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Bezirk • Ausgabe #2 • Februar 2026

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Adliswil Akademiker oder Gwerbler

Kilchberg Alterszentrum Hochweid

Rüschlikon für die Ukraine Thalwil Erhöung abgewendet

Deine Region. Deine Geschichten. Dein Bezirk.

Ausgabe #2 bezirk.ch

Bezirk ist das unabhängige News-Portal und Monatsmagazin im Bezirk Horgen. Wir berichten fundiert, nahbar und relevant über das, was die Menschen in Adliswil, Kilchberg, Rüschlikon und Thalwil bewegt – in Print, online und zunehmend multimedial.

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Die Rückmeldungen auf unsere erste Ausgabe haben uns überwältigt. Viele persönliche Nachrichten, Gespräche auf der Strasse, Mails und Kommentare haben mich erreicht. Der Tenor: Bitte macht genau so weiter. Dies bestätigt mir, dass unabhängiger, lokaler Journalismus in unserer Region nicht nur gewünscht, sondern auch gebraucht wird.

Damit wir diesen Weg weitergehen können, braucht es vor allem zweierlei Menschen: Solche, die berichten, beobachten, einordnen (siehe links), und diejenigen, die diese Berichterstattung möglich machen. Denn für jeden Artikel braucht es Zeit für Recherche, Schreiben, Fotografieren und Gestalten. Ein einzelner Beitrag kostet uns mindestens 150 Franken. Wer einen solchen Artikel – und damit lokalen Journalismus – ermöglichen möchte, findet auf der Rückseite Angaben, um Bezirk zu unterstützen.

Bereits heute lesen täglich über 2’000 Menschen unsere Artikel auf bezirk.ch. Für sie – und für alle, die noch dazukommen – haben wir viel vor: Artikel auch auf Englisch, Kommentare per Sprachnachricht, wiederkehrende Kolumnen und ein wöchentliches Newsmail sollen den Anfang machen.

«Bezirk» entsteht mit der Region und für die Region. Danke, dass Sie Teil davon sind. O

Kunst von hier

Über die Künstlerin

Virginia Waldburger ist Art Director und Illustratorin und lebt seit 2014 in Gattikon. Unter ihrem Label «ginny» kreiert sie in ihrer Freizeit Kunstdrucke in Hochdrucktechnik sowie einzigartige Motive, die sie auf Kleidungsstücke überträgt und als Unikate verkauft.

Über die Kunst

Der Linoldruck verlangt volle Konzentration und wird zugleich zu einer Art Meditation. Das Vorzeichnen des Motifs, das Schnitzen, das Einfärben derPlatte, allfällige Korrekturen, die Testdrucke, die Papierwahl und der finale Abdruck mit der Druckpresse sind ein längerer Prozess, bei dem Zeit keine Rolle spielt, denn am Ende zählt die stille Reise dorthin, die jeden Kunstdruck zum Unikat werden lässt. O

Jeden Monat stellen wir unsere erste Seite einer lokalen Künstlerin oder einem lokalen Künstler zur Verfügung. Einsendungen an info@bezirk.ch

IMPRESSUM

Ausgabe #2 • Februar 26

gedruckt im bezirk

Redaktionsschluss war der 8. Jan 2026

Auflage

Verlag

Redaktion

Layout

Inserate

Verteilung

Druck

29 000 Stk.

Bezirk Medien AG Soodring 33 8134 Adliswil

Pascal Münger

Leo Niessner

Sibille Moor

Elina Willener

Kyra Rabian

Patricia Hüsler redaktion@bezirk.ch

Patrick Campolongo layout@bezirk.ch

Samuel Rudolf von Rohr werben@bezirk.ch

Die Schweizerische Post Schnelldruck Thalwil

Offizielles Magazin von

Adliswil

Finanzpartner

Medizinpartner

Bild: Audrey Fleur Ljubenovic

Adlisau oder Langwil: Wäre eine Fusion von Adliswil und Langnau am Albis denkbar?

Die beiden Sihltalgemeinden arbeiten seit Jahren in einzelnen Bereichen zusammen. Zwischen Sparzwang, Fachkräftemangel und Identitätsfragen stellt sich deshalb die Frage: Könnte aus punktueller Kooperation eines Tages ein vollständiger Zusammenschluss werden?

Es ist ein Thema, das landauf, landab diskutiert wird: der Verwaltungsapparat in den Gemeinden. Für Bürgerliche ist er aufgebläht, für Linke notwendig, um den Service public zu gewährleisten. Sobald eine Gemeinde in finanziell schwierige Fahrwasser gerät, beginnt die Diskussion über Grösse und Zweck der Verwaltung – so auch im Dezember 2025 bei der Budgetdebatte im Adliswiler Parlament, in deren Rahmen eine Steuerfusserhöhung um zwei Prozentpunkte beschlossen wurde.

In den Diskussionen um vermeintlich aufgeblähte Verwaltungen fällt früher oder später auch das Stichwort «Fusion». Wie wäre es etwa, wenn sich Adliswil und Langnau am Albis zu «Adlisau» oder «Langwil» zusammenschliessen würden? Ganz abwegig ist dieser Gedanke nicht. Zählte der Bezirk Horgen im Jahr 2018 noch zwölf Gemeinden, sind es heute nur noch neun. Damals fusionierte Hirzel

mit Horgen, ein Jahr später schlossen sich Hütten und Schönenberg Wädenswil an. Zudem arbeiten Adliswil und Langnau am Albis bereits heute in verschiedenen Bereichen zusammen, etwa in der Musikschule Adliswil-Langnau, im Zivilstandsamt Sihltal-Albis oder bei der Gemeindepolizei Adliswil, die auch für das Gebiet von Langnau zuständig ist. Also, wie steht es um eine Fusion zwischen Adliswil und Langnau am Albis?

Fachkräftemangel als Treiber Ein Besuch im turbine theater in Langnau am Albis hilft bei der Einordnung und zeigt den Stand der aktuellen Diskussion. An einem Podiumsgespräch diskutierten verschiedene Exponenten über Chancen und Risiken einer vollständigen Fusion der beiden Gemeinden. Eine Vereinheitlichung der politischen Systeme wäre eine der Folgen: Während Adliswil eine Parlamentsgemeinde ist, entscheidet in

Langnau am Albis die Gemeindeversammlung. «Es wäre schade, wenn sich die Menschen in Langnau künftig nicht mehr versammeln könnten», sagte Finanzvorstand Beat Husi. Aus finanzpolitischer Sicht würde Langnau zudem wohl eher mit den Seegemeinden liebäugeln als mit Adliswil, meinte Husi mit einem Schmunzeln und blickte dabei auf die angespannte Finanzlage der Stadt Adliswil.

Auch für Farid Zeroual, Stadtpräsident von Adliswil, besteht derzeit kein Anlass, über eine Fusion nachzudenken. Die anstehenden Erneuerungswahlen zeigten, dass sich nach wie vor genügend Kandidierende für politische Ämter finden liessen. Anders präsentiere sich die Situation in der Verwaltung: «Bei Pensionierungen zeigt sich, dass es zunehmend schwieriger wird, qualifiziertes Fachpersonal zu finden.» In diesem Bereich könnte eine Fusion durchaus Vorteile bringen.

Sektion Adliswil, Sektion Langnau Und wie steht es um die Wirtschaft? Wäre ein Zusammenschluss der beiden Gewerbevereine denkbar? «Nein», sagte Heinz Gresser, Präsident des Gewerbevereins Langnau am Albis. Dafür seien die identitätsstiftenden Anlässe zu unterschiedlich. «Während wir in Langnau das Adventslicht und die Gala organisieren, gibt es in Adliswil beispielsweise das Albisstrassenfest.» Diese Veranstaltungen seien stark ortsgebunden und nicht kombinierbar. Allenfalls denkbar wäre laut Gresser ein «Gewerbeverein Sihltal» mit je einer Sektion in Langnau und Adliswil.

Einen Schritt weiter ist die Kirche bereits gegangen. Seit sechs Jahren bilden Adliswil und Langnau am Albis gemeinsam die reformierte Kirche Sihltal. Gemäss Pfarrerin Nadja Papis-Wüest stand die Fusion damals im Zusammenhang mit dem Mitgliederschwund, aber auch mit dem Ziel, sämtliche Pfarrstellenprozente erhalten zu können. Trotz der vergangenen Zeit sei die Identitätsfindung als Sihltaler Kirchgemeinde noch längst nicht

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So könnte man sich das Wappen nach der Fusion vorstellen.

abgeschlossen: «Dieser Prozess ist nach wie vor im Gang.» Das zeigt sich auch bei den Räumlichkeiten. Obwohl die Kirchen in beiden Gemeinden eigentlich zu gross seien, komme eine Aufgabe eines Gotteshauses nicht infrage. Der Wunsch nach einer Kirche vor Ort sei nach wie vor stark – trotz des gemeinsamen Namens «Kirche Sihltal». Dafür spielten Emotionen

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eine zu grosse Rolle. Die Diskussion zeigte: trotz Herausforderungen in den Bereichen Finanzen und Verwaltung und obwohl in einzelnen Bereichen bereits eine enge Zusammenarbeit besteht: Eine vollständige Fusion von Adliswil und Langnau am Albis dürfte in den kommenden Jahren nicht auf der politischen Agenda stehen. O

Bild: KI-generiert, Bezirk Medien

KILCHBERG • RÜSCHLIKON • GESELLSCHAFT

Die Feuerwehr Kilchberg-Rüschlikon spendet ein Einsatzfahrzeug an die Ukraine

Das Einsatzfahrzeug wird der professionellen Feuerwehr einer Grossstadt in der Ostukraine übergeben.

