden kleinen Kindern liebevoll versorgt, sind dabei nur ein kleiner Teil

des vielfältigen Tierbestandes, der hier ein ruhiges und artgerechtes Zuhause gefunden hat. Aktuell leben am Hof nicht weniger als 19 Schafe, 15 Ziegen, 29 Kaninchen, 47 Meerschweinchen, sechs Wachteln, fünf Pferde, zwei Hunde und sechs Katzen – Tiere, die Tag für Tag viel Aufmerksamkeit und Pflege erhalten, aber vor allem „zum Gernhaben“ da sind. Besonders der große Anteil an kleinen Säugetieren zeigt, das klassische Familienhaustiere oft angeschafft werden, ohne ihre Bedürfnisse zu kennen. Spätestens wenn das Interesse der Kinder nachlässt, werden sie abgegeben oder ausgesetzt. Damit es soweit nicht kommt, bietet Tabea gegen eine kleine Gebühr informative Tierbegegnungen an. Kinder wie Erwachsene lernen dabei Pflegeansprüche, artgerechte Haltungsbedingungen und die Körpersprache der Tiere kennen – idealerweise noch bevor die Entscheidung für ein eigenes Haustier getroffen wird.

So sehr ihre zahlreichen Vierbeiner den Alltag bestimmen, in Tabeas großem Herz für Tiere ist auch Platz für ihre Hühner. Eine bunte, lebendige Truppe, in der sich so mancher Blickfang findet: etwa eine noch etwas scheue Paduanerhenne mit prächtigem Schopfgefieder oder ein würdevoller Brahmahahn. Auch diese Tiere stammen teils aus problematischen oder aufgegebenen Haltungen oder von Privatzüchtern, die mit dem Farbschlag bestimmter Rassen unzufrieden waren. Manche Hühner jedoch hat Tabea ganz schlicht in einer Anzeige entdeckt – und sich augenblicklich verliebt.

„Ich finde Hühner so wundervoll, weil jedes einzelne eine eigene Persönlichkeit hat. Sie sind neugierig, lebendig, voller Lebensfreude und zeigen uns jeden Tag, wie viel Charakter und Gefühl auch in so kleinen Wesen steckt“, erzählt Tabea. Auf dem Lafogl Hof muss kein Huhn fürchten, auf dem Hackklotz zu enden: Die Tierschützerin lebt seit Langem weitgehend vegan, doch ein Ei von den eigenen Hennen kommt für sie hin und wieder durchaus infrage. Ein Geschenk, das ihre gefiederten Freundinnen ihr sicher gerne machen. <

Lukas Kritzinger (oben) und Tabea Berger (unten) haben große Freude an ihren Hühnern, nicht nur der Eier wegen.

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Seis-Seiser Alm Bahn AG

39040 Seis am Schlern · Schlernstraße 39

T +39 0471 704 270 · www.seiseralmbahn.it · info@seiseralmbahn.it

Versucht den Geist des Ortes zu verstehen und mit ihren Gestaltungsideen darauf zu reagieren: Landschaftsarchitektin

Mit feinem Gespür für Landschaft

In der Dolomitenregion Seiser Alm leben gar einige Architekten und Architektinnen, die mit besonderen Projekten auf sich aufmerksam machen – so auch Landschaftsarchitektin Eva Maria Schgaguler. ALPE erzählt sie über den von ihr ausgearbeiteten Masterplan zum Erhalt der wertvollen Natur- und Kulturlandschaft am Golfplatz St. Vigil-Seis.

Abschläge und Greens mit feinstem englischem Rasen – intensiv gepflegt und gedüngt, niedriger Schnitt, saftig grün und perfekt getrimmt: Beim Gedanken an einen Golfplatz sind das wohl für viele die ersten Bilder, die einem in den Kopf kommen. Dass diese nicht die ganze Wahrheit sind, zeigt das Beispiel des Golfplatzes St Vigil, Seis. Dort hat es sich die Besitzerfamilie Stuffer zum Ziel gesetzt, ein möglichst nachhaltiges Golferlebnis mit aktivem Schutz von Artenvielfalt und Natur- und Kulturlandschaft zu verbinden.

Einzigartige Kultur- und Naturlandschaft umrahmt Golfplatz

Der Golfplatz wurde vor gut zwei Jahrzehnten von der Familie Obkircher und Oskar Fill errichtet und wurde aus Grundstücken zusammengesetzt, die einst zu Bauernhöfen gehörten. Nun fügt er sich harmonisch in eine über Jahrhunderte gewachsene Landschaft ein: Die Spielfelder werden eingerahmt von einer Streuobstwiese, von Wäldern, alten Heckenabschnitten, Blumenwiesen und Weiden, Trockenmauern, Solitärbäumen, Bächen und Wasserläufen.

Damit diese einzigartige Umgebung und die Identität und der Charakter des Ortes erhalten bleiben, hat Landschaftsarchitektin Eva Maria Schgaguler im Auftrag von Familie Stuffer einen langfristig angelegten Masterplan ausgearbeitet. „Wir haben zunächst den Bestand analysiert, uns angeschaut, welche die bestehenden Landschaftselemente sind, die den Golfplatz charakterisieren, in welchem Zustand sich diese befinden und welche Erhaltungsmaßnahmen sie für die nächsten Jahre benötigen. In einem zweiten Schritt ging es um die Ausarbeitung möglicher Projekte. Der in diesem Prozess entstandene Masterplan berücksichtigt vor allem die langfristige Entwicklung des Areals, die Planung des Platzumfelds, um diese Landschaft für die Zukunft zu sichern“, fasst die Planerin mit Büro in Seis am Schlern ihren Auftrag zusammen. Im Laufe des Planungsprozesses wurden Maßnahmen und Strategien definiert, um nicht nur das landschaftliche Erbe des Ortes zu erhalten, sondern auch seinen ästhetischen, ökologischen und kulturellen Wert zu steigern.

Der 2021 fertiggestellte Masterplan ist ein mehrjähriges Projekt, bei dem jedes Jahr Interventionen – kleinere genauso wie größere, auf jeden Fall aber sensible Eingriffe – umgesetzt werden. „Familie Stuffer ist es wichtig, nur mit heimischen

Text: Simone Treibenreif Fotos: Helmuth Rier

Bei künstlich angelegten Teichen wurde eine Renaturierung in Gang gesetzt, um diese besser in die Landschaft einzubetten.

Die Streuobstwiese am Golfplatz besteht hauptsächlich aus Apfel-, Birnen und Zwetschgenbäumen – und wird nun verjüngt.

Pflanzen zu arbeiten. Das macht das Projekt auch für mich interessant – ich möchte im Berggebiet auf 1.000 Metern Meereshöhe in der freien Landschaft keine Exoten pflanzen“, unterstreicht Schgaguler.

Äpfel, Birnen, Zwetschgen –Streuobstwiese wird verjüngt

Ein wesentlicher Teil des Projekts ist eine Streuobstwiese. „Früher war es üblich, dass die bei den Bauernhöfen zur Selbstversorgung angelegten Streuobstwiesen mit unterschiedlichen Sorten bepflanzt wurden. Wenn ein Baum aus Alters- oder Krankheitsgründen abgestorben ist, wurde

ganz Südtirol, aber auch in unserer Streuobstwiese selbst Reiser dafür gesammelt. Nun läuft die Produktion, gepflanzt werden soll im kommenden Frühjahr.“

Ein weiteres eindrucksvolles Beispiel für die sensiblen Eingriffe auf dem Golfplatz ist die Allee zum ersten Loch: Der Zugang war bereits zu einem Teil überwachsen. „Es hat sich um eine Art Pflanztunnel gehandelt, wie im historischen Boboli-Garten in Florenz“, so Schgaguler. Dieses Element habe man aufgegriffen und arbeite nun daran, den gesamten Zugang als bepflanzten Tunnel zu gestalten. „Wir haben dafür heimische Sträucher und Bäume gepflanzt, etwa Vogel- und Kornelkirschen

„Ich möchte im Berggebiet auf 1.000 Metern Meereshöhe in der freien Landschaft keine Exoten

pflanzen.“

Landschaftsarchitektin Eva Maria Schgaguler

er durch einen neuen ersetzt – dadurch erfolgte immer wieder eine Verjüngung der Anlagen“, erklärt Schgaguler. „Ohne Nachpflanzungen geht das Element aber irgendwann verloren.“ Die Streuobstwiese am Golfplatz besteht hauptsächlich aus Apfel-, Birnen und Zwetschgenbäumen und hat eine traditionelle Entstehungsgeschichte, befindet sich inzwischen allerdings in der Nähe von 9er-Loch und Clubhaus. Dadurch ist ihre ursprüngliche Funktion zur Versorgung einer Bauernfamilie verlorengegangen. „In den vergangenen Jahren starben immer wieder Bäume aufgrund ihres hohen Alters ab, nachgepflanzt wurde kaum, weshalb der Baumbestand geschrumpft ist“, berichtet die Landschaftsarchitektin. „Mittlerweile haben wir einige Neupflanzungen gemacht und zudem die Produktion von eigens ausgewählten Jungpflanzen lokaler halb- und hochstämmiger alter Sorten in Auftrag gegeben. Diese Sorten wurden gemeinsam mit dem Verein Sortengarten Südtirol ausgewählt, wobei unser Fokus auf Birnen liegt. Wir haben in

sowie Holunder. Wenn es im Sommer auf dem Golfplatz heiß ist, dann kann man sich dort im Schatten des Pflanztunnels erfrischen. Ein weiterer besonderer Effekt entsteht durch die Dunkelheit im Tunnel. Hat man diesen passiert, dann eröffnet sich ein wunderbarer Blick auf das ganze Gelände samt Panorama.“

Gelbe Sumpf-Schwertlilie und Blut-Weiderich zur Renaturierung von künstlich angelegten Teichen

Auf diesem Gelände finden sich auch einige künstlich angelegte Teiche. „Um diese besser in die Landschaft einzubetten, wurde bei zwei Teichen eine Renaturierung in Gang gesetzt und eine naturnahe Stauden- und Gräserpflanzung vorgenommen“, führt Schgaguler aus. „Bei einem Teich haben wir beispielsweise einen Flachwasserbereich angelegt mit Wasserpflanzen wie Gelbe Sumpf-Schwertlilie, Sumpf-Mädesüß, Blut-Weiderich, Sumpfdotterblume

Den Geist des Ortes finden – was Eva Maria Schgaguler bei ihrer Arbeit wichtig ist

„Thematisch mache ich ganz unterschiedliche Projekte – vom Themenweg über einen Spielplatz bis hin zu Kunstprojekten. Was mir dabei immer wichtig ist, ist, den Ort, den Geist des Ortes zu verstehen und mit der Gestaltung darauf zu reagieren. Ein sensibler Umgang mit dem Bestand und mit der umliegenden Landschaft ist mir sehr wichtig. Ich möchte keine Anlagen realisieren, die wie Exotinnen in der Landschaft stehen. Vielmehr ist es mir bei meiner Arbeit ein großes Anliegen, dass meine Projekte an das anschließen, was historisch gewachsen ist, an das, was wertvoll ist. Zum Beispiel kann man im ländlichen Raum ein Landschaftselement oder einen ökologischen Korridor in der Umgebung aufgreifen und fortführen. Im urbanen Raum dagegen bietet sich oft ein geschichtlicher Blick darauf an, wie ein Ort entstanden ist und welche Funktionen er hat. Ich versuche also immer, die Gestaltungsidee vom Bestehenden abzuleiten. Darauf aufbauend entwickle ich individuelle Konzepte, die Funktionalität, Natur und Lebensqualität verbinden – mit einem klaren Schwerpunkt auf regionale Identität und zukunftsfähige Freiraumgestaltung.“

Die Architektin

Eva Maria Schgaguler, Jahrgang 1984, ist in Seis am Schlern aufgewachsen, wo sie seit 2016 auch ihr Büro für Landschaftsarchitektur führt, mit dem sie private ebenso wie öffentliche Projekte in Italien, Österreich und der Schweiz realisiert. Von 2003 bis 2007 absolvierte Schgaguler ihr Bachelorstudium in Landschaftsarchitektur in Genua, das sie mit einer Arbeit im Bereich Gartendenkmalpflege abschloss. Danach arbeitete sie für das Büro BplusB in Amsterdam an städtebaulichen Projekten und Projekten für den öffentlichen Raum. Ab 2008 belegte sie in Edinburgh einen Masterstudiengang, dessen Abschluss sie 2009 mit einer Arbeit zur Neugestaltung des Hofburggartens in Brixen erlangte. Im Anschluss war sie zunächst als freie Mitarbeiterin bei

Dolar Landscape in Brixen im Bereich Landschaftsplanung auf Gemeindeebene tätig. 2010 wechselte Schgaguler zum Studio Vulkan in Zürich, wo sie bis 2016 an diversen Landschaftsprojekten in Objektplanung und Städtebau arbeitete. 2016 eröffnete sie ihr eigenes Büro, war aber zeitgleich mehrere Jahre auch für das Snohetta Studio Innsbruck als Projektleiterin im Einsatz – als solche verantwortete sie u.a. die Planung und Realisierung einer drei Hektar großen Streuobstwiese mit 170 verschiedenen Sorten beim Kristallunternehmen Swarovski in Wattens in Nordtirol.

