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Jahresbericht 2025

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2025


2025: Unsere Arbeit weltweit

Wir haben Projekte in

52 Ländern durchgeführt.

Mit unseren Programmen haben wir

21,2 Millionen Menschen

In

71 Krisen und Katastrophen

erreicht.

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waren wir im Einsatz.

Mitarbeitende 2 2 7.1 set

589 Millionen Euro haben wir weltweit eingenommen.

Titelbild: In Malkadaka (Kenia) bedrohen Dürren und Überschwemmungen die Lebensgrundlagen vieler Familien. Die Habsa Women Group setzt auf nachhaltigen Gartenbau, um Ernährung und Einkommen zu sichern.

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Inhalt Das Jahr 2025

Unsere Arbeit weltweit

Unsere Arbeit in Deutschland

Dafür stehen wir

Finanzen

Unsere Anliegen

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Wo wir arbeiten

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Vorwort

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2025 – Rückblick in Bildern

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Unsere Arbeit weltweit

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Solidarität kennt keine Grenzen

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Wenn es an allem fehlt

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Jemen: Von Nothilfe zu nachhaltiger Ernährungssicherung

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Hoffnung in unsicheren Zeiten

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Gräben gegen lebensbedrohliche Wassermassen

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Unsere Arbeit in Deutschland

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Sichtbar machen, was übersehen wird

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Solidarität ist kein Sparposten

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Politische Arbeit: Hilfe stärken, Rechte schützen

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Bildung, die (viel) bewegt

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Dafür stehen wir

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Partnerschaften für nachhaltige Wirkung

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Stimmen unserer Unterstützer*innen

33

Gemeinsam bewahren, was wichtig ist

34 44

Finanzen in Deutschland Finanzen weltweit

46

Unsere Projekte weltweit

48

#NOTATARGET: Wir gedenken unserer getöteten Kollegen

49 50

Es brennt und die Welt streicht der Feuerwehr die Mittel

52

Danke! Impressum

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Alaska

Kanada

USA

Haiti Honduras

Guatemala Nicaragua

Sierra Leone Venezuela Kolumbien

Peru

WO WIR ARBEITEN Länder, in denen wir arbeiten

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Mauretanien Mali Niger Senegal Liberia Elfenbeinküste


2025: Unsere Arbeit weltweit

Großbritannien Deutschland

Ukraine

Frankreich Spanien

Georgien

Italien

Besetzte Palästinensische Gebiete Tschad

Libanon Sudan

Afghanistan Armenien

Syrien Jordanien Irak

Nepal

Jemen

Myanmar

Pakistan Bangladesch

Äthiopien Südsudan Somalia Uganda

Indien

Philippinen

Kenia

Burkina Faso

Tansania

Nigeria

Sambia

Kamerun

Mosambik

Zentralafrikanische Republik Simbabwe

Madagaskar

DR Kongo

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DAS JAHR 2025 EIN JAHR DER UMBRÜCHE UND HERAUSFORDERUNGEN

Liebe Unterstützer*innen, liebe Leser*innen,

2025 war kein Jahr der einfachen Antworten: zu groß die Spannungen, zu gleichzeitig die Krisen, zu sichtbar die Widersprüche unserer Zeit. Während weltweit immer mehr Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen waren, ging zugleich die Bereitschaft zurück, international Verantwortung zu übernehmen. Das verändert nicht nur die Lage der Betroffenen, sondern auch die Grundlagen unserer Arbeit. Wir erlebten 2025 einen tiefgreifenden Umbruch im humanitären System. Jahrzehntelang galt internationale Zusammenarbeit als unverzichtbarer Bestandteil globaler Stabilität. Heute jedoch stehen humanitäre Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit und zivile Krisenprävention unter zunehmendem politischem und finanziellem Druck. Die US-Auslandshilfe (USAID) wurde 2025 aufgelöst und über 80 Prozent aller Programme weltweit wurden gestrichen. Allein unserem internationalen Netzwerk fehlten von einem Tag auf den anderen rund 120 Millio-

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nen Euro. Das entspricht etwa 20 Prozent unseres globalen Budgets. Die Folgen für die betroffenen Menschen waren und sind verheerend. Als drittgrößte Volkswirtschaft hätte sich für Deutschland die Gelegenheit geboten, global eine führende gestaltende Rolle zu übernehmen und der schwindenden Solidarität entgegenzutreten. Vielen erschien das folgerichtig – schließlich verdanken wir Deutschen dieser regelbasierten, solidarischen Weltordnung das „Wirtschaftswunder“ nach dem Zweiten Weltkrieg. Stattdessen geschah das Gegenteil: Die Bundesregierung kürzte den humanitären Etat um mehr als die Hälfte, während Konflikte eskalieren, die Klimakrise Lebensgrundlagen bedroht und soziale Ungleichheit weiter zunimmt. Der globale Hunger ist und bleibt eine der dramatischsten Folgen dieser Ungleichheit. Der Druck auf internationale Solidarität ist nicht nur finanziell spürbar. Weltweit geraten demokratische Räume in Bedrängnis. Polarisierung, Nationalismus und gesellschaftliche Spaltung nehmen zu – auch in Deutschland. Das verändert Debatten, verschiebt Grenzen des Sagbaren und stellt zivilgesellschaftliches Engagement zunehmend infrage. Umso wichtiger bleibt eine starke, unabhängige und transparente Zivilgesellschaft. Gemeinsam mit Partnern setzen wir uns deshalb auch für demo-


Das Jahr 2025

Jan Sebastian Friedrich-Rust, Geschäftsführer von Aktion gegen den Hunger

kratische Werte, Transparenz und politische Handlungsfähigkeit ein. Diese Entwicklungen stellen den humanitären und entwicklungspolitischen Sektor vor tiefgreifende Herausforderungen. Ein „Weiter so“ reicht nicht aus. Entscheidend für die Zukunft von humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit sind Innovation, starke lokale Partnerschaften und ein klarer Fokus auf Wirkung. Dieser Anspruch prägt unsere Arbeit: Unsere Teams versorgten auch 2025 unter schwierigen Bedingungen mangelernährte Kinder mit therapeutischer Nahrung, stellten sauberes Wasser bereit, leisteten medizinische Hilfe und unterstützten Familien, die ihr Zuhause und ihre Sicherheit verloren haben. Gleichzeitig bauen wir gezielt langfristige Ansätze aus, um Menschen unabhängiger zu machen und lokale Strukturen zu stärken. Wie wichtig dieses Zusammenspiel ist, zeigt sich auch in unserem politischen Engagement: Nach meinem Besuch unserer Projekte im Sudan ist es uns gelungen, Stimmen aus der sudanesischen Zivilgesellschaft in den Deutschen Bundestag zu bringen. Mit konkreter Wirkung: Wenige Tage später erhöhte die Bundesregierung die humanitären Mittel für den Sudan. Das zeigt, dass unser Einsatz auch in Deutschland Veränderungen anstoßen kann.

Trotz aller Herausforderungen erleben wir täglich in unserer Arbeit, wie groß das Bedürfnis vieler Menschen nach Zusammenhalt und Engagement ist. Diese Solidarität ermutigt uns jeden Tag aufs Neue. Umso mehr freuen wir uns über das Spendenzertifikat des Deutschen Spendenrats, das wir im April 2025 erhalten haben. Die Auszeichnung bestätigt unseren Anspruch an Transparenz, Integrität und die verantwortungsvolle Verwendung von Spendengeldern. Und unser besonderer Dank gilt Ihnen, liebe Unterstützer*innen und Partner: Ihr Vertrauen macht unsere Arbeit erst möglich.

Jan Sebastian Friedrich-Rust, Geschäftsführer von Aktion gegen den Hunger

PS: Meine Co-Geschäftsführerin Dr. Helene Mutschler hat uns zum Jahresende verlassen, nachdem sie unsere Organisation in einer entscheidenden Phase mit großer Klarheit, Empathie und Entschlossenheit begleitet und nachhaltig geprägt hat – dafür gebührt ihr großer Dank.

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2025 – RÜCKBLICK IN BILDERN JANUAR / FEBRUAR Unter dem Motto „Wer profitiert hier eigentlich?“ sind wir im Januar mit 9.000 Menschen und rund 60 Organisationen bei der „Wir haben es satt!“-Demo auf die Straße gegangen. Wir haben kritisiert, dass unser Ernährungssystem von falschen Interessen gesteuert wird, und ein klares Bekenntnis zu einer bäuerlichen, ökologischen Landwirtschaft gefordert. Auch im weiteren Jahresverlauf haben wir unsere Stimme für das Recht auf Nahrung sowie gegen Extremismus und Diskriminierung erhoben.

MAI / JUNI Aktion gegen den Hunger hat die Petition „Gesicht zeigen gegen Hunger: Menschenrechte statt Konzerninteressen“ gemeinsam mit über 700 persönlichen Botschaften aus unserer Community im Bundeslandwirtschaftsministerium an einen Vertreter der Bundesregierung übergeben. Mehr als 100.000 Menschen haben die Forderungen unterstützt. Kernforderung: Die Bundesregierung muss das Recht auf Nahrung wirksam schützen und umsetzen.

SEPTEMBER / OKTOBER Die humanitäre Krise im Sudan ist extrem und wird von der Welt weitgehend ignoriert: Über 30 Millionen Menschen sind auf Hilfe angewiesen, mehr als 20 Millionen leiden an akutem Hunger. Mit der zweitägigen Reihe „Khartoum Calling – Voices for Sudan“ haben wir im Oktober genau darauf aufmerksam gemacht, die Krise ins Licht gerückt, Raum für Austausch gegeben und die Debatte bis in den Deutschen Bundestag getragen.

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Das Jahr 2025

MÄRZ / APRIL Mit unserer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit erhöhen wir die öffentliche Aufmerksamkeit für humanitäre Krisen und entwicklungspolitische Themen sowie für die strukturellen Ursachen von Hunger und Armut. Ein Beispiel ist der Auftritt unserer Co-Geschäftsführerin Dr. Helene Mutschler in der ZDF-Sendung „Volle Kanne“, um über die Folgen der Mittelkürzungen in Kenia zu sprechen.

JULI / AUGUST Das Jahr begann mit der schockierenden Ankündigung der US-Regierung, die internationale Hilfe durch die Entwicklungsbehörde USAID einzustellen. Im Juli wurde dies mit der offiziellen Auflösung von USAID endgültig besiegelt. Die Folgen waren weltweit unmittelbar spürbar – auch in den Projekten von Aktion gegen den Hunger. Studien zufolge könnten die globalen Kürzungen bis zum Ende des Jahrzehnts bis zu 22 Millionen zusätzliche Todesfälle verursachen, darunter rund fünf Millionen Kinder unter fünf Jahren.

NOVEMBER / DEZEMBER Im Dezember besuchte unsere Vorstandsvorsitzende Cornelia Richter mit zwei Kolleg*innen aus dem NahostTeam unser Länderbüro in Jordanien. Solche Projektreisen helfen uns, die Wirkung unserer Arbeit vor Ort zu erleben und wichtige Erkenntnisse für unsere Programme zu gewinnen. Dabei informierte sich die Gruppe auch über ein durch die GIZ gefördertes Projekt im Wadi al Wala, das syrischen Geflüchteten sowie benachteiligten Jordanier*innen befristete Arbeit ermöglicht und Wasserressourcen schützt. Weitere Projektreisen führten uns unter anderem nach Äthiopien, Afghanistan und Kenia.

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Unterstützung kommt in unterschiedlichen Formen daher, ob im vertraulichen Gespräch oder als Botschaften der Hoffnung, die wir von Menschen aus aller Welt gesammelt und zusammen mit warmen Mahlzeiten verteilt haben.

UNSERE ARBEIT WELTWEIT Mit unserer internationalen Projektarbeit haben wir im Jahr 2025 21,2 Millionen Menschen in 52 Ländern erreicht. Unsere Teams diagnostizieren und behandeln Mangelernährung bei Kindern, versorgen Menschen mit Trinkwasser, lindern Traumata und unterstützen Familien dabei, sich nachhaltige Lebensgrundlagen aufzubauen. 10


Unsere Arbeit weltweit

SOLIDARITÄT KENNT KEINE GRENZEN

GAZA

Damit die Menschen in Gaza spüren, dass sie nicht allein sind, haben wir Botschaften der Hoffnung gesammelt und Ende 2025 überreicht. Für die Kampagne Hope4Gaza haben wir Sie gebeten, unterstützende Worte an die Menschen in den Besetzten Palästinensischen Gebieten zu richten. Die Resonanz war überwältigend: Insgesamt 2.500 Botschaften aus allen Teilen der Welt, viele auch aus Deutschland, erreichten unser Team.

„Diese Botschaften haben uns Hoffnung gegeben, dass der Krieg eines Tages enden wird. Danke für all eure Nachrichten, Wünsche und eure Unterstützung.“ – palästinensische Stimme in Gaza

Diese Botschaften sollten zusammen mit Lebensmittelpaketen persönlich überbracht werden. Doch die Situation im Gazastreifen hat die geplante Zustellung erschwert; lange Zeit war sie unmöglich – obwohl bereits eine Hungersnot ausgerufen worden war. Zugangsbeschränkungen, eine unsichere Lage und Hindernisse bei der Einfuhr von Hilfsgütern verhinderten lange, dass sie die Familien erreichen konnten.

Hope4Gaza ist der Beweis dafür, dass Menschlichkeit jede Grenze, Blockade und Entfernung überwindet. Das Projekt spiegelt wider, wie wir arbeiten: vor Ort, gemeinsam mit den lokalen Gemeinschaften und für die Menschen – um Hoffnung zu stiften.

Dann aber kam die gute Nachricht: Im November und Dezember 2025 konnten wir mehr als tausend Nachrichten zusammen mit warmen Mahlzeiten persönlich überbringen.

Hope4Gaza Hier geht es zum YouTubeVideo der Übergabe

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WENN ES AN ALLEM FEHLT Das Leid der Sudanes*innen ist unvorstellbar. Unser Geschäftsführer Jan Sebastian Friedrich-Rust berichtet von seinen Eindrücken aus dem Sudan und dem Tschad: „Die Menschen im Sudan kämpfen ums Überleben. Der seit fast drei Jahren andauernde Konflikt führt im Land zu einer der schwersten Hungerkrisen weltweit. In zwei Städten des Sudan wurde 2025 eine Hungersnot bestätigt, die sich inzwischen noch auf weitere Gebiete ausgebreitet hat. Viele Familien sind so verzweifelt, dass sie Blätter oder Tierfutter essen.