Noch im November 2025 braust das Einsatzfahrzeug durch Kilchberg und Rüschlikon – wenige Wochen später werden dessen Sirenen in den Strassen der Ukraine zu hören sein. Mit der Spende eines ausgemusterten Fahrzeugs soll die Feuerwehr in der Ukraine unterstützt werden. von Feuerwehr Kilchberg-Rüschlikon

Das gab es noch nie in der Geschichte von Kilchberg und Rüschlikon: Ein Einsatzfahrzeug wird künftig in einem Gebiet genutzt, in dem Krieg herrscht. Dazu Benjamin Burri, Kommandant der Feuerwehr Kilchberg-Rüschlikon: «Es freut uns sehr, dass unser Einsatzfahrzeug künftig dort eingesetzt wird, wo es am dringendsten gebraucht wird. Wir fühlen mit unseren Arbeitskollegen in der Ukraine mit, die extremen Bedingungen ausgesetzt sind. Unter Feuerwehren hilft man sich – auch über die Landesgrenzen hinweg. Das machen wir jetzt mit der Spende unseres Fahrzeugs.»

Beim gespendeten Fahrzeug handelt es sich um ein sogenanntes Öl- und Wasserwehrfahrzeug. Es wurde im Jahr 1988 als Pionierfahrzeug angeschafft und verfügte damals über eine eingebaute Polylöschanlage. Ebenfalls war sämtliches Pioniermaterial für die Strassenrettung wie Schere und Spreizer auf dem Fahrzeug untergebracht. Zwischenzeitlich wurde es mehrfach den Anforderungen der Feuerwehr Kilchberg-Rüschlikon angepasst und umgebaut. Das Fahrzeug ist gut erhalten und einsatzfähig, kann aber die heutigen Anforderungen nicht mehr alle erfüllen. Aus die sem Grund hat die Feuerwehr Kilchberg-Rüschlikon mitt lerweile ein neues Fahrzeug im Einsatz.

Einsatz für die notleidende Zivilbevölkerung

Den Vorschlag für den Transfer machte der Verein «Swiss for Ukraine». Dieser setzt sich freiwillig für die notleiden de ukrainische Zivilbevölkerung ein. Alexander Lüchin ger, Vereinspräsident, erklärt: «Wir haben unseren Verein einerseits auf meiner langjährigen beruflichen Tätigkeit in der Ukraine aufgebaut. Ich habe dort seit 2009 im Auf trag des SECO grosse Infrastrukturprojekte entwickelt und in Betrieb genommen. Ich leite ausserdem das Wohn heim Sonnenhof der Gemeinde Küsnacht, wo viele ukraini sche Familien mit krebskranken Kindern leben und wieder nach Hause zurückkehren möchten. Es ist unser täglicher Ansporn, noch mehr in der Ukraine zu tun und das Land wieder lebenswert zu machen. Der Verein hat bereits et liche Feuerwehrfahrzeuge und andere Hilfsgüter aus der Schweiz und dem Ausland bekommen und in die Ukraine überführt. Soeben haben wir einen Linienbus in einen Kindergarten umgebaut und in ein Gebiet geliefert, wo fast alle Kindergärten und Schulen zerstört sind.»

Das Einsatzfahrzeug wird der professionellen Feuerwehr einer Grossstadt in der Ostukraine übergeben, welche das Fahrzeug zweckmässig einsetzen wird. Aus Sicherheitsgründen kann der Stadtname nicht genannt werden. Neben Aufgaben im Bereich Feuerwehr wird das Fahrzeug auch dazu genutzt werden, grosse Notstromaggregate, welche ebenfalls Swiss for Ukraine liefert, in der Stadt an verschiedene Einsatzorte zu ziehen. Die Stadt, die das Fahrzeug erhält, leidet unter grossem Druck durch den Krieg und braucht dringend Unterstützung der Feuerwehr. O

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THALWIL • ADLISWIL • ARBEITEN

Diese Bankdirektorin schafft den Spagat zwischen Harley und Finanzwelt

Auf dem Motorrad und im Chefsessel: Alona Müller, die neue Leiterin der Raiffeisenbank Thalwil, vereint zwei scheinbar gegensätzliche Welten.

Wie sieht ein modernes Leben auf der Überholspur aus? Wer Alona Müller nach Feierabend auf ihrem Motorrad erlebt, bekommt eine Ahnung: Die 50-Jährige knattert über die Strassen, den Wind im Gesicht, Sound im Ohr – eine Frau mit Benzin im Blut und einem Hauch Rebellion. Ein Lifestyle wie im Film Easy Rider, nur echt.

Szenenwechsel: Gotthardstrasse 20/22 in Thalwil. Auf dem Gebäude prangt in grossen roten Lettern der Schriftzug Raiffeisen. Hier trifft man Alona Müller vor dem Feierabend. Seit dem 1. April 2025 steht sie an der Spitze der Raiffeisenbank Thalwil und führt ein Team von rund 40 Mitarbeitenden an zwei Standorten. Offenheit, Wertschätzung und Kundennähe würden für sie die Basis der Zusammenarbeit bilden – ihr Führungsstil sei klar, authentisch und respektvoll, sagt sie über sich.

Harley und Finanzwelt – für Müller kein Widerspruch.

Die 50-jährige Alona Müller hat Benzin im Blut. Hier vor der Filiale in Adliswil.

Bewegung als Lebensprinzip Bewegung spielt in Alona Müllers Leben eine zentrale Rolle, im Beruf wie in der Freizeit. Den Ausgleich zum Arbeitsalltag findet sie auf ihrem Motorrad, beim Heuen auf ihrem Grundstück in Lettland oder beim Fahren eines Oldtimers. «Das ist mein Gegenpol zur digitalen Welt», sagt sie. «Unterwegs gibt es keine Mails und keine Zahlen – nur die Strasse und das Motorrad.»

Im Winter tauscht sie die Harley dann jeweils gegen Skier und organisiert Skitage für ihr Team.

Stillstand? Keine Option. Nach dem Studium der Ökonomie in Riga führte Müllers beruflicher Weg über Deutschland in die Schweiz. Hier war sie in mehreren Führungspositionen in der Finanzbranche tätig, bevor sie zur Raiffeisenbank Thalwil wechselte. Weiterbildung und Entwicklung

von Elina Willener
Bild: Maksym Chechin für Bezirk Medien.

sind für sie Voraussetzung, um motiviert zu bleiben. «Wenn ich nichts Neues lerne, werde ich unglücklich», sagt sie.

Diese Haltung spiegelt sich auch in ihrem Führungsstil: Mitarbeitende zu fördern, sei für sie Kern jeder Führung. «Ich bin überzeugt, dass jeder Mensch erfolgreich sein will – und Erfolg macht glücklicher», sagt Müller.

Entwicklungsmöglichkeiten seien dafür entscheidend.

Phase des Aufbruchs

In den ersten Monaten in ihrem neuen Job habe sie mit der Bankleitung die Strategie der Bank bis 2030 erarbeitet. Sie spricht von einer Phase des Aufbruchs. «Unsere Kundschaft verändert sich, und wir müssen uns

mit ihr verändern. Nur so bleiben wir relevant.»

Hier schliesst sich der Kreis: Ob an der Spitze einer Bank oder am Lenkrad eines Motorrads, «man muss aufmerksam bleiben, jede Entscheidung zählt», sagt sie abschliessend.

Nun wartet aber der nächste Termin – und draussen auf dem Parkplatz ihre Harley, für die Zeit danach. O

THALWIL • POLITIK

Eltern wenden in Thalwil eine massive Erhöhung der Horttarife ab

Die Thalwiler Gemeindeversammlung folgte einem Antrag der GLP und verhinderte damit den starken Anstieg der Hortpreise. Das Budget 2026 bewilligten die Stimmberechtigten trotz Defizit und beliessen den Steuerfuss bei 78 Prozent.

Sie versprach Spannung im Vorfeld – und wurde ihren Erwartungen gerecht: die Thalwiler Gemeindeversammlung vom 4. Dezember 2025. Nachdem der Gemeinderat eine massive Erhöhung der Horttarife angekündigt hatte, brodelte es unter betroffenen Eltern. In WhatsApp-Chats mobilisierten sie, brachten die Gemeinde dazu, während der Versammlung eine Kinderbetreuung anzubieten, gründeten einen Verein und starteten eine Petition (siehe Box).

316 Stimmberechtigte und einige Zuschauende fanden schliesslich den Weg in die reformierte Kirche und erlebten, was gelebte Demokratie bedeutet: Pointierte Voten, Redezeitbeschränkungen und Anträge, die gestellt, abgewiesen, zurückgezogen oder angenommen wurden. Am Schluss gingen die Eltern zufrieden nach Hause – konnten sie doch den Anstieg der Hortpreise reduzieren. Zu überzeugen vermochte der Antrag der Grünliberalen.

«Nicht an einem Fussballmatch» Doch von Anfang an. Zur Debatte stand die Totalrevision der Betreu -

ungsverordnung, mit welcher der Gemeinderat Betreuungsgutschriften einführen will – ein Geschäft, das an sich unumstritten war. Verknüpft damit hatte der Gemeinderat jedoch eine Erhöhung der Horttarife um 60 Prozent: Ein Horttag hätte für Vollzahlende ab August 2026 147 Franken statt wie bisher 91 Franken gekostet.