Bei künstlich angelegten Teichen wurde eine Renaturierung in Gang gesetzt, um diese besser in die Landschaft einzubetten.

„Es macht mir viel Spaß, Staudenund Gräserpflanzungen so zu planen, dass sie über das ganze Jahr hinweg interessant sind, da meist etwas blüht.“

und anderen mehr.“ Am Ufer wurden heimische Stauden wie Hohe Wiesenraute und Echtes Labkraut gepflanzt.

„Es macht mir viel Spaß, Stauden- und Gräserpflanzungen so zu planen, dass sie über das ganze Jahr hinweg interessant sind, da meist etwas blüht bzw. Akzente zu sehen sind“, sagt Schgaguler. Weil die Renaturierung bei den ersten beiden Teichen so gut funktioniert hat, werde man sie in Kürze bei vier weiteren Teichen ebenfalls angehen.

An der Umsetzung des Masterplans Golfplatz St. Vigil-Seis gefällt der Landschaftsarchitektin die langfristige Ausrichtung – und dass sie das Projekt dabei so nahe begleiten kann. „Ich wohne nur wenige Minuten entfernt und kann immer wieder hinfahren, um zu verfolgen, wie sich die Pflanzen entwickeln, was wann blüht, was gut funktioniert und was weniger. Das ist in unserem Beruf nicht immer so: Oft stellt man ein Projekt fertig und hat dann nicht mehr die Möglichkeit, die Entwicklung der Anlage mitzuverfolgen“, formuliert es Schgaguler. „Das ist auch der Unterschied zur Architektur: Ein Architekt plant beispielsweise ein Haus und wenn es dann fertig ist, ist es auf dem Höhepunkt sei-

Landschaftsarchitektin Eva Maria Schgaguler

nes Seins, weil es neu ist.“ Bei Landschaftsarchitektinnen und -architekten sei das anders: Diese schließen ein Projekt ab und dann müssen sich die Grünflächen mit ihren Pflanzen erst entwickeln. „Das den Bauherren zu erklären, ist auch nicht immer einfach“, schmunzelt Schgaguler.

Im Fall von Golfplatzbesitzer Stuffer war das kein Thema. „Viele der Eingriffe, die wir machen, sieht man nicht – und das ist gut so. Es geht der Familie Stuffer nämlich um sensible Eingriffe, darum, dass das, was jetzt bereits wertvoll ist, gestärkt und erhalten wird“, unterstreicht Schgaguler. „Es geht immer um das Nachhaltige und das ökologisch Wertvolle – aber natürlich auch um das Ästhetische. Es soll aber nichts Künstliches sein.“

Dadurch wird nicht nur eine einzigartige Spielumgebung für Golfspielerinnen und -spieler geschaffen, sondern es entstehen auch wertvolle Lebensräume für die heimische Tier- und Pflanzenwelt – von blühenden Heckenrosen bis zu alten Nussbäumen <

Hier können Sie die Teile 1, 2, 3 und 4 der ALPE-Architekturserie nachlesen.

Von oben

Zwischen Bauernhöfen an einem sonnigen Hang zu leben und eine große grüne Wiese vor dem Haus zu haben, ist schön. Für Tassilo Seitz hat diese malerische Wohnlage einen weiteren praktischen Nutzen: Er kann mit dem Gleitschirm direkt vor der Haustür landen.

Jeder, der gelegentlich oder regelmäßig auf den Schlern geht, weiß: Die vielen Höhenmeter, besonders zurück nach Völs am Schlern, gehen beim Abstieg in die Knie. Die Vorstellung, sich diesen weniger angenehmen Teil der Wanderung zu ersparen und einfach auf dem Luftweg ins Tal zu schweben, klingt zu gut, um wahr zu sein – und ist tatsächlich möglich. Hike and Fly, also „Wandern und Fliegen“, wird diese abenteuerlustige Trendsportart genannt. Ihre Ausübung ist jedoch anspruchsvoll und erfordert neben der entsprechenden Ausrüstung sinnvollerweise auch eine vorgeschriebene Basisausbildung.

Drei Alpinisten sind es, die wir an diesem sonnigen Tag Anfang November mit ihren Gleitschirmen im Gepäck auf den Schlern begleiten: Florin Kompatscher, Markus Mauroner und Tassilo Seitz. Worin unterscheidet sich ihre Art des Fliegens von anderen Formen des Paragleitens? Die zugrundeliegende Ausbildung ist zunächst dieselbe: Für den Schein benötigt es eine bestimmte Anzahl an Höhenflügen sowie abschließende Prüfungen. Für athletisch orientierte Alpinisten besteht der Reiz des Hike and Fly vor allem in seinem Potenzial als Trainingssport. „Wenn ich über den Schäufelesteig auf den Schlern laufe und mit dem Schirm herunterfliege, bin ich in unter zwei Stunden wieder zuhause“, erzählt Tassilo.

Den regelrechten Boom, den diese spezielle Kombination aus sportlichem Bergsteigen und Paragliding derzeit erlebt, führt der staatlich geprüfte Berg- und Skiführer vor allem auf die enormen

Fortschritte beim Material zurück. Vor 15 Jahren noch habe ein Schirm zehn Kilogramm oder mehr gewogen, auch das Packmaß sei erheblich gewesen. Ein moderner Schirm bringe vielleicht noch knappe zwei Kilo auf die Waage, dazu kämen rund 200 Gramm für den Gurt. Diese Gewichtsersparnis ist auch den kleineren Flächenmaßen der für den Alpinsport ausgelegten Gleitschirme geschuldet, die vielleicht zwölf bis sechzehn statt der sonst eher üblichen 25 Quadratmeter betragen.

Birgt dieser Minimalismus zusätzliche Risiken – ist es am Ende dann doch (noch) gefährlicher, sein Leben diesem auf Gewicht und Packmaß optimierten Material anzuvertrauen? „Natürlich ist das Ganze irgendwie gefährlich, und ja, es kommt auch zu Unfällen, wenn auch zu wenigen. Weil Unfälle, wenn sie passieren, so fatale Konsequenzen haben, ist wohl angemessen, von einem Risikosport sprechen“, räumt Tassilo ein. Auch die Bauweise eines Schirms würde den Sicherheitsfaktor beeinflussen. Zweileinige Schirme mit sehr guten Gleiteigenschaften, wie sie im Wettkampfsport –auch den gibt es – und für Distanzflüge verwendet werden, bedürften einer noch kompetenteren Bedienung. Das alpinistisch ausgelegte Paragliding berge eben eigene Herausforderungen: Start- und Landeplätze müssen selbstständig ausgewählt und auf ihre Eignung beurteilt werden, Wind- und Wetterverhältnisse im unbekannten Terrain sind zuverlässig einzuschätzen.

Wie lassen sich solche Sicherheitsbedenken mit dem eigenen Gewissen vereinbaren, wenn man –

Text: Sabine Funk Fotos: Helmuth Rier
Hike and Fly: zu allen Jahreszeiten möglich, jedoch nicht bei jedem Wetter
Am Schlern

wie viele Bergführer – auch aktives Mitglied der Bergrettung ist und besser als viele andere die Konsequenzen riskanten Verhaltens im Gebirge kennt? „Ich persönlich starte nur, wenn ich mich absolut sicher fühle und die Bedingungen passen. Darum bin ich oft vom Schlern wieder zu Fuß abgestiegen, weil irgendein Faktor nicht gestimmt hat. Das ist wichtig – immer die Bereitschaft mitzubringen, ein solches Vorhaben auch abzubrechen und nicht um jeden Preis fliegen zu wollen“, sagt Tassilo. Die Wetterbedingungen und Winde seien manchmal nicht vorhersehbar, darum sei es ein Fehler, den Weg zur Arbeit mit dem Gleitschirm einzuplanen oder bei der Zeiteinteilung fest davon auszugehen, dass der Abstieg auf dem Luftweg erfolgen wird. Diese Fehler habe er schon gemacht.

Ist es am Ende nur die Zeitersparnis, die das Hike and Fly vor der Haustür so attraktiv macht? Nein –vor allem sei der Schlern einfach ein fantastischer Flugberg. Darin sind sich die drei Alpinisten einig. Vom auf 2.400 Metern Meereshöhe gelegenen Schlernplateau aus gibt es Startmöglichkeiten in alle Richtungen. Aus der Luft entdecke man immer neue Strukturen in den Gebirgswänden. Das sei auch hilfreich, um mögliche Alpinrouten

auszukundschaften und die Struktur des Geländes besser zu verstehen. Wie bei allen steileren Wänden sei jedoch Vorsicht geboten: Es entstünden Luftverwirbelungen und Fallwinde. Über die Burgstallkante auf den Schlern zu klettern und dann mit dem Gleitschirm nach Hause zu fliegen – das sei einfach um Längen interessanter, als über dem Puflatsch oder dem Spitzbühl zu kreisen. Als Bergführer ist Tassilo eher zurückhaltend, wenn es um den Abstieg per Gleitschirm geht. So etwas komme nur infrage bei Menschen, die die komplette fliegerische Verantwortung selbst tragen könnten.

Kalt ist es an diesem sonnigen Herbstmorgen auf dem Schlern, oben in der Luft ist es umso frischer. Dennoch herrschen heute ideale Bedingungen. Generell ist Hike and Fly zu allen Jahreszeiten möglich, jedoch nicht bei jedem Wetter. Gerade die unruhigen thermischen Bedingungen im Sommer bergen besondere Risiken. Während man in der warmen Jahreszeit eher morgens oder abends die bunten Schirme am Himmel sieht, wird alpines Gleitschirmfliegen gerade im Winter immer attraktiver. „Wenn wenig Schnee liegt, ist das für uns eigentlich die beste Alternative zum Skitourengehen.“ <

Für athletisch orientierte Alpinisten besteht der Reiz des Hike and Fly vor allem in seinem Potenzial als Trainingssport.

Glasklar und eiskalt: das Quellwasser im Tretbecken der Kneippanlage Ratzes

Die heilende Kraft des Wassers

Eiskaltes, klares Quellwasser, tiefe Atemzüge und belebender Wechsel von Warm und Kalt: In der Kneippanlage von Ratzes wird die Wirkung einfacher Wasseranwendungen spürbar. Eine jahrhundertealte Gesundheitslehre zeigt, wie zeitlos Wohlbefinden entsteht.

Das Wasser ist glasklar und eisig kalt. Doch obwohl das nicht meine Wohlfühltemperatur ist, nehme ich allen Mut zusammen und tauche meine von Sonne und Wandern noch warmen Arme bis über die Ellbogen ins – wirklich – äußerst kühle Nass. In meinen Armen kribbelt es, mein Atem stockt. „Zieh die Arme wieder nach oben. Schnell!“, scheint mir mein Hirn mitzuteilen. Dann erinnert mich Maria Teresa Bortoluzzi, genannt Resi, daran, das Atmen nicht zu vergessen. Und tatsächlich gelingt es mir dann, die Arme noch gut 30 Sekunden im Wasser zu halten. Dann hole ich die Arme hoch, streife das Wasser ab und bewege sie, damit sie sich wieder erwärmen. Ich fühle mich ganz klar im Kopf und erfrischt, mein Kreislauf arbeitet spürbar.

Bortoluzzi ist Kneipp-Gesundheitstrainerin und mit ihr erleben meine 12-jährige Tochter und ich an einem sonnig-warmen Tag im August die Kneippanlage in Ratzes unweit von Seis am Schlern.

In Ratzes nimmt das Wasser bereits seit Jahrhunderten eine zentrale Rolle bei der Behandlung von Menschen ein: Ab 1723 wurde dort ein Thermalbad mit zwei Mineralquellen betrieben, eine eisenhaltig, die andere schwefelig. Die Quellen wurden einst bei zahlreichen Erkrankungen als Heilmittel eingesetzt, von Nervenschwäche bis zu den sogenannten „Frauenleiden“.