„Was die Menschen erleiden, ist schwer zu ertragen: exzessive Gewalt, Vergewaltigungen von Frauen und Mädchen sowie wahllose Tötungen von Kindern und Erwachsenen.“

Ali Bakara Zakaria habe ich im Tschad kennengelernt. Er hat auf der Flucht ein Bein verloren. Doch Aufgeben ist keine Option für ihn, denn seine Familie braucht ihn.

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Ende 2025 war ich in Darfur und habe mehrere Gesundheitszentren von Aktion gegen den Hunger besucht. In der Region gibt es keine funktionierende Infrastruktur mehr. Daher sind die Menschen darauf angewiesen, dass humanitäre Organisationen wie wir oder lokale Partner wie die Emergency Response Rooms kostenlose Unterstützung anbieten. Doch trotz der Hilfe einzelner Hilfsorganisationen ist Darfur eine humanitäre Wüste. Ein einzelner Arzt versorgt mitunter 25.000 Menschen. Mehr als 30 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.


Unsere Arbeit weltweit

Eigentlich war während meiner Reise Erntezeit, dennoch herrschte vielerorts Hunger. Denn wo immer ich hinkam, mussten von den vorhandenen Ressourcen und landwirtschaftlichen Flächen etwa doppelt so viele Menschen ernährt werden wie vor dem Krieg. Gleichzeitig sinken die landwirtschaftlichen Erträge infolge der Klimakrise. Immer mehr Menschen teilen sich also immer weniger – ein Teufelskreis.

Verluste, die nicht zu bemessen sind Rund zwölf Millionen Menschen im Sudan mussten bereits ihr Zuhause zurücklassen. Sie leben nun als Binnenvertriebene im eigenen Land oder in einem der Nachbarländer. Meine Reise hat mich deshalb auch in den Tschad geführt. In einem Geflüchtetenlager in Adré nahe der sudanesischen Grenze hatte ich die Gelegenheit, mit Menschen zu sprechen, die aus der wenige Wochen zuvor gewaltsam eingenommenen Stadt AlFaschir flüchten konnten. Einer von ihnen war Ali Bakara Zakaria. Alis Heimat gibt es nur noch in seiner Erinnerung. Sein Haus in Al-Faschir ist durch den Krieg vollständig zerstört worden, seine Frau und drei seiner Söhne wurden getötet. Er selbst hat ein Bein verloren. Mit letzter Kraft ist er mit den verbliebenen Angehörigen nach Adré im Tschad geflohen: „Zwei meiner Kinder haben aufgrund des Krieges Behinderungen. Wir mussten sie abwechselnd tragen, um sie in Sicherheit zu bringen“, erzählte mir Ali, der selbst nur noch mit Krücken gehen kann.

Ali sagte mir, wie dankbar er sei, nun einen Platz im Lager für seine Familie gefunden zu haben. Wasser gebe es zwar, aber an Lebensmitteln fehle es auch hier. Vor allem habe er keine Arbeit, durch die er seine Familie versorgen könnte. Was sie am dringendsten bräuchten, fragte ich ihn. ‚Alles‘ erwiderte Ali verzweifelt. ‚Wir haben nichts mehr.‘

Deutschland muss seinen Einfluss nutzen Die Gespräche im Tschad haben mir einmal mehr die furchtbare Situation der Menschen aus dem Sudan vor Augen geführt. Es fällt mir schwer, mein Erlebtes in Worte zu fassen. Ich bin für jedes unserer Teammitglieder und deren unermüdlichen Einsatz dankbar, die im Sudan, im Tschad und weltweit Menschen in solcher Not unterstützen. Wir haben den humanitären Zugang und könnten noch viel mehr erreichen. Doch fehlt es für den Sudan an finanzieller Unterstützung. Deutschland kommt dabei eine entscheidende Rolle zu. Die Bundesregierung muss ihren gesamten diplomatischen, politischen und wirtschaftlichen Einfluss nutzen, um auf einen Waffenstillstand zu drängen und die lebensrettenden Finanzmittel aufzustocken, bevor noch mehr Menschen ihr Leben verlieren.“ Die Gespräche mit den Teams in unseren Gesundheitszentren in Darfur bestätigten mir, wie notwendig, aber auch rar die humanitäre Hilfe im Sudan derzeit ist.

Libyen Ägypten Niger

SUDAN

TSCHAD

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JEMEN: VON NOTHILFE ZU NACHHALTIGER ERNÄHRUNGSSICHERUNG Millionen Jemenit*innen brauchen akut Hilfe zum Überleben. Um ihre Abhängigkeit von humanitärer Unterstützung langfristig zu verringern, stärken wir kleinbäuerliche Landwirtschaft und Bienenzucht, schaffen Einkommensmöglichkeiten und stärken die Wertschöpfungskette.

Die Situation im Jemen gehört weiterhin zu den schwerwiegendsten humanitären Krisen weltweit und ist von einem komplexen Zusammenspiel aus Krieg, Vertreibung, wirtschaftlichem Niedergang, Naturkatastrophen und Klimawandel geprägt. Bis 2026 werden voraussichtlich 23,1 Millionen Menschen humanitäre Hilfe benötigen. Parallel dazu verschärfen rückläufige Finanzierungen für dringend benötigte Unterstützung die Situation: Allein die Kürzung der US-Hilfe im Jahr 2025 führte

unter anderem zum Wegfall von Nahrungsmittelhilfen für 2,4 Millionen Menschen sowie von Ernährungsprogrammen für 100.000 Kinder. Doch auch viele weitere Länder, darunter Deutschland, haben ihre finanziellen Hilfen halbiert, während die wirtschaftliche Lage im Jemen eine flächendeckende Basisversorgung der Bevölkerung weiterhin nicht zulässt.

Nothilfe und langfristige Ansätze In einer vielschichtigen und langwierigen Krise wie dieser ist die Verknüpfung von akuter Nothilfe, Wiederaufbau und langfristiger Entwicklungszusammenarbeit essenziell. Neben der Deckung überlebenswichtiger Bedarfe gilt es, nachhaltige Strukturen (wieder-)aufzubauen, die die Resilienz der Bevölkerung stärken und es den Menschen erleichtern, schneller ihre Eigenständigkeit zurückzugewinnen. Ergänzend zu unseren Nothilfeprojekten stärkt unser vom Bundesentwicklungsministerium (BMZ) finanziertes Vorhaben gezielt lokale Kapazitäten, insbesondere in der Landwirtschaft sowie im Wasser- und Ressourcenmanagement. Ziel ist es, die Bevölkerung schrittweise von kurzfristiger Nothilfe hin zu resilienten, selbsttragenden Lebensgrundlagen zu führen und die Abhängigkeit von externer Unterstützung zu reduzieren. Im Fokus stehen Frauen, Männer und junge Menschen aus dem landwirtschaftlichen Sektor in besonders konfliktbetroffenen Gemeinschaften.

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Unsere Arbeit weltweit

Saudi-Arabien Oman

JEMEN

Bienenzucht ist einer der Bausteine, die Landwirt*innen im Jemen klimaresiliente Einkommen ermöglichen.

Klimaresiliente Einkom­ men durch Kleinlandwirt­ schaft und Bienenzucht

Umgesetzt wird das Vorhaben von Aktion gegen den Hunger gemeinsam mit lokalen Partnern, insbesondere der Yemen Family Care Association, sowie staatlichen Fachbehörden. Es wird im Rahmen der BMZ-Übergangshilfe finanziert.

Das Projekt unterstützt Kleinbäuer*innen dabei, ihre Produktivität und Einkommensmöglichkeiten zu steigern, insbesondere durch agrarökologische Schulungen, klimaangepasste Anbaumethoden sowie den Aufbau von Kompetenzen im Boden-, Wasser- und Ressourcenmanagement. Zusätzlich erhalten Haushalte Betriebsmittel wie Saatgut, Werkzeuge und Kleinvieh zur Stabilisierung der Produktion.

Insgesamt adressiert das Projekt mehrere Krisendimensionen gleichzeitig: Es verbessert den Zugang zu Wissen, Produktionsmitteln und Wasser, stärkt die landwirtschaftliche Produktion und schafft Einkommensmöglichkeiten, wodurch die Abhängigkeit von humanitärer Hilfe reduziert wird. Gleichzeitig fördert es die Anpassungsfähigkeit an Klimarisiken, stärkt lokale Strukturen und schafft wirtschaftliche Perspektiven, insbesondere für besonders vulnerable Haushalte.

Ergänzend dazu stärkt die Bienenzucht besonders vulnerable Haushalte, indem sie eine klimaresiliente Einkommensquelle schafft. Die Teilnehmenden erhalten Bienenstöcke, Ausrüstung sowie Schulungen in Imkerei, Honigproduktion und Vermarktung. Die Bienenzucht trägt außerdem zur lokalen Biodiversität und zur Bestäubung landwirtschaftlicher Nutzflächen bei. Darüber hinaus unterstützt das Projekt die landwirtschaftliche Wertschöpfungskette durch die Förderung effizienterer und widerstandsfähigerer Kleinunternehmen sowie die Gründung und den Aufbau von Kooperationen.

Notlage in Jemen Über 18 Millionen Jemenit*innen sind von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen, darunter 5,8 Millionen in extremen Notsituationen und rund 40.000 Menschen, die von einer Hungerkatastrophe bedroht sind. Zugleich haben mehr als 8,39 Millionen Menschen keinen Zugang zu medizinischer Versorgung.

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HOFFNUNG IN UNSICHEREN ZEITEN Die Lage im Libanon ist angesichts des sich ausweitenden Konflikts äußerst prekär. Maßnahmen, die nachhaltige Verbesserungen bewirken, sind daher unerlässlich. Syrien Irak

LIBANON

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Ayla arbeitet sich nach einer schweren Flucht ins Leben zurück. „Für meine Tochter“, sagt sie, aber auch für sich selbst.


Unsere Arbeit weltweit

Kein anderes Land nimmt im Verhältnis zur Einwohnerzahl so viele Geflüchtete auf wie der Libanon. Seit 2011 hat das Land schätzungsweise mehr als 1,5 Millionen Geflüchtete aus Syrien aufgenommen, was zeitweise etwa einem Drittel der damaligen Bevölkerung entsprach. Das führt zu einer Überforderung der Versorgungssysteme und nicht zuletzt auch zu sozialen Spannungen. Zugleich weiten sich die Kampfhandlungen in der Region zunehmend auch im Libanon aus. Die Lage im Land ist massiv angespannt: Infrastruktur und Lebensgrundlagen sind schwer beschädigt, mehr als 1,2 Millionen Menschen wurden vertrieben, und vielerorts fehlt es an grundlegender Versorgung. Die humanitäre Hilfe reicht bei Weitem nicht aus, um die dringendsten Bedürfnisse zu decken. Und neben der akuten Nothilfe sind zur Stabilisierung auch langfristig wirksame Maßnahmen von zentraler Bedeutung. Mit dem Cash-for-Work-Ansatz erhalten Menschen eine kurzfristige Beschäftigung, durch die sie Einkommen erzielen und gleichzeitig Fachwissen erwerben können. Im Libanon arbeitet Aktion gegen den Hunger mit den Kommunen zusammen, um zentrale Bereiche der öffentlichen Daseinsvorsorge zu stärken, darunter die Straßenreinigung und ein verbessertes Abfallmanagement, das wesentlich zur Gesundheitsvorsorge und zu stabilen Lebensbedingungen beiträgt. Davon profitieren nicht nur die Kommunen; die Teilnehmenden können durch das Einkommen zumindest grundlegende Ausgaben wie Kleidung, Medikamente und Unterkunftskosten decken, und einige von ihnen haben dank der erworbenen Kenntnisse im Anschluss sogar eine Anstellung gefunden.

„Ich arbeite Tag und Nacht, damit meine Tochter zur Schule gehen kann. Ich kann weder lesen noch schreiben, und ich möchte, dass sie einmal ein besseres Leben hat.“ – Ayla, syrische Geflüchte Das Projekt fördert zudem den sozialen Zusammenhalt: Menschen aus den lokalen Gemeinden und syrische Geflüchtete arbeiten über einen Zeitraum von 40 Tagen zusammen. „Viele Teilnehmende sagen uns, dass diese Erfahrung ihre Wahrnehmung verändert habe“, sagt der zuständige Programmmanager für Ernährungssicherheit und Lebensgrundlagen im Südlibanon, Mohamad Moussa. Das Vertrauen zueinander habe sich durch die Zusammenarbeit spürbar verbessert.

Menschen mit Würde begegnen Alyas Situation verbesserte sich mit dem Cash-for-WorkProjekt, das Aktion gegen den Hunger mit finanzieller Unterstützung durch die KfW Entwicklungsbank umsetzt. Zwar war sie anfangs unsicher, fand sich jedoch schnell in einem professionellen und wertschätzenden Arbeitsumfeld wieder. „Ich habe mich sicher, respektiert und ernst genommen gefühlt“, sagt sie. Von ihrem ersten Lohn konnte sie die Schulgebühren für ihre Tochter bezahlen. Mit großer Freude berichtet sie, dass ihre Tochter mittlerweile zu den besten Schülerinnen ihrer Klasse zählt.