Die meisten Parteivertretungen waren damit ebenso wenig einverstanden wie die betroffenen Eltern. «Die Botschaft des Gemeinderats ist: Bleibt zu Hause und geht nicht arbeiten», sagte Eric Patry von der GLP und zeigte dazu ein Bild einer Mutter aus den 1950er-Jahren, die mit ihrer Tochter Guetzli bäckt. Daraufhin brandete Applaus auf, den Gemeindepräsident Hansruedi Kölliker (FDP) jedoch sofort unterband: «Wir sind hier nicht an einem Fussballmatch.»

Später stellte ein Stimmberechtigter den Antrag, die Redezeit auf drei Minuten zu beschränken. Um eine allzu lange Versammlung zu verhindern, stimmten die Stimmberechtigten zu.

Mehrkosten von bis zu 1,8 Millionen Franken

Eric Patry beantragte, den gemeindeeigenen Hort mit 33 bis 40 Prozent zu subventionieren statt mit den 17 Prozent, die der Gemeinderat vorsah. Patry begründete dies mit dem kantonalen Durchschnitt, der bei 36 Prozent liegt. Die SP und die Grünen stellten sich hinter diese Forderung.

Christian Fischer, Präsident des neu gegründeten Vereins «Thalwil für Familien», wollte diesen Wert auf 50 Prozent erhöhen, zog seine Forderung später jedoch zurück. Mit deutlicher Mehrheit votierten die Stimmberechtigten daraufhin für den Antrag der GLP. Alle weiteren Anträge wurden abgelehnt oder vom Gemeinderat als unzulässig abgewiesen.

Ausgezählt werden musste einzig beim Antrag von Christian Fischer, ob die bisherigen Hort-Öffnungszeiten in der Betreuungsverordnung fixiert werden sollten. Mit 154 zu 115 Stimmen lehnte die Versammlung dies jedoch ab. Die Betreuungsverordnung wurde schliesslich mit vereinzelten Gegenstimmen angenommen.

Nun muss der Gemeinderat das bereits in Kraft gesetzte Gebührenreglement wieder teilrevidieren. Ab August 2026 dürften die Tarife gemäss Schätzung von Eric Patry zwischen 105 und 119 Franken pro Horttag liegen. Für die Gemeinde bedeutet die Annahme dieses Antrags Mehrkosten von rund 1,3 bis 1,8 Millionen Franken jährlich.

Defizit ist «verkraftbar»

Die Änderung der Betreuungsverordnung hat auch für das Budget 2026, das danach zur Abstimmung kam, Folgen: Das veranschlagte Defizit nimmt um rund 550’000 Franken zu und beläuft sich neu auf 5,9 Millionen Franken. Finanzvorsteher Thomas Henauer (FDP) hält dieses jedoch für «verkraftbar», weil in den vergangenen Jahren teilweise satte Gewinne resultierten.

Aus diesem Grund beantragten der Gemeinderat wie auch die Rechnungsprüfungskommission, am Steuerfuss von 78 Prozent festzuhalten. «In zwei, drei Jahren müssen wir allerdings über eine Steuerfusserhöhung diskutieren», meinte Thomas Henauer.

André Kaufmann von der SP ging zwar mit Henauer einig. Er monierte aber, dass das Defizit zu vermeiden gewesen wäre, hätte man nicht vor einem Jahr den Steuerfuss um fünf Prozentpunkte gesenkt: «Diese Steuerpolitik ist ungesund und geht zulasten des Mittelstandes, der im Dorf keine Wohnung mehr findet.»

Die Stimmberechtigten genehmigten schliesslich das Budget sowie den Steuerfuss mit vereinzelten Gegenstimmen. Damit fand der Politkrimi nach knapp dreieinhalb Stunden ein Ende. O

Petition des neu gegründeten Vereins «Thalwil für Familien»

Der Verein «Thalwil für Familien» hat Ende November 2025 die Petition «Ein Hort für Alle – planbar & bezahlbar» lanciert. Innert weniger Tage kamen 862 Unterschriften zusammen. Gefordert wurde, die bisherigen Tarife und Öffnungszeiten beizubehalten. Christian Fischer, Präsident des Vereins, überreichte die Petition am Nachmittag vor der Gemeindeversammlung dem Gemeindepräsidenten Hansruedi Kölliker (FDP).

316 Stimmberechtigte und einige Zuschauende fanden den Weg in die reformierte Kirche.

Bild: Samuel Rudolf von Rohr für Bezirk Medien

THALWIL • KULTUR

Nelio Biedermann aus Thalwil ist der neue Star am Literaturhimmel

Mit «Lázár» ist Nelio Biedermann der literarische Durchbruch gelungen. Der Roman des 22-jährigen Thalwilers steht auf Bestsellerlisten, wurde für den Schweizer Buchpreis nominiert und erscheint bald in über 20 weiteren Ländern.

Ab und zu wird Nelio Biedermann auf der Strasse angesprochen. Manchmal merkt er auch nur, dass er erkannt wird. Meist seien es Menschen, die «Lázár» gelesen hätten und ihm das sagen wollten. «Ich bin es mir noch nicht gewohnt, aber es ist nicht unangenehm», sagt der 22-jährige Thalwiler, der neben seiner Tätigkeit als Schriftsteller Germanistik und Filmwissenschaft an der Universität Zürich studiert.

Sein zweiter Roman «Lázár» ist im September 2025 erschienen. Die Familiensaga über mehrere Generationen setzt sich mit Fragen von Herkunft, Erinnerung und Zugehörigkeit auseinander. Seither ist vieles passiert, der Alltag von Biedermann hat sich spürbar verdichtet. Mit dem Buch fand er sich auf Bestsellerlisten wieder, schaffte es auf die Shortlist des Schweizer Buchpreises und trat er auf Lesebühnen im In- und Ausland auf. Lesungen, Interviews und weitere Termine prägen seinen Tagesrhythmus.

Kurz: Der neue Roman von Nelio Biedermann ist ein Riesenerfolg. Und «Lázár» ist inzwischen so gefragt, dass

das Buch im nächsten Jahr in über 20 weiteren Ländern veröffentlicht wird.

Zwischen Öffentlichkeit und Privatem

Was macht ein solcher Erfolg mit einem jungen Menschen aus Thalwil? Für Nelio Biedermann ist es wichtig, klare Grenzen zu ziehen. «Es gibt die öffentliche Figur, und es gibt mein eigenes Leben», sagt er.

Diese Trennung helfe ihm, mit dem Erfolg umzugehen und ihn richtig einzuordnen. Sein privates Umfeld habe sich seit dem Erscheinen des Buches kaum verändert. Familie und Freundschaften seien ihm wichtig. Die Befürchtung, dass sich hier etwas verschieben könnte, habe sich bislang nicht bewahrheitet.

Dennoch kann man sich vorstellen, dass der plötzliche Erfolg etwas Surreales hat. Die Arbeit an «Lázár» hat Biedermann rund ein Jahr vor der Veröffentlichung abgeschlossen. Seine Arbeitsweise beschreibt er nüchtern: «Die erste Fassung entstand allein, ohne Austausch. Erst danach lasen einzelne Personen mit, anschliessend

überarbeitete ich den Text erneut, bevor der Verlag mit der Vermarktung begann.»

Die Vorlaufzeit des Verlags nutzte er, um bereits an einem neuen Projekt zu arbeiten. Dieses müsse mittlerweile aber hinten anstehen. Seine volle Aufmerksamkeit widmet Biedermann momentan «Lázár». In den letzten Wochen war er zunächst häufig in Deutschland unterwegs, später vermehrt in der Schweiz. Die meisten Lesereisen und Interviewtermine bewältigte er alleine. Bei grösseren Anlässen wie der Frankfurter Buchmesse wurde er vom Verlag begleitet.

Von Dänemark bis in die USA 2026 sollen die internationalen Übersetzungen schrittweise erscheinen. Mittlerweile hat er 24 verschiedene Verlage, in jedem Land einen anderen. Das bedeutet für Nelio Biedermann zahlreiche Lesungen im Ausland, unter anderem in Dänemark, England und den USA. Es scheint: Die Reise von «Lázár» hat gerade erst begonnen. Parallel dazu studiert der Thalwiler weiter an der Universität Zürich. Vor-

lesungen besucht er, wenn es die Zeit erlaubt; den grössten Teil der Arbeit erledigt er schriftlich. Das Studium falle ihm nicht schwer, sagt er, sei aber zeitaufwendig.

Der Roman hat vieles in Biedermanns Leben in Bewegung gebracht, und das wird sich so schnell nicht ändern. Irgendwann wird aber auch wieder der Zeitpunkt kommen, an dem er loslassen wird. Während «Lázár» weitere Lesende findet, beginnt für Nelio Biedermann dann die konkrete Arbeit am nächsten Buch. Ohne grosses Aufheben. Schritt für Schritt. Mit einem Unterschied: Dieses Mal warten zum ersten Mal Menschen auf der ganzen Welt auf die neue Geschichte des Autors aus Thalwil. O

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Sein zweiter Roman «Lázár» hat das Leben von Nelio Biedermann verändert.

Bild: Ruben Hollinger

BEZIRK • POLITIK

Was Sie zu den Wahlen 2026 wissen müssen

Im März und April 2026 wird in der Region gewählt. In Adliswil, Kilchberg, Rüschlikon und Thalwil stehen für den Gemeinderat und den Stadtrat mehr Kandidierende zur Verfügung, als Sitze zu vergeben sind. In zwei Gemeinden gibt es einen spannenden Kampf ums Präsidium.