Zwei kleine Becken für Arm- und Gesichtsbäder, ein Tretbecken: die Kneippanlage in Ratzes

Die Mineralquellen sind zwar mittlerweile verschüttet, doch Wasser fließt nach wie vor reichlich von den umliegenden steilen Hängen des SchlernMassivs und unterhalb der Seiser Alm – mal wild tobend, mal leise plätschernd. Und so findet sich dort heute – umrahmt von alten, hochstämmigen, tiefgrünen Fichten, Vogelgezwitscher und dem

Text: Simone Treibenreif Fotos: Helmuth Rier

Wirkt belebend für Geist und Körper: eine Runde im kalten Wasser treten oder das Gesicht darin eintauchen.

Rauschen des Frötschbaches – eine für alle zugängliche, mit frischem Quellwasser gespeiste Kneippanlage: zwei kleinere Becken für Arm- und Gesichtsbäder und ein Becken zum Wassertreten mit halbem Bein.

Genau neben dem Armbecken steht nun Resi, die nackten Füße im weichen Moos, und schwärmt: „Jede Kneippanwendung, die ich mache – mir selbst oder jemand anderem –, ist Zuwendung und damit etwas vom Schönsten, was ich geben kann.“

Namensgebend für das Kneippen, so Resi weiter, „ist der bayerische Pfarrer Sebastian Kneipp, der sich im 19. Jahrhundert selbst mithilfe von Wasseranwendungen von einer schweren Krankheit geheilt hat“. Anschließend verbreitete er seine Erkenntnisse über die heilende Kraft des Wassers – Erkenntnisse, die nicht neu waren, aber erst durch Kneipp populär wurden. Ganz besonders bekannt ist das Treten in kaltem Wasser, wobei abwechselnd ein Bein eingetaucht und wieder herausgezogen wird. Diese Wechselwirkung von Kalt und Warm regt den Kreislauf an und fördert die Durchblutung.

Doch Resi hat zum Treffen nicht nur ihr Wissen rund um Wassertreten, Waschungen und Güsse mitgebracht, sondern auch einen Korb mit Essen und Kräutern: selber gemachtes, leicht duftendes Sauerteigbrot aus Dinkel- und Kamutmehl sowie zahlreiche bunte Blüten: Kapuzinerkresse, Ringelblumen, Goldmelisse, Königskerze und andere mehr. Schätze der Natur, wie Resi sagt, und: „Allesamt Heilkräuter aus meinem Garten, die man aber zum Teil auch wild finden kann. Diese Kräuter können sowohl für die Hausapotheke verwendet werden als auch für eine wertvolle Ernährung in die Küche integriert.“

Die fünf Wirkprinzipien laut Sebastian Kneipp

Wasser, Ernährung und Kräuter sind drei der Sebastian Kneipp zufolge insgesamt fünf Wirkprinzipien, auf denen seine Lehre basiert – ergänzt werden diese von Bewegung und Lebensordnung:

1. Wasser. Im Zentrum steht das Wasser bzw. die Kraft des Wassers. Anwendungen wie Wassertreten, Güsse, Bäder, Waschungen und Auflagen kalt, aber auch warm, haben heilende Wirkung, fördern die Durchblutung, trainieren die Gefäße und stärken das Immunsystem.

2. Bewegung. Wandern, Gehen oder Barfußlaufen – regelmäßige, maßvolle Bewegung in der Natur ist wesentlich. Sie stärkt Körper und Geist und fördert die Gesundheit.

3. Ernährung. Eine einfache, natürliche und ausgewogene Kost bildet die Basis. Regionale und saisonale Lebensmittel stehen im Vordergrund.

4. Lebensordnung. Der Alltag soll bewusst gestaltet werden: ausreichend Schlaf, Pausen, Stressreduktion und ein achtsamer Umgang mit sich selbst –ein harmonischer Lebensrhythmus fördert das Wohlbefinden.

5. Heilpflanzen. Kräuter und Pflanzen werden unterstützend eingesetzt, etwa in Tees, Tinkturen, Bädern oder Salben.

Zu beachten!

Grundsätzlich, so erklärt Kneipp-Gesundheitstrainerin Maria Teresa „Resi“ Bortoluzzi, ist Kneippen für jede und jeden geeignet – Jung und Alt.

Bei akuten Blasen- oder Nierenproblemen ist allerdings davon abzuraten. Bei Herzproblemen sollte auch auf das Armbad verzichtet werden.

Weitere Regeln, die zu beachten sind:

· Kneippanwendungen immer nur mit bereits warmem Körper machen.

· Wenn man mehrere Kneippanwendungen hintereinander machen möchte, muss zwischen diesen pausiert werden. Beim Wassertreten beispielsweise ist mindestens eine Stunde Pause notwendig.

· Nach allen Kaltanwendungen ist für Wiedererwärmung des Körpers zu sorgen, in der Regel durch Bewegung.

Zur Person

Maria Teresa Bortoluzzi, genannt Resi, ist KneippGesundheitstrainerin, Alpin-Waldbaden-Expertin, Kräuterfrau und Volksheilkundlerin. Es ist ihre Leidenschaft, ihr Wissen weiterzugeben und Menschen zu zeigen, wie sie die natürlichen Heilkräfte für ihr Wohlbefinden nutzen können.

Sie begleitet auch im Sommer 2026 wieder Interessierte unter dem Motto „Körper, Geist und Seele im Einklang“ im Rahmen von Seiser Alm Balance beim Kneippen in der Anlage in Ratzes nahe Seis am Schlern (weitere Infos auf seiseralm.it/balance).

Kneippen ist demnach keine neumodische Wellness-Spielerei, sondern eine bewährte ganzheitliche Gesundheitsmethode mit erstaunlicher Wirkung, die Jahrhunderte überdauert hat. „Der menschliche Körper ist wunderbar, und jeder Teil braucht seine Pflege“, fasste Kneipp seine Philosophie zusammen.

Aber zurück zur Kneippanlage in Ratzes, bei der mancher vielleicht nach einer längeren Wanderung Halt macht, wenn die Beine schwer und die Füße müde sind. Genau dann ist eine Runde Wassertreten oder das Gesicht ins Wasser tauchen belebend. Schon eine einzelne Anwendung tut gut. „Der Körper und sein Immunsystem werden stimuliert und trainiert, um aktiv zu werden. Doch je häufiger ich kneippe, desto größer wird die Wirkung, desto mehr pflegt es den Körper“, betont Resi. „Ähnlich wie Wasserbäder haben übrigens auch regelmäßige Waldspaziergänge eine aktivierende Wirkung auf den Körper.“

Wiederkehrende Kneippanwendungen wirken nicht nur positiv auf den gesamten Stoffwechsel, sie helfen unter anderem auch – wie Resi erzählt – gegen Schlaf- und Verdauungsstörungen, zur Kreislauf- und Blutdruckregulation, bei Venenschwäche und zur Venenpflege, ge-

gen Nieren- und Blasenstörungen, Unterleibsbeschwerden und muskuläre Verspannungen. Und sie erhöhen die Stresstoleranz.

Altes Wissen für moderne Beschwerden

Kneippen hilft also gegen zahlreiche sogenannte Zivilisationsbeschwerden und -problematiken –und das, obwohl es auf den ersten Blick mit einem Geistlichen aus dem 19. Jahrhundert als „Gründervater“ aus unserer hektischen, schnelllebigen und technologisierten Welt gefallen scheint. Doch Kneippen passt mit der Einfachheit und Klarheit der Philosophie perfekt in die Gegenwart – und zeigt dabei auf, dass der Gesundheit auch abseits von Apps, Fitnessstudios und Nahrungsergänzungsmitteln gedient werden kann.

In diesem Sinne stakse ich mit Resis Anleitung tief und konzentriert atmend noch eine Runde durch das klare und kalte Quellwasser im Tretbecken der Kneippanlage Ratzes: Als erstes kommt der rechte, herzferne Fuß – Zehenspitzen voran – ins Wasser, dann wird der linke eingetaucht, der rechte gehoben. Die Wechselwirkung von warm und kalt tut gut, genauso wie die Sonnenstrahlen, die meine Nase kitzeln. <

Mit Verantwortung gestalten wir die Dolomitenregion Seiser Alm als lebenswerte Heimat und nachhaltiges Urlaubsziel. Hilf auch du mit, diese einzigartige Natur für kommende Generationen zu bewahren.

www.seiseralm.it/sustainable

Anlage und Stationen der neuen Marinzenbahn sollten sich möglichst unauffällig in das Dorfbild und die Landschaft einfügen, entsprechend wurden Materialien und Farben ausgewählt.

184 Sessel und ein Neuanfang

Fast drei Jahrzehnte lang brachte der Marinzenlift Einheimische und Gäste auf den Kastelruther Haushügel. Seit Sommer 2025 fährt anstelle des Sesselliftes eine Kabinenbahn. Dahinter steckt mehr als eine neue Aufstiegsanlage.

Beinahe lautlos schwingen die gläsernen Türen der Gondel mit der Nummer eins auf. Zwei Männer treten heraus, blicken sich um. In ihren Gesichtern liegt Freude – und ein wenig Stolz. Manfred Jaider und Matthias Tirler sind an der Bergstation der Kabinenbahn angekommen, die seit Sommer 2025 Kastelruth mit der Marinzenalm verbindet.

Für viele im Dorf ist sie einfach ein bequemes Verkehrsmittel. Für Manfred und Matthias bedeutet sie weit mehr. Jahrelang haben sie als Verwaltungsräte der Marinzen GmbH an dem Projekt gearbeitet – als es so weit war, auch auf der Baustelle, in ihrer Freizeit, mit dem festen Willen, den Kastelruther Haushügel aus dem Dornröschenschlaf zu

erwecken, in den er zuletzt versunken war. „Es ist uns gelungen“, sagen sie. Und doch, so scheint es, sind sie noch nicht am Ziel.

Aufstieg im Herzen von Kastelruth. Als in den 1960er-Jahren der Wintertourismus in Südtirol boomte, begann auch in Kastelruth das Interesse am Skisport zu wachsen. Doch während sich Gröden und die Seiser Alm bereits 1966 zu einem großen Skiverbund zusammenschlossen, musste Kastelruth noch auf seine erste zeitgemäße Aufstiegsanlage warten.

1972 war es schließlich so weit: Der Marinzenlift nahm den Betrieb auf. Ein Korblift brachte Gäste und Einheimische von der Sennerei nahe dem Text: Lisa Maria Gasser Fotos: Helmuth Rier

28 Kabinen bringen Einheimische und Gäste seit Sommer 2025 auf den Marinzen. Ein besonderes Highlight ist die Kabine mit der Nummer eins: Mit dem gläsernen Boden bietet sie einen freien Blick nach allen Seiten.

Dorfzentrum hinauf auf rund 1.500 Meter Höhe, auf den Marinzen am Hang des Puflatsch. Möglich gemacht hatten das Projekt engagierte Gastwirte, Kaufleute und Unternehmer.

1986 wich der Korblift einem Zweiersessellift. Gebaut und betrieben wurde er von der neu gegründeten Marinzen GmbH, einer Gesellschaft Kastelruther Wirtschafts- und Tourismustreibender. Nun ging es nicht mehr nur im Winter bergauf. Auch im Sommer wurde der Marinzen zum beliebten Ziel, für Spaziergänger, Familien und Kinder, die sich in der Natur und auf dem großen Spielplatz austoben konnten. 1991 kam eine Gasthütte dazu.

Zusammen mit den Schleppliften Fenter und Guns entstand am Dorfrand ein kleines lebendiges Skigebiet. Unzählige Kinder taten hier ihre ersten Schwünge im Schnee. Ab Ende der 1990er-Jahre machte der internationale Skizirkus regelmäßig Halt am Marinzenlift. Doch die Zeiten änderten sich. Nach der Wintersaison 2008/2009 wurde der Skibetrieb eingestellt. Er war nicht mehr rentabel. Von da an ratterten die 184 Sessel mit dem orangefarbenen Rahmen nur noch an Sommertagen berg- und talwärts. Bis schließlich eine neue Idee entstand: eine moderne Kabinenbahn.

Neue Zeiten, neues Leben. „2026 hätte der Sessellift eine große Revision gebraucht“, erklärt Matthias Tirler, Vizepräsident der Marinzen GmbH. Eine Modernisierung samt Anpassung an die neuen Standards hätte zwei Millionen Euro gekostet – verbunden mit der schwierigen Suche nach Ersatzteilen für eine längst überholte Anlage. Doch es ging um mehr als Technik. „Der Lift war einfach nicht mehr zeitgemäß“, sagt Manfred Jaider. Kinderwägen, Fahrräder oder Hunde – vieles ließ sich kaum oder gar nicht transportieren. Eine Kabinenbahn sollte den Marinzen wieder für alle leichter erreichbar machen.

