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wir, die Außenhändler, vereint im Außenhandelsverband Nordrhein-Westfalen (AHV NRW e. V.), freuen uns, Ihnen die neue Ausgabe des ahv nrw magazins zu überreichen. Unser besonderer Dank gilt allen Mitwirkenden, die mit Expertise, Energie und Begeisterung diese nunmehr 11. Ausgabe möglich gemacht haben – im Jubiläumsjahr 80 Jahre AHV NRW ein besonderes Zeichen gelebten Engagements.
Das neue Magazin bietet Ihnen einen frischen und praxisnahen Blick auf Themen, die uns in der Außenwirtschaft derzeit bewegen. Die Beiträge liefern Impulse, Orientierung und konkrete Handlungsempfehlungen – sowohl für die strategische Ebene der Unternehmensleitung als auch für Fach- und Führungskräfte, die täglich globale Prozesse gestalten.

Gerade in einem dynamischen Welthandel lohnt ein optimistischer Blick nach vorn: Trotz geopolitischer Spannungen und struktureller Verwerfungen erleben wir, dass internationale Lieferketten widerstandsfähiger werden, neue Absatzmärkte entstehen und technologische Innovationen globale Zusammenarbeit vereinfachen. Der Welthandel bleibt – bei aller Veränderung – ein Motor für Wohlstand, Beschäftigung und Innovation, insbesondere für ein export- und importstarkes Nordrhein-Westfalen.
Damit wir die kommenden Herausforderungen erfolgreich meistern, brauchen wir ein starkes Fundament. Dieses bildet – heute mehr denn je – die vier tragenden Säulen unseres Verbandes: Unternehmensnetzwerk, Knowhow-Transfer, Nachwuchsförderung und Interessenvertretung. Sie sind nicht nur ein Leitbild, sondern gelebte Praxis. Und sie sind der Schlüssel, um im internationalen Wettbewerb handlungsfähig zu bleiben.
Wirtschaftliche Stärke entsteht dort, wo Politik und Wirtschaft gemeinsam an Lösungen arbeiten. Eine konstruktive Partnerschaft ist notwendig, um Risiken zu begegnen, Chancen aus Handelspartnerschaften zu nutzen und die Zukunftsfähigkeit unseres Standorts zu sichern.
Unsere Mitgliedsunternehmen – kleine, mittlere und große Betriebe aus Industrie, Handel und Dienstleistungen – bilden seit 1946 das Rückgrat des AHV NRW. Sie stehen für Vielfalt, für Innovationskraft und für eine tiefe Verwurzelung im internationalen Geschäft. Wir laden Sie herzlich ein, mit uns in den Austausch zu treten. Gestalten Sie unser Netzwerk aktiv mit, bringen Sie Ihre Themen ein und profitieren Sie vom Wissen und den Erfahrungen der gesamten Gemeinschaft.
Vorstand, Beirat und Geschäftsführung wünschen Ihnen mit der neuen Ausgabe eine inspirierende und erkenntnisreiche Lektüre.

Ihr Axel Hebmüller Vorsitzender, Außenhandelsverband Nordrhein-Westfalen e.V. (AHV NRW)
WIR! - die Außenhändler
Editorial - Axel Hebmüller
1 Vorsitzender des AHV NRW
Grußwort - Fritz Graf von der Schulenburg
5 Vorsitzender des BDEx
Grußwort - Arndt G. Kirchhoff
7 Präsident der unternehmer nrw
80 Jahre AHV NRW e. V.
8 Andreas Mühlberg
Totgesagte leben länger
12 Isabella-Alessa Bauer (Deutsche Bank)
In dubio pro embargo?
14 Dr. Talke Ovie (HARNISCHMACHER LÖER WENSING)
Exportchancen für Technische Textilien
17 Ralph Kamphöner (textil + mode)
„Win-Win“ ist nicht mehr selbstverständlich
20 Claudia Wessling (MERICS)
AHV NRW Jahresgespräch
22 Interview mit Andreas Mühlberg, Thorsten Hebrock (Sonepar) & Bernhard Morawetz (MAB)
Die Welt zu Gast in Wilnsdorf
26 Jan Krückemeyer (Krückemeyer)
Zukunft des Außenhandels
28 Matthias Walter (Commerzbank)
Nachhaltigkeit: Kompass für eine Weltwirtschaft im Wandel
30 Lars Redeligx (Flughafen Düsseldorf)
AHV NRW Mitgliederversammlung 2025
32 Andreas Mühlberg
30 Jahre AWA
38 Interview mit Matthias Merz (AWA)
Konfliktlösung im Außenhandel
40 Johannes Brand (BUSE)
CBAM-Check
60 Simone Lönnendunk (Deutsche Leasing)
Digitalisierung des Supply Chain Managements
64 Thorsten Langer (FORMAT Software Service)
ATC Gänseessen 2024 in Düsseldorf und Bocholt
66 Fotoreportage
Export in unsicheren Zeiten
70 Niklas Nareyka & Manuel Marcy (dbh Logistics)
Volle Kraft voraus!
74 Interview mit Henry-Johann Nientimp (thenex) & Fabian Pierick (d.velop)
Künstliche Intelligenz versteht das Handelsrecht besser als wir
42 Leonie Althaus (traide AI)
INTRODANS Moves You
44 Interview mit Roel Voorintholt & Marieke van ’t Hoff
Handelspartner Ukraine
52 Dr. Julia Bellinghausen (IPD)
Grenzen überwinden
56 Stefan E. Zurawka (S-International Rhein-Ruhr)
Make it where they take it
58 Harry Flint (Hebmüller GROUP)
Usbekistan auf dem Weg zur wirtschaftlichen Modernisierung
78 Gespräch mit Udo Völker (DUWIRAT) & Nabijon Kasimov (DUWK)
Außenhandel global und nachhaltig denken
82 Corinna Tamminga (dbh Logistics)
Land in Sicht
84 Petra von der Heyde & Christian Zürcher (SmartLoc)
Der 15. Thementag Außenwirtschaft
86 Sabrina Heuschneider (Reguvis)
Northeast Tennessee USA feiert 12-jährige Partnerschaft mit NRW
88 Alan Bridwell (NETVRIDA) & Harry Flint
Nachhaltigkeit als Erfolgsfaktor im internationalen Geschäft
90 Andrea Kühn (Sparkasse Düsseldorf)
ATC zu Gast bei den Neuss-Düsseldorfer Häfen
92 Fotoreportage
Internationale Insolvenzanfechtung
94 Stefan Eßer (BBR)
Nachhaltigkeit als wesentlicher Erfolgsfaktor im Außenhandel 96 Jörg Uwer (ESG.DNA)
Was steckt hinter der Exportschwäche Deutschlands?
98 Christian Otto (Deutsche Bundesbank)
Weltwirtschaft: Die Ruhe im Sturm 100 Katarzyna Kompowska (Coface)
ATC zu Gast bei FRESCOLORI in Bocholt
102 Fotoreportage
Lieferketten unter Druck
104 Alexander Hoeckle (BDEx)
EU-Förderstrategie für die Wirtschaft
106 Dr. Klaus-Hendrik Mester (NRW.BANK)
Wachstumszentren in Asien verschieben sich
108 Achim Haug (GTAI)
After Work Circle India
110 Interview mit Andreas Mühlberg, Mike D. Batra (Dr. Wamser + Batra) & Dr. Fabian Breckheimer (CARLSWERK)
Ein neues Griechenland
114 Chara Baltouma & Nonika Papadopoulou (Generalkonsulat der Hellenischen Republik)
Bildungsarbeit mit Wirkung
116 Christoph Sochart (Unternehmerschaft Düsseldorf)
Freiheitsstrom - Vrijheidsstroom
120 Verena Winter (GrenzBlickAtelier)
Africa Business: Call to action!
126 Sylvia Monzel (Auslandsgesellschaft)
Grenzenlos verbunden
128 Deutsch-Niederländische Handelskammer
Erfolgreiche Niederlassungen in den USA
130 Egon Lacher (JR BECHTLE)
ATC Gänseessen 2025 in Ratingen
132 Fotoreportage
Zwischen Cluster und Weltmarkt
134 Arne Kölling & Philippe Ackermann (Ministerium WIKE)
Vertrauen statt Verordnung
138 Isabelle Oster (unternehmer nrw)
NRW – ein starkes Stück Europa
140 Tim Schüürmann (ZENIT)
Erfolgreich gründen oder übernehmen
142 Silke Doelfs (Bürgschaftsbank NRW)
143 Impressum
144 Liste der Autorinnen und Autoren

Das branchenübergreifende Unternehmensnetzwerk für Ihr internationales Geschäft
Außenhandelsverband
Nordrhein-Westfalen (AHV NRW e. V.)
Coverbild: Shutterstock WIR! - die Außenhändler
Achenbachstraße 28 40237 Düsseldorf www.ahv.nrw
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Die Bank an Ihrer Seite

Die Weltwirtschaft befindet sich in einem tiefgreifenden Umbruch. Die bisherige, regelbasierte Handelsordnung verliert an Bindungskraft. Geopolitische Spannungen nehmen zu, und protektionistische Tendenzen gewinnen weltweit an Einfluss. Für den deutschen Exporthandel – und damit für die gesamte Volkswirtschaft – sind dies Entwicklungen von größter Tragweite.
Deutschland hat wie kaum ein anderes Land vom freien, multilateralen Welthandel profitiert. Offene Märkte, verlässliche Regeln und stabile Partnerschaften haben unseren Unternehmen Wachstum, Beschäftigung und Innovation ermöglicht. Doch heute sehen wir uns einer Welt gegenüber, in der Machtpolitik oft Vorrang vor gemeinsamen Regeln hat. Die Handelshemmnisse, Zölle und technischen Barrieren nehmen zu. Die Rivalität zwischen den USA und China, die Neuformierung globaler Machtzentren sowie die wachsende Rolle der BRICS-Staaten sind Ausdruck einer multipolaren Ordnung, die Chancen, aber auch erhebliche Risiken mit sich bringt.

Für den deutschen Außenhandel bedeutet das: Wir müssen uns strategisch breiter aufstellen. Der Zugang zu unseren wichtigsten Märkten – vor allem den USA, China und der EU – bleibt unverzichtbar, doch wir dürfen uns nicht von einzelnen Partnern abhängig machen. Diversifizierung ist das Gebot der Stunde. Dazu gehören der gezielte Ausbau von Handelsbeziehungen mit dynamischen Regionen wie ASEAN, Mercosur, Indien oder den Golfstaaten ebenso wie eine entschlossene Vertiefung des EU-Binnenmarkts. Gerade letzterer bietet großes Potenzial, um die Folgen globaler Handelskonflikte abzufedern und zugleich unsere Attraktivität als Partner zu steigern.
Wir müssen aber auch unsere eigenen Standortbedingungen verbessern: wettbewerbsfähige Energiepreise, digitale Infrastruktur, innovationsfreundliche Rahmenbedingungen und eine verlässliche Handelspolitik. Und wir brauchen mehr Tempo beim Abschluss neuer Handelsabkommen – pragmatisch, lösungsorientiert und im Schulterschluss zwischen Politik und Wirtschaft.
Daher ist es gut zu wissen, dass wir mit dem AHV NRW seit 80 Jahren einen starken Fürsprecher des internationalen Handels haben. Zu diesem außergewöhnlichen Jubiläum gratulieren wir herzlich. So hängt die Zukunft des deutschen Exporthandels davon ab, wie entschlossen wir jetzt handeln. Wandel ist kein Schicksal, dem wir uns ergeben müssen, sondern eine Aufgabe, die wir gestalten können. Unser Ziel bleibt klar: Offene Märkte, faire Wettbewerbsbedingungen und die Stärkung Deutschlands als verlässlichen, leistungsfähigen Handelspartner in einer sich wandelnden Welt.
Gemeinsam werden wir uns als starkes Netzwerk bei der Bundesregierung dafür einsetzen, dass Märkte nicht nur offenbleiben, sondern der Außenhandel auch für kleine Unternehmen weiterhin möglich ist. Wir freuen uns sehr, diese enge und verlässliche Zusammenarbeit zwischen dem AHV NRW und dem BDEx auch in Zukunft fortzusetzen.
Ihr
Fritz Graf von der Schulenburg Vorsitzender des Vorstands Bundesverband des Deutschen Exporthandels e. V.






zum 80-jährigen Bestehen des Außenhandelsverbands Nordrhein-Westfalen gratuliere ich sehr herzlich! Seit acht Jahrzehnten begleitet und vertritt der Verband branchenübergreifend die Interessen der Außenhändler in NRW mit großem Engagement und Sachverstand. Diese Tätigkeit ist heute wichtiger denn je, denn die Weltwirtschaft befindet sich in einer Phase tiefgreifender Veränderungen. Geopolitische Spannungen, Handelskonflikte, zunehmender Protektionismus und technologische Umbrüche fordern Unternehmen und Politik gleichermaßen heraus und erschweren den freien Austausch von Waren und Dienstleistungen. Der internationale Handelseit jeher auch bei uns in Nordrhein-Westfalen Motor von Wohlstand und Innovation – durchläuft einen grundlegenden Wandel. Umso wichtiger ist es, dass Wirtschaft und Politik dabei nicht einfach Zuschauer sind, sondern sich aktiv für regelbasierten, fairen und freien Welthandel einsetzen.
Offene Märkte und verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen sind die Grundlage unseres Wohlstands. Hier geht mein Blick insbesondere in Richtung der Europäischen Union: Gerade in ruppigen Zeiten wie diesen ist es entscheidend, dass die EU-Mitgliedstaaten geschlossen auftreten und die eigenen Stärken ausspielen. Die Vollendung des gemeinsamen Binnenmarkts muss jetzt endlich zu einem zentralen Projekt der EU werden. Neue Handelsabkommen mit wachstumsstarken Regionen bieten Perspektiven, um unsere wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit zu stärken. Zugleich müssen Lieferketten resilienter werden, um auf Krisen besser reagieren zu können. Und: Protektionismus darf am Ende keine europäische Antwort auf weltwirtschaftliche Herausforderungen sein.
Wir alle gestalten die Zukunft des Außenhandels mit. Die Unternehmen in Nordrhein-Westfalen haben in der Vergangenheit bewiesen, dass sie Wandel als Chance begreifen. Lassen Sie uns diese Stärke gemeinsam nutzen – für eine offene, verlässliche und nachhaltige Weltwirtschaft.

Arndt G. Kirchhoff
Präsident unternehmer nrw
Text: Andreas Mühlberg

Dipl.-Betriebswirt
Andreas Mühlberg
Geschäftsführer
Außenhandelsverband
Nordrhein-Westfalen e. V.
Achenbachstraße 28 40237 Düsseldorf
T +49 211 66 908 28
F +49 211 66 908 40 andreas.muehlberg@ahv.nrw www.ahv.nrw
WIR! - die Außenhändler
Der Außenhandelsverband Nordrhein-Westfalen (AHV NRW) feiert in 2026 sein 80-jähriges Bestehen – ein perfekter Anlass, auf eine bewegte Geschichte zurückzublicken und zugleich die Bedeutung des Außenhandels für die Zukunft unseres Landes zu unterstreichen.
Vom Gründungsgeist zur heutigen Stärke Gegründet wurde der AHV NRW nur wenige Monate nach dem Zweiten Weltkrieg, 1946 im Bergischen Land, in Remscheid-Hasten, von rund 30 engagierten Außenhandelsunternehmen. Zu den Gründungsunternehmen zählten u. a. Kaisers Kaffeegeschäft GmbH, Herm. Rud. Jagenberg, Stahlunion Export GmbH, Krupp Eisenhandel, Hugo Offermann, E. Putsch & Comp. und die Ferrostaal AG. Schon damals war der Verband branchenübergreifend und verstand sich als zentrale Anlaufstelle für Unternehmen im internationalen Handel.
Von Beginn an hatte der AHV NRW die Aufgabe, seine Mitglieder in allen Fragen des Außenhandels zu beraten und ihre Interessen gegenüber Dritten zu vertreten. Schnell wurde der Verband zum Sprachrohr der Außenhändler in Nordrhein-Westfalen und konnte die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aktiv mitgestalten.
Außenhandel – Motor der NRW-Wirtschaft Nordrhein-Westfalen ist dank seiner starken industriellen Basis, innovativen Mittelstandsunternehmen und verkehrsgünstigen Lage ein idealer Standort für Export und Import. Außenhandel ist nicht nur Garant für Arbeitsplätze und Wohlstand, sondern auch Brücke für kulturellen Austausch und internationale Zusammenarbeit. Wirtschaftliche Vernetzung spiegelt heute globale Verantwortung wider: nachhaltiges Wirtschaften, faire Handelsbeziehungen und ein friedliches Miteinander.
Wirtschaftliche Entwicklungen der letzten 80 Jahre Seit 1946 hat der Außenhandel in NRW zahlreiche Transformationen erlebt:
Nachkriegszeit und Wiederaufbau: In den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Wiederherstellung der industriellen Kapazitäten und der Aufbau von Exportstrukturen zentrale Aufgaben. Nordrhein-Westfalen etablierte sich schnell als führende Industrieregion Deutschlands.

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Wer in einer global ausgerichteten Wirtschaft agiert, muss die rechtlichen Besonderheiten innerhalb der EU und weltweit im Blick haben. Ob Expansion, Kooperation oder Vertrag im Ausland – unsere Experten für internationales Wirtschaftsrecht beraten Sie persönlich, praxisnah und mit fundiertem Know-how.
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Globalisierung und technologische Innovationen: Ab den 1970er Jahren öffneten sich Märkte weltweit. Unternehmen aus NRW nutzten neue Technologien, um Produkte effizienter zu fertigen und international wettbewerbsfähig zu bleiben.
Europäische Integration: Mit der Entwicklung der EU und der Einführung des Binnenmarktes profitierten nordrhein-westfälische Unternehmen von erleichterten Handelsbedingungen, grenzüberschreitender Zusammenarbeit und neuen Investitionsmöglichkeiten.
Digitale Transformation: In den letzten zwei Jahrzehnten haben Digitalisierung, E-Commerce und Industrie 4.0 den Außenhandel tiefgreifend verändert. Neue Märkte in Asien, Afrika und Lateinamerika eröffnen vielfältige Chancen, erfordern aber auch hohe Flexibilität und strategische Expertise.
Ein starkes Netzwerk für die Zukunft
Über die Jahrzehnte hat der AHV NRW Unternehmen unterstützt, Netzwerke aufgebaut und als verlässlicher Partner Interessen vertreten – national wie international. Der AHV NRW versteht sich nicht nur als wirtschaftlicher Akteur, sondern auch als Plattform für Austausch, Weiterbildung und gemeinsame Projekte.
Formate für Wissen, Vernetzung und Nachwuchsförderung
Die AHV NRW-Aktivitäten haben sich mit der Zeit weiterentwickelt, um den Mitgliedern praxisnahen Nutzen zu bieten:
After Trade Club (ATC): Treffpunkt für Außenhändler als Forum der Aussprache, um in entspannter Atmosphäre aktuelle Themen zu diskutieren.
Nachwuchsförderung (Fit for Trade): Workshops und Webinare zu Exportkontrolle, Risikomanagement, Zollvorschriften, juristische Grundlagen und Konfliktmanagement – ideal für junge Fachkräfte.
AHV-Fokus: Komplexe Themen in 90 Minuten auf den Punkt gebracht.
Die Aktivitäten des Verbandes basieren auf vier Säulen: leistungsfähiges Netzwerk, Know-how-Transfer, Nachwuchsförderung und Interessenvertretung auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene.
Blick nach vorn
Das 80-jährige Jubiläum ist nicht nur ein Moment des Rückblicks, sondern vor allem ein Startpunkt für die Zukunft. Mit einem starken Netzwerk, engagierten Mitgliedsunternehmen und einem klaren Bekenntnis zum internationalen Handel ist der AHV NRW bestens gerüstet, um künftige Her ausforderungen zu meistern. <
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Internationaler Handel verändert sich – neue Handelsrouten, neue Absatzmärkte, unbekannte Partner, ungekannte Unsicherheiten. Exportabsicherung über Dokumentengeschäfte wie Akkreditive schafft Sicherheit.
Text: Isabella-Alessa Bauer

Handel ist beinahe so alt wie die Menschheit selbst. Wir haben getauscht und gefeilscht. Wir haben Münzen geprägt und Scheine gedruckt, Waren verkauft und gekauft – im Interesse beider Handelspartner, zum Vorteil beider Seiten. Internationaler Handel versorgt diejenigen mit Rohstoffen, die daraus ein nutzbares Produkt herstellen und diejenigen mit fertigen Erzeugnissen, die selbst nicht die Möglichkeiten haben, diese zu produzieren. Handel bringt Wohlstand. Und sogar wenn einer alles besser kann als der andere lohnt sich der Handel, wie uns David Ricardo mit Verweis auf die komparativen Kostenvorteile gezeigt hat.
Handel aber, gerade über Ländergrenzen hinweg, ist nicht immun gegen Fehler, Ausfälle oder Betrug. Wer fertige Ware auf ein Schiff laden lässt, muss entweder darauf vertrauen, dass der Partner nach Erhalt bezahlt – oder er sichert sich ab. Seit Jahrhunderten ist ein gängiger Weg zur Exportabsicherung das Dokumentengeschäft.
„Exportabsicherung über Akkreditive oder Garantien ist einer unserer ältesten Dienstleistungen“, erklärt Boris Ivanov-Blankenburg. Er leitet bei der Deutschen Bank das Dokumentengeschäft und weiß, dass seine Services auch heute keineswegs verstaubt sind: „Die Welt verändert sich rasant wie nie – Exportabsicherung im Dokumentengeschäft ist hochaktuell.“ Grund dafür ist die Verlagerung von Handelsrouten. Über Jahrzehnte haben die Länder Europas vor allem untereinander sowie mit den USA gehandelt. Allein im ersten Quartal 2025 hat Deutschland laut dem Statistischen Bundesamt Waren im Wert von 41,2 Milliarden EUR in die USA exportiert.
Doch neue Handelsrouten gewinnen an Bedeutung. Donald Trumps Zoll- und „America
First“-Politik fordern Exportnationen wie Deutschland und beschleunigen ein Umdenken und -lenken. Das Erschließen neuer Handelskorridore stand aber auch schon lange vor der Wiederwahl des Republikaners auf der Agenda deutscher Unternehmen. Lieferengpässe während der Pandemie, der Krieg in der Ukraine, die Sanktionen gegen Russland und andere geopolitische Unsicherheiten haben gezeigt, wie wichtig das Diversifizieren der Handelsrouten ist – neue Korridore bieten Ausweichmöglichkeiten und schaffen Resilienz. Dazu kommt die Attraktivität der Absatzmärkte in Asien. Indien und China sind zwei der größten und am schnellsten wachsenden Märkte der Welt und bieten riesige Absatzmöglichkeiten. Fast ebenso interessant ist der Handel mit Afrika und Lateinamerika – beide Kontinente bieten großen Rohstoffreichtum und vielfältige Absatzmärkte.
Handel innerhalb Europas und in die USA ist zum großen Teil standardisiert, Absicherung über Dokumentengeschäfte sind nur noch selten gefragt. Man vertraut sich. Anders bei den neuen Handelskorridoren. „Es arbeiten Firmen zusammen, die sich fremd sind, in der Konsequenz steigt der Bedarf nach Sicherheit“, erläutert Ivanov-Blankenburg. Wer den Partner nicht kennt oder sich in neue volatile Märkte vortastet, in denen die Risiken hoch sind und manchmal sogar Devisenrestriktionen gelten, möchte sich absichern.
Die am häufigsten genutzte Lösung sind Akkreditive: Die Bank des Importeurs verpflichtet sich, gegen die Vorlage ordnungsgemäßer Dokumente wie der Handelsrechnung oder Transportpapieren die Zahlung zu leisten. Zudem lassen sich Länderrisiken absichern durch ein zusätzliches Zahlungsversprechen der Bank des Exporteurs. Das Akkreditiv funktioniert so als Sicherungs- und Zahlungsinstrument. „Als Unternehmer habe ich die Gewissheit, dass ich mein Geld bekomme, wenn ich alle Bedingungen erfülle“, berichtet Christiane Roth, die bei der Deutschen Bank das Dokumentengeschäft DACH & Westeuropa
leitet. „Stimmen die Dokumente mit den Akkreditivbedingungen überein, ist die Bank verpflichtet zu zahlen“, erläutert Roth. Das ist ein Vorteil gegenüber einer Warenkreditversicherung, bei der ein Zahlungsausfall erst einmal geltend gemacht werden muss. Zudem, betont Roth, kann das Akkreditiv als Finanzierungsinstrument eingesetzt werden, um den Spielraum der Partner zu erweitern: „Zahlungsziele können vereinbart werden, die Bank kann ein Zahlungsversprechen vorfristig erfüllen, diskontieren, dagegen einen Kredit geben…“ Darüber hinaus gibt es im Akkreditiv-Geschäft viele Programme von internationalen Entwicklungsbanken wie der International Finance Cooperation (IFC), die unterstützen bei längeren Laufzeiten und Absatzmärkten mit höheren Risiken, ergänzt Ivanov-Blankenburg.
Das Dokumentengeschäft mag ein altes Instrument sein – aus der Zeit gefallen ist es nicht. Doch natürlich muss sich auch die Exportabsicherung für die Digitalisierung öffnen, muss das Dokumentengeschäft im 21. Jahrhundert ankommen. Die Banken arbeiten dazu mit jungen Unternehmen zusammen und adaptieren deren Lösungen für ihren Arbeitsprozess. „Das Instrument des Akkreditivs ist seit Jahrzehnten standardisiert. Das Wort ‚Dokumentengeschäft‘ sagt es bereits“, erklärt Ivanov-Blankenburg. „Wir sichten und vergleichen Dokumente, das ist die Grundlage der Zahlung.“ Diese Verfahren, so der Experte, werden jetzt automatisiert, Schnittstellen zu Fintechs genutzt.
Kurzzeitig schien das Dokumentengeschäft sogar Vorreiter zu werden – Trade-Finance-Blockchains wurden als effiziente, sichere und transparentere Variante des Akkreditivs gehandelt. „Die Blockchain bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten, Transparenz und Nachverfolgbarkeit zu erhöhen, Betrugsrisiken zu reduzieren und Transaktionen insgesamt zu beschleunigen“, berichtet Roth. „Auch eine automatische Vertragsausführung durch Nutzung von Smart Contracts mittels Blockchain wäre möglich, wenn definierte Bedingungen erfüllt sind.“ Al-
Dokumentengeschäft kurz erklärt
Das Übergeben und Prüfen von Dokumenten dient als Sicherheit für Zahlung und Lieferung: Der Exporteur übergibt beispielsweise Transport- oder Warenpapiere an seine Bank.
Erst wenn der Importeur das Vereinbarte erfüllt, erhält er die Dokumente – und die Ware. Damit wird sichergestellt, dass der Exporteur bezahlt wird und der Importeur nur gegen ordnungsgemäße Unterlagen Zugriff auf die Ware erhält.
lein die Blockchain hat sich in der Praxis nicht durchgesetzt. Roth vermutet, dass sowohl die komplexe Technologie als auch die Kosten ausschlaggebend sind, außerdem der fehlende globale Standard für Blockchain-Plattformen und die unterschiedlichen rechtlichen Rahmenbedingungen der Länder zur Anerkennung digitaler Dokumente und Signaturen.
Bis zu einem digitalen Standard für das Dokumentengeschäft mag noch ein Weg zu gehen sein – in unserer volatilen Wirtschaftswelt allerdings beweisen Akkreditiv und Co. heute einmal mehr ihren Wert. Die Sicherungsinstrumente ermöglichen es Unternehmen, in schwierigen Märkten aktiv zu werden, sind standardisiert in den Richtlinien der Internationalen Handelskammer und schaffen so im Handel unter 175 Ländern Klarheit. In Sachen Exportabsicherung gilt also auch nach Jahrhunderten: Totgesagte leben länger. <
Dieser Beitrag von Isabella-Alessa Bauer ist zuerst unter results. FinanzWissen für Unternehmen erschienen. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Bank.

Text: Dr. Talke Ovie

© Shutterstock
Fast vier Jahre nach Beginn des Angriffs von Russland auf die Ukraine ist ein Ende des Krieges nicht in Sicht. Erst im Oktober ist das 19. Sanktionspaket der Europäischen Union in Kraft getreten. Die Friedenspläne des US-Präsidenten scheiterten.
Aus anwaltlicher Perspektive ist festzustellen, dass in sanktionsrechtlicher Hinsicht auch mit dem 19. Sanktionspaket Auslegungs- und Anwendungsfragen das Russland-Embargo betreffend gegeben sind. Auch die kommenden Sanktionspakete werden daran nichts ändern. Auch wenn es bereits einige Veröffentlichungen der Europäischen Kommission und der Behörden (wie BMWE und BAFA) gibt, werden weiterhin rechtliche Fragestellungen bestehen bleiben.
Bare Münze
Festzustellen ist insgesamt, dass die Unternehmen die Vorgaben aus dem Russland-Embargo für „bare Münze“ nehmen, trotz der teilweisen Fraglichkeit, ob die Regelungen überhaupt dem Bestimmtheitsgebot entsprechen. Unabhängig von diesen teilweise rechtlich sehr komplexen Fragestellungen, ist festzustellen, dass die im Verhältnis „einfachen Themen“ von den Behörden genutzt werden, das Russland-Embargo durchzusetzen. In diesem Beitrag geben wir eine Bestandsaufnahme resultierend aus den uns bekannten und bearbeiteten Sachverhalten ab, wobei wir den Schwerpunkt auf straf- und bußgeldrechtliche Verfahren legen. Aufgrund unserer anwaltlichen Verschwiegenheit werden wir weder Namen noch Produkte nennen.
Und so ist es ja immer: ein Gesetz wird erlassen, die Umsetzung des Gesetzes wird überwacht, wer das Gesetz nicht einhält wird straf- oder bußgeldrechtlich verfolgt. Grundsätzlich gilt dabei der prozessuale Grundsatz „in dubio pro reo“ sowie der Umstand, dass Straf- und Bußgeldverfahren eingeleitet werden, um den Beschuldigten zu schützen. Mit der Einleitung eines Straf- oder Bußgeldverfahrens steht noch längst nicht fest, dass eine Straftat oder Ordnungswidrigkeit begangen wurden und zu ahnden ist. Allein der Anfangsverdacht rechtfertigt
eine Einleitung eines Verfahrens. Weder die Staatsanwaltschaft noch die Straf- und Bußgeldstelle haben zu diesem Zeitpunkt den Sachverhalt in objektiver und subjektiver Hinsicht geprüft.
In dubio pro embargo
Seit Inkrafttreten des Russland-Embargos ist es der Klassiker, dass Ausfuhren nach Russland durch die Zollämter angehalten werden und zeitgleich, quasi im selben Atemzug, eine Abgabe an das Zollfahndungsamt und die Einleitung eines Strafverfahrens erfolgt. Nicht mehr ganz so präsent erscheint es uns, Ausfuhren nach Russland anzumelden und das ausführende Zollamt als „Filter“ in Bezug auf die Rechtmäßigkeit der Ausfuhr zu nutzen. Zumindest zu Beginn des Russland-Embargos wurden uns Sachverhalte zugetragen, bei denen der Zolldienstleister den Ratschlag erteilt hatte, die Ausfuhr anzumelden und die Reaktion des Zollamtes abzuwarten. „Die werden sich schon melden, wenn die Sendung vom Russland-Embargo erfasst wird.“ Und ja, die Zollämter haben sich gemeldet. Die zur Ausfuhr angemeldete Ware wurde in der Regel beschlagnahmt und ein Strafverfahren eingeleitet. Aktuell scheint die vom Zollamt aufgegebene Verpflichtung zur Einholung eines Nullbescheides beim BAFA die automatische Abgabe an das Zollfahndungsamt zu ersetzen. Ob die Verhängung dieser Pflicht rechtmäßig ist, ist bereits eine richtige und wichtige Frage. In jedem Fall dauert die Einholung eines Nullbescheides so lange, dass das Geschäft nicht mehr tragbar ist. Faktisch werden damit Ausfuhren nach Russland verhindert. In dubio pro embargo?
Der Grund für die Ablehnung der Ausfuhr war und ist die Annahme, dass die Einreihung in den Zolltarif nicht zutreffend ist und tatsächlich eine Zolltarifnummer einschlägig ist, die vom Russland-Embargo erfasst wird. So bearbeiten wir viele Fälle, in denen Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte, die Einreihung vom Zoll akzeptiert wurde. Nunmehr werden die Auslegungsmöglichkeiten, die der Zolltarif beinhaltet, zumindest dem Anschein nach, so ausgelegt, dass eine Erfassung vom Russland-Embargo gegeben ist. Dies betrifft die Zollabfertigung bei der Ausfuhr, aber auch die Erteilung verbindlicher Zolltarifauskünfte. Zwar mag eine Waschmaschine zolltarifrechtlich immer noch eine Waschmaschine sein. Aber was ist mit Teilen und Zubehör? So sind uns einige Fälle bekannt, in denen die Einreihung genutzt wurde, das Geschäft über die Anwendung des Russland-Embargos zu verbieten. In dubio pro embargo?
Und dies funktioniert auch grenzüberschreitend. Rechtlich möglich ist es, Straf- und Bußgeldverfahren in dem Land der Ausfuhr (Polen, Litauen, Lettland etc.) einzuleiten, weil dort die Ausfuhr vorgenommen oder durchgeführt wurde, und in dem Mitgliedstaat der EU, in dem der Ausführer seinen Sitz hat und den Kaufvertrag geschlossen hat, dessen Abschluss bei Anwendung des Russland-Embargos nach Ansicht der Zollverwaltung aufgrund einer anderen Einreihungsauffassung verboten gewesen wäre.
Altvertragsregelungen
In diesen Fallgestaltungen spielen zunehmend auch die Altvertragsregelungen des Russland-Embargos eine Rolle. Dies ist nachvollziehbar, da die Verbote mit jedem Sanktionspaket zunehmen, aber stets in bestimmten Bereichen Altvertragsregelungen vorgesehen sind. Zwar mag der Zollbeamte bei der Ausfuhr vertragsrechtlich nicht in der Lage sein, zu beurteilen, ob die Altvertragsregelung greift. Zweifel an deren Anwendung reichen jedoch für die Sicherstellung der Waren aus. Die Anwendung der Altvertragsregelung kann sodann im Straf- oder Bußgeldverfahren und in der Außenwirtschaftsprüfung „in Ruhe“ geklärt werden. In dubio pro embargo?
Straf- oder Bußgeldverfahren aufgrund einer fehlenden No Russia - Klausel sind uns nicht bekannt. Dies liegt daran, dass das Fehlen der No Russia - Klausel (aktuell) weder strafnoch bußgeldbewehrt ist. Dennoch spielt die Aufnahme oder Nicht-Aufnahme der No Russia - Klausel eine wichtige Rolle, auch in Straf- und Bußgeldverfahren. Zumindest der Gesetzgeber geht nämlich davon aus, dass es sich bei der Aufnahme der No Russia - Klausel und der dazugehörigen Risikoanalyse um die Sorgfaltspflicht eines jeden Wirtschaftsbeteiligten handelt, um Verstöße gegen die mittelbaren Verbote des Russland-Embargos zu verhindern, also die Weiterlieferung der Waren über den Kunden nach Russland. Wurde keine No Russia - Klausel vereinbart, kann also dem Wirtschaftsbeteiligten unterstellt werden, dass er nicht hinreichend sorgfältig agiert hat und die Weiterleitung nach Russland in Kauf genommen oder fahrlässig verursacht hat.
Sendungen über Drittländer Unsere Erfahrung ist, dass Straf- und Bußgeldverfahren, die mittelbare Verbote betreffen, weitaus einfachere Sachverhalte zum Gegenstand haben, als dass sich die Frage, des ob und des wie der No Russia-Klausel stellt. In den Fällen, die uns bekannt sind, verhält es sich eher so, dass doch der ein oder andere auch mangels Kenntnis der Sanktionen meint, „schlauer als der Zoll zu sein“. Davon erfasst werden Sachverhalte, die darauf abzielen, dass Waren aufgeteilt in verschiedene Sendungen über Drittländer nach Russland versandt werden, dass Kunden in Russland technische Unterstützung erhalten, eine eigene Gesellschaft für Russland-Geschäfte gegründet wird etc. Es gibt also Fälle, die durchaus in den straf- und bußgeldrechtlich zu ahnenden Bereich fallen. Ob dies tatsächlich so ist, ist eine Frage des Einzelfalls.
Beschuldigte der Straf- und Bußgeldverfahren, ob berechtigt eingeleitet oder nicht, sind in der Regel die GeschäftsführerInnen bzw. eine Person aus der Geschäftsführung, egal, ob Importeur, Exporteur, Broker etc. Uns liegen aber auch Fälle vor, in denen Straf- oder Bußgeldverfahren gegen MitarbeiterInnen aus dem operativen Bereich eingeleitet wurden, insbesondere aus den Bereichen Vertrieb, Einkauf, Logistik. Teilweise wird auch gegen die Geschäftsführung und den Mitarbeiter ein >
Verfahren eingeleitet. In jedem Fall kommen MitarbeiterInnen oftmals als Zeugen in Betracht. Bekannt sind uns Fälle, in denen die Geschäftsführung sich selbst gegenüber der Staatsanwaltschaft vertreten hat. Dies erfolgreich. Allerdings muss man wissen, dass die Einstellung eines Strafverfahrens oftmals die Weiterführung des Verfahrens als Ordnungswidrigkeit bedeutet.
Und gelernt haben wir auch: aufgeben gilt nicht. Gemeinsam mit den Unternehmen haben wir in einigen Fällen erreicht, dass der Zoll nach Einstellung des Verfahrens nicht nur die Waren herauszugeben hatte, sondern dem Unternehmen auch die Lagerkosten zu erstatten hatte. Ob Aufwand und Kosten-Nutzen im Verhältnis sei dahingestellt. Manchmal geht es einfach nur ums Prinzip. In dubio pro Gerechtigkeit. <

Dr. Talke Ovie
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Made in Germany: weltweit gefragt, hochspezialisiert
Deutschland ist Weltspitze bei technischen Textilien – dank jahrzehntelanger Forschung, hoher Qualitätsstandards und enger Zusammenarbeit zwischen Industrie und Wissenschaft. Unsere mittelständisch geprägten Hersteller liefern smarte Textilien, die Leichtbau ermöglichen, Energie sparen, Leben retten. Von atmungsaktiven OP-Materialien über textile Sensorik in der Gebäudetechnik bis hin zu Carbonfasern für emissionsarme Mobilität – „Made in Germany“ steht hier für Hightech pur. >
Gerade im globalen Süden und in dynamischen Schwellenländern eröffnen sich neue Märkte: Dort, wo Infrastrukturen aufgebaut, Umweltprobleme gelöst und Lieferketten stabilisiert werden müssen, sind leistungsfähige Textilien oft Teil der Lösung. Doch diese Märkte zu erschließen ist kein Selbstläufer. Es braucht faire Zugänge, transparente Regeln und stabile Partnerschaften.
Freihandelsabkommen: Schlüssel zu Wachstumsmärkten
Deshalb ist es unverständlich, dass Europa bei Freihandelsabkommen immer noch so zögerlich agiert. Die politische Hängepartie um das längst unterschriebene EU-Mercosur-Abkommen bremst unsere Exportchancen – und das ausgerechnet in einer Zeit, in der geopolitische Unsicherheiten und protektionistische Tendenzen zunehmen. Die Verhandlungen mit wichtigen Partnern wie Indien, Indonesien und anderen asiatischen Ländern sind wichtige Bausteine für die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland und Europa.
Gerade die Textilbranche ist auf einen verlässlichen Ordnungsrahmen angewiesen. Technische Textilien unterliegen häufig spezifischen Normen, Zulassungsverfahren und Zertifizierungen. Ohne enge regulatorische Kooperation wird der Marktzugang unnötig teuer, langsam oder gar versperrt. Zudem sind – nicht erst seit den neuesten Kapriolen des US-Handelspolitik - Zollbelastungen in vielen Märkten weiterhin ein reales Hemmnis, besonders für kleine und mittlere Unternehmen.
Europa muss handeln – jetzt
Ein ambitionierter Abschluss laufender EU-Freihandelsverhandlungen und die rasche Ratifizierung unterzeichneter Abkommen wären ein klares Signal: Europa meint es ernst mit dem freien Handel – und
unterstützt seine innovativen Industrien. Wer die Transformation der Weltwirtschaft mitgestalten will, muss global präsent sein. Für Anbieter technischer Textilien bedeutet das: Zugang zu Wachstumsmärkten, Schutz geistigen Eigentums, faire Wettbewerbsbedingungen.
Mit nur noch 5 Prozent der Weltbevölkerung und 13 Prozent der Weltwirtschaft hat die Europäische Union ein vitales Interesse daran, dass auch künftig die Stärke des Rechts vor dem Recht des Stärkeren steht. Die regelbasierte multilaterale Welthandelsordnung der WTO bietet dafür einen Rahmen, des es so gut wie möglich zu schützen und perspektivisch weiterzuentwickeln gilt. Zusätzlich muss sich die EU endlich selbst in die Lage versetzen, international mit vereinter Kraft aufzutreten. Dazu gehört als unverzichtbare Voraussetzung dringend die Defragmentierung des EU-Binnenmarktes mit den zahlreichen gerade in dieser Zeit wieder von einzelnen EU-Mitgliedstaaten eingeschlagenen nationalen Sonderwegen. Nur ein geeintes Europa erzielt international die nötige Gravitation, um die gemeinsamen europäischen Interessen erfolgreich durchzusetzen.
Freihandel ist Zukunftspolitik
Die geopolitische Lage macht Freihandel nicht obsolet – im Gegenteil: Er ist ein strategisches Instrument. Denn nur mit starken Partnerschaften können wir unsere Standards, unsere Werte und unsere Innovationskraft international behaupten. Technische Textilien aus Nordrhein-Westfalen und ganz Deutschland sind bereit, ihren Beitrag zu leisten. Nun braucht es den politischen Willen, ihnen auch den Weg zu ebnen. <
Die Ausführungen in dem Artikel entsprechen meiner reinen Privatmeinung und nicht der vom Gesamtverband Textil und Mode. (R.K.)
„Ein ambitionierter Abschluss laufender
EU-Freihandelsverhandlungen und die rasche Ratifizierung unterzeichneter Abkommen wären ein klares Signal: Europa meint es ernst mit dem freien Handel – und unterstützt seine innovativen Industrien.“

RA Ralph Kamphöner
Leiter Büro Brüssel
Gesamtverband
Textil und Mode 58 rue Marie de Bourgogne B-1000 Bruxelles rkamphoener@ textil-mode.de www.textil-mode.de

Text: Claudia Wessling
Egal wohin man blickt – Wirtschaft, Wissenschaft oder Politik: das deutsch-chinesische Verhältnis ist derzeit schwierig. Die Bundesregierung unter Friedrich Merz (CDU) sucht noch nach Wegen, mit einem Peking umzugehen, das selbstbewusst und durchaus konfrontativ seine Positionen vertritt und dabei auch wirtschaftliche Macht als Hebel nutzt. In den Wirtschaftsbeziehungen ist vom Mantra des „Win-win“ - beide Seiten gewinnen – derzeit wenig übrig angesichts eines wachsenden deutschen Handelsdefizits und drohender Produktionsausfälle wegen chinesischer Exportkontrollen für seltene Erden, drohenden Lieferstopps bei Halbleiter-Chips sowie Druck auf europäische Märkte durch chinesische Überproduktion und billige E-Autos.