Im Jahr 2026 werden die politischen Weichen für die nächsten vier Jahre gestellt. Im März stehen die Erneuerungswahlen in Adliswil, Kilchberg und Rüschlikon an, im April wird in Thalwil gewählt. Anhand der Wahlvorschläge wird klar, dass das Milizsystem in der Region zu funktionieren und attraktiv scheint. In allen vier Gemeinden stellen sich für die Exekutivämter – also den Gemeinderat oder im Fall von Adliswil den Stadtrat – mehr Kandidierende zur Verfügung, als Plätze zu vergeben sind.

Nur in Thalwil mussten die Wählenden bis zur Nachfrist warten, bis die Anzahl der Kandidierenden die Zahl der Sitze überstieg. Weil nicht alle Parteien Personen aus den eigenen Reihen aufstellen konnten, sorgen mit Anne-Marie Kristokat und Martin Tagmann zwei Parteilose dafür, dass es zum Wahlkampf kommen kann.

Drei Interessierte in Kilchberg Während die Auswahl in den Räten möglich ist, sieht es an der Spitze anders aus. In Thalwil hat sich nur der amtierende Gemeindepräsident Hansruedi Kölliker (FDP) für das Präsidium beworben. Auch in Rüschlikon ist mit Fabian Müller (FDP) der amtierende Gemeindepräsident der einzi-

Die Stimmberechtigten entscheiden 2026, wer die nächsten vier Jahre die Zügel in den Händen halten soll.

ge Kandidat für das Amt. In Adliswil kämpfen der parteilose Felix Keller und der FDP-Kandidat Markus Bürgi um das Amt des Stadtpräsidenten - beide sind bereits im Stadtrat vertreten.

Spannend könnte die Wahl ums Präsidium auch in Kilchberg werden. Phyllis Scholl (FDP), die vor vier Jahren als einzige Kandidatin das Gemeindepräsidium anstrebte und es seither innehat, bekommt gleich doppelte

Konkurrenz. Der parteilose Politikneuling Joel Contino und Edith Häusler (Grüne) wollen ebenfalls an die Spitze des Gemeinderats gewählt werden.

Dominante FDP

Obwohl die Wahlen in der Region immer auch Personenwahlen sind, bei denen die Bekanntheit und die Persönlichkeit der Kandidierenden mehr Gewicht haben als die Parteizugehörigkeit, lohnt sich ein Blick auf

von Pascal Müngerr
Bild: Maksym Chechin für Bezirk Medien

die Parteienlandschaft. In den Seegemeinden Kilchberg, Rüschlikon und Thalwil wird das Präsidium aktuell von Freisinnigen gestellt.

Würde sich neben den ohne Konkurrenz antretenden Kandidaten Fabian Müller in Rüschlikon und Hansruedi Kölliker in Thalwil am Tag der Entscheidung erneut Phyllis Scholl in Kilchberg durchsetzen und würde

in Adliswil Markus Bürgi die meisten Stimmen erhalten, wäre das Präsidium in allen vier Kommunen in freisinnigen Händen. Die Dominanz der FDP ist momentan bereits bezirksweit augenscheinlich. Von den neun Gemeinden im Bezirk Horgen besetzen Vertretende der Partei sieben Präsidien in der Exekutive. Einzig in den beiden Städten Adliswil und

Wädenswil kommen die Stadtpräsidenten momentan aus den Reihen von Die Mitte.

Der erste Wahlgang der Gesamterneuerungswahlen findet in Adliswil, Kilchberg und Rüschlikon am 8. März 2026 statt. In Thalwil werden die Stimmberechtigten am 12. April 2026 zum ersten Wahlgang an die Urnen gebeten. O

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THALWIL • POLITIK

Zwei Parteilose sorgen für Kampfwahlen in Thalwil

Nach der ersten Frist für die Eingabe von Wahlvorschlägen drohte in Thalwil der Wahlkampf auszubleiben: Für die neun Sitze im Gemeinderat kandidierten nur neun Personen. In der Nachfrist haben sich zwei Parteilose für den Gemeinderat aufstellen lassen.

Dass die Thalwiler:innen am 12. April 2026 eine Wahl haben, dafür sorgen zwei Parteilose. Sie haben ihre Kandidatur für den Gemeinderat in der Nachfrist kurz vor Weihnachten eingereicht: Anne-Marie Kristokat und Martin Tagmann. Beide haben Anfang Dezember 2025 auf bezirk.ch gelesen, dass das Ausbleiben des Wahlkampfes droht und sich daher entschieden, für den Gemeinderat zu kandidieren. Damit steigen fünf Neue ins Rennen:

Anne-Marie Kristokat und Martin Tagmann machen den Wahlkampf in Thalwil spannend.

Anne-Marie Kristokat (parteilos)

Anne-Marie Kristokat ist Architektin und wollte ursprünglich für die Hochbaukommission kandidieren. «Ich bin beruflich in einer Neuorientierung, weshalb es der richtige Moment für das Amt ist», begründet die gebürtige Deutsche, die seit über 20 Jahren in der Schweiz und seit 2012 in Thalwil lebt, ihren Entscheid. Aufgrund ihres Berufes – sie hat das Architekturbüro geleitet, das beispielsweise für den Bau des Hauptsitzes der Zurich Ver-

sicherung verantwortlich ist – wäre die 50-Jährige für das freiwerdende Hochbau-Ressort prädestiniert: «Mir ist klar, dass ich das Ressort nicht wählen kann, aber ich könnte viel Erfahrung einbringen.»

Politisch verorten mag sich die verheiratete Mutter einer elfjährigen Tochter nicht: «Ich sehe mich als Brückenbauerin.» Engagieren möchte sie sich für eine nachhaltige Entwicklung Thalwils – auf sozialer, ökologischer und wirtschaftlicher Ebene. Fördern

möchte Anne-Marie Kristokat zudem den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Integration von Zugezogenen. Ebenso liegt ihr am Herzen, dass Familien weiterhin bezahlbaren Wohnraum in Thalwil finden.

Martin Tagmann (parteilos)

Martin Tagmann setzte sich bereits vor vier Jahren mit einer Kandidatur für den Gemeinderat auseinander. «Damals stand jedoch mein familiärer und beruflicher Fokus im Vordergrund», erklärt der 46-Jährige. Nun sei für ihn der richtige Zeitpunkt gekommen, Verantwortung zu übernehmen. Er kandidiert sowohl für den Gemeinderat als auch für die Gesellschaftskommission.

Martin Tagmann ist in Gattikon aufgewachsen, lebt heute in Thalwil und ist sowohl im Ruderclub als auch im Eishockeyclub Thalwil aktiv. Der Ur-Thalwiler bezeichnet sich als bürgerlich und vertritt liberale Positionen. Der Vater von zwei Jugendlichen möchte sich für das Gewerbe einsetzen und dafür sorgen, dass Thalwils Dorfcharakter erhalten bleibt. «Eben-

Bild: zvg
Bild: Maksym Chechin für Bezirk Medien

so finde ich wichtig, dass die Finanzen im Lot sind», sagt er. Schliesslich ist ihm auch die Anbindung an den öffentlichen Verkehr ein Anliegen, damit Thalwil attraktiv bleibe.

Erika Böni (FDP)

Erika Böni steigt für die FDP ins Rennen und möchte den Sitz von ihrem Parteikollegen Peter Klöti übernehmen. Wenn er im Juni 2026 sein Mandat abgibt, blickt er auf 28 Jahre Lokalpolitik zurück: 20 Jahre im Gemeinderat und zuvor 8 Jahre in der Schulpflege. Nun möchte er «jüngeren, engagierten und verantwortungsbewussten Kräften das Feld überlassen».

Erika Böni ist seit vier Jahren Mitglied der Sozialkommission und arbeitet als stellvertretende Leiterin der OP- und Bettendisposition im See-Spital Horgen. Zudem ist sie Stiftungsrätin der Wohnchetti, die an fünf Standorten in Thalwil betreute Wohngruppen für Menschen anbietet, die nicht alleine leben können.

Könnte sie wählen, würde Erika Böni gerne das freiwerdende Ressort Soziales übernehmen. «Ich könnte hier viel Erfahrung einbringen, zudem kenne ich die Dossiers aus der Sozialkommission bereits», sagt die 47-Jährige. Sie möchte sich für ein

vielfältiges Thalwil einsetzen, in dem sich alle wohlfühlen und sich Familie und Beruf vereinbaren lassen. Zudem setzt sie auf Eigenverantwortung und will Geld nicht nach dem Giesskannenprinzip, sondern mit Augenmass ausgeben.

Ralph Ehrat (SVP)

Die SVP möchte mit Ralph Ehrat in den Gemeinderat einziehen. Der 61-Jährige ist Application Manager bei einer Kantonalbank und lebt seit über 45 Jahren in Thalwil. Er sei in der Gemeinde gut vernetzt und möchte unterschiedliche Perspektiven in die politische Arbeit einbringen. «Als Quereinsteiger habe ich einen frischen und unverbrauchten Blick auf die Geschehnisse in Thalwil und möchte eine attraktive und bürgernahe Politik machen, die man auch spürt», sagt er.

Ralph Ehrat würde die Verwaltung verschlanken und effizienter machen, unnötige Bürokratie abbauen und sich für das Gewerbe sowie ein aktives Vereinsleben einsetzen. Am Herzen liegt ihm zudem, dass Schweizer:innen auch künftig bezahlbare Wohnungen in Thalwil finden: «Es sind pragmatische Lösungen gefragt und keine neuen Luxus- und Prestigeprojekte.»