Ein gutes Beispiel dafür ist Alya, die aus Syrien geflohen Das Cash-for-Work-Projekt eröffnet Frauen wie Alya ist und jetzt mit ihrer siebenjährigen Tochter in Nabatieh konkrete wirtschaftliche Perspektiven und stärkt langal-Fawqa im Libanon lebt. Wie viele andere musste sie fristig ihre Teilhabe – eine Entwicklung, die auch Alyas ihre Heimat aufgrund von Krieg und Gewalt verlassen. Blick in die Zukunft prägt: Sie wünscht sich, dass ihre Mit neunzehn erlebte sie häusliche Gewalt und verließ Tochter weiterhin erfolgreich zur Schule geht und Frauen ihren Ehemann, nachdem er versucht hatte, ihrer Toch- künftig mehr Möglichkeiten erhalten, in Würde zu arbeiter etwas anzutun. Ihre Geschichte zeigt, dass Fluchtur- ten. sachen oft vielfältig sind und sich persönliche Gewalterfahrungen mit den Folgen von Krieg und Unsicherheit „Dieses Projekt hat mir mehr gegeben als nur ein Einkomüberlagern. men. Es hat mir Stabilität, Selbstachtung und die Chance gegeben, auf eigenen Beinen zu stehen“, sagt sie. „Ich Bildung hat für sie oberste Priorität, auch wenn das Geld werde weiter für die Zukunft meiner Tochter kämpfen kaum ausreicht. und hoffe, dass mehr Frauen den Mut finden, dasselbe zu tun.“

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GRÄBEN GEGEN LEBENSBEDROHLICHE WASSERMASSEN

AFGHANISTAN

Iran Pakistan

Afghanistan leidet erheblich unter Dürre. Regnet es doch einmal, kommt es häufig zu gefährlichen Sturzfluten. Eine einfache Maßnahme schafft Abhilfe. Verstärkt durch den Klimawandel führen extreme Wetterereignisse wie Dürren zu großflächigen Vertreibungen, Vermögensverlusten sowie Schäden an Infrastruktur und Lebensgrundlagen. Der Anteil der von Dürre betroffenen Haushalte stieg laut Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) dramatisch

von 27 Prozent im September 2024 auf 75 Prozent im September 2025, was nahezu einer Verdreifachung entspricht. Besonders betroffen sind laut einer Analyse der Internationalen Organisation für Migration (IOM) vor allem die Klimarisiko-Hotspots in Zentralafghanistan. In den Provinzen Daykundi, Ghor sowie Badakhshan unter-

Die über Jahre ausgetrockneten Böden in Afghanistans von Dürre betroffenen Gegenden konnten den Regen kaum aufnehmen. Einfache Gräben schaffen Abhilfe.

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Unsere Arbeit weltweit

stützt Aktion gegen den Hunger mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) lokale Gemeinschaften dabei, ihre Widerstandskraft gegenüber den Folgen des Klimawandels zu stärken. Zu diesem Zweck stärken wir gemeindebasierte Strukturen für das Katastrophenrisikomanagement, um die Bevölkerung besser auf mögliche Krisen vorzubereiten. Wir mobilisieren Gemeindemitglieder, die sich im Katastrophenschutz engagieren möchten, bilden sie aus und entwickeln gemeinsam mit ihnen Maßnahmen zur Risikominimierung in und um ihre Dörfer. Angesichts zunehmender Starkregenereignisse und anhaltender Dürren setzen die Gemeinden dabei vor allem auf gemeinschaftlich umgesetzte Maßnahmen im Wassermanagement.

Katastrophenschutz muss nicht teuer sein Eine einfache, aber äußerst wirksame Lösung sind Gräben. Sie dienen dazu, Wasser gezielt zu lenken oder zu sammeln, und schützen so vor Überschwemmungen. Indem sie das Abfließen von Wasser an der Oberfläche verlangsamen, verringern sie das Risiko von Sturzfluten und Erdrutschen. Im Vergleich zu komplexen Entwässerungssystemen wie unterirdischen Rohrleitungen sind Gräben kostengünstig, flexibel einsetzbar und mit geringem technischem Aufwand umsetzbar. Darüber hinaus ermöglichen Gräben eine gezielte Steuerung von Wasser über größere Gebiete hinweg. Sie können Teil umfassender Wassermanagementsysteme sein, etwa in Kombination mit Auffangbecken, bepflanzten Mulden oder Terrassierungen. So entsteht ein vernetztes System, das Wasser nicht nur ableitet, sondern auch speichert und gezielt verteilt. Dies ist besonders relevant in Regionen mit stark schwankenden Niederschlägen, da Wasser so für eine spätere Nutzung verfügbar gemacht werden kann. Neben ihrer Schutzfunktion bieten solche Maßnahmen auch soziale und wirtschaftliche Vorteile: Der Bau von Gräben schafft im Rahmen arbeitsintensiver Programme Einkommen und verbessert gleichzeitig die lokale Infrastruktur. Zudem erwerben die Beteiligten praktisches Wissen über nachhaltige Landnutzung und den Umgang

„Wir bewirtschaften dieses Wasser­ einzugsgebiet im Distrikt Darien so, dass Katastrophenrisiken verringert werden – insbesondere Überschwemmungen, die im Oberlauf entstehen und sich flussabwärts ausbreiten. Diese treten vor allem im Frühjahr auf, meist von Saisonbeginn bis Juni, und werden hauptsächlich durch starke Nieder­ schläge im gesamten Einzugsgebiet verursacht.“ – Mohammad Ibrahim Ahmad, Experte für Katastrophenvorsorge von Aktion gegen den Hunger in Badakhshan

mit zunehmend häufigen Dürre- und Extremwetterereignissen. Dies stärkt langfristig die Eigenständigkeit der Gemeinden und fördert lokale Lösungen für wiederkehrende Umweltprobleme, die die landwirtschaftliche Produktion und damit die Ernährungssicherheit beeinträchtigen. Gerade vor dem Hintergrund solcher klimabedingten Herausforderungen wird die Bedeutung dieser Maßnahmen deutlich: Afghanistan gehört laut Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) weiterhin zu den Ländern mit der schwersten Hungerkrise weltweit. Jede dritte Person – insgesamt 17,4 Millionen Menschen – benötigt dringend Nahrungsmittelhilfe. Auch die Unterernährung von Kindern hat besorgniserregende Ausmaße erreicht und dürfte im Jahr 2026 einen Höchstwert erreichen. Insgesamt befindet sich das Land in einer der größten humanitären Krisen der Welt. Die Teams von Aktion gegen den Hunger leisten vor Ort umfassende Hilfe: Sie behandeln akute Mangelernährung bei Kindern, betreuen schwangere und stillende Frauen und bringen mit mobilen Kliniken medizinische Versorgung zu Menschen in abgelegenen Regionen. Sie unterstützen Familien mit Bargeldhilfen, damit diese sich selbst versorgen können und lokale Märkte gestärkt werden. Darüber hinaus bieten sie psychosoziale Betreuung für traumatisierte Menschen an, unter anderem über eine einzigartige landesweite Hotline für mentale Gesundheit.

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Unser Landesdirektor für den Sudan, Samy Guessabi, fordert von Mitgliedern des Deutschen Bundestages mehr Unterstützung für die größte humanitäre Krise der Welt.

UNSERE ARBEIT IN DEUTSCHLAND Neben unserer humanitären und entwicklungspolitischen Arbeit vor Ort engagieren wir uns auch in Deutschland. Unsere Mitarbeitenden leisten Bildungsarbeit an Schulen, mobilisieren die Zivilgesellschaft und bringen sich aktiv in politische Prozesse ein. So schaffen wir in der breiten Öffentlichkeit ein Bewusstsein für den Kampf gegen den Hunger. 20


Unsere Arbeit in Deutschland

SICHTBAR MACHEN, WAS ÜBERSEHEN WIRD 2025 stand im Zeichen der Neuausrichtung des Human Rights Film Festival Berlin und der gezielten Aufmerksamkeit für aktuelle Menschenrechtskrisen.

Ein besonderes Augenmerk für das Human Rights Film Festival Berlin (HRFFB) lag auf der weitgehend ignorierten Krise im Sudan. Seit Ausbruch des Konflikts im April 2023 befindet sich das Land in der schwersten Hungerkrise seiner Geschichte: Über 30 Millionen Menschen sind auf Hilfe angewiesen, mehr als 20 Millionen leiden unter akutem Hunger. Mit der zweitägigen Reihe „Khartoum Calling – Voices for Sudan“ rückten wir im Oktober die Situation ins Zentrum und schufen Raum für Austausch und politische Einordnung. Am ersten Abend präsentierten wir den preisgekrönten Dokumentarfilm KHARTOUM und verknüpften die Vorführung vor rund 250 Gästen aus Politik, Kultur, Medien und Zivilgesellschaft mit Kunst, Musik und Gesprächen. Ziel war es, sudanesische Perspektiven sichtbar zu machen und das Bewusstsein zu stärken. Am zweiten Tag führten wir die Diskussion im Deutschen Bundestag weiter. Gemeinsam mit sudanesischen Künstler*innen, Journalist*innen und Vertreter*innen humanitärer

Organisationen brachten wir zentrale Forderungen in den politischen Dialog ein: mehr humanitäre Hilfe, Einhaltung des UN-Waffenembargos, diplomatische Initiativen für Zugang und Frieden, Schutz von Geflüchteten sowie Unterstützung für sudanesische Kunst- und Filmschaffende. Besonders ermutigend war die breite parteiübergreifende Unterstützung der teilnehmenden Abgeordneten, darunter Serap Güler, Boris Mijatović, Derya Türk-Nachbaur, Jonas Geissler und Charlotte Neuhäuser, die ein stärkeres Engagement für den Sudan bekräftigten. Wir danken außerdem Ibrahim Snoopy (KHARTOUM), Yousra Elbagir, Samy Guessabi, Andrea Böhm, Niddal Salah-Eldin sowie Moderator Jaafar Abdul Karim. Ein weiterer Schwerpunkt des HRFFB 2025 war die Bildungsarbeit: Wir haben im Rahmen von 76 Filmvorführungen an Schulen in ganz Deutschland das Thema Menschenrechte in den Unterricht gebracht und damit über 5.000 Schüler*innen zu Engagement und Mitgestaltung motiviert.

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SOLIDARITÄT IST KEIN SPARPOSTEN Mittelkürzungen und aufgeweichte Versprechen prägten das politische Geschehen 2025. Als Zivilgesellschaft halten wir lautstark dagegen. Das Jahr 2025 war politisch turbulent: Mit der Wahl einer neuen Bundesregierung wurden auch neue politische Prioritäten gesetzt. Gleichzeitig haben internationale Entwicklungen die Rahmenbedingungen für die humanitäre Hilfe grundlegend verändert. So hat die US-Regierung ihr Finanzierungsprogramm für internationale Hilfe aufgekündigt – mit dramatischen Auswirkungen für die humanitäre Hilfe weltweit. Die Krisen in Gaza, Sudan, Jemen und vielen anderen Orten haben weiterhin unermessliches Leid verursacht. Zu alldem haben wir von Aktion gegen den Hunger nicht geschwiegen: Mit klaren Forderungen, kreativen Aktionen und einer lauten Stimme haben wir uns für eine gerechtere und zukunftsfähige Politik starkgemacht. Mit der Übergabe unserer Petition „Menschenrechte statt Konzerninteressen: Nahrung ist ein Menschenrecht!“ haben wir ein starkes Signal an die Bundesregierung gesendet. Mehr als 100.000 Menschen fordern gemeinsam mit uns: Menschenrechte müssen Vorrang vor Konzerninteressen haben, und die Politik muss das Recht auf Nahrung konsequent und weltweit umsetzen. Bei unserer Übergabe im Landwirtschaftsministerium haben wir auch rund 700 persönliche Botschaften aus unserer Community mitgebracht. Es wurde deutlich: Die Politik muss endlich die Rahmenbedingungen schaffen, damit sich alle Menschen selbstbestimmt und gesund ernähren können.

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Schulterschluss der Zivilgesellschaft Bei der jährlichen „Wir haben es satt!“-Demo in Berlin sind wir gemeinsam mit Tausenden auf die Straße gegangen. Unter dem Motto „Wer profitiert hier eigentlich?“ haben wir eine Agrarwende gefordert, die Menschen und das Klima in den Mittelpunkt stellt statt der Profite weniger Konzerne. Unsere Botschaft ist klar: Hunger ist kein Schicksal, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen. Gemeinsam mit der Initiative Lieferkettengesetz, einem breiten Bündnis aus mehr als 90 Organisationen, haben wir am 8. Oktober über 200.000 Unterschriften für den Erhalt des Lieferkettengesetzes an das Wirtschaftsministerium übergeben. Denn nur verbindliche Regeln stellen sicher, dass bei globalen Produktions- und Transportketten Menschenrechte und Umweltstandards eingehalten werden. Im Haushalt für 2025 und 2026 hat die neue Bundesregierung massive Kürzungen im Bereich der humanitären Hilfe und Entwicklungspolitik beschlossen. Angesichts sich verschärfender globaler Krisen halten wir diese Richtungsentscheidung für äußerst kurzsichtig. Gemeinsam mit dem Bündnis „Luft nach oben“ haben wir gegen die Kürzungen


Unsere Arbeit in Deutschland

protestiert. Bei einer öffentlichkeitswirksamen Aktion vor dem Bundestag erinnerten wir die Politik an die langfristigen Folgen ihrer kurzsichtigen Entscheidungen.

Wir lassen nicht locker 2025 war ein herausforderndes Jahr, in dem wir nicht nur zugesehen, sondern aktiv gestaltet haben. Mit Petitionen, Protestaktionen und Debattenbeiträgen haben wir uns eingemischt. Auch 2026 werden humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit vor großen Herausforderungen stehen. Doch auch diese werden wir gemeinsam, im Bündnis mit anderen Organisationen und Menschen wie Ihnen, meistern können. Wir bleiben laut, um die Politik an ihre Versprechen zu erinnern!

„Hungrig nach Fakten“ Hier geht’s zu unserer Videoreihe mit Politiker*innen und Expert*innen über das Recht auf Nahrung für alle.

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POLITISCHE ARBEIT: HILFE STÄRKEN, RECHTE SCHÜTZEN ür Menschen in Gaza, Sudan, Afghanistan und anderen F Krisengebieten: Wir machen Druck für humanitäres Völkerrecht und gegen Hilfskürzungen. Gemeinsam mit unseren Bündnisorganisationen halten wir einen riesigen Bumerang in die Luft. Die Botschaft: „Hilfe kürzen? Kommt zurück wie ein Bumerang!“

Haushaltspetition

Bundeshaushalt: Kritik an der fatalen Sparpolitik Unser Politikteam behält die Arbeit der Bundesregierung genau im Auge. Ganz besonders verfolgten wir 2025 den Haushaltsprozess, denn es zeichneten sich weitreichende Kürzungen bei den Mitteln für die internationale Hilfe ab. Im Haushalt 2025 wurden die Mittel für humanitäre Hilfe um mehr als die Hälfte auf gut eine Milliarde Euro gekürzt. Im Haushalt 2026 sank der Etat für Entwicklungszusammenarbeit auf rund zehn Milliarden Euro – den niedrigsten Anteil am Gesamthaushalt seit 15 Jahren.