Als Außenminister Johann Wadephul (CDU) im Oktober nach China reisen wollte, hatte er eigentlich vor, all dies anzusprechen. Doch die chinesische Seite hatte für diese Themen keine Gesprächspartner für den Minister, Wadephul sagte ab. Ein solcher Vorgang ist in der deutsch-chinesischen Diplomatie der vergangenen Jahre außergewöhnlich, deutet er doch darauf hin, dass Peking bereit ist, im Umgang mit westlichen Partnern eine härtere Linie durchzuziehen. Die Annahme, angesichts des tiefgreifenden Konflikts mit den USA unter „Trump 2.0“ würde China eine Charme-Offensive Richtung Europa zünden, erfüllte sich nicht. China umwirbt stattdessen Regierungen und Märkte im sogenannten Globalen Süden.
Für die deutsche Wirtschaft ist das problematisch, denn sie ist weiter eng verknüpft mit China. Nach einer Prognose von Germany Trade and Invest könnten die Importe von dort 2025 den Wert der Exporte in die Volksrepublik um 87 Milliarden Euro übertreffen – das wäre das höchste Handelsdefizit seit 2022. Der Einbruch der Ausfuhren hat vielerlei Gründe, darunter Chinas wachsende Bevorzugung einheimischer Produkte und der Druck auf ausländische Firmen, vor Ort in der Volksrepublik zu produzieren.

Die Veränderungen in der deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehung sind auch Folge der seit Jahren von der Führung in Peking forcierten Innovationspolitik: Mit Milliardeninvestitionen in industrielle Innovation und wissenschaftlichen Fortschritt will China den Schritt schaffen von der „Werkbank“ zum Hightech-Zentrum der Welt. Dass sie an diesem Kurs festhalten wird, hat die Führung um Xi Jinping erst kürzlich auf dem Vierten Plenum des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei klargestellt: Der Entwurf des Fünfjahrplans für die Jahre 2026 bis 2030 nennt den Aufbau eines „modernen Industriesystems” als Schlüsselziel.
China setzt damit seine Strategie fort, die mit Initiativen wie „Made in China 2025“ bereits 2015 Form annahm. Gefördert werden Zukunftsbereiche wie Luft- und Raumfahrt, Biotechnologie, Wasserstoff, neue Materialien und Quantenforschung, und auch die Modernisierung traditioneller Industrien wie Bergbau, Chemie und Maschinenbau. Nach Schätzungen Pekings soll die Modernisierung der Kernsektoren der verarbeitenden Industrie – wie Chemie, Maschinenbau und Schiffbau – einen Markt mit einem Volumen von umgerechnet etwa 1,2 Billionen Euro schaffen. Die auch von deutschen Unternehmen erhoffte Ankurbelung des Binnenkonsums oder den Kampf gegen Überkapazitäten und daraus resultierenden, zerstörerischen Wettbewerb will Peking zwar auch angehen, allerdings nicht prioritär.

Die Folgen der chinesischen Industrie- und Innovationspolitik bekommt vor allem auch Deutschland zu spüren, denn China dringt genau in die Sektoren vor, in denen deutsche Hidden Champions erfolgreich sind. Vor allem die Autoindustrie, Rückgrat der deutschen Wirtschaft, ist betroffen: mehr als 50.000 Jobs sind dort einer Studie der Beratung EY binnen eines Jahres verloren gegangen – auch wegen des wegbrechenden Marktes in und der wachsenden Konkurrenz aus China.
Wie geht es nun weiter mit den Beziehungen zum zweitgrößten Handelspartner – Volumen: 246,8 Milliarden Euro? In Chinas Innovationsstrategie haben deutsche Partner weiterhin einen Platz als Zulieferer von Hoch- oder Spezialtechnologie, die es selbst noch nicht herstellen kann, zum Beispiel in den Bereichen Optik, Industriechemikalien, Gasturbinen, Hochpräzisionstechnik. Doch die chinesischen Strategiedokumente belegen klar: Peking strebt auch hier danach, solche Produkte eines Tages in Eigenregie herzustellen. Beispiele wie der Solarsektor, in dem europäische Anbieter einst von staatlich subventionierter, chinesischer Billigproduktion vom Markt gefegt wurden, zeigen, dass China der Logik der westlichen Marktwirtschaft Grenzen setzt.
Deutsche Unternehmen – auch in Nordrhein-Westfalen – müssen deshalb Chinas Pläne genau ansehen und evaluieren, welche Vorteile sie selbst aus einer Zusammenarbeit noch ziehen können. Doch in Zeiten, in denen auch die Beziehungen zum größten Handelspartner USA durch die (Zoll-)Maßnahmen der Regierung Trump belastet sind, geht es nicht mehr nur darum, Risiken im Umgang mit China zu navigieren. Es geht um eine grundsätzlich neue Strategie für die deutsche Wirtschaft in einem historischen geopolitischen Umbruch. <

MERICS Data Insight: Deutschland ist einer der Hauptimporteure von Seltenen Erden und Mineralien aus China.

Claudia Wessling Director Communications & Publications
MERICS gGmbH
Mercator Institute for China Studies
Alte Jakobstraße 85-86 10179 Berlin
M +49 171 834 77 04 claudia.wessling@merics.de www.merics.org

Dipl.-Betriebswirt
Andreas Mühlberg
Geschäftsführer
Außenhandelsverband
Nordrhein-Westfalen e. V.
Achenbachstraße 28 40237 Düsseldorf
T +49 211 66 908 28
F +49 211 66 908 40 andreas.muehlberg@ahv.nrw www.ahv.nrw
Interview: Redaktion AHV NRW Magazin
Der Außenhandelsverband Nordrhein-Westfalen (AHV NRW e. V.) ist ein branchenübergreifender Fachverband von kleinen, mittleren und größeren Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen. Das Unternehmens- und Verbandsnetzwerk, der Know-howTransfer, die Nachwuchsförderung sowie die Interessenvertretung prägen seit 1946 die DNA des AHV NRW. Dieser wird vertreten durch den langjährigen Geschäftsführer, Herrn Andreas Mühlberg. Der AHV NRW bündelt die Interessen von rund 100 Mitgliedsunternehmen mit einem Handelsvolumen von ca. 5 Mrd. Euro.
Das Jahresgespräch mit dem AHV-Geschäftsführer, Herrn Mühlberg, wird zusammen mit zwei Vertretern engagierter Mitgliedsunternehmen durchgeführt. Interviewpartner sind:
Thorsten Hebrock , Abteilungsleiter Zoll- und Menschenrechtsbeauftragter der Sonepar
Deutschland GmbH
Bernhard Morawetz, MAB Morawetz Außenhandels-Beratung
AHV Redaktion: Wie reagieren die Außenhändler auf die geopolitischen Veränderungen?
Andreas Mühlberg: Nichts ist beständiger als der Wandel. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Situation noch einmal zugespitzt. Mit der politischen Veränderung in den USA Anfang 2025 hat die Unsicherheit auf den Märkten nochmals zugenommen. Wir beobachten mit großer Sorge eine Rückabwicklung eines über die Jahre hinweg prosperierenden Welthandels. Die Weltwirtschaft befindet sich in einem komplexer werdenden Umfeld, das von geopolitischen Spannungen, zunehmendem Protektionismus und einer überbordenden Bürokratie auf den verschiedenen Kontinenten geprägt ist. Für uns Außenhändler bedeutet dies maximale Unsicherheit.
Die Reaktion auf diese Entwicklung ist vielfältig und zeigt, wie anpassungsfähig die Branchen sind. Viele Unternehmen setzen auf eine stärkere Diversifizierung ihrer Absatz- und Beschaffungsmärkte, um Abhängigkeiten zu reduzieren. Produktions- und Lieferketten werden neu gedacht, sei es durch Nearshoring oder die verstärkte Suche nach Partnern in politisch stabileren Regionen.
Gleichzeitig wächst die Bedeutung von Resilienz und Flexibilität. Außenhändler bauen Puffer in ihren Lieferketten auf, investieren in digitale Lösungen zur besseren Transparenz und steuern Risiken proaktiv. Hinzu kommen steigende Anforderungen an Compliance: Exportkontrollen, Sanktionslisten und Zollbestimmungen verändern sich in rascher Folge, und ein professionelles Risikomanagement ist unverzichtbar geworden.
Darüber hinaus spielt Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle. Mit Gesetzen wie z. B. dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) in Verbindung mit der anstehenden Umsetzung der EU-Lieferkettenrichtlinie (CSDDD) ins nationale Recht steigt der Druck, ökologische und WIR! - die Außenhändler
soziale Standards konsequent einzuhalten und transparent zu dokumentieren. Auch hierin beweisen die Außenhändler Innovationskraft – indem sie Nachhaltigkeit nicht als Bürde, sondern als Chance für mehr Wettbewerbsfähigkeit begreifen.
Vorausgesetzt, der Gesetzgeber geht mit Augenmaß und Realitätsnähe bei der Umsetzbarkeit um. Dies ist in den vergangenen Monaten jedoch stark vernachlässigt worden.
R: Herr Hebrock, aus Unternehmenssicht: Ist die Unsicherheit tatsächlich die größte Herausforderung? Wie geht Sonepar damit um?
schlichtweg überfordert. Insbesondere die Regulierungsdichte aus Brüssel ist mit dem Tagesgeschäft nicht mehr vereinbar. Und das Tagesgeschäft ist mit den Änderungen im Bereich Zoll USA, Russlandembargo, China-Exportkontrolle und Regulierung vor Ort schon ordentlich beansprucht. Wir reden in Projekten kaum noch über Markterschließungsthemen und noch weniger über die Erschließung neuer Märkte. Wir reden nur noch über Regulierung und wie komme ich der hohen Schlagzahl und den knappen Fristen bei CBAM, EUDR, Ozonund fluorierten Treibhausgasen, X-Sanktionspaketen – um nur einige Regulierungen zu nennen – hinterher? Die Informati-

Thorsten Hebrock: Ja, dem stimme ich zu. Die geopolitischen Spannungen sind sehr groß geworden und diese werden sich in den nächsten Jahren fortsetzen.
Wir bei Sonepar Deutschland splitten die Märkte weiter auf. Wir gehen in die Märkte hinein und wollen somit u. a. den local content stärken.
R: Herr Morawetz, aus Beratersicht: Welche Erfahrungen machen Sie derzeit?
Bernhard Morawetz: Man spürt, dass sich die Veränderungen häufen, viel schneller verlaufen und auch viel tiefgreifender sind, als man auf den ersten Blick erfasst. Die Firmen sind
onspolitik, die schlechte Vorbereitung von IT-T hemen und Datenbanken des Gesetzgebers und viele offene Fragen in den Verordnungen sind für die Wirtschaft ebenfalls nicht hilfreich.
R: Welche Rückschlüsse ziehen Sie aus dem bisher Gesagten?
AM: Die Arbeit des AHV NRW ist heute wichtiger denn je. Wir stehen in engem Austausch mit unseren Mitgliedsunternehmen und nehmen ihre Sorgen und Herausforderungen ernst.
Die aus diesem Dialog gewonnenen Erkenntnisse bündeln wir und bringen sie auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene ein.
Unser Netzwerk lebt von diesem Austausch. Die >
Rückmeldungen aus den Unternehmen fließen direkt in unsere Veranstaltungsplanung ein – mit dem Ziel, durch externe Expertinnen und Experten einen gezielten Know-how-Transfer zu ermöglichen und bei Gesetzesvorhaben praktikable Lösungen mitzugestalten.
Aus dem Zusammenspiel von Politik, Gesetzgebung und betrieblicher Praxis ergibt sich die Notwendigkeit, beim Übergang in die Umsetzung neues Wissen aufzubauen.
Untrennbar damit verbunden ist die Förderung des Nachwuchses. Mit unserem eigenen Veranstaltungsformat „Fit for Trade“ vermitteln wir Grundlagenwissen im Außenhandel und leisten so einen wichtigen Beitrag zur Fachkräfteentwicklung.
R: Nachwuchsförderung in Verbindung mit Fit for Trade sind gute Stichwörter. Die Babyboomer gehen nach und nach in Rente. Wie groß ist die Herausforderung für Sonepar, das damit verbundene Know-how zu ersetzen? Welchen Stellenwert messen Sie dem vom AHV NRW ins Leben gerufenen Fit for Trade-Veranstaltungsformat bei?
TH: Wir bei Sonepar Deutschland stehen – wie viele andere Mitgliedsunternehmen auch – vor der gleichen Herausforderung, wie wir mit dem Renteneintritt von erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern umgehen. Ein Teil kann durch Umstrukturierung, durch den Einsatz neuer Technologien und durch das Outsourcen einzelner Bereiche mit der Hilfe von Beratern abgefedert werden. Deswegen ist eine langfristige Ausbildung von qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unabdingbar. Die innerbetrieblichen Kernkompetenzen müssen stets aktuell gehalten werden und hier ist die AHV-Veranstaltungsreihe Fit for Trade ein wesentlicher Mosaikstein.
R: Sie sind einer der langjährigen Referenten von Fit for Trade. Weshalb ist es für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) ein Muss, in Weiterbildung zu investieren?
BM: Nun, wir alle sind es gewohnt, dass es jedes Jahr Gesetzesänderungen gibt. Aber diese Dichte und Schlagzahl sind neu. Ich muss auch innerhalb des Jahres X Änderungen mitbekommen, bewerten und umsetzen. Darüber hinaus hat sich die Zollwelt komplett geändert. Die Zeiten, in denen ich am Ende des Prozesses z. B. in der Versand- bzw. Logistikabteilung gesessen habe und alle Papiere allein ohne Hilfe schreiben konnte, sind mit der Digitalisierung vorbei. Zusätzlich werden viele weitere Dinge abgefragt, wie z. B. insbesondere die Zolltarifnummer, der Dual-Use-Status, Inhaltsstoffe von Produkten, konkrete Ursprünge, ausführliche, verständliche Warenbeschreibungen und weitere Dokumentations- und Genehmigungspflichten im Bereich der Nachhaltigkeitsregulatorik. Die damit einhergehende Compliance umfasst vor allem die Funktionsbereiche: Technik, Arbeitsvorbereitung, Werkssteuerung, Produktmanagement und insbesondere auch den
Einkauf. All das sind wichtige Bausteine, die die Außenhandels-Compliance bestimmen.
R: Wird das in der Praxis, z. B. von Sonepar, honoriert? Ist der Informationsvorsprung ein Wettbewerbsvorteil?

TH: Ja, das wird es. Wir sind am Puls der Politik, bei der Gesetzgebung und haben Einblick in den jeweiligen Umsetzungsstand von in der Gesetzgebung befindlichen Vorhaben bei anderen Unternehmen.
Wir haben z. B. in unserer Branche das Zoll-Know-how, mit dem wir unsere Kunden auftragsbezogen beraten. Das ist für uns ein Wettbewerbsvorteil.
R: Zur Umsetzung zählt dann auch ein Mindestmaß an Knowhow. Wie wird der Know-how-Transfer in Bezug auf die Nachwuchsförderung gewährleistet?
BM: Das ist in der Praxis sehr unterschiedlich. Da Schulung und Weiterbildung zu den Sorgfaltspflichten innerhalb der Compliance-Anforderungen zählen, sind die jeweiligen verantwortlichen Mitarbeitenden in den Bereichen Zoll, Exportkontrolle, Warenursprung & Präferenzen, Einfuhr und Abwicklungsthemen, z. B. INCOTERMS® 2020, für das Tagesgeschäft regelmäßig zu schulen. Am Markt gibt es hierzu ein facettenreiches Angebot.
R: Die UZK-Reform gewinnt an Dynamik. Wie bereitet sich Sonepar hierauf vor?
TH: Der AHV NRW stellt kurzfristig und nahezu tagesaktuell sowie anlassbezogen Kompaktinformationen zur Verfügung, die sich unmittelbar auf das Außenhandelsgeschäft auswirken können. Diese Hilfestellung ist für unsere unternehmensinterne Analyse und Bewertung wertvoll. Aus dem Ergebnis leiten sich dann weitere Maßnahmen ab. Somit können wir die bei uns intern aufgesetzten Prozesse schneller anpassen und können leichter erahnen, was der Gesetzgeber vorhat.
R: Abschlussfrage an Sie alle. Was wünschen Sie sich von der Politik?
BM: Wir brauchen mehr Verlässlichkeit in der Politik und das über eine Legislaturperiode hinaus. Längere Vorlaufzeiten des Inkrafttretens sind wichtig, damit die Umsetzung auch gelingen kann.
TH: Wir brauchen einen stärkeren Digitalisierungsgrad, insbesondere in der Verwaltung. Die Unternehmen als Kunden sehen und den Dienstleistungsgedanken vorleben. Zwingend erforderlich ist die Harmonisierung des Waren- und Dienstleistungsverkehrs innerhalb der EU. Das Denken in wirtschaftlichen Zyklen, und zwar in Ein-, Drei-, Fünf- und Zehnjahreszeiträumen würde zur Rechtssicherheit beitragen.
AM: Wir brauchen - in Ergänzung dazu - eine stärkere Einbindung der Verbände, sowohl auf Landes- als auch auf Bundes- und vor allem auch auf EU-Ebene. Mehr miteinander als übereinander reden bringt Praxisnähe und Empathie von Anfang an mit in den Gesetzgebungsprozess.
Nicht nur im Unternehmensalltag ist Außenhandel Teamsport, sondern auch im politischen Alltag sollte dies gemeinsam mit uns so sein. Schließlich geht es um unser Land, um Europa und um unsere wirtschaftliche Zukunft.
Wir, die Außenhändler, vereint im Außenhandelsverband Nordrhein-Westfalen (AHV NRW e. V.), reagieren nicht nur auf den Wandel, sondern wir wollen ihn aktiv mitgestalten. Gemeinsam schaffen wir neue Verbindungen, sichern bestehende Partnerschaften und tragen dazu bei, dass globaler Handel auch unter schwierigen Rahmenbedingungen möglich bleibt.
R: Wir bedanken uns für das Gespräch <
Der Außenhandelsverband Nordrhein-Westfalen (AHV NRW e. V.) ist ein Fach- und Wirtschaftsverband, der 1946 in Remscheid gegründet wurde. Die Mitgliedsunternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen kommen aus unterschiedlichen Branchen. Die Mitgliederstruktur ist besonders durch einen hohen Anteil an kleinen und mittleren Unternehmen geprägt. Seit Anfang 1998 befindet sich die Geschäftsstelle unter dem Dach der Düsseldorfer Arbeitgeberverbände/ Unternehmerschaft Düsseldorf und Umgebung. Auf der Bundesebene ist der AHV NRW eingebunden in das Verbands- und Unternehmensnetzwerk vom Bundesverband des Deutschen Exporthandels (BDEx) und vom Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA).

Bernhard Morawetz
Fachkaufmann für Außenwirtschaft (IHK) Akkreditierter Incoterms ® 2020 Trainer der ICC
MAB – Morawetz Außenhandelsberatung
Regina-Spiegel-Str. 15 33829 Borgholzhausen
T +49 5425 933 321 bmorawetz@ morawetz-beratung.de www.morawetz-beratung.de

Thorsten Hebrock
Abteilungsleiter Zoll- und Menschenrechtsbeauftragter
Sonepar Deutschland / Region West GmbH Natorper Straße 9 59439 Holzwickede
T +49 2302 298 204 thorsten.hebrock@sonepar.de www.sonepar.de


Jan Krückemeyer
Geschäftsführender
Gesellschafter
Krückemeyer GmbH
Schleifmittel und Klebebänder
Dortmunder Straße 4 57234 Wilnsdorf
T +49 2739 801 0 info@krueckemeyer.de www.krueckemeyer.de
Globale Netzwerke als Chance für den Mittelstand. Deutsches Außenwirtschaftsprogramm hilft der Krückemeyer GmbH bei der Internationalisierung.
Text: Jan Krückemeyer

Vor 15 Jahren erfuhr das Familienunternehmen aus Wilnsdorf im Siegerland vom Außenwirtschaftsförderprogramm „Partnering in Business with Germany“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE). Delegationen zu empfangen und auf diese Weise den Wirtschaftsstandort Deutschland ausländischen Unternehmer*innen näher zu bringen und sich mit ihnen zu vernetzen, passte perfekt zur Unternehmensphilosophie von Krückemeyer: offen, innovativ und international. Seitdem hat der Spezialist für Klebebänder, Stanzteile und Schleifmittel über 70 Unternehmerdelegationen aus mehr als 20 Partnerländern von Ägypten bis Vietnam zu Gast gehabt. Dabei stehen Unternehmenspräsentationen, Firmenführungen und interaktive Workshops zum Thema Innovationsmanagement im Mittelpunkt, bei denen die Firma beispielhaft erläutert, wie ein Mittelständler innovative, kundenindividuelle Lösungen findet und fertigt – praxisnah und auf Augenhöhe.
Programm mit Zukunft: Politik setzt klare Akzente „Partnering in Business with Germany“, das seit 1998 etabliert ist und von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des BMWE umgesetzt wird, ist heute wirtschaftlich und geopolitisch wichtiger denn je. Jährlich nehmen rund 1.000 Führungskräfte aus 22 Partnerländern teil; über 18.500 Alumni bilden ein globales Netzwerk. Der neue Parlamentarische Staatssekretär im BMWE, Stefan Rouenhoff, setzt sich für die Diversifizierung der deutschen Außenwirtschaftsbeziehungen mit großem persönlichen Engagement ein: „Die Bundesregierung unterstützt die Internationalisierung der deutschen mittelständischen Wirtschaft mit maßgeschneiderten Instrumenten
und Programmen, die wir kontinuierlich weiterentwickeln. Ich freue mich sehr, dass das Bundeswirtschaftsministerium in den letzten Monaten mit der Türkei, Brasilien, Kolumbien und Indonesien neue Partnerländer mit großen wachsenden Märkten für das Programm „Partnering in Business with Germany “ gewinnen konnte. So eröffnen sich für die teilnehmenden Unternehmen neue Geschäftschancen.“

Erfahrungen und Anekdoten aus 15 Jahren
Die ausländischen Gäste besichtigen zuerst die Fertigungsabteilungen und den ISO-9-Reinraum. Anschließend wird jeweils in einem Workshop diskutiert, wie man Produkte und Prozesse innoviert, Märkte erschließt und nachhaltige Geschäftsmodelle entwickelt. Oft entsteht ein lebhafter Austausch: Warum braucht ein Fahrrad Felgenband? Wie lassen sich RFID-Tags schützen? Oder: Wie stieg die Produktion von Fußfeilenpads von 500 Stück auf 1,5 Millionen?
Neben fachlichem Input bleibt Raum für Menschliches und kulturellen Austausch. Eine afrikanische Delegation stimmte spontan ein Lied an, nachdem sie im Besprechungsraum eine Gitarre entdeckte. Indische Gäste verwandelten die Lagerhalle kurzzeitig in ein „Bollywood-Set“. Damit turkmenische Teilnehmende pünktlich beten konnten, wurde ein Büro spontan in einen Gebetsraum umgewandelt. Und ein zentralasiatischer Unternehmer nahm ein Stanzteil als Glücksbringer mit auf den Rückflug.
Empfehlung an andere Mittelständler Der Nutzen des Programms ist vielfältig. Es entstehen konkrete Geschäftskontakte und Exportmöglichkeiten, wie etwa bei Stanzteilen für die ägyptische Textilindustrie, selbstklebenden Rüttelschutz für Maschinen in Chile, individuelle Schleifbänder für die Ukraine oder Teflonklebebänder für Tiefkühlverpackungen in Mexiko. Zusätzlich erhält das Unternehmen wertvolle Marktinformationen und interkulturelle Impulse. Ebenso wichtig: Die eigene Belegschaft erfährt, wie spannend, inspirierend und bereichernd internationale Zusammenarbeit sein kann.
Partnering in Business with Germany – Für Ihr neues Auslandsgeschäft bringen wir Sie mit neuen Partnern zusammen Das Programm unterstützt deutsche Unternehmen beim Aufbau internationaler Geschäftspartnerschaften mit aktuell 22 Partnerländern. In NRW begleiten sechs Business Development Centres die internationalen Unternehmer*innen bei der Geschäftsanbahnung.
Zielgruppe sind Führungskräfte aller Branchen.
Je nach Land setzt das Programm auch branchenspezifische Schwerpunkte. „Partnering in Business with Germany“ bietet gezielte Kontaktanbahnung, individuelle Vorbereitung und praxisnahe Unterstützung für nachhaltige Kooperationen. Jährlich finden durchschnittlich 700 Firmenbesuche und über 2.000 B2B-Treffen statt. Ein Viertel der beteiligten deutschen Unternehmen kommt aus NRW. www.partnering-in-business.de


Krückemeyer ist überzeugt: Der Aufwand lohnt sich. Die Teilnahme erfordert Offenheit und Zeit. Dafür zahlt sich die Investition mehrfach aus: durch neue Märkte, direkte Kontakte zu Entscheidungsträgern und ein wachsendes globales Netzwerk. Mittelständische Unternehmen, die Innovation, Praxisnähe und internationale Ausrichtung verbinden wollen, sollten das Programm nutzen. Nach 15 Jahren und Dutzenden Delegationen ist das Fazit eindeutig: Das Programm ist keine Pflichtübung, sondern ein Gewinn für alle Seiten. „Jede Delegation hinterlässt Spuren – bei uns und bei unseren Gästen“, sagt Geschäftsführer Jan Krückemeyer. „Wir teilen Wissen, bauen Vertrauen auf und lernen ebenso viel, wie wir vermitteln. Das Programm verbindet den deutschen Mittelstand mit der Welt – und genau das brauchen wir in Zeiten globaler Transformation.“ <
Text: Matthias Walter

International ausgerichtete Unternehmen spüren deutlich die Auswirkungen geopolitischer Spannungen, von Sanktionen und neuen Zöllen – aber auch von technologischen Innovationssprüngen und der zunehmenden Bedeutung von Nachhaltigkeit. Früher waren Handelsströme vor allem durch Effizienz und Kostenoptimierung geprägt. Heute stehen Resilienz, Diversifikation und Werteorientierung an erster Stelle. Lieferketten werden neu gedacht, Produktionsstandorte verlagert und Handelsbeziehungen zunehmend strategisch bewertet. Die veränderten „Spielregeln“ verlangen Unternehmen höchste Flexibilität ab, um aus Herausforderungen interessante Chancen zu machen. Einen wichtigen Beitrag dazu liefern Banken wie die Commerzbank, die den Außenhandel begleiten und finanzieren, indem sie ihre Kunden dabei unterstützen, sich in einem schnelllebigen Umfeld anzupassen, Innovationen voranzutreiben und erfolgreich zu bestehen. Handelsströme finden neue Wege
Angesichts des wiederkehrenden Protektionismus und neuer Zölle richten sich die globalen Handelsströme neu aus. Die USA und China bleiben zwar weiterhin wichtige Handelspartner, doch andere Regionen wie Afrika und Lateinamerika gewinnen an Bedeutung. So etablieren sich weltweit neue Handelskorridore, während gleichzeitig regionale Handelsrouten - etwa durch die EU oder die Afrikanische Freihandelszone - eine Renaissance erleben. Diese Entwicklungen führen mancherorts zu einer stärkeren Fragmentierung, eröffnen aber auch neue Kooperationsmöglichkeiten.
Wer als Bank vor diesem Hintergrund Partner seiner Firmenkunden sein will, muss seine Expertise und Präsenz in lokalen Märkten deutlich vertiefen, regulatorische Unterschiede verstehen und den Boden für neue Geschäftsmöglichkeiten ebnen. Deshalb ist die Commerzbank mit eigenen Filialen, Tochtergesellschaften und Niederlassungen weltweit in den Zentren des Welthandels präsent. Ein Beispiel für die hohe Flexibilität beim Ausbau unseres internationalen Netzwerks sind Repräsentanzbüros. Wir passen uns damit konsequent an die Bedürfnisse unserer Kunden an. In den letzten Jahren haben wir etwa Repräsentanzen in Marokko und Jordanien eröffnet, heute sind wir auch in Litauen und Pakistan vor Ort. So verfolgen wir genau, wie sich die Handelsströme unserer Kunden entwickeln und wie wir sie am besten unterstützen können.
Digitalisierung treibt den Wandel voran Treiber des Umbruchs sind zudem neue digitale Technologien, die Prozesse und Vorgehensweisen im Außenhandel mehr und mehr verändern. Dabei geht es längst nicht mehr nur um die Nutzung elektronischer Übertragungswege. Im Mittelpunkt steht die Art und Weise, wie das TradeFinance-Geschäft abgewickelt wird. Banken, Softwareanbieter und Unternehmen konzentrieren sich darauf, Transaktionen zu verschlanken, die Transparenz zu erhöhen und Prozesse effizienter zu gestalten – unter anderem mit optischer Schriftzeichenerkennung (OCR), Künstlicher Intelligenz (KI) und Distributed-Ledger-Technologie (DLT). Digitale Handelsplattformen und KI-gestützte Risikoanalysen halten Einzug in den Außenhandel. Digitale Avale, automatisierte Compliance-Prüfungen und mittelfristig digital abgewickeltes Akkreditivgeschäft beschleunigen die bisher ressourcen- und zeitaufwendige Abwicklung.
Innovativ, papierlos und transparent: Die digitale Garantie In einer globalisierten und zunehmend digitalisierten Wirtschaft sind Geschwindigkeit, Sicherheit und Transparenz entscheidende Erfolgsfaktoren. Hier mitzuhalten und die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten ist für Unternehmen ebenso herausfordernd wie alternativlos. Deshalb steht die Commerzbank ihren Firmenkunden nicht nur mit Finanzierungslösungen zur Seite. Eine besondere Rolle spielen – oft in Kooperationen entstandene – Innovationen, die Geschäftsprozesse vereinfachen und beschleunigen. Eines von vielen Beispielen ist die digitale Garantie, eine Lösung, die wir zusammen mit der Digital Vault Services GmbH anbieten. Die Abwicklung kann ohne
jegliche Papierdokumentation rein digital bis zum Avalbegünstigten und in Echtzeit erfolgen – weniger Bürokratie, schnellere Prozesse und eine deutlich höhere Transparenz. Vorteile, die auch auf den Megatrend Nachhaltigkeit einzahlen: Digitale Garantien reduzieren den Papierverbrauch, minimieren Transportwege und unterstützen ESG-Ziele. Das ist digitale Exzellenz, die dem Kunden hilft und die Kundenbindung stärkt. Ein weiterer Pluspunkt: es entfällt die oftmals vergebliche Suche nach Originalurkunden zur Ausbuchung von Avalen.
Mit der Digitalisierung steigen natürlich auch die Anforderungen an Cybersicherheit, Datenschutz und technologische Infrastruktur. Banken und Firmen müssen hier investieren, um ihre Systeme zukunftssicher zu machen und gleichzeitig die regulatorischen Anforderungen zu erfüllen. An einer entsprechenden Finanzierung sollte das nicht scheitern.
Die Zukunft des internationalen Handels mitgestalten
Als Finanzpartner des Außenhandels stehen wir zu unserer Verantwortung, über die reine Finanzierung hinauszudenken, nachhaltige Geschäftsmodelle zu fördern, grüne Finanzprodukte zu entwickeln und unsere Kunden bei der Transformation zu begleiten. Bei aller Komplexität bietet der Perspektivwechsel im Außenhandel allen Marktteilnehmern enorme Chancen. Wir begleiten Unternehmen dabei – als lokaler Partner für globalen Erfolg. Digital, nachhaltig und zukunftsorientiert. Wir agieren als strategische Partner, der mit Know-how, Technologie und Verantwortung den internationalen Handel der Zukunft mitgestaltet. <
„Die veränderten „Spielregeln“ verlangen Unternehmen höchste Flexibilität ab, um aus Herausforderungen interessante Chancen zu machen.“

Matthias Walter Head of Trade Finance Region West
Commerzbank AG 40213 Düsseldorf
T +49 211 827 2294 matthias.walter@ commerzbank.com www.firmenkunden. commerzbank.de
Lars Redeligx
Vorsitzender der Geschäftsführung
Flughafen Düsseldorf GmbH
Flughafenstraße 105 40474 Düsseldorf
T +49 211 421 22257 www.dus.com

Der Flughafen Düsseldorf als Treiber klimafreundlicher Mobilität
Text:
Lars Redeligx

Baubeginn im dritten Quartal 2026: Das internationale Logistikunternehmen Exolum errichtet am Flughafen Düsseldorf ein modernes Tanklager mit Gleisanschluss für nachhaltige Flugkraftstoffe und investiert dafür rund 70 Millionen Euro. (© Flughafen Düsseldorf)
Die Weltwirtschaft ist in einem tiefgreifenden Wandel. Der Umbau zu einer klimaneutralen Wirtschaft, geopolitische Veränderungen, instabile Lieferketten und technologische Sprünge verändern die Rahmenbedingungen für Wachstum und Mobilität. Für den Flughafen Düsseldorf bedeutet das, Verantwortung zu übernehmen. Als Mobilitätsdrehscheibe für Nordrhein-Westfalen, als Treiber einer nachhaltigen Luftfahrt und als verlässlicher Wirtschaftspartner einer Region im Wandel.
Der globale Strukturwandel prägt nicht zuletzt auch die Luftfahrt. Nachhaltigkeit ist längst nicht mehr nur ein ökologisches Ziel, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Wer künftig bestehen will, muss Ressourcen schonen, Prozesse digitalisieren und Innovationen fördern. Genau hier setzt der Düsseldorfer Flughafen an. Mit der Vision „Destination of Excellence“ wollen wir zu den besten Airports unserer Kategorie in Europa gehören. Neben einer konsequenten Kundenorientierung verfolgen wir das Ziel, Mobilität, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit in Einklang zu bringen – und die Transformation unserer Branche aktiv mitzugestalten.

Grundlage dafür ist der Masterplan 2045, ein Investitionsprogramm über rund eine Milliarde Euro in den kommenden zwanzig Jahren. Er stellt die Weichen für eine moderne, nachhaltige Infrastruktur und weist den Weg für eine zukunftsfähige Flughafenentwicklung.
Ausbau erneuerbarer Energien
Seit 2010 hat der Airport seinen CO₂-Ausstoß bereits um mehr als 80 Prozent reduziert. Bis spätestens 2035 will er klimaneutral wirtschaften. Ein zentraler Bestandteil dabei ist der Ausbau erneuerbarer Energien. Direkt an der Start- und Landebahn entsteht eine der größten Photovoltaikanlagen auf der Luftseite eines deutschen Flughafens. Mit 16 Megawatt Leistung und einer Jahresproduktion von 14,5 Millionen Kilowattstunden wird sie künftig einen erheblichen Teil des Eigenbedarfs decken. Ergänzende Batteriespeicher sichern die effiziente Nutzung der erzeugten Energie.
Zur weiteren Reduzierung von Emissionen entsteht am Standort eine luft- und landseitig nutzbare Wasserstofftankstelle. Sie wird Passagierbusse, Nutzfahrzeuge und den öffentlichen Verkehr versorgen; auch Schnellladesäulen für E-Lkw sind vorgesehen. Gemeinsam mit der fortschreitenden Elektrifizierung der Fahrzeugflotte trägt sie zu einer deutlichen Verringerung der Emissionen am Boden bei und stärkt zugleich den Ausbau der Kraftstoff- und Ladeinfrastruktur in Nordrhein-Westfalen.
Weitere Meilensteine: Neues Tanklager und SAF-Reallabor Ein Meilenstein ist der Bau eines neuen Tanklagers mit Gleisanschluss. Das international tätige Logistikunternehmen Exolum investiert rund 70 Millionen Euro in die Anlage, die die beiden bestehenden Tanklager ersetzt, die Gesamtkapazität um 41 Prozent auf 9.000 Kubikmeter erhöht und die Anlieferung von Flugkraftstoffen künftig klimafreundlich per Bahn ermöglicht. Damit steigt die Versorgungssicherheit am Airport. Zugleich wird der verstärkte Einsatz nachhaltiger Treibstoffe und schwefelfreien Kerosins vorbereitet.
Darüber hinaus plant das Essener Start-up Greenlyte Carbon Technologies ein Reallabor für Sustainable Aviation Fuel (SAF) am Flughafen Düsseldorf. Dort soll erstmals CO₂ direkt aus der Umgebungsluft gewonnen und gemeinsam mit grünem Wasserstoff zu strombasiertem eSAF verarbeitet werden. Der Strombedarf wird anteilig durch die Photovoltaikanlagen des Flughafens gedeckt. Bis 2028 ist eine jährliche Produktionskapazität von rund 150 Tonnen eSAF geplant.
Innovationspartnerschaft mit der EUREF AG
Diese Vorhaben greifen ineinander und stärken den Flughafen als Standort für nachhaltige Energie- und Mobilitätslösungen. Bereits 2023 hat der Flughafen Düsseldorf eine Innovationspartnerschaft mit der EUREF AG ins Leben gerufen. In unmittelbarer Nähe zum Airport bildet der EUREF-Campus ein internationales Schaufenster für die Energiewende, in dem rund 4.000 Beschäftigte aus Unternehmen, Wissenschaft und Forschung an Lösungen für Energieeffizienz, Mobilität und Nachhaltigkeit arbeiten.

Geplant ist der Bau einer luft- und landseitig nutzbaren Wasserstofftankstelle. Sie soll künftig Passagierbusse, Nutzfahrzeuge und den öffentlichen Verkehr versorgen. (© Flughafen Düsseldorf / Mike Henning)
Ein weiterer Bestandteil dieser Entwicklung ist DUSconnect, ein trimodaler Mobilitätshub im Norden Düsseldorfs. Das gemeinsame Projekt der Landeshauptstadt, des Flughafens und der EUREF AG verknüpft Flughafen, Fernbahnhof und EUREF-Campus. Auf rund 70.000 Quadratmetern soll dort die Anbindung von Luft-, Schienen- und Straßenverkehr mit ÖPNV und Radwegen intelligent vernetzt werden. Der Mobilitätshub schafft zugleich Raum für optimal angebundene Büro-, Hotelund Parkflächen und gilt als wichtiger Baustein für die Mobilität der Zukunft.
Der Flughafen Düsseldorf steht beispielhaft für eine neue Balance zwischen ökologischer Verantwortung und wirtschaftlicher Dynamik. Nachhaltigkeit ist dabei nicht Ziel am Ende unseres Weges, sondern der Kompass für jede Entscheidung. <
wuchsförderung,

Text: Andreas Mühlberg
Fotos: Joop van Reeken
Wir, die Außenhändler, vereint im Außenhandelsverband Nordrhein-Westfalen (AHV NRW e. V.), sind ein branchenübergreifender Fachverband von kleinen, mittleren und größeren Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen. Das branchenübergreifende Unternehmensnetzwerk, der Know-how-Transfer, die Nachwuchsförderung sowie die Interessenvertretung prägen seit 1946 die DNA des AHV NRW.
Einmal im Jahr findet eine Mitgliederversammlung statt, so auch am 05.05.2025 im Industrie-Club Düsseldorf. Die Regularien wurden nach Vorgabe der Satzung erfüllt. Zudem informierte die Geschäftsführung über aktuelle Themen, die die Außenhändler derzeit beschäftigen. Des Weiteren stellten sich die Gaston Schul Customs GmbH, OQEMA GmbH und die Smart Letter of Credit GmbH unter dem Tagesordnungspunkt „Vorstellung neuer Mitgliedsunternehmen“ mit einem kurzen Statement vor.
Im Rahmen der Regularien standen Wahlen für den Vorstand auf der Tagesordnung. So hat die Jahresmitgliederversammlung Herrn Matthias Walter, Head of Trade Finance, Commerzbank AG, Düsseldorf, einstimmig für eine weitere Amtszeit in den Vorstand gewählt. Der Vorstand setzt sich demnach zusammen aus Herrn Axel Hebmüller als dem Vorsitzenden, Geschäftsführer der Hebmüller Verwaltung GmbH mit Sitz in Kaarst, Herrn Henry-Johann Nientimp als dem ersten Stellvertreter des Vorsitzenden, Geschäftsführer der thenex GmbH mit Sitz in Bocholt, Frau Katja Eckmann-Pohl als der zweiten Stellvertreterin des Vorsitzenden, Geschäftsführerin der Eckmann Handelsgesellschaft mbH mit Sitz in Düsseldorf, sowie Herrn Rechtsanwalt Dr. Fabian Breckheimer, CARLSWERK Rechtsanwälte, Düsseldorf.
Neu in den Beirat, der dem Vorstand bei allen wichtigen Beratungen zur Seite steht, wurde Herr Roland Delapille, CSO, TEEPACK Spezialmaschinen GmbH, Meerbusch, berufen. Ferner gehören Herr Stefan Overbeck, Prokurist, BIMECO Garnhandel GmbH & Co. KG, Frau Andrea Kühn, Abteilungsleiterin Internationales Geschäft, Stadtsparkasse Düsseldorf, Herr Ralf Pepmöller, Geschäftsführer, Pro QUADRIGA GmbH, Herr Waldemar Schulz, Geschäftsführer, ANTON OHLERT GmbH & Co., sowie Herr Enrico Wahle, Geschäftsführer, AMID Firmen-Versicherungsmakler GmbH, dem Beirat an.
Besondere Aufmerksamkeit galt dem Tätigkeitsbericht der Geschäftsführung. Er orientierte sich an den vier tragenden Säulen der Verbandsarbeit: Unternehmensnetzwerk, Know-how-Transfer, Nachwuchsförderung und die Interessenvertretung. Alle vier Säulen bauen aufeinander auf und sind mit dem Fundament – der Mitgliederbasis – verbunden.