Kurz stand die Option, die Anlage ganz abzubauen, im Raum. In vielen Alpenregionen passiert genau das. Für Manfred und Matthias kam eine Stilllegung jedoch nicht in Frage: „Uns liegt das Dorf am Herzen, deshalb ist es uns ein Anliegen, Marinzen als Naherholungsgebiet wieder attraktiv zu machen.“ Seit dem Ende des Skibetriebs war die Alm zunehmend ruhiger geworden. Zu ruhig, fanden sie. Also engagierten sich die beiden Männer ab 2020 im Verwaltungsrat der Liftgesellschaft. Mit Anfang vierzig als jüngste der neun Vorstandsmitglieder, die in den Folgejahren alle am selben Ziel arbeiteten: dem Marinzen neues Leben einzuhauchen.

Vier Mal so schnell. Am 16. Oktober 2024 fuhr der alte Sessellift ein letztes Mal. Kurz darauf begann der Rückbau der Anlage, Sessel für Sessel, Stütze für Stütze verschwanden aus der Landschaft. Nach dem Abriss startete umgehend der Neubau – und bereits im Juni 2025 die neue Bahn: 28 Kabinen mit Platz für je zehn Personen. Die Fahrtzeit dauert statt zwanzig Minuten nur noch viereinhalb. Geändert hat sich aber viel mehr. „Wir wollten eine Bahn, die sich möglichst unauffällig in Landschaft und Dorf einfügt“, sagt Manfred. Daher sei die Wahl auf dunkle Kabinen, natürliche Farben bei den Stationen, Lärmschutzvorrichtungen, begrünte Dächer und ausgesäte Bergblumen entlang der Trasse gefallen.

Während der Bauarbeiten half das Dorf mit. „Als das neue Seil montiert und händisch verflochten werden musste, waren zahlreiche Einheimische zur Stelle“, erinnern sich die beiden Verwaltungsräte. Selbst gelernte Handwerker, verbrachten sie Stunden ihrer Freizeit – „wie viele, das wissen wir gar nicht“, schmunzeln – mit der Planung und damit, eigene Ideen zu entwickeln, um die Anlage zu optimieren und die Marinzenalm kinder- und familienfreundlicher zu gestalten.

Jede Stütze eine Geschichte. Inzwischen kennen Manfred und Matthias jeden Meter der Anlage. Auf der Fahrt bergauf zeigen sie auf einzelne Pfeiler, erklären Details, erzählen kleine Geschichten: Da gibt es die Stütze, die mit Aluminium verkleidet wurde, um die Sonneneinstrahlung abzuschwächen und zu verhindern, dass sich der Stahl darunter verzieht. Oder die, deren Fundament genau auf einer Grenze zwischen zwei Grundstücken liegt und deshalb anders gegossen werden musste.

Um die Gebäude zu heizen, hat man sich gegen eine Gasheizung entschieden. „Wir nutzen die Ab-

wärme der Motoren, die die Bahn betreiben“, erklärt Matthias. Doppelrollen an den Stützen helfen zusätzlich, Energie zu sparen.

Oben angekommen öffnet sich der Blick auf den Schlern – und auf den erneuerten Spielplatz mit Trampolin, Kugelbahn und Wasserspiel. Der ist im ersten Jahr besonders gut angekommen. „Wir haben sehr viele positive Rückmeldungen erhalten“, berichten die beiden. Familien mit kleinen Kindern, Radfahrer, Hundebesitzer – sogar viele ältere Menschen besuchen den Marinzen nun wieder regelmäßig.

Und die nächsten Ideen? Die Erneuerung ist gelungen, ein Stück Dorfleben zurückgekehrt.

Ganz zufrieden wirken Manfred Jaider und Matthias Tirler trotzdem noch nicht. „Wenn man so lange und intensiv an einem Projekt arbeitet“, sagen sie lachend, „dann sieht man auch immer gleich, was noch besser werden könnte.“ Laut wird bereits über die Reaktivierung der Skipiste und den Aufbau eines Trainingszentrums für den Skinachwuchs nachgedacht. Zuerst soll jedoch genau geprüft werden, ob solche Angebote tatsächlich genutzt werden.

Während sie von der Bergstation über die Marinzenalm blicken, sprudeln die Ideen nur so aus Matthias und Manfred heraus. Doch zwischendurch werden sie auch nachdenklich. Denn etwas ist ihnen hier oben besonders aufgefallen: Kinder brauchen oft gar nicht viel, um glücklich zu sein. Manchmal reicht schon ein Baum, ein Stock, ein Stein. Kindliche Genügsamkeit – eine Lektion auch für die Erwachsenen? Die haben über Kastelruth einen Ort geschaffen, der wieder lebt. Vielleicht braucht es gar nicht mehr. <

Nach jahrelangem Stillstand haben Manfred Jaider (links) und Matthias Tirler (rechts) mit dem Verwaltungsrat die Vision der Marinzen GmbH umgesetzt und dem Kastelruther Haushügel neues Leben eingehaucht.

Die Mahler-Revolution

„Den Namen Philipp von Steinaecker wird man sich merken müssen“, ist die Frankfurter Allgemeine Zeitung sicher. Eine Mahler-Revolution komme da um die Ecke, so die Wochenzeitung ‚Die Zeit‘. Dem Cellisten und Dirigenten Philipp von Steinaecker ist mit dem Originalklang Project, der Aufführung der Musik Gustav Mahlers auf den Instrumenten ihrer Entstehungszeit, ein veritabler Coup gelungen.

Text: Redaktion

Fotos: Helmuth Rier

Philipp von Steinaecker kommt aus Hamburg, lebt jedoch seit fast 30 Jahren in Prösels – sofern man bei Profimusikern von „leben“ im Sinne eines beständigen Aufenthaltsortes sprechen kann. Das Leben aus dem Koffer ist für ihn und seine Frau, die aus Bozen stammende Flötistin Chiara Tonelli, Normalität, auch wenn sie seit der Geburt der gemeinsamen Tochter mehr Zeit an ihrem idyllischen Lebensmittelpunkt verbringen.

Von Steinaeckers Weg ans Dirigentenpult war nicht vorgezeichnet, die Eltern keine Musiker. Als Kind von einem Opernbesuch beeindruckt, wollte er ein Instrument lernen, mit dem noch über-

schaubaren Traum, eines Tages „an der Hamburgischen Staatsoper im Orchester zu spielen“. Dem Cellostudium in Wien folgten fünf Jahre an der Juilliard School in New York. Bis in seine späten Zwanziger war das Ziel, Orchestermusiker zu werden. Schon als 17-Jähriger spielte Philipp im von Claudio Abbado gegründeten Gustav Mahler Jugendorchester, wo er erstmals seiner späteren Frau Chiara begegnete. Aus ehemaligen Mitgliedern ging das Mahler Chamber Orchestra hervor, ein ungewöhnlich „basisdemokratisch“ organisierter Klangkörper, den beide mit gründeten und dem sie bis heute angehören.

Mit Anfang 30 keimte der Wunsch, nicht nur ausführender Interpret zu sein, sondern Musik selbst zu gestalten – also zu dirigieren. Auch dank sei-

Philipp von Steinaecker hat sich als Dirigent international einen Namen gemacht.

ner guten Beziehung zu Abbado erhielt von Steinaecker einen Platz in der Dirigentenklasse in Wien. Seine Frau Chiara war damals Erste Soloflötistin in Florenz und hatte bereits eine Wohnung in Prösels als Rückzugsort. Südtirol lag günstig zwischen Wien und Florenz, und für Philipp von Steinaecker waren die Berge stets Sehnsuchtsort – seine Großmutter lebte im Chiemgau.

Die Beschäftigung mit Gustav Mahler lief dabei immer mit – jenem zentralen Komponisten und Wegbereiter der Moderne, der als gefeierter Dirigent in Wien und New York wirkte, seine Sommer jedoch in Toblach verbrachte und aus den Kontrasten zwischen lieblicher Natur und schroffer Bergwelt große Inspiration schöpfte. Von Prösels fällt der Blick von der anderen Seite auf die Dolomiten.

Durch seinen Wohnort seien ihm die geistes- und naturphilosophischen Dimensionen von Mahlers Schaffen immer greifbarer geworden, davon ist von Steinaecker überzeugt. Während Mahler sich mit dem Fahrrad durch die Sextner Dolomiten bewegte, ordnet von Steinaecker beim Laufen von Prösels Richtung Tschafon seine Gedanken.

Eine weitere prägende Persönlichkeit ist Sir John Eliot Gardiner, ein Pionier der historischen Aufführungspraxis. Ein Sinfonieorchester klang keineswegs immer so, wie man es heute gewohnt ist: Blasinstrumente waren anders gebaut, Streicher spielten auf Darm- statt auf Stahlsaiten und setzten das Stilmittel des Vibrato sparsamer ein. Gardiners Orchestre Révolutionnaire et Romantique veranlasste von Steinaecker, zusätzlich Barockcello

Beim Festival Schlern Music werden ungewöhnliche Bühnen bespielt, wie hier 2024 die Scheune des Huberhof in Völs am Schlern.

zu studieren. Er wurde Solocellist und später Assistenzdirigent Gardiners, mit dem er bis heute in enger Verbindung steht. Die Frage nach dem ursprünglichen Klang begann ihn zunehmend zu beschäftigen, besonders im von der historischen Aufführungspraxis eher unbeachteten spätromantischen Repertoire – und in der Musik Gustav Mahlers.

In jahrelanger Recherchearbeit vertiefte sich von Steinaecker in Archive und Partituren. Wie sind Mahlers detaillierte Anmerkungen zu verstehen? Welches Klangideal lag seinen Sinfonien zugrunde? Und wie ließe sich eine monumentale Mahler-Sinfonie so aufführen, wie sie vor über 100 Jahren geklungen haben könnte? Eine faszinierende Vorstellung, für die Umsetzung fehlte zunächst jedoch die Grundlage – Instrumente, Orchester und Finanzierung.

Die Dinge fügten sich in Toblach: Mit der Stiftung EuregioKulturzentrum Gustav Mahler Toblach-Dolomiten fand sich ein Partner, der bereit war, eine Sammlung historischer Instrumente aufzubauen. Über die Gustav Mahler Academy, deren künstlerische Koordination von Steinaecker bereits 2013 übertragen wurde, ließ sich auch das Problem der kolossalen Besetzung lösen. Die Instrumentensuche glich Detektivarbeit: historische Pauken aus der Wiener Hofoper, eine Bassklarinette, die bei der Uraufführung des „Tristan“ in Bayreuth gespielt worden sein soll, Funde von Dachböden und aus On-

line-Auktionen – Geschichten, die dem Projekt einen eigenen, mysteriösen Nimbus verleihen.

Im Sommer 2022 dirigierte von Steinaecker in Toblach Mahlers Neunte Sinfonie mit rund 100 Musikerinnen und Musikern. Zum ersten Mal seit der Uraufführung erklang das Werk in jenen orchestralen Farben, die Mahler gekannt haben dürfte – ein Gänsehautmoment. Das renommierte Label Alpha Classics sicherte sich umgehend die Rechte an der Veröffentlichung der Aufnahme, die vielfach ausgezeichnet wurde. 2024 folgte eine Tournee durch ausverkaufte Häuser in Wien, Paris und Amsterdam.

Seither ist von einer Revolution in der Mahler-Aufführungspraxis die Rede, von den flexibleren Tempi und dem weniger stromlinienförmigen Klang der historischen Instrumente, der neue Facetten in Mahlers Musik freilege. „Alles kreischt und kreist und tobt“, schrieb die Neue Zürcher Zeitung begeistert. Jährlich nehmen Philipp von Steinaecker und das Mahler Academy Orchestra nun eine weitere Sinfonie in Angriff – nach Proben und ersten Aufführungen in Toblach und Bozen tritt das Orchester immer längere Tourneen an, die 2026 unter anderem an den Concertgebouw Amsterdam, die Hamburger Elbphilharmonie und die Royal Albert Hall in London führen wird. Dazwischen geht es immer wieder zurück nach Prösels - wo die Konzertbühnen der Welt plötzlich ganz weit weg sind. <

Eine kammermusikalische Landpartie

Festival Schlern Music vom 13. bis 17. Mai 2026

Chiara Tonelli und Philipp von Steinaecker sind auch in Völs am Schlern als Kulturschaffende aktiv und als Musiker aus nächster Nähe zu erleben. Über mehrere Jahre luden sie Musikerinnen und Musiker aus ihrem internationalen Freundeskreis zu einem Kammermusikfestival auf Schloss Prösels ein – jenem Ort, an dem sie auch geheiratet hatten.