Christian Kling (GLP)

Christian Kling tritt für die GLP an, bei der er seit Anfang 2025 Mitglied ist. Er möchte in die Fussstapfen seines Parteikollegen Hanspeter Giger treten, der seit 2018 im Gemeinderat ist. Christian Kling hat verschiedene Hüte auf: Der 48-Jährige ist unter anderem stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Thalwil/Oberrieden und Präsident des Handwerker- und Gewerbevereins Thalwil. Letzteres Mandat, das Vizepräsidium der Unternehmervereinigung Bezirk Horgen sowie seinen Platz im leitenden Ausschuss der Standortförderung ZimmerbergSihltal gibt der gebürtige Deutsche im Frühjahr ab – egal, ob er den Sprung in den Gemeinderat schafft oder nicht. Bis Anfang 2024 war Christian Kling Präsident der reformierten Kirchenpflege. Aus beruflichen Gründen trat er von diesem Amt allerdings nach nur eineinhalb Jahren zurück. Der Unternehmensberater versichert: «Diese berufliche Veränderung ist inzwischen abgeschlossen. Das Amt im Gemeinderat ist für mich eine bewusste und langfristige Verpflichtung.»

Neben den fünf Neuen treten sechs Bisherige an. Unbestritten ist das Gemeindepräsidium, um das sich einzig

Erika Böni, Ralph Ehrat und Christian Kling wollen neu in den Gemeinderat gewählt werden.
Bild: Maksym Chechin für Bezirk Medien
Bild: Maksym Chechin für Bezirk Medien
Bild: zvg

der amtierende Gemeindepräsident Hansruedi Kölliker (FDP) bewirbt. Ebenso das Schulpräsidium, für das Thomas Hunziker (FDP) erneut kandidiert. Ihre Sitze im Gemeinderat behalten, möchten zudem David Brüllmann (Dorfverein Gattikon DVG), Thomas Henauer (FDP), Davide Loss (SP) und Adrian Schmidlin (Die Mitte).

Wahlkampf auch in fast allen Kommissionen

Thalwil verfügt über sieben Kommissionen, deren Mitglieder ebenfalls am 12. April 2026 an der Urne gewählt werden. Sie beraten den Gemeinderat in fachlichen und strategischen Fragen. So hat beispielsweise die Gesellschaftskommission die Aufsicht über den Friedhof, die Märkte oder die

Chilbi. Die Liegenschaftenkommission kümmert sich um die Themen rund um die Gemeindeliegenschaften. Die Feuerwehr und die Polizei sind zum Beispiel der Sicherheitskommission angegliedert.

Auch für fast alle Kommissionen kommt es zu Kampfwahlen – ausser in der Sicherheitskommission. Das sind die Kandidierenden:

Aktuelles zu den Wahlen in Thalwil auf bezirk.ch

Schulpflege

(4 Sitze, 5 Kandidierende)

Andrea Cattani (bisher, DVG), Andreas Gallmann (bisher, FDP), Sabrina Hösli (neu, FDP), Elsbeth Kuster (bisher, EVP), Petra Monsch (neu, GLP)

Rechnungsprüfungskommission

(7 Sitze, 8 Kandidierende)

Dominik Annen (neu, parteilos), Anna Cenariu (bisher, FDP), Philipp Fratschöl (neu, FDP, kandidiert für das RPK-Präsidium), Adrian Furger (bisher, GLP), Peter Möhrle (bisher, Die Mitte), Anne Schlumberger (neu, SVP), Jens Schweizer (neu, DVG), Pascal Zahler (neu, FDP)

Gesellschaftskommission

(6 Sitze, 7 Kandidierende)

Adrian Dürlewanger (neu, FDP), Nadine Eimbeck (bisher, parteilos), Patrick Hungerbühler (bisher, SP), Claudio Maag (neu, Die Mitte), Stefan Oderbolz (bisher, Grüne), Martin Tagmann (neu, parteilos), Björn Wiese (neu, SVP).

Hochbaukommission

(5 Sitze, 6 Kandidierende)

Daniel Kopetschny (bisher, Die Mitte), Giovanni Matucci (neu, parteilos), Jessica Salminen (bisher, GLP), Lukas Schlatter (neu, FDP), Nora Schoch (neu, parteilos), Felix von Rechenberg (bisher, FDP)

Sicherheitskommission

(4 Sitze, 4 Kandidierende)

Sibylla Felber, (bisher, Grüne), Marc Henauer (bisher, FDP), René Huber (bisher, parteilos), Christian Wenzin (bisher, Die Mitte)

Sozialkommission

(4 Sitze, 7 Kandidierende)

Oliver Ehrat (bisher, SVP), Eveline Graber (neu, SP), Pascal Meyer (neu, FDP), Eric Patry (neu, GLP), Tanja Sax (bisher, DVG), Irini Vgenopoulou-Maccabruni (neu, parteilos), Alexander Widmer (neu, Die Mitte)

Umweltkommission

(5 Sitze, 6 Kandidierende)

Myriam Autengruber (neu, SP), Andreas Burren (bisher, FDP), Sarah Frischknecht (neu, Grüne), Michael Gloor (bisher, GLP), Dorothea Hug Peter (neu, parteilos), Jochen Strack (neu, parteilos)

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RÜSCHLIKON • POLITIK

Der einzige Kandidat für das Gemeindepräsidium in Rüschlikon spricht über seine Ziele

Er will noch einmal. Und die Chancen stehen gut, dass Fabian Müller am 8. März 2026 für eine weitere Legislaturperiode zum Gemeindepräsidenten von Rüschlikon gewählt wird. Was sind Motivation und Vision einer Person, die konkurrenzlos antritt?

emeindepräsident? Vermutlich das schönste Amt, das man in der Schweizer Politik innehaben könne. Davon jedenfalls ist Fabian Müller (FDP) überzeugt. «Es ist vielfältig. Man ist nah bei den Leuten, kann gemeinsam gestalten.» Dass er sich bei den Erneuerungswahlen am 8. März 2026 nochmals für dieses Amt in Rüschlikon aufstellen lässt, das anscheinend keine andere Person haben will, hänge aber auch damit zusammen, dass es noch viel zu tun gebe. «Diverse grosse Projekte stehen an, die ich zusammen mit dem Gemeinderat gerne weiter- oder gar zu Ende bringen möchte», sagt der 48-Jährige. Die Neugestaltung «Bahnhof Nord/Süd» ist eines davon. 2026 ist eine feierliche Eröffnung geplant, die er nicht missen möchte. «Dann steht die Abstimmung über die Bauund Zonenordnung bevor, das wichtigste nutzungsplanerische Instrument, das eine

Gemeinde hat», zählt Müller weiter auf. Das Thema beschäftige ihn schon lange. Wohnqualität und Grünraum in den Quartieren zu schaffen, sei ihm schon als Tiefbau- und Werkvorstand ein Anliegen gewesen. Schliesslich trage das zur Lebensqualität der Bevölkerung bei. Überhaupt ist ihm die effiziente Nutzung von Flächen ein Anliegen. Es brauche mehr Raum für den Jugendsport, sagt Müller. Dafür wolle er sich ebenfalls einsetzen. Der Bedarf sei in den letzten Jahren in der Gemeinde markant gestiegen. Eine weitere Vision hat er für die Verwaltung: Sie soll weiterhin kundenfreundlich und transparent funktionieren. Und bürgernah: «Rüschlikon ist die Gemeinde der kurzen Wege.» Die Chancen, die künstliche Intelligenz biete, seien zu nutzen. Man habe eine Arbeitsgruppe zur Digitalisierung gegründet.

Rückhalt von der eigenen Partei Sparen im Bereich von Verwaltung und Sozialausgaben: Auf nationaler Ebene gehört das regelmässig zu den Anliegen

seiner Partei, der FDP. Und im Lokalen, in Rüschlikon? Dass die Partei generell bei Verwaltungen Kosteneffizienz einfordere, unterstützt Müller. «Der haushälterische Umgang mit öffentlichen Mitteln ist unerlässlich», präzisiert er. Die Ortspartei stehe hinter ihm. Das ist allerdings kein Wunder: Immerhin geht es der Gemeinde aus finanzieller Sicht blendend. Sie zählt gar zu den steuergünstigsten im Kanton Zürich. Gut gehe es auch dem Gewerbe. Es liegt Müller besonders am Herzen. Mag sein, dass dabei seine Parteizugehörigkeit sowie sein Brotberuf im Finanzwesen eine besondere Rolle spielen. Sich

in einer nächsten Amtszeit weiterhin für vorteilhafte Rahmenbedingungen einzusetzen, das wolle er jedenfalls. «Damit Firmen mit ihrem Unternehmen bei uns Arbeitsplätze schaffen, statt anderswo», fügt er hinzu.

Man könnte aufgrund der Aufzählungen den Eindruck erhalten, Müller wolle all diese Visionen im Alleingang verwirklichen. Doch er winkt ab: Für ihn sind sie Ausdruck «einer starken Verbundenheit mit der Gemeinde, und eines beträchtlichen Gestaltungswillens». Es gehe ihm partout nicht darum, sich ein Denkmal zu setzen. «Schliesslich ist ein Gemeindepräsident der primus inter pares, der

Folgende Personen stehen zur Wahl:

Aktuelles zu den Wahlen in Rüschlikon auf bezirk.ch

Erste unter Gleichen. Will heissen, ich habe zwar eine Führungsposition inne, verstehe mich aber als Teamplayer.» Parteienzugehörigkeiten dürften dabei laut Müller keine Rolle spielen. Stattdessen gehe es darum, sach- und themenbezogen zu handeln.