Netzwerkpflege mit Substanz
Das Unternehmensnetzwerk bildet das Herzstück des AHV NRW und wurde im Berichtszeitraum (19.03.2024 – 04.05.2025) gepflegt und im Sinne der branchenübergreifenden Mitgliedsunternehmen weiter ausgebaut. Kernstück sind die regelmäßigen Mitgliedertreffen im Rahmen des After Trade Clubs (ATC). 2011 wurde der ATC aufgrund einer Initiative einiger Mitgliedsunternehmen ins Leben gerufen. Seitdem hat er sich zu einem Forum der Aussprache entwickelt. 2024 fanden zwölf ATC-Veranstaltungen statt – vom traditionellen Gänseessen in Bocholt bis zu dem besonderen Veranstaltungsformat ATC GOES COMPANY. So fand 2024, auf Einladung des Duisburger Hafens (duisport) sowie auf Einladung des Düsseldorfer Flughafens, jeweils ein ATC GOES COMPANY statt. Beide ermöglichten einen praxisnahen sowie exklusiven Einblick in das jeweilige Unternehmen.
In Ergänzung dazu nahm der AHV-Geschäftsführer, stellvertretend für die Mitgliedsunternehmen, an zahlreichen Netzwerkveranstaltungen teil. Darüber hinaus fanden zwei Veranstaltungen zu Usbekistan statt. Zum einen hat der AHV NRW unter Einbindung des Ministeriums für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen und von NRW.Global Business seine Mitgliedsunternehmen zu einem Round-Table mit dem Botschafter der Republik Usbekistan nach Düsseldorf eingeladen. Initiator war der ehemalige AHV-Vorsitzende Herr Udo Völker.
Digitale Sichtbarkeit - Relaunch der Website
Eine moderne Außenkommunikation gehört ebenfalls zur Netzwerkpflege. Mit dem Relaunch der Website Anfang 2025 hat sich der AHV NRW digital neu aufgestellt: übersichtlich nach den vier Säulen gegliedert, integriert in Social Media und DSGVO-konform. Besonders beliebt sind die Rubriken „AHV NRW Magazin“ und „Mitglieder stellen sich vor“.
Wissenstransfer als Schlüssel
Die zweite Säule – Know-how-Transfer – erweist sich in Zeiten zunehmender Regulierung und zunehmender Komplexität als unverzichtbar. Im Berichtszeitraum gab es eine Vielzahl von Möglichkeiten, sich über die AHV-Plattform Know-how anzueignen, um die Bewältigung bestehender Herausforderungen im Außenhandel erfolgreich meistern zu können. Das schließt den wertvollen Erfahrungsaustausch unter den Mitgliedsunternehmen mit ein.
Besonders erfolgreich war dabei die Webinar-Reihe „AHV Fokus“. Ein digitales Veranstaltungsformat, welches während der Corona-Pandemie entstanden ist und stets weiterentwickelt wird. Mit dem Format werden komplexe Themen in 90 Minuten auf den Punkt gebracht. Ferner gab es Webinare zu den Themen Recht und Vertrieb in Europa, E-Rechnung für B2B-Umsätze in Deutschland, Herausforderung Zolltarifnummer - Eintarifierung mit Hilfe der KI, Nachhaltigkeitsregulatorik – Q & A-Session, Bonitätsprüfung und Inkasso in Europa, Internationalisierungspläne mit Förderangeboten umsetzen, Zollabwicklung mit dem Vereinigten Königreich, ESG aus Sicht einer Kreditversicherung, Bericht aus Berlin und Brüssel und einen AHV Fokus zum Thema: USA / Market Entry for SMEs.
Daneben haben Außenhändler an BGA/BDEx-Webinaren zu verschiedenen Gesetzgebungsverfahren von CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive), CSDDD (Corporate Sustainability Due Diligence Directive), CBAM (Carbon Border Adjustment Mechanism) und EUDR (European Deforestation Regulation) teilgenommen. Die Ausgestaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen und die Möglichkeiten einer Vorbereitung auf eine Umsetzung im Unternehmen stand dabei immer im Fokus. >






Der Know-how-Transfer erfolgt darüber hinaus über die aktive Mitwirkung in den auf Bundesebene angesiedelten Arbeitskreisen Außenhandelsfinanzierung, Exportkontrolle und Zoll. Kernthemen, auf die der AHV NRW spezialisiert ist. Mithilfe externer Gäste haben sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der jeweiligen operativen Fachabteilungen der Mitgliedsunternehmen Know-how angeeignet und vorhandenes geteilt. Der fachliche Austausch mit Außenhandelsunternehmen anderer Mitgliedsverbände des BDEx/BGA macht es leichter, Herausforderungen schneller und erfolgreicher anzugehen.
stets aktualisierten FAQs geben zwar Orientierung, jedoch sind diese rechtlich unverbindlich. Die EU-Kommission denkt naturgemäß „europäisch“, deutsche Unternehmen müssen jedoch „deutsch“ denken. Es sollten daher deutsch-rechtliche Maßstäbe angelegt werden. Bei der konkreten Vertragsgestaltung empfiehlt es sich, anwaltlichen Rat einzuholen. Ein einseitiger Hinweis des deutschen Ausführers auf Einhaltung der No-Russia- bzw. No-Belarus-Klausel in den AGBs alleine reicht demnach nicht aus. Es braucht vielmehr eine zusätzliche vertragliche Vereinbarung, dass die No-Russia- / No-Belarus-Clause vom Vertragspartner eingehalten wird.

Außenhandelsfinanzierung
Im Fokus des Arbeitskreises standen Absicherungsmöglichkeiten internationaler Handelsgeschäfte durch Euler Hermes. Dabei war das Maßnahmenpaket der Verbesserungen bei den Exportkreditgarantien (Februar 2025) ein verbandspolitischer Erfolg. Dank des vielschichtigen Inputs von Mitgliedsunternehmen an den BDEx konnten viele Vorschläge bei den Exportkreditgarantien mitberücksichtigt werden. Finanziell war das Jahr 2024 für den Bund allerdings herausfordernd: Die Entschädigungszahlungen stiegen auf etwa 1,2 Mrd. Euro – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Hauptursachen waren geopolitische Spannungen infolge der anhaltenden Ukraine-Krise sowie Eigentumsausfälle bei Russlandgeschäften. In der Folge verzeichnete die Bundesregierung erstmals seit 26 Jahren ein in 2024 negatives Jahresergebnis in diesem Bereich – mit einem Defizit von 524 Mio. Euro.
Exportkontrolle
Beim Arbeitskreis Exportkontrolle standen insbesondere Verständnis- und Umsetzungsfragen zu den bisher erlassenen Sanktionspaketen zu Russland und Belarus, wie z. B. die Anwendung der „No-Russia– und No-Belarus-Clause“, im Fokus. Die sowohl von der EU als auch vom Bundeswirtschaftsministerium
Schwerpunkt ist und bleibt die erratische Zollpolitik der U. S.Administration. Auch hierzu wurden die Mitgliedsunternehmen fortlaufend und umfassend informiert. Planungssicherheit im transatlantischen Handel ist demnach kaum gegeben. In mehreren Arbeitskreissitzungen gab es – unter Hinzunahme von externen Experten - Einblick in unterschiedliche Aspekte der UZK-Reform und deren geplante Umsetzung sowie Einblick in den Aktionsplan E-Commerce des Bundeswirtschaftsministeriums, der in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Finanzen (BMF) entwickelt wurde. Über weitere zollrelevante Themen wie z. B. NCTS/AES-Probleme, zentrale Zollabwicklung in Deutschland, Bereitstellung von Daten für Zollbeteiligte, i. Z. m. Zollprüfung, Deutsches Zollportal, Proof of Union Status (PoU), Sicherheitsleistungen, aktuelle Umsetzung des Betriebskontinuitätsverfahrens im Export, neue PEM-Regeln, Lieferantenerklärungen u. a., erfolgt fortlaufend ein Austausch.
Nachwuchsförderung
Aus dem Know-how-Transfer leitet sich die dritte Säule, die der Nachwuchsförderung, ab. Der Außenhandelsverband Nordrhein-Westfalen (AHV NRW e. V.) bietet seit 2019 qualifizierten Nachwuchskräften und Seiteneinsteigern in >




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Weg zu mehr Nachhaltigkeit –mit Expertise und einer breiten Produktpalette, als Ihr Partner mit internationalem Netzwerk.
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Herzlichen Glückwunsch zum 80jährigen
Jubiläum des AHV Außenhandelsverband NRW.
international tätigen Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen ein zielgerichtetes Weiterbildungsangebot an. Im Vordergrund steht dabei die Vermittlung von Grundlagenwissen in Teilbereichen des operativen Geschäfts im jeweiligen Unternehmen. Dabei wird auf aktuelle Entwicklungen in der Außenhandelspraxis eingegangen, wie z. B. auf die Russland-Sanktionen, Preisanpassungsklauseln bei Lieferverträgen und den Umgang mit Lieferkettenstörungen. Der Erwerb neuer Kenntnisse und deren Vertiefung aus unterschiedlichen Blickwinkeln stärken die individuelle Handlungskompetenz und tragen zudem zur Mitgliederbindung bei. An den Veranstaltungen nehmen zudem auch erfahrene Kaufleute teil, die ihr Fachwissen auffrischen oder bestätigt haben möchten. Nach jeder Veranstaltung wird ein Teilnahmezertifikat ausgestellt, welches bei einer etwaigen Außenwirtschaftsprüfung vorgelegt werden kann. Im Berichtszeitraum wurde Grundlagenwissen zu folgenden Themenfeldern vermittelt: Zollcodierung bei der Einfuhr und Ausfuhr, Fallstricke bei Logistikverträgen, Vertragscontrolling im Auslandsgeschäft, Exportkontrolle in der Auftragsbearbeitung, INCOTERMS 2020®, Änderungen im Außenwirtschafts- und Zollrecht zum Jahreswechsel, Konfliktlösung im Außenhandel, Zollcodierung bei der Einfuhr und Ausfuhr einschl. Reihengeschäfte, juristisches Grundwissen (Vertragsabschluss national und international) und Haftungsrisiken beim Versand (Zusammenspiel v. Lieferund Transportverträgen).
AHV-Mitgliedsunternehmen nutzen zudem das attraktive und kostenfreie Angebot, ihre Auszubildenden zu den AZUBI-Tagen der Düsseldorfer Arbeitgeberverbände anzumelden.
Interessenvertretung mit klarer Stimme
Die vierte Säule – Interessenvertretung – bündelt die Anliegen der Mitgliedsunternehmen und trägt diese auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene vor. Im engen Austausch mit der Politik macht sich der AHV NRW über seine Bundesverbände BGA/ BDEx für praktikable Lösungen stark – sei es bei Nachhaltigkeitsauflagen, Exportkontroll- und Zollfragen oder Fragen zur Ausgestaltung der Außenhandelsfinanzierung im Bereich der Absicherbarkeit von Zahlungsausfällen. Bei den regionalen Schwerpunkten der NRW-Außenwirtschaftspolitik – etwa den Golfstaaten, Japan oder den ASEAN-Ländern – bringt sich der AHV NRW aktiv mit ein.
Fazit:
Das UNTERNEHMENSNETZWERK wurde im Berichtszeitraum gepflegt und im Sinne der Bestandsmitgliedsunternehmen weiter ausgebaut.
Der KNOW-HOW-TRANSFER des AHV NRW hat mit einem breiten Angebot an Webinaren und persönlichen Austauschformaten (ATC) wertvolles Wissen vermittelt – sei es im Bereich Recht und Vertrieb in Europa am Beispiel ausgewählter Länder, in der Zolltarifierung mit KI-Tools oder in der Nachhaltigkeitsregulatorik.
Um dieses Wissen nicht nur aktuell zu halten, sondern auch langfristig im Unternehmen zu verankern, knüpft daran unmittelbar die NACHWUCHSFÖRDERUNG an. So wurden im Berichtszeitraum die jungen Nachwuchskräfte gezielt fit for trade gemacht und auf die Anforderungen im internationalen Geschäft vorbereitet.
Im Bereich der INTERESSENVERTRETUNG ist es im Einklang mit BGA/BDEx gelungen, untergesetzliche Maßnahmen beim Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) herbeizuführen, die die Umsetzung erleichtern sollen. Außerdem konnten Erleichterungen bei den staatlichen Exportkreditgarantien durchgesetzt werden. Auf EU-Ebene konnte eine Verschiebung der Anwendung der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) um ein Jahr (von 2024 auf 2025) erreicht werden, sowie jüngst eine Verschiebung der Anwendung der CSRD und CSDDD, Stichwort: „Omnibus-Verfahren“. Inhaltliche Verbesserungen werden jetzt im Rahmen des Trilogverfahrens verhandelt. <
Der Artikel über die Mitgliederversammlung entspricht dem Sachstand vom 05.05.2025.

Dipl.-Betriebswirt
Andreas Mühlberg Geschäftsführer
Außenhandelsverband
Nordrhein-Westfalen e.V. Achenbachstraße 28 40237 Düsseldorf
T +49 211 66 908 28
F +49 211 66 908 40 andreas.muehlberg@ahv.nrw www.ahv.nrw
WIR! - die Außenhändler
Wie sich die Anforderungen an Außenhändler verändert haben und warum KI kein Allheilmittel ist
Interview: Redaktion AHV NRW Magazin
Im Jahr 2026 feiert die erfolgreiche AWA aus Münster ihr 30-jähriges Bestehen. Zeit für einen Rück- und Ausblick. Im Interview: Geschäftsführer Matthias Merz.

Redaktion: Herr Merz, Sie und Prof. Dr. Hans-Michael Wolffgang sind Gründungsväter der AWA und beide nach wie vor in und für die AWA aktiv. Nun vollenden Sie mit der AWA das dritte Jahrzehnt. Wie blicken Sie auf 30 Jahre AWA zurück?
Matthias Merz: Nach meinem Empfinden waren das 30 intensive, spannende und zum Teil auch herausfordernde Jahre. Markante Meilensteine in der Firmengeschichte, die natürlich prägend sind, waren beispielsweise die Eröffnung eines zweiten Tagungszentrums in München, die Zugehörigkeit zum Verlag C.H.Beck, die ISO-Zertifizierung durch den TÜV Nord oder der Ausbau in Norddeutschland mit der HZA Hamburger Zollakademie.
R: Was genau meinen Sie mit „herausfordernd“?
MM: Wir kommen aus der juristischen Fakultät der Universität Münster. Juristische Start-ups waren damals eine Ausnahmeerscheinung. Wir mussten uns erst einmal in der Nische behaupten. Wie zahlreiche andere Unternehmen auch, mussten wir uns zudem durch die Corona-Pandemie navigieren. Bereits vor der Pandemie boten wir Webinare zu zoll- und außenwirtschaftsrechtlichen Themen an. Diese Erfahrungen kamen uns während der Pandemie zugute. So konnten wir unsere Präsenzformate relativ schnell auf das Webinarformat umstellen.
R: Unterscheidet sich die Art und Weise, wie Ihre Zielgruppe lernt, im Vergleich zur Zeit vor der Corona-Krise?
MM: Ja, definitiv. Vor der Corona-Krise fanden Weiterbildungen zum Zoll- und Außenwirtschaftsrecht überwiegend als Präsenzveranstaltungen statt. Heute, nach der Pandemie, ist digitales Lernen auch in diesem stark praxisorientierten Fachgebiet etabliert. Unternehmen und Teilnehmende erwarten flexible, ortsunabhängige Angebote wie interaktive Webinare, Lernplattformen oder modulare E-Learnings. Gleichzeitig hat Präsenzunterricht einen neuen Stellenwert erhalten. Er wird gezielt eingesetzt, wenn es um Austausch und die Diskussion von Praxisfällen oder die Vernetzung mit Fachkollegen geht, während die reine Wissensvermittlung zunehmend digital erfolgt.
R: Wie reagiert die AWA auf diesen Trend?
MM: Aktuell erweitern wir unser E-Learning-Angebot um sogenannte „Web Based Trainings“ (WBT).
WBTs sind digitale Lernprogramme, die online oder offline über PC, Tablet oder Smartphone genutzt werden können. Sie kombinieren Texte, Videos, Grafiken und interaktive Übungen, ermöglichen selbstgesteuertes Lernen im eigenen Tempo und können über Lernplattformen den Lernfortschritt dokumentieren.
Unsere WBTs unterstützen HR- und Onboarding-Prozesse, indem sie neuen Mitarbeitenden einen einfachen Einstieg in komplexe Fachthemen aus dem Zoll- und Außenwirtschaftsrecht ermöglichen. Gleichzeitig eignen sie sich für Pflichtschulungen, etwa zur regelmäßigen Sensibilisierung im Bereich Exportkontrolle, für den gesetzliche Anforderungen bestehen.
R: Spannend! Wie sieht es denn inhaltlich aus, wenn wir bei der Retrospektive bleiben? Wie haben sich die Anforderungen und Herausforderungen für Außenhändler in den vergangenen 30 Jahren geändert?
MM: In den letzten 30 Jahren hat sich die Umgebung für Außenhändler grundlegend gewandelt. Während sich die Arbeit früher vor allem auf die papiergestützte Abwicklung von Zollformalitäten und die Einhaltung nationaler Vorschriften konzentrierte und die Prozesse weitgehend analog und lokal orientiert waren, müssen Außenhändler heute in einem global vernetzten und stark regulierten Umfeld arbeiten. Sie müssen nicht nur nationale, sondern auch internationale Regelungen, Handelsabkommen und Compliance-Vorgaben berücksichtigen. Kurz gesagt: Wer heute im Außenhandel erfolgreich sein will, muss fachlich deutlich breiter aufgestellt sein als noch vor drei Jahrzehnten.
R: Macht Künstliche Intelligenz bestimmte Fachpositionen inzwischen nicht überflüssig?
MM: KI ist ein wichtiger Trend, sollte aber meiner Meinung nach nicht überbewertet werden. Fachliche Entscheidungen, Antworten zu rechtlichen Bewertungen oder die Interpretation komplexer, internationaler Vorschriften lassen sich nicht einfach automatisieren. KI unterstützt den Menschen, ersetzt ihn aber nicht. Gerade in einem Umfeld wie dem Zoll- und Außenwirtschaftsrecht ist das Fachwissen der Mitarbeitenden nach wie vor unverzichtbar!
R: Sie sind seit drei Jahrzehnten im Einsatz für die AWA und auch die Hamburger Zollakademie sowie die AWB Tax, Law und Consulting GmbH. Denken Sie in absehbarer Zeit daran, kürzer zu treten?
MM: Nein, keineswegs. Mein ganzes Herzblut steckt in diesen Gesellschaften und in unseren Themen. Die Akademien und die Beratungsgesellschaften gemeinsam mit meinem engagierten Team und meinen Partnern weiter voranzubringen, ist meine tägliche Motivation.
Ein Blick in die tägliche Presse genügt, um die Relevanz des Zoll- und Außenwirtschaftsrechts zu erkennen. Sei es die Trump-Zölle, chinesische Gegenmaßnahmen, EU-Sanktionspakete, Nachhaltigkeitspflichten wie der CO₂-Grenzausgleichsmechanismus und die EU-Entwaldungsverordnung oder auch Regelungen zur Lieferkettensorgfalt – es gibt noch viel zu tun! So schwierig und komplex diese Themen auch sein mögen – sie sichern Zollund Exportkontrollbeauftragten langfristig die Jobs, und dabei begleiten wir sie sehr gern.
AHV Magazin: Danke für Ihre Zeit, Herr Merz. Für die Zukunft wünschen wir Ihnen und der AWA weiterhin alles Gute! <

Matthias Merz
Geschäftsführer der AWA
AUSSENWIRTSCHAFTSAKADEMIE GmbH
Geschäftsführer der HZA Hamburger Zollakademie GmbH
Partner der AWB Tax GmbH
AWA
AUSSENWIRTSCHAFTSAKADEMIE GmbH
Königsstraße 46 48143 Münster
T +49 251 83 275 60
F +49 251 83 275 61
info@awa-seminare.de www.awa-seminare.com

Text: Johannes Brand
Konflikte gehören zum Alltag exportorientierter Unternehmen. Ob Zahlungsverzug, behauptete Mängel oder streitige Mindestabnahmen: Außenhandelsgeschäfte bergen ein hohes Risiko für Auseinandersetzungen, die bei falscher Weichenstellung schnell eskalieren. Entscheidend ist daher, Konflikte frühzeitig zu erkennen, sie realistisch zu bewerten und strategisch anzugehen.
Typische Konfliktfälle im Außenhandel Ein Kunde zahlt nicht, behauptet Qualitätsprobleme oder fordert gar geleistete Anzahlungen zurück. Der Abnehmer von Waren behauptet, einen Produktionsschaden durch Mängel der Ware erlitten zu haben, für den aber der Lieferant des Außenhändlers verantwortlich ist. Der jahrelange Handelsvertreter verlangt einen Ausgleichsanspruch bei Beendigung der Zusammenarbeit. Die Besonderheit der Streitigkeiten im Außenhandel besteht in der Internationalität der Vertragsbeziehungen. Während der Kunde in Paraguay sitzt, kommt der Lieferant aus Japan und der Handelsvertreter bearbeitet von Kolumbien aus komplett Südamerika.
Die Bedeutung von Details im internationalen Rechtsverkehr Wer als Außenhändler bereits einmal einen Rechtsstreit mit ausländischen Geschäftspartnern erlebt hat, weiß, dass kleinste Details im internationalen Handelsrecht größte Auswirkungen haben können. Eine Lieferklausel „Ex Works“ führt dazu, dass ein Gericht in Deutschland den Rechtsstreit annimmt, weil dann hier der Erfüllungsort liegt, während eine Lieferklausel „Delivered Duty Paid“ dazu führt, dass für einen Rechtsstreit keine internationale Zuständigkeit in Deutschland besteht. Ein deutsches Urteil ist in Portugal vollstreckbar, in Marokko möglicherweise schon nicht. Für Unternehmen bedeutet das: lange Wege, hohe Kosten und ungewisse Erfolgsaussichten. Umso wichtiger ist es, die relevanten Puzzleteile im Blick zu behalten.
Die BATNA als Kernelement guter außergerichtlicher Konfliktlösung Bevor es zur Klage kommt, lohnt sich fast immer der Versuch einer einvernehmlichen Lösung. Zentrales Werkzeug ist dabei die BATNA, die „Best Alternative to a Negotiated Agreement“. Sie ist die Nichteinigungsalternative, also das, worauf das Unternehmen im Clinch mit dem ehemaligen Geschäftspartner, Kunden oder Handelsvertreter zurückfällt, wenn man keine Einigung findet. Eine außergerichtliche Verhandlung ohne Bewertung der BATNA bedeutet, im Trüben zu stochern. Das passiert häufig in hoch emotionalen Streitsituationen, in denen sich möglicherweise beide Seiten im Recht wähnen. Es bringt aber unternehmerisch rein gar nichts, auf einem subjektiv empfundenen Recht zu beharren, so sehr man sich auch moralisch auf der richtigen Seite befindet. Ein Beispiel: Der chinesische Lieferant hat eindeutig schlechte Qualität geliefert, die nun dazu führt, dass der Kunde sich – wohl zu Recht – seinerseits über das Endprodukt beschwert. Das Problem: Ein deutsches Urteil wäre in China aber nicht vollstreckbar, ein Gerichtsverfahren in China aussichtslos. Was ist die
„Eine Lieferklausel „Ex Works“ führt dazu, dass ein Gericht in Deutschland den Rechtsstreit annimmt, weil dann hier der Erfüllungsort liegt, während eine Lieferklausel „Delivered Duty Paid“ dazu führt, dass für einen Rechtsstreit keine internationale Zuständigkeit in Deutschland besteht“.

BATNA zu einer Einigung? Die Verluste abschreiben. So bitter es ist, jede Einigung ist dann besser als die BATNA. Es bleibt dann eine Lektion für die Zukunft, solche Verträge anders abzuschließen, auch wenn es eine teuer bezahlte Lektion ist.
Gerichtsverfahren und Schiedsverfahren als Eskalationslösung
Manchmal aber ist die BATNA eine gute. Die Prognose für ein Gerichtsverfahren ist positiv, Kosten und Aufwand sind der Bedeutung der Sache angemessen und nach mehreren Verhandlungsrunden lässt sich bedauerlicherweise kein Verhandlungsergebnis erzielen. In solchen Fällen hilft manchmal nur der Gang vor ein Gericht oder Schiedsgericht – und manchmal möglicherweise auch nur, um eine festgefahrene Verhandlungssituation zu eskalieren. Denn in einem Gerichtsverfahren und mit ein paar mahnenden Worten der Richterin werden Parteien häufig vergleichsbereit, die vorher stur auf ihr vermeintliches Recht pochten. Ein Gerichts- oder Schiedsverfahren gilt es inhaltlich, strategisch und kommerziell professionell vorzubereiten, um keine Überraschungen zu erleben.
Die Bedeutung von Prävention in der Konfliktlösung Noch besser als Streitbeilegung ist die Prävention von Streit. Bereits in der Angebotsphase lassen sich Risiken reduzieren – etwa durch Akkreditive, Garantien oder Kreditversicherungen. Eine gut formulierte Schiedsklausel (bspw. der DIS oder ICC) kann später Gold wert sein, da Schiedsurteile besser vollstreckbar sind und häufig schneller erlangt werden. Ebenso wichtig ist ein professionelles Vertragsmanagement. Klare Musterverträge, abgestimmte AGB, interne Guidelines und geschulte Mitarbeitende verhindern typische Fehler, etwa im „battle of forms“. Auch die INCOTERMS® spielen eine zentrale Rolle – sie beeinflussen nicht nur Transport- und Kostenverteilungen, sondern oft auch den Erfüllungsort und damit die internationale Zuständigkeit.
Fazit
Für die Praxis gilt daher: Konflikte lassen sich nie vollständig vermeiden, aber ihre Folgen lassen sich erheblich reduzieren. Aufkeimende Konflikte sollten frühzeitig und professionell erkannt und betreut werden, um den Konflikt schnell und erfolgreich beizulegen. <

Johannes Brand
Rechtsanwalt / Partner
BUSE Rechtsanwälte
Steuerberater
Partnerschaftsgesellschaft mbB
Berliner Allee 41 40212 Düsseldorf
T +49 211 38 8000
F +49 211 373678
M +49 151 7027 1151
brand@buse.de www.buse.de

Künstliche
das Handelsrecht besser als wir –und das ist gut so
Warum KI die neue Compliance des Welthandels wird – und warum jetzt der richtige Moment ist, sie als Chance zu begreifen.
Text: Leonie Althaus

Der globale Handel steht an einem Wendepunkt. Neue Regularien, geopolitische Spannungen und technologische Sprünge verändern die Art, wie Unternehmen ihre Lieferketten, Produkte und Märkte steuern.
Während viele noch versuchen, mit Excel-Listen und manuellen Prüfprozessen Schritt zu halten, entsteht gerade eine neue Realität: Künstliche Intelligenz wird zum entscheidenden Faktor für Transparenz und Compliance im Welthandel . Was das konkret bedeutet und warum dieser Wandel nicht nur unvermeidbar, sondern auch eine enorme Chance ist, erklärt dieser Beitrag.
1. Die Regeln der Weltwirtschaft verändern sich – und kein Mensch kann mehr mithalten Der internationale Handel wird immer komplexer. Täglich ändern sich Zolltarife, Ursprungsregeln, Sanktionslisten und Dokumentationspflichten. Kein Team kann das alles noch manuell erfassen. Künstliche Intelligenz dagegen kann genau das: Sie liest tausende Seiten an Regeltexten, erkennt Muster, prüft logische Zusammenhänge und lernt aus historischen Entscheidungen. Sie versteht, was sich ändert – und wie sich daraus Konsequenzen für Produkte, Warengruppen oder Märkte ergeben. KI ist damit keine Bedrohung für Fachwissen, sondern dessen Skalierung. Sie übersetzt komplexe Handelsgesetze in handhabbare Entscheidungen – schneller, konsistenter und objektiver, als es je möglich war.
2. KI ist die neue Compliance – aber nur mit der richtigen Datenbasis
Die beste KI bleibt machtlos, wenn sie auf schlechte Daten trifft. Produktstammdaten, Lieferketteninformationen, Ursprungsnachweise – zu oft sind sie unvollständig oder veraltet. Doch statt sich von alten Datensilos lähmen zu lassen, sollten Unternehmen jetzt den
entscheidenden Schritt tun: nicht alles Alte aufräumen, sondern endlich konsequent neu anfangen.
hier beginnt die neue Rolle des Menschen im Außenhandel: als Navigator, nicht als Dateneingabehelfer.

Viele scheitern daran, weil sie glauben, erst „perfekte“ Daten schaffen zu müssen. Dabei ist Perfektion kein Startkriterium – sie ist ein Ergebnis. Wichtiger ist, dass Unternehmen ihre Prozesse so gestalten, dass ab jetzt saubere, strukturierte Daten entstehen. Nur so kann KI ihr Potenzial entfalten – nicht als Ersatz, sondern als Verstärker von Wissen.
3. Der Mensch bleibt unersetzlich – aber an anderer Stelle
Wenn KI Routineentscheidungen übernimmt, verschiebt sich der Fokus der Zollexperten. Ihre Arbeit konzentriert sich auf das, was Maschinen (noch) nicht können: die Interpretation komplexer Sonderfälle, die Abstimmung mit Behörden und Partnern, die Überwachung von KI-Ergebnissen und die strategische Einordnung neuer Regelungen
Das ist keine Entwertung menschlicher Arbeit, sondern ihre Aufwertung. Denn wo Automatisierung den Standardprozess übernimmt, entsteht Raum für echte Expertise – für Urteilsvermögen, Kommunikation und Verantwortung.
KI kann Regeln anwenden, aber keine Bedeutung geben. Sie kann entscheiden, aber nicht erklären, was fair ist. Genau
4. Eine historische Chance – wenn wir sie ergreifen
Wir stehen am Anfang einer neuen Handelsära. KI kann Gesetze operationalisieren, Daten verstehen und Compliance automatisieren. Doch sie entfaltet ihre Stärke nur dort, wo Unternehmen den Mut haben, ihre Strukturen zu verändern – und ihre Mitarbeiter befähigen, die neuen Werkzeuge intelligent zu nutzen. Das ist keine Bedrohung, sondern ein Privileg.
Wir erleben eine der größten technologischen Revolutionen des Welthandels – und wir dürfen sie mitgestalten. Wer jetzt beginnt, wird nicht ersetzt, sondern erweitert seine Fähigkeiten und sein Wissen.
Der Wandel im Außenhandel ist längst Realität. Unternehmen, die heute beginnen, auf strukturierte Daten und intelligente Systeme zu setzen, schaffen sich einen entscheidenden Vorsprung – nicht nur in Effizienz, sondern auch in Verantwortung und Zukunftsfähigkeit.
traide AI begleitet genau diesen Wandel. Als Berliner Startup entwickeln wir KI-Lösungen, die internationale Handelsregeln verständlich, automatisierbar und überprüfbar machen und damit eine Brücke schlagen zwischen Technologie und Fachwissen. <

Leonie Althaus
Co-Founder und CEO
traide AI GmbH Zoll-Compliance
Saarbrücker Straße 20 10405 Berlin
M +49 30 754 20 627 althaus@traide.ai www.traide.ai

INTRODANS
Vijfzinnenstraat 82 6811 LN Arnhem Nederland
T:+3126 351 21 11 welkom@introdans.nl www.introdans.nl

Das in der Nähe der deutschen Grenze im niederländischen Arnheim ansässige Tanzensemble Introdans wurde 1971 gegründet, um die Kunst des Tanzes einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Die niederländische Ballettkultur wurde bis dahin von einer kleinen Gruppe von Ensembles dominiert, darunter das renommierte Nederlands Dans Theater, die alle ihren Sitz im Westen der Niederlande hatten.
Introdans begann als lokale Initiative mit Schwerpunkt auf dem Osten der Niederlande und hat sich mittlerweile zu einer weltweit hoch angesehenen Kompanie entwickelt, der die berühmtesten internationalen Choreografen ihre Werke zur Verfügung stellen und sogar ihre Premieren gewähren, wie dies kürzlich beim Programm „Less is More” reichlich der Fall war.
Wir sprechen mit dem künstlerischen Leiter Roel Voorintholt und der geschäftsführenden Direktorin Marieke van 't Hoff.
Joop van Reeken: „Less is More“ kann man nur als eine sinnliche, farbenfrohe, meditative und überwältigende Erfahrung von Tanz, Licht, Farbe und Musik beschreiben, die sogar Zuschauer, die von Tanz „keine Ahnung“ haben (so wie ich!), tief berührt und mitreißt.
Roel Voorintholt: „Less is More“ ist wirklich gelungen! Es war ein großes Experiment, bei >



dem wir bis zuletzt versucht haben, das Prinzip von „weniger, weniger“ anzuwenden. Wir wollten Ruhe hineinbringen, und so ist alles auch gut nachvollziehbar geworden.
JvR: Wie seid ihr zu diesem Programm gekommen?
RV: Das hat einen ganz persönlichen Hintergrund. Ich hatte vor 12 Jahren eine Hirnblutung und als ich wieder zur Arbeit ging, fand ich alles so hektisch. Ich war überempfindlich gegenüber all diesen Reizen geworden. So kam ich auf die Idee, eine Aufführung zu machen, die nicht so viele Reize hat. Ich dachte, das mache ich dann für mich selbst, aber im Nachhinein kamen alle begeistert auf mich zu. Offenbar brauchen sehr viele Menschen in dieser hektischen Zeit etwas mehr Ruhe und etwas weniger Reize.
JvR: Das Programm umfasste einige Premieren namhafter Choreografen. Wie bekommt ihr das hin?
RV: Ohne unbescheiden sein zu wollen, ist es eine Tatsache, dass ich seit etwa vierzig Jahre in der Tanzwelt tätig bin. Man kennt sich. Es gibt auch privat enge Verbindungen zu Menschen wie Hans van Manen, Lucinda Childs und Sidi Larbi Cherkaoui. Wir haben eine lange gemeinsame Geschichte. Es geht auch um Vertrauen, um die Qualität der Gruppe. Im Frühjahr fahren wir nach München, wo wir die abendfüllende
Vorstellung des berühmten Choreografen Andonis Foniadakis sehen werden, der im September 2026 bei uns ein neues Stück aufführen wird!
JvR: Mittlerweile habt ihr in mehr als 50 Jahren eures Bestehens auch selbst einen internationalen Namen aufgebaut. Wie wichtig ist das Ausland für Introdans?
Marieke van 't Hoff: Introdans hat in der Vergangenheit sehr viele Auftritte im Ausland gehabt. In den letzten Jahren machen wir das etwas weniger, auch weil die Förderer einen anderen Akzent setzen wollen. Wenn wir jetzt im Ausland auftreten, dann an sehr prestigeträchtigen Orten, an denen wir wirklich bis ins Detail auf höchstem Niveau arbeiten können. So waren wir letztes Jahr im Mai in Japan, um bei der Eröffnung des niederländischen Pavillons auf der World Expo in Osaka in Anwesenheit unseres Königs aufzutreten. Wir waren auch mit einem Stück von Lucinda Childs in New York zu sehen. Bald kehren wir dorthin zurück, dann folgen noch Südafrika, vielleicht auch Hongkong. Also, wir tun es auf jeden Fall, aber weniger als früher.
RV: Wir sind auch in anderer Hinsicht international stark vernetzt. Hier arbeiten viele Menschen – Tänzer, Choreografen, Designer – aus anderen Ländern: aus Italien, Japan, China, Korea, Schweden, Amerika, und natürlich auch aus den Niederlanden. >

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MvtH: Übrigens sehen wir Nordrhein-Westfalen nicht wirklich als Ausland.
RV: Nein, wir haben in Deutschland ein eigene Agentur (die Norddeutsche Konzertdirektion Melsine Grevesmühl GmbH), denn Städte wie Köln, Bottrop und Leverkusen sind für uns leicht zu erreichen, ohne dass wir gleich übernachten müssen.
MvtH: Außerdem haben wir ein völlig neues Exportprodukt entwickelt. Einer unserer Hauschoreografen, Adriaan Luteijn, macht besondere Produktionen mit Gasttänzern, oft Menschen mit einer körperlichen Beeinträchtigung. Er schafft damit fantastische Werke, in denen beispielsweise jemand aus Uganda, der durch Polio die Kraft in beiden Beinen verloren hat, unglaublich tanzt. Nächste Woche reist er nach Kolumbien, um das Gleiche mit Menschen dort zu machen. Mit Introdans war er mit diesem Konzept bereits in Japan, China, Brasilien, Indonesien und Südafrika zu Gast. An all diesen Orten arbeitet er mit Menschen aus der lokalen Community. Er bringt damit auch viel Wissen an diese Orte mit, wo es oft weniger Wissen und Erfahrung mit inklusivem Tanz gibt. Er versucht damit, das Tanzen zugänglicher zu machen, nicht nur für Menschen mit körperlichen Einschränkungen, sondern auch für Senioren oder Menschen mit psychischen Problemen oder langzeitarbeitslose Jugendliche. Es ist unglaublich, wie sie durch das Tanzen aufleben. Tanz verbindet, Tanz gibt Kraft. Es richtet dich buchstäblich auf!
JvR: Wie sieht euer Programm für 2026 aus?
RV: Bis März zeigen wir eine echte Familienvorstellung: „Carmen“, eine Aufführung für Menschen von 6 bis 106 Jahren, die sehr gute Kritiken bekommen hat. Im Februar und März spielen wir das Programm „HubClub '26“ von Adriaan Luteijn, eine Koproduktion mit dem Holland Dance Festival. Im Mai 2026 schließen sich Introdans, Theater Oostpool, Musis und Orkest Phion für eine brandneue, große Jugendproduktion namens „Sacre“ zusammen. Von März bis Juni stellen wir jedes Jahr einen Choreografen in den Mittelpunkt, 2026 wird das Sidi Larbi Cherkaoui sein. Wir beenden die Saison im Juni mit dem Programm „End of Season 2026“. Aber natürlich kommen wir im September mit einem ganz neuen Programm zurück!
JvR: Dann kann ich nur sagen, dass ich mich auf die Aufführungen in den nächsten Jahren schon freue. Ich danke für das Gespräch. <



Text: Dr. Julia Bellinghausen

„Made in Ukraine“
Landwirtschaftliche Produkte, wie Getreide, Ölsaaten und Beeren, gehören zu den wichtigsten Exportgütern der Ukraine. Agrarprodukte „Made in Ukraine“ stehen weiterhin für den europäischen Markt zur Verfügung, denn viele Unternehmen halten ihre Produktion trotz des Kriegs aufrecht. Abseits der Front gelegen produzieren die Unternehmen weiter und suchen für ihre Produkte, die in der Ukraine nicht nachgefragt und benötigt werden, Märkte und Handelspartner in Europa. Das Import Promotion Desk (IPD), ein Projekt des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), unterstützt die Produzenten bei ihrer Suche und vernetzt sie mit europäischen Importeuren.
Matchmaking: IPD bringt ukrainische und europäische Unternehmen zusammen
Die Initiative der Importförderung startete ihre Arbeit in der Ukraine bereits im Jahr 2018. Als Reaktion auf den Krieg wurde das Engagement verstärkt: Das IPD hat im Auftrag des BMZ das „Ukraine Special Programme“ gestartet, um kurzfristig weitere Unternehmen in das Programm aufzunehmen und die Matchmaking-Aktivitäten, zum Beispiel auf Messen, zu verstärken.
Aktuell sind 17 ukrainische Produzenten im IPD-Programm. Ihr Produktfokus liegt auf frischem und verarbeitetem Obst & Gemüse sowie natürlichen Zutaten. Das Angebot umfasst zum Beispiel Blau-, Him- und Brombeeren, eingelegtes Gemüse, Saucen und Aufstriche,
Kräuter, besondere Getreidesorten wie Amaranth und Hirse, pflanzliche Extrakte sowie Ölsaaten wie Sonnenblumenkerne und Sojabohnen.
Die ukrainischen Unternehmen kommen weiterhin auf internationale Fachmessen und stellen ihr Angebot mit Unterstützung des IPD persönlich vor. So waren ukrainischen Produzenten 2025 auf den Messen Fruit Logistica, Biofach und Anuga präsent. Aufgrund eingeschränkter Reisemöglichkeiten setzt das IPD auch verstärkt auf Online-Events, bei denen ukrainische und europäische Unternehmen zusammenkommen.
Darüber hinaus steht das IPD europäischen Einkäufern als erste Ansprechpartner zur Verfügung, um passende Kontakte zu vermitteln. Die IPD-Experten prüfen, ob eine spezielle Anfrage durch ukrainische Partner erfüllt werden kann. Zudem können sie schnell Auskunft über Produktqualität, Zertifizierungen, Liefermengen und -möglichkeiten geben.
Produktion in Kriegszeiten: Unternehmen meistern Herausforderungen
Die IPD-Unternehmen sind über das ganze Land verteilt. Viele haben ihre Produktion in den Westen des Landes verlagert, die landwirtschaftlichen Flächen – auch im Osten – werden aber weiterhin bearbeitet. Neben Stromausfällen, Infrastrukturproblemen und logistischen Unsicherheiten durch den Krieg ist eine der größten Herausforderungen der Mangel an Arbeitskräften. Viele Unternehmer haben bereits vor dem Krieg in moderne Technik investiert, sind sehr digital-affin und können so den Arbeitskräftemangel zum Teil durch einen hohen Grad an Automatisierung kompensieren.
Auch für viele andere Herausforderungen haben die Produzenten Lösungen gefunden. Um Lieferprobleme zu vermeiden, haben ukrainische Unternehmen Logistikableger in Polen gegründet. So können Verzögerungen vermieden werden.
Qualität: Unternehmen erfüllen Anforderungen des europäischen Marktes
Das Produktangebot aus der Ukraine ist weiterhin qualitativ hochwertig. Viele IPD-Unternehmen setzen ihr Engagement für Bio-Qualität fort oder erfüllen die Kriterien anderer Zertifikate. Die Produktqualität ist beim Sourcing des IPD neben anderen Kriterien wie die verlässliche Lieferfähigkeit ein zentrales Kriterium für die Aufnahme in das IPD-Programm.
Aufgrund der Sicherheitslage führt das IPD keine eigenen Sourcing Missions durch, arbeitet aber eng mit lokalen Verbänden, Clustern und Exportförderinstitutionen zusammen. Diese Partner unterstützen bei der Identifikation geeigneter Lieferanten und geben Rückmeldung zur Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit. Nach Aufnahme in das IPD-Programm unterstützt das IPD-Team die Unternehmen durch Qualitätsberatungen, etwa bei der Einführung und Umsetzung von Qualitätsstandards. Die Rückmeldungen von Einkäufern bestätigen, dass die ukrainischen Produzenten die Qualitätsanforderungen des europäischen Marktes erfüllen.
Besonders gefragt sind weiterhin Bio-Produkte aus der Ukraine und viele Unternehmen schaffen es, ihre Bio-Produktion am Laufen zu halten. Auch die ukrainische Zertifizierungsstellen für das Bio-Siegel, wie z.B. „Organic Standard“, setzen ihre Arbeit und Prüfungen trotz Kriegszeiten fort. „Organic >


Standard“ hat zudem auch mit Unterstützung des IPD sein digitales Angebot zur Vergabe und Registrierung von Bio-Zertifikaten weiter ausgebaut. Auf diese Weise ist die Bio-Zertifizierung sichergestellt und ukrainische Produzenten können ihr Bio-Angebot als solches vermarkten.
Handel: Beitrag zur Stärkung der wirtschaftlichen Resilienz
Das IPD ist heute in 21 Entwicklungs- und Schwellenländern engagiert. Am Beispiel der Ukraine lässt sich gut die Bedeutung des internationalen Handels für die wirtschaftliche, soziale und ökologische Entwicklung von Regionen und Ländern aufzeigen. Der Außenhandel kann helfen, die wirtschaftlichen Strukturen in der Ukraine zu erhalten und somit die wirtschaftliche Resilienz in Kriegszeiten zu stärken.
Mit europäischen Handelspartnern können kleine und mittelständische Unternehmen ihre Produktion in der Ukraine aufrechterhalten, weiterhin Einkommen und Beschäftigung im ländlichen Raum sichern, Devisen für Investitionen erwirtschaften sowie nachhaltige und transparente Lieferketten aufbauen. Im Gegenzug profitieren europäische Unternehmen vom ukrainischen Angebot, insbesondere Bio-Produkten, natürlichen Zutaten und verarbeitetem Obst & Gemüse sowie von guter Produktqualität, kurzen Lieferwegen und von wettbewerbsfähigen Preisen. <

Dr. Julia Bellinghausen Leiterin des Import Promotion Desk (IPD)
IPD – Import Promotion Desk c/o sequa gGmbH Alexanderstraße 10 53111 Bonn
T +49 228 90 900 810 bellinghausen@ importpromotiondesk.de www. importpromotiondesk.de

Wir sind eine vom JUVE-Handbuch empfohlene Wirtschaftskanzlei, die unter anderem auf das Zoll-, Exportkontroll- und Transportrecht spezialisiert ist. Zu unseren Mandanten gehören sowohl mittelständische Unternehmen als auch internationale Konzerne. Wir vertreten unsere Mandanten vor Gerichten sowie Behörden und verteidigen in Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren. Unser Leistungsspektrum umfasst auch die Compliance-Beratung und die Durchführung von individuellen Inhouse-Schulungen.
Sprechen Sie uns an! Gerne stellen wir uns persönlich vor:

Dr. Nils Harnischmacher Rechtsanwalt
T: +49 (0) 251 686860-426
F: +49 (0) 251 686860-429
Nils.Harnischmacher@ hlw-muenster.de

Dr. Talke Ovie Rechtsanwältin
T: +49 (0) 251 686860-426
F: +49 (0) 251 686860-429
Talke.Ovie@ hlw-muenster.de
empfohlen von
Text: Stefan E. Zurawka

Ein Maschinenbauunternehmen aus Nordrhein-Westfalen stand kurz vor einem großen Schritt: Der Vertrag mit einem südkoreanischen Kunden war unter Dach und Fach – nach monatelangen Verhandlungen sollte nun die Produktion starten.
Der Auftrag markiert einen Meilenstein in der Entwicklung des Unternehmens. Doch die Vorfinanzierung der Materialien und Fertigungskosten überstieg die bisherige Kreditlinie deutlich. Optimistisch wandte sich die Geschäftsführerin des Unternehmens an die Hausbank. Die Antwort: zögerlich. Es ging um zusätzliche Sicherheiten, umfangreiche Unterlagen, persönliche Haftung. Die Prüfung durch die Bank würde Zeit kosten.
In dieser Situation wandte sich die Geschäftsführerin an ihre Sparkasse, die sie bisher nicht als Partnerin für internationale Geschäfte im Blick hatte. Und schon beim ersten Gespräch wurde sie überrascht: Die Sparkasse denkt und handelt sowohl regional als auch international.
„Planungssicherheit und ein gutes Forderungs- und Liquiditätsmanagement sind wichtige Aspekte, die meist Auswirkungen auf das Kerngeschäft der Unternehmen haben.“
Gemeinsam mit einer Expertin der S-International Rhein-Ruhr analysierte der Sparkassenberater das geplante Geschäft und die Zahlungsbedingungen. Innerhalb weniger Tage lag ein Finanzierungsvorschlag auf dem Tisch – zugeschnitten auf das Exportgeschäft und risikomindernd strukturiert. Auch ein Letter of Intent für eine staatlich gedeckte Anschlussfinanzierung („Hermesdeckung“) für den koreanischen Kunden wurde von der S-International in kurzer Zeit organisiert.
Diese Situation ist in der Beratungspraxis keine Seltenheit. Immer mehr Unternehmen entdecken ihre Sparkasse als verlässliche Partnerin für ihre Export- oder Importgeschäfte –mit Strukturierungs- und Finanzierungslösungen.
Welche Expertise bieten die Sparkassen im Bereich Außenhandelsfinanzierungen?
• Risiko-Analyse ausgehend von den vereinbarten Liefer- und Zahlungsbedingungen
• Liquidität für die Produktions- und Lieferzeit
• Projektgebundene Finanzierungskonzepte
• Produktionsfinanzierungen und Lieferantenkredite
• Bevorschussung und Forfaitierung von Exportakkreditiven
• Bestätigungen und Schutzzusagen von Akkreditiven
• Internationales Leasing
• SmaTiX-Finanzierungen (Small-Ticket-Express) und klassische Bestellerkredite
Die Expertinnen und Experten der Sparkassen und S-International bieten den Firmenkunden passgenaue Lösungen für die Herausforderungen im Import- und Exportgeschäft. Zusätzlich unterstützt ein weltweites Netzwerk von Partnern in über 70 Ländern bei der Standortsuche, Zollabwicklung oder rechtlichen Themen.
Planungssicherheit und ein gutes Forderungs- und Liquiditätsmanagement sind wichtige Aspekte, die meist Auswirkungen auf das Kerngeschäft der Unternehmen haben. Gute Produkte öffnen Märkte – gute Finanzierungen schaffen Wachstumsspielräume. <

Stefan E. Zurawka Prokurist
Vertriebsleiter
Internationales Geschäft
S-International Rhein-Ruhr GmbH
Kennedyplatz 6 45127 Essen
T +49 201 821 44 312 s.zurawka@si-rr.de www.si-rr.de
Zölle, Freihandel und Handelsbilanzen – diese Schlagworte bestimmen seit geraumer Zeit das wirtschaftspolitische Parkett. Wie begegnet dem die Hebmueller GROUP auf dem US-Markt?