Seit 2024 wurden die beiden gemeinsam künstlerische Leiter des Kammermusikfestivals Schlern Music, das alle zwei Jahre im Mai hochkarätige Kammerkonzerte an besonderen Spielorten in und um Völs am Schlern präsentiert. Bereits die erste vom Prösler Klassikpaar kuratierte Ausgabe war ein großer Erfolg.

Für Chiara Tonelli und Philipp von Steinaecker ist Prösels stets ein besonderer Konzertort.

Mitte Mai 2026 kommen erneut zehn Musikerinnen und Musiker zu einer kammermusikalischen Landpartie abseits traditioneller Konzertbühnen zusammen. Zu den Gästen zählen Kammermusiklegenden wie Veronika Hagen (Hagen Quartett) und Volker Jacobsen (Ex-Artemis Quartett) ebenso wie Mitglieder europäischer Spitzenorchester, darunter Andrea Obiso, Konzertmeister der Accademia di Santa Cecilia in Rom, Martin Zalodek von den Wiener Philharmonikern oder Olivier Doise, Solooboist des Orchestre Philharmonique de Radio France.

Bespielt werden bewährte Orte wie der Edelansitz Zimmerlehen, der Stanglerhof und Schloss Prösels, ergänzt durch neue Spielstätten: Erstmals finden Konzerte im ehemaligen Stadel des Hotel Gfell (Schönblick) sowie in der Halle der Zimmerei Koholz in St. Anton statt. Ein besonderer programmatischer Schwerpunkt liegt auf den Streichquintetten von Wolfgang Amadeus Mozart.

Ein moderiertes Künstlergespräch im Hotel Heubad vertieft den Dialog zwischen Musikerinnen, Musikern und Publikum. Zudem richtet sich ein eigenes Kinder- und Familienkonzert mit der renommierten Musikvermittlerin Nanni Malm an junge Zuhörerinnen und Zuhörer zwischen 8 und 13 Jahren.

Paula, die Milchbotschafterin

2026 ist das Internationale Jahr der Frauen in der Landwirtschaft. Es bietet die Chance, ihre Arbeit sichtbar zu machen und ihre Stimme in gesellschaftlichen Debatten zu stärken. Die Völser Bäuerin Paula Lantschner Kompatscher gibt Einblick in ihren Alltag.

Im von den Vereinten Nationen erklärten Internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft 2026 rückt deren zentrale Rolle weltweit in den Fokus – von Südtirol bis Sambia, von der Bergbäuerin bis zur wandernden Hirtin.

Frauen tragen entscheidend zum Erfolg und zur Zukunftsfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe bei und engagieren sich in vielfältiger Weise für die Entwicklung des ländlichen Raums. Sie gestalten, wirtschaften, bewahren, entwickeln, schaffen Neues und produzieren Lebensmittel. Es geht um Lebensqualität, die Weitergabe von Werten, Brauchtum und eine Landwirtschaft, die Zukunft hat.

ALPE hat die Bäuerin Paula Lantschner Kompatscher zu Hause in Völs am Schlern besucht. Umgeben von einem einzigartigen Panorama liegt der Funtnatscherhof rund einen Kilometer abseits des Dorfkerns. Im Stall stehen 15 Kühe (das entspricht einem Durchschnittsbetrieb in Südtirol), es gibt Kälber, Hennen, Schweine, Katzen. Um den Stall und die Tiere kümmert sich vorwiegend Bauer Thomas, während die fünf Ferienwohnungen, der Garten und das Büro neben dem Haushalt Paulas Aufgaben sind.

ALPE: Wie bist Du zur Landwirtschaft gekommen?

Paula Lantschner Kompatscher: Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen, wollte jedoch nie Bäuerin werden. Aber wo die Liebe hinfällt… Nun lebe ich seit über 30 Jahren am Funtnatscherhof, bin Mutter von fünf erwachsenen Kindern und Oma. Mit der Entscheidung, am Hof das Angebot „Urlaub am Bauernhof“ auszubauen, habe ich vor zwölf Jahren meine Arbeit im Kindergarten aufgegeben.

Wie lebt es sich auf dem Bauernhof?

Welche Möglichkeiten haben Frauen in der Landwirtschaft?

Viele Bäuerinnen arbeiten auch außer Haus und sind Interview: Redaktion

Familie und Beruf lassen sich

am Hof gut miteinander verbinden. Die Bäuerin kann sich die abwechslungsreiche Arbeit selbst einteilen. Die Kinder wachsen mit Tieren und der Natur auf und können fast überall mitgenommen werden. Jeder Hof hat eine andere Ausgangslage. Wichtig ist, dass jeder für seinen Hof das Richtige findet. Durch die täglichen Stallarbeiten am Morgen und am Abend sind wir sehr gebunden. Bei unserer Arbeit müssen auch die Wetterbedingungen berücksichtigt werden. Es ist wichtig, flexibel zu sein. Wir haben auch einen großen Garten, Beeren und ein paar Obstbäume. Es gibt immer etwas zu ernten, einzukochen, zu trocknen, zu entsaften, haltbar zu machen. Wir können viele Lebensmittel selbst produzieren. Auch Speck, Fleisch und Würste, die Kloatznfülle für die Völser Krapfen, Sauerkraut, Apfelessig, Kräutersalz und Kräutertees machen wir selbst. Aus unserer Milch gewinne ich Joghurt und Frischkäse oder verwende diese zum Kochen.

Bäuerin Paula wünscht sich, dass Lebensmittel mehr geschätzt werden. Dafür setzt sie sich als Milchbotschafterin ein.

finanziell unabhängig. Durch eine Ausbildung bei der Südtiroler Bäuerinnenorganisation (mit über 16.700 Mitgliedern die größte Frauenorganisation in Südtirol) können sich Bäuerinnen einen kleinen Nebenerwerb aufbauen, beispielsweise als Referentin, Hof- und Gartenführerin, Botschafterin.

Zum Angebot der Bäuerinnen zählen zudem Direktvermarktung, bäuerliches Buffet, Produktpräsentationen und anderes mehr. Auch die soziale Landwirtschaft bietet zusätzliche Möglichkeiten, etwa als Tagesmutter oder als Lebensbegleiterin.

Du bist Milchbotschafterin. Welche sind deine Aufgaben und Ziele?

Als eine von zwölf Milchbotschafterinnen darf ich die Milchprojekte, welche von IDM Südtirol organisiert werden, an den Grundschulen durchführen.

Dabei wird aufgezeigt, dass hinter jedem Lebensmittel viel Arbeit steckt. Im Supermarkt ist alles jederzeit verfügbar und die wenigsten Konsumentinnen und Konsumenten denken wirklich darüber nach, woher die Lebensmittel kommen oder wie sie produziert wurden. Ich erkläre die Abläufe am Hof, den Milchtransport, die Qualitätskontrollen und

die Weiterverarbeitung im Milchhof. Am Ende der Präsentation wird noch Butter gemacht und mit frischem Brot verkostet. Ein kleiner Film rundet das Angebot ab. Mein Ziel ist es, über die Landwirtschaft und die Arbeiten am Hof aufzuklären, damit Lebensmittel mehr geschätzt werden.

Welche Geschichte steckt hinter eurem Hof und was bedeutet er dir persönlich?

Der Funtnatscherhof in Obervöls ist ein Erbhof, also seit über 200 Jahren im Besitz der Familie. Wir spüren die Verantwortung und

Paulas Lieblingsorte

Völseggspitze

Hier genießt Paula die einmalige Aussicht. Mit dem Bus 176 fährt sie bis Weißlahnbad und wandert über den Wuhnleger bis zur Völseggspitze. Über den Weg unter der Hammerwand geht es durch den Wald wieder zurück nach Hause.

Völser Weiher und Umgebung

Der kleine Badesee liegt zu Füßen des Schlern rund 20 Gehminuten von Paulas Hof entfernt und ist zu jeder Jahreszeit ein lohnendes Ausflugsziel. Der Sprung in den See ist im Sommer die kleine Auszeit.

Beim Kartenspiel Watten

Paula spielt leidenschaftlich gern Karten. Das „Watterle“ in netter Runde, das vor allem in Südtirol, Österreich und Bayern zu viert (in zwei Zweier-Teams) gespielt wird, ist eine willkommene Abwechslung am Abend.

Die Hängematte am Balkon

Hier gönnt sich Paula ein bisschen Ruhe, liest ein Buch, genießt die Sonne und die herrliche Aussicht. Das bedeutet im wahrsten Sinne des Wortes, zwischendurch mal die Seele baumeln lassen.

haben uns zum Ziel gesetzt, diesen Hof gut und zeitgemäß an unsere Nachkommen weiterzugeben.

Was hat sich im Laufe der Jahrzehnte am Hof am stärksten verändert?

Der Einsatz von Maschinen erleichtert heute die Arbeit wesentlich. Es arbeiten generell weniger Menschen auf dem Hof. Die Bauern organisieren sich im sogenannten „Maschinenring“, um sich mit Maschinen auszuhelfen. Das spart Kosten und der Fuhrpark bleibt überschaubar. Die Digitalisierung macht auch vor dem Bauernhof nicht halt. Dass wir vor 30 Jahren noch mit Telefon und Briefeschreiben Wohnungen vermietet haben, kann ich mir heute nicht mehr vorstellen. Zudem fallen die Behördengänge weg, weil das meiste online erledigt wird. Eine weitere wichtige Veränderung betrifft das Zusammenleben der Generationen am Hof. Früher hatte eine junge Familie oft keine eigene Wohnung am Hof. Heute ist das selbstverständlich.

Wie sieht ein typischer Tag bei dir aus?

Das ist eine sehr schwierige Frage. Jeder Tag ist anders, je nach Wetter und Jahreszeit. Die tägliche Stallzeit morgens und abends gibt das ganze Jahr den Ton an. Um 7 Uhr frühstücken wir zusammen und besprechen den bevorstehenden Tag. Jeder von uns hat seinen Aufgabenbereich und es kommt vor, dass wir uns manchmal den ganzen Tag nicht sehen, außer beim Essen. Wenn bei der Heuarbeit viel zu tun ist, dann helfe ich auf dem Feld und Thomas greift mir beim Reinigen der Ferienwohnungen unter die Arme. Ansonsten erledige ich jeden Tag die Büroarbeit, sehe im Garten und rund ums Haus nach dem Rechten, verarbeite die hofei-

genen Produkte, betreue die Gäste. Die Wäsche geht auch nie aus und so ist der Tag meistens schnell um. Im Winter ist es etwas ruhiger, aber da bin ich ja als Milchbotschafterin in Schulen unterwegs.

Wann ist die Arbeit körperlich oder mental am herausforderndsten?

Wenn es im Sommer so richtig heiß ist und die Heuarbeit ansteht. Es gibt auch Tage, wo alles zusammenkommt oder die Bürokratie fuchst.

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in deinem Betrieb, und wie setzt du sie konkret um?

Nachhaltig ist für mich, wenn wir die eigenen Produkte vom Hof verwenden, kochen, was der Garten hergibt und Lebensmittel nicht ver-

Zuerwerb. Andere gehen auswärts einer Arbeit nach. Einzigartig und wichtig für die Südtiroler Berglandwirtschaft sind auch die Almen. Das Vieh genießt die schöne Sommerfrische und hält die Flächen frei von Verbuschung. Zu sagen ist außerdem, dass die produzierten Lebensmittel strengen Qualitätskontrollen unterliegen und meist über Genossenschaften verkauft werden.

Wie erlebst du die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Tourismus?

Das Interesse der Gäste an unserer Arbeit ist groß. Ich scherze dann und sage, ich mache übers ganze Jahr Urlaub auf dem Bauernhof. Der Tourismus bringt viele Vorteile für die Landwirtschaft, indem unsere Produkte Absatz finden:

„Man sieht nicht, wieviel Arbeit, Zeit und Investitionen in einem Hof stecken. Oft fehlt der Bezug zur Landwirtschaft.“
Paula

Lantschner Kompatscher

schwenden. Wir heizen mit dem Holz vom eigenen Wald, seit drei Jahren haben wir auch eine Photovoltaikanlage. Akribische Mülltrennung ist selbstverständlich.

Was macht die Landwirtschaft in Südtirol einzigartig?

Es sind kleinstrukturierte Betriebe, meist Familienbetriebe. Es gibt Obst- und Weinbauern sowie Viehbauern. In Südtirol hängt die zulässige Anzahl an Tieren pro Hof direkt von der verfügbaren Futterfläche sowie von gesetzlichen Vorgaben zum Viehbesatz ab. Oft ist es schwierig, dass ein Hof wirtschaftlich arbeiten kann. Für viele ist Urlaub am Bauernhof ein wichtiger

Milchprodukte, Obst, Gemüse, Beeren, Wein, Fleisch usw. Und umgekehrt profitiert der Tourismus von der Landwirtschaft, weil die Landschaft gepflegt wird. Diese beiden Sektoren brauchen einander.