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Gemeinsam mit 16 humanitären und entwicklungspolitischen Organisationen fordern wir die Bundesregierung auf, ihre Kürzungen zu stoppen und die internationale Hilfe zu stärken!

Angesichts eskalierender Konflikte und Krisen weltweit ist das ein fataler Trend. Studien zufolge könnten die weltweiten Kürzungen der Hilfsgelder bis zum Ende des Jahrzehnts bis zu 22,6 Millionen Menschenleben kosten, darunter fünf Millionen Kinder unter fünf Jahren. In Briefen an die Regierung, persönlichen Gesprächen mit Politiker*innen und mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen setzen wir uns dafür ein, dass die Bundesregierung ihren fatalen Sparkurs bei der internationalen Hilfe zurücknimmt.


Unsere Arbeit in Deutschland

Gaza: Damit die Welt nicht wegschaut Gemeinsam mit anderen humanitären NGOs in Berlin setzen wir uns für die Menschen in Gaza und im Westjordanland ein. In Gesprächen und Briefen an das Auswärtige Amt forderten wir die Bundesregierung auf, sich für den Schutz des humanitären Völkerrechts, die ungehinderte Lieferung von Hilfsgütern und die Registrierung humanitärer Hilfsorganisationen durch die israelische Regierung einzusetzen. Im Mittelpunkt standen die Angriffe auf Zivilist*innen und die Blockade des Gazastreifens. Zudem thematisierten wir die zunehmende Gewalt gegen Palästinenser*innen im Westjordanland und die Zerstörung von Dörfern. Den Bundeskanzler forderten wir schriftlich auf, einen humanitären Gipfel für Gaza einzuberufen. Gemeinsam mit Ärzt*innen aus Gaza informierten wir Abgeordnete über die dramatische medizinische Notlage.

Sudan: Politische Aufmerksamkeit erhöhen Im Jahr 2025 intensivierten wir unsere politische Arbeit zum Sudan – der derzeit größten humanitären Krise der Welt. Um auf die Situation aufmerksam zu machen und die deutsche Regierung zu mehr finanzieller und politischer Unterstützung aufzufordern, organisierten wir im Oktober 2025 ein Filmscreening des Dokumentarfilms KHARTOUM im Deutschen Bundestag. Gemeinsam mit Abgeordneten, der Staatsministerin Serap Güler und

unserem Landesdirektor im Sudan, Samy Guessabi, diskutierten wir anschließend über die Rolle Deutschlands und formulierten Vorschläge, wie die Bundesregierung sich durch humanitäre Diplomatie für die Zivilbevölkerung im Sudan einsetzen kann.

Afghanistan: Hunger, Vertreibung und Klima­ krise Millionen Menschen hungern, das Gesundheitssystem liegt am Boden, viele Menschen sind auf der Flucht oder zurückgekehrt. Afghanistan ist von Erdbeben, Dürren, den Folgen des Klimawandels und Grenzkonflikten mit Pakistan betroffen. Zwei Mitarbeiterinnen aus dem Berliner Büro von Aktion gegen den Hunger besuchten im Herbst 2025 unsere Projekte im Land. Sie besuchten Kliniken für akut mangelernährte Kinder und Projekte zur Trinkwasserversorgung. Anschließend berichteten sie im Bundestag, im Auswärtigen Amt und im BMZ über die humanitäre Lage und sprachen mit Journalist*innen. Deutschland war jahrelang in Afghanistan engagiert. Die Bundesregierung darf die Menschen dort nicht im Stich lassen. Dafür setzen wir uns weiter ein.

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BILDUNG, DIE (VIEL) BEWEGT Hunger und Mangelernährung verstehen, globale Zusammenhänge erkennen und selbst ins Handeln kommen: Das ist Schulen gegen den Hunger.

Unter dem Motto „Lernen, bewegen, verändern!“ verbindet unser Schulprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung mit Bewegung und solidarischem Engagement. Schüler*innen aller Altersstufen und Schulformen setzen sich interaktiv mit den Ursachen von Hunger und Mangelernährung auseinander und werden anschließend im Rahmen einer sportlichen Spendenaktion selbst aktiv. Die Schulen können aus verschiedenen Bildungsmodulen wählen, die das Thema Hunger aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten. Ein roter Faden zieht sich durch alle Module: globale Zusammenhänge verstehen, historische Verantwortung erkennen und hinterfragen, wie Krisen, Ungleichheit und globale Strukturen miteinander verknüpft sind – und insbesondere, welche Lösungsansätze es gibt. Geschulte Expert*innen gestalten eine interaktive Unterrichtseinheit mit den Schüler*innen, die sich im Anschluss in der Schulgemeinschaft engagieren: Sie organisieren eine Sportveranstaltung und gewinnen im Vorfeld Unterstützer*innen. So erleben sie Bildung als Ausgangspunkt für verantwortliches Handeln und beteiligen sich aktiv im Kampf gegen den Hunger, indem sie Spenden sammeln, die die Arbeit von Aktion gegen den Hunger unterstützen.

„Das Projekt hat uns sehr viel Freude gemacht. Das Ergebnis macht uns sehr stolz und spornt uns an, auch in Zukunft einen Spendenlauf zu organisieren.“ – Timo Maier, Lehrkraft am Robert-Bosch-Gymnasium Langenau Insgesamt haben im Jahr 2025 rund 29.300 Schüler*innen aus 122 Schulen teilgenommen und Spenden in Höhe von rund 490.000 Euro gesammelt.

Ein Jahrzehnt voller Engagement 2025 feierte unser Schulprogramm sein zehnjähriges Jubiläum mit einem Jahr voller Bewegung, Einsatzbereitschaft und großartiger Aktionen von Schüler*innen deutschlandweit. Jede teilnehmende Schule trug auf ihre Weise zum Jubiläumsergebnis von rund 490.000 Euro bei.

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Unsere Arbeit in Deutschland

Einige Highlights: In Erlangen engagierten sich drei Schulen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen sportlich. Zwei der Veranstaltungen wurden dabei von den jeweiligen Bürgermeistern begleitet. Gemeinsam sammelten die Erlanger Schüler*innen eine beeindruckende Spendensumme von 30.000 Euro und setzten damit ein starkes Zeichen im Kampf gegen den Hunger. Auch in Thüringen bleibt das sportliche Engagement eines Eisenacher Gymnasiums in Erinnerung: Fast 500 Schüler*innen nahmen an einem Spendenlauf im großen Wartburg-Stadion teil und sammelten dabei mehr als 12.000 Euro.

wie unser Programm von der Schulgemeinschaft getragen wird und sie zugleich stärkt.

Für das Team von Schulen gegen den Hunger ist es besonders motivierend, selbst vor Ort zu sein, um die Aktionen mitzuerleben und die Sportler*innen anzufeuern oder um die gesammelten Spenden entgegenzunehmen. Das war beispielsweise an den Sporttagen in Erlangen und Eisenach der Fall, wo die enorme Motivation, das Engagement sowie der Stolz der Schüler*innen und ihrer Lehrkräfte deutlich spürbar waren.

Wir danken allen Beteiligten herzlich für ihren Einsatz und freuen uns darauf, viele von ihnen im nächsten Jahr wiederzusehen – und viele neue Engagierte willkommen zu heißen.

Auch die Bildungsaktionen setzten 2025 Maßstäbe: Bei einem Themenvortrags-Marathon in Wolfsburg erreichten unsere Referierenden an zwei Tagen 1.158 Schüler*innen von der ersten Klasse bis zur Oberstufe in insgesamt 700 Minuten: ein eindrucksvolles Beispiel dafür,

Ein besonderes Beispiel für gemeinschaftliches Engagement im Kampf gegen den Hunger zeigte eine Schule auf kulturelle Weise: Erstmals organisierten Schüler*innen ein Benefizkonzert zugunsten unserer Arbeit. In der St.-Bartholomäus-Kirche begeisterten die Schüler*innen sowie Freund*innen und Lehrkräfte des Nürnberger Labenwolf-Gymnasiums das Publikum mit musikalischem Können und großer Hingabe.

Mitmachen Sie kennen eine Schule, die mitmachen sollte? Melden Sie sich bei uns!

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Die zweijährige Danela Asimne liebt die frischen Tomaten von der Farm ihres Vaters Ernest Bikorimana Desire. Über unser Projekt in Uganda erhält Ernest Zugang zu Land, Märkten und Bewässerung.

DAFÜR STEHEN WIR Als humanitäre und entwicklungspolitische Organisation verfolgen wir eine klare Vision: eine Welt ohne Hunger und Not. Dazu brauchen wir einen starken moralischen Kompass. Nur wenn wir menschlich, unabhängig, unparteilich und neutral handeln, können wir dieser Vision näher kommen. 28


Dafür stehen wir

Vision

Unsere Arbeit

Trotz globaler Fortschritte leiden noch immer 645 Millionen Menschen täglich an Hunger; das ist jede*r Zwölfte weltweit. Doch Hunger ist kein unlösbares Problem: Es gibt ausreichend Lebensmittel und das nötige Wissen, um alle Menschen zu ernähren. Als eine der führenden Organisationen im Kampf gegen den Hunger engagieren wir uns dafür, sowohl die Ursachen als auch die Folgen von Hunger zu bekämpfen – durch gezielte Programme und Projekte, Bildungsangebote und Öffentlichkeitsarbeit sowie politische Einflussnahme. Wir tun alles, was nötig ist, damit niemand mehr Hunger leiden muss. Auch wenn es schwierig wird und lange dauert: Wir geben nicht auf.

Weltweit stehen wir Menschen zur Seite, die durch politische und wirtschaftliche Krisen, den Klimawandel oder bewaffnete Konflikte in Not geraten sind. Unsere Teams sind dort im Einsatz, wo Hunger und Armut das Leben bedrohen – auch in Regionen, die von anderen staatlichen oder humanitären Akteuren verlassen wurden. Mit unseren Projekten bekämpfen wir Mangelernährung, verbessern den Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen, fördern nachhaltige Lebensgrundlagen und bieten psychosoziale Unterstützung.

Wer wir sind Aktion gegen den Hunger ist ein globales Netzwerk mit Hauptsitzen in Deutschland, Frankreich, dem Vereinigten Königreich, Italien, Indien, Kanada, Spanien und den USA. Jedes Mitglied von Aktion gegen den Hunger ist rechtlich unabhängig, doch alle Mitglieder teilen ein gemeinsames Mandat, gemeinsame Werte, operative Grundsätze, Qualitätsstandards und eine gemeinsame Strategie. Mit 7.122 Mitarbeitenden sind wir weltweit in 54 Ländern präsent und haben in 52 dieser Länder Projekte umgesetzt. Die deutsche Sektion wurde 2014 gegründet und leistet seither einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der gemeinsamen Ziele.

Den weltweiten Hunger können wir nicht allein durch unsere Projekte vor Ort besiegen. Viele Ursachen von Hunger und Mangelernährung sind tief in globalen Wirtschaftsstrukturen und politischen Entscheidungen verwurzelt. Deshalb legen wir großen Wert auf unsere Advocacy- und Kampagnenarbeit, um Veränderungen auf politischer Ebene anzustoßen und ungerechte Machtverhältnisse anzuprangern. Mit Bildungsprogrammen an Schulen in Deutschland und dem von uns initiierten und veranstalteten Human Rights Film Festival Berlin klären wir auf und mobilisieren Menschen für den Kampf gegen Hunger und Ungerechtigkeit.

Unsere Struktur in Deutschland Die deutsche Sektion von Aktion gegen den Hunger besteht aus Aktion gegen den Hunger Deutschland e. V. und Aktion gegen den Hunger gGmbH, die beide gemeinnützig sind. Der eingetragene Verein (e. V.) fungiert als Kontroll- und Aufsichtsorgan und ist alleiniger Gesellschafter der gemeinnützigen GmbH (gGmbH). Über die Rechtsform der gGmbH erfolgt der Großteil unserer operativen Arbeit. Der ehrenamtliche Vorstand des Vereins berät und kontrolliert die hauptamtliche Geschäftsführung der gGmbH. Der Vorstand wird von der Mitgliederversammlung für eine Dauer von drei Jahren gewählt.

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Mitgliederversammlung wählt & entlastet

Vorstand: Cornelia Richter (Vorsitzende des Vorstands, ehemalige Vizepräsidentin des Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung der Vereinten Nationen) und Dr. Monika Ebert (Finanzdirektorin bei Transparency International)

Vorstand berät & kontrolliert

Geschäftsführung Human Resources

Finanzen & Adminis­tration

Programme & Advocacy

Marketing & Fundraising

Presse & Medien

Redaktion & Digitales

Human Rights Film Festival Berlin

Kooperationen & Stiftungen Schulen gegen den Hunger

berichten an Jan Sebastian Friedrich-Rust (Geschäftsführer / CEO)

berichten an Dr. Helene Mutschler (Geschäftsführerin / Executive Director)

Vertrauliche Meldestelle Das Hinweisgeberschutzgesetz schützt sogenannte Whistleblower und verpflichtet Organisationen mit mehr als 50 Beschäftigten, eine interne Meldestelle einzurichten. Aktion gegen den Hunger bietet ihren Mitarbeitenden über ein digitales Portal die Möglichkeit, Hinweise auf mögliche Fälle von beispielsweise Korruption, Menschenrechtsverletzungen oder Datenmissbrauch anonym zu melden. Für uns ist klar: Wer den Schritt wagt, einen Hinweis zu geben, handelt im Sinne unserer gemeinsamen Werte – mutig, verantwortungsbewusst und als Vorbild – und darf deshalb keine Nachteile erfahren.