Mitarbeiter Liam Allison mit Hebmüller Ventilen (©Hebmueller USA)
Deutschland hat mit den USA einen Handelsbilanzüberschuss, der im Jahr 2024 bei etwa 70 Milliarden Euro lag, da die deutschen Exporte in die USA den Wert der Importe aus den USA deutlich übertrafen. Die USA waren der wichtigste Abnehmer deutscher Exporte, und der Wert der Exporte nach Amerika stieg um 2,2 % auf 161,4 Milliarden Euro, während die Importe aus den USA leicht auf 91,4 Milliarden Euro zurückgingen.
Dynamische Entwicklungen im transatlantischen Geschäft werden zu echten Herausforderungen für deutsche Unternehmen, die erfolgreich in den USA Geschäfte machen wollen. Veränderte Import- und Zollbestimmungen sind dafür ein Beispiel.
Die in Kaarst ansässige Hebmueller GROUP entwickelt, produziert und vertreibt Spezialventile für die Ausrüstung in Flugzeugküchen und WC-Anlagen. Vor einigen Jahren schon hat Geschäftsführer Axel Hebmüller die Potenziale auf dem amerikanischen Markt erkannt und frühzeitig eine Vertriebsniederlassung in Johnson City, Tennessee gegründet. Schon vor den wirtschaftspolitischen Veränderungen in den USA war ihm klar: Auch inhabergeführte Mittelständler aus Deutschland können auf internationaler Ebene erfolgreich sein, wenn sie sich konsequent auf diesen Märkten positionieren.
Ein Markt im Steigflug
Der Luft- und Raumfahrtmarkt in den USA ist ein großer und wachsender Sektor, der 2024 auf über 120 Milliarden US-Dollar geschätzt wurde und bis 2034 auf über 259 Milliarden US-Dollar ansteigen soll. Der Markt wird von Faktoren wie der steigenden Nachfrage im Luftverkehr, erhöhten Investitionen in die Raumfahrt und erheblichen Verteidigungsausgaben angetrieben. Die USA dominieren diesen globalen Markt, wobei die Region Nordamerika der größte Anteil am Markt hat.
„Der Luft- und Raumfahrtmarkt verzeichnet aufgrund der steigenden Nachfrage nach Verkehrsflugzeugen weiterhin ein robustes Wachstum. Dieser Nachfrageanstieg, der insbesondere in Schwellenländern deutlich zu spüren ist, wird durch Faktoren wie die wachsende Mittelschicht und die Urbanisierung angetrieben, was zu einem Anstieg des Passagieraufkommens führt.“ berichtet Axel Hebmüller, der als Vorsitzender des Außenhandels Verband Nordrhein-Westfalen e.V. täglich die globalen Entwicklungen verfolgt.
Standort der Hebmueller Aerospace USA Inc.: Johnson City, Tennessee USA (71.000 Einwohner)
Business Inkubator des ETSU Innovation Lab Partner von NETVRIDA
North East Tennessee Valley Regional Industry Development Association. Region: Tri-Cities Area mit Kingsport und Bristol.
(11.500 Studierende)

Schon frühzeitig in den USA aufgestellt.
„Wir haben uns frühzeitig - weit vor den sich dynamisch verändernden Rahmenbedingungen - um die Ressourcenplanung in den USA bemüht, Allianzen mit örtlichen Bildungsträgern und Innovation Hubs geschmiedet und sind mitten im Prozess, unsere Fertigung für den US-Markt auch nach Tennessee zu verlegen. Die neuen amerikanische Lieferketten werden hier von den langjährigen Erfahrungen unsere deutscher Produktion profitieren. ´Make it where they take it´ lautet unser Motto“ so Hebmüller weiter.
Die Hebmueller Aerospace USA Inc. konnte bereits führende Hersteller von Verkehrsflugzeugen als Kunden gewinnen. Frischer Kaffee an Bord einer Boeing wird nicht selten mit Frisch –und Grauwasserventilen engineered in Kaarst gekocht. Hersteller und Airlines stellen höchste Ansprüche an Bauform, (Leicht-) gewicht und Druckausgleich im hohen Flugraum – Hebmueller Ventile bedienen genau diese technischen Parameter effizient und in hoher Innovationskraft. Wiederholt wurden darüber von der jährlichen Leitmesse AIX Aircraft Interiors Expo reportet.
Liam Allison, in Johnson City zuständig für Sales und Administration, aber auch den Ausbau der internationalen Niederlassung weiß, wie wichtig die lokale Produktion vor Ort ist: „Wir haben hier hervorragende Standortfaktoren, können flexibel auf das Marktgeschehen reagieren und haben gute Verfügbarkeiten bei Arbeitskräften und Logistik. Und das zahlt sich aus – für unsere Kunden durch bessere Verfügbarkeiten, unser muttersprachliches Sales Team und den Wegfall aufwändiger Export Deklarationen.“
Investition in Innovation und Nachhaltigkeit
Um mit der steigenden Nachfrage Schritt zu halten, sind Fluggesellschaften ständig bestrebt, ihre Flotten zu modernisieren und zu erweitern. Infolgedessen sind Flugzeughersteller gezwungen, Innenausrüstungen zu entwickeln, die nicht nur treibstoffeffizienter sind, sondern auch mehr Komfort und ökologische Nachhaltigkeit bieten. Hier steuert Hebmueller Aerospace mit seiner auf reduzierte Größe und Gewicht optimierte Produktpalette die passenden Lösungen bei.
Dort sein, wo der Kunde ist Deutsche Hersteller und Handelshäuser finden –gerade jetzt - gute Argumente, sich auf Zielmärkten niederzulassen und dort zu sein, wo ihr Kunde ist.
Make it where they take it. <

Axel Hebmüller CEO
Hebmueller GROUP Broicherseite 17 41564 Kaarst
T +49 2131 591195
M +49 163 5911955 axel@hebmueller.de www.hebmueller.group

Text: Simone Lönnendunk

Die EU-Kommission will mit neuen Schwellenwerten und vereinfachten Meldeverfahren die Bürokratie beim CO2-Grenzausgleich deutlich reduzieren – vor allem für kleine und mittlere Unternehmen. Doch für alle, die weiterhin unter die „Carbon Border Adjustment Mechanism Verordnung“ (CBAM)-Verordnung fallen, steigt der Handlungsdruck: Sie müssen ihre Lieferketten und Datenprozesse jetzt fit machen für verschärfte Transparenz- und Compliance-Anforderungen, die spätestens ab 2027 kommen sollen. Unternehmen, die jetzt nicht handeln, riskieren nicht nur Bußgelder, sondern auch Wettbewerbsnachteile im internationalen Handel.
Erfahren Sie in unserem Artikel:
• Die neuen CBAM-Regeln bringen spätestens ab 2027 für viele mittelständische Importeure verschärfte Berichtspflichten – und es drohen finanzielle Belastungen.
• Wer mehr als 50 Tonnen CO2-intensive Waren importiert, muss künftig exakte und verifizierte Emissionsdaten liefern, Lieferketten transparent machen und strenge Compliance-Anforderungen erfüllen – Versäumnisse können zu Bußgeldern, Lieferverzögerungen und Reputationsschäden führen.
• Unternehmen, die frühzeitig in Datenqualität, digitale Tools und Beratung investieren, sichern sich nicht nur Rechtssicherheit, sondern stärken auch die Resilienz und eigene Zukunftsfähigkeit.
Die Stimmen aus der Praxis sind eindeutig: Die Mehrheit der Unternehmen fühlt sich von den neuen europäischen CO2-Berichtspflichten für Importe überfordert. So können laut
einer Deloitte-Umfrage drei von vier deutschen Unternehmen, die im Rahmen des CO2-Grenzausgleichsmechanismus CBAM geforderten Emissionsdaten ihrer Lieferanten außerhalb der EU nicht liefern – und mehr als zwei Drittel befürchten negative Auswirkungen auf ihre Wettbewerbsfähigkeit.
Der „Carbon Border Adjustment Mechanism“ soll sicherstellen, dass Importeure von CO2-intensiven Waren wie Stahl, Zement, Aluminium, Düngemitteln, Strom und Wasserstoff künftig dieselben Klimakosten tragen wie europäische Hersteller. Die Verordnung adressiert vor allem das Problem des „Carbon Leakage“: CO2-intensive Produktion soll nicht länger ins Ausland verlagert werden, um strengere hiesige Auflagen zu umgehen.
Seit Oktober 2023 läuft zwar nur eine Übergangsphase: Unternehmen müssen für diese Produkte detailliert berichten, wie viel CO2 bei der Herstellung im Ausland entstand - die finanziellen Belastungen beschränken sich lediglich auf den mit der Datenerhebung verbundenen Aufwand. Doch spätestens ab Januar 2027 müssen betroffene Unternehmen für die importierten Emissionen CBAM-Zertifikate kaufen, deren Preis sich am europäischen Emissionshandel orientiert.
Nach der ursprünglichen – und derzeit noch gültigen Gesetzeslage – wäre es sogar schon Anfang kommenden Jahres so weit, und von der CBAM-VO betroffen wären Unternehmen
aller Größen, sobald sie bestimmte CO2-intensive Waren aus Nicht-EU-Ländern importieren – unabhängig von Mitarbeiterzahl oder Bilanzsumme.
Doch die EU-Kommission hat jüngst auf die Skepsis und Probleme in der Wirtschaft reagiert und Ende Februar 2025 weitreichende Vereinfachungen beschlossen, die einen Großteil der Importeure entlasten sollen. Für die verbleibenden Unternehmen, zu denen auch tausende Mittelständler gehören, bleibt der Handlungsdruck allerdings hoch: Sie müssen ihre Lieferketten und Datenprozesse fit machen für verschärfte Anforderungen. Wer jetzt nicht handelt und in Datenqualität sowie Compliance investiert, riskiert nicht nur Bußgelder, sondern auch langfristige Wettbewerbsnachteile im internationalen Handel.
Der neue CO2-„Grenzausgleich“ im Detail Künftig sollen Importeure von CBAM-Waren bis zu einer jährlichen Menge von 50 Tonnen vollständig von den Berichtspflichten befreit werden – das betrifft rund 90 Prozent aller bisherigen Importeure. Für diese Unternehmen werden nach den jüngsten Plänen der EU-Kommission die Meldeverfahren spürbar vereinfacht: Die jährliche Frist zur Abgabe der CBAM-Erklärung wird vom 31. Mai auf den 31. August verlängert, die Berechnung und Verifizierung der Emissionen flexibler gestaltet und der Nachweis bereits gezahlter CO2-Preise >

Das ist die Zukunft des Außenhandels: Bereit für Neues sein, agile und schlanke Prozesse etablieren, neue Märkte erforschen... und sie erobern.
Wie es gelingt? Setzen Sie smarte Tools ein, setzen Sie auf Digitalisierung.
Die SmartLoC-Plattform ist Ihr Weg in die digitale Zukunft internationaler Geschäfte: Shipment-Monitoring, Trusted Payment Solutions, Dokumente: alles an nur einem Ort, digital, sicher, transparent und wirtschaftlich.
Mehr erfahren? Reden wir darüber.

im Ausland erleichtert. Neu ist auch die Möglichkeit, die Berichtspflichten an externe Dienstleister zu delegieren – die rechtliche Verantwortung bleibt aber beim importierenden Unternehmen.
Dagegen wird für Unternehmen, die mehr als 50 Tonnen CBAM-pflichtige Waren importieren, die regulatorische Messlatte deutlich höher gelegt. Sie müssen künftig für jede Warensendung exakte und verifizierte Emissionsdaten liefern, die auf den jeweiligen Produktionsstandort und die gesamte Lieferkette zurückzuführen sind.
Die EU verlangt außerdem den Nachweis aller bereits gezahlten CO2-Preise im Ausland, setzt auf strenge, unabhängige Kontrollen und forciert eine gemeinsame Strategie mit den nationalen Behörden, um Schlupflöcher konsequent zu schließen.
Die Risiken bei Verstößen sind erheblich: Neben Bußgeldern in Millionenhöhe drohen Lieferverzögerungen, Ausschlüsse von Märkten und erhebliche Reputationsverluste – gerade in Branchen, in denen Nachhaltigkeit und ESG-Standards zunehmend zum Wettbewerbsfaktor werden. Die vorgesehenen Änderungen befinden sich aktuell im europäischen Gesetzgebungsverfahren und werden voraussichtlich noch 2025 in Kraft treten.
Our valvescontrolgalleysandlavatories in theaircraftindustryworldwide.
Schritt-für-Schritt-Strategie für den Mittelstand
Die neuen CBAM-Regeln bringen also erhebliche Veränderungen – und stellen insbesondere auch größere mittelständische Importeure vor komplexe Herausforderungen rund um Datenqualität, Transparenz und Compliance. Wer weiterhin CBAM-pflichtig bleibt, muss seine Prozesse und Strukturen gezielt anpassen, um den verschärften Anforderungen gerecht zu werden und Risiken zu vermeiden.
Doch wie gelingt die praktische Umsetzung? Mit einer klaren Schritt-für-Schritt-Strategie können Unternehmerinnen und Unternehmer ihre Firma CBAM-fit machen und sich rechtzeitig für die kommenden Pflichten wappnen. Nutzen Sie hierzu beispielsweise die von der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) veröffentlichten Hinweise als Leitfaden:
• Prüfen Sie, ob und in welchem Umfang Ihr Unternehmen CBAM-pflichtige Waren importiert, und registrieren Sie sich im CBAM-Portal.
• Richten Sie ein internes Monitoring-System ein, das alle relevanten Emissionsdaten erfasst und die quartalsweise Berichtspflicht zuverlässig erfüllt.
• Binden Sie Ihre Lieferanten aktiv ein: Digitale Lösungen wie Tacto oder carbmee vereinfachen die Datenerhebung, bieten Schulungen für Zulieferer und ermöglichen automatisierte Anfragen sowie die zentrale Verwaltung aller Lieferanten-Daten. Ziehen Sie bei Bedarf

My mandate is to grow our OEM and Aftermarket presence in the US and worldwide for a wide variety of aircraft types.
We want to do that by leveraging our fantastic operations team and unmatched on-time delivery—coupled with a highly engaged engineering team that excels at creating bespoke solutions for aircraft galley and lavatory applications for our customers.
Mujtaba Saiffudin
Vice President Business Development
Hebmueller aerospace USA Inc. aerospace
spezialisierte Dienstleister hinzu, die Sie bei der Datenaufbereitung und der Einreichung der Berichte unterstützen.
• Nutzen Sie die Beratungs- und Schulungsangebote von IHK, DEHSt, Branchenverbänden und spezialisierten Dienstleistern, um stets auf dem neuesten Stand zu bleiben.
So sichern Sie nicht nur Ihre Compliance, sondern steigern gleichzeitig auch die Effizienz und Resilienz Ihrer gesamten Lieferkette.
Die aktuellen und geplanten Änderungen beim CO2-Grenzausgleich (CBAM) markieren einen entscheidenden Wendepunkt für viele Unternehmen im internationalen Handel. Mit der Einführung des 50-Tonnen-Schwellenwerts und weiteren Vereinfachungen will die EU die Wirtschaft entlasten und den bürokratischen Aufwand reduzieren. Gleichzeitig bleibt für größere Importeure, zu denen auch tausende Mittelständler gehören, der Handlungsdruck hoch: Sie müssen ihre Lieferketten, Datenprozesse und Compliance-Strukturen konsequent auf die verschärften Anforderungen ausrichten, um Transparenz, Datenqualität und Nachweisführung sicherzustellen. Wer frühzeitig handelt, sich mit den neuen Meldeverfahren vertraut macht und digitale Tools sowie Beratungsangebote nutzt, verschafft sich einen klaren Vorsprung. <
Nutzen Sie die Chance, Ihr Unternehmen jetzt CBAM-fit zu machen und so Ihre Position im internationalen Wettbewerb zu stärken. Im Verbund, gemeinsam mit den Sparkassen begleitet die Deutsche Leasing AG Sie als verlässlicher Partner auf diesem Weg – mit praxisnaher Beratung, maßgeschneiderten Lösungen und einem starken Netzwerk. Kontaktieren Sie Ihre Sparkasse vor Ort und vereinbaren Sie ein gemeinsames Gespräch!

Simone Lönnendunk Nachhaltigkeitsberaterin
Deutsche Leasing AG Frölingstraße 15-31 61352 Bad Homburg v. d. Höhe
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Kataloge, Broschüren, Zeitschriften, Magazine –wir hinterlassen EinDRUCK.







Import braucht effiziente und transparente
Planung
Text: Thorsten Langer

© iStock.com/metamorworks
Die Wirtschaft ist global vernetzt, Kundenansprüche hoch und der Wettbewerb intensiv. Logistikketten sind enger verzahnt denn je, die Dynamik nimmt zu. Unternehmen müssen Lieferketten präzise planen, Prozesse effizient steuern und nahtlos kooperieren. Für den Bereich Export gibt es viele digitale Lösungen – doch wie steht es um den Import, der sowohl Logistik als auch Administration umfasst und eine zweifache Zollabfertigung erfordert (Ausfuhr- und Einfuhrland)? Heute beleuchten wir diesen Aspekt.
Wer viel mit dem Auto unterwegs ist, merkt es: Der Warenverkehr auf den Straßen hat stark zugenommen. Unternehmen verlagern Produktion und Einkauf ins Ausland, weil es dort günstiger ist. Fertige Ware wird schnell geliefert, Lagerhaltung wird weitgehend vermieden – sie kostet viel und bindet Kapital, das anderswo benötigt wird.
Gerade wegen dieser Schnelligkeit und den prekären Arbeitsbedingungen, bei denen oft die digitale Übermittlung der Informationen fehlt, kommt es regelmäßig zu Unklarheiten. Ein Beispiel: Ein deutsches Unternehmen, das auf Metall spezialisiert ist, lässt in Serbien bestimmte Komponenten produzieren. Der Lkw-Fahrer ist auf dem Weg nach Deutschland
„Die Einbindung aller Beteiligten in die Lieferkette ist entscheidend, denn einmal digital erfasste Daten müssen nicht mehrfach von verschiedenen Parteien verarbeitet werden.“
und weiß, was er geladen hat. Doch dem Empfänger ist nicht bekannt, was genau abgeholt wurde. Es fehlen exakte Angaben von Artikeln, Mengen usw. Hier wären bereitgestellte, digitale Informationen sehr nützlich. Hätte der Versender sie bei der Abholung übermittelt und sie mit der Bestellung abgeglichen, wäre die gewünschte Transparenz für den Empfänger möglich gewesen. Denn mithilfe des permanenten Trackings des Lkws können im Rahmen der Ankunft, Entladung und ggf. der Weiterverarbeitung Entscheidungen getroffen werden. Zu den digitalen Informationen zählen ebenso Dokumente wie Frachtpapiere, Ladelisten, Rechnungen oder Ursprungsnachweise, die für die Zollabfertigung erforderlich sind. Fehlen diese, entstehen erhebliche Verzögerungen. Die Dokumente spielen bei der Abfertigung jedoch eine notwendige Rolle und ihre Bedeutung wird zunehmen, wenn das ZELOS-Verfahren verpflichtend wird.
Volkswirtschaftlicher Schaden: Auswirkungen und Lösung
Der volkswirtschaftliche Schaden in Deutschland, der durch Staus entsteht, ist beträchtlich. Die volkswirtschaftlichen Kosten könnten sich bis 2030 auf insgesamt 520 Milliarden Euro summieren, so ein Bericht von FOCUS Online im Februar 2024. Laut einer Analyse der Universität zu Köln lag der Schaden im Jahr 2015 noch bei 80 Milliarden Euro.
Ein digitales System im Supply Chain Management (SCM) wird keine Staus oder Unfälle verhindern können. Doch wenn es „intelligent“ genug ist, kann es bestimmte Situationen erkennen und alle Lieferkettenbeteiligten mit einbinden. Das ist entscheidend, denn einmal digital erfasste Daten müssen nicht mehrfach von verschiedenen Parteien verarbeitet werden. Weitere Vorteile sind: Volle Transparenz dank gutem Überblick über die Lieferketten, Zeitersparnis durch automatisierte Prozesse, Vermeidung von Verzögerungen, weil potenzielle Probleme frühzeitig erkannt werden und automatische Fehlerkontrollen, die zu Genauigkeit und Effizienz führen.
Die Zollabwicklung ist sehr umfangreich, weswegen zusätzliche Expertensysteme sehr hilfreich sind, um die komplexe Arbeit zu erleichtern. Darunter befinden sich AI-Tarifierungstools, die bei der korrekten Ermittlung von Warennummern mit Textanalyse und Bilderkennung nützlich sind, Softwares mit integrierter EZT-Funktion und ATLAS-Einfuhr-Softwares mit Unterstützung des zukünftigen ZELOS-Verfahrens. Ergänzt wird das Angebot um ein umfassendes Screening, das Unternehmen dabei unterstützt, Sanktionen einzuhalten.
Fazit: Die Digitalisierung des SCM ist kein Trend, sondern eine Notwendigkeit. Eine moderne SCM-Software verknüpft Transparenz, Effizienz und Flexibilität und ermöglicht es Unternehmen, in einem herausfordernden Wettbewerbsumfeld erfolgreich zu agieren. <

Thorsten Langer
Senior Projektmanager
FORMAT Software Service GmbH
Robert-Bosch-Str. 5 (Eingang C) 63303 Dreieich
T +49 6103 9309150
T.Langer@ formatsoftware.de www.formatsoftware.de
Text: Andreas Mühlberg
Fotos: Joop van Reeken

Im November 2024 lud der Außenhandelsverband Nordrhein-Westfalen (AHV NRW e. V.) zu seinem traditionellen Gänseessen im Rahmen des After Trade Clubs (ATC) ein.
Außenhändler unterschiedlichster Branchen und Unternehmensgrößen nutzten die gemütliche Atmosphäre im Restaurant „Ashley’s Garden“ in Düsseldorf-Golzheim, um sich auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen und bekannte Gesichter wiederzutreffen.
Ein weiteres ATC-Gänseessen fand wenige Tage später im „Museumsrestaurant Schiffchen“ in Bocholt statt. Dabei gab es einen Impulsvortrag von Herrn Rolof, CMO von GetGenius, zum Thema „Einsatzmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz (KI) im Unternehmen“.
Bei beiden ATC-Gänseessen stand auch die Vorstellung der zehnten Ausgabe des ahv nrw magazin auf der Agenda. Die Jubiläumsausgabe mit dem Themenschwerpunkt Europa beinhaltet viele Fachartikel zu den praktischen Herausforderungen im Außenhandel, die von den Unternehmen zu meistern sind.
Der ATC zeigte sich einmal mehr als lebendiges Forum, in dem Austausch und persönliche Begegnungen im Mittelpunkt stehen. Der Wohlfühlfaktor war sehr hoch. Die Gäste reisten aus dem Ruhrgebiet, aus Bonn sowie aus der Region Düsseldorf und aus Hamburg an. Der After Trade Club versteht sich seit jeher als offenes Forum für Austausch und Vernetzung. Die Treffen finden regelmäßig an wechselnden Standorten in Nordrhein-Westfalen statt. < WIR! - die Außenhändler















Text: Niklas Nareyka und Manuel Marcy

bei der
Ein Praxisblick
Ein mittelständisches Maschinenbauunternehmen exportierte über getrennte Systeme und prüfte Sanktionslisten nur bei Auftragserfassung – nicht vor Versand. Zwei Sendungen an einen neuen Partner mussten gestoppt werden, da dieser inzwischen gelistet war. Rückabwicklung und Bußgelder drohten.
Mit einer integrierten Plattform wurden Prozesse automatisiert und rechtlich abgesichert. Erst nach erneuter Prüfung durch Compliance und Zoll erfolgt der Versand. Rückfragen nahmen ab, die Exportlaufzeit sank um 20 % . Das zeigt: Es reicht nicht, Prozesse nur digital abzubilden – sie müssen vernetzt, rechtskonform und flexibel sein.
Komplexität beherrschen: Systemintegration als Antwort auf geopolitische Dynamik Politische Instabilitäten, neue Embargos, Lieferkettengesetze und Protektionismus beeinflussen den Welthandel. Unternehmen müssen ihre Exportprozesse effizient und rechtssicher gestalten – in Echtzeit. Moderne Plattformen ersetzen Insellösungen durch durchgängige, kontrollierbare Prozesse. Ein klarer Wettbewerbsvorteil, wenn sich Vorschriften schneller ändern als Verträge.
Versandsoftware: Datendrehscheibe, Kontrollzentrum und Enabler Versandsoftware ist mehr als ein „Etikettendrucktool“ – sie steuert den Exportprozess zentral. Sie konsolidiert alle versandrelevanten Daten, u. a.:
• Artikelstammdaten inkl. Zolltarifnummern
• Empfängerinformationen
• Werte, Maße, Gefahrgut- und Versandart
• Exportkennzeichen und Freigaben
Erst wenn alles vollständig ist und Zoll sowie Compliance freigegeben haben, startet der Versandprozess.
Transportschnittstelle mit Sicherheitswirkung
Die Versandsoftware stellt sicher, dass alle sicherheitsrelevanten Informationen korrekt an den Transportdienstleister übermittelt werden – z. B. für Luftfrachtsendungen oder Gefahrgut. Fehlende oder ungeprüfte Angaben können zu Stopps oder Vernichtung von Sendungen führen.
Fazit: Die Versandsoftware ist Taktgeber im Exportprozess. Sie entscheidet über Konformität und Lieferfähigkeit – oder Zollverzögerungen.
Zoll- und Compliance-Software: Unsichtbare Schutzschilde im Hintergrund
Die Zollsoftware erstellt ATLAS-Anmeldungen, verarbeitet Statusrückmeldungen und archiviert Dokumente. Die Compliance-Software prüft Sanktionslisten, Exportkontrollen und Tarifierungspflichten – und stoppt den Versand bei Auffälligkeiten. Typische Fehler wie fehlende Genehmigungen oder unerkannte Geschäftspartner-Listungen werden so vermieden – unverzichtbar in volatilen Märkten.
Stammdaten: Die geheime Macht sauberer Prozesse
Viele Probleme entstehen früh – bei fehlerhaften Zolltarifnummern oder veralteten Empfängerdaten. Ohne gepflegte Stammdaten stößt selbst die beste Plattform an ihre Grenzen. Zentrale Validierungen, Dublettenprüfungen und ERP-Integration verbessern die Datenqualität deutlich.
Merke: Ohne saubere Stammdaten bleibt jede Compliance-Software wirkungslos.
Risiken erkennen – bevor sie zur Realität werden Fehlende Integration oder mangelhafte Prüfungen können führen zu:
• Lieferstopps und Verzögerungen
• Bußgeldern oder strafrechtlichen Folgen
• Verlust von Zertifikaten (z. B. AEO)
• Reputationsschäden
Halbherzige Digitalisierung reicht nicht mehr aus.
Erfolgsfaktor Modularität: Schritt für Schritt zum sicheren Exportprozess Nicht alle Unternehmen müssen sofort eine komplette Plattform einführen. Modulare Systeme erlauben den Einstieg über ATLAS oder Sanktionslistenprüfung. Weitere Module wie Präferenzmanagement oder Track & Trace lassen sich nach Bedarf ergänzen – risikominimiert und pragmatisch.
Zukunftsblick: Plattformen werden zum Pflichtprogramm
Die Trends sind klar:
• Mehr politische Eingriffe
• Schärfere Kontrollen
• Schnellere Compliance-Anpassungen
• KI-gestützte Prüfungen
Intelligent vernetzte Plattformen bieten die nötige Flexibilität – und werden zum Standard.
Fazit
Geopolitische Risiken und neue Exportregeln fordern Unternehmen mehr denn je. Nur mit vernetzten Plattformen lassen sich Versand-, Zoll- und Compliance-Prozesse zukunftssicher gestalten – und selbst in Krisen kontrollieren. Vorausschauende Unternehmen schaffen heute die Infrastruktur, die morgen über den Marktzugang entscheidet. <
Mehr Informationen unter www.dbh.de/versandsoftware


Manuel Marcy Product Owner Advantage Delivery / Customs Solutions
dbh Logistics IT AG Martinistr. 47-49
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Niklas Nareyka Produktionsleiter Advantage Delivery / Customs Solutions
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Interview: Henry-Johann Nientimp im Gespräch mit Fabian Pierick, Customer Success Manager, d.velop AG

Fabian Pierick: thenex hat sich strategisch für d.velop entschieden – und damit dafür, praktisch alle ehemals papierbasierten Prozesse, vor allem im Verwaltungsbereich, konsequent zu digitalisieren. Heute setzt ihr einen großen Teil der ganzen Produktsuite ein – warum d.velop?
Henry-Johann Nientimp: Für uns war es wichtig, einen Digitalisierungspartner zu finden, der nicht nur technologisch überzeugt, sondern auch menschlich zu uns passt – und das war bei d.velop von Anfang an der Fall. Dass d.velop aus der Nähe kommt, aus dem Münsterland, aus Gescher, war natürlich ein zusätzlicher Pluspunkt. Die regionale Nähe schafft Vertrauen und erleichtert die Zusammenarbeit enorm.
Besonders beeindruckt hat uns aber der persönliche Kontakt. Unser erster Termin mit dem Team – unter anderem mit dir als Ansprechpartner – war ursprünglich als kurzes Kennenlernen geplant und wurde schnell zu einem halben Tag voller intensiver Gespräche, Ideen und konkreter Anforderungen. Man hat sofort gemerkt: Das Team hatte richtig Lust, mit uns gemeinsam etwas zu gestalten.
Unsere Anforderungen waren nicht ohne – aber anstatt zurückzuschrecken, hat man bei d.velop die Herausforderung angenommen. Diese Begeisterung, dieses partnerschaftliche Denken und die technische Kompetenz haben uns überzeugt.
FP: Wie war die Ausgangslage vor Einführung der Systeme von d.velop?
HJN: Vor der Einführung von d.velop lief bei uns – besonders bei thenex – vieles noch rein papierbasiert. Dokumente und auftragsbezogene Kommunikation wurden direkt in der Warenwirtschaft organisiert, die Buchhaltung wurde komplett ausgedruckt, manuell verarbeitet und in Ordnern abgelegt. Auch sämtliche Verwaltungsunterlagen wie Verträge für Versicherungen, Firmenwagen oder Personalakten existierten ausschließlich auf Papier.
Bei Carimex war es sogar noch eine Stufe "klassischer": Dort wurden komplette Auftragsakten in Papierform geführt – inklusive aller zugehörigen Dokumente, Mails und Notizen. Das war im täglichen Arbeiten oft wirklich schmerzhaft.
FP: Was waren die Ziele für die Einführung der Produkte von d.velop – und vor allem: Wurden diese erreicht?
HJN: Unser Ziel war klar: Wir wollten so weit wie möglich papierlos arbeiten – vor allem in der Verwaltung. Damals hatten wir beispielsweise noch klassische Postmappen und Zahlungsmappen im Umlauf. Rechnungen wurden ausgedruckt, abgestempelt, händisch geprüft und dann weitergereicht. Heute läuft dieser Prozess komplett digital über den Eingangsrechnungs-Workflow von d.velop – transparent, schnell und ortsunabhängig.
Diese Veränderung hat einen echten Unterschied gemacht. Die Ziele, die wir uns gesetzt hatten – weniger Papier, mehr Effizienz, klarere Prozesse – haben wir mit d.velop definitiv erreicht. Und wir entwickeln das System gemeinsam kontinuierlich weiter, um auch künftig agil und wachstumsfähig zu bleiben.
FP: In welchen Bereichen nutzt ihr heute Produkte und Lösungen der d.velop?
HJN: Wir setzen die Lösungen von d.velop heute unternehmensübergreifend ein, sowohl bei thenex als auch bei Carimex. Das System ist ein fester Bestandteil unseres operativen Tagesgeschäfts und unterstützt uns insbesondere in der Verwaltung und Buchhaltung, also genau dort, wo täglich viele Dokumente, Freigaben und Prozesse zusammenlaufen.
Ob Eingangsrechnungen, Vertragsmanagement oder digitale Ablage – d.velop ist für uns inzwischen eine zentrale Plattform geworden, auf die wir nicht mehr verzichten möchten. Die Integration in unsere bestehenden Systeme funktioniert reibungslos und sorgt dafür, dass wir schneller, transparenter und einfach besser organisiert arbeiten können – egal in welchem Unternehmensbereich.
FP: Siehst du d.velop rein als Software-Lieferanten oder geht die Kooperation darüber hinaus? Welche Rolle nimmt d.velop für euch ein?
HJN: Für uns ist d.velop weit mehr als ein reiner Software-Lieferant. Wir sehen d.velop ganz klar als Sparringspartner, wenn es um die Weiterentwicklung und Optimierung unserer internen Prozesse geht. Es geht nicht nur darum, eine Lösung zu nutzen – es geht darum, gemeinsam besser zu werden.
Wir stehen im regelmäßigen Austausch, sprechen über neue Ideen, Herausforderungen und mögliche Lösungsansätze –auch mit Blick auf zukünftige Anforderungen. Dieses Miteinander auf Augenhöhe ist für uns extrem wertvoll.
FP: Wie macht sich die Umstellung auf unsere Produkte bemerkbar?

HJN: Wenn wir uns intern verbessern, profitiert unser Kunde automatisch – und genau das erleben wir durch die Umstellung auf die Lösungen von d.velop.
Wir sind heute schneller, strukturierter und deutlich effizienter in unseren Abläufen. Das bedeutet zum Beispiel, dass wir bei laufenden Projekten jederzeit den Überblick behalten und im Gespräch mit einem Kunden sofort auf relevante Informationen zugreifen können, ohne lange zu suchen.
Diese neue Transparenz und Reaktionsgeschwindigkeit macht unsere Zusammenarbeit mit Kunden spürbar direkter und verbindlicher. Und natürlich: Je effizienter wir intern arbeiten, desto wettbewerbsfähiger können wir auch am Markt auftreten – sei es beim Service oder bei der Angebotsgestaltung.
Am Ende profitieren unsere Kunden nicht nur von einem besseren Service, sondern auch von einer Partnerschaft, die mitdenkt und mitwächst. >
FP: Kannst du den Erfolg des Projektes auch in konkreten Zahlen ausdrücken?
HJN: Ehrlich gesagt haben wir im Vorfeld keine detaillierte Auswertung zu Einsparungen oder einem konkreten ROI gemacht, weil für uns von Anfang an klar war, dass die Digitalisierung der richtige Weg ist.
Aber wenn es eine Zahl gibt, die wirklich beeindruckt, dann ist es die Geschwindigkeit, mit der wir das Projekt umgesetzt haben. Wir haben innerhalb weniger Wochen unsere erste Firma erfolgreich auf das System von d.velop umgestellt. Direkt danach folgte die Verwaltung – und mittlerweile, innerhalb von rund einem Jahr, arbeiten alle unsere Unternehmen mit d.velop.
Das zeigt für mich am deutlichsten, wie groß die Akzeptanz bei uns im Unternehmen war und wie gut das System in unsere Prozesse passt. Natürlich sparen wir heute auch Kosten bei Druck, Papier und Geräten – aber viel wichtiger ist der gewonnene Effizienzschub und die neue Arbeitsweise, die wir jetzt etabliert haben.
FP: Gab es Überraschungen, Stolpersteine, Hürden – und wie wurden diese gemeistert?
HJN: Natürlich gab es im Projektverlauf auch Hürden und Stolpersteine, welche IT-basierte Umstellung verläuft schon völlig reibungslos? Und vor allem: Veränderung bringt auch menschliche Herausforderungen mit sich. Nicht jeder ist sofort begeistert, wenn eingespielte Abläufe plötzlich digital laufen sollen.
FP: Wenn du einen Blick in die Zukunft wirfst: Wohin geht die digitale Reise – und spielt d.velop hier weiterhin eine Rolle?
HJN: Ja, absolut. Wir schauen natürlich immer, wie wir das System weiterentwickeln und sinnvoll ergänzen können. Besonders spannend finden wir aktuell den d.velop pilot, das KI-Tool von d.velop.
Gerade weil wir jetzt die Basis geschaffen haben – mit einer zentralen, digitalen Plattform und sauberen Prozessen – ist es für uns natürlich der nächste logische Schritt, über den Einsatz von künstlicher Intelligenz nachzudenken.
Wir sehen darin großes Potenzial, um unsere Mitarbeitenden noch stärker zu entlasten, repetitive Aufgaben zu automatisieren und Informationen noch schneller verfügbar zu machen. Das Thema ist für uns also definitiv auf der Agenda – und wir sind sehr gespannt, wie sich das weiterentwickelt. <
Fabian Pierick ist seit 2021 bei der d.velop AG tätig. Er unterstützt und berät Kunden sowie Interessenten rund um DMS-/ECM-Systeme und der Optimierung von dokumentenbasierten Prozessen. Gemeinsam mit Ihnen findet er Lösungen, um dokumentenbasierte Geschäftsprozesse digitaler und effizienter zu gestalten.