Wie gehst du mit Kritik an der Landwirtschaft um?

Man sieht oft nicht, wieviel Arbeit, Zeit und Investitionen in einem Hof stecken. Viele Menschen haben den Bezug zur Landwirtschaft verloren und verstehen nicht, warum bestimmte Arbeiten notwendig sind. Transparente Aufklärung ist wichtig, um Vorurteile abzubauen. Nur wer versteht, wie Landwirtschaft funktioniert, kann sich wirklich eine Meinung bilden. <

Regional & saisonal

Ein starkes Zeichen der Verbindung zwischen lokaler Landwirtschaft und nachhaltigem Tourismus setzt ein Gemeinschaftsprojekt in Tiers am Rosengarten: der Bergler Acker.

Immer mehr Menschen achten bewusst auf regionale und saisonale Lebensmittel – ein Trend, der nicht nur Genuss verspricht, sondern auch einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz leistet. In Tiers am Rosengarten ist daraus ein gemeinschaftliches Projekt entstanden, das diesen Gedanken konsequent lebt: der Bergler Acker.

Die Idee dazu nahm im Herbst 2023 Gestalt an, als eine Gruppe Tierser Hoteliers und Gastwirte im Rahmen einer Studienfahrt ins Ahrntal Einblicke in das Gemeinschaftsprojekt „Taufrisch“ erhielt. Besonders der Besuch des Tauferer Gemeinschaftsackers hinterließ Eindruck. Begeistert kehrte die rund zehnköpfige Gruppe zurück und beschloss, etwas Ähnliches in Tiers am Rosengarten umzusetzen.

In den Winter- und Frühjahrsmonaten ging es an die konkrete Planung: Es wurden Kosten kalkuliert, Organisations- und Logistikfragen diskutiert, mögliche Modelle abgewogen. Lange Zeit fehlte jedoch ein entscheidendes Puzzleteil – ein geeigneter Ort. Als das Projekt bereits zu scheitern drohte, stellte die Präsidentin des Tourismusvereins Edith Rauchegger gemeinsam mit ih-

rem Mann ein Grundstück vor dem neuen Stadel des Messnerhofs kostenlos zur Verfügung. Damit war der Weg frei für den Bergler Acker. Ein weiterer Glücksfall war die personelle Besetzung: Fabian Pattis, ein Mitarbeiter am Messnerhof, ist zufällig auch ausgebildeter Gärtner. Schnell wurde klar, dass das Projekt nur gemeinschaftlich funktionieren könne. Mit vereinten Kräften wurde das Grundstück vorbereitet, gesäubert und bepflanzt – und im Spätsommer 2024 ging der Bergler Acker in seine erste Saison.

Ein ökologischer Gemeinschaftsgarten, der nach den Prinzipien der Mischkultur bewirtschaftet wird, sollte es werden. Ziel ist es, natürliche Synergien zwischen den Pflanzen zu nutzen und auf chemische Eingriffe weitgehend zu verzichten. Angebaut wird eine große Vielfalt an Gemüse, angepasst an die Höhenlage, die lokalen Bedingungen und die Nachfrage aus den Betrieben – nicht ohne Experimentierfreude, wie sich in der ersten Saison zeigte. „Man musste erst herausfinden, welche Sorten hier wirklich gut gedeihen“, erzählt Katharina Pircher vom Hotel Paradies. Besonders das Kohlgemüse fiel im Herbst üppig aus. Da einige Betriebe zu dieser Zeit bereits geschlossen waren,

Text: Katja Sanin Fotos: Helmuth Rier

wurde ein Teil der Ernte für den Winter eingekocht. Auch in den Küchen brachte der Bergler Acker neue Impulse: Große Mengen an Mangold, Kohlrabi oder Roter Beete verlangten von den Köchen Kreativität und Offenheit – Eigenschaften, die sich schnell einstellten.

Am Projekt beteiligt sind die Hotels Cyprianerhof, Weisslahnbad, Dosses, Vajolet und Paradies sowie die Hütten Laurins Lounge und Messnerjoch. Jeder Betrieb erhält den gleichen Anteil – unabhängig von Größe oder Bedarf. Um Vielfalt und Menge sinnvoll zu organisieren, wird die Ernte so verteilt, dass die Betriebe abwechselnd den gesamten Wochenertrag einer Gemüsesorte bekommen. Ob Salat, Bohnen, Fenchel, Schwarzkohl oder Blumen – das Gemüse landet entweder direkt auf der Speisekarte oder wird haltbar gemacht. So entstanden Gerichte wie Mangoldknödel im Cyprianerhof, Schlutzkrapfen im Weisslahnbad, Kartoffelsuppe im Vajolet, Tirtlen mit Mangold im Dosses oder ein Rote-Beete-Tatar im Hotel Paradies. Bei der einmal jährlich stattfindenden Kartoffelernte wird gemeinsam angepackt: Jeder Betrieb entsendet einen Mitarbeiter, um gemeinsam zu ernten, Erfahrungen auszutauschen und voneinander zu lernen.

Der Bergler Acker folgt konsequent dem 0-kmPrinzip: Das geerntete Gemüse wird ohne Umwege direkt an die Betriebe verteilt und gelangt frisch auf die Teller der Gäste. Damit wird nicht nur der ökologische Fußabdruck minimiert, sondern auch ein klares Zeichen für regionalen, verantwortungsvollen Tourismus gesetzt.

Dass viele der beteiligten Betriebe auch Teil der Bergler Tafel sind, zeigt, wie sehr der Gedanke des Teilens und der Gemeinschaft im Projekt verankert ist. Auch in diesem Sommer werden Gäste dort unter freiem Himmel auf der Almwiese Proa oberhalb von Weißlahnbad Gerichte mit Gemüse vom Bergler Acker genießen. Ergänzend sind geführte Wanderungen zum Acker geplant, bei denen das Projekt vorgestellt wird –als Einladung, Klimaschutz im Alltag bewusst mitzudenken. Der Bergler Acker ist damit weit mehr als ein Garten: Er ist ein lebendiges Beispiel dafür, wie regionale Zusammenarbeit, nachhaltige Landwirtschaft und touristische Qualität zusammenfinden können. <

Im neuen Gemeinschaftsacker in Tiers am Rosengarten gedeiht leckeres Gemüse.

Köstliche Topfennocken

Topfen, Quark oder Ricotta? Quark wird in Südtirol, Österreich und Bayern „Topfen“ genannt. Der Topfen ist eine beliebte Zutat in der Südtiroler Küche. Dann gibt es auch noch die Ricotta, vom Aussehen und der Konsistenz dem Topfen ganz ähnlich, vom Geschmack und der Zusammensetzung aber etwas anders. Ricotta, der italienische Topfen, wird nämlich nicht aus Milch, sondern aus Molke hergestellt. Für das folgende Rezept eignen sich alle drei Produkte.

Salzige Topfennocken sind die herzhafte Variante der beliebten süßen Topfenknödel. Sie lassen sich vielseitig kombinieren, etwa mit Salat, in Butter geschwenkt oder als Beilage.

ZUTATEN

250 g Topfen

60 g Semmelbrösel

50 g weiche Butter 2 Eier

40 g Weizengries Salz Muskatnuss, fein geschnittener Schnittlauch gebräunte Butter und geriebener Parmesan

ZUBEREITUNG

Topfen, Eier und weiche Butter in einer Schüssel zu einem glatten Teig verrühren. Salz und nach Belieben Muskatnuss und Kräuter hinzufügen. Weizengries und Semmelbrösel unterrühren, bis ein weicher aber formbarer Teig entsteht. Den Teig für eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. Mit einem Suppenlöffel Nocken formen und im vorgekochten Salzwasser 10 Minuten ziehen lassen, bis die Nocken an die Oberfläche steigen. Die Nocken mit einer Schaumkelle herausnehmen und in der zerlassenen Butter schwenken und mit geriebenen Parmesan bestreuen.

Rezept: Barbara Pichler Foto: Helmuth Rier

ENJOY THE MOMENT!

360° PHOTO POINT PUFLATSCH

ERLEBNISTOUR AUF DEN PUFLATSCH ...

Mit der Kabinenbahn Puflatsch zum 360° photo point „Engelrast“ und den schönsten Aussichtspunkten der Seiser Alm: Filln Kreuz, Hexenbänke, Goller Kreuz

Täglich von 9:00–17:00 Uhr geöffnet.

Foto:
Luca
Putzer
Komma
Graphik

Highlights Sommer 2026

5. Mai – 30. Juni 2026

SEISER ALM BALANCE

Draußen sein, in Bewegung kommen und gleichzeitig Ruhe, Entspannung und Genuss in der Natur finden – darum geht’s bei Seiser Alm Balance. Eine Morgenwanderung zum Schutzhaus Tschafon, eine geführte Blumenwanderung auf der Seiser Alm, eine geführte Wanderung mit Mühlen- und Hofbesichtigung, Breathwork mit Frühstück auf der Marinzen Alm, Yoga auf dem Kastelruther Kofel, Kneippen in Ratzes, Töpfern oder Weidenflechten ... Diese Erlebnisse bieten Bewegung, Entspannung und Wohlbefinden für Körper und Geist. seiseralm.it/balance

6.–21. Juni 2026

SCHLERNGENUSS

DOLOMITES

„100 % VON DO“

In diesem Zeitraum erwarten euch in allen teilnehmenden Gastronomiebetrieben köstliche Gerichte aus Zutaten, die zu 100 % aus der Dolomitenregion Seiser Alm (null km) stammen. Feinschmecker erhalten Einblick in die große Auswahl der lokalen Spezialitäten. Als Auftaktveranstaltung findet am 22. Mai die Live-Kulinarik Show „Südtirol kocht“ in Kastelruth statt, bei der lokale Gerichte gekocht und verkostet werden. seiseralm.it/schlerngenuss

Sommer 2026

SCHLOSS PRÖSELS IM SOMMER

Vom 1. Mai bis 31. Oktober kann Schloss Prösels, der wohl bedeutendste Burgenbau Tirols aus maximilianischer Zeit, besucht werden. Die Schlossführungen beleuchten die Geschichte des Schlosses und jene der Herren von Völs, beide eng miteinander verwoben. In speziellen Kinderführungen unter der Leitung von „Hexe Martha“ tauchen Kinder in die Welt der Sagen ein und erfahren Wissenswertes über die Heilkunst in vergangenen Zeiten. Bei Kinderführungen mit Ritter Friedrich von Hauenstein eröffnet sich den Kindern die Welt der Ritter, Knappen und Edelfrauen. Konzerte, Lesungen und sonstige Veranstaltungen runden das Kulturprogramm des Schlosses ab. Auf Schloss Prösels gibt es zwei Outdoor-Escapes. Dort können Kinder (ab 9 Jahren) in Begleitung ihrer Eltern, Jugendliche und Erwachsene in Gruppen bis fünf Personen ihren Spürsinn, ihre Kreativität und Teamfähigkeit, ihr logisch-mathematisches Denken und vor allem ihre Lern- und Spaßfähigkeit unter Beweis stellen. Und während sich die Kinder auf dem Kinderspielplatz vergnügen, können sich die Eltern in der Schlossbar lokalen Genüssen hingeben. schloss-proesels.it

13.–17. Mai 2026

SCHLERN MUSICKAMMERMUSIK UNTERM SCHLERN

Das biennale Kammermusikfestival Schlern Music, zum zweiten Mal unter der künstlerischen Leitung von Philipp von Steinaecker und Chiara Tonelli, lädt zu hochkarätigen, international besetzten Kammerkonzerten an abwechslungsreichen Spielorten, vom Buschenschank, über Schloss Prösels bis zum Zimmereibetrieb.