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Mitgliederversammlung: Dr. Bärbel Kofler (Staatssekretärin im BMZ und Mitglied des Deutschen Bundestages), Valentin Thurn (Autor und Filmemacher), Dr. Stefan Schultes-Schnitzlein (Rechtsanwalt und Steuerberater), Denis Metzger (Gründer der Break Poverty Foundation), Dr. Kira Vinke (Wissenschaftlerin und Leiterin des Zentrums für Klima und Außenpolitik der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik), Dr. Christian Humborg (CEO Allianz Foundation), Matthieu Yziquel (Betriebsleiter Other Solutions) Geschäftsführung: Jan Sebastian Friedrich-Rust (bis 31.01.2026 gemeinsam mit Dr. Helene Mutschler; seit 01.02.2026 alleiniger Geschäftsführer) Mitarbeitende: Zum 31.12.2025 waren 60 Personen bei Aktion gegen den Hunger fest angestellt, davon zwei Geschäftsführer*innen. Darunter waren 33 Vollzeit- und 27 Teilzeitbeschäftigte. Zudem unterstützten zum Stichtag zwei FSJler*innen, sechs studentische Hilfskräfte sowie elf ehrenamtlich Tätige die Arbeit von Aktion gegen den Hunger.


Dafür stehen wir

PARTNERSCHAFTEN FÜR NACHHALTIGE WIRKUNG Partnerschaften mit engagierten Unternehmen, Stiftungen und anderen Partnern sind für unsere weltweite Arbeit unverzichtbar. Gemeinsam konnten wir 2025 viel verändern. 2025 konnten wir die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Unternehmen share weiterführen. In Somalia unterstützte share erneut die Versorgung mangelernährter Kinder mit therapeutischer Fertignahrung. Gleichzeitig begann in Madagaskar ein neues Projekt: Die Instandsetzung von 116 Brunnen verbessert dort langfristig den Zugang zu sauberem Trinkwasser und stärkt die Gesundheit ganzer Gemeinden. Auch PayPal stand uns weiterhin zur Seite. Durch die Möglichkeit, am Ende des Bezahlvorgangs zu spenden, haben Tausende Menschen unsere weltweite Arbeit unterstützt und gezeigt, wie groß die Wirkung kleiner Beiträge sein kann.

gende Dokumentarfilme des Human Rights Film Festival Berlin in Schulen. Das Förderprogramm Entwicklungspolitische Bildung (FEB) von Engagement Global, finanziert durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, ermöglichte zudem Themenvorträge, die Schüler*innen für globale Zusammenhänge sensibilisierten und zu eigenem Engagement motivierten. Die Robert Bosch Stiftung unterstützt unsere Advocacy-Arbeit im Bereich globaler Klimagerechtigkeit. Im Mittelpunkt steht die Stärkung der Zusammenarbeit zivilgesellschaftlicher Organisationen in internationalen Klimaverhandlungen.

Ebenso wertvoll ist die kontinuierliche Pro-bono-Beratung der Kanzlei Orrick, Herrington & Sutcliffe LLP. Mit ihrer Expertise unterstützt sie uns seit Jahren zuverlässig bei komplexen rechtlichen Fragestellungen. 2025 konnten wir unsere Inlandsprojekte dank starker Partner weiter ausbauen. Großzügige Unterstützung erhielten wir von der Deutschen Postcode Lotterie. Sie ermöglichte unter anderem Themenvorträge und Filmvorführungen an Schulen sowie eine Sonderveranstaltung zur dramatischen humanitären Lage im Sudan. Mit dem zweitägigen Event „Khartoum Calling – Voices for Sudan“ – inklusive einer Diskussion im Bundestag – erzeugten wir öffentliche Aufmerksamkeit für sudanesische Stimmen und Geschichten und setzten ein Zeichen für mehr Sichtbarkeit, Solidarität und politische Wirkung. Mit Mitteln der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) brachten wir zudem bewe-

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STIMMEN UNSERER UNTERSTÜTZER*INNEN Unsere Vision einer Welt ohne Hunger können wir nur mithilfe unserer Unterstützer*innen verwirklichen. An dieser Stelle möchten wir uns herzlich bei allen bedanken, die sich auf vielen unterschiedlichen Wegen engagieren und damit weltweit Menschen in Not helfen. Ob Spenden, unterzeichnete Petitionen, die Teilnahme an Demonstrationen oder das Berücksichtigen von Aktion gegen den Hunger im Testament – jeder Beitrag ist wertvoll! Hinter jedem Engagement steht eine persönliche Motivation. Was Menschen dazu bewegt, sich für Aktion gegen den Hunger einzusetzen, zeigen die Stimmen unserer Unterstützer*innen.

„Ich habe Aktion gegen den Hunger in meinem Testament bedacht, weil ich diese Organisation als vertrauenswürdig erachte und ich mich darauf verlassen kann, dass mein Geld bei den Menschen in den ärmsten Ländern der Welt ankommen und Not lindern, vielleicht sogar Leben retten wird. In meinem Entscheidungsprozess, welcher gemeinnützigen Organisation ich meinen Nachlass anvertrauen möchte, stach Aktion gegen den Hunger besonders hervor, da diese Organisation in Ländern tätig ist, in die andere Hilfsorganisationen sich nicht wagen. Die persönliche Begleitung der Organisation bei meiner Nachlassgestaltung war hervorragend.“ – Carola Binski

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„Wirklicher Hunger ist schwer vorstellbar und hier in Deutschland kaum sichtbar – einfach, weil Nahrung per­ manent verfügbar ist. Des­ halb unterstütze ich die wert­ volle Arbeit von Aktion gegen den Hunger mit einer regel­ mäßigen Spende, damit Hun­ ger wirksam bekämpft und diese wichtige Arbeit sichtba­ rer wird.“ – Bertram Rusch

„Was mir besonders am Herzen liegt, ist die Hoffnung, die Menschen in Not schöpfen, wenn sie spüren, dass sie gesehen und nicht alleingelassen sind.“ – Christian Heipt

Regelmäßige Spenden Besonders wertvoll für unsere weltweite Arbeit sind regelmäßige Spenden. Mit wiederkehrenden Beträgen können wir unsere Einsätze besser planen. Sie geben uns finanzielle Sicherheit sowohl für langfristige Projekte als auch für Nothilfe in Krisensituationen und die Vorbeugung von Krisen. Jetzt spenden unter: www.aktiongegendenhunger.de/spenden/dauerspenden


Dafür stehen wir

GEMEINSAM BEWAHREN, WAS WICHTIG IST Mit einem Testament können Sie dafür sorgen, dass Ihr Engagement für eine Welt ohne Hunger über Ihr Leben hinaus wirkt. 5 Fakten zu Testamentsspenden

Gerechtigkeit, Mitgefühl, Nachhaltigkeit – was liegt Ihnen im Leben besonders am Herzen? Manche Werte, die ein Fundament unserer Gesellschaft sind, werden heute infrage gestellt oder sogar angegriffen. Viele Menschen möchten für die Zukunft bewahren, was ihr Leben geprägt hat und ihnen wichtig ist, zum Beispiel das Engagement für eine Welt ohne Hunger und die Überzeugung, dass wir dafür gemeinsam Verantwortung übernehmen können. Mit einer Testamentsspende können Sie Ihre Werte an die nächste Generation weitergeben. In einer Welt, die großen Herausforderungen gegenübersteht, ist dies eine Chance, ein Zeichen zu setzen und etwas Bleibendes zu hinterlassen.

→

it Ihrem Testament können Sie M Angehörige absichern und sich gleichzeitig für eine Welt ohne Hunger einsetzen.

→

Auch ein kleiner Nachlass oder ein Teil davon ist eine wertvolle Hilfe.

→

I m Erbfall können wir uns sorgfältig um die Abwicklung Ihres Nachlasses kümmern.

→

ktion gegen den Hunger ist von der A Erbschaftssteuer befreit. Testamentsspenden kommen vollständig unserer Arbeit zugute.

→

nsere Hilfe ist für Sie immer U unverbindlich und kostenfrei.

Wir laden Sie ein, über die nachhaltige Wirkung nachzudenken, die Ihr Erbe haben kann. Schenken Sie von Hunger betroffenen Menschen langfristig eine bessere Perspektive. Wir begleiten Sie gern bei Ihren Überlegungen. › IMPULSWORT

Weitere Informationen

IHR TESTAMEN T EINE WELT OHN FÜR E HUNGER

Ein Ratgeber für

Ihre Nachlassgestaltun g

In unserem Testament-Ratgeber erfahren Sie: Warum ist ein Testament sinnvoll? Wie verfassen Sie ein gültiges Testament? Wie können Sie sich damit für eine Welt ohne Hunger einsetzen? Bestellen Sie ihn kostenlos und unverbindlich unter www.aktiongegendenhunger.de/testament.

Ralf Wagner berät Sie gerne rund um die Themen Testament und Erbschaft. Kontakt: rwagner@ aktiongegendenhunger.de oder 030 279099785

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FINANZEN FINANZEN IN DEUTSCHLAND Erträge Die Gesamterträge von Aktion gegen den Hunger beliefen sich im Jahr 2025 auf 33,41 Millionen Euro. Gegenüber dem Jahr 2024 entspricht dies einem Rückgang von 15,94 Prozent, der vor allem auf deutlich gesunkene Fördermittel institutioneller Geber zurückzuführen ist. Die Erträge aus institutionellen Fördermitteln lagen im Jahr 2025 bei 24,47 Millionen Euro und damit rund 20 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Hintergrund sind umfängliche Kürzungen öffentlicher Mittel im Bereich der humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit.

Institutionelle Fördermittel für internationale Projekte (Angaben in Euro)

Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit

Welthungerhilfe

291.000

2,4 Mio 13,4 Mio.

Kreditanstalt für Wieder­aufbau

4 Mio.

4,4 Mio.

Auswärtiges Amt

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Die Unterstützung durch Privatspender*innen nahm auf Jahressicht leicht zu. Die Erträge aus regelmäßigen Spenden stiegen um 1,67 Prozent auf 4,89 Millionen Euro. Insgesamt unterstützten rund 37.570 Menschen Aktion gegen den Hunger mit einer regelmäßigen Spende. Der durchschnittliche Jahresbetrag einer Dauerspende erhöhte sich von 137 Euro auf 142 Euro.

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Die Erträge aus Einmalspenden entwickelten sich leicht positiv und erreichten 2,96 Millionen Euro. Dies entspricht einem Anstieg von 4,91 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zuwendungen der Partnerunternehmen und Stiftungen sind im Vergleich zum Vorjahr um 34,68 Prozent auf 357.516 Euro gesunken. Ursache hierfür waren deutlich geringere Lizenzerlöse aus der Kooperation mit dem Unternehmen share. Für das von Aktion gegen den Hunger im Jahr 2018 initiierte und seither jährlich stattfindende Human Rights Film Festival Berlin konnten Förderungen in Höhe von 107.760 Euro gewonnen werden. Die Ausrichtung des Festivals 2025 wurde in den April 2026 verschoben. In der Kategorie „Sonstige Erträge“ werden insbesondere Kompensationszahlungen innerhalb des internationalen Action-Against-Hunger-Netzwerks ausgewiesen. Diese Zahlungen erfolgen als Gegenleistung für Projektanbahnung und -abwicklung mit institutionellen Partnern. Die sonstigen Erträge sind mit 618.729 Euro um 27,93 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken.

Aufwendungen Den Gesamterträgen von 33,41 Millionen Euro standen Aufwendungen von 31,55 Millionen Euro gegenüber – eine Reduktion um 22,39 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Geschäftsjahr 2025 wurde mit einem Jahresüberschuss von 1,87 Millionen Euro abgeschlossen. Aufwendungen für Programmarbeit Mit 80,06 Prozent entfiel der größte Anteil der Aufwendungen auch 2025 auf die Finanzierung unserer weltweiten Projekte. Für Projektförderung und Mittelweiterleitungen wurden insgesamt 25,25 Millionen Euro eingesetzt. Das entspricht einem Rückgang um 19,37 Prozent gegenüber dem Vorjahr.


Finanzen

Eine Übersicht unserer von institutionellen Mitteln realisierten Projekte ist auf den Seiten 42 und 43 dargestellt. Die Projekte konzentrieren sich regional auf Krisenund Konfliktgebiete in Asien, Ostafrika, der Sahelzone, Zentralafrika und im Nahen Osten. Fokusländer der Programmarbeit waren 2025 insbesondere der Libanon, die Zentralafrikanische Republik, Afghanistan und Jemen. Große grenzüberschreitende Vorhaben unterstützten darüber hinaus die von Ernährungsunsicherheit und Krisen betroffene Bevölkerung in Äthiopien, Kamerun, Kenia, Mali, Niger, Nigeria, Somalia, Sudan, Südsudan, Tschad und Uganda sowie in weiteren zentral- und ostafrikanischen Regionen. Thematisch lag der Schwerpunkt auch 2025 auf der Förderung von Ernährungssicherheit und medizinischer Versorgung für von Hunger und Mangelernährung betroffene Familien. Zudem wurden der Aufbau nachhaltiger Lebensgrundlagen, eine funktionierende Wasser- und Hygieneversorgung sowie Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge und Resilienzförderung der lokalen Bevölkerung unterstützt. Des Weiteren konnten wir mit 539.402 Euro aus Unternehmenskooperationen Projekte in Somalia und Madagaskar unterstützen, wo wir Zugang zu Nahrung, Trinkwasser und sanitärer Infrastruktur für besonders vulnerable Bevölkerungsgruppen gewährleisten. Zusätzlich gingen 262.214 Euro zweckgebundener Privatspenden im Rahmen von Nothilfen an die betroffene Bevölkerung in den Palästinensischen Gebieten, im Sudan, in Myanmar und im Kongo. Aufwendungen für Kampagnen- und Öffentlichkeitsarbeit Die Aufwendungen für satzungsgemäße Kampagnenund Öffentlichkeitsarbeit sowie zur Gewinnung neuer Spender*innen sind im Jahr 2025 von 3,6 Millionen Euro auf 755.558 Euro gesunken. Der Rückgang ist auf eine gezielte Reduzierung der Investitionen in Face-to-FaceSpendenwerbung zurückzuführen. Nachdem in den Vorjahren umfangreich in die Gewinnung neuer regelmäßiger Unterstützer*innen investiert worden war, wurde dieser Bereich 2025 planmäßig zurückgefahren. Gleichzeitig wurden digitale Fundraising-Strukturen ausgebaut und die bestehende postalische und telefonische Spender*innenkommunikation fortgeführt.