Mit Blick auf die letzten vier Jahre ist er auf etwas besonders stolz: «Dass es uns als Team in Rüschlikon gelungen ist, ein hochstehendes und geschätztes Bildungsangebot anzubieten. Und dass wir die herausfordernde Schulraumplanung meistern konnten.» Auch darauf möchte er in einer weiteren Amtszeit aufbauen. O

Gemeinderat (einschliesslich Präsidium Gemeinderat und Präsidium Schulpflege)

(7 Sitze, 9 Kandidierende)

Simon Egli (bisher, FDP), Nadja Fossati (bisher, parteilos), David Makay (bisher, parteilos), Theodoros Andreas «Doros» Michaelides (neu, SVP), Elena Michel (bisher, Grüne), Fabian Müller (bisher, FDP), Matteo Pintonello (bisher, FDP), Seraina Rüegger (neu, Die Mitte), Christina Spoerry (neu, FDP)

Davon als Präsident

Fabian Müller (bisher)

Schulpflege

(5 Sitze, 5 Kandidierende)

Jiahui Isler (neu, FDP), Verena Oberholzer (bisher, parteilos), Claudia Oseghale-Utzinger (bisher, Die Mitte), Lucas Sala (neu, Die Mitte), Janine Sutter (bisher, parteilos)

Rechnungsprüfungskommission

(5 Sitze, 6 Kandidierende)

Pascal Küenzi (neu, SVP), Beat Klingelfuss (neu, FDP), Tobias May (bisher, FDP), Marcel Meyer (bisher, parteilos), Bernhard Schneider (bisher, parteilos), Dorian Wyer (neu, Grüne)

Davon als Präsident

Schneider Bernhard (bisher)

Evangelisch-reformierte Kirchenpflege

(7 Sitze, 7 Kandidierende)

Meriel Attinger (neu, parteilos), Bettina Bachmann (neu, parteilos), Karin Eberhart (bisher, parteilos), Christina Hefti (bisher, parteilos), Helen Hollinger (neu, parteilos), Danielle Maron (bisher, parteilos), Roger Weishaupt (bisher, parteilos)

Davon als Präsidentin

Maron Danielle (neu)

ADLISWIL • POLITIK

Adliswil hat die Wahl zwischen einem Akademiker und einem Gewerbler

Wachstum, steigende Kosten und knappe Einnahmen dominieren die politische Lage in Adliswil. Mit unterschiedlichen politischen Antworten darauf kandidieren Schulpräsident Markus Bürgi und Bauvorsteher Felix Keller am 8. März 2026 für das Stadtpräsidium.

A Markus Bürgi, Adliswil erlebt eine anspruchsvolle Zeit. Die Bevölkerung wächst, die Steuereinnahmen halten nicht mit. Ein grosser Ausgabenposten ist die Schule. Ist das der richtige Zeitpunkt, um das Amt des Schulpräsidenten aufzugeben und für das Stadtpräsidium zu kandidieren?

Bürgi • Im Ressort Bildung sind wir in einer sehr stabilen Situation. Wir haben gutes Personal und kaum Fluktuation. Ich könnte das Amt mit gutem Gewissen übergeben. Die gestiegenen Ausgaben sind eine Folge des Bevölkerungswachstums. In Adliswil leben heute rund 40 Prozent mehr Schulkinder als noch im Jahr 2010 – pro Schulkind sind die Ausgaben stabil. Gerade jetzt sehe ich es als zentrale Aufgabe, die Bevölkerung über die Faktenlage und politischen Zusammenhänge zu informieren. Das möchte ich als Stadtpräsident tun.

A Felix Keller, als Bauvorstand verantworten auch Sie ein Schlüs-

selressort.Warum kandidieren Sie ebenfalls für das Stadtpräsidium?

Keller • Ich habe mich zwölf Jahre lang mit grossem Engagement diesem Bereich gewidmet und unter anderem im Dietlimoos ein neues Quartier mitentwickelt. Das Bevölkerungswachstum bringt neue Herausforderungen für Infrastruktur und Finanzen. Diesen möchte ich mich als Stadtpräsident stellen – mit einem ehrlichen Umgang gegenüber der Bevölkerung. Kosten müssen benannt, der Nutzen diskutiert werden.

Bürgi • Diese finanziellen Auswirkungen des starken Bevölkerungswachstums sehe ich sehr kritisch. Über den gesamten Bezirk Horgen gesehen liegt die Steuerkraft pro Person bei 5’200 Franken. In Adliswil sind wir bei 3’800 Franken. Das hängt auch damit zusammen, dass sich viele Menschen das Wohnen in der Stadt Zürich und den Seegemeinden nicht mehr leisten können. In den neuen Gebäuden im Dietlimoos sind 85 Prozent der Bewohnenden aus anderen Gemeinden

zugezogen. Am Ende dürfen nicht die Adliswiler und Adliswilerinnen für die Probleme der umliegenden Gemeinden zahlen – und Adliswil darf nicht zur gesichtslosen Vorstadt werden.

A Das Finanzproblem wäre kleiner, wenn nicht grosse Firmen wie die Swiss Re weggezogen wären. Wie wollen Sie neue zahlungskräftige Unternehmen anziehen?

Keller • Adliswil ist ein attraktiver Standort mit hoher Wohnqualität, viel Grünraum und guter Infrastruktur. Wenn es gelingt, im Sood ein attraktives Subzentrum zu entwickeln, bin ich überzeugt, dass wir auch wieder finanzstarke Unternehmen anziehen können.

Bürgi • Wir müssen realistisch bleiben. Die Unternehmenssteuern machen rund zehn Prozent der Gesamteinnahmen aus, das entspricht dem Bezirksdurchschnitt. Es ist utopisch zu glauben, dass wir gezielt steuerstarke Grossunternehmen nach Adliswil holen und alleine damit unser Finanzpro-

Als Parteiloser kann ich gute Ideen aus allen Lagern aufnehmen, sagt Felix Keller.

blem lösen können. Natürlich wäre ein solcher Zuzug erfreulich, aber er wäre ein Glücksfall.

A Adliswil hat auch die Wahl zwischen dem Akademiker Bürgi und dem Gewerbler Keller. Markus Bürgi, würden Sie die Stadt wie ein CEO führen?

Bürgi • Mein Beruf als Finanzchef kann sehr abstrakt klingen, mein Führungsstil ist aber sehr praxisnah. Ich analysiere Themen rasch und setze sie strategisch um. Das habe ich in den letzten acht Jahren als Schulpräsident gezeigt. Ich bin überzeugt, dass dieser Ansatz geschätzt wird.

A Felix Keller, Sie haben als Unternehmer stets selbst entschieden. Können Sie strategisch führen?

Keller • Auch in meinem Betrieb war strategische Führung gefragt. Wenn ich gute Mitarbeitende habe, lasse ich sie arbeiten und konzentriere mich auf die Führung. Natürlich kann man in der Politik Entscheide nicht immer direkt umsetzen, aber gerade dann braucht es Ausdauer und Lösungsorientierung.

A Markus Bürgi, Sie sind FDP-Mitglied, Ihr Konkurrent ist parteilos. Wie stellen Sie sicher, dass Sie keine Parteipolitik betreiben?

Bürgi • Als Stadtpräsident hat man nicht die alleinige Steuerungshoheit. Dass meine politische Haltung bekannt ist, sehe ich als Vorteil. Transparenz schafft Vertrauen. Als Schulpräsident habe ich gezeigt, dass für mich die Sache im Vordergrund steht und nicht Parteipolitik.

A Felix Keller, als Parteiloser haben Sie hingegen das Problem,

dass Sie Mehrheiten immer neu finden müssen.

Keller • Entscheidend ist, Projekte überzeugend zu erklären. Dann entstehen Mehrheiten. Als Parteiloser kann ich gute Ideen aus allen Lagern aufnehmen und unvoreingenommen auf die Menschen hören.

Bürgi • Hier möchte ich einhaken. Auch Parteimitglieder handeln nicht im blinden Gehorsam. In Adliswil werden gute Ideen parteiübergreifend getragen. Wichtig ist, dass die Wählenden wissen, wofür eine Person steht. Man kann auf kommunaler Ebene keine Parteibüchlein umsetzen, die Sachthemen stehen immer im Zentrum.

A Kommen wir zu aktuellen Debatten in Adliswil. Bezirk berichtete, dass die Harmonie Adliswil für das Jahreskonzert nach Langnau ausweichen muss, weil es in Adliswil keinen Stadtsaal mit entsprechender Grösse gibt. Ist das ein Problem? Keller • Für mich ist die Forderung nach einem Stadtsaal berechtigt. Ich

Nur mit klarer und offener Information lässt sich Verständnis schaffen, sagt Markus Bürgi.

Bild: Maksym Chechin für Bezirk Medien
Bild: Maksym Chechin für Bezirk Medien

habe das Thema als Bauvorstand auch immer auf dem Radar, wenn neue Projekte entstehen. Die Frage ist aber, ob ein Stadtsaal von der Stadt oder privat realisiert wird. Das Projekt muss finanziell tragbar sein.