29.–31. Mai 2026

43. OSWALD VON WOLKENSTEIN-RITT

Drei Tage, vier Turnierorte und 36 Mannschaften: Zu Ehren des Ritters und Dichters Oswald von Wolkenstein veranstalten Kastelruth, Seis am Schlern und Völs am Schlern nun zum 43. Mal ein historisches Reitspektakel der Superlative. Am 29., 30. und 31. Mai 2026 können Besucher beim Oswald von Wolkenstein-Ritt in das 14. Jahrhundert eintauchen und mittelalterliches Flair, meisterliche Reitkunst und Südtiroler Gastfreundschaft erleben. Keine andere Reitveranstaltung vermag Kultur, Tradition, Geschichte, Sport und Folklore derart stimmig miteinander zu verbinden. Die Eröffnungsfeierlichkeiten samt Festeinzug und Dorffest finden in Kastelruth statt. ovwritt.com

6. Juni 2026

VÖLSER DORFKUCHL

An diesem Abend wird der Kirchplatz von Völs zu einem einzigartigen, kulinarischen Schauplatz. Kreative Schauküchen und Genussstände der Völser Bäuer*innen verwandeln das Dorfzentrum in eine gastronomische Meile der ganz besonderen Art. seiseralm.it/kulinarischeerlebnisse

12./13. Juni 2026

OPEN AIR DER KASTELRUTHER SPATZEN

Viele Tausende Fans kommen nach Seis am Schlern, um die herrliche Kulisse unter freiem Himmel zu genießen und die Spatzen live zu erleben. Seit über 30 Jahren steht die erfolgreichste Volksmusikgruppe Südtirols und eine der bedeutendsten im deutschsprachigen Raum auf der großen Bühne – das Kastelruther Spatzen Open Air ist neben dem Spatzen-Fest im Oktober und dem Weihnachtskonzert einer der drei Fixtermine im Kalenderjahr.

Juli – August 2026

HEXENNÄCHTE IN SEIS UND KASTELRUTH

Erlebt magische Abende in den Dorfzentren von Kastelruth und Seis am Schlern, denn bei den Hexennächten wird viel geboten! Verschiedene Live Bands sorgen für tolle Stimmung, während Volkstanzgruppen und Schuhplattler ihr Können zeigen. Für die Kleinsten gibt es abwechslungsreiche Kinderanimation und als Highlight tanzen die Hexen am Dorfplatz.

22. Juni – 7. September 2026

SUMMER CLASSICS IN SEIS AM SCHLERN

Für Liebhaber klassischer Musik bietet Seis am Schlern eine außergewöhnliche Konzertreihe an. Künstler, die vorwiegend aus Italien stammen und auf internationale Erfahrung bauen, spielen Werke großer Komponisten.

29. Juni – 28. August 2026

SEISER ALM FAMILIENSOMMER

Im Sommer verwandelt sich die Seiser Alm in ein Familienparadies: Bei „Dolomiti Ranger“ erkunden kleine und große Spürnasen den Naturpark Schlern-Rosengarten. Familien lauern nachtaktiven Tieren auf, erkunden die Welt der Bienen und begeben sich auf Spurensuche im Naturpark. Wer das Leben auf dem Bauernhof erkunden möchte, auf den wartet das „Erlebnis Bauernhof“. Neben tierischen Erlebnissen mit Pferd und Schaf erfahren Familien auch den Weg von der Milch zum Käse. Auch im Brotbacken können sich die kleinen und großen Bäuerinnen und Bauern üben.

16. Juli 2026

BERGLERTAFEL IN TIERS AM ROSENGARTEN

Die 100 m lange Berglertafel umfasst ein 5-Gänge-Menü und bietet Platz für 170 Gäste. Der atemberaubende Panoramablick auf die Enrosadira am Rosengarten ist ein wahres Erlebnis. seiseralm.it/kulinarischeerlebnisse

5. Juli 2026

13. SEISER ALM HALBMARATHON

21 Kilometer, 601 Höhenmeter und erstmals 1000 Startplätze. Das sind die Kennzahlen des Seiser Alm Halbmarathons mit Start und Ziel in Compatsch. Eingebettet in das Dolomiten UNESCO Welterbe bildet der Seiser Alm Halbmarathon ein einmaliges Naturerlebnis und sportliche Herausforderung für Freizeitsportler und Profis. Vorbei an den imposanten Gesteinsformationen von Schlern, Plattkofel, Langkofel und den Rosszähnen schlängelt sich die Wettkampfstrecke bis zum höchsten Punkt auf 2.050 Metern unterhalb des Goldknopfs. Von dort führt die Strecke zurück nach Compatsch. Neu: Bei dieser Ausgabe wird es auch einen Kinderlauf geben. running.seiseralm.it

11. Juli 2026

9. ROSENGARTEN SCHLERN SKY MARATHON

Eingebettet in die einmalige Kulisse des Dolomiten UNESCO Welterbes, findet in Tiers am Rosengarten ein außergewöhnlicher Bergmarathon im alpinen Gelände statt: der Rosengarten Schlern Sky Marathon. Es gibt drei Strecken zur Auswahl: 46 km, 36 km und 16 km. Dabei gilt es, je nach Streckenlänge, zwischen 3.000 und 800 Höhenmeter zu bewältigen. Der herausfordernde Berglauf startet in St. Zyprian, umrundet das Rosengarten-Massiv und führt über Schlern und Tschafon zurück nach Tiers. Der höchste Punkt des Sky Marathons liegt auf dem Grasleitenpass auf 2.630 Metern. skymarathontiers.it

8. September 2026

TRADITIONELLER ALMMARKT

Jedes Jahr wird am 8. September der traditionelle Almmarkt in Compatsch veranstaltet. Begleitet von festlicher Live-Musik, bieten Verkaufsstände verschiedene Waren und Spezialitäten feil.

Oktober 2026

ALMABTRIEBE

Nach der Sommersaison auf der Weide wird die Rückkehr des Viehs ins Tal gefeiert. Goaslschnolzer, Musik und typische Gerichte runden die Veranstaltungen ab. Der Almabtrieb von der Seiser Alm ins Tal findet am 3. Oktober statt, jener in Völs am Schlern und Tiers am Rosengarten am 4. Oktober 2026.

9.–11. Oktober 2026

40 JAHRE

KASTELRUTHERSPATZEN-FEST

Feiern, gemeinsam schöne Abende verbringen, die Kastelruther Spatzen live erleben: Das Spatzen-Fest in Kastelruth ist ein Muss für jeden echten Fan. Umgeben von der einmaligen Kulisse der Dolomiten können sich alle von den „Helden der Volksmusik“ verzaubern lassen. Denn auch die Lieder der sieben Spatzen klingen „richtig gut nur daheim in Kastelruth“.

1.–31. Oktober 2026

49. VÖLSER KUCHLKASTL

Seit 49 Jahren ist das Völser Kuchlkastl in Völs am Schlern der kulinarische Höhepunkt im Herbst. Feinschmecker und Liebhaber bodenständiger Kost kommen voll auf ihre Kosten, wenn die Völser Wirte vom 1. bis zum 31. Oktober zum „Gastronomischen Oktober“ laden. Die Völser Köche bereiten Originelles nach alten Rezepten auf verfeinerte Art zu. Ihr Motto: Alte Gerichte werden neu interpretiert und mit Liebe aufgetischt. voelserkuchlkastl.com

1. September – 30. Oktober 2026

HERBSTGENUSS AM BERG

Im goldenen Herbst erwartet euch eine ganz besondere Stimmung in der Dolomitenregion Seiser Alm. Der Seiser Alm Bergherbst verbindet Outdoor-Erlebnisse mit einzigartiger Landschaft und genussvollen Momenten. Es werden Sonnenaufgangswanderungen auf die schönsten Gipfel unserer Dolomitenregion mit Frühstück in den Schutzhütten angeboten. Geführte Wanderungen, eine Genuss - E-MTB Tour, Kochkurse und Führungen bei lokalen Produzenten machen das Programm komplett. seiseralm.it/bergherbst

Vorschau Winter 2026/27

Dezember 2026

WEIHNACHTSZAUBER IN DER DOLOMITENREGION SEISER ALM

Wenn der Duft von Lebkuchen, Zimt und Glühwein in der Luft liegt, dann ist wieder Adventszeit am Fuße des Schlern. In der Zeit vor Weihnachten geht es in der Dolomitenregion Seiser Alm recht besinnlich zu. Die Weihnachtsmärkte in den Dörfern Kastelruth, Seis, Völs und Tiers sind klein aber fein und stimmen Gäste und Einheimische, abseits des Trubels der Städte, auf die Weihnachtszeit ein. Mit traditionellem Handwerk, Spezialitäten der Südtiroler Küche und weihnachtlichen Klängen laden sie zum gemütlichen Beisammensein ein.

TERMINE

20. Kastelruther Bergweihnacht

> 28.–29. November 2026

> 4.–8. Dezember 2026

> 11.–13. Dezember 2026

> 18.–20. Dezember 2026

> 23.–24. Dezember 2026

> 26. –27. Dezember 2026

Christkindl wortn in Völs am Schlern

> 7. Dezember 2026

> 12. Dezember 2026

> 19.–20. Dezember 2026

> 26. Dezember 2026

> 29. Dezember 2026

> 5. Januar 2027 Winterfest

Bergler Winter in Tiers am Rosengarten Genuss mit einheimischen Produkten

> 12. Dezember 2026

> 19. Dezember 2026

> 26. Dezember 2026

Seis on Ice Eislaufspaß mit abwechslungsreichem Unterhaltungsprogramm für Groß und Klein.

> 28. November 2026 bis 9. Januar 2027

Winter 2026/27

SCHLOSS PRÖSELS IM WINTER

Schloss Prösels kann auch im Winter besichtigt werden. Diese winterlichen Schlossbesuche erweisen sich in Kombination mit einer traumhaften Winterwanderung als abwechslungsreiche Alternative zum Skifahren. Jeden Donnerstag, vom 14. Januar bis 11. März 2027, erwacht Schloss Prösels aus seinem Winterschlaf und öffnet um 15:00 Uhr seine Tore. Im Rahmen einer einstündigen Führung erfahren die Besucher Wissenswertes über das Schloss und seine früheren Bewohner. Gleichzeitig können drei Bilderausstellungen und eine reichhaltige Waffensammlung besichtigt werden. An drei Tagen (28.12.2026, 04.01.2027 und 11.02.2027) finden um 15:00 Uhr „Winterliche Genuss- Kulturtage“ auf Schloss Prösels statt. Dabei bietet sich den Gästen die Gelegenheit, im Anschluss an die Schlossführung typische lokale Produkte gratis zu verkosten, die von den Produzenten an Ständen im Schlosshof angeboten werden, begleitet mit Live-Musik. schloss-proesels.it

Eine Anmeldung zu den Winterführungen per Mail an info@schloss-proesels.it bis zum Tag der Veranstaltung um 12:00 Uhr ist Voraussetzung.

Winter 2026/27

WINTER-ERLEBNISSE ABSEITS DER PISTE

Die Natur mit allen Sinnen erleben! In Kastelruth gibt es eine Käsereiführung mit Verkostung. In Seis genießen wir die abendliche Stimmung bei einer Fackelwanderung und backen Brot. Genießer in Völs erleben eine Wanderung mit Mühlen- und Hofbesichtigung mit traditionellem Mittagessen und Kulturtage auf Schloss Prösels. In Tiers erkunden wir das verschneite Tschamintal mit Schneeschuhen. Auf der Seiser Alm locken Vollmond-Wanderungen mit Hüttenabendessen sowie Kaiserschmarrn-Kochkurse. seiseralm.it/winteradventure

Winter 2026/27

NATURPARKHAUS SCHLERN-ROSENGARTEN

Während draußen die Natur ruht, gewährt das Naturparkhaus in Seis am Schlern Einblicke in die vielfältige und faszinierende Tierund Pflanzenwelt des Naturparks Schlern-Rosengarten. Mit der Sonderausstellung „Countdown to Mass Extinction“ wird in diesem Winter ein besonderer Fokus auf den Klimawandel gelegt. Das Naturparkhaus kann während der Öffnungszeiten kostenlos besichtigt werden. seiseralm.it/naturparkhaus

Foto: SchlossPrösels/Helmuth Rier
Foto: SAM/Fabian

17. Januar 2027

DIE KASTELRUTHER BAUERNHOCHZEIT

Mittlerweile ist sie schon zur Tradition geworden: die Kastelruther Bauernhochzeit. Dabei handelt es sich um die originalgetreue Nachstellung einer historischen Bauernhochzeit, wie sie am Fuße der Seiser Alm üblich war. Höhepunkt des Spektakels ist der Hochzeitsumzug von St. Valentin nach Kastelruth. Die Hochzeitsgesellschaft zieht in traditionellen Trachten gekleidet mit prächtig geschmückten Pferdeschlitten in das Zentrum von Kastelruth und nimmt die Besucher mit auf eine Zeitreise ins 19. Jahrhundert.

22. Januar 2027

SÜDTIROL MOONLIGHT CLASSIC SEISER ALM

Sportlicher Wettkampf im Fackelschein, Kräftemessen auf internationalem Niveau und Sportgenuss vor traumhafter Winterkulisse auf der größten Hochalm Europas: Auch 2027 lockt das Moonlight Classic Langlaufrennen wieder zahlreiche Sportler und Langlauffans zu einer ungewöhnlichen Zeit auf die nächtliche Seiser Alm. Für die Teilnehmer stehen zwei unterschiedliche Distanzen zur Auswahl – einmal mit 30 und einmal mit 15 Kilometern Länge. Die Rundloipen mit Start und Ziel in Compatsch sind ausschließlich im Diagonalstil zu befahren. Der Startschuss für das Langlaufspektakel fällt um 20:00 Uhr.