Menschen für eine dauerhafte und regelmäßige Unterstützung von Aktion gegen den Hunger zu gewinnen und langfristig zu binden, bleibt ein zentrales Ziel der Organisation. Diese Mittel schaffen Stabilität, ermöglichen eine nachhaltige Planung unserer Arbeit und helfen uns, schnell auf humanitäre Krisen und Notlagen zu reagieren. Im Jahr 2026 werden wir die Ansprache potenzieller Unterstützer*innen über Haustür- und Infostandwerbung fortsetzen und zugleich digitale Kanäle zur Gewinnung und Bindung von Spender*innen weiter stärken. Bei Infostandwerbung und telefonischer Spendenansprache arbeiten wir mit externen Dienstleistern zusammen. Während Mitarbeitende, die in unserem Auftrag mit Spender*innen telefonieren, keine erfolgsabhängige Vergütung erhalten, werden Mitarbeitende von Infostandagenturen neben einem festen, branchenüblichen Grundhonorar zusätzlich erfolgsabhängig entlohnt. Der Fixlohn beträgt dabei mindestens 50 Prozent der Gesamtvergütung. Als Mitglied der Qualitätsinitiative Straßen- und Haustürwerbung e. V. (QISH) verpflichten wir uns zu hohen Qualitätsstandards. Unter anderem zu einem transparenten Erscheinungsbild, respektvollen Gesprächen und fairen Arbeitsbedingungen. Aufwendungen für Personal Die Personalkosten beliefen sich im Jahr 2025 auf 3,69 Millionen Euro und lagen damit leicht über dem Vorjahresniveau von 3,65 Millionen Euro. Ursache hierfür waren geringe Gehaltsanpassungen sowie die Standardisierung unserer Gehaltsstrukturen. Die Zahl der Mitarbeitenden blieb mit durchschnittlich 51,62 Vollzeitäquivalenten weitgehend stabil.

Bestätigungsvermerk der Abschlussprüfung Für den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2025 der Aktion gegen den Hunger gGmbH und den Lagebericht 2025 hat die Hamburger Treuhand Gesellschaft Schomerus & Partner mbB Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Zweigniederlassung Berlin einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Die Mittelverwendung durch unsere rechtlich unabhängigen Netzwerkpartner sowie die Aktivitäten des Gesamtnetzwerks waren nicht Teil des Prüfungsumfangs. Die vollständige Fassung des Bestätigungsvermerks finden Sie unter: www.aktiongegendenhunger. de/bestaetigungsvermerk

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Erträge und Aufwendungen 2025 Euro

2024 Euro

Einmal­spenden

2.955.035

2.816.668

Dauer­spenden

4.893.350

4.812.930

Erträge

Stiftungen und Unternehmen

357.516

547.298

24.477.716

30.606.837

Fördermittel Filmfestival

107.760

102.490

Sonstige

618.729

858.496

Gesamt

33.410.106

39.744.719

Institutionelle Partner und Geber

2025 Euro

2024 Euro

Internationale Projektarbeit

25.254.077

31.319.131

Spendenwerbung, satzungsmäßige Öffentlichkeits- und Kampagnenarbeit

755.558

3.595.198

Reisekosten

61.225

106.151

Personal, Spenderbetreuung und allgemeine Verwaltung

5.474.193

5.625.826

Gesamt

31.545.053

40.646.307

Aufwendungen

Ertragsentwicklung

2024

40

(Angaben in Euro)

38

Gesamt

36

Institutionelle Partner und Geber

2025

Private Spenden

34

2023

32

Stiftungen und Unternehmen

30

2022

Sonstiges

28 26

2021

24 22 20 18 16 14 12 10

618.729 €

24.477.716 €

357.16 €

7.848.385 €

33.410.106€

39.744.719 € 960.986 €

30.606.837 €

588.288 €

7.588.608 €

31.790.848 € 1.095.558 €

22.202.091 €

1.605.436 €

6.887.762 €

28.357.882 € 968.005 €

1.433.369 €

6.946.881 €

673.582 €

1.256.282 €

19.009.628 €

36

16.468.148 €

5.428.398 €

23.826.409 €

8 6 4 2


Finanzen

Nachrangdarlehen, Lagebericht und weiter­ führende Informationen Unsere Organisation hat ein zinsloses Nachrangdarlehen unseres französischen Netzwerkpartners Action contre la Faim. Im Jahr 2025 wurden die ausstehenden Verbindlichkeiten auf 523.678 Euro reduziert. Die vollständige Rückzahlung ist im Jahr 2026 vorgesehen. Erläuterungen zur Ertragsrechnung und Bilanz, eine ausführliche Bewertung der Finanz- und Vermögenslage sowie Strategie und Ausblick können dem Bericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Schomerus und Partner mbB entnommen werden.

Personalstruktur und Gehaltsmodell Im Kalenderjahr 2025 beschäftigte die Organisation durchschnittlich 56,25 festangestellte Mitarbeitende inkl. Geschäftsführung, was 51,62 Vollzeitäquivalenten (VZÄ) entsprach. Der Anteil Teilzeitbeschäftigter lag bei 45 Prozent. Zwei Personen im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) sowie 7,25 studentische Hilfskräfte unterstützten unsere Arbeit. Unser Gehaltsmodell besteht aus drei Gruppen. Die Einordnung der Positionen richtet sich nach Rollenanforderungen, Verantwortungsrahmen und Berufserfahrung. Zum Stichtag betrugen die Gehaltsspannen auf Monatsbasis und Vollzeit (38 Stunden) brutto: Nach zweijähriger Betriebszugehörigkeit erhalten Festangestellte einen Arbeitgeberzuschuss zur betrieblichen Altersvorsorge von fünf Prozent des Bruttolohns. Es gab keine Erfolgsbeteiligungen für Mitarbeitende.

Positionen

Von

Bis

Sachbearbeiter*innen / Assistenzen

2.880

3.660

Referent*innen

3.130

5.290

Leitung

4.830

6.670

Die Bezüge der Geschäftsführung, ganzjährig vertreten durch Jan Sebastian Friedrich-Rust und Dr. Helene Mutschler, belaufen sich in Summe für das Kalenderjahr 2025 auf 203.484 Euro.

Transparenz Transparenz gehört zu den Grundwerten von Aktion gegen den Hunger. Das Vertrauen unserer Spender*innen, Partner und der Öffentlichkeit ist uns sehr wichtig. Deshalb legen wir Rechenschaft ab und informieren umfassend über unsere Arbeit. Seit 2017 unterziehen wir uns jährlich einer externen Wirtschaftsprüfung, welche die Ordnungsmäßigkeit der Buchführung und des Jahresabschlusses sicherstellt. Die Prüfung des zurückliegenden Geschäftsjahres wurde durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Schomerus und Partner mbB geleistet. Wir sind Mitglied der Initiative Transparente Zivilgesellschaft und haben uns damit zur Offenlegung elementarer Angaben verpflichtet, die jede zivilgesellschaftliche Organisation der Öffentlichkeit zugänglich machen sollte. Seit 2021 ist Aktion gegen den Hunger Mitglied bei VENRO, dem Dachverband der entwicklungspolitischen und humanitären Nichtregierungsorganisationen in Deutschland. Wir haben uns dem Verhaltenskodex zu Transparenz, Organisationsführung und Kontrolle zur Einhaltung hoher Standards verpflichtet. Aktion gegen den Hunger ist seit Juli 2024 Mitglied im Deutschen Spendenrat und verpflichtet sich, dessen ethische Grundsätze im Spendenwesen zu wahren und zu fördern. Der Deutsche Spendenrat e. V. ist ein Dachverband Spenden sammelnder gemeinnütziger Organisationen in Deutschland. Als Mitglied legen wir jährlich Rechenschaft über Verwendung und Verwaltung unserer Mittel ab und machen dies öffentlich zugänglich. Seit April 2025 trägt Aktion gegen den Hunger das offizielle Spendenzertifikat nach erfolgreichem Abschluss des erweiterten Prüfungsverfahrens. Dies bestätigt unsere verantwortungsvolle und transparente Mittelverwendung – geprüft durch eine unabhängige dritte Wirtschaftsprüfung. Weitere Informationen zu unserer Mitgliedschaft und hiermit einhergehenden Veröffentlichungen finden sich auf unserer Website: www.aktiongegendenhunger.de/ deutscher-spendenrat

In der Tabelle werden nur festangestellte Mitarbeitende abgebildet.

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(Mehrspartenrechnung im Gesamtkostenverfahren, Anlage 2a GKV)

Zuordnung der Erträge und Aufwendungen des Geschäftsjahres nach Sparten und Funktionen /Bereichen © Deutscher Spendenrat e. V. Erfüllung satzungsmäßiger Zwecke / Ideeller Bereich Unmittelbare Tätigkeiten

Tätigkeiten / Aktivitäten Summe

Unmittelbare ideelle Tätigkeiten / Projekte

Satzungsmäßige Bildungs-/ Öffentlichkeitsarbeit

32.398.100,03

32.398.100,03

0,00

285.518,11

0,00

0,00

Erhöhung / Verminderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen / Leistungen

0,00

0,00

0,00

Aktivierte Eigenleistungen

0,00

0,00

0,00

Postenbezeichnung Spenden und ähnliche Erträge Umsatzerlöse (Leistungsentgelte)

Zuschüsse zur Finanzierung laufender Aufwendungen

107.760,20

0,00

0,00

Sonstige betriebliche Erträge

603.065,17

603.065,17

0,00

Zwischensumme Erträge

33.394.443,51

33.001.165,20

0,00

Unmittelbare Aufwendungen für satzungsmäßige Zwecke / Projektaufwendungen

25.254.077,11

24.714.675,55

0,00

Materialaufwand

0,00

0,00

0,00

Personalaufwand

3.688.849,88

971.166,79

211.879,93

Zwischensumme Aufwendungen

28.942.926,99

25.685.842,34

211.879,93

Zwischenergebnis 1

4.451.516,52

7.315.322,86

-211.879,93

Erträge aus Zuwendungen zur Finanzierung von Investitionen

0,00

0,00

0,00

Erträge aus der Auflösung von Sonderposten / Verbindlichkeiten

0,00

0,00

0,00

Aufwendungen aus der Zuführung zu Sonderposten / Verbindlichkeiten

0,00

0,00

0,00

38.523,00

0,00

0,00

Sonstige betriebliche Aufwendungen

2.555.181,12

135.320,75

122.694,89

Zwischenergebnis 2

Abschreibungen immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen

1.857.812,40

7.180.002,11

-334.574,82

Erträge aus Beteiligungen

0,00

0,00

0,00

Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens

0,00

0,00

0,00

15.662,13

15.662,13

0,00

0,00

0,00

0,00

8.422,30

8.422,30

0,00

0,00

0,00

0,00

1.865.052,23

7.187.241,94

-334.574,82

1.865.052,23

7.187.241,94

-334.574,82

33.410.106

33.016.827

0,00

Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens Zinsen und ähnliche Aufwendungen Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Ergebnis nach Steuern Sonstige Steuern Jahresüberschuss / Jahresfehlbetrag

Erträge gesamt (EUR) Erträge (%)

100,00 %

98,8 %

0,00 %

Aufwendungen gesamt (EUR)

31.545.053

25.829.585

334.575

Aufwendungen gesamt (%)

100,00 %

81,88 %

1,06 %

Jahresfehlbetrag gemäß Jahresabschluss Differenz

38

0,00

1.865.052,23 0,00


Finanzen

Mittelbare Tätigkeiten

Einheitlicher steuerpflichtiger wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb

Geschäftsführung / Verwaltung

Spendenwerbung

Zweckbetrieb(e) (einschl. Geschäftsführung)

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

1,68

0,00

0,00

285.516,43

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

107.760,20

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

1,68

0,00

107.760,20

285.516,43

0,00

0,00

0,00

0,00

539.401,56

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

2.398.341,30

0,00

107.461,87

0,00

0,00

Vermögensverwaltung

2.398.341,30

0,00

107.461,87

539.401,56

0,00

-2.398.339,62

0,00

298,33

-253.885,13

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

38.102,99

0,00

420,01

0,00

0,00

1.513.855,89

651.085,99

118.013,79

14.209,80

0,00

-3.950.298,50

-651.085,99

-118.135,47

-268.094,93

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

-3.950.298,50

-651.085,99

-118.135,47

-268.094,93

0,00

-3.950.298,50

-651.085,99

-118.135,47

-268.094,93

0,00

2

0

107.760

285.516

0

0,00 %

0,00 %

0,3 %

0,9 %

0,00 %

3.950.300

651.086

225.896

553.611

0

12,52 %

2,06 %

0,72 %

1,75 %

0,00 %

39


Bilanz Aktiva

2025 Euro

2024 T€

2025 Euro

2024 T€

A. Anlagevermögen

A. Eigenkapital

I. Immaterielle Vermögens­ gegenstände

I. Gezeichnetes Kapital

25.000,00

25

II. Gewinnvortrag (Vj. Verlustvortrag)

-329.510,13

572

III. Jahresüberschuss/-fehlbetrag

1.865.052,23

-902

0

305

1.560.542,10

0

164.343,52

170

1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und aus Projektverträgen

141.995,31

148

1. e ntgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2. geleistete Anzahlungen

1,00

0

IV. nicht gedeckter Fehlbetrag 626.956,02

194

B. Rückstellungen

626.957,02

194

I. sonstige Rückstellungen

1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken

2.234,00

3

2. andere Anlagen, Betriebsund Geschäftsausstattung

41.981,00

80

2. Verbindlichkeiten aus noch nicht verwendeten Zuwendungen

327.660,72

528

564.414,58

1.958

1.034.070,61

2.634

2.758.956,23

2.804

II. Sachanlagen

C. Verbindlichkeiten

44.215,00

83

3. sonstige Verbindlichkeiten

671.172,02

277

518.014,24

391

– davon aus Steuern: € 39.906,66 (Vorjahr: T € 92) – davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: € 1.520,48 (Vorjahr: T € 2) – davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr € 0,00 (Vorjahr: T € 1.862)

B. Umlaufvermögen I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1. F orderungen aus Lieferungen und Leistungen und aus Projektverträgen 2. F orderungen aus Zuwendungen 3. F orderungen gegen Gesellschafter (davon mit einer

0

52

13.930,11

24

Restlaufzeit bis zu einem Jahr: € 13.930,11 (Vorjahr: T € 24)

4. sonstige Vermögensgegenstände

85.584,03 617.528,38

514

II. K assenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks

1.412.235,30

1.651

2.029.763,68

2.165

58.020,53

57

0

305

2.758.956,23

2.804

C. Rechnungsabgrenzungsposten D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag

47

Allgemeine Angaben Als gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung (gGmbH) sind wir verpflichtet, unsere Erträge und Aufwendungen für ein Kalenderjahr aufzuzeichnen und nachzuweisen, dass alle Mittel satzungsgemäß verwendet werden. Darüber hinaus erstellen wir einen Abschluss nach den Rechnungslegungsvorschriften des Handels-

40

Passiva

D. Rechnungsabgrenzungsposten

gesetzbuches (HGB) für Kapitalgesellschaften. Den so erstellten Jahresabschluss mit Anhang und Lagebericht lassen wir freiwillig durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft prüfen. Für die Berichterstattung der Mehrspartenrechnung beziehen wir uns auf Kriterien des Deutschen Spendenrates (DSR). Die vorbereitende Buchführung erfolgt intern durch qualifizierte Mitarbeiter*innen. Bei der Erstellung des Jahresabschlusses kommt die seit Unternehmensgründung an unserer Seite stehende Steuerberatungsgesellschaft dgmp – Daniel Gebhard Megsner und Partner mbB ansässig in Köln zum Einsatz. Hierbei werden alle steuerlichen Regelungen zum Gemeinnützigkeitsrecht berücksichtigt. Nähere Ausführungen zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden können dem Anhang des Jahresabschlusses entnommen werden. Den Jahresabschluss finden Sie unter: https://www.aktiongegendenhunger.de/bestaetigungsvermerk


Finanzen

So haben wir die uns anver­ trauten Mittel 2025 verwendet

Die Grafik zeigt die anteilige Mittelverwendung nach Tätigkeitsbereichen gemäß der Mehrspartenrechnung (siehe S. 38–39) des Deutschen Spendenrats (DSR). Der Großteil der Mittel floss in unmittelbare ideelle Tätigkeiten und Projekte.