Henry-Johann Nientimp
Managing Director
thenex GmbH
Robert-Bosch-Straße 42 46397 Bocholt
T +49 2871 271 30 hnnientimp@thenex.com www thenex.com

Fabian Pierick
Customer Success Manager
d.velop AG Schildarpstraße 6-8
48712 Gescher
T +49 2542 93 07 0
fabian.pierick@d-velop.de www.d-velop.de


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Udo Völker
Vorstandsmitglied des Deutsch-Usbekischen Wirtschaftsrates (DUWIRAT)
Renteilichtung 8-10 45134 Essen
T +49 201 431 5520
M +49 176 758 77 007 info@udovoelker.de

Interview: Redaktion AHV NRW Magazin

Ein Gespräch mit Herrn Udo Völker und Herrn Nabijon Kasimov über Chancen für deutsche Außenhandelsunternehmen.
Usbekistan gehört zu den dynamischsten Volkswirtschaften Zentralasiens. Das Land öffnet sich seit fast einem Jahrzehnt in beeindruckendem Tempo und bietet deutschen Unternehmen Chancen als Absatz- wie auch als Beschaffungsmarkt . Wir sprechen darüber mit Herrn Udo Völker, Vorstandsmitglied des Deutsch-Usbekischen Wirtschaftsrates (DUWIRAT) und ehemaliger Vorsitzender (2000-2010) beim Außenhandelsverband Nordrhein-Westfalen (AHV NRW e.V.) sowie Herrn Nabijon Kasimov, ehemaliger Botschafter und jetziger Leiter des Büros der Deutsch-Usbekischen Wirtschaftskooperation (DUWK Büro) in Taschkent. Im Fokus der 9. Jahresausgabe (2023) vom ahv nrw magazin stand Zentralasien.
Redaktion: Herr Kasimov, wie würden Sie die wirtschaftliche Entwicklung Usbekistans in den letzten zehn Jahren beschreiben?
Nabijon Kasimov: Die wirtschaftliche Entwicklung Usbekistans in den vergangenen zehn Jahren vollzog sich im Rahmen eines tiefgreifenden strukturellen Wandels. Seit 2016 werden im Land kontinuierlich Reformen umgesetzt, die auf die Liberalisierung der Wirtschaft, die Modernisierung des regulatorischen Rahmens, mehr Transparenz und eine deutliche Vereinfachung der Geschäftsbedingungen abzielen. Trotz externer Herausforderungen zeigt die nationale Wirtschaft ein stabiles jährliches Wachstum von rund 5-6 Prozent. Besonders dynamisch entwickeln sich die industrielle Produktion, der Bausektor und exportorientierte Bereiche. Die Entwicklungsstrategie des Neuen Usbekistan legt besonderen Schwerpunkt
auf die Modernisierung der Industrie, die Stärkung der energetischen Unabhängigkeit und die Förderung innovativer Wirtschaftssegmente. Die Kombination aus makroökonomischer Stabilität, steigender Investitionsaktivität und demografischem Potenzial macht Usbekistan zu einer der dynamischsten Volkswirtschaften der Region.
R: Welche Sektoren treiben aktuell das Wachstum an und wie können Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen davon profitieren?
NK: Das Wirtschaftswachstum wird von mehreren Bereichen getragen: der Textilindustrie, der chemischen Industrie, der Agrarverarbeitung, dem Maschinenbau, dem Bausektor, der Transportlogistik, dem Energiesektor und der digitalen Wirtschaft. Für Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen eröffnen sich hier vielfältige Chancen. Besonders gefragt sind hochwertige technologische Lösungen – industrielle Automatisierung, Maschinenbau, energieeffiziente und umweltfreundliche Technologien, Logistikausrüstung sowie moderne Standards nachhaltiger Produktion. Die starken Kompetenzen Nordrhein-Westfalens in diesen Bereichen ergänzen die Prioritäten der wirtschaftlichen Modernisierung Usbekistans auf ideale Weise und schaffen erhebliches Potenzial für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit.
R: Herr Kasimov, wie sehen Sie die Zusammenarbeit des Büros der Deutsch-Usbekischen Wirtschaftskooperation (DUWK Büro) als Arbeitsgremium des Deutsch-Usbekische Wirtschaftsrates (DUWIRAT) mit den Unternehmern aus Nordrhein-Westfalen?
NK: Die Zusammenarbeit des DUWK Büros mit Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen ist für uns ein zentraler Bestandteil der deutsch-usbekischen Wirtschaftsbeziehungen. NRW ist eine der führenden Industrieregionen Europas. Seine Kernkompetenzen entsprechen direkt den Prioritäten der wirtschaftlichen Modernisierung Usbekistans. Wir begleiten Unternehmen aus NRW in allen Phasen: von der ersten Marktanalyse und Partnersuche bis zur Umsetzung von Investitionsprojekten und der Teilnahme an Industrieclustern und Wirtschaftszonen. Unser Ziel ist es, deutschen Unternehmen einen transparenten, strukturierten und sicheren Marktzugang in Usbekistan zu ermöglichen.
Ein besonderes Augenmerk legen wir auf die Förderung des Technologietransfers. Die industrielle Modernisierung des Landes schreitet voran, digitale Lösungen werden aktiv eingeführt, die Energieinfrastruktur wird erneuert und die Nachfrage nach nachhaltigen Technologien wächst. In diesen Bereichen verfügen Unternehmen aus NRW über umfangreiche Erfahrung. Hohe Bedeutung hat auch das deutsche Modell der dualen Ausbildung. Das Interesse an einer beruflichen Ausbildung mit direkter Beteiligung der Wirtschaft steigt in Usbekistan kontinuierlich, und NRW besitzt hierfür besonders starke Kompetenzen. Wir streben danach, eine Plattform für
langfristige Partnerschaften, Innovationen und Erfahrungsaustausch zu schaffen. Unsere Aufgabe besteht darin, Rahmenbedingungen zu gestalten, unter denen Unternehmen beider Länder stabile und wirtschaftlich tragfähige Beziehungen aufbauen können.
R: Herr Völker, wie sehen Sie die Rolle des Deutsch-Usbekischen Wirtschaftsrates (DUWIRAT)?
Udo Völker: Der Deutsch-Usbekische Wirtschaftsrat wurde 2015 auf Initiative der usbekischen Regierung in Berlin gegründet. Der Hintergrund dazu war die Absicht, die Entwicklung der deutsch-usbekischen Außenwirtschaftsbeziehungen zu beschleunigen und die direkte Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen und Organisationen beider Länder anzukurbeln.
Deutsche Technologien, Know-how und Engineering sowie die Qualität unserer Ausrüstungen und Anlagen wurden geschätzt. Der damalige stellvertretende Premierminister, S. E. Ulugbek Rozukulov, und das Außenwirtschaftsministerium unter der Leitung von S. E. Minister Elyor Ganiev hatten wenige Jahre zuvor mit dem erfolgreich abgeschlossenen Vertrag zum Bau des Montagewerkes für Nutzfahrzeuge der MAN in Samarkand, der Gründung des Joint Ventures MAN Auto Uzbekistan mit dem usbekischen Partner UzAvtoSanoat und kurz danach die Gründung des JVs UzClaasAgro in Taschkent des westfälischen Landmaschinenkonzerns CLAAS, ebenfalls mit der staatlichen Holding JSC UzAvtoSanoat, zwei wichtige Investitionsprojekte gestartet. Diesen Projekten sollten nun weitere Produktionspartnerschaften und Investitionen durch deutsche Unternehmen folgen, um die stark veralteten usbekischen Industriebetriebe auf einen modernen Stand zu bringen.
Ferner ist zu erwähnen, dass in jedem Jahr etwa 750.000 junge usbekische Menschen Ausbildungs-, Fortbildungs- und Arbeitsplätze suchen. Usbekistan ist das bevölkerungsstärkste Land in Zentralasien.
Der DUWIRAT hat sich zum Ziel gesetzt, die Entwicklung der usbekischen Wirtschaft und Industrie zu fördern und interessierten deutschen Unternehmen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, um einen erfolgreichen Start auf dem usbekischen Markt sicherzustellen.
Der DUWIRAT tagt zweimal jährlich unter der Leitung S. E. Premierminister Abdulla Aripov. Interessierte Investoren erhalten dadurch die Möglichkeit des Informations- und Meinungsaustausches auf höchstem Niveau.
Heute, 2025, kann ich bestätigen, dass die usbekischen Unternehmen inzwischen wettbewerbsfähig geworden sind und punktuell Interesse am deutschen Markt gefunden haben. In >
NRW hat sich z. B. die Firma Benkam mit einer Repräsentanz niedergelassen.
Der AHV hat den Vertretern des Unternehmens Empfehlungen gegeben, um auf die Nachhaltigkeitsregulatorik in der EU vorbereitet zu sein.
R: Herr Kasimov, wie wichtig sind ausländische Investitionen für die wirtschaftliche Entwicklung Usbekistans? Welche Rolle spielt der klassische Handel?
NK: Ausländische Investitionen spielen eine entscheidende Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung Usbekistans. In den vergangenen Jahren ist das Volumen der eingeworbenen Investitionen deutlich gestiegen. Sie fließen in zentrale Branchen wie Industrie, Energie, Landwirtschaft, Chemie, Bauwesen und Transportlogistik. Ein investitionsfreundliches Umfeld, verbesserte regulatorische Rahmenbedingungen und wachsende Möglichkeiten für den privaten Sektor ermöglichen die Umsetzung zunehmend größerer Projekte. Auch der Außenhandel entwickelt sich dynamisch. Die Einfuhren moderner Ausrüstungen und Technologien nehmen zu. Der Export gewinnt durch einen höheren Anteil weiterverarbeiteter Produkte an Wertschöpfung: Textilien, Produkte der Agrarverarbeitung, chemische Materialien, Baustoffe und Halbzeuge. Dies zeigt den Übergang zu einem stärker diversifizierten und auf Wertschöpfung ausgerichteten Wirtschaftsmodell.
R: Welche Herausforderungen stehen Usbekistan weiterhin bevor?
NK: Trotz erheblicher Fortschritte arbeitet Usbekistan weiterhin an mehreren zentralen Aufgaben. Dazu gehören der weitere Abbau administrativer Barrieren, die Erneuerung der Energieinfrastruktur, der Ausbau eines modernen Transport- und Logistiknetzes sowie die Verringerung regionaler Unterschiede. Für das Land ist es wichtig, eine nachhaltige Entwicklung der Infrastruktur zu gewährleisten, die Effizienz der Ressourcensteuerung zu erhöhen und die innerregionale Anbindung zu stärken. All diese Bereiche haben strategische Bedeutung, um die Wirtschaft auf langfristiges, nachhaltiges Wachstum vorzubereiten und die Integration in internationale Wirtschaftsprozesse zu vertiefen.
R: Wie profitiert Usbekistan von der regionalen Zusammenarbeit in Zentralasien?
NK: Die regionale Zusammenarbeit ist eines der wichtigsten außenwirtschaftlichen Handlungsfelder Usbekistans. In den vergangenen Jahren hat sich das Handelsvolumen mit den zentralasiatischen Nachbarländern verdoppelt, und die Kooperation ist deutlich systematischer und stärker auf langfristige Ziele ausgerichtet worden. Die Staaten der Region vertiefen ihre Zusammenarbeit in Bereichen wie Handel, Transportlogistik, Energie, Wasserressourcen und Versorgungssicherheit.
Diese Dynamik stärkt die regionale Vernetzung, schafft Voraussetzungen für nachhaltiges Wirtschaftswachstum und ermöglicht allen Ländern der Region, ihre jeweiligen Wettbewerbsvorteile effektiver zu nutzen.
R: Welche Zukunftsperspektiven sehen Sie für die usbekische Wirtschaft?
NK: Usbekistan verfügt über bedeutendes Potenzial: eine junge Bevölkerung, eine günstige Lage an zentralen eurasischen Verkehrskorridoren und ehrgeizige Reformen. Die Entwicklungsstrategie des neuen Usbekistan zielt auf beschleunigte Industrialisierung, Ausbau des Exports, digitale Transformation und die Entwicklung erneuerbarer Energien. Bei konsequenter und nachhaltiger Fortsetzung der Reformen hat das Land reale Chancen, seine Position als einer der führenden Wirtschaftsschwerpunkte Zentralasiens weiter zu stärken – mit einer modernen industriellen Basis, erneuerter Infrastruktur und aktiver Einbindung in regionale und internationale Wirtschaftsstrukturen.
R: Herr Völker, wird es 2026 – wie in den Vorjahren – wieder einen Round Table zu Usbekistan geben?
UV: Der erste Round-Table, der unter der Federführung des Außenhandelsverband Nordrhein-Westfalen (AHV NRW e. V.) gemeinsam mit DUWIRAT in NRW durchgeführt wurde, fand anlässlich des Besuches des Botschafters der Republik Usbekistan in Deutschland, Herrn Nabijon Kasimov, am 01.07.2019 im CCD Congress Center Düsseldorf statt. Am 02.07.2019 folgte ein Treffen mit dem damaligen NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart. Es wurden die Möglichkeiten einer stärkeren Zusammenarbeit ausgelotet.
Am 24.08.2023 organisierten der AHV und DUWIRAT im Industrie-Club Gelsenkirchen ein „Round-Table-Meeting“ mit Botschafter Herrn Kasimov als Gastredner. An der lebhaften Diskussion nahmen auch die Vertreter des NRW-Wirtschaftsministeriums, EulerHermes und die IHK Düsseldorf teil.
Am 25.08.2023 präsentierte die IHK Ostwestfalen zu Bielefeld dem Herrn Botschafter Kasimov die Firma CLAAS in Harsewinkel und den Wirtschaftsstandort Ostwestfalen. Nach einem Werksbesuch bei CLAAS folgte eine rege Diskussion über die Möglichkeiten des Markteintritts in Usbekistan.
Am 28.03.2024 organisierten wir in Zusammenarbeit mit der NRW.Global Business GmbH ein weiteres Round-Table-Meeting in Düsseldorf mit Botschafter D. Akhatov, der gleich zu Beginn seiner neuen Amtszeit Nordrhein-Westfalen besuchte.
Am 29.01.2025 informierte Botschafter D. Akhatov in einem weiteren Round-Table-Meeting bei der IHK Essen zum Thema „Neuland entdecken – Geschäftschancen in Usbekistan“.
Diese Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit dem DUWK Taschkent und der Delegation der Deutschen Wirtschaft für Zentralasien (AHK) durchgeführt.
Am 20.6.2025 leitete Premierminister Aripov die 9. Sitzung des DUWIRATs, gemeinsam mit der IHK Düsseldorf und dem Ostausschuss der Deutschen Wirtschaft, ein gut besuchtes Business-Forum in den Räumen der IHK Düsseldorf. Für März 2026 planen wir eine Folgeveranstaltung. Die 10. Sitzung des Deutsch-Usbekischen Wirtschaftsrates (DUWIRAT) wird im Mai 2026 als Jubiläumsfeier in Taschkent ausgerichtet.
R: Wie lässt sich das Interesse von Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen an Usbekistan weiter steigern?
NK: Am wichtigsten sind der direkte wirtschaftliche Dialog und die praktische Zusammenarbeit. Große Bedeutung haben Wirtschaftsdelegationen, Branchenveranstaltungen, Fachforen,
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Wir arbeiten seit Jahren erfolgreich mit Handelspartnern in unterschiedlichen Ländern zusammen. Jede Partnerschaft basiert auf gemeinsamen Werten: Verlässlichkeit, Qualität, Vertrauen und Weiterentwicklung.
Dabei unterstützen wir unsere Partner nicht nur mit Produkten, sondern mit Wissen, Schulungen, Marketingmaterialien und technischem Support. Wir denken in langfristigen Beziehungen und wissen, was es bedeutet, einen Markt gemeinsam aufzubauen.
Partnerschaftsprogramme und eine offene Kommunikation über konkrete Chancen und Projekte. Nordrhein-Westfalen verfügt über herausragende Kompetenzen in Maschinenbau, Energieeffizienz, digitalen Technologien, Logistik und dualer Ausbildung – und all diese Bereiche entwickeln sich in Usbekistan derzeit sehr dynamisch. Durch die gezielte Stärkung dieser Synergien können die Kooperationsstrukturen erheblich ausgebaut werden, was neue Möglichkeiten für Investitionen, moderne Industrialisierung und für beide Seiten langfristige, sowie vorteilhafte Partnerschaften eröffnet.
R: Wir bedanken uns für das Gespräch. <

Nabijon Kasimov
Leiter des Büros der Deutsch-Usbekischen Wirtschaftskooperation (DUWK Büro), Botschafter a. D.























Architekten, Handwerker und Designstudios in vielen Ländern vertrauen auf unsere Erfahrung, unser Know-how und unsere besondere Mischung aus Qualität, Innovation und Haltung. Und wir bleiben offen für neue Märkte, neue Ideen, neue Partnerschaften.
Text: Corinna Tamminga

Bisher besteht die Hauptaufgabe der Zollabteilung eines Unternehmens in der schnellen und reibungslosen Abwicklung von Ein- und Ausfuhren unter Einhaltung der damit in Zusammenhang stehenden Vorschriften des Zoll- und Außenwirtschaftsrechts. Ein wesentlicher Baustein hierbei ist die Nutzung vielfältiger Vereinfachungen und Bewilligungen. Zunehmend rücken aber die umfangreichen Vorschriften der Europäischen Union, welche die Nachhaltigkeit im Fokus haben, in den Vordergrund und spielen eine entscheidende Rolle bei Im- und Exporten.
Green Deal
Auch wenn das Thema „Green Deal“ nicht in der Zollabteilung angesiedelt ist, werden die Zollverantwortlichen des Unternehmens früher oder später in den Prozess eingebunden und um Daten und Unterstützung gebeten. Sie sind aber auch von den Informationen, die aus der Einhaltung der verschiedenen Gesetze resultieren, abhängig, um zukünftig Zollanmeldungen noch vollständig und rechtskonform abgeben zu können. Beispielsweise betrifft das die Referenznummer im Bereich der Entwaldungsverordnung oder die notwendige Unterlagencodierung zur Bagatellschwelle im Bereich CBAM. Wissensaufbau, interne Abstimmung und die konsequente Einhaltung von Nachhaltigkeitsvorschriften sind zwingend erforderlich, um zukünftig global handeln zu können. Abhängig von der Gesetzgebung betrifft dies unterschiedlichste Branchen und Zollprozesse und durchaus auch Lieferungen innerhalb der Europäischen Union.
CBAM
Ein wesentliches Thema ist aktuell der Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM). Nach dem Inkrafttreten von CBAM zum 1. Oktober 2023 mit einer Übergangsphase bis zum 31. Dezember 2025, startet am 1. Januar 2026 der Regelbetrieb.
Alle in der EU ansässigen Importeure, die Eisen, Stahl, Zement, Aluminium, Elektrizität, Düngemittel und Wasserstoffe importieren, können Waren ab dem 1. Januar 2026 nur noch als CBAM-Anmelder in den freien Verkehr einführen. Hierzu ist von betroffenen Unternehmen spätestens bis zum 31. März 2026 ein entsprechender Antrag auf Zulassung über das CBAM-Register im EUTrader-Portal – nicht zu verwechseln mit dem CBAM-Übergangsregister – zu stellen. Auch wenn die Entscheidung über den Zulassungsantrag ab 1. Januar 2026 noch nicht vorliegt, darf übergangsweise Ware in die EU importiert werden.
Ab 2026 werden die quartalsweisen Berichtspflichten durch jährliche abgelöst. Das heißt, bis zum 30. September 2027 ist die CBAM-Erklärung für das Kalenderjahr 2026 einzureichen. Die Nutzung von Standardwerten ist weiterhin zulässig!
Wichtige Änderungen ergeben sich durch die novellierte Verordnung (EU) 2023/956 vom 20. Oktober 2025. Diese Änderungen wurden im Februar 2025 durch das Omnibus-I-Paket der Europäischen Kommission angestoßen.
Daraus ergeben sich ab 1. Januar 2026 wichtige Anpassungen. Unter einem Gesamtgewicht von 50 Tonnen im Jahr – der sogenannten Bagatellschwelle – sind Einführer nicht CBAM-pflichtig. Voraussichtlich ist für diese Waren in der Einfuhranmeldung eine entsprechende Unterlagencodierung anzugeben. Der Status als zugelassener CBAM-Anmelder ist unterhalb der Bagatellschwelle für den Import nicht erforderlich. Ausnahme bildet hier die indirekte Vertretung! Findet im laufenden Kalenderjahr eine Überschreitung der Grenze statt, wird der Importeur seitens der Behörden aufgefordert, einen Antrag auf Zulassung als CBAM-Anmelder zu stellen. Die Einfuhr der Waren wird gestoppt und bis zur Zulassung können keine Waren in die EU eingeführt werden. Um die Einhaltung der Vorschriften zu prüfen, wird seitens der Behörden CERTEX eingeführt. Ausgenommen von dieser Vereinfachung ist der Import von Strom und Wasserstoff. Dieser ist direkt CBAM-pflichtig.
Der Verkauf von CBAM-Zertifikaten wurde vom 1. Januar 2026 auf den 1. Februar 2027 verschoben.
Die Europäische Kommission geht davon aus, dass durch diese Bagatellgrenze circa 90 Prozent der bislang berichtspflichtigen Anmelder nicht mehr unter den Anwendungsbereich fallen, aber trotzdem 99 Prozent der Emissionen erfasst werden.
Entwaldungsverordnung
Weiterhin bleiben wird voraussichtlich auch der Anwendungsstart der Entwaldungsverordnung für mittlere und große Unternehmen am 30. Dezember 2025. Der aktuelle Vorschlag der EU-Kommission sieht ausschließlich eine Verschiebung des Anwendungsbeginns für kleine und Kleinstunternehmen auf Dezember 2026 vor. Der Vorschlag beinhaltet außerdem eine Verschiebung der Kontrollpflichten der zuständigen nationalen Behörden und die Einführung neuer Kategorien von „Downstream Operators“ und „micro and small primary operators“ mit einer entsprechenden Reduzierung von Pflichten. Durch die vorgeschlagenen Änderungen ist die Abgabe der Sorgfaltserklärung nur vor Markteintritt erforderlich!
Also bleibt auch bei diesem Thema nur die Möglichkeit, sich auf die Einhaltung der Vorschriften vorzubereiten, die Entwicklungen auf EU-Ebene im Blick zu haben und auf mögliche rechtliche Anpassungen entsprechend zu reagieren.
Weitere Gesetze, wie das Importverbot für Waren aus Zwangsarbeit oder der Circular Economy Plan folgen! Die Prüfung, ob die entsprechenden Vorschriften eingehalten werden, wird auch hier höchstwahrscheinlich in Zollprozessen abgebildet, wie z. B. durch Unterlagencodierungen. Daher ist der Aufbau interner Prozesse und Risikobewertungssysteme mit entsprechendem Know-how entscheidend, um weiterhin reibungslos weltweit im- und exportieren zu können. <
„Zunehmend rücken aber die umfangreichen Vorschriften der Europäischen Union, welche die Nachhaltigkeit im Fokus haben, in den Vordergrund und spielen eine entscheidende Rolle bei Im- und Exporten.“

Corinna Tamminga Beraterin Zoll und Außenhandel
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Text: Petra von der Heyde und Christian Zürcher

Was vor etwa einem halben Jahrzehnt begann, setzt dem deutschen Mittelstand immer mehr zu. Der weltweite Handel und Direktinvestitionen deutscher Unternehmen geben sukzessive nach. Mehr noch: einige Mittelständler ziehen sich komplett aus globalen Handelsgeschäften zurück.
Es hört sich nicht nur nach Deglobalisierung an, der Trend geht genau dahin. Laut KfW Research ist der Anteil grenzüberschreitend tätiger Unternehmen 2022 um 3 Prozent-Punkte auf 20 Prozent im Jahr 2023 gesunken. Seitdem ist der Trend eindeutig: Immer mehr ehemals global agierender Unternehmen konzentrieren sich auf innereuropäische Geschäfte oder ziehen sich ganz aus dem Export zurück. Sehr lange Zeit konnte man sich auf gute Geschäfte mit den typischen Zielen deutscher Produkte und Maschinen verlassen. Die gewohnten Märkte haben sich verändert: China und Indien haben sich zu Schwergewichten entwickelt und sind selbst zu globalen Exporteuren geworden, andere Staaten bremsen ihre Märkte mit politischen Entscheidungen.
Deglobalisierung in einer globalen Welt?
Klingt alarmierend und das ist es auch. In vielen Jahrzehnten gewachsene internationale Geschäftsbeziehungen brechen weg. Politische Volten und immer neue Regulatorien bedeuten eine steigende Komplexität der Organisation von Lieferketten. Das führt zur wachsenden Verunsicherung bei außenhandelnden Unternehmen.
Zeiten der Veränderung erfordern Veränderung
Sich nach neuen Märkten umzuschauen ist dringend geboten. Denn die Märkte sind da, nur vielleicht woanders als bisher – in Asien, dem afrikanischen Kontinent oder Lateinamerika beispielsweise. Jetzt heißt es, schnell und zupackend neue Destinationen nicht nur ins Auge zu fassen, sondern auch ohne Umschweife in eine Geschäftsbeziehung münden zu lassen. Auf ein gewachsenes Vertrauen unter den Handelspartnern kann man dabei nicht warten. Es müssen andere Wege für mehr Transparenz und damit mehr Risikobereitschaft geschaffen werden. Die Digitalisierung der Supply Chain und finanzieller Transaktionen hat heute für viele Unternehmen noch keine Priorität. Und an dieser Stelle offenbart sich das Problem mit der Internationalisierung. Es wird aufgeschoben, beobachtet und auf den „first mover“ gewartet — und inzwischen werden entsprechende Märkte von anderen großen Playern besetzt.
Digitale Lösungen sind die Lösung Wer hier mitspielen und nicht nur zuschauen möchte, sollte die Digitalisierung seiner Prozesse forcieren. Und das ist einfacher als gedacht. Die Visualisierung des gesamten Liefervorgangs durch ein Shipment Monitoring in Echtzeit gibt nicht nur Antworten auf die Frage nach Standort und Zustand der Fracht. Diese Quelle belastbarer und unabhängiger Daten ist beispielsweise im Verlauf des Versicherungsclearings von Nutzen, sie ermöglicht eine Verschlankung der Supply Chain und ist die Grundlage für sichere Zahlungen. Weiß man genau, dass die Fracht den Erfüllungsort ohne Beeinträchtigung irgendeiner Art erreicht hat, wird die Zahlung ausgelöst. Für finanzielle Transaktionen rund um den Globus geben heute verschiedene digitale Lösungen die nötige Sicherheit, die Unternehmen brauchen um die Internationalisierung anzukurbeln. Trusted Payments Solutions mittels Escrow Account, digital Assets oder eBill of Exchange sind angetreten um das papierbasierte Akkreditiv abzulösen und bringen Außenhändlern mehr Sicherheit bei weniger Kosten, weniger administrativem Aufwand und größtmöglicher Übersichtlichkeit. Und die digitalen Lösungen tragen ein kleines bisschen zur Reduzierung des ökologischen Footprints bei: Nach Schätzungen der ICC werden jährlich für die Abwicklung des Welthandels 4 Mrd. Blatt Papier benötigt. Aufeinandergestapelt ergibt dies einen Papierberg von 400 km Höhe. Zum Vergleich: Die Weltraumstation ISS umkreist die Erde mit einer maximalen Entfernung von 380 km…
Morgen ist heute Entsprechende Plattformen bieten den Usern Transparenz über ihre Shipments, über ihre Dokumente und über Zahlungen; und sie versetzen Unternehmen in die Lage, ohne Umschweife auf andere Märkte zuzugehen. Gedanken über die Digitalisierung von Prozessen haben sich schon andere gemacht – mit einer Plattform springen Unternehmen von jetzt auf gleich in die digitale Zukunft des internationalen Handels. <
„Wer hier mitspielen und nicht nur zuschauen möchte, sollte die Digitalisierung seiner Prozesse forcieren. Und das ist einfacher als gedacht.“

Petra von der Heyde Sales Representative
Smart Letter of Credit GmbH
Zur grünen Brücke 18 23843 Bad Oldesloe
T +49 4531 43 199 20
M +49 170 959 76 48
p.vonderheyde@ smartloc.link www.smartloc.link

Text: Sabrina Heuschneider
Fotos: Reguvis
Freudiges Miteinander, topaktueller Austausch, fundierte Fachvorträge und mittendrin eine große Jubiläumstorte – das war der 15. Thementag Außenwirtschaft! Zwei Tage voller Impulse, Networking und unvergesslicher Momente liegen hinter uns.
15. Oktober 2025, 12:00 Uhr im Hotel Pullman: das Reguvis Akademie Team steht in den Startlöchern. Der Check-in ist vorbereitet, die Badges sortiert und alle Ausstellenden auf ihren Plätzen. Die Anspannung und Vorfreude sind im ganzen Team spürbar. Nur noch eine Stunde bis zur offiziellen Eröffnung der zweitägigen Veranstaltung. Die letzten Minuten der Ruhe werden mit einem finalen Zurechtrücken der Aufsteller und einem frischgebrühten Kaffee vom bereits angerichteten Buffet ausgekostet, bevor rund 450 Teilnehmende eintreffen, die Location mit Leben füllen und die Organisation eines ganzen Jahres Gestalt annimmt.
Pünktlich um 13:00 Uhr war es dann so weit: die Veranstaltung wurde offiziell eröffnet. Prof. Dr. Hans-Michael Wolffgang begrüßte die Teilnehmenden im Ballsaal des Hotels. Als Direktor des Instituts für Zoll- und Außenwirtschaftsrecht an der Universität Münster und jährlicher Moderator des AW Thementages ist er Unterstützer der ersten Stunde und stimmte die Teilnehmenden mit einem Rückblick auf die Jahre zuvor auf die beiden Tage ein.
Anschließend führten die Expert:innen in ihren Vorträgen durch verschiedene zentrale Themen der Außenwirtschaft. So gab Prof. Dr. Christoph Graf von Bernstorff Einblicke in „Aktuelles im Außenhandelsrecht“ und betonte, warum es wichtig sei, sich selbst als Expert:in immer wieder mit den Grundlagen des Handelsgeschäfts zu beschäftigen. Weiter berichtete Rechtsanwalt Michael Lux von Neuerungen und anstehenden Änderungen im Zollrecht sowie deren Anwendung. Und Dr. Klaus Pottmeyer sprach über Entwicklungen im Exportkontrollrecht, wobei er sich unter anderem auf den Umgang und Wichtiges im Bereich der Russland-Sanktionen bezog.
Auch das Thema Nachhaltigkeit kam zur Sprache. In ihrem Vortrag zu „Nachhaltigkeit und Compliance“ lieferte Dr. Julia Hörnig wertvolle Impulse zum Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) und möglichen Vereinfachungen für Unternehmen sowie zur VO Entwaldungsfreie Lieferketten (EUDR), zu den Omnibus-Paketen, zum CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) und den Richtlinien und Verordnungen im Zusammenhang mit Circular Economy. Weitere Aspekte des Themas in Bezug auf das LkSG beleuchtete Rechtsanwalt Johannes Bäumges in seinem Beitrag zur Nachhaltigkeit in der Außenwirtschaft.
Die fachlichen Vorträge wurden ergänzt durch Workshops, in denen sich unter Anleitung der Referent:innen Ute Waßmuth, Holger Bauer, Stefanie Schick, Dr. Ulrich Möllenhoff und






einigen anderen mit Themen wie Digitalisierung und KI zur Prozessoptimierung der Exportkontrolle, Zentrale Zollabwicklung und dem Strafrecht in Zoll und Außenwirtschaft, aber auch mit Human resilience im globalen Wandel befasst wurde.
Zwischen den Fachbeiträgen blieb viel Zeit für das, was den Thementag Außenwirtschaft so besonders macht: der persönliche Austausch. An den reich bestückten Buffets wurde bei Kaffee, Snacks und einem vielfältigen Mittagessen intensiv genetzwerkt. Die regen Gespräche wurden am ersten Abend bei einem gemeinsamen Get-together mit Abendessen im Museum Ludwig fortgeführt. Das kulinarische Highlight bildete die eindrucksvolle Torte zum 15-jährigen Jubiläum des Thementags Außenwirtschaft!
Den Abschluss der Veranstaltung bildeten zwei hochkarätige Expert:innenrunden. Moderiert von Dr. Hartmut Henninger und Prof. Dr. Wolffgang wurde angeregt über Nachhaltigkeit in der Außenwirtschaft sowie Handelskonflikte und ihre Folgen diskutiert. Ein gelungener Ausklang, bevor Prof. Dr. Wolffgang die Teilnehmenden schließlich in den Abend verabschiedete.
Die vielen positiven Eindrücke und das zufriedene Lächeln auf den Gesichtern wirken noch immer nach. Und während wir dieses Recap schreiben, stecken wir gedanklich schon mitten in der Planung für das nächste Jahr. Denn wie sagt man so schön? Nach der Veranstaltung ist vor der Veranstaltung. Und unsere Vorfreude auf den 16. Thementag Außenwirtschaft wächst bereits.
Save the Date: Der nächste Thementag Außenwirtschaft findet am 6. und 7. Oktober 2026 in Köln statt. <
Weitere Informationen finden Sie unter: reguvis.shop/ttaw26
„Freudiges Miteinander, topaktueller Austausch, fundierte Fachvorträge und mittendrin eine große Jubiläumstorte – das war der 15. Thementag Außenwirtschaft“

Sabrina Heuschneider
Veranstaltungsmanagement & Marketing
Reguvis Akademie GmbH
Amsterdamer Str. 192
50735 Köln
sabrina.heuschneider@ reguvis.de
www.reguvis-akademie.de

Text: Alan Bridwell und Harry Flint

Immer mehr deutsche Produktionsunternehmen finden in Nordost-Tennessee einen idealen Standort für ihre US-Zentrale. Besonders hervorzuheben sind die Verfügbarkeit und Konditionen von Grundstücken, Fachkräften und Energie. Johnson City, Tennessee, ist strategisch günstig gelegen, sodass die großen Metropolregionen und Wirtschaftszentren der Oststaaten der USA leicht erreichbar sind. Die deutsche Automobilindustrie hat sich bereits um die Jahrtausendwende in der Region etabliert. VW, BMW und zahlreiche Zulieferer schätzen das Gebiet.
Im Jahr 2014 startete die NETVRIDA (Northeast Tennessee Valley Industrial Development Association) ein Programm zur Unterstützung des US-Markteinstiegs für deutsche Mittelstandsunternehmen. Während größere europäische Unternehmen, insbesondere aus der Automobilbranche, erhebliche Anreize für den Markteinstieg erhielten, gab es für kleinere familiengeführte Unternehmen keine entsprechenden Angebote. NETVRIDA begann daher, gemeinsam mit Partnern wie dem Bundesstaat Tennessee und der Tennessee Valley Authority, gezielte Strategien zur Unterstützung von KMU (kleinen und mittleren Unternehmen) zu entwickeln. Mittlerweile werden zahlreiche Dienstleistungen kostenlos oder zu sehr geringen Kosten angeboten, um einen erschwinglichen „Soft Landing“ für den Start der US-Aktivitäten zu ermöglichen.
Zwölf Jahre später, im Jahr 2026, hat NETVRIDA mehr als zwanzig deutsche und europäische Unternehmen beim Aufbau ihrer US-Präsenz unterstützt. Es wurde ein umfangreiches Netzwerk unter den Unternehmensinhabern aufgebaut, das interne Beratung bietet und häufig Ressourcen wie Lagerflächen oder sogar Vertragsmitarbeiter teilt.
NETVRIDA arbeitet mit der East Tennessee State University (ETSU) zusammen und ist ei-
nes von nur neun offiziell zertifizierten internationalen Soft Landings Programs in den USA. Die Hauptgeschäftsstelle von NETVRIDA befindet sich im ETSU Innovation Lab, einem Gründerzentrum in der Nähe des Hauptcampus der Universität in Johnson City, Tennessee.
Axel Hebmüller, CEO der Hebmueller Inc., USA und Vorstandsmitglied der AHV.NRW, berichtet: „Wir steuern unser US-Geschäft von Johnson City aus mit einem Vertriebsbüro. Es gibt große Vorteile, vor Ort präsent zu sein und die Sprache der Kunden zu sprechen. Ich bin sehr beeindruckt von den Standortvorteilen und den Vorteilen der Zusammenarbeit mit dem Soft Landings Program im ETSU Innovation Lab. Hier können wir gezielt unseren Markt bedienen und bauen auch unser Personal weiter aus. Dies wurde in den letzten Jahren langsam und sorgfältig getan, und der Umsatz ist so gestiegen, dass wir nun planen, Produkte in Tennessee herzustellen.“
Ein weiteres NRW-Unternehmen, das über das Soft Landings Program erfolgreich ist, ist BorTec mit Hauptsitz in Köln. „Bei meinem ersten Besuch erhielt meine Familie hervorragende Unterstützung bei der Besichtigung und Erkundung der Region. Wir konnten eine Geschäftsreise mit einem privaten Aufenthalt verbinden, um die Gegend kennenzulernen“, berichtet Ralph Hunger, Geschäftsführer von BorTec, USA.
„Wir bringen eine neue Borierungs-Technologie in die USA und haben dafür neue, maßgeschneiderte Anlagen angeschafft. BorTec hat eine „Made in Tennessee“-Zertifizierung erhalten, was unsere Markenbekanntheit und Identität bei US-Kunden erhöht. Es ist wichtig, dass Anwender in den USA unsere Produkte testen und die höhere Qualität erleben, die von deutscher Ingenieurskunst und Technologie erwartet werden kann. Wir haben einen ausgezeichneten Produktionsstandort in Johnson City, Tennessee, gefunden, der zukünftiges Wachstum ermöglicht. BorTec ist ein kleines familiengeführtes Unternehmen, das sich auf die Wärmebehandlung von Metallen spezialisiert hat“, erklärt Hunger.
Laut BorTec wird das Unternehmen insgesamt 3,1 Millionen US-Dollar investieren und 35 neue Arbeitsplätze mit einer neu gebauten Wärmebehandlungsanlage schaffen. Die neue Anlage in Johnson City wird hauptsächlich verschleiß- und korrosionsbeständige Rohre für die Öl- und Gasindustrie herstellen.
„Die Entwicklung von BorTec ist sehr beeindruckend“, ergänzt Alan Bridwell, Geschäftsführer von NETVRIDA, und fährt fort: „Mit unserer jahrelangen Erfahrung in Deutschland und durch viele Gespräche haben wir dazu beigetragen, das Potenzial des US-Marktes für BorTec zu erschließen. Unser Soft Landings Program ist speziell auf die Bedürfnisse jedes Unternehmens zugeschnitten. Mehrere deutsche Unternehmen haben ihre US-Zentrale im ETSU Innovation Lab mit eigenen Büros. Es gibt jedoch auch eine ‚Co-Working-Option‘, die eine US-Geschäftsad-
resse und gemeinsam genutzte Büroflächen bietet, solange das deutsche Unternehmen seine Strategie entwickelt und möglicherweise noch keine Vollzeitmitarbeiter in den USA hat.“
NRW-Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf, Köln, Grevenbroich, Krefeld, Dülmen und Kaarst haben Leistungen aus dem Soft Landings Program in Anspruch genommen und sind nun mit einer US-Tochtergesellschaft aktiv. Regelmäßige Stammtische werden veranstaltet, um Informationen auszutauschen und Erfolge zu feiern. Bridwell betont: „Die Bedürfnisse von Mittelstandsunternehmen sind denen der Großunternehmen ähnlich. Alle benötigen besseren Zugang zu US-Kunden und Kapital, potenzielle Steuervorteile und die Möglichkeit, das Geschäftsrisiko durch Diversifizierung zu reduzieren.“
Bridwell bedankte sich zudem bei den Mitarbeitern und Mitgliedern des AHV NRW, die die Vertreter von NETVRIDA seit 2014 stets zu Treffen und Netzwerkevents in Deutschland eingeladen haben. Die fortlaufende Zusammenarbeit und Partnerschaften haben zu lebendigen, gut vernetzten und effizienten transatlantischen Beziehungen geführt, die gegenseitigen Nutzen und dauerhafte Freundschaften schaffen.“ <

Alan Bridwell Executive Director
2109 West Market Street Johnson City, TN 37604 USA
T +1 423 794 9290 abridwell@netvaly.org www.netvrida.com

Text: Andrea Kühn

Der Klimawandel erfordert tiefgreifende wirtschaftliche Transformationen. Nachhaltigkeit ist längst kein Nice-to-have mehr, sondern ein entscheidender Wettbewerbsfaktor – das gilt besonders für Unternehmen, die international agieren. Die Märkte sind zunehmend durch strenge Umweltstandards, ESG-Regularien und wachsendes Bewusstsein für soziale Verantwortung geprägt. Geschäftsmodelle müssen an lokale und an internationale Nachhaltigkeitsanforderungen angepasst werden. Wer rechtzeitig handelt, stärkt seine Marktposition, gewinnt Vertrauen und trägt aktiv zu einer lebenswerten Zukunft bei.
Herausforderungen im Bereich ESG Neben regulatorischen Anforderungen, wie dem LkSG, der Senkung von CO2-Emissionen entlang verbindlicher Pfade und dem steigenden Kostendruck durch CO2-Preise und -Handel, wirken auch geopolitische und ökologische Faktoren: Rohstoffengpässe durch Abschottung und Zölle, politische Unsicherheiten oder klimabedingte Ernteausfälle belasten globale Lieferketten. Energie bleibt teuer und volatil, Transportwege sind anfällig für Störungen. Gleichzeitig erwarten Stakeholder – von Kunden über Mitarbeitende bis hin zu Investoren und Banken – klare Nachhaltigkeitsstrategien und Nachweise. Unternehmen müssen also nicht nur Vorschriften erfüllen, sondern auch Verantwortung übernehmen, um ihre Glaubwürdigkeit und Attraktivität zu sichern. ESG-konforme Geschäftsstrategien und ein fundiertes Risikomanagement sind essentiell.

Erste Handlungsansätze für Unternehmen
Der Einstieg in eine nachhaltige Transformation beginnt mit einer ganzheitlichen Sichtung: Welche ESG-Risiken bestehen? Wo lassen sich Kosten senken? Wie sollte Nachhaltigkeit intern und extern kommuniziert werden? Folgende konkrete
Handlungsfelder sind erste Schritte, um ESG nicht als Pflicht, sondern als Chance für Innovation und Wettbewerbsvorteile zu begreifen:
• Energie: Reduktion des Verbrauchs, Umstieg auf erneuerbare Quellen, Steigerung der Energieeffizienz
• Mobilität und Transport: Elektrifizierung von Flotten, Optimierung von Logistikwegen
• Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft: Reduktion von Abfällen, Wiederverwendung von Materialien, nachhaltiges Design von Produkten
• Modernisierung und Digitalisierung: Investitionen in energetische Sanierung der Immobilien und in smarte Technologien, die sowohl Effizienz als auch Transparenz in Prozessen verbessern
Wie wir als regionales Kreditinstitut unterstützen
Nachhaltige Transformation erfordert neben Know-how auch starke Partner. Als regional verankertes Kreditinstitut mit ebenso langjähriger Erfahrung im Auslandsgeschäft werden Kompetenzen zum Vorteil der Kunden professionell gebündelt, zum Beispiel durch eine Kooperation mit ProEco*.
Um konkrete Lösungen zum individuellen Transformationsprozess zu generieren, bietet die Stadtsparkasse Düsseldorf umfassende Lösungen an:
• Gut geschulte Mitarbeitende mit Zertifizierung in Sustainable Finance, die die Herausforderungen von Energiekosten- und Abfallmanagement bis hin zur effizienten Ressourcennutzung, Taxonomiekonformität und Berichterstattung kennen
• Analyse-Tools wie der ESG-Score zur Bewertung von Risiken, der Energie-Check zur Ermittlung von Einsparpotenzialen sowie „nawisio“ zur strukturierten Planung von Maßnahmen
• Experten-Netzwerke, insbesondere die Zusammenarbeit mit ProEco*, für spezialisiertes Fachwissen
• Fördermittel- und Zuschussberatung, damit unsere Kunden auf öffentliche Unterstützung optimal zugreifen können
• Finanzielle Lösungen, z. B. Transformationsfinanzierungen und TransformationsLeasing, um Investitionen planbar zu machen
Beispielsweise konnte die Stadtsparkasse Düsseldorf für einen Kunden aus der Recyclingbranche mit Hilfe des „NRW Bank.Invest Zukunft“-Programms die Finanzierung einer nachhaltigeren Produktionsanlage realisieren. Neben den enormen Einsparungen im Energiebereich profitiert das Unternehmen nun von einer schlankeren Berichtserstellung und ist gut aufgestellt für eine weitere globale Markerschließung.
Ziel ist es, sowohl die ökologischen Ziele der Kunden als auch die regulatorischen Vorgaben im jeweiligen Markt zu erfüllen und nicht nur mit Kapital, sondern mit echtem Mehrwert zu begleiten – verlässlich, praxisnah und zukunftsorientiert. <
*ProEco: Das Kompetenzzentrum der Sparkassen für mehr Nachhaltigkeit. www.proeco-rheinland.de

„Rohstoffengpässe durch Abschottung und Zölle, politische Unsicherheiten oder klimabedingte Ernteausfälle belasten globale Lieferketten. Energie bleibt teuer und volatil, Transportwege sind anfällig für Störungen.“

Andrea Kühn
Leiterin Internationales Geschäft
Stadtsparkasse Düsseldorf Berliner Allee 33 40212 Düsseldorf
T +49 211 878 2399 andrea.kuehn@ sskduesseldorf.de www.sskduesseldorf.de

Text: Andreas Mühlberg
Fotos: Joop van Reeken
Am 04.09.2025 öffneten die Neuss-Düsseldorfer Häfen (NDH) ihre Tore für die Mitgliedsunternehmen des AHV NRW. Beim ATC GOES COMPANY zeigten sich die NDH als starker Partner in der Logistik und als ein kompetenter Dienstleister für moderne Infrastruktur. Wo jährlich Millionen Tonnen Waren bewegt werden, erhielten die Außenhändler beim ATC-Mitgliedertreffen (After Trade Club) exklusive Einblicke in ein Hafenareal, das zu den größten und modernsten Binnenhäfen Deutschlands zählt.
Zu den Neuss-Düsseldorfer Häfen gehören die Häfen Krefeld, Neuss sowie der Düsseldorf-Haupthafen und Düsseldorf-Reisholz. Das Areal umfasst etwa 500 Hektar. Das Gleisnetz innerhalb des Hafengebiets umfasst mehr als 80 Kilometer. Bis 2030 wird ein Anstieg des Güterumschlags im Einzugsbereich von 13 auf 15 Millionen Tonnen erwartet. Dynamisch entwickelt sich der Containerumschlag. Transportiert werden vor allem Halb- und Fertigwaren, Steine und Erden sowie Nahrungs- und Futtermittel.
Der ATC GOES COMPANY machte deutlich: Die Neuss-Düsseldorfer Häfen (NDH) sind nicht nur Drehscheibe des Handels – sondern sie sind für Nordrhein-Westfalen ein entscheidender Motor für Innovation und Zukunftsfähigkeit. <








Text: Stefan Eßer

In Zeiten, in denen immer weniger Insolvenzverfahren Masse erwirtschaften, bemühen sich sowohl deutsche als auch ausländische Insolvenzverwalter im Rahmen der Wahrnehmung ihrer Aufgaben, Ansprüche unter dem Gesichtspunkt der sogenannten Insolvenzanfechtung durchzusetzen. Dabei geht es meist um die „Rückgängigmachung“ von Vermögensverschiebungen aus der Zeit vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Gegner des Anfechtungsanspruchs des Insolvenzverwalters ist in der Regel der Empfänger der betroffenen Leistung, der diese nach dem Willen des Verwalters an die Insolvenzmasse zurückzugewähren hat.
Besonderheiten und Fallstricke der internationalen Insolvenzanfechtung Viele Sachverhalte stellen sich nach einer ersten Einschätzung des Insolvenzverwalters als eindeutig dar, da die Anfechtungsvoraussetzungen nach den Regelungen des Insolvenzrechts des Staates, in dem das Insolvenzverfahren eröffnet wurde, augenscheinlich vorliegen. Dabei wird jedoch häufig übersehen, dass im internationalen Kontext die Anfechtungsansprüche des Insolvenzverwalters unter bestimmten Voraussetzungen einer weitergehenden Prüfung unterliegen, nämlich nach dem Insolvenzrecht des Landes, in dem der Anfechtungsgegner seinen Sitz hat. So ist es also denkbar, dass beispielsweise ein italienischer Insolvenzverwalter, der ein deutsches Unternehmen aus Insolvenzanfechtung in Anspruch nimmt, deutsches Insolvenzrecht beachten muss.
Europäische Insolvenzverordnung: Anwendbarkeit des nationalen Insolvenzrechts Gemäß der Europäischen Insolvenzverordnung (Verordnung EU 2015/848) richtet sich das Insolvenzverfahren und seine Wirkungen nach dem Insolvenzrecht des Mitgliedstaates der Europäischen Union, in dem das Verfahren eröffnet wird. Wird also beispielsweise ein Insolvenzverfahren in Italien eröffnet, so ist naheliegenderweise auch das italienische Insolvenzrecht anzuwenden. Dies gilt auch für das Anfechtungsrecht, sodass zum Beispiel ein niederländischer Insolvenzverwalter grundsätzlich auch Sachverhalte anfechten kann, bei denen der Anfechtungsgegner seinen Sitz nicht in den Niederlanden hat.
Schutzrechte für Anfechtungsgegner bei grenzüberschreitenden Insolvenzen
Die genannte europäische Verordnung enthält allerdings eine Regelung zum Schutz des Anfechtungsgegners. Art. 16 der Verordnung besagt, dass ein Anfechtungsgegner, der in einem anderen Mitgliedsstaat als dem Staat der Verfahrenseröffnung ansässig ist, dem Insolvenzverwalter entgegenhalten kann, dass die angefochtene Rechtshandlung als solche dem Recht eines anderen Mitgliedstaates, nämlich dem des Sitzstaates des Anfechtungsgegners, unterliegt und dass die angefochtene Rechtshandlung nach dessen nationalem Insolvenzrecht nicht „angreifbar“ ist. Der europäische Gesetzgeber hat damit eine Vertrauensschutzregelung geschaffen, die den Anfechtungsgegner davor schützen soll, mit Anfechtungsansprüchen eines Insolvenzverwalters überzogen zu werden, der nicht in seinem Sitzland ansässig ist.
Praxisbeispiel: Insolvenzanfechtung bei internationalen Lieferverträgen Was auf den ersten Blick kompliziert erscheint, hat weitreichende Bedeutung: Internationale Lieferverträge unterliegen grundsätzlich dem Recht des Staates des Verkäufers, sofern die Vertragsparteien keine abweichende Rechtswahl treffen. Liefert also beispielsweise ein deutscher Automobilzulieferer Waren nach Italien, so unterliegt der der Lieferung zugrunde liegende Kaufvertrag grundsätzlich deutschem Recht.
Wird nun über das Vermögen des italienischen Kunden das Insolvenzverfahren eröffnet und macht der italienische Insolvenzverwalter gegenüber dem deutschen Lieferanten Ansprüche aus Insolvenzanfechtung nach italienischem Insolvenzrecht geltend, so kann der deutsche Lieferant dem Insolvenzverwalter entgegenhalten, dass die angefochtene Rechtshandlung nach deutschem Recht nicht anfechtbar ist und auch sonst nicht angreifbar wäre. Somit ist er nicht verpflichtet, die erhaltene Leistung an den italienischen Insolvenzverwalter zurückzugewähren.
Eine rechtliche Beratung bei grenzüberschreitenden Insolvenzen ist unerlässlich
Das Anfechtungsrecht ist in den einzelnen Mitgliedstaaten der EU sehr unterschiedlich ausgeprägt. So ist das niederländische Anfechtungsrecht beispielsweise – überschlägig betrachtet – im Vergleich zum deutschen Recht der Insolvenzanfechtung „insolvenzverwalterfreundlicher“. Das italienische Recht setzt demgegenüber andere Akzente und privilegiert oft Zahlungen bei laufendem Geschäftsbetrieb, ist insgesamt aber ebenfalls eher „anfechtungsfreundlich“.
Im Falle der Inanspruchnahme durch einen ausländischen Insolvenzverwalter ist es stets ratsam, die Rechtslage nach dem Insolvenzrecht des Staates der Verfahrenseröffnung sowie gegebenenfalls nach deutschem Insolvenzrecht prüfen zu lassen, um unnötige Zahlungen an den Insolvenzverwalter zu vermeiden, die rechtlich nicht geboten sind.
Unser internationales Team verfügt über die nötige Expertise, Erfahrung und Sprachkenntnisse, um Sie und Ihr Unternehmen bei internationalen Fragestellungen, insbesondere zum italienischen, niederländischen, französischen sowie spanischen und polnischen Recht zu begleiten. <
„Dabei wird jedoch häufig übersehen, dass im internationalen Kontext die Anfechtungsansprüche des Insolvenzverwalters unter bestimmten Voraussetzungen einer weitergehenden Prüfung unterliegen, nämlich nach dem Insolvenzrecht des Landes, in dem der Anfechtungsgegner seinen Sitz hat.“

Stefan Eßer
Rechtsanwalt, Fachanwalt für Arbeitsrecht, Insolvenzverwalter
BBR Buchalik Brömmekamp Rechtsanwälte
Prinzenallee 15 40549 Düsseldorf
T +49 211 828977 212 esser@bbr-law.de www.bbr.de


Die globale Wirtschaft befindet sich in einer tiefgreifenden Transformation. Handelskonflikte, geopolitische Spannungen und eine zunehmende Blockbildung zwischen großen Wirtschaftsräumen verändern die Bedingungen des internationalen Handels in hohem Tempo. Technologische Entwicklungen, Digitalisierung und neue Regulierungen verstärken diesen Wandel. Für exportorientierte Unternehmen erwächst daraus die Notwendigkeit, die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und zugleich widerstandsfähig zu bleiben.
Lieferketten stehen durch geopolitische Risiken, Extremwetter und logistische Engpässe unter Druck. Gefragt sind daher die Überprüfung bestehender Abhängigkeiten, der Aufbau alternativer Bezugsquellen und die verlässliche Sicherung der Lieferfähigkeit. Handelsabkommen und neue Märkte eröffnen Chancen – vorausgesetzt, entlang der Wertschöpfung besteht ausreichende Transparenz und das Geschäftsmodell erfüllt die wachsenden Anforderungen an die Nachhaltigkeit.
Erfolgsfaktor
Nachhaltigkeit entwickelt sich somit vom Pflichtprogramm zu einem strategischen Erfolgsfaktor. Wer Energieverbräuche, CO₂-Emissionen und Lieferkettenrisiken systematisch misst und offenlegt, erfüllt nicht nur die Erwartungen von Geschäftspartnern, sondern verbessert auch die eigene Position in Ausschreibungen, im Export und bei der Finanzierung,
da Kapit algeber und öffentliche Stellen ihre Entscheidungen zunehmend an belastbaren ESG-Kennzahlen ausrichten. Gleichzeitig erschließt eine glaubwürdige Nachhaltigkeitsstrategie den Zugang zu anspruchsvollen Märkten und stärkt die Kundenbindung.
Der VSME-Standard der EU für die Nachhaltigkeitsberichterstattung ermöglicht kleinen und mittleren Unternehmen einen pragmatischen Einstieg: schlank, strukturiert und praxisnah. Er fokussiert relevante Informationen, reduziert Aufwand und schützt vor überzogenen Datenanforderungen. Zugleich stärkt er die glaubwürdige Kommunikation gegenüber Kunden, Partnern und Finanzierern – und damit die globale Handlungsfähigkeit.
ESG Starboard Tools
Digitale Werkzeuge wie die ESG Starboard Tools – ergänzt um KI-gestützte Analytik – machen Rohdaten steuerungsrelevant: Sie harmonisieren Energie- und Ressourcendaten mit finanziellen Effekten, integrieren Informationen aus unterschiedlichen Quellen und schaffen so eine konsistente Datenbasis. Automatisierte Datenerfassung reduziert manuelle Fehlerquellen und ermöglicht kontinuierliches Monitoring in Echtzeit. Die Tools erkennen Muster, Anomalien und Risiken, identifizieren Optimierungspotenziale und unterstützen die Bewertung von Lieferantenrisiken entlang der Wertschöpfungskette.
So entstehen belastbare Entscheidungsgrundlagen, die Effizienz und Resilienz gegenüber Energiepreisvolatilitäten, Lieferengpässen und Marktveränderungen erhöhen. Die konsequente Optimierung von Prozessen führt zu messbaren Kosteneinsparungen. Zudem ermöglicht die systematische Aufbereitung zielgruppengerechte Kommunikation: vom Management-Dashboard bis zum detaillierten Stakeholder-Bericht. Daten werden damit zum Kern moderner Handelsstrategien und lassen sich im Rahmen eines VSME-Nachhaltigkeitsberichts transparent, schnell und kostengünstig abbilden.
Über die operativen Vorteile hinaus wirkt Nachhaltigkeit auch nach innen: Ein glaubwürdiges Engagement stärkt Unternehmens-Image, Marke und Reputation bei allen Stakeholdern. Qualifizierte Fachkräfte suchen zunehmend Arbeitgeber mit klaren Werten – eine authentische Nachhaltigkeitsstrategie wird zum entscheidenden Faktor für Mitarbeitenden-Bindung und -Motivation.
Fazit
Wer Nachhaltigkeit strategisch einsetzt, verbindet Risikomanagement, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit und nutzt die Chancen einer Weltwirtschaft im Wandel: effizientere Prozesse, stabilere Lieferketten, bessere Finanzierung und eine stärkere Position im internationalen Handel. So wird Nachhaltigkeit zum Brückenfaktor zwischen wirtschaftlicher Stabilität, Glaubwürdigkeit und dauerhaftem Erfolg. <
Weitere Informationen:

„Nachhaltigkeit entwickelt sich somit vom Pflichtprogramm zu einem strategischen Erfolgsfaktor.“

Jörg Uwer Managing Partner
ESG.DNA GmbH c/o collective.ruhr Rüttenscheider Straße 120 45131 Essen
c/o TechQuartier Platz der Einheit 2 60327 Frankfurt am Main
T +49 69 74 221 680 M +49 172 667 18 24 joerg.uwer@esg-dna.com www.esg-dna.com

Text: Christian Otto
In der Vergangenheit war der Export häufig ein Motor des Wachstums in Deutschland und zugleich Impulsgeber für wirtschaftliche Aufschwünge. Dieser Motor stottert jedoch seit geraumer Zeit. Seit 2017 hat die deutsche Exportwirtschaft Marktanteile verloren. Zugleich stagnierten die Warenausfuhren aus Deutschland preisbereinigt. Eine tiefgehende Analyse der Bundesbank zeigt die Gründe dafür auf (Deutsche Bundesbank, Monatsbericht Juli 2025, S. 20–55).
In Nordrhein-Westfalen sind die Warenexporte zwischen 2017 und 2024 sogar gesunken (siehe Abb. S. 107). Auf sektoraler Ebene gab es nur wenige Bereiche mit Zuwächsen, z. B. bei Pharma und DV-Geräten. Viele andere Branchen verzeichneten hingegen Rückgänge, insbesondere die energieintensiven Sektoren wie Metall und Chemie.
Wie Fachleute der Bundesbank zeigen, hat die schwache Exportperformance erheblich Einkommen und Wohlstand gekostet. Hätten die deutschen Ausfuhren mit dem Wachstum der Absatzmärkte Schritt gehalten, wäre die deutsche Wirtschaft zwischen 2021 und 2024 um fast 2½ Prozentpunkte stärker gewachsen.
Verschlechterte Wettbewerbsposition Zweifellos haben externe Faktoren wie der Brexit oder der Krieg Russlands gegen die Ukraine die deutschen Exporte belastet. Diese erklären jedoch nur einen Teil der Exportschwäche, wie die Analyse der Bundesbank zeigt. Die zentrale Erkenntnis: Rund drei Viertel des Rückgangs seit 2017 – und ein noch höherer Anteil seit 2021 – lassen sich auf angebotsseitige Effekte, also eine verschlechterte Wettbewerbsposition, zurückführen. Doch was sind die Gründe dafür? Auch hierzu liefert die Analyse Hinweise.
Ein Grund sind sicherlich die seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine stark gestiegenen Energiepreise in Deutschland. Sie belasten insbesondere energieintensive Branchen wie die Chemie- und Metallindustrie, auch in NRW. Zwar stiegen die Energiepreise auch in anderen Ländern, jedoch zumeist nicht in vergleichbarem Ausmaß.
Eine Sonderentwicklung der vergangenen Jahre waren die Lieferkettenstörungen während der Corona-Pandemie. Sie beeinträchtigten Industrieunternehmen in Deutschland stärker als in anderen Ländern. Schlüsselbranchen wie Maschinenbau und Elektroindustrie verloren auch deshalb erheblich an Marktanteilen.
Nach Ende der Pandemiephase gelang es nicht, diese Positionen auf den Weltmärkten zurückzugewinnen. Zudem verschlechterte sich die Wettbewerbsfähigkeit über die Branchen breit gefächert. Das weist auf grundlegende strukturelle Probleme der deutschen Wirtschaft hin, mit denen viele Unternehmen zu kämpfen haben. Dazu zählen Fachkräftemangel, steigende Lohnstückkosten, eine hohe Steuerlast sowie erheblicher Bürokratieaufwand. Letzteren sehen viele Unternehmen als zentrales Investitionshemmnis.
Hinzu kommt ein zunehmender Konkurrenzdruck durch China. Während die deutsche Exportwirtschaft in vielen Branchen und Märkten Marktanteile verliert, gewinnt China hinzu. Insbesondere weil es seine Wettbewerbsposition gerade im Bereich der mittel- undhochtechnologischen Industriegüter kontinuierlich verbessert hat.

Neben der verschlechterten Wettbewerbsposition trug zu den Marktanteilsverlusten auch der deutsche Exportwarenmix bei – jahrzehntelang ein Garant für Erfolg. Denn die Produkte einiger wichtiger deutscher Exportbranchen waren in jüngster Zeit international nicht mehr so gefragt, z. B. im Bereich Kraftfahrzeuge und Luftfahrttechnik. Insgesamt erklären nachfrageseitige Faktoren wie der Produktmix etwa ein Drittel der Marktanteilsverluste.
Politische Konflikte und Handelszölle
Aktuell belasten zudem politische Konflikte und Handelszölle die deutsche Exportwirtschaft. Hier sind die Geopolitik und Handelspolitik gefordert. Doch was ist mit Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit zu tun? Die Unternehmen können durch Innovationen, wettbewerbsfähige Produkte und mehr Diversifizierung beim Vorleistungsbezug selbst dazu beitragen. Die Wirtschaftspolitik wiederum kann durch wirksame Maßnahmen die Rahmenbedingungen verbessern. Es gilt ein ganzes Bündel an Ursachen zu adressieren, wie Bundesbank-Präsident Joachim Nagel bei seiner Rede am 17.09.2025 in Frankfurt ausführte. Neben einer Verbesserung der Infrastruktur in Deutschland zählt dazu beispielsweise auch, Bürokratielasten abzubauen, Fachkräftezuwanderung gezielt zu fördern sowie Anreize für Innovationen, Investitionen und Arbeit zu erhöhen. Zudem sollte die Energiewende weiter vorangebracht und dabei effizient ausgestaltet werden. Auf solche Maßnahmen zur Stärkung der Angebotsseite kommt es jetzt an. <
„Hätten
die deutschen Ausfuhren mit dem Wachstum der Absatzmärkte Schritt gehalten, wäre die deutsche Wirtschaft zwischen 2021 und 2024 um fast 2½ Prozentpunkte stärker gewachsen.“

Christian Otto
Präsident der Hauptverwaltung in Nordrhein-Westfalen
Deutsche Bundesbank Hauptverwaltung in Nordrhein-Westfalen Berliner Allee 14 40212 Düsseldorf
T +49 211 874 3066 christian.otto@ bundesbank.de www.bundesbank.de
Text: Katarzyna Kompowska
Nach Monaten voller Handelsabkommen und einem deutlichen Anstieg der US-Zölle zeigte sich die Weltwirtschaft zum Jahresende 2025 überraschend widerstandsfähig. Coface hat im Zuge dessen das Länderrisiko von insgesamt fünf Ländern angepasst.
Der durchschnittliche Import-Zollsatz an den US-Grenzen liegt mittlerweile bei rund 18% –deutlich höher als die 2,5% unter Präsident Biden, aber immerhin spürbar tiefer im Vergleich zum Höchststand von 36% direkt nach dem „Liberation Day“ am 2. April 2025. Unternehmen konnten sich vorbereiten, ihre Strategien entsprechend anpassen und die Auswirkungen abfedern. Die US-Wirtschaft wurde zudem durch starke Investitionen in Datencenter für Künstliche Intelligenz gestützt. Dennoch mehren sich erste Anzeichen einer Abschwächung bei Konjunktur, Beschäftigung und Inflation – ein Hinweis auf die allmähliche Übertragung der negativen Effekte der Zollpolitik auf die US-Gesamtwirtschaft.
Stabiles Wachstum, gedämpfte Inflation Coface prognostiziert ein globales Wirtschaftswachstum von +2,4% für das Jahr 2026. Die US-Wirtschaft zeigt sich vor allem dank einer starken Binnennachfrage vorerst noch robust. Die chinesische Wirtschaft hingegen dürfte weiter an Tempo verlieren, und die Eurozone kommt trotz eines leichten Aufschwungs in Deutschland kaum aus ihrer Schwächephase heraus. Die indische Wirtschaft verzeichnete zwar ein starkes Wachstum von +7,6% im ersten Halbjahr 2025, wird diese Dynamik 2026 jedoch nicht halten können (Prognose: +6,3%). Währenddessen haben sich die Aussichten für den gesamten afrikanischen Kontinent deutlich verbessert – hier geht Coface für das Jahr 2026 von einem Wachstum von +4,2% gegenüber dem Vorjahr aus.
Die Inflation bleibt weltweit niedrig – begünstigt durch die globale Konjunkturabschwächung und sinkende Rohstoffpreise, insbesondere bei Energie und Lebensmitteln. Die weitere Entwicklung der US-Inflation bleibt jedoch unsicher; sie könnte Anfang 2026 bei rund 4% liegen. Die US-Notenbank Fed hat im September des vergangenen Jahres mit Zinssenkungen begonnen. Die Europäische Zentralbank dürfte ihren Zinssenkungszyklus vorerst abgeschlossen haben – es sei denn, die Konjunktur verschlechtert sich deutlich. Der Einlagenzins liegt aktuell bei 2%.
Die Lage bei den Unternehmensinsolvenzen bleibt weltweit angespannt. In den Industrieländern lag der Index in der ersten Jahreshälfte 2025 um 4% höher als im Jahr zuvor. Besonders betroffen waren Europa (+11%) und die Industrieländer in Asien-Pazifik (+12%), während die Insolvenzzahlen in Nordamerika stabil blieben. Zwar könnten sinkende Zinsen und bessere Kreditbedingungen 2026 für Entlastung sorgen, doch die aktuelle Entwicklung zeigt, wie anfällig Unternehmen angesichts hoher Kosten und unsicherer Nachfrage sind.

Die aktuelle Länderrisikokarte von Coface (Stand: 01/2026)
Neuausrichtung der Golfstaaten nimmt Fahrt auf Die Golfstaaten bleiben eine der dynamischsten Regionen weltweit. Die wirtschaftliche Diversifizierung schreitet zügig voran: Ende 2024 hat dort der Nicht-Ölsektor rund 70% des BIP ausgemacht. Für 2026 wird ein Wachstum von +4% erwartet – getragen von starker Binnennachfrage und staatlichen Initiativen wie „Saudi Vision 2030“ in Saudi-Arabien. Die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien verzeichneten 2024 mit 46 bzw. 32 Milliarden US-Dollar Rekordwerte bei ausländischen Direktinvestitionen. In Zeiten erhöhter handelspolitischer Unsicherheit und der Frage, wo Unternehmen noch produzieren können, haben sich beide Länder als verlässliche Partner mit sehr guten Produktionsbedingungen etabliert. Dennoch bleibt die Abhängigkeit von Öl bestehen – ein anhaltender Preisverfall könnte daher die öffentlichen Haushalte belasten und wichtige Großprojekte verzögern.
Länderrisiko: 4 Aufwertungen, 1 Abwertung Coface hat im vierten Quartal 2025 die Risikoeinschätzung für insgesamt fünf Länder aktualisiert. Das Länderrisiko beschreibt auf einer 8-stufigen Skala von A1 bis E das allgemeine Umfeld eines Landes, um lokale Kreditrisiken zu bewerten und einordnen zu können. Saudi-Arabien (neu in A3) und die Vereinigten Arabischen Emirate (neu in A2) zählen zu den vier Ländern mit einer verbesserten Einstufung. Wie bereits erwähnt, konnten beide Golfstaaten ihre Rolle innerhalb globaler Wertschöpfungsketten weiter ausbauen. Die VAE punkten zusätzlich mit einer stabilen Währung, die an den US-Dollar gekoppelt ist und somit keine Währungsrisiken birgt. Mit einem verbesserten Länderrisiko wurde auch Tschechien versehen, dessen Industrie sich in den letzten Quartalen zunehmend von der deutschen Industrieproduktion entkoppelt hat. In Verbindung mit steigender Kaufkraft durch höhere Löhne führte dies zu einem robusten Wachstum – Tschechien wird mit A3 bewertet. Vietnam schaffte den Sprung ins A-Segment und wird nun mit A4 bewertet. Die neue Einstufung spiegelt ein starkes Wirtschaftswachstum wider, das vor allem durch steigende Auslandsinvestitionen getragen wird. Trotz hoher US-Zölle von bis zu 40% (für Güter, die re-exportiert werden) etabliert sich Vietnam zunehmend als verlässliche Alternative zu China in Bereichen des Handels und der Produktion.
Die einzige Herabstufung des Länderrisikos betrifft Kanada, das seine A2-Bewertung verliert und jetzt in A3 eingestuft ist. Zwar ist Kanada Teil des nordamerikanischen Handelsabkommens USMCA, doch Zölle von 35% auf Produkte außerhalb des Abkommens belasten insbesondere das Verarbeitende Gewerbe. Zusätzlich wirkt sich ein Boykott US-amerikanischer Produkte negativ auf den privaten Konsum aus. <
Mehr Informationen und sämtliche Risikobewertungen auf einen Blick: www.coface.de

Katarzyna Kompowska CEO Nordeuropa
Coface
Isaac-Fulda-Allee 1 55124 Mainz
T +49 6131 323 0
katarzyna.kompowska@ coface.com www.coface.de
Text: Andreas Mühlberg
Fotos: Joop van Reeken
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „ATC Goes Company“ war der Außenhandelsverband Nordrhein-Westfalen (AHV NRW e. V.) am 27.11.2025 zu Gast bei FRESCOLORI® in Bocholt. Die Teilnehmenden erhielten eine spannende Unternehmensvorstellung eines weltweit erfolgreichen Herstellers innovativer, mineralischer Kaltspachtelmassen für den Innenbereich. FRESCOLORI, vertreten durch die Eigentümerfamilie Ewering, präsentierte eindrucksvoll wie das Unternehmen seine hochwertigen, nachhaltigen Oberflächenlösungen auf internationalen Märkten erfolgreich platziert und damit kontinuierlich wächst.
Den Abschluss bildete das traditionelle ATC-Gänseessen im historischen Museumsrestaurant Schiffchen in Bocholt. In festlicher Atmosphäre bot sich hier die Gelegenheit zum kollegialen Austausch und zur Vertiefung der neu gewonnenen Kontakte.
Ein rundum gelungener Abend, der wirtschaftliche Impulse, Innovation und Netzwerkpflege ideal miteinander verband. <








Text: Alexander Hoeckle
Globale Lieferketten erleben derzeit die wohl größte Belastungsprobe seit Jahrzehnten. Handelskonflikte, neue Zollregime, Materialengpässe, Cyberattacken und volatile Seewege bestimmen den Alltag des Außenhandels. Eine aktuelle Umfrage des BGA und Deloitte, mit Unterstützung des Bundesverbandes des Deutschen Exporthandels (BDEx) belegt, was viele Händler längst spüren: Die Risiken nehmen zu – und die Fähigkeit, ihnen standzuhalten, bleibt oft hinter den Anforderungen zurück. Für den BDEX ist damit klar: Resilienz ist keine Option, sondern Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit. Sie entscheidet darüber, wer in Krisenzeiten lieferfähig bleibt – und wer nicht.
Globale Unsicherheit als neuer Normalzustand 71 Prozent der befragten Unternehmen nennen die Außenhandelspolitik als größtes Risiko für ihre Lieferketten. Gleichzeitig verfügen vier von fünf Betrieben über keinen ausgereiften Notfallplan, und über 80 Prozent führen keine Simulationen durch, um Störungen vorab zu bewerten. Risiken werden häufig erst sichtbar, wenn sie bereits eingetreten sind – ein reaktiver Ansatz, der in einem volatilen Umfeld kaum mehr ausreicht.
Resilienz bedeutet nicht, jede Krise zu vermeiden, sondern jede Krise zu überstehen. Die Lieferkette ist heute kein linearer Prozess mehr, sondern ein globales Netzwerk, in dem jede Schwachstelle zum Multiplikator werden kann. Verzögerungen in Häfen, politische Sanktionen oder IT-Ausfälle wirken sich binnen Tagen auf ganze Märkte aus.
Vom Krisenmodus zur Zukunftsfähigkeit
Der Begriff „Resilienz“ wird oft mit Krisenbewältigung gleichgesetzt. In Wahrheit beschreibt er weit mehr: die Fähigkeit, sich flexibel an neue Rahmenbedingungen anzupassen und gestärkt aus Störungen hervorzugehen. Gerade der Groß- und Außenhandel, der zwischen Herstellern, Transporteuren und Abnehmern vermittelt, spielt hierbei eine Schlüsselrolle. Seine Supply Chains sind hochkomplex, international verzahnt – und damit anfällig.
Doch die Umfrage zeigt auch: Resilienz ist machbar. Die besten zehn Prozent der befragten Unternehmen erreichen nahezu Best-Practice-Niveau. Sie handeln nicht nur reaktiv, sondern antizipativ – mit durchgängiger Datentransparenz, klaren Entscheidungswegen und partnerschaftlicher Zusammenarbeit. Ein zentrales Werkzeug dafür sind sogenannte Control Towers – digitale Leitstände, die Daten aus der gesamten Lieferkette zusammenführen. Sie ermöglichen Echtzeitüberwachung, Prognosen und automatisierte Warnmeldungen bei drohenden Engpässen. Unternehmen, die auf solche Systeme setzen, berichten von einer deutlich höheren Reaktionsgeschwindigkeit und geringeren Ausfallzeiten.
Kooperation statt Kostendruck
Die Schwachstellen liegen selten in der Logistik allein – sondern in den Schnittstellen. Jahrzehntelang war das Verhältnis zu Lieferanten und Dienstleistern von Preisdruck geprägt. Doch Kostenvorteile verlieren ihren Wert, wenn Waren nicht ankommen. Strategische Partnerschaften sind daher der neue Erfolgsfaktor: gemeinsame Risikoanalysen, abgestimmte Notfallpläne und transparente Datennutzung über Unternehmensgrenzen hinweg. Gerade im Außenhandel, wo internationale Abhängigkeiten naturgemäß hoch sind, kann ein verlässliches Netzwerk den Unterschied zwischen Stabilität und Stillstand ausmachen. Wer seine Partner kennt, kann seine Risiken teilen. Vertrauen wird so zum Produktionsfaktor – und zum Wettbewerbsvorteil.
Agil führen – entschlossen handeln
Neben Technologie und Kooperation spielt die Organisation selbst eine entscheidende Rolle. Viele Unternehmen reagieren zu langsam, weil Entscheidungswege zu lang und Zuständigkeiten unklar sind. Ein resilientes Operating Model setzt hier an: klare Governance, dezentrale Befugnisse, cross-funktionale Krisenteams. In der Praxis bedeutet das, Verantwortung dahin zu verlagern, wo Handeln nötig ist – nah am Geschehen. Schulungen, Planspiele und Szenarioübungen schärfen das Bewusstsein für Risiken und befähigen Mitarbeitende, im Ernstfall selbstständig Entscheidungen zu treffen. So entsteht eine Kultur, in der Reaktionsfähigkeit Teil der DNA wird.
Aufholbedarf mit Potenzial Im Vergleich zu Branchen wie Konsumgüter, Retail oder Pharma liegt der Groß- und Außenhandel beim Thema Resilienz noch zurück. Während andere Sektoren auf regionale Liefernetzwerke, digitale Track-&-Trace-Systeme oder automatisierte Prognosetools setzen, mangelt es vielen Händlern an durchgängiger Datentransparenz und verlässlicher Steuerung. Doch gerade darin liegt auch das Potenzial. Resilienz ist keine Frage der Größe, sondern der Priorität. Schon mit überschaubaren Schritten – etwa der Einführung von Risiko-Monitoring-Systemen oder dem Aufbau gemeinsamer Frühwarnindikatoren mit Partnern – lässt sich die Krisenfestigkeit erheblich steigern. Der BDEX sieht hier eine Chance für den Mittelstand: „Wer Resilienz nicht als Zusatzaufgabe, sondern als integralen Bestandteil seines Geschäftsmodells versteht, stärkt seine Position im internationalen Wettbewerb.“
Resilienz strategisch verankern
Wie aber gelingt der Einstieg? Der Weg zur resilienten Lieferkette beginnt mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme: Wo liegen die größten Abhängigkeiten? Welche Risiken sind kritisch, welche tolerierbar? Auf dieser Basis lässt sich ein Zielbild entwickeln, das definiert, wie handlungsfähig das Unternehmen in Krisensituationen sein will.
Die Umsetzung erfolgt schrittweise – idealerweise in vier Etappen: Analyse, Zielbild, Umsetzung, Verankerung. Entscheidend
ist, dass Resilienz nicht als temporäres Projekt verstanden wird, sondern als dauerhafte Managementaufgabe. Nur wenn sie in Strukturen, Prozessen und Führungskultur integriert ist, entfaltet sie ihre Wirkung.
Ein Appell an die Außenhändler
Der Groß- und Außenhandel ist Rückgrat und Taktgeber der deutschen Wirtschaft. Seine Stärke liegt in seiner Offenheit, seiner Anpassungsfähigkeit und seiner internationalen Vernetzung. Doch genau diese Vernetzung macht ihn auch verletzlich. Resilienz bedeutet, diese Verwundbarkeit zu akzeptieren – und sie aktiv zu managen. Sie ist keine Kostenstelle, sondern eine Investition in Stabilität, Vertrauen und Zukunftsfähigkeit.
„Wer heute in Resilienz investiert, sichert die Lieferfähigkeit von morgen“, so der abschließende Appell des BDEX. Denn in einer Welt, in der Unsicherheit zur Konstante geworden ist, wird Widerstandsfähigkeit zur neuen Leitwährung des Erfolgs – für Unternehmen, für Branchen und für den Wirtschaftsstandort Deutschland. <

Alexander Hoeckle Geschäftsführer/Managing Director
Bundesverband des Deutschen Exporthandels e.V. (BDEx) Am Weidendamm 1A 10117 Berlin
T +49 30 72 625 79
M +49 160 664 45 391 alexander.hoeckle@bdex.de www.bdex.de
Von kurzfristigen Innovationsimpulsen bis zu langfristiger Technologieführerschaft
Text: Dr. Klaus-Hendrik Mester

Die EU-Kommission verfolgt eine strukturierte Förderstrategie für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Ziel ist es, einerseits Innovationen schnell in den Markt zu bringen und zum anderen Unternehmen bei Transformationsprozessen zu begleiten und somit deren Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Langfristig soll vor allem Europas technologische Souveränität gesichert werden. Hierfür sieht die EU-Kommission ein Bündel an Maßnahmen sowohl bei Fördermitteln als auch durch grundsätzliche Änderungen vor.
Die EU- und Außenwirtschaftsförderung der NRW.BANK stellt Ihnen hier konkrete und zukünftig zu erwartende Fördermechanismen vor:
Kurz- und mittelfristige Perspektive
Innovation
Aktuell setzt die EU-Kommission auf Programme mit direkter Wirkung. Im Rahmen des European Innovation Council (EIC) steht der EIC Accelerator im Fokus: KMU und Start-ups mit hohem Wachstumspotenzial erhalten Zuschüsse von bis zu 2,5 Millionen Euro, kombiniert mit Beteiligungskapital. Die Antragstellung erfolgt über ein zweistufiges Verfahren mit PitchVideo und Vollantrag über das EU Funding & Tenders Portal.
Der neue STEP-Scale-up-Mechanismus ergänzt dies für Investitionen zwischen 10 und 30 Millionen Euro, um internationale Markterweiterungen zu beschleunigen.
Der Innovation Fund unterstützt mit wettbewerblichen Ausschreibungen klimafreundliche Industrieprojekte, insbesondere Wasserstoff- und Elektrifizierungsprojekte.
Der Clean Industrial Deal fokussiert auf die Dekarbonisierung kritischer Industrien und bietet sowohl Investitionszuschüsse als auch Absicherungen für langfristige Abnahmeverträge, die Unternehmen mit Erzeugern erneuerbarer Energien abschließen (Power Purchase Agreements).
Bei Fragen rund um die EU-Förderung sprechen Sie uns gerne an: EU- und Außenwirtschaftsförderung der NRW.BANK
T + 49 211 917 41 4000 international@nrwbank.de www.nrwbank.de/internationalisierung
Digitalisierung
Über Digital Europe fließen Fördermittel in KI-Entwicklung, Cybersicherheit und digitale Infrastruktur – oft in Form von Zuschüssen an Projektkonsortien aus mehreren Mitgliedstaaten.
Transformation
Mit dem Programm LIFE fördert die EU vor allem Transformationsprojekte in den Bereichen Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz. Interessierte Unternehmen können sich auf Ausschreibungen bewerben und erhalten in der Regel Zuschüsse für ihre Vorhaben.
Der Just Transition Mechanism wiederum unterstützt Unternehmen in Regionen, die besonders vom Strukturwandel betroffen sind, etwa beim Übergang von der Kohleindustrie – teils über direkte Zuschüsse, teils über öffentliche Darlehensfazilitäten. Antragstellungen erfolgen hier häufig über regionale Förderstellen oder nationale Kontaktpunkte.
Bürokratieabbau
Schließlich möchte die EU den Bürokratieabbau für die Wirtschaft vorantreiben. Konkret soll dies durch reduzierte Prüf- und Berichtspflichten, zum Beispiel im Bereich der EU-Taxonomie, besonders über so genannte Omnibus-Pakete erfolgen. Zudem wird im Competitiveness Compass verankert, dass zukünftige Vorschriften von Beginn an schlank und klar sowie digital nutzbar sind. Überbordende Melde- und Genehmigungspflichten sollen abgebaut werden.
Blick in die Zukunft
Langfristig verfolgt die EU-Kommission strategische Ziele, um Europas Innovationskraft nachhaltig zu sichern (New European Innovation Agenda).
Darüber hinaus fördert der Europäische Green Deal Unternehmen, indem er Investitionen in klimafreundliche Technologien mit Fördermitteln wie Zuschüssen, zinsgünstigen Darlehen oder Bürgschaften sowie Steueranreizen und vereinfachten Genehmigungsverfahren unterstützt, sodass Innovationen schneller auf den Markt kommen.
Die Botschaft aus Brüssel ist deutlich: KMUs, die in Innovation, Nachhaltigkeit oder Digitalisierung investieren, können in den kommenden Jahren mit deutlich mehr Unterstützung aus der EU rechnen – und das nicht nur durch Fördermittel, sondern auch durch eine vereinfachte Antragstellung, gezielte Beratung und internationale Vernetzung. <

Dr. Klaus-Hendrik Mester Förderberatung & Kundenbetreuung
NRW.BANK Kavalleriestraße 22 40213 Düsseldorf
T +49 211 91741 6622 klaus-hendrik.mester@ nrwbank.de www.nrwbank.de
Text: Achim Haug
Für Deutschland bietet die Wachstumsregion Asien-Pazifik noch viele Chancen, aber der Wettbewerb intensiviert sich. Deutsche Unternehmen sollten 2026 nutzen, um neue Märkte in der Region zu erschließen. Dabei müssen sie angesichts der volatilen geopolitischen Lage ein hohes Maß an Flexibilität zeigen.

Der Kontinent bleibt die Wachstumslokomotive der Weltwirtschaft und trägt 2025 rund 60 Prozent zum weltweiten Wirtschaftswachstum bei, so Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF). Gleichzeitig nimmt keine Region weltweit außerhalb Europas so viele deutsche Waren ab wie Asien-Pazifik: 2025 schätzt GTAI den Außenhandel mit der Region auf fast 500 Milliarden Euro. Dabei entwickelt sich die deutsche Einfuhr deutlich besser mit einem Wachstum von knapp 5 Prozent gegenüber 2024 auf 305 Milliarden Euro. Beim Export Richtung Asien rechnet GTAI dagegen mit einem Rückgang um über 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 191 Milliarden Euro. Auch 2024 waren die deutschen Ausfuhren bereits gesunken.
Keine Region weltweit dürfte 2026 ähnlich boomen wie Asien. Auch wenn sich der Ausblick durch die US-Handelspolitik zuletzt etwas eingetrübt hat, erwartet der IWF für 2025 in der Region einen realen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 4,5 Prozent und 2026 von 4,1 Prozent. Dabei verändern sich die Wachstumszentren: Während früher China im Fokus stand, wird für 2026 dort nur ein Plus von 4,2 Prozent erwartet. Deutlich dynamischer wachsen dagegen Indien mit 6,2 Prozent, die Philippinen mit 5,7 Prozent und Vietnam mit 5,6 Prozent. Indien ist mit 1,5 Milliarden Einwohnern die wachstumsstärkste große Volkswirtschaft. Trotz aller Schwierigkeiten kommen Unternehmen daher nicht daran vorbei, eine Strategie für den Subkontinent zu entwickeln.
Schnelligkeit zählt
Dass die Geschwindigkeit in Asien höher ist, können alle bestätigen, die die Region bereisen. Das äußert sich auch im Geschäftsleben, in dem Entscheidungen rasch getroffen werden müssen und etablierte Modelle durch Wettbewerber und neue Technologien in Frage gestellt werden. Durch hohe Ausgaben in Forschung und Entwicklung (F&E) werden Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz, Robotik und neue Transportmittel wie Flugtaxis oder autonome Fahrzeuge vorangebracht. Zum Beispiel werden in Südkorea 5 Prozent des BIP in F&E investiert und vier der weltweit aktivsten Innovationcluster liegen in Indien.
Für alle Länder stehen Urbanisierung und Industrialisierung im Fokus. Noch immer lebt weniger als die Hälfte der rund 4,5 Milliarden Menschen in Asien-Pazifik in Städten. Doch der Zuzug hält an und die Infrastruktur muss dringend ausgebaut werden, seien es Transportwege, Stromversorgung oder Wassermanagement. In zahlreichen dieser Projekte liegen Chancen für deutsche Lieferanten und Planer. Auf der anderen Seite verschieben sich die Produktionsnetzwerke, Indien und Südostasien werden zunehmend zur Alternative zu China. In vielen Ländern bestellen die Fabriken daher Ausrüstung made in Germany und Automatisierung ist ein großes Thema: in den vergangenen Jahren wurden drei Viertel der neuen Industrieroboter in Asien installiert.