Bürgi • Die Harmonie leistet hervorragende Arbeit und macht tolle Musik, die Forderung nach einem entsprechenden Saal kann ich selbstverständlich nachvollziehen. Dass die Stadt einen solchen Saal finanziert, ist bei der momentanen finanziellen Lage jedoch nicht realistisch. Ein privat betriebener Saal müsste stark ausgelastet sein, was mehr Verkehr und Lärm bedeuten würde. Diese Mehrbelastung müsste die Bevölkerung zu tragen bereit sein.

A Ebenfalls war bei Bezirk zu lesen, dass SP-Gemeinderat Esen Yilmaz

eine eigene Standortförderung in Adliswil fordert. Ihre Meinung?

Bürgi • Ich glaube, dass wir mit der regionalen und den übergeordneten Standortförderungen gut aufgestellt sind. Wie bereits erwähnt, sehe ich den Spielraum für Adliswil in dieser Hinsicht als begrenzt. Wenn beispielsweise ein chinesisches Grossunternehmen die Vorteile der Stadt Adliswil erkennt und die Büros hierhin verlegt, wäre das aus steuerlicher Sicht natürlich toll. Dass nun aber städtische Mitarbeitende nach Shenzhen fliegen und Adliswil anpreisen, sehe ich eher nicht.

Keller • Ich fände es wichtig, dass wir in Adliswil eine zentrale Anlaufstelle hätten, bei der verschiedene Anfragen und die Bedürfnisse der Gewerbetreibenden gesammelt werden. So haben Interessierte einen direkten Kontakt.

Folgende Personen stehen zur Wahl:

Stadtrat

(7 Sitze, 10 Kandidierende)

Ob dafür eine eigene Organisation nötig ist, muss geprüft werden.

A Zum Schluss Was hat sich nach 100 Tagen geändert, wenn Sie Stadtpräsident wären, Felix Keller? Keller • Den Menschen wird richtig zugehört. Ich bin viel in Adliswil unterwegs und ansprechbar – zum Beispiel in der Migros. Im direkten Gespräch kann man Anliegen aufnehmen und gleichzeitig realistisch aufzeigen, wo die Grenzen liegen.

A Und bei Ihnen, Markus Bürgi?

Bürgi • Die Kommunikation steht im Zentrum – zwischen Parlament, Verwaltung und Bevölkerung. Nur mit klarer und offener Information lässt sich Verständnis schaffen. Das ist für mich eine Kernaufgabe des Stadtpräsidiums. O

Markus Bürgi (bisher, FDP), Thomas Fässler (neu, Die Mitte), Daniel Frei (neu, Freie Wähler Adliswil), Renato Jacomet (neu, SVP), Felix Keller (bisher, parteilos), Gabriel Mäder (neu, GLP), Marianne Oswald (bisher, Grüne), Christine Preisig (neu, parteilos), Mario Senn (bisher, FDP), Esen Yilmaz (neu, SP)

Davon als Präsident des Stadtrats

Markus Bürgi, Felix Keller

Kirchenpflege

(7 Sitze, 7 Kandidierende)

Katharina Furrer (neu, parteilos), Regula Gähwiler (bisher, parteilos), Claudia Greco (bisher, parteilos), Michael Kälin (bisher, parteilos), Stephan Kündig (neu, parteilos), Urs Scherrer (bisher, parteilos), Werner Schiesser (bisher, parteilos)

Als Präsident der Kirchenpflege

Urs Scherrer

Schulpflege

(6 Sitze, 9 Kandidierende)

Nadine Battaglioli (neu, Freie Wähler Adliswil), Heidi Fraefel (neu, FDP), Linda Frees (neu, SP), Daniela Petoia-Marck (bisher, Die Mitte), Christine Preisig (bisher, parteilos), Nadine Sadecky-Siegrist (bisher, FDP), Angelika Sulser (bisher, SP), Miriam Volz (bisher, GLP), Raphael Weyermann (neu, SVP) Aktuelles zu den Wahlen in Adliswil auf bezirk.ch

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Adliswil

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bisher bisher neu in den Gemeinderat

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Diese drei Kandidierenden kämpfen um das Gemeindepräsidium in Kilchberg

Die Erneuerungswahlen im März 2026 könnten für Kilchberg mehr sein als ein personeller Wechsel. Drei Kandidierende stehen für unterschiedliche Antworten auf Wachstum, Zusammenhalt und die zukünftige Entwicklung der Seegemeinde. von Pascal Münger

Am 8. März 2026 entscheidet die Stimmbevölkerung von Kilchberg, wer in den kommenden vier Jahren das Gemeindepräsidium übernimmt. Kann die amtierende FDP-Gemeindepräsidentin Phyllis Scholl ihr Amt verteidigen? Gelingt dem Parteilosen Joel Contino ein Überraschungserfolg? Oder schaffen es die Grünen mit Edith Häusler, die bürgerliche Dominanz in der Seegemeinde zu durchbrechen? Klar ist: die Kandidierenden haben alle unterschiedliche Hintergründe und politische Ansätze.

Phyllis Scholl setzt sich für Kostenbewusstsein und Integration ein.

Phyllis Scholl (FDP) Vor vier Jahren war Phyllis Scholl die Neue: Ohne zuvor politisch in Erscheinung getreten zu sein, kandidierte sie damals konkurrenzlos für das Gemeindepräsidium. «Ich finde es gut, dass die Bevölkerung dieses Mal eine Auswahl hat», sagt sie rückblickend. In ihrer bisherigen Amtszeit habe sie versucht, trotz des Bevölkerungswachstums kostenbewusst zu politisieren. «Mir ist bewusst, dass wir als Mitglieder des Gemeinderats Geld verantworten, das uns nicht gehört.» Entsprechend stelle sie sich bei Projekten

Bild: Maksym Chechin für Bezirk Medien

Joel Contino will vermitteln und unabhängig entscheiden.

stets die Frage, ob deren Finanzierung tatsächlich Aufgabe der Gemeinde sei oder ob private Lösungen sinnvoller wären.

Neben ihrem politischen Amt ist Scholl Partnerin in einer Anwaltskanzlei. Ihre berufliche Erfahrung sieht sie als klaren Vorteil: «Ich weiss, wie man mit Menschen umgeht und wie man Gremien führt.» Rund 80 Prozent der Arbeit als Gemeindepräsidentin bestünden aus Führung und Vermittlung, lediglich etwa 20 Prozent aus klassischer Politik. Wichtig ist ihr dabei eine aktive Bürgerschaft: «Wir leben davon, dass sich Bürgerinnen und Bürger nicht nur als Steuerzahlende sehen, sondern sich einbringen – in der Schweiz genauso wie in Kilchberg.»

Ein zentrales Anliegen für die kommenden vier Jahre ist für die 48-Jährige die Integration. Das Wachstum der Bevölkerung erfordere zwar den Ausbau der Infrastruktur, doch sei Augenmass gefragt. «Die Bevölkerung ist wachstumsmüde – das zeigt sich an der hohen Zahl von Einsprachen bei Bauprojekten.» Gleichzeitig solle Kilchberg seinen Dorfcharakter bewahren. «Kilchberg war immer ein Dorf für Familien, man grüsst sich und kennt sich.»

Die Integration vieler Zugezogener, insbesondere von Expats, verlaufe für sie in erster Linie über die Sprache.

Deutschkenntnisse spielen dabei eine Schlüsselrolle –dies wolle sie den Menschen als Gemeindepräsidentin vermitteln.

Joel Contino (parteilos)

Auch für den parteilosen Kandidaten Joel Contino steht der gesellschaftliche Zusammenhalt im Zentrum. «Gerade bei Themen wie der Bau- und Zonenordnung sehe ich, wie sich Gräben auftun und der Diskurs stark von Emotionen und Partikularinteressen geprägt ist», sagt der 36-Jährige. Hinzu komme ein zunehmender Druck beim Thema bezahlbarer Wohnraum. «Wenn wir hier nicht aufpassen, spaltet sich das Dorf immer mehr.»

Als Gemeindepräsident sieht Contino seine Hauptaufgabe darin, zu vermitteln und Brücken zu bauen. «Wir müssen zurück zu einer sachlichen, transparenten Politik.» Ebenso wichtig sei eine Verwaltung, die effizient, professionell und personenunabhängig funktioniere.

Die Bevölkerung solle spüren, dass Entscheidungen unabhängig gefällt würden – «egal, welches Parteibuch man im Sack trägt».

Dass er bis zum Wahltag noch an seiner Bekanntheit arbeiten muss, ist Contino bewusst.

Als Polit-Neuling ohne Partei im Rücken sei dies eine besondere Herausforderung. «Ich habe in letzter Zeit

viele Gespräche mit Politikerinnen und Politikern geführt und ein kleines Wahlkampfteam aufgebaut.» Ohne Parteikasse müsse man kreativ sein und unkonventionelle Wege gehen, um Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Seine Motivation begründet Contino mit seiner starken lokalen Verwurzelung. «Ich lebe hier, meine Familie und meine Freunde sind hier, ich bin in Vereinen aktiv.» Politik sei für ihn kein theoretisches Konstrukt, sondern die konkrete Gestaltung des eigenen Lebensumfelds. «Jetzt habe ich genug Erfahrung gesammelt und fühle mich bereit für ein offizielles politisches Amt.»

Edith Häusler (Grüne)

Im Gegensatz zu ihren Mitbewerbenden bringt Edith Häusler langjährige politische Erfahrung mit. Seit 2011 sitzt die 65-Jährige für die Grünen im Zürcher Kantonsrat. Dort engagiert sie sich insbesondere für ökologische Themen – vom Humusgehalt der Böden über ein Glyphosat-Verbot bis hin zu verkehrlichen Entlastungsmassnahmen rund um das Schokoladenmuseum in Kilchberg.