Verwaltung

12,52 % 1,06 %

2,06 % 1,75 % 0,72 %

Satzungsmäßige Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit

Unmittelbare ideelle Tätigkeiten / Projekte

Spendenwerbung Vermögensverwaltung

Zweckbetrieb (Human Rights Film Festival Berlin)

81,88 %

Gewinn- und Verlustrechnung 2025 Euro

2024 T€

32.505.860,23

38.360

2. Umsatzerlöse

285.518,11

605

3. Sonstige betriebliche Erträge

603.065,17

765

1. Erträge aus Spenden und Zuwendungen

4. Materialaufwand a) Aufwendungen für bezogene Leistungen

-41.904,55

‑98

-25.254.077,11

-31.319

-25.295.981,66

-31.417

-2.960.273,85

-2.999

-728.576,03

-654

-3.688.849,88

-3.653

-38.523,00

-40

7. Sonstige betriebliche Aufwendungen

-2.513.276,57

-5.538

8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

15.662,13

16

9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen

-8.422,30

0

10. Finanzergebnis

7.239,83

16

1.865.052,23

‑902

b) Mittelweiterleitung 5. Personalaufwand a) Löhne und Gehälter b) S oziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung – davon für Altersversorgung: € 84.939,33 (Vorjahr: T € 65) 6. Abschreibungen

12. Jahresüberschuss/-fehlbetrag

41


Von deutschen institutionellen Partnern finanzierte Auslandsprojekte 2025

42

Gesamtvolumen

Projektmittel 2025

12/2023– 10/2026

5.750.000 €

1.750.000 €

Sozioökonomische Unterstützung Vertriebener und aufnehmender Gemeinden im Distrikt Cox’s Bazar

12/2023– 05/2027

600.012 €

200.011 €

BMZ

Verbesserung der Ernährungssicherheit und Stärkung der Resilienz von Land- und Viehwirt*innen in al-Hudaida und Lahj, Jemen

11/2024– 10/2028

5.000.000 €

1.260.000 €

AA

Integrierte Maßnahme zur Unterstützung der Bereiche Gesundheit, Ernährung, WASH und MHPSS in Gebieten mit akuter Nahrungsmittelunsicherheit und Mangelernährung im Jemen

06/2023– 12/2025

6.300.000 €

1.710.000 €

Jordanien

GIZ

Schutz von Wasserspeichern in Jordanien durch beschäftigungsintensive Maßnahmen

08/2025– 08/2026

1.900.000 €

1.331.992 €

Libanon

KFW

Förderung der Existenzgrundlagen und wirtschaftliche Integration syrischer Flüchtlinge und der Aufnahmebevölkerung in besonders gefährdeten Gemeinden in den Provinzen Baalbek-Hermel, Bekaa, Nabatiyeh und im Süden des Libanon – Phase III

12/2023– 02/2026

10.500.000 €

315.000 €

Myanmar

BMZ

Resilienzstärkung durch Verbesserung der Ernährungssicherung und Gesundheitsversorgung durch multisektoralen Kapazitätsaufbau für vulnerable Gemeinden

12/2020– 11/2025

1.926.625 €

192.247 €

Nigeria

GIZ

Community Based Targeting – Soziale Sicherung in den Bundesstaaten Borno und Adamawa, Nigeria

11/2025– 11/2026

1.000.000 €

811.202 €

Sierra Leone

WHH

Entwicklung eines Frühwarnsystems und Maßnahmen der vorrausschauenden humanitären Hilfe für Sturzfluten in Sierra Leone

05/2025– 04/2026

85.600 €

54.348 €

Simbabwe

WHH

Lokalisierung von Frühwarnsystemen und vorausschauender humanitärer Hilfe in Simbabwe

01/2024– 07/2025

428.400 €

176.380 €

Südkaukasus

GIZ

EPIC Phase 3: Wirtschaftliche und soziale Teilhabe von vulnerablen Vertriebenen und lokaler Bevölkerung

12/2021– 11/2023

220.000 €

19.950 €

Land

Geber

Projektbeschreibung

Afghanistan

BMZ

Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Gemeinschaft durch Verbesserung der Lebensgrundlagen, Katastrophenrisikomanagement mit integrierter Ernährungssicherheit, psychische Gesundheit und psychosoziale Unterstützung, WASH, Konfliktsensibilität und friedensschaffende Maßnahmen in den Provinzen Daikundi, Ghor und Badakshan, Afghanistan

Bangladesch

GIZ

Jemen

Projektlaufzeit

Arbeitsbereiche


Finanzen

Gesamtvolumen

Projektmittel 2025

05/2020– 12/2022

1.200.0 00€

44.615 €

Aufbau von Systemen der vorausschauenden humanitären Hilfe zur Vorhersage von Überschwemmungen in Uganda

05/2025– 04/2026

309.766 €

60.038 €

BMZ

Unterstützung des Wiederaufbaus und der Resilienz ländlicher Gemeinden in der Präfektur Ouham

07/2023– 06/2027

3.843.402 €

1.200.000 €

Regionalprojekt I (Äthiopien, Mali, Niger, Somalia, Sudan, Südsudan, Uganda)

AA

Multisektorale humanitäre Reaktion auf die sich verschlechternde Ernährungslage mit Fokus auf stark betroffene Krisenkontexte in Subsahara-Afrika

07/2021– 10/2025

27.176.495 €

3.935.484 €

Regionalprojekt Afrika II (MERIAM) (Somalia, Äthiopien, Südsudan, Kenia)

AA

Ermöglichung vorausschauender humanitärer Hilfe bei Mangel­ ernährung durch Stärkung von Frühwarnsystemen

08/2022– 12/2025

3.507.613 €

700.000 €

Regionalprojekt III (Kamerun, Nigeria, Tschad, Zentralafrikanische Republik)

AA

Krisenreaktion mit dem Schwerpunkt Ernährungssicherheit, WASH-Maßnahmen und Gesundheitsversorgung in West- und Zentralafrika

07/2023– 08/2026

15.900.338 €

4.700.000 €

Regionalprojekt IV (Mali, Niger, Sudan)

AA

Verbesserung der Ernährungssituation in der krisenbetroffenen Sahelregion durch einen multisektoralen humanitären Ansatz

08/2024– 12/2025

3.777.778 €

2.000.000 €

Globales Projekt

AA

Humanitäre WASH-Hilfe durch die Stärkung der nationalen und subnationalen Koordinierungsplattformen über das Field Support Team des Globalen WASH-Clusters

01/2023– 10/2025

4.200.720 €

391.830 €

Summe Projektmittel 2025:

24.538.097 €

Saldierte Rückzahlung von Projektmitteln aktueller und abgeschlossener Projekte voriger Jahre:

–63.529 €

Gesamt:

24.474.568 €

Land

Geber

Projektbeschreibung

Tschad

GIZ

Verbesserte Lebensgrundlagen im Westen des Tschad (PAMELOT)

Uganda

WHH

Zentralafrikanische Republik

Projektlaufzeit

Arbeitsbereiche

Legende: Nahrungssicherheit und Lebensgrundlagen

AA

Wasser und Hygiene

BMZ Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Psychosoziale Unterstützung

Auswärtiges Amt

Ernährung und Gesundheit

GIZ Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit

Katastrophenvorsorge

KFW Kreditanstalt für Wiederaufbau

Advocacy

WHH Welthungerhilfe

43


FINANZEN WELTWEIT Die Strategie des internationalen Netzwerks Aktion gegen den Hunger zielt darauf ab, die notwendigen finanziellen Mittel für eine nachhaltige Bekämpfung von Hunger und seinen Ursachen weltweit effizient zu mobilisieren und wirkungsvoll einzusetzen. Unsere Nothilfe leistet in akuten Krisensituationen schnelle Unterstützung, indem sie das Überleben sichert und grundlegende Bedürfnisse schnell bedient. Gleichzeitig fördern wir mit langfristig angelegten Programmen die Selbstständigkeit der Menschen, damit sie dauerhaft ihre Ernährung sichern und die strukturellen Ursachen des Hungers überwinden können. Für die Finanzierung sowohl kurzfristiger Hilfsmaßnahmen als auch langfristiger Entwicklungsprogramme setzen wir in unserer aktuellen internationalen Fünfjahresstrategie auf den Ausbau unserer Spender*innenbasis, die Einwerbung öffentlicher Fördermittel sowie die Weiterentwicklung bestehender und den Aufbau neuer Partnerschaften mit Unternehmen und Stiftungen.

Privatspenden Im Jahr 2025 konnte unser internationales Netzwerk insgesamt über 163 Millionen Euro an Privatspenden verbuchen – ein Wachstum von über 30 Millionen Euro. Mit 88 Millionen verdanken wir über die Hälfte dieser Mittel der großzügigen Unterstützung von 538.321 Spender*innen weltweit. Besonders erfreulich ist, dass 354.224 Personen uns dabei mit regelmäßigen Beiträgen verlässlich zur Seite stehen. Darüber hinaus erhielten wir im Berichtsjahr 34,7 Millionen Euro von Unternehmen und Stiftungen sowie 11,6 Millionen Euro durch Veranstaltungen. Rund 78 Prozent unserer weltweiten Spendeneinnahmen stehen uns ohne Zweckbindung zur Verfügung. Diese Flexibilität ermöglicht es uns, schnell und unbürokratisch auf Notlagen zu reagieren und die Gelder dort einzusetzen, wo sie am dringendsten benötigt werden.

Im Jahr 2025 erzielte das internationale Netzwerk Einnahmen in Höhe von 589 Millionen Euro. Dies entspricht einem Rückgang von 12,85 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Unterstützte Menschen pro Arbeitsbereich Nahrungssicherheit und Lebensgrundlagen

4,9 Mio.

0,7 Mio. 0,1 Mio.

Unterstützte Menschen pro Region Psychosoziale Unterstützung Katastrophenvorsorge

Amerika und Karibik Naher und Mittlerer Osten

Asien Wasser und Hygiene

6,5 Mio.

Ernährung und Gesundheit

13,6 Mio.

Die Summe der sektoralen Zahlen ist höher als die Gesamtzahl, da einige Personen in mehr als einem Sektor gezählt wurden.

44

0,4 Mio. 3,9 Mio.

50 Tsd.

Europa

1,4 Mio. 15,4 Mio.

Afrika


Finanzen

Öffentliche Mittel Die Einnahmen aus öffentlichen Quellen sind im Jahr 2025 auf rund 426 Millionen Euro gesunken. Zu den bedeutendsten institutionellen Gebern unseres internationalen Netzwerks zählten die Europäische Union, die USA, die Vereinten Nationen sowie die französische Regierung, die gemeinsam 276,3 Millionen Euro bereitstellten.

Einnahmenentwicklung (Angaben in Euro) Gesamt

2023

2022

2024 650

2025

Im Jahr 2025 verzeichnete das internationale Netzwerk Aktion gegen den Hunger einen drastischen Rückgang der institutionellen Finanzierung. Hauptursache war die Streichung von Hilfsgeldern in Milliardenhöhe durch USAID im Laufe des Jahres.

2021

600 550 500 450 400

Diese Entscheidung traf das Netzwerk von einem Tag auf den anderen besonders stark, da USAID über mehrere Jahre hinweg wichtigster Geber war und rund 30 Prozent der institutionellen Einnahmen ausmachte. Entsprechend sanken die Fördermittel der US-Regierung im Jahr 2025 um mehr als die Hälfte auf 77,9 Millionen Euro.

350 300 250 200

Mittelverwendung

150 100

Von jedem weltweit ausgegebenen Euro gingen 83,3 Cent in unsere Programmarbeit, 8,4 Cent entfielen auf Spendenwerbung und Öffentlichkeitsarbeit und 8,3 Cent entsprachen den notwendigen Verwaltungskosten.

50

6

8.

52

Gesamteinnahmen 2025

0€

00

. 00

0

7.

64

0€

00

. 00

6

9.

67

0€

00

. 00

8

5.

67

0€

00

. 00

0

9.