Neubewertung von China
Wichtigstes Zielland für den deutschen Export in die Region bleibt mit großem Abstand weiterhin China, gefolgt von Japan und Südkorea. Aber das Handelsdefizit mit der Volksrepublik wird immer größer, und unfairer Wettbewerb sowie Exportkontrollen von kritischen Rohstoffen belasten die Stimmung. Für Firmen in China bestehen zwar weiterhin Chancen auf dem großen Markt, zunehmend investieren sie allerdings in Lokalisierung und Risikomanagement.
Im deutschen Außenhandel mit Asien hat sich 2025 die fehlende Dynamik auf dem chinesischen Markt besonders bemerkbar gemacht: Über drei Viertel des wertmäßigen Exportrückgangs in den ersten acht Monaten ging auf das Konto der
Volksrepublik. Dort schwächelt die Wirtschaft und Firmen investieren wenig. Daneben wird der Wettbewerb vor Ort immer härter und hohe Subventionen haben zu Überkapazitäten geführt.
Nicht nur in Washington bleibt China ganz oben auf der Handelsagenda, auch in Brüssel wird mit Hochdruck an mehr Resilienz zum Beispiel bei Halbleitern und kritischen Mineralien gearbeitet.
Handelserleichterungen im Fokus Während die EU ihre Handelsinstrumente mit Blick auf China eher schärft, kommt eine Reihe von Freihandelsabkommen voran. So konnte im September 2025 mit Indonesien ein Abkommen geschlossen werden und auch die Verhandlungen zwischen der EU und Indien sind auf einem guten Weg.
Mit verschiedenen Mitgliedsstaaten der Association of Southeast Asian Nations (ASEAN) werden weitere Abkommen verhandelt. Die Region mit rund 680 Millionen Menschen bietet noch viele Chancen, sowohl als Absatz- als auch als Beschaffungsmarkt und alternativer Produktionsstandort. Sie punktet mit einem großen Arbeitskräfteangebot und einer hohen Dynamik. Der Handelskonflikt zwischen China und den USA wirkt dabei vielfältig: durch zum Teil hohe Zölle auf einzelne Länder, in Form von umgelenkten Warenströmen aus China aber auch als Treiber für Freihandel und alternative Standorte.
Ein Ende der asiatischen Wachstumsstory ist nicht in Sicht: In der Region wächst derzeit eine riesige kaufkräftige Konsumentengruppe heran. Die drei Länder beziehungsweise Regionen mit dem größten Zuwachs der Mittelschicht bis 2035 sind Indien, China und Südostasien, so eine Studie von Mastercard. <

Achim Haug
Bereichsleiter Ostasien
GERMANY TRADE & INVEST
Friedrichstraße 60 10117 Berlin
T +49 228 24 993 398
M +49 151 1805 2409
Achim.Haug@gtai.de www.gtai.de

Dipl.-Betriebswirt
Andreas Mühlberg
Geschäftsführer
Außenhandelsverband
Nordrhein-Westfalen e. V.
Achenbachstraße 28 40237 Düsseldorf
T +49 211 66 908 28
F +49 211 66 908 40 andreas.muehlberg@ahv.nrw www.ahv.nrw
Interview & Fotos: Redaktion AHV NRW Magazin
WIR! - die Außenhändler
Indien hat sich nicht erst in den vergangenen Jahren für deutsche Unternehmen zu einem bedeutsamen Absatz- und Beschaffungsmarkt entwickelt. Die indische Wirtschaft zeigt sich trotz globaler Unsicherheiten weiterhin robust. So wurde für 2025 nach Angaben der UN ein reales Wachstum beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von ca. sechs Prozent erwartet. Sowohl die private Konsumnachfrage als auch hohe Investitionen und Dienstleistungsexporte eröffnen viele attraktive Geschäftschancen für deutsche Unternehmen.
Viele Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen sind bereits in Indien aktiv und verfügen daher über einen umfangreichen Erfahrungsschatz auf dem Subkontinent.
Wie bei anderen Auslandsmärkten stellt sich auch im Hinblick auf Indien die Frage, welche Markterschließungsstrategien zum Erfolg führen und wie man vorhandene Erfahrungswerte anderer Unternehmen für sich nutzbar machen kann.
Um diese Frage beantworten zu können, bieten sich Netzwerkveranstaltungen an. Folgendes Veranstaltungsformat eignet sich besonders gut: Der After Work Circle India (AWC India). Der AWC wurde 2015 ins Leben gerufen. Seit 2019 ist der Außenhandelsverband Nordrhein-Westfalen (AHV NRW) als Veranstaltungspartner mit an Bord.
Das Jahresgespräch mit dem AHV-Geschäftsführer, Herrn Mühlberg, wird zusammen mit zwei Vertretern engagierter Mitgliedsunternehmen durchgeführt. Interviewpartner sind:
• Mike D. Batra, Geschäftsführer der Dr. Wamser + Batra GmbH mit Sitz in Bochum
• Dr. Fabian Breckheimer, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Internationales Wirtschaftsrecht und Partner der Kanzlei CARLSWERK Rechtsanwälte mit Sitz in Düsseldorf
AHV Redaktion: Herzlich willkommen zum gemeinsamen Interview. Herr Batra, seit wann gibt es das Unternehmen und wie kam die Fokussierung auf Indien zustande?
Mike D. Batra: Unsere Geschichte begann mit zwei unabhängigen Beratungen, gegründet 2003/2004 von Dr. Johannes Wamser in Bochum und von mir in New Delhi, zu einer Zeit, in der sich viele deutsche Mittelständler nach der „BRIC-Studie“ erstmals mit dem indischen Markt beschäftigten. 2007 fusionierten wir zur Wamser + Batra GmbH („WB“), denn uns beide einte die Erfahrung, wie herausfordernd Indien für deutsche Unternehmen und umgekehrt sein kann – kulturell, organisatorisch und strategisch. Und vor allem, wie wenig insbesondere mittelständische Unternehmen auf die tatsächlichen Realitäten des indischen Marktes vorbereitet wurden.

Zugleich sahen wir die immensen Perspektiven, die Indien ihnen bieten konnte - damals noch ein als exotisch empfundenes Entwicklungsland, von dessen dynamischen Wachstumschancen wir aber fest überzeugt waren. Unser Insiderwissen, gepaart mit dieser Vision wollten wir nutzen, um Mittelständlern zu einer Erfolgsgeschichte im indischen Markt zu verhelfen – mit einer pragmatischen, ehrlichen und auch (vor Ort) umsetzungsstarken Beratung.
Im Jahr 2022 gründeten wir vor dem Hintergrund der Coronakrise und zusätzlich zur Indien-Beratung, die WB Risk Prevention Systems GmbH mit Fokus auf Risikoprävention und Krisenmanagement. 2024 erweiterten wir den Kreis der Geschäftsführer bei WB um Jan-Hendrik Heinen, um auch im Finanzbereich stärker aufgestellt zu sein.
Heute verstehen wir uns bei WB als Navigator: Wir geben Orientierung, zeigen Alternativen, helfen bei Entscheidungen und „halten den Kurs“ – vom Markteintritt über Wachstum und Anpassung bis hin zum Exit. Gleichzeitig sind wir Schutzengel: Wir bewahren unsere Kunden vor Risiken, falschen Abzweigungen und den „Rattenschwänzen an Konsequenzen“, die sich in Indien oft erst Jahre später zeigen – lösungsorientiert, unabhängig und mit langfristigem Blick.
R: Wann und wie sind Sie auf die Idee des AWC India gekommen? Und wer kann sich da einbringen?
MDB: Als ich Dr. Breckheimer kennenlernte, existierte für einen persönlichen, informellen Austausch von Entscheidern rein zum Thema „Geschäft mit und in Indien“ noch kein entsprechendes Format und Business-Netzwerk. Mit der Gründung des AWC India 2015/2016 wollten wir genau das unkomplizierte Zusammentreffen in netter Atmosphäre schaffen, welches der nun zum 13. Mal stattfindende AWC India auch geworden ist. Wir heißen immer wieder gerne neue Gesichter aus Industrie und Wirtschaft willkommen, die sich für eine Geschäftsaktivität in Indien interessieren oder aber dort schon aktiv sind und Fragen haben, Unterstützung bei strategischen
Entscheidungen oder einfach den Austausch von Erfahrungen schätzen. Trotz seiner Exklusivität ist der AWC ein geselliges Beisammensein mit informativem Input.
R: Wer den indischen Markt erfolgreich erschließen möchte, benötigt nicht nur ein leistungsfähiges Netzwerk, sondern auch Rechtsberatung. Herr Dr. Breckheimer, wie und wann haben Sie Herrn Batra kennengelernt und seit wann sind Sie mit dabei?
Dr. Fabian Breckheimer: Mike Batra und ich haben uns tatsächlich im und über den AHV NRW kennengelernt. Da ich als Anwalt schon seit jeher auf den grenzüberschreitenden Handel spezialisiert bin und mich auch schon früh im deutsch-indischen Business-Korridor bewegt habe, hatten wir sofort gemeinsame Interessen und Anknüpfungspunkte. Schnell war dann die Idee geboren, in Düsseldorf – und für Nordrhein-Westfalen – ein eigenes Business-Netzwerk mit klarem Indien-Bezug auf die Beine zu stellen. Und wenn ich das ergänzen darf: Durch meine zunächst einfache Mitgliedschaft im AHV NRW und dann die Mitarbeit im Beirat und heute im Vorstand des AHV NRW war die Brücke zu Andreas Mühlberg schnell geschlagen. Und heute können wir mit einigem Stolz sagen: Es hat funktioniert und das Business-Netzwerk wächst.

R: Wo liegen Ihrer Meinung nach die größten Risiken, wenn es um Indiengeschäfte geht?
FB: Wenn ich an Indien-Geschäfte denke, denke ich nicht zuallererst an Risiken. Die gibt es im Geschäftsleben überall. Wie meine Mandanten, überwiegend Mittelständler, sehe ich vor allem das weiterhin enorme Potenzial des indischen Marktes. Klar ist aber natürlich auch, dass man neue Projekte, neue Kooperationen und neue Märkte nicht blauäugig angehen sollte. Risiken entstehen in der Regel aus kurzsichtigem oder übereiltem Handeln. Um Ihre Frage zu beantworten: Alle Risiken, die es in Bezug auf Indiengeschäfte gibt, sind mit entsprechender Vorbereitung und Umsicht vermeidbar bzw. beherrschbar. >
R: Herr Mühlberg, wie sind Sie auf den AWC aufmerksam geworden?
Andreas Mühlberg: Für mich ist es immer wichtig, zu wissen, wer was in der Außenwirtschaft macht. Daher kannte ich das AWC-Veranstaltungsformat zwar nicht von Anfang an, jedoch bin ich später von mehreren Kontakten aus unserem AHV-Netzwerk auf dieses Format aufmerksam gemacht worden. Unsere Mitglieder, Herr Batra und Herr Dr. Breckheimer, sprachen mich dann aktiv an, ob wir uns als AHV hieran beteiligen möchten. Da haben wir, ohne zu zögern, „Ja“ gesagt. Seit dem 6. AWC, der im Mai 2020 – coronabedingt – online stattgefunden hat, sind wir mit dabei.
R: Steht der AWC nicht in Konkurrenz zum ATC, After Trade Club?
AM: Nein, das tut er nicht. Gleichwohl sind beide Formate vom Aufbau her ähnlich. Bei beiden steht der fachlich fundierte, jedoch zwanglose und gesellige Austausch im Vordergrund. Während unser beinahe monatlich stattfindendes Format ATC thematisch die gesamte Bandbreite des Außenhandels abdeckt, dreht sich der AWC India - etwa dreimal im Jahrausschließlich um indienspezifische Fragen. Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größenordnungen tauschen sich hier über alle Aspekte des Indien-Geschäfts aus. Kurzum: Der AWC ist kein konkurrierendes Format, sondern eine Ergänzung zu einer unserer wichtigen Säulen der Verbandsarbeit, nämlich der Säule „Unternehmensnetzwerk“.
R: Herr Batra, wie geht es angesichts der geopolitischen Gesamtlage den deutschen Unternehmen in Indien?
MDB: Nach unserer tagtäglichen Erfahrung sehen deutsche Unternehmen in Indien aktuell trotz aller Volatilität vor allem Chancen für Wachstum und strategische Expansion. So bauen weiterhin viele Firmen gezielt Produktionsstandorte und Shared-Services-Center auf und aus, um von der wirtschaftlichen Dynamik und den immer besser werdenden Rahmenbedingungen vor Ort zu profitieren. Auch Investitionen in große Infrastrukturprojekte, im Hightech-Sektor oder in digitale Dienstleistungen nehmen ständig zu. Zudem macht die qualifizierte Ausbildung vieler junger Inderinnen und Inder diese zu einer attraktiven Lösung für das Fachkräfteproblem der deutschen Industrie.
Natürlich spürt man, dass die geopolitische Gesamtlage, insbesondere US-Zölle und das noch nicht abgeschlossene Freihandelsabkommen mit der EU, Unsicherheiten für deutsche Unternehmen darstellen, doch die laufenden Verhandlungen bieten gleichzeitig optimistische Perspektiven für zukünftige Marktöffnungen. Die Tatsache, dass Indien außenpolitisch momentan „jede Hand schüttelt“, verunsichert oftmals unsere Kunden. Ganz ehrlich? Wie immer im Zusammenhang mit Indien hilft auch hier ein pragmatischer Ansatz.
Indiens gleichzeitige Annäherung an China, Russland und die EU stärkt seine wirtschaftliche und strategische Position in einer multipolaren Welt. Der Handel mit China und der EU fördert Wachstum, Technologietransfer und Exportdiversifizierung, während die Energiekooperation mit vielen Ländern Indiens Versorgungssicherheit und Preisstabilität verbessert. Durch die Zusammenarbeit mit der EU profitiert Indien zudem von Investitionen, Innovation und Klimapolitik-Partnerschaften. Insgesamt gewinnt das Land außenpolitische Autonomie, indem es zwischen konkurrierenden Machtblöcken balanciert und seine Interessen flexibel durchsetzen kann.

Insgesamt hat diese Annäherung - unter den aktuellen geopolitischen Bedingungen - einen tendenziell inflationsdämpfenden Effekt, solange Indien Preisvorteile nutzen und Lieferketten stabil halten kann. Deutsche Unternehmen vor Ort können von diesen positiven Effekten natürlich profitieren.
R: Herr Dr. Breckheimer, wenn Sie, wie eben gesagt, lieber von Chancen als von Risiken in Bezug auf Indien sprechen: Welche Handlungsempfehlungen können Sie den am Indiengeschäft interessierten Unternehmen geben, damit diese ihre Chancen erfolgreich nutzen können?
FB: Ganz klar: Gehen Sie sorgfältig an die Gestaltung von Geschäfts- und damit von Rechtsbeziehungen heran. Definieren Sie Ihre Ziele – und Ihre „Schmerzpunkte“. Gestalten Sie die vertraglichen Beziehungen mit Ihren indischen Partnern, ob Kunde oder Lieferant, vorausschauend und mit dem nötigen Selbstbewusstsein. Machen Sie sich Gedanken darüber, welches Recht Anwendung auf die Geschäftsbeziehung finden soll und darüber, wie nötigenfalls ein Streitfall gelöst werden soll. Das Stichwort hier lautet: Gerichtsstand oder allgemeiner „Dispute Resolution“. Und überlegen Sie im Vorfeld, welche Fragen sich im deutsch-indischen Geschäft stellen können – wie wird etwa ein Gewährleistungsanspruch erfüllt,
wie sichern Sie einen Zahlungsanspruch, usw.? Diese praktischen Aspekte, die naturgemäß mit mehr Aufwand verbunden sind als beim reinen Inlandsgeschäft, müssen dann rechtlich sauber abgebildet werden. Nochmal: Alle Risiken im Indiengeschäft sind beherrschbar. Aber natürlich braucht es Planung und eine professionelle Gestaltung der Rechtsbeziehungen. Hierbei helfen Profis wie ich - und der AHV NRW mit seinem Netzwerk.
R: Herr Mühlberg, wann wird es ein EU-Freihandelsabkommen mit Indien geben?
AM: Ursprünglich war ein Abschluss bis Ende 2025 angepeilt. Inzwischen zeigt sich jedoch, dass die Gespräche in einzelnen Kapiteln deutlich schwieriger verlaufen als erhofft. Besonders strittig bleiben der Agrarsektor und die Nachhaltigkeitsregeln der EU und damit im Besonderen der Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM), wo Indien Wettbewerbsnachteile sieht und Ausnahmen einfordert. Der politische Druck für eine Einigung ist auf beiden Seiten groß. Für die EU ist Indien ein strategischer und vielversprechender Partner, auch um Abhängigkeiten von China zu verringern. Für Indien wiederum ist der Zugang zum europäischen Markt sehr attraktiv.
Beide Seiten, insbesondere jedoch die EU, müssen stärker kompromissbereit sein. Je schneller ein Abkommen in Kraft tritt, desto stärker können sich Wachstumsimpulse im deutsch-indischen Handel entfalten, vor allem durch erleichterte Marktzugänge, sinkende Zölle und eine bessere Investitionssicherheit. Beide Seiten müssen jetzt über ihren eigenen Schatten springen und dafür setzen wir uns als AHV NRW weiterhin ein.
R: Wir bedanken uns für das Gespräch. <
„Für die EU ist Indien ein strategischer und vielversprechender Partner, auch um Abhängigkeiten von China zu verringern. Für Indien wiederum ist der Zugang zum europäischen Markt sehr attraktiv.“

Dr. Fabian Breckheimer Rechtsanwalt, Partner, Fachanwalt für Internationales Wirtschaftsrecht
CARLSWERK Rechtsanwälte Partnerschaft mbB Carlsplatz 24 40213 Düsseldorf
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Mike D. Batra
Geschäftsführer
Dr. Wamser + Batra GmbH Bergstrasse 152 44791 Bochum
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Text: Chara Baltouma und Nonika Papadopoulou

© Dimitris Vetsikas/Pixabay
Griechenland hat in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Transformation vollzogen. Angetrieben von einem dynamischen Start-up-Ökosystem und einer entschlossenen Digitalisierungsstrategie, präsentiert sich das Land heute als ein aufstrebendes Zentrum für Innovation in Südosteuropa. Dieser Wandel hat nicht nur die Wirtschaft diversifiziert, sondern auch das Vertrauen in die eigene Zukunftsfähigkeit gestärkt.
Der IKT-Sektor im Aufwind
Die Entwicklung des griechischen IKT-Sektors ist durch stetige Fortschritte gekennzeichnet. Mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 6,17 % erzielte der Sektor 2024 einen Mehrwert von 7,4 Mrd. Euro, der bis 2029 voraussichtlich die 10-Mrd-Euro-Marke überschreiten wird. Der IKT-Sektor stellt einen der bedeutendsten Arbeitgeber in Griechenland dar, mit mehr als 300.000 Beschäftigte. Insgesamt beträgt der Umsatz des Sektors fast 13,8 Mrd. Euro und er zieht etwa 24 % der ausländischen Direktinvestitionen an, die in das Land fließen.
Ein ganz wichtiger Aspekt dieser Entwicklung betrifft den Ausbau der digitalen Infrastruktur. Die 5G-Abdeckung in Griechenland gehört mit einem Wert von 99,8 % zu den höchsten in der EU und liegt sehr nah am EU-Ziel für 2030, was die technologische Infrastruktur deutlich stärkt. Gleichzeitig wird Griechenland eine der sieben ersten KI-Fabriken in der EU beherbergen, was die Zusage des Landes bestätigt, zum Aufbau der technologischen Führungsrolle der EU beizutragen.
„Drei Viertel der in Griechenland gegründeten
Start-ups sind im B2B-Bereich tätig und konzentrieren sich auf zukunftsträchtige Felder wie KI, Biotechnologie und HealthTech.“
Der Boom der Start-up-Szene
Die griechische Start-up-Szene hat sich zu einem wahren Wachstumsmotor entwickelt. Seit 2017 sind die jährlichen Investitionen in griechische Jungunternehmen explosionsartig angestiegen. Während 2017 noch rund 17 Mio. Euro in die Szene flossen, wurden 2024 über 555 Mio. Euro in griechische Start-ups investiert. Treiber dieses Wachstums sind die steigende Anzahl von Risikokapitalfonds und die zunehmende Präsenz internationaler Investoren.
Die Startup-Szene in Griechenland hat sich zu einem guten strukturierten Ökosystem entwickelt, das Gründer von der Idee bis zu späten Investitionen unterstützt. Starke Seed- und Series-A-Runden fördern junge Firmen, stärken die Wirtschaft und machen Griechenland zu einem wichtigen Tech-Standort in Europa.
Drei Viertel der in Griechenland gegründeten Start-ups sind im B2B-Bereich tätig und konzentrieren sich auf zukunftsträchtige Felder wie KI, Biotechnologie und HealthTech. Einige griechische Start-ups haben bereits globale Erfolge erzielt. Viva Wallet, Blueground und Workable sind nur einige Beispiele, die sich international etabliert haben. Auch globale Tech-Giganten wie Microsoft, Google und Digital Realty haben dies erkannt und betreiben mittlerweile Forschungs-, Entwicklungs- und Datenzentren in Griechenland.
Die Digitalisierung des öffentlichen Sektors
Parallel zur blühenden Start-up-Szene treibt die griechische Regierung die Digitalisierung der Verwaltung mit Hochdruck durch
eine besonders ehrgeizige Digitalstrategie voran. Über die zentrale Plattform gov.gr sind mittlerweile mehr als 2.200 Behördengänge digital verfügbar. Was früher lange Warteschlangen und einen wahren Papierkrieg bedeutete, lässt sich heute bequem per Mausklick oder Smartphone erledigen. Besondere Erwähnung verdient die neue App „Kids Wallet“, die dieses Jahr von der griechischen Regierung eingeführt wurde. Es handelt sich um ein digitales Tool zur elterlichen Kontrolle für die Sicherheit und Schutz Minderjähriger im Internet. Durch die App können die Eltern die Internet- und App-Nutzung ihrer Kinder verwalten und kontrollieren. Das Hauptziel ist es, Kinder vor den Risiken im digitalen Raum zu schützen, wie z. B. dem Zugriff auf ungeeignete Inhalte, dem Kontakt mit Fremden und übermäßiger Gerätenutzung, die ihre geistige und körperliche Gesundheit beeinträchtigen kann.
Ausblick
Die Aussichten sind vielversprechend. Griechenland hat erkannt, dass Forschung, Entwicklung und Innovation die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und Wohlstand sind. Mit gezielten Investitionen, einer unterstützenden Politik und dem wachsenden Interesse internationaler Partner entwickelt sich das Land Schritt für Schritt zu einem bedeutenden technologischen Hub Europas. Die Kombination aus Fachkräften, dynamischen Start-ups und verbesserten Rahmenbedingungen schafft ein ideales Umfeld für Innovationen und macht Griechenland zu einem attraktiven Standort für Investoren und internationale Kooperationen <

Chara Baltouma
Generalkonsulin der Hellenischen Republik in Düsseldorf
Generalkonsulat der Hellenischen Republik
Willi-Becker-Allee 11 40227 Düsseldorf
T +49 211 6878 5037 grgencon.ddf@mfa.gr www.mfa.gr/germany/de/ das-generalkonsulat-indusseldorf

Nonika Papadopoulou
Konsulin für Wirtschaft und Handel
Generalkonsulat der Hellenischen Republik Wirtschafts- und Handelsabteilung
Willi-Becker-Allee 11 40227 Düsseldorf
T +49 211 68785015 ecocom-dusseldorf@mfa.gr

Text: Christoph Sochart

Wer junge Menschen stärken will, muss Bildungswege neu denken. Seit fast zwei Jahrzehnten tut dies das Kompetenzzentrum Berufliche Orientierung in Düsseldorf – vernetzt, praxisnah und mit spürbarer Wirkung über die Stadtgrenzen hinaus.
Mitten in der dynamischen Bildungslandschaft Nordrhein-Westfalens ist das Kompetenzzentrum seit 2006 ein verlässlicher Impulsgeber und Partner für passgenaue Berufsorientierung. Sein erklärtes Ziel: Jugendlichen Orientierung geben, Lehrkräfte unterstützen, Unternehmen einbinden – und so dem Fachkräftemangel wirksam begegnen.Strategisch. Innovativ. Vernetzt.
Das Kompetenzzentrum versteht sich nicht als Einzelakteur, sondern als Knotenpunkt eines starken Netzwerks. Getragen von der Stiftung Pro Ausbildung, arbeitet das Team mit hoher Praxisorientierung und Innovationskraft an neuen Wegen der beruflichen Orientierung. Viele der entwickelten Programme haben längst Vorbildcharakter für ganz NRW – einige sind bereits fester Bestandteil der schulischen Landschaft geworden.
Hinter dem Erfolg steht eine breit aufgestellte Lenkungsgruppe, in der sich zentrale Akteure der regionalen Bildungsarbeit zusammenschließen:
• Kommunale Koordinierung Düsseldorf
• Agentur für Arbeit Düsseldorf
• Handwerkskammer Düsseldorf
• Kreishandwerkerschaft Düsseldorf
• Industrie- und Handelskammer Düsseldorf
• Unternehmerschaft Düsseldorf / Stiftung Pro Ausbildung
Diese Struktur garantiert nicht nur Qualität und Zielgerichtetheit – sie sorgt auch dafür, dass Bedarfe frühzeitig erkannt und Programme flexibel und praxisnah umgesetzt werden.Orientierung mit System: Das Düsseldorfer Modell.
KEINE JUNGE ZIELGRUPPE
Wer heute junge Menschen mit politischen Themen erreichen will, kommt an Social Media nicht mehr vorbei. Das ist kein Bauchgefühl, sondern das Ergebnis einer aktuellen Studie mit dem Titel „How to Sell Democracy Online (Fast)“, initiiert von der Bertelsmann Stiftung in Kooperation mit dem Berliner Think-Tank Das Progressive Zentrum und gefördert von der Stiftung Mercator.
Die Ergebnisse sind ein deutlicher Weckruf für politische Kommunikation: Soziale Medien sind für junge Menschen der wichtigste Zugang zu politischen Informationen. 74 Prozent der 16- bis 30-Jährigen informieren sich über Plattformen wie Instagram, TikTok oder YouTube über politische Geschehnisse – deutlich mehr als in Schule, Familie oder über klassische Medien.
POLITISCHE INFLUENCER:INNEN ALS NEUE VERTRAUENSPERSONEN
Was dabei besonders auffällt: Junge Nutzer:innen folgen häufiger politischen Influencer:innen (60 Prozent) als offiziellen Accounts von Parteien oder Politiker:innen (38 Prozent). Das Vertrauen liegt stärker bei Einzelpersonen als bei Institutionen – vermutlich, weil Influencer:innen als nahbarer, authentischer und alltagsbezogener wahrgenommen werden.
Politische Kommunikation muss deshalb nicht nur in den sozialen Medien stattfinden, sondern auch deren Logik, Tonalität und Tempo verstehen – etwa durch kurze, visuell ansprechende Videos, schnelle Reaktionen und eine zielgruppengerechte Ansprache. Das bedeutet aber nicht, Inhalte zu trivialisieren –sondern sie zugänglich, konkret und relevant zu gestalten.
JUNGE MENSCHEN ERNST NEHMEN – AUCH IN DER DIGITALEN SPHÄRE
Ein zentrales Fazit der Studie: Politische Kommunikation muss die Lebensrealität junger Menschen anerkennen.Wer sie erreichen will, muss dort präsent sein, wo ihre Meinungsbildung stattfindet – und das ist nun einmal online.
Zentraler Bestandteil der Arbeit ist das Düsseldorfer Modell –ein strategisches Kooperationsformat zwischen dem Kompetenzzentrum und der Kommunalen Koordinierung der Landeshauptstadt. Während die Kommunale Koordinierung Bedarfe identifiziert und den Gesamtprozess koordiniert, entwickelt das Kompetenzzentrum daraus maßgeschneiderte Konzepte und begleitet deren Umsetzung – von der Idee bis zur landesweiten Verbreitung.
Erfolgreiche Programme, die aus dieser Zusammenarbeit hervorgegangen sind, u. a.: >
Dass Social Media nicht nur Ort der Unterhaltung, sondern auch Plattform für politische Bildung, Meinungsvielfalt und Engagement ist, zeigt sich deutlich. Auch wenn nur 17 Prozent aktiv an Diskussionen teilnehmen oder Beiträge kommentieren – die Mehrheit liest mit, beobachtet, denkt mit. Politische Inhalte landen oft über algorithmisch kuratierte Feeds bei den Nutzer:innen, was gleichzeitig Chancen und Risiken birgt.
WAS FUNKTIONIERT – UND WAS NICHT
Die in der Studie untersuchten Inhalte zeigen, dass Themen wie Regierung, Verwaltung und Wahlen am häufigsten behandelt wurden. Bildungspolitik, Sozialthemen und Umwelt erzielten dagegen geringere Reichweiten – obwohl gerade Bildung junge Menschen stark betrifft. Das legt nahe, dass politische Inhalte auf Social Media häufig an den Interessen junger Menschen vorbeiproduziert werden – oder nicht so aufbereitet sind, dass sie Anklang finden.
Zudem zeigt die Analyse, dass positive Selbstdarstellung in rund 70 Prozent der Beiträge vorherrscht, während 35 Prozent Angriffe auf politische Gegner enthalten. Interessanterweise werden solche attackierenden Inhalte zwar häufiger angesehen, aber nicht zwingend positiv bewertet. Junge Nutzer:innen lehnen politische Polemik in Kurzvideos mehrheitlich ab.
FAZIT: POLITISCHE KOMMUNIKATION MUSS DIGITAL NEU GEDACHT WERDEN
Die Studie der Bertelsmann Stiftung belegt eindrücklich: Wer junge Menschen politisch erreichen will, muss auf Social Media präsent sein – und zwar nicht nur mit Inhalten, sondern mit Haltung, Authentizität und echtem Interesse an der Zielgruppe. Kurz: Politische Bildung braucht neue digitale Wege – und die Bereitschaft, sie konsequent zu gehen.
Politik darf nicht länger davon ausgehen, dass junge Menschen den Weg zu ihr finden. Vielmehr muss sich politische Kommunikation dorthin bewegen, wo junge Menschen bereits sind. Das ist keine Kapitulation vor dem Algorithmus – sondern eine notwendige Weiterentwicklung demokratischer Öffentlichkeit.
• Bildungswege-Navigator (biwenav.de): Orientierung leicht gemacht – ein digitales Tool für die Navigation durch Düsseldorfs Bildungslandschaft.
• Duales Orientierungspraktikum (dop-dus.de): Schüler*innen sammeln erste berufliche Erfahrungen – in Schule und Betrieb.
• Düsseldorfer Praktikumsbörse (praktikum-dus.de): Der direkte Draht zwischen Jugendlichen und Unternehmen.
• Düsseldorfer Ausbildungsbotschafter: Auszubildende berichten authentisch von ihrem Berufsalltag – direkt an Schulen.
• Wirtschaft Pro Schule: Unternehmer*innen und Fachkräfte gehen in die Schulen und zeigen praxisnah, was Wirtschaft bedeutet.
• Virtuelle Betriebserkundungen: Eltern und Jugendliche entdecken Berufe bequem von zu Hause aus.
• Lust auf Handwerk (lustaufhandwerk.info): Eine Plattform, die handwerkliche Berufe sichtbar und attraktiv macht.
Brücke zwischen Schule und Arbeitswelt
Das Kompetenzzentrum setzt auf ganzheitliche Berufsorientierung – und das bedeutet: nicht nur Schülerinnen und Schüler im Blick, sondern auch Lehrkräfte, Eltern und Unternehmen. Denn nachhaltige Berufsorientierung gelingt nur, wenn alle Beteiligten gemeinsam handeln.
• Für Schüler*innen bedeutet das: ihre Talente entdecken, berufliche Möglichkeiten verstehen, realistische Zukunftsbilder entwickeln.
• Für Lehrkräfte: praxisnahe Unterstützung und aktuelle Informationen zur sich wandelnden Berufswelt.
• Für Eltern: die Chance, gemeinsam mit ihren Kindern Berufsfelder kennenzulernen – z. B. über digitale Formate.
• Für Unternehmen: direkte Kontakte zu potenziellem Nachwuchs, Sichtbarkeit bei jungen Zielgruppen und konkrete Mitgestaltungsmöglichkeiten.
Bildung schafft Zukunft – und sichert Fachkräfte
In Zeiten zunehmender Fachkräfteengpässe und beschleunigten Wandels in der Arbeitswelt ist die Arbeit des Kompetenzzentrums Berufliche Orientierung wichtiger denn je. Seine Programme fördern Talente, stärken berufliche Selbstwirksamkeit und sichern langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der Region.
Mit dem zweiten Standort in Gelsenkirchen, der eng mit der Düsseldorfer „Denkfabrik“ vernetzt ist, wächst das Netzwerk weiter – und mit ihm die Chance, zukunftsweisende Bildungskonzepte in die Fläche zu bringen.
Ein starkes Modell für ganz NRW
Das Kompetenzzentrum Berufliche Orientierung ist ein Paradebeispiel dafür, wie zielgerichtete Kooperation, Innovationsgeist und pragmatische Umsetzung zusammenwirken können, um junge Menschen fit für die Arbeitswelt zu machen – und zugleich Wirtschaft und Bildung enger zu verzahnen.
Für den Außenhandel wie für alle Wirtschaftsbereiche gilt: Nur mit einer starken Nachwuchsförderung und frühzeitiger Berufsorientierung kann die Zukunft nachhaltig gestaltet werden. Das Kompetenzzentrum in Düsseldorf zeigt, wie das konkret gelingt – Tag für Tag. <
Mehr Informationen: www.kompetenzzentrum-duesseldorf.de www.proausbildung.de

Christoph Sochart Geschäftsführer, Bildung und Kommunikation
Unternehmerschaft Düsseldorf und Umgebung e.V. Achenbachstraße 28 40237 Düsseldorf
T +49 211 66 90 812 sochart@ unternehmerschaft.de www. unternehmerschaft.de

Text: Verena Winter
Fotos: Joop van Reeken

Verena Winter
Leiterin der Galerie und Inhaberin GrenzBlickAtelier Kuration FreiheitsstromVrijheidsstroom
GrenzBlickAtelier Galerie im ps-raum Hahnenpatt 2 46399 Bocholt
GrenzBlickAtelier Büro Hellweg 80 46399 Bocholt
M +49 151 22 678 191 info@grenz-blick.eu www.grenz-blick.eu






FREIHEITSSTROM VRIJHEIDSSTROOM





Am 8. Mai 2025 wurde das grenzübergreifende Kunstprojekt im Außenraum - eine Initiative der Stadt Bocholt und der Gemeente Doetinchem (Niederlande) gemeinsam mit den Stadtmuseen beider Städte - in Bocholt anlässlich von „80 Jahren Frieden und Freiheit“ festlich eröffnet. Es vereinte Künstlerinnen und Künstler und Handwerksbetriebe aus beiden Ländern. Das Projekt endete am 8. November 2025.
Themen Freiheit und Frieden im Mittelpunkt 8 Artist-Tandems gestalteten 8 Kunstwerke, die sich mit Themen wie Freiheit, dem Streben nach Frieden und der Dynamik kultureller Strömungen auseinandersetzten. Die Bocholter Aa und die niederländische Oude IJssel, die beide Städte verbinden, waren nicht nur geografische, sondern auch symbolische Elemente des Projekts. Die Zahl 8 spielte ebenso eine zentrale Rolle: Das Ende des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai 1945 und die liegende 8 als Symbol der Unendlichkeit.
Viel interessierter Besuch und echte Herausforderungen
Für die mitmachenden Kunstschaffenden und alle am Projekt Beteiligten war das Projekt zu einer echten Herausforderung geworden. Immer wieder mussten Lösungen für besondere Ansprüche gefunden werden. Und auch der Wechsel der Standorte Ende August - die Skulpturen, die zuerst in Bocholt zu sehen waren, gingen nach Doetinchem und umgekehrt - verlangte von allen echten Einsatz und Kreativität. Es hat sich gelohnt, denn die Vielfalt der künstlerischen Arbeiten zeigten, welch ein inspirierendes Erlebnis FREIHEITSSTROM –VRIJHEIDSSTROOM für alle wurde: für die Kunstschaffenden, Handwerker und Handwerkerinnen, Besucherinnen und Besucher beider Länder.
Unterstützung von vielen Seiten
Viele Menschen und Organisationen standen hinter dem Kunstprojekt. Dass dieses überhaupt realisiert werden konnte, war in erster Linie den Artist-Tandems sowie den Handwerksbetrieben, Firmen und noch vielen anderen Beteiligten, die auf vielfältige Weise die Künstlerinnen und Künstler unterstützt haben, zu verdanken. Das Projekt wurde außerdem im Rahmen des Interreg Programms Deutschland- Nederland mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) sowie der Stadt Bocholt und der Gemeinde Doetinchem kofinanziert. <
Detaillierte Hinweise zu den 8 Artist-Tandems sind auf der D/NL Website zu finden: https://www.bocholt.de/freiheitsstrom


Ingo Krasenbrink & Luci Aversteeg RIVERMAID – RIVER OF FREEDOM
„Die Rivermaid, eine Wind- und Wasserprinzessin, an Frieden und Freiheit mahnendes Schutzwesen im Sturm der Zeitenwende. Das weit sichtbar wehende Symbol mit zarten Friedensklängen. Das tragen wir nun am Herzen, auch mit unserer Rivermaid-Schmuckserie der Freundschaft.“

Ine de Laak & Werner Brand FREIHEITSVOGEL – VRIJHEIDSVOGEL
„Der Freiheitsvogel ist an einer Platte aus Glas befestigt. Diese Platte deutet die Grenze zwischen den beiden Ländern an. Der Vogel ist das Symbol der Freiheit und fliegt sorglos über die Grenze. Der Stoff ist upcycling-gewebt durch Menschen mit Behinderungen bei der Betreuungseinrichtung Zozijn.“


Gerd Hagedorn & Georg Paar
IN VARIETATE CONCORDIA (Einigkeit in Vielfalt)
„Die Oude Ijssel und Aa prägen die niederländisch-deutsche Grenzregion. 80 Jahre steht sie für Frieden und Freiheit. So, wie diese Skulptur die Region über die Landesgrenze hinweg überspannt, verstehen wir unser Werk als ein Sinnbild, das auf die geistige Verbundenheit der Menschen hinweist.“




Deutsch-Usbekischer Wirtschaftsrat (DUWIRAT)
Postfach 200161
80001 München
T +49 89 120 89 682
F +49 89 120 89 683 info@duwirat.de www.duwirat.de
Botschaft der Republik Usbekistan in der Bundesrepublik Deutschland:
Perleberger Straße 62 10559 Berlin
T +49 30 39 40 98 0
F +49 30 39 40 98 - 62 botschaft@uzbekistan.de www.uzbekistan.de
DUWK-Büro
Amir Temir Straße 4 100047 Taschkent
Republik Usbekistan
T +998 71 200 98 89
M +998 50 078 72 08 buero@duwk.de
Am 19. und 20. Juni 2025 besuchte eine usbekische Regierungsdelegation unter der Leitung von S.E. Premierminister Abdulla Aripov NRW. Neben dem Treffen mit Herrn Ministerpräsident H. Wüst war ein weiterer Höhepunkt das Businessforum in der IHK Düsseldorf.
Informieren auch Sie sich über die Geschäftsmöglichkeiten in diesem sich wirtschaftlich rasant entwickelnden Land in Zentralasien. Gerne erhalten Sie von uns weitere Informationen.


Wiesje de Boer & Wendy Janssen
STARK DURCH VERBINDUNG – STERK DOOR VERBINDING
„Stark durch Verbindung ist ein interaktives Kunstwerk, in dem Ideen über Verbindung gesammelt werden. Das Kunstwerk selbst zeigt durch die Verwendung von Materialien und Formen, dass das Verbindende stark macht. Betonfaden wird Form, Fasern werden zu Filz. Verbundenheit gibt Freiheit Sinn.“

Hans Michael Spogahn & Fieke Jolink HINAUS IN DIE FREIHEIT – UITVLIEGEN IN VRIJHEID
„80 V-Zeichen als Friedenssymbole fliegen in die Freiheit: Aus den Ruinen des 2. Weltkrieges wächst in den Farben der niederländischen und deutschen Flaggen der Freiheitsstrom und gipfelt in symbolischen neuen Häusern mit geöffneten Fenstern aus denen 80 Vs in den Frieden und die Freiheit fliegen.“


Tiki Tangelder & Maria Neumann (STUDIO BROEN) VERLANGEN
„erwartung wird verlangen verlangen wird abenteuer abenteuer wird erinnerung das gewebe unseres lebens“






Energieerzeugung, Speicherung, Ladeinfrastruktur oder der Ausbau Ihrer E-Flotte: Wir fördern Ideen, die Sie auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit im Mittelstand voranbringen.
Fragen Sie Ihre Hausbank nach einer NRW.BANK-Förderung.