«Ich habe mich immer schon für die Gemeinde eingesetzt», sagt

Edith Häusler möchte sich für das Dorfzentrum und die soziale Durchmischung engagieren.

Bild: Maksym Chechin für Bezirk Medien
Bild: Maksym Chechin für Bezirk Medien

Häusler, die unter anderem als Co-Präsidentin der Ortspartei, im Naturnetz Zimmerberg und als Mitglied der Landschafts- und Entwicklungskommission LEK Kilchberg aktiv ist. Die Politik der Grünen sei mitunter unbequem, da sie Veränderungen einfordere. «Meine Anliegen sind aber stets sachbezogen und themenfokussiert.» Diese Stärken wolle sie nun auch als Gemeindepräsidentin einbringen – nicht zuletzt, weil

sie entschieden habe, 2027 nicht mehr für den Kantonsrat zu kandidieren. Mit der aktuellen politischen Ausrichtung in Kilchberg geht Häusler hart ins Gericht. «Es fehlt eine klare Strategie und eine Vision für die Zukunft.» Der starke Fokus auf einen tiefen Steuerfuss sei aus ihrer Sicht falsch. «Damit sparen wir uns zu Tode.» Sie plädiert für eine aktive Diskussion über die Aufwertung des Dorfzentrums.

Folgende Personen stehen zur Wahl:

Gemeinderat

(8 Sitze, 10 Kandidierende)

Ein weiteres zentrales Anliegen ist für Häusler die soziale Durchmischung. «Wie leben ältere Menschen in Kilchberg in 10 bis 20 Jahren?» Diese Frage müsse heute beantworten werden. Zwar blieben viele Menschen länger mobil und in den eigenen vier Wänden, doch stelle sich die Frage nach genügend bezahlbarem Wohnraum. «Diese Herausforderungen möchte ich aktiv mitgestalten.» O

Peter Barmettler (bisher, FDP), Joel Contino (neu, parteilos), Cornel Dudle (bisher, Vereinigung der Parteilosen), Andreas Eckert (bisher, FDP), Susanne Gilg (bisher, parteilos), Edith Häusler-Michel (neu, Grüne), Marina Meister (neu, Die Mitte), Sven Meyer (neu, parteilos), Phyllis Scholl (bisher, FDP), Katharina Stucki «Kati» (bisher, Vereinigung der Parteilosen)

Davon als Präsidentin oder Präsident

Contino Joel, Häusler-Michel Edith, Scholl Phyllis (bisher)

Rechnungsprüfungskommission

(7 Sitze, 8 Kandidierende)

Beat Bannwart (neu, FDP), Regula Fäh (bisher, Vereinigung der Parteilosen), Reto Giudicetti (bisher, FDP), Stefan Nolte (neu, parteilos), Christoph Rohner (bisher, Vereinigung der Parteilosen), Urs Rohner (bisher, Die Mitte), Irene Salvi (bisher, GLP), Michael Vogel (bisher, FDP)

Davon als Präsident

Rohner Christoph (bisher)

Schulpflege

(8 Sitze, 6 Kandidierende)

Nicole Bertsch (bisher, FDP), Marion Capeder-Meyer (bisher, Vereinigung der Parteilosen), Corinne Klein-Brandner (bisher, Vereinigung der Parteilosen), Géraldine Knechtle (neu, FDP), Evangelos Papoutsis (bisher, Die Mitte), Cécile Zeltzer (neu, FDP)

Baukommission

(7 Sitze, 8 Kandidierende)

René Arndt (bisher, FDP), Janina Berger (neu, FDP), Sandro Capeder (bisher, GLP), Gianluca Coduti (neu, parteilos), Michel Feurer (bisher, Vereinigung der Parteilosen), Daniela Grisch (bisher, Vereinigung der Parteilosen), Robin Müller (bisher, FDP), Benjamin Zwicker «Beni» (neu, parteilos)

Sozialkommission

(5 Sitze, 4 Kandidierende)

Eva Chicherio-Baumgartner (bisher, Vereinigung der Parteilosen), Margrit Haller (bisher, SVP), Michael Kaufmann «Mitsch» (bisher, Grüne), Lisa Rohner (neu, FDP)

THALWIL • GESELLSCHAFT

Der Chilbimontag wird in Thalwil zum Chilbifreitag

Fliegen ab diesem Jahr nicht mehr am Montag: Besuchende über den Dächern an der Thalwiler Chilbi 2025.

Dieses Jahr findet die Thalwiler Chilbi erstmals von Freitag bis Sonntag statt. Damit geht der Gemeinderat auf das Anliegen verschiedener Vereine ein, die eine Verschiebung beantragt hatten. Sie hoffen auf steigenden Umsatz und mehr helfende Hände.

Der Chilbimontag ist in Thalwil Geschichte. Ab diesem Jahr wird die Chilbi von Freitag bis Sonntag stattfinden, und zwar heuer vom 23. bis 25. Oktober 2026. Dies hat der Gemeinderat kürzlich beschlossen. Die Verschiebung geht auf einen Antrag der Interessengruppe Thalwiler Chilbi zurück, die aus Vertreter:innen verschiedener Vereine besteht.

«Insbesondere für Vereine hat der Montag als Veranstaltungstag in den vergangenen Jahren zu mehr Herausforderungen geführt», erklärt Gemeinderat Davide Loss (SP), der für das Dienstleistungszentrum Sicherheit und Gesellschaft zuständig ist. So sei es beispielsweise schwieriger, genügend Helfer:innen zu finden. «Aber auch die Umsätze fallen am Montag im Vergleich zu den übrigen Chilbitagen merklich geringer aus.» Mit dem Freitag bekommen die Vereine nun neben dem Samstag einen zweiten Abend, an dem die Chilbi-Besuchenden vermutlich länger feiern und mehr konsumieren.

Schulkinder haben am Freitag frei Der Antrag wurde von der Gesellschaftskommission geprüft und danach gemeindeintern in ein Vernehmlassungsverfahren bei den anderen Kommissionen geschickt. Dabei sei auch berücksichtigt worden, ob Schaustellende und Marktfahrer:innen am Freitag ebenfalls verfügbar wären. «Die Kommissionen befürworteten die Verschiebung durchwegs», sagt Davide Loss. Aus diesem Grund habe der Gemeinderat dem Antrag schliesslich zugestimmt.

Statt am Chilbimontag werden die Thalwiler Schulkinder neu also am Chilbifreitag schulfrei haben. Auch die Gemeindeverwaltung wird an diesem Nachmittag geschlossen sein.

Sind mobile Strassensperren geplant?

Die Verschiebung der Chilbitage könnte zu Mehrkosten beim Abfallmanagement oder dem Sicherheitskonzept führen. Das heisst konkret: Am Freitag könnte mehr Müll anfallen und mehr Polizeipräsenz gefragt sein.

«Dafür sind wir gerüstet», meint Davide Loss, «im Budget 2026 wurden vorsorglich entsprechende Mehrkosten eingestellt.»

Unabhängig von der Verschiebung der Chilbitage würden in einem nächsten Schritt die bestehenden Konzepte überprüft und bei Bedarf angepasst. Dies passiere jedoch vor jeder Veranstaltung, erklärt Davide Loss. Noch nicht äussern will er sich dazu, ob an der Chilbi künftig mobile Strassensperren aufgestellt werden. Solche Zufahrtssperren, die Amokfahrten verhindern, kamen im vergangenen Sommer beispielsweise in Erlenbach und Männedorf erstmals zum Einsatz, wie die Zürichsee-Zeitung berichtete. Bislang wird die Thalwiler Chilbi mit Betonelementen und Absperrgittern geschützt. Die Vorteile der mobilen Zufahrtssperren: Unberechtigte Fahrzeuge werden abgehalten, während Blaulichtorganisationen passieren können. Davide Loss versichert: «Die Sicherheit der Chilbi-Besuchenden hat für uns oberste Priorität.» O

von Sibille Moor
Bild: Samuel Rudolf von Rohr für Bezirk Medien

ADLISWIL • KULTUR

Die Stadt Adliswil hat keinen Platz für das Jahreskonzert der Harmonie

Fabian Chmelik muss mit der Harmonie Adliswil für das Jahreskonzert nach Langnau am Albis ausweichen.

Bild: Maksym Chechin für Bezirk Medien

«Uf und dervo» – der Name des kommenden Jahreskonzerts der Harmonie Adliswil ist Programm. Weil in Adliswil ein grosser Saal fehlt, ist der Musikverein weiterhin gezwungen, sein Konzert in einer Nachbargemeinde abzuhalten.

Wer als Stadt etwas auf sich hält, unterstützt eine eigene Musikgesellschaft. Die Aufgaben des Vereins: repräsentieren und Anlässen wie dem Neujahrsapéro, der Bundesfeier oder Wahlfeiern eine festliche Note verleihen. Auch die Stadt Adliswil setzt auf diese musikalische Untermalung und lässt sich das etwas kosten.

In einem Beschluss hat der Stadtrat die Unterstützung bekräftigt und einen jährlichen Beitrag von 25’000 Franken bis mindestens 2029 gesprochen. In seiner Erwägung schreibt er: «Der Musikverein Harmonie Adliswil spielt eine zentrale Rolle in der Sihltaler Kulturszene und trägt massgeblich zur kulturellen Vielfalt der Region bei.» Klingt alles harmonisch, doch ein Wermutstropfen bleibt. Zum Höhepunkt jedes Musikvereins gehört