Anmeldung erforderlich: moonlightclassic.info

Februar 2027

TRADITIONELLES

SKIJÖRING AUF

DER SEISER ALM

Faszinierende Kombination aus Ski und Pferdestärken! Beim Skijöring werden Skifahrer von Pferden über eine präparierte Strecke gezogen und liefern sich spannende Rennen. Ein spektakuläres Erlebnis für Teilnehmer und Zuschauer.

6. März 2027

NOSTALGIE-

GAUDI-RENNEN

Beim Nostalgie-Gaudi-Rennen in vergangene Zeiten eintauchen! Zahlreiche Nostalgie-Gruppen aus dem Alpenraum kommen auf die Seiser Alm. Vor dem Rennen findet ein charmanter Umzug statt, bei dem sich die Teilnehmer in ihren alten Gewändern und Ski-Ausrüstungen aus verschiedenen Epochen präsentieren. Diese können dann auf der Panorama Piste bestaunt werden. In der Mittagspause trifft man die Nostalgie-Skifahrer in den umliegenden Hütten.

März 2027

EARLY BIRD SKIING MIT ALMFRÜHSTÜCK

Exklusives Skierlebnis für Frühaufsteher mit anschließendem Frühstück auf der Seiser Alm. Einmal in der Woche öffnet abwechselnd exklusiv ein Skilift bereits um 7:00 Uhr. Frühaufsteher können auf frisch präparierten, menschenleeren Pisten die erste Spur in den Schnee ziehen und die besondere Morgenstimmung auf der größten Hochalm Europas genießen, während sie von Skilehrern begleitet werden und wertvolle Tipps erhalten. Um 9:00 Uhr geht es zum gemeinsamen Frühstück in die Berghütte.

TERMINE

> Mittwoch, 3. März 2027

> Mittwoch, 10. März 2027

> Mittwoch, 17. März 2027

> Mittwoch, 24. März 2027

> Mittwoch, 31. März 2027

März 2027

SWING ON SNOW WINTER MUSIC FESTIVAL

Sechs Tage lang verwandelt sich die Dolomitenregion Seiser Alm in eine einzigartige Klanglandschaft: Bei Swing on Snow verschmelzen Volksmusik, Brass, Soul, Pop und Jazz zu einem unverwechselbaren alpinen Festivalerlebnis. Seit 21 Jahren lädt das WinterMusicFestival Gäste aus nah und fern ein, Wintervergnügen mit musikalischem Hochgenuss zu verbinden. Am Vormittag erklingen an der Bergstation der Seiser Alm Bahn die ersten Töne, zu Mittag wird in den Hütten der Seiser Alm gespielt. Abends locken Konzerte in den Dörfern Kastelruth, Seis am Schlern, Völs am Schlern und Tiers am Rosengarten– oft so nah, dass man sich wie bei einem privaten Wohnzimmerkonzert fühlt. Swing on Snow ist ein kleiner, feiner Geheimtipp: Die Konzerte sind persönlich und intim – und dennoch auf höchstem Niveau. Die auftretenden Musiker*innen sind keineswegs unbekannt, viele zählen zu den spannendsten Entdeckungen in Volksmusik, Brass, Soul, Pop und Jazz. Dazu gesellen sich hochkarätige Bands, die sonst nur auf großen Bühnen zu erleben sind. swingonsnow.com

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Gesehen & gehört

Milano Cortina 2026: Eine Goldene, viele Emotionen. Mit einer Goldmedaille kehrte Andrea Vötter (im Bild) aus Völs am Schlern von den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026 nach Hause zurück. Gewonnen hat sie die 31-Jährige gemeinsam mit ihrer Doppelpartnerin Marion Oberhofer im Kunstbahnrodeln. Als Draufgabe holte sie Bronze in der Team Staffel. Vötter ist eine von sechs Athletinnen und Athleten aus der Dolomitenregion Seiser Alm, die im vergangenen Februar olympische Bewerbe bestritten haben: Jüngste im Bunde war die 17-jährige Skifahrerin Anna Trocker, die bei ihrer Olympia-Premiere mit einem zehnten Platz im Team-Bewerb glänzte. Eine hervorragende Leistung zeigte auch Ski-Freestylerin Maria Gasslitter (19) bei ihrem ersten olympischen Antreten: Sie freute sich über einen neunten Rang im Big Air und einen zehnten im Slopestyle. Sandra Robatscher (30) schrammte indes bei ihrem dritten OlympiaAuftritt im Rodel-Einsitzer als Fünfte knapp an Edelmetall vorbei. Auch die beiden weiteren Routiniers verpassten die Medaillenränge: Snowboarder Aaron March (40) fuhr im Parallel-Riesenslalom auf Platz 9, Skifahrer Florian Schieder in der Abfahrt auf Rang 19.

Artenvielfalt

Die traditionellen Heubäder haben in Völs am Schlern eine lange Tradition. Dem Schwitzen im Bergheu werden zahlreiche gesundheitsfördernde Eigenschaften nachgesagt. Es stärkt das Immunsystem und stimuliert den Stoffwechsel. Im Hotel Heubad – das Original seit 1901 – kommt das Heu, in dem gebadet wird, von den Wiesen der Seiser Alm. Eine Probe wurde nun mittels DNA-Analyse auf ihre Artenzusammensetzung hin untersucht. In ihr wurden 127 Pflanzenarten nachgewiesen, darunter zahlreiche wertvolle Bergkräuter wie Frauenmantel, Schafgarbe, Trollblume, Wohliges Ruchgras, Behaarter Löwenzahn, Gold-Pippau, Alpen-Brandlattich, Grannen-Schwarzwurz, Schafschwingel, Hahnenfuß, Brillenschötchen, Alpen-Blaugras und viele andere mehr.

Schön war’s

Als Redakteurin der ersten Stunde hat Rosmarie Schrott Erlacher über 25 Jahre lang am Seiser Alm Magazin ALPE (vormals „Schlernbote“) mitgearbeitet. Mit ihrem guten Gespür für Geschichten machte sich die ehemalige Lehrerin mit Begeisterung auf, um Neues oder Besonderes zu entdecken. Dabei galt ihr Interesse dem Südtiroler Brauchtum und den Traditionen, der Natur, der Kunst und dem Sport. Für so manche Geschichte wagte sich die sportliche Rosmarie am Berg hoch hinaus oder tief in den Wald hinein. Nun hat sie sich aus der Redaktion verabschiedet. Die ALPE-Redaktion sagt von Herzen danke und wünscht Rosmarie alles Gute.

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Rosengarten

Gesehen & gehört

Weltkulturerbe. Im Dezember 2025 wurde die italienische Küche offiziell als immaterielles Kulturerbe der Menschheit der UNESCO anerkannt. Die Auszeichnung hebt hervor, dass Essen in Italien weit mehr als reine Nahrungsaufnahme ist, sondern eine lebendige kulturelle Praxis, die soziale Bindungen stärkt. Es handelt sich um ein Kulturerbe, das nicht nur aus Rezepten besteht, sondern auch aus antikem Wissen, Geselligkeit und Traditionen, die von Generation zu Generation überliefert werden. Jede Region, jede Stadt und sogar jede Familie bewahrt ihre eigene Interpretation der Speisen und trägt so zu einem kulinarischen Mosaik bei, das Italien durch seine Aromen und Düfte erzählt. In Norditalien spiegelt die Küche den Einfluss der Berge, der strengen Winter und der historischen Kontakte mit Mitteleuropa wider. Und so kommen mit dem Kulturerbe beispielsweise auch die Knödel und Schlutzkrapfen, die aus der Südtiroler Küche nicht wegzudenken sind, zum Handkuss.

Ski Girl Power

Die Wintersaison 2025/26 wird Anna Trocker, SkiNachwuchstalent aus Völs am Schlern, wohl so schnell nicht vergessen: Ende Dezember trat sie kurz nach ihrem 17. Geburtstag erstmals im Weltcup an. Zwar verpasste sie im Riesentorlauf am Semmering (Österreich) knapp den zweiten Lauf, überzeugte aber mit ihrer Leistung. Es folgten weitere Weltcupstarts sowie die Qualifikation für die Olympischen Winterspiele Mailand Cortina. Im März sorgte Trocker dann bei der Junioren-WM im norwegischen Narvik für Aufsehen: Sie gewann Gold im Riesentorlauf und im Slalom – jeweils mit deutlichem Vorsprung auf ihre zum Teil wesentlich älteren Konkurrentinnen – sowie Silber in der Team-Kombi. Dank der beiden Junioren-Weltmeistertitel durfte sie beim Weltcupfinale in Lillehammer (Norwegen) starten und erreichte dort zwei Top-Ten-Platzierungen (9. im Slalom, mit Bestzeit im 2. Lauf; 8. im RTL). Fans und Medien feiern Anna Trocker, Fachleute trauen der jungen Newcomerin, die zwei Schwestern hat, die ebenfalls hervorragende Ski-Rennfahrerinnen sind, eine große Karriere zu.

Kaffeegenuss. Die Südtiroler Spezialitätenrösterei Caroma aus Völs am Schlern wurde in die neue “Gambero Rosso Guida Caffè e Torrefazioni d’Italia 2026“ aufgenommen. Gleich zwei Caroma-Kaffees wurden mit der Höchstbewertung von 3 Macinini ausgezeichnet: der Espresso Romeo Gourmet und der Filterkaffee Yemen Haraz Natural. Zudem erhielt Caromas Filterkaffee Julia Gourmet 2 Macinini. Für die bekannte Rösterei, die die Südtiroler Kaffeekultur auf höchstem Niveau prägen will, ist die Aufnahme in den neuen nationalen Kaffeeführer ein weiterer wichtiger Meilenstein.

IMPRESSUM ALPE Registriert beim Gericht Bozen, Dekret Nr. 9/2002 R.St. Herausgeber: Seiser Alm Marketing, 39050 Völs am Schlern, Dorfstraße 15, T +39 0471 709 600, info@seiseralm.it, www.seiseralm.it; Presserechtlich verantwortlich: Elisabeth Augustin.

Redaktionsteam: Elisabeth Augustin, Sabine Funk, Lisa Maria Gasser, Barbara Pichler, Vera Rier, Katja Sanin, Simone Treibenreif. Fotos: Helmuth Rier.

Übersetzungen: Bonetti & Peroni. Anzeigen: Sabine Demetz. Grafik: Komma Graphik. Druck: Girardi Print Factory GmbH.

Respect the Dolomites

Nachhaltigkeit und ein achtsamer Umgang mit unserer Naturlandschaft werden bei uns groß geschrieben. Als Teil des Dolomiten UNESCO Welterbes und des Naturparks Schlern-Rosengarten fühlen wir uns verpflichtet, unseren Beitrag dazu zu leisten. Wir möchten Gäste wie Einheimische für ein umweltfreundliches Verhalten sensibilisieren. Die Themenschwerpunkte liegen beim Trinkwasser und bei der Abfallvermeidung.

Südtiroler Trinkwasser aus der Dolomitenregion Seiser Alm

Rein. Natürlich. Frisch. Kostbar.

Wussten Sie ..., dass das Leitungswasser in der Dolomitenregion Seiser Alm höchste Trinkwasserqualität hat? Außerdem gibt es überall zertifizierte und gekennzeichnete Trinkwasserbrunnen, wo Sie Ihre mitgebrachte Wasserflasche unterwegs auffüllen können. Unser Trinkwasser ist ein nur begrenzt vorkommendes und wertvolles Gut. Ein sorgsamer Umgang verhindert einen unnötigen Verbrauch.

Weniger Müll – Mehr Natur

Weniger ist mehr.

Unsere Berglandschaft ist ein sensibler Lebensraum. Deshalb ist es hier besonders wichtig, keinen Abfall zu hinterlassen, da allein schon durch die klimatischen Bedingungen die Abbauprozesse in dieser Höhe verlangsamt ablaufen. Einige Abfälle können gar nicht abgebaut werden. Der beste Abfall ist daher jener, der gar nicht entsteht.

ABBAUZEITEN

ALUDOSE

600 Jahre

PLASTIKFLASCHE

500 Jahre

FÄKALIEN 1 Jahr

BANANENSCHALE 3 Jahre

PLASTIKSACK

200 Jahre

ZIGARETTENSTUMMEL 7 Jahre

PAPIERTASCHENTUCH 5 Jahre

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