Marjon Hermeling, Judith von Tora & Dorothea Heweling Hollands DRUPPEL VOOR DRUPPEL - DER FLUSS DER FREIHEIT - RIVIER VAN DE VRIJHEID
„Eine Aluminiumkette: gebogen, geschmiedet, montiert aus zarten Tropfen als Symbol für die Zerbrechlichkeit des Friedens. Farbig leuchtende Acrylglas-Scheiben zeigen die bunte Vielfalt der Gesellschaft mit den Kleinsten in ihrer Mitte.“

Katja Weiser & Heike Engel BREATHE
„Breathe stellt die Freiheit und Kraft des grenzenlos fließenden Atmens dar. Der Tanz der Segel symbolisiert die Stabilität in der Veränderung des Lebens. Atmen verbindet, beruhigt und fördert kreatives Denken. Nur im Jetzt können wir Atmen und eine friedvolle Zukunft gestalten.“


Text: Sylvia Monzel

Seit 2010 veranstaltet die Auslandsgesellschaft.de im Auftrag des Landes Nordrhein-Westfalen die Deutsch-Afrikanischen Wirtschaftsforen NRW in Dortmund, um auf die vielfältigen wirtschaftlichen Potenziale dieses sehr jungen und dynamischen Kontinents hinzuweisen. Beim nun schon 9. Deutsch-Afrikanischen Wirtschaftsforum NRW, das am 3. März 2026 wieder in Dortmund stattfinden wird, heißt es: Call to action!
Denn: Deutschland braucht Afrika! Wer sich im Zuge von De-Risking, Nearshoring und Diversifizierung von Lieferketten besser aufstellen will, wer internationale partnerschaftliche Zusammenarbeit im Energiesektor, im Bereich der Digitalisierung, Urbanisierung und Industrialisierung sucht, wer sich international an der Ernährungssicherung oder Gesundheitsförderung wirtschaftlich beteiligen möchte – um nur einige Beispiele zu nennen –, der findet auf dem afrikanischen Kontinent enorm viele Möglichkeiten!
War das Afrika-Engagement der deutschen Wirtschaft bislang im weltweiten Vergleich eher zögerlich, so ist jetzt der Zeitpunkt für die Wende!
Wie gelungene wirtschaftliche Zusammenarbeit aussieht, präsentieren wir anhand zahlreicher Best Practice Impulse deutscher Unternehmen des Mittelstands, die erfolgreich im Africa Bu-
siness unterwegs sind. Wir thematisieren die Güte der afrikanischen Wirtschaftspartner und präsentieren Ihnen topaktuelle Marktstudien und interessante Fachbeiträge von Africa Business Experten. Die große Bandbreite der Unterstützungsangebote für den Marktgang nach Afrika und nicht zuletzt ein exklusiver Polit Talk mit dem Staatssekretär Paul Höller aus dem Wirtschaftsministerium NRW, Vertretern des Bundes zur neuen Afrika-Strategie und hochrangigen Vertretern aus der Wirtschaft zur politischen Flankierung des Africa Business runden das Programm ab. Minister Nathanael Liminski, der in der Staatskanzlei von Nordrhein-Westfalen für die internationale Zusammenarbeit mit Afrika zuständig ist, wird die Eröffnungsrede halten.
Maßgeblich unterstützt werden wir von zahlreichen namhaften Playern im Africa Business: Das Kammernetzwerk der Industrie- und Handelskammern steht mit dem IHK NRW e.V., dem

DIHK und den AHKs in Afrika eng an unserer Seite. Letztere bieten während des Wirtschaftsforums individuelle Beratungsangebote in Dortmund in der eigens eingerichteten AHK-Lounge an. Ein attraktives Angebot, das von zahlreichen Unternehmern immer gerne angenommen wird! Nicht zuletzt findet das Deutsch-Afrikanische Wirtschaftsforum NRW seit Anbeginn an in den Räumen und mit großer Unterstützung der IHK zu Dortmund statt.
Die Expert:innen vom Wirtschaftsnetzwerk Afrika sowie vom Afrika-Verein der Deutschen Wirtschaft e.V. unterstützen uns regelmäßig mit ihrer exzellenten Fachexpertise in Programm und Durchführung, ebenso wie z.B. die GTAI, die GIZ, der AHV NRW sowie weitere Branchen- und Handelsfachverbände und viele weitere Partner aus dem Africa Business.
An dieser exzellenten Informations- und Networking-Plattform nehmen regelmäßig über 300 Unternehmen des deutschen Mittelstands und Africa Business Experten teil. 2018 war sogar der ghanaische Staatspräsident, S.E. Nana Akufo-Addo, unser Gast! Unsere Homepage www. afrika-wirtschaftsforum-nrw.de gibt Ihnen einen Überblick über alle Veranstaltungen seit 2010 und geht ab Januar mit dem Programm für 2026 online.
Call to action: Melden Sie sich heute noch für das Wirtschaftsforum auf unserer Homepage an! Folgen Sie dem Deutsch-Afrikanischen Wirtschaftsforum NRW auch auf LinkedIn! <

Sylvia Monzel Programmleiterin Wirtschaft & Entwicklung
Deutsch-Afrikanische Wirtschaftsforen NRW Auslandsgesellschaft.de e.V. Steinstr. 48 44147 Dortmund
T +49 231 83 800 29 monzel@ auslandsgesellschaft.de www.afrikawirtschaftsforum-nrw.de
Text: Deutsch-Niederländische Handelskammer

Kaum zwei Regionen in Europa sind wirtschaftlich, kulturell und gesellschaftlich so eng miteinander verflochten wie Nordrhein-Westfalen und die Niederlande. Was mit einer fast 400 Kilometer langen gemeinsamen Grenze beginnt, hat sich längst zu einer der wichtigsten grenzüberschreitenden Partnerschaften Europas entwickelt – geprägt von gegenseitigem Vertrauen, gemeinsamen Werten, ähnlicher Mentalität und einer tief verwurzelten wirtschaftlichen Zusammenarbeit. „Deutsche und niederländische Firmen ergänzen sich sehr gut. Der grundlagenorientierte und systematische deutsche Ansatz verbunden mit der Technologieoffenheit und dem Out-of-the-box-Denken der Niederländer bildet eine unschlagbare Kombination“, sagt Günter Gülker, Geschäftsführer der Deutsch-Niederländischen Handelskammer.
Für NRW sind die Niederlande der wichtigste Handelspartner weltweit. Das Handelsvolumen zwischen beiden belief sich im Jahr 2024 auf rund 60 Milliarden Euro. Darüber hinaus haben sich rund 4100 niederländische Unternehmen in NRW niedergelassen – kein anderes Land ist mit mehr Unternehmen am Standort vertreten. Übrigens: Auch kein anderes Land weltweit investiert so viel in die Bundesrepublik. Die Direktinvestitionen aus den Niederlanden betrugen zuletzt laut Bundesbank 183 Milliarden Euro.
Die enge Verbindung zeigt sich auch auf politischer Ebene. Neben den deutsch-niederländischen Regierungskonsultationen auf Bundesebene, die 2013 von NL-Premier und dem heutigen NATO-Chef Mark Rutte und Bundeskanzlerin Angela Merkel initiiert wurden, gibt es seit 2018 auch regelmäßig Ministertreffen zwischen der nordrhein-westfälischen und der niederländischen Regierung. Beim letzten Treffen im März 2025 standen die Themen Energiezusammenarbeit, Wettbewerbsfähigkeit und Industriepolitik im Fokus, aber auch Sicherheit und Migration, die grenzüberschreitende Infrastruktur sowie die Zusammenarbeit in der gemeinsamen Grenzregion. Das Credo: Gemeinsam sind NRW und die Niederlande stärker in Europa.
Zur vertiefenden Zusammenarbeit tragen auch neue Dialog-Formate zwischen führenden Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft beider Regionen bei: Das Zukunftsforum NRW-Niederlande etwa, das im Oktober 2025 im niederländischen Noordwijk aan Zee zum dritten Mal stattfand und von der Brost Stiftung aus Essen gemeinsam mit der DNHK organisiert wurde. Mit dabei: NL-Ministerpräsident Dick Schoof und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst. Hier wurde wieder einmal deutlich, dass sich viele der großen Herausforderungen – von Klimaneutralität bis Digitalisierung – nur gemeinsam lösen lassen. Oder wie es die Schirmherren Jan Peter Balkenende, ehemaliger NL-Premier, und Armin Laschet, ehemaliger NRW-Ministerpräsident, auf den Punkt brachten: „Unsere Vision ist ein gemeinsamer Wirtschaftsraum, der geopolitisch wettbewerbsfähig ist. Die enge Zusammenarbeit unserer Länder ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit.“
Gemeinsame Projekte und Innovationen, die beide Länder und Regionen stärken, gibt es reichlich. Die gemeinsame Bewerbung etwa um das Einstein-Teleskop. Der beschlossene Delta-Rhein-Korridor mit Pipelines für Wasserstoff und CO₂ vom Hafen Rotterdam bis ins Ruhrgebiet. Vorbildlich ist auch die Zusammenarbeit von Rotterdam und Duisburg: Die beiden Hafenchefs konkurrieren nicht miteinander, sondern erschaffen in partnerschaftlicher Zusammenarbeit die Logistik zwischen beiden Regionen. Ein weiteres Beispiel für eine erfolgreiche Kooperation: Das Rheinland bildet zusammen mit den Niederlanden und Flandern das viertgrößte Chemie-Cluster der Welt – nach China, den USA und Japan. Gemessen am Pro-Kopf-Umsatz ist die Region sogar die Nummer eins. Und auch in Zukunftsfeldern wie Künstlicher Intelligenz, Logistik, Smart Cities und Smart Agriculture ergänzen sich NRW und die Niederlande hervorragend. Und sollten die Kooperationen weiter intensivieren. Denn gerade in Zeiten globaler Umbrüche zeigt sich: Nur wer zusammenarbeitet, bleibt wettbewerbsfähig.
Rund 69.000 Niederländer leben in Nordrhein-Westfalen – die Hälfte aller in Deutschland ansässigen Landsleute. 55 Städtepartnerschaften verbinden beide Länder. Und unzählige persönliche und wirtschaftliche Beziehungen sorgen dafür, dass aus Nachbarn längst feste Partner geworden sind. Die Beziehung zwischen NRW und den Niederlanden ist damit weit mehr als reine Außenwirtschaft: Sie ist ein gelebtes Beispiel dafür, wie Europa im Alltag funktioniert – innovativ, offen, verlässlich und immer mit Blick nach vorn. <
„Unsere Vision ist ein gemeinsamer Wirtschaftsraum, der geopolitisch wettbewerbsfähig ist. Die enge Zusammenarbeit unserer Länder ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit.“

Günter Gülker Geschäftsführer
Deutsch-Niederländische Handelskammer (AHK Niederlande) Nassauplein 30 NL-2585 EC Den Haag
T +31 70 311 41 23 g.guelker@dnhk.org www.dnhk.org
Text: Egon Lacher

Der Weg zu einem langfristig erfolgreichen Auslandsengagement in den USA bedarf einer auf solider Erfahrung aufbauenden Strategie und Unternehmenssteuerung. Strategie/Steuerung und eine qualifizierte Personalauswahl der leitenden Mitarbeiter müssen dabei letztlich Hand in Hand gehen. Dies gilt umso mehr für hierarchische Firmenstrukturen, wie diese in Amerika weitgehend üblich sind. Allzu häufig werden Kandidaten für die Niederlassungsleitung dann doch oft emotional aus dem Bauch heraus ausgewählt oder abgelehnt - nach dem Prinzip „I’ll know it when I see it“.
Eine vernünftige Kombination aus Datenanalyse und persönlicher Erfahrung ist eine bewährte Mischung um zu einer erfolgreichen langfristigen Besetzung mit dem besten Kandidaten zu gelangen. Datenbasis und Analyse sind allerdings wichtige Grundlagen eines gut fundierten Entscheidungsprozesses. Ohne langjährige „hands-on“-Erfahrung nicht nur im relevanten industriellen Umfeld, sondern auch in beiden Kulturkreisen, ist eine sinnvolle Entscheidung kaum erreichbar. Dies ist ein wichtiger Grund dafür, lokale Berater (Personalberater, lokale Kenner als Mitglied im Board of Directors oder einem Advisory Board) einzubinden, welche in beiden Kulturen - dem der Unternehmenszentrale ebenso wie dem der Niederlassung - konkrete Berufs- und Lebenserfahrung vorweisen können.
„Ohne langjährige „hands-on“Erfahrung nicht nur im relevanten industriellen Umfeld, sondern auch in beiden Kulturkreisen, ist eine sinnvolle Entscheidung kaum erreichbar.“
In den vergangenen Jahren hat sich nicht zuletzt dank verbesserter Technik der Trend entwickelt, zumindest die Vorauswahl von Kandidaten per Telefon/Video abzuwickeln. Das setzt aber nicht nur eine adäquate Technik voraus, sondern auch ein verbessertes Verständnis der Anwender auf beiden Seiten, damit angemessen umzugehen. Entscheidend ist das Verständnis im Umgang miteinander - sprachlich, kulturell und persönlich.

Bei der Einstellung von Führungskräften wird die Entscheidung aber nicht nur von Fachfragen und praktischen Kriterien bestimmt. Es sind oftmals die interpersonellen und persönlichen Merkmale, welche die Grundlagen des gegenseitigen Verständnisses und Vertrauens bilden. Zwischenmenschliche und charakterlichen Aspekte entscheiden häufig über Zusammenarbeit und Erfolg. Sehr wichtig dazu ist die einschlägige Erfahrung in der Auswahl durch gezielte Befragung und Prüfung der Laufbahnen von Kandidaten, die in den USA anders geschildert werden als in Europa.
Die Leitung einer internationalen Niederlassung insbesondere in einem anspruchsvollen Markt wie die USA bedingt ein solches gegenseitiges Vertrauen und verlangt die Fähigkeit eng miteinander auch über große Distanz (geografisch, zeitlich, aber auch kulturell) gut miteinander arbeiten zu können. Ohne persönliche Verbindung und Empathie ist dies nicht möglich und selbst die beste Strategie bleibt dann Theorie.
Lokale Experten, welche nicht nur die kulturellen Bindungen und Einflüsse berücksichtigen, sondern vor allem auch ganz konkrete, praktische „daily life“ Kenntnisse vorweisen können und somit den Entscheidern in den Zentralen als qualifizierte Partner vor Ort dienen können, sind unabdingbar.
So entsteht eine Verbindung aus moderner Technik und erfahrener Beratung, die nachhaltigen Erfolg möglich macht. Diese sogenannten „Consultative Recruiter“ - Berater, die nicht nur beraten, sondern wirklich verstehen sind keine Luxusoption für europäische Firmen, sondern eine entscheidende Erfolgsressource für jedes Unternehmen, das in den USA Fuß fassen will. <

Egon Lacher Board Chairman
J.R. BECHTLE & Co. International Executive Recruiting
Fountain Square 2600 N. Military Trail, Suite 290 Boca Raton, FL 33431
USA
T +1 561 955 0012
e.lacher@jrbechtle.com www.jrbechtle.com
WIR! - die Außenhändler
Text: Andreas Mühlberg
Fotos: Joop van Reeken

Beim traditionellen Gänseessen des After Trade Clubs (ATC) im November trafen sich wieder zahlreiche Außenhändlerinnen und Außenhändler aus unterschiedlichen Branchen. In diesem Jahr ging es in den Gasthof Gut Porz nach Ratingen-Lintorf, wo Mitglieder und Gäste des Außenhandelsverbands Nordrhein-Westfalen (AHV NRW e. V.) in entspannter Atmosphäre zusammenkamen.
Die Teilnehmenden reisten aus dem Niederrhein, dem Ruhrgebiet und der Region Düsseldorf an. Trotz der aktuellen wirtschaftlichen und politischen Unruhe herrschte eine offene, angenehme Stimmung. Die Gespräche drehten sich bunt gemischt um Privates, Geschäftliches und alles, was die Außenhandelswelt gerade bewegt.
Der ATC zeigte sich einmal mehr als lebendiges Forum, in dem Austausch und persönliche Begegnung im Mittelpunkt stehen.
Unternehmen aus Industrie und Handel, die einmal hineinschnuppern möchten, sind herzlich Willkommen. Da die Plätze begrenzt sind, wird um vorherige Anmeldung unter andreas.muehlberg@ahv.nrw (Telefon: +49 211 66 908-28) gebeten. <








Text: Arne Kölling und Philippe Ackermann

Teilnehmende des Runden Tischs „Defence“ mit Wirtschaftsministerin Mona Neubaur, Staatssekretärin Silke Krebs und Staatsekretär Paul Höller, Mai 2025 (© MWIKE NRW)
Die geopolitische Lage in Europa verändert sich rasant. Neue sicherheitspolitische Herausforderungen testen die europäische und transatlantische Sicherheitsarchitektur und technologische Entwicklungen revolutionieren gesamte Konfliktgeschehen. Zunehmende geopolitische Rivalitäten erhöhen die Notwendigkeit belastbarer Lieferketten im Defencebereich. Hybride Bedrohungen durch autoritäre Staaten führen uns die Notwendigkeit eines verstärkten Schutzes kritischer Infrastruktur alltäglich vor Augen. All dies führt dazu, dass EU- und NATO-Märkte sowie strategische Partnerstaaten mit vergleichbaren Sicherheitsund Verteidigungsinteressen die verstärkte Zusammenarbeit suchen. Verteidigungs- und Sicherheitstechnologien, lange Zeit Randthemen der Innovationspolitik, rücken in den Mittelpunkt europäischer Industrie- und Forschungsvorhaben. Nordrhein-Westfalen gewinnt dabei zunehmend an strategischer Bedeutung und leistet so seinen Beitrag zur Bewältigung der Zeitenwende.
Zwischen Rhein und Ruhr vereinen wir in Nordrhein-Westfalen eine hochdiversifizierte industrielle Basis mit weit vernetzten Zulieferindustrien mit herausragenden Forschungseinrichtungen und einer dynamischen Gründerszene. So entstehen in Feldern wie Cybersicherheit, Sensorik, Materialwissenschaft, KI und Drohnentechnologien in den vergangenen Monaten und Jahren Dual-Use-Innovationen, die für zivile und militärische Anwendungen gleichermaßen relevant sind. Doch wie gelingt es, das Potenzial für sicherheits- und verteidigungsbezogene Innovation am Standort zu nutzen? In diesem sich rasant modernisierenden
Marktgeschehen spielen insbesondere Start-ups eine ausschlaggebende Rolle. Das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIKE) flankiert daher die unvermeidliche Anpassung an neue geopolitische Realitäten mit gezielten Maßnahmen zur Internationalisierung von Start-ups sowie einer aktiven Clusterbildung im Bereich Defense.
Strategische Förderung durch das Startup Welcome Package Um internationale Start-ups gezielt bei der Markterschließung in NRW zu unterstützen, hat das Ministerium in 2024 gemeinsam mit der Landeswirtschaftsförderungsgesellschaft NRW. Global Business das sogenannte Startup Welcome Package eingeführt. Internationale Start-ups können sich in diesem Kontext für einen Zuschuss von bis zu 10.000 Euro bewerben, der für Co-Working-Angebote, individuelle Gründungsberatung sowie rechtliche und steuerliche Unterstützung genutzt werden kann. Die Maßnahme wird bereits von Start-ups aus Europa, Nordamerika und Asien in Anspruch genommen - wodurch sich vor allem die Städte Köln, Aachen und Düsseldorf schrittweise als wichtige Alternativstandorte zu Start-up-Zentren wie Berlin oder London etablieren können.
Förderung im Bereich der Raumfahrt
Einen weiteren wichtigen Baustein für den Aufbau internationaler Geschäftsbeziehungen liefert das im Jahre 2022 zusammen mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA und der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR als Partner gestartete ESA BIC NRW Inkubator-Programm. Es ist ausgerichtet auf raumfahrtbezogene Startups und leistet einen erheblichen Beitrag für mehr Wirtschaftswachstum, zukunftsfähige Arbeitsplätze, und Schlüsseltechnologien made in NRW. Ausgewählte Start-ups erhalten durch das Programm neben einer finanziellen Unterstützung von bis zu 50.000 Euro eine zweijährige Managementbegleitung durch die EurA AG aus Aachen und Herten sowie technischen und wirtschaftlichen Support. Das ESA BIC Programm ermöglicht NRW eine führende Rolle in der neuen Ära der Raumfahrt einzunehmen und damit zur Sicherheit Europas beizutragen.
Netzwerke, Cluster und Kooperationsplattformen Neben finanzieller Unterstützung ist die Vernetzung ein zentraler Erfolgsfaktor. Formate wie die Startup Germany Tour haben in den vergangenen Jahren bereits 550 Start-ups aus den unterschiedlichsten Ländern nach Nordrhein-Westfalen gebracht und diese mit regionalen Investor:innen en, Unternehmen und Forschungseinrichtungen verbunden. Das Programm umfasst, nach einem rigorosen Auswahlprozess, jährlich eine einwöchige NRW-Reise ausgewählter ausländischer Start-ups, während derer sie die Möglichkeit haben, ihre Ideen zu pitchen, mit relevanten Akteuren in Kontakt zu treten und, im Idealfall, NRW sogar für sich als einen neuen Standort zu etablieren. Neben diesem Ansiedlungsaspekt ist ein zentrales Element der Tour das sogenannte Reverse Pitching, bei dem
Unternehmen ihre Herausforderungen präsentieren und Startups geeignete Lösungen aus ihrem Hause anbieten können: So profitieren nordrhein-westfälische kleine und mittlere Unternehmen (KMU) von technologischem Know-how aus der ganzen Welt – und das direkt vor ihrer Haustür.
Ein weiterer wichtiger Schritt ist, neben der Übersicht auf www. accelerate.nrw, die Darstellung des Innovations-Ökosystems und das dazugehörige internationale Standortmarketing für Innovation Made in NRW. Das NRW-Wirtschaftsministerium hat seit 2022 gemeinsam mit Projektpartnern:innen zentrale Anlaufstellen für lokale Start-ups zur Selbstdarstellung und Vernetzung (startups.nrw) sowie zur Internationalisierung mit weltweiten Innovationsmärkten (global-connect.nrw) geschaffen.

im Rahmen einer Podiumsdiskussion bei der Mission 2044-Veranstaltung im Rahmen des Mittelstand Defence Forums im Oktober 2025 in Düsseldorf (© Mara Tröger)
Da Dual-Use-Technologien und sicherheitsrelevante Lösungen aufgrund ihrer regulatorischen Anforderungen einer besonderen Vernetzung bedürfen, sind für den Defence-Bereich solche Strukturen besonders wichtig. Bestehende Initiativen wie HIGH-TECH.NRW, das Cyber Security Cluster Bonn e.V. und das Fraunhofer FKIE werden daher durch neue Formate wie das Netzwerk Defense.NRW und die privatwirtschaftliche Initiative DefenseTech-Inkubator.NRW sinnvoll ergänzt. HIGH-TECH.NRW, der High- und Deep-Tech-Accelerator für Schlüsseltechnologien, unterstützt seit jeher hochtechnologische Start-ups. Viele der dort behandelten Themen fallen durch ihre Regularien und Anwendungen schnell in den Bereich Dual-Use – der Schritt in die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie ist hier oftmals ein logischer – sei es für neue Werkstoffe, additive Fertigung, sicherheitsrelevante Mikroelektronik, Robotik oder neuartige Chiparchitekturen und Computing-Technologien.
Der DefenseTech-Inkubator.NRW, initiiert von 1ST MOVER, bietet Start-ups in Sicherheits- und Verteidigungstechnologien infolgedessen gezielte Unterstützung durch >
Industriepartnerschaften, Technologievalidierung und internationale Markterschließung. Unterstützt wird der Aufbau dieses DefenseTech-Ökosystems auch von der NRW.BANK, die als Förderbank des Landes innovative Ansätze im Bereich DefenceTech begleitet und insbesondere kleine und mittlere Unternehmen aus der Verteidigungs- und Zulieferindustrie fördert. Diese Förderung unterliegt strengen Auflagen; geächtete Waffen sind grundsätzlich ausgeschlossen. Gemeinsam mit ersten DefenseTech-orientierten Venture-Capital-Initiativen mit NRW-Bezug entsteht so in Nordrhein-Westfalen ein vollständiges Netzwerk, das junge Start-ups von der Gründung über die Markterschließung bis zur Internationalisierung begleitet.
Ein Beispiel für die dabei entstehende Dynamik ist der Flughafen Mönchengladbach, der sich seit 2024 zu einem Reallabor für unbemannte Systeme entwickelt. Das Berliner Unternehmen Germandrones eröffnete dort 2025 einen Entwicklungsund Produktionsstandort und beteiligt sich an Projekten wie SkyTRACKplus und SkyCab. Im Zusammenspiel mit dem Forschungszentrum Jülich, dem DLR, der Region Rheinisches Revier und lokalen Behörden wird der Standort zu einem Modellfall für die Integration unbemannter Systeme in den regulären Luftraum – ein zentraler Baustein zukünftiger Sicherheitsund Mobilitätsstrategien am Standort Nordrhein-Westfalen.
Strategische Zielmärkte
Die weitere Vernetzungsarbeit des MWIKE konzentriert sich auf ausgewählte Märkte mit hoher strategischer Relevanz. Dabei werden insbesondere die europäischen Partnerregionen Piemont (Italien) und Schlesien (Polen) einbezogen –beide bringen starke Kompetenzen in Luft- und Raumfahrt, Maschinenbau und industrieller Fertigung ein. Parallel dazu intensiviert NRW den Austausch mit führenden internationalen DefenseTech-Standorten: Israel überzeugt durch Exzellenz in Cybersecurity und Drohnentechnologien, das Vereinigte Königreich durch seine traditionsreiche Verteidigungsindustrie und das Baltikum durch hohe Digitalisierung und geostrategische Lage. Diese gezielte internationale Vernetzung stärkt Technologie- und Lieferkettenresilienz und fördert den Wissenstransfer über die EU-Grenzen hinaus.
Nordrhein-Westfalen im europäischen Defence-Innovationsnetzwerk Nordrhein-Westfalen steht damit beispielhaft für den Wandel hin zu einer innovationsgetriebenen Sicherheitsarchitektur. Zwischen industrieller Stärke, wissenschaftlicher Exzellenz und einer sich international vernetzten Start-up-Kultur etabliert sich NRW als Standort, der technologische Souveränität und sicherheitspolitische Verantwortung miteinander verbindet. Die konsequente Förderung von DefenseTech-Innovationen – vom

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Inkubator über spezialisierte Venture-Capital-Strukturen bis hin zur internationalen Marktöffnung – spiegelt die neue geopolitische Realität. Nordrhein-Westfalen ist hier Brückenbauer zwischen Forschung und Anwendung, zwischen Wirtschaft und Sicherheitspolitik, zwischen regionalem Cluster und globalem Markt. <
Arne Kölling
Studierte Internationale Wirtschaftspolitik mit einem Minor in Konflikt-Governance und Sicherheitspolitik in Paris, Straßburg und Suzhou (VR China). Er ist derzeit als Referent im Referat „Grundsatzfragen der Außenwirtschaft, Potenzialmärkte“ im Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen tätig.
Dr.-Ing. Philippe Ackermann
Studierte Elektrotechnik und promovierte im Bereich der optischen Messtechnik. Neben seiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer IPT arbeitete er u.a. als Entwicklungsingenieur in der Industrie und in der Fördermittelberatung bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Seit 2023 ist er als Referent im MWIKE tätig und seit Sommer 2025 zuständig für den Bereich Defence im Referat für „Luft- und Raumfahrt, Defence, Cybersicherheit in der Wirtschaft“.


Dr.-Ing. Philippe Ackermann
Arne Kölling
Referent für Grundsatzfragen der Außenwirtschaft, Potenzialmärkte
Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen
Berger Allee 25 40213 Düsseldorf
arne.koelling@mwike.nrw.de www.wirtschaft.nrw
Referent für Luft- und Raumfahrt, Defence, Cybersicherheit in der Wirtschaft
Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen
Berger Allee 25 40213 Düsseldorf
philippe.ackermann@ mwike.nrw.de www.wirtschaft.nrw

mit dem ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge
Text: Isabelle Oster

Europa steht vor einer Fülle von existenziellen Herausforderungen. Und das in einer Zeit, in der Europa als Wirtschaftsstandort im globalen Wettbewerb immer stärker unter Druck gerät. Vieles ist hausgemacht: zu hohe Energiepreise, überbordende Regulierung und Bürokratie. Hinzu kommen geopolitische Spannungen und ein weltweit zunehmender Protektionismus. Dies hat massive Auswirkungen auf Nordrhein-Westfalen als sechstgrößte Volkswirtschaft der EU.
Wenn die EU ihre Position im weltweiten politischen und wirtschaftlichen Machtgefüge sichern will, dann geht das nur mit einer starken und wettbewerbsfähigen Wirtschaft. Das muss jetzt die Leitlinie europäischer Wirtschaftspolitik sein. Hierzu bedarf es jedoch in Brüssel eines entsprechenden Mindsets.
In dieser sich rasant verändernden Weltlage muss Europa in großen Linien denken und handeln und sich vom jahrelangen Verzetteln im Klein-Klein verabschieden. Wir brauchen eine Politik, die die Wettbewerbsfähigkeit unseres Wirtschafts- und Industriestandortes endlich durchgreifend verbessert. Die EU-Kommission hat die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit
in den Mittelpunkt der laufenden Legislaturperiode gestellt. Diesen Ankündigungen müssen jetzt aber auch schnell Taten folgen.
Schlüsselthema: Bürokratieabbau
Ein zentrales Schlüsselthema ist der Bürokratieabbau in Brüssel. Dieses Kapitel lässt an schonungsloser Zustandsbeschreibung und an ehrgeizigen Zielen nichts zu wünschen übrig. Kleinteilige Regulierung, Verbote und Einzelfall-Interventionen waren Ausdruck tiefen Misstrauens gegenüber unternehmerischer Tätigkeit. Hier muss die Kommission nun endlich gegensteuern. Erste richtige Ansätze sind erkennbar, insbesondere durch die bereits veröffentlichten Omnibus-Pakete.
Doch die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Bürokratieabbau müssen endlich in den Fokus der Arbeit aller Generaldirektionen der EU-Kommission rücken. Auch weniger populäre Politikbereiche wie die EU-Sozialpolitik müssen Bürokratieabbau endlich ernst nehmen. Sozialpolitische Vorhaben gehören einem Stresstest unterzogen.„Europa muss sozialer werden“: Diese Devise der „Juncker-Kommission“ wurde in den vergangenen Jahren von Kommissionspräsidentin von der Leyen stets fortgesetzt. Das EU-Parlament ist oftmals Unterstützer dieser Forderung. Auch die Wirtschaft unterstützt die Verbesserung von sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen wo erforderlich - aber nur unter Berücksichtigung der Kompetenzregelungen und der mitgliedschaftlichen Arbeitsmarkt- und Sozialsysteme.
EU-Sozialpolitik: Rück- und Ausblick
Unter dieser Prämisse hat die Wirtschaft viele Initiativen der EU-Kommission kritisch begleitet: Die EU hat im Bereich von Löhnen ausdrücklich nichts zu suchen (Tarifautonomie!) und dennoch hat uns Brüssel die EU-Mindestlohn-Richtlinie beschert. Die Regelungen der Entgelttransparenz-Richtlinie wirken wie aus der Zeit gefallen und obwohl Tarifverträge geschlechterneutral sind, gibt es keine Tarifausnahmen. Die Arbeitsmobilität im Binnenmarkt gehört endlich gestärkt. Stattdessen erleben wir seit Jahren eine Blockadehaltung bei den längst überfälligen Ausnahmen von der A1-Bescheinigung. Die öffentliche Auftragsvergabe darf Tarifgebundenheit des Unternehmens und soziale Kriterien künftig keineswegs zur Bedingung machen. Zudem sind die aktuellen Diskussionen zur generellen Einschränkung der Unterauftragsvergabe untragbar. Unterauftragsvergabe darf nicht unter Generalverdacht gestellt werden; „Make or buy“ ist ureigene unternehmerische Entscheidung. Die Liste könnte fortgeschrieben werden: Lieferketten-Richtlinie, Zwangsarbeits-Verordnung, Plattformarbeits-Richtlinie, Europäische Betriebsräte-Richtlinie, Praktika-Richtlinie, Frauenquote... Ein Blick in das Arbeitsprogramm 2026 der EU-Kommission verrät, dass die
Kommission neue sozialpolitische Initiativen plant. Im Rahmen des „Quality Jobs Act“ soll eine „Rahmen-Gesetzgebung“ mit vielen Einzelinitiativen u. a. zu Telework, Recht auf Nichterreichbarkeit und algorithmischem Management und KI am Arbeitsplatz gebündelt werden.
Die EU-Kommission hat sich 2024 selbst das Bürokratieabbau-Ziel für Unternehmen um mindestens 25 % auf die Fahne geschrieben. Im Bereich Sozialpolitik wurden aber bislang kaum entlastende Maßnahmen für Arbeitgeber vorgelegt. Schlimmer noch: Der angekündigte „Quality Jobs Act“ droht den Bürokratieabbau weiter zu konterkarieren. Auch ein „Sozial-Stresstest“ zur Evaluierung der Belastung aus der EU-Sozialgesetzgebung ist nicht vorgesehen.
Der Exekutiv-Vizepräsident Séjourné und Kommissar Dombrovskis haben erste starke Impulse für Bürokratieabbau in Brüssel gesetzt. Die anderen Kommissarinnen und Kommissare müssen jetzt nachziehen! <

Isabelle Oster Rechtsanwältin; Geschäftsführerin
Europa & Internationales
Leitung Büro Brüssel
unternehmer nrw
Büro Brüssel
Rue Marie de Bourgogne 58 B-1000 Brüssel
T +49 211 45 73 238
F +49 211 45 73 258 oster@unternehmer.nrw www.unternehmer.nrw

Text: Tim Schüürmann
Unter diesem Motto ist das in die neue EU-Binnenmarktstrategie eingebundene Enterprise Europe Network mit rund 580 Partnerorganisationen in 53 Ländern aktiv und erfolgreich. In NRW heißt der Beratungsknotenpunkt NRW.Europa, ein Konsortium, das kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) seit 18 Jahren dabei hilft, die Potenziale Europas zu nutzen und auf internationalen Märkten erfolgreich zu sein.
Einfacher, nahtloser und stärker soll der Binnenmarkt laut der im Mai 2025 vorgestellten EU-Binnenmarktstrategie werden. Im Zentrum stehen deshalb Initiativen zum Abbau von zehn besonders belastenden Binnenmarkthindernissen – den sogenannten „Terrible Ten“
Das Enterprise Europe Network (EEN) in Zahlen
97 Prozent unserer Kunden bewerten uns als schnell, effizient und kundenorientiert
99 Prozent unserer Kunden würden das Netzwerk weiterempfehlen
91 Prozent unserer Kunden sagen, dass unser Service genau ihren Geschäftsanforderungen entspricht
83 Prozent unserer Kunden finden unseren Support bei der globalen Expansion hilfreich
6 neue Arbeitsplätze wurden durchschnittlich bei unseren Kunden pro Jahr geschaffen
Quelle: Evaluierung 2024, EISMEA Brüssel
Dazu gehören u.a. unterschiedliche Produktstandards, fragmentierte Normungssysteme, komplexe Rechtsvorschriften sowie unzureichende Anerkennung von Berufsqualifikationen und Leistungshürden bei der Niederlassung oder beim Dienstleistungsverkehr. Die Strategie betont ausdrücklich den Fokus auf KMU, die bisher besonders unter bürokratischen und regulatorischen Barrieren gelitten haben. Aus Brüssel heißt es daher: Digitalisierung, Harmonisierung und die Entlastung der Unternehmen.
Wie stark die Rolle NRWs in Europa ist, zeigt die Kurzstudie „Die Bedeutung von Nordrhein-Westfalen für die EU“ (IW Consult, 06/2025). Mit einem Bruttoinlandsprodukt, das über dem EU-Durchschnitt liegt und einer Pro-Kopf-Wertschöpfung, die etwa 20 Prozent über dem EU-Durchschnitt angesiedelt ist, ist das Land nicht nur wirtschaftlich stark, sondern auch technologisch und innovativ führend. NRW trägt jährlich über 140 Milliarden Euro Warenwert in den EU-Export bei. In den Jahren 2017 bis 2021 entstanden in NRW rund 25.867 Patente, vor allem in den Transformationsfeldern Digitalisierung, Umwelttechnologien und den klassischen Industrien wie Maschinenbau und Elektrotechnik. Die Studie hebt hervor, dass NRW als Innovationsmotor und als Möglichmacher der Transformation in Europa wirkt.
KMU-Support durch NRW.Europa
In diesem Umfeld rücken die NRW.Europa-Angebote ins Scheinwerferlicht. Das Konsortium aus der ZENIT GmbH, der NRW.BANK, NRW.Global Business, den Industrie- und Handelskammern des Landes NRW und seit 2025 auch der Landes-Gewerbeförderungsstelle des Handwerks bündelt Beratungs-, Förder- und Vernetzungsleistungen. Für kleine und mittlere Unternehmen bedeutet dies: passgenaue Unterstützung bei Internationalisierungsstrategien, bei der EU-Regelkonformi-

Coaching Information
Technologietransfer
Finanzierungsberatung
Audits
Analysen
Fördermittelberatung
Workshops
Nachhaltigkeit
Fachveranstaltungen
Sprechtage
Ausschreibungsdienst
Konsultationen
Internationale Kooperationspartnersuche
Delegationsreisen
Individuelle Recherchen
B2BKooperationsbörsen
Angebot des Enterprise Europe Network

„„Wir unterstützen Unternehmen dabei, zirkuläre Lösungen für den Textilbereich zu entwickeln, um Abfälle zu minimieren und Ressourcen zu schonen. Das NRW.Europa-Team berät uns schon seit unserer Gründung zu internationalen Märkten und Internationalisierungsstrategien. Über die Teilnahme an verschiedenen Kooperationsbörsen des Enterprise Europe Network haben wir wertvolle Geschäftspartner gefunden.“
Denis Hüter, Geschäftsführer der Amui UG

„Über das NRW.Europa-Team haben wir Kontakt zu einem französischen Unternehmen erhalten, das einen Partner für gefriertrockneten Kaffee suchte. Die Vermittlung durch das Team klappte reibungslos und unkompliziert und hat den Einstieg zum neuen Kunden deutlich erleichtert.“
Franziska Averkamp, Sales Manager Business Unit Coffee & Sweetener der Dr. Otto Suwelack Nachf. GmbH & Co. KG
wettbewerbsfähigen Unternehmen, klarem Innovationsprofil und starker Präsenz im gesamten Binnenmarkt.
gen bis hin zur Fördermittelrecherche. Zusätzlich bietet das Konsortium Matchmaking-Formate, Kooperationsbörsen und Workshops, in denen Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen einem internationalen Publikum vorstellen können. Finanziert wird NRW.Europa von der EU, den Landesministerien für Kultur und Wissenschaft sowie Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie sowie der NRW.BANK. Das Beratungsangebot ist für KMU und Innovationsakteure an Hochschulen und Forschungseinrichtungen in NRW kostenfrei und bis Ende 2028 gesichert.
Die Verbindung aus strategischer EU-Politik und regionalen Unterstützungsstrukturen bietet eine bedeutende Perspektive: Wer heute in Produkt- und Dienstleistungsinnovationen investiert und zugleich die neuen Binnenmarktregeln nutzt, kann nicht nur profitieren – sondern mitgestalten. Wenn die EU-Binnenmarktstrategie entschlossen und konsequent umgesetzt wird, stärkt dies auch die Position Nordrhein-Westfalens als Innovationsmotor – mit
Für Unternehmen in NRW heißt das: Jetzt ist der Moment, internationale Chancen zu nutzen, sich mit Unterstützung durch NRW.Europa neu zu positionieren und mit Innovationen in Europa durchzustarten. <

Tim Schüürmann
Projektleiter NRW.Europa
ZENIT GmbH
NRW.Europa – An Enterprise Europe Network Partner Bismarckstraße 28 45470 Mülheim an der Ruhr
T +49 208 30004 28
M +49 151 551 094 28 tim.schueuermann@zenit.eu www.zenit.de www.nrweuropa.de

Ingo Otten Leiter der Kreditabteilung
Bürgschaftsbank NRW GmbH
Hellersbergstraße 18 41460 Neuss
T +49 2131 5107 143 iotten@bb-nrw.de www.nrw.ermoeglicher.de
Text: Silke Doelfs

© Gerd Altmann/Pixabay
Der Mittelstand ist das Rückgrat unserer Wirtschaft. Doch viele Gründungen und Unternehmensnachfolgen scheitern daran, dass Hausbanken mangels Sicherheiten keine Kredite vergeben können.
Genau hier setzt ein neues Angebot der Bürgschaftsbank NRW an: Seit November 2024 erleichtert der ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge den Weg in die Selbstständigkeit oder die Betriebsübernahme – unkompliziert, sicher und flexibel.
Gemeinsam mit der KfW hat die Bürgschaftsbank NRW ein Produkt geschaffen, das für Hausbanken ein echtes Signal ist: 100 % Risikoübernahme durch die Bürgschaftsbank NRW, ergänzt durch eine 80-prozentige Rückgarantie des Bundes.
„Damit bieten wir Unternehmerinnen und Unternehmern eine 1A-Sicherheit und eröffnen den Zugang zu einem zinsgünstigen Darlehen“, betont Ingo Otten, Prokurist und Leiter der Kreditabteilung.
Finanziert werden können bis zu 35 % des Vorhabens, maximal 500.000 Euro – nicht nur Investitionen, sondern auch Betriebsmittel oder der Aufbau eines Warenlagers. „Der ERP-Förderkredit ist eine hervorragende Ergänzung für größere Vorhaben“, so Otten.
Besonders attraktiv: Der Kredit kann zusätzlich zu bestehenden Bürgschaften genutzt werden und wird nicht auf den Bürgschaftshöchstbetrag von zwei Millionen Euro angerechnet. Der Antrag läuft bewusst einfach: Die Hausbank stellt den Garantiewunsch über kapital. ermoeglicher.de, danach folgt der Refinanzierungsantrag bei der KfW.
Seit Programmstart wurden bereits rund 50 Anträge mit einem Volumen von 15 Millionen Euro bewilligt – im Durchschnitt 300.000 Euro pro Vorhaben. Ein starkes Signal für alle, die jetzt gründen oder ein Unternehmen übernehmen möchten. <
































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12 Isabella-Alessa Bauer, Deutsche Bank AG Unternehmensbank, Königsallee 45-47, 40212 Düsseldorf
14 Dr. Talke Ovie, HARNISCHMACHER LÖER WENSING Rechtsanwälte PartGmbB, Hafenweg 8, 48155 Münster
17 Ralph Kamphöner, Gesamtverband Textil und Mode, 58 rue Marie de Bourgogne, B-1000 Brüssel, Belgien
20 Claudia Wessling, MERICS gGmbH, Alte Jakobstr. 85-86, 10179 Berlin
26 Jan Krückemeyer, Krückemeyer GmbH, Dortmunder Str. 4, 57234 Wilnsdorf
28 Matthias Walter, Commerzbank AG, Breite Str. 25, 40213 Düsseldorf
30 Lars Redeligx , Flughafen Düsseldorf GmbH, Flughafenstr. 105, 40474 Düsseldorf
40 Johannes Brand, BUSE Rechtsanwälte Steuerberater Partnerschaftsges. mbB, Berliner Allee 41, 40212 Düsseldorf
42 Leonie Althaus, traide AI GmbH, Saarbrücker Str. 20, 10405 Berlin
44 Joop van Reeken, GrenzBlickAtelier, Hellweg 80, 46300 Bocholt
52 Dr. Julia Bellinghausen, IPD - Import Promotion Desk, c/o sequa gGmbH, Alexanderstr. 10, 53111 Bonn
56 Stefan E. Zurawka, S-International Rhein-Ruhr GmbH, Kennedyplatz 6, 45127 Essen
58, 88 Harry Flint , link instinct®, Merkurstr. 1, 41564 Kaarst
60 Simone Lönnendunk , Deutsche Leasing AG, Frölingstr. 15-31, 61352 Bad Homburg v. d. Höhe
64 Thorsten Langer, FORMAT Software Service GmbH, RobertBosch-Str. 5, 63303 Dreieich
70 Niklas Nareyka & Manuel Marcy, dbh Logistik IT AG, Martinistr. 47-49, 28195 Bremen
74 Henry-Johann Nientimp, thenex GmbH, Robert-Bosch-Str. 42, 46397 Bocholt; Fabian Pierick, d.velop AG, Schildarpstr. 6-8, 48712 Gescher
82 Corinna Tamminga, dbh Logistik IT AG, Martinistr. 47-49, 28195 Bremen
84 Petra von der Heyde & Christian Zürcher, Smart Letter of Credit GmbH (SmartLoc), Zur grünen Brücke 18, 23843 Bad Oldesloe
86 Sabrina Heuschneider, Reguvis Fachmedien GmbH, Amsterdamer Str. 192, 50735 Köln
88 Alan Bridwell , NETVRIDA, 2109 West Market Street, Johnson City, TN 37604, USA
90 Andrea Kühn, Stadtsparkasse Düsseldorf, Berliner Allee 33, 40212 Düsseldorf
94 Stefan Eßer, BBR Buchalik Brömmekamp Rechtsanwaltsges. mbH, Prinzenallee 15, 40549 Düsseldorf
96 Jörg Uwer, ESG.DNA GmbH, Rüttenscheider Str. 120, 45131 Essen
98 Christian Otto, Deutsche Bundesbank, Berliner Allee 14, 40212 Düsseldorf
100 Katarzyna Kompowska, Coface, Isaac-Fulda-Allee 1, 55124 Mainz
104 Alexander Hoeckle, Bundesverbandes des Deutschen Exporthandels e. V. (BDEx), Am Weidendamm 1 a, 10117 Berlin
106 Dr. Klaus-Hendrik Mester, NRW.BANK, Kavalleriestr. 22, 40213 Düsseldorf
108 Achim Haug, GERMAN TRADE & INVEST (GTAI), Friedrichstr. 60, 10117 Berlin
114 Chara Baltouma & Nonika Papadopoulou, Generalkonsulat der Hellenischen Republik, Willi-Becker-Allee 11, 40227 Düsseldorf
116 Christoph Sochart , Unternehmerschaft Düsseldorf und Umgebung e. V., Achenbachstr. 28, 40237 Düsseldorf
120 Verena Winter, GrenzBlickAtelier, Hellweg 80, 46300 Bocholt
126 Sylvia Monzel , Deutsch-Afrikanische Wirtschaftsforen NRW, Auslandsgesellschaft e. V., Steinstr. 48, 44147 Dortmund
128 Deutsch-Niederländische Handelskammer (AHK Niederlande), Nassauplein 30, NL-2585 EC Den Haag, Niederlande
120 Egon Lacher, JR BECHTLE & Co., International Executive Recruiting, Fountain Square 2600, N. Military Trail, Suite 290, Boca Raton, FL 33431, USA
134 Arne Kölling & Philippe Ackermann, Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, Berger Allee 25, 40213 Düsseldorf
138 Isabelle Oster, unternehmer nrw, Büro Brüssel, Rue Marie de Bourgogne 58, B-1000 Brüssel, Belgien
140 Tim Schüürmann, ZENIT GmbH, Bismarckstr. 28, 45470 Mülheim a. d. Ruhr
142 Silke Doelfs, Bürgschaftsbank NRW GmbH, Hellersbergstr. 18, 41460 Neuss