58

0€

00

. 00

Mittelverwendung

(Angaben in Euro)

Spendenwerbung und Öffentlichkeitsarbeit

163 Mio.

Privatspenden und Stiftungen Internationale Projekte

Öffentliche Gelder

8,4 %

8,3 %

Verwaltung

83,3 %

426 Mio.

45


UNSERE PROJEKTE WELTWEIT

46

Region

Land

Aktive Programmarbeit seit

Afrika

Äthiopien

1985

Mitarbeitende

Erreichte Menschen

450

2.902.267

Burkina Faso

2008

202

699.202

Côte d’lvoire

2002

84

408.990

Demokratische Republik Kongo

1997

281

598.165

Kamerun

2014

185

205.020

Kenia

2006

53

488.545

Liberia

1990

36

102.002

Madagaskar

2011

203

343.309

Mali

1996

139

1.517.170

Mauretanien

2007

194

345.675

Mosambik

2021

90

175.558

Niger

1997

126

367.235

Nigeria

2010

222

1.310.007

Sambia

2022

19

2.147

Senegal

2012

31

58.426

Sierra Leone

1991

34

66.426

Simbabwe

2002

5

102.521

Somalia

1992

118

3.373.089

Sudan

2018

140

647.228

Südsudan

1985

96

569.736

Tansania

2015

17

112.135

Tschad

1982

290

541.036

Uganda

1995

111

376.400

Zentralafrikanische Republik

2006

209

121.515


Finanzen

Region Asien

Europa

Lateinamerika & Karibik

Naher und Mittlerer Osten

Land

Aktive Programmarbeit seit Mitarbei­tende

Erreichte Menschen

Afghanistan

1995

859

438.313

Bangladesch

2007

72

223.748

Indien

2010

137

59.528

Myanmar

1994

241

236.917

Nepal

2011

12

13.675

Pakistan

1979

31

304.208

Philippinen

2000

73

145.555

Frankreich

2020

376

5.325

Großbritannien

2020

71

137

Italien

2022

29

201

Spanien

2013

432

9.635

Südkaukasus (Armenien und Georgien)

2018

33

13.410

Ukraine

2022

49

22.813

Guatemala, 1996 Honduras, Nicaragua

90

70.637

Haiti

68

93.052

1985

Kolumbien

1998

184

111.326

Peru

2007

31

24.692

Venezuela

2018

126

77.704

Besetzte Palästinen2002 sische Gebiete

202

1.709.494

Irak

2013

18

2.423

Jemen

2013

79

843.821

Jordanien

2014

36

8.334

Libanon

2006

196

395.522

Syrien

2008

81

939.522

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UNSERE ANLIEGEN #NOTATARGET: WIR GEDENKEN UNSERER GETÖTETEN KOLLEGEN Mehr als 300 humanitäre Helferinnen und Helfer wurden 2025 getötet. Auch wir betrauern den schmerzlichen Verlust von drei Mitarbeitern.

Aktion gegen den Hunger ist tief erschüttert über den Verlust dreier Kollegen. Mohammed Hussein und Obada Abu Issa wurden am Nachmittag des 26. Juni 2025 durch einen israelischen Luftangriff in einem dicht besiedelten Gebiet im Gazastreifen getötet. Für dieses Gebiet gab es keine Evakuierungsbefehle. Weder Mohammed noch Obada waren zum Zeitpunkt des Angriffs im Dienst. Am 16. September 2025 mussten wir zudem den Tod eines weiteren geschätzten Kollegen verschmerzen. Mustafa Walid Mohammed Al Ejla wurde bei einem israelischen Luftangriff nahe dem Haus seiner Familie getötet. Obada kam im Februar 2024 als Programmassistent zu unserem Team für Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH). Mohammed begann im Juni 2024 als Bürowachmann bei Aktion gegen den Hunger. Mustafa arbeitete in unserem Lagerhaus in Gaza-Stadt, das aufgrund von Evakuierungsbefehlen nicht mehr zugänglich war. Mohammed war 20 Jahre alt. Er freute sich darauf, seinen Vertrag um ein weiteres Jahr zu verlängern und sich eine möglichst gute Zukunft aufzubauen. Mohammeds Freund*innen und Kolleg*innen schätzten ihn als moralisches Vorbild und als einen jungen Mann mit einem großzügigen Herzen, der jede*n akzeptierte und die Menschen um ihn herum aufrichtig unterstützte, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Obada war 30 Jahre alt. Mit seinem Tod hinterlässt er seine Frau und zwei Kinder. Auch im WASH-Team von Aktion gegen den Hunger hinterlässt er eine schmerzliche

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Lücke. Er war ein unverzichtbarer Kollege und Freund, der für seinen Humor und seine Professionalität in Erinnerung bleiben wird. Mustafa war 29 Jahre alt und verheiratet. „Mustafa war ein Mensch von großer Integrität und ein Vorbild für uns alle“, erinnert sich ein Kollege. „Er war nicht nur ein geschätzter Mitarbeiter, sondern auch ein Freund.“ Wir werden Obada Abu Issa, Mohammed Hussein und Mustafa Walid Mohammed Al Ejla nicht vergessen. Unser tiefstes Mitgefühl gilt ihren Angehörigen.


Unsere Anliegen

Unsere Arbeit wird wichtiger denn je:

ES BRENNT UND DIE WELT STREICHT DER FEUERWEHR DIE MITTEL. Das Jahr 2025 war für die humanitäre Hilfe und die Entwicklungszusammenarbeit von tiefgreifenden Umbrüchen geprägt.

Die Fortschritte im Kampf gegen Hunger und Armut sind bedroht und haben sich in einigen Regionen bereits umgekehrt – vor allem infolge zunehmender bewaffneter Konflikte und der immer gravierenderen Auswirkungen der Klimakrise. Millionen Menschen verlieren ihre Lebensgrundlagen, während zugleich die internationale Unterstützung spürbar zurückgeht.

sche Interessen zunehmend bestimmen, wer Hilfe erhält und wer nicht. Doch das Recht auf Nahrung ist nicht verhandelbar. Statt es immer weiter aufzuweichen, muss es gestärkt werden. Wie das internationale System der humanitären Hilfe in zwei bis drei Jahren aussehen wird, ist kaum abzusehen. Sicher ist jedoch: Die Zahl der Menschen in Not wird steigen. Damit wird unsere Arbeit wichtiger denn je.

Mit der Auflösung von USAID zu Jahresbeginn durch die Regierung Trump fiel ein zentraler Pfeiler der globalen Hunger- und Armutsbekämpfung weg. Viele der ärmsten Länder verlieren damit ihren wichtigsten bilateralen Partner. Das hat direkte Folgen für Ernährungssicherheit, Gesundheitsversorgung und die Stabilität ganzer Regionen. Gleichzeitig kürzen weitere große Geber ihre Mittel deutlich. Deutschland etwa reduzierte seine humanitäre Hilfe seit 2023 um zwei Drittel auf rund eine Milliarde Euro. Die Auswirkungen sind weltweit spürbar und treffen das humanitäre System ins Mark.

Trotz der Herausforderungen haben wir viel, worauf wir stolz sein können: Im Jahr 2025 haben wir 21,2 Millionen Menschen in 52 Ländern erreicht und Hilfe in 71 Notlagen geleistet. Gemeinsam mit unseren Partnern setzen wir uns dafür ein, die Ursachen und Folgen von Hunger zu bekämpfen. Denn wir sind nach wie vor überzeugt: Eine Welt ohne Hunger ist möglich.

Das UN-Nothilfebüro OCHA sieht sich gezwungen, Programme radikal zu priorisieren, sodass selbst lebensrettende Maßnahmen nur noch für einen Teil der Bedürftigen finanzierbar sind. Auch Aktion gegen den Hunger musste wichtige Programme einstellen. Für die Menschen in Not heißt das: weniger Nahrung, weniger medizinische Versorgung, weniger Schutz.

„Trotz der Herausforderungen: Wir setzen uns dafür ein, dass systematische und prinzipiengeleitete humanitäre Hilfe künftig noch gewährleistet werden kann.“

Gleichzeitig nimmt die Politisierung humanitärer Hilfe zu. Neue politisch motivierte Akteure wie die Gaza Humanitarian Foundation haben gezeigt, wie stark geopoliti-

– Jörg Mühlbach, Leiter Programme & Advocacy

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DANKE! Unser herzlicher Dank gilt allen, die unsere Arbeit für eine Welt ohne Hunger unterstützen. Es sind unsere fachlichen und zivilgesellschaftlichen Partner, institutionellen Geber, Kooperationspartner und Stiftungen sowie Privatpersonen, die unsere weltweiten Projekte durch ihre Spenden, ihr Engagement und ihr Interesse ermöglichen und unsere Vision weitertragen. Ihnen und euch allen danken wir von Herzen. Eure und Ihre Unterstützung ist für unser Team in Deutschland und für unsere internationalen Kolleg*innen in den Projektländern ein wichtiges Zeichen der Solidarität und eine große Motivation, weiterzumachen. Gemeinsam können wir die Welt vom Hunger befreien.

„Ich mache meine Arbeit gerne, weil wir gemeinsam mit unseren lokalen Teams echte Veränderungen für Menschen in Notsituationen bewirken. Zu sehen, wie unsere Programme neue Perspektiven schaffen, motiviert mich jeden Tag.“ – Arne Schaudinn, Leitung Programme Nahost, Nordafrika & Eurasien

„Meine Aufgabe ist es, mangelernährte Kinder mit therapeutischer Fertignahrung zu versorgen. Ich spü­ re Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft. Wenn ich Kinder in guter Gesundheit sehe, macht mich das glücklich und zufrieden.“ – Arwa Ahmed Saleh Zabout, Ernährungsberaterin im Jemen

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Unsere Anliegen

„Ich konnte mit eigenen Augen sehen, wie Menschen unter Unterernährung und tropischen Krankheiten wie Malaria leiden. Doch die meisten Menschen in unserer Gemeinde können sich keine medizinische Versorgung leisten. Deshalb liebe ich meine Arbeit als humanitärer Arzt.“ – Dr. Emmanuel D. Farva, Kinderarzt in Nigeria

„Ich möchte insbesondere den deutschen Spender*innen danken. Durch ihre Unterstützung können wir auf Notlagen reagieren und lokale Gemeinden auf ihrem Weg zu Stabilität und Wiederaufbau begleiten.“ – Mare Fort, Regionaldirektorin Horn von Afrika & Ostafrika

„Aufklärungs­ arbeit zu leis­ ten, erfüllt mich mit Stolz und Ehre. Mir sind die Beziehungen, die ich dabei zu den Menschen aufbaue, und das gegenseitige Vertrau­ en, das sich zwischen uns entwickelt, sehr wichtig. All das macht mich sehr glücklich.“ – Hana, syrische Geflüchtete und ehrenamtliche Helferin im AzraqLager in Jordanien

„Für mich war es eine eindrückliche Erfahrung, die tatsächlichen Auswir­ kungen des Klimawandels zu sehen, wie die Menschen damit umgehen, über welches Wissen die Gemein­ schaft verfügt und wie wir auf eine für sie geeignete Weise eingreifen können.“ – Nibraz Bahar, Wissenschaftlicher Mitarbeiter unserer Partnerorganisation Uttaran in Bangladesch

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Impressum Aktion gegen den Hunger gGmbH Wallstr. 15a, 10179 Berlin Tel.: +49 (0)30 279 099 723 Fax: +49 (0)30 279 099 729 www.aktiongegendenhunger.de Geschäftsführung: Jan Sebastian Friedrich-Rust Vorstand Aktion gegen den Hunger e. V.: Cornelia Richter (Vorsitzende), Dr. Monika Ebert V.i.S.d.P.: Claudia Kepp Redaktionsleitung: Markus Winkler Mitarbeit: Farah Al-Lama‘, Anna Kristina Bauerreiß, Emma Beelen, Wolfgang Büttner, Robert Clausing, Kristina Dalacker, Bruna De Cristofaro, Lisa-Maria Keck, Jörg Mühlbach, Claudia Kepp,Anja Kotzlowski, Felicitas Köppe, Lisa Paping, Arne Schaudinn, Lydia Spiesberger, Debby Tamchina, Sonja Utsch, Ralf Wagner, Pia Zdila, Florian Zierke Projektplanung und Konzept: Andrea Buhtz Lektorat: Torat GmbH Gestaltung: Drees + Riggers Druck: PIEREG Druckcenter Berlin GmbH Redaktionsschluss: 24.07.2026 Bildnachweise: Die Fotos haben das Copyright © Aktion gegen den Hunger. Bei den nachfolgenden Fotos lautet das Copyright © Aktion gegen den Hunger / Fotograf*in. Titel: Abel Gichuru S. 7: Dovile Sermokas S. 9: Abel Gichuru S. 12: Fatima Saboun Abdilkerim S. 20, 21, 25: Aktion gegen den Hunger/ Human Rights Film Festival Berlin S. 23: Zara Nor S. 26: Simone Voggenreiter S. 27: Stefanie Hartmann S. 28: Peter Caton S. 31: Ahmed Issak Hussein S. 32: privat

Ihre Meinung zählt! MX7

www.blauer-engel.de/uz195 Dieses Druckerzeugnis wurde mit dem Blauen Engel ausgezeichnet.

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Wir möchten wissen, wie Sie unseren Jahresbericht finden. Einfach QR-Code scannen und an der Umfrage teilnehmen. Vielen Dank!


Unsere Anliegen

2025: Unsere Arbeit in Deutschland

Rund

37 Millionen Menschen haben wir auf Social Media erreicht.

33.410.106 Euro

haben wir in Deutschland eingenommen. Über

145.000 Menschen

haben unsere Petitionen unterzeichnet.

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29.300 Kinder und Jugendliche von 122 Schulen

haben beim Bildungs- und Sportprogramm Schulen gegen den Hunger mitgemacht.

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FÜR NAHRUNG. FÜR WASSER. FÜR GESUNDHEIT. FÜR WISSEN. FÜR KINDER. FÜR SOLIDARITÄT. FÜR ALLE. FÜR AKTION. GEGEN DEN HUNGER.

Aktion gegen den Hunger gGmbH Wallstr. 15a, 10179 Berlin Tel.: +49 (0)30 279 099 723 Fax: +49 (0)30 279 099 729 info@aktiongegendenhunger.de www.aktiongegendenhunger.de Spendenkonto SozialBank IBAN: DE93 3702 0500 0001 3777 01 BIC: BFSWDE33XXX  facebook.com/aktiongegendenhunger  de.linkedin.com/company/action-against-hunger-acf-deutschland  instagram.com/aktiongegendenhunger bsky.app/profile/acf-de.bsky.social tiktok.com/@aktiongegendenhunger  youtube.com/AktiongegendenHunger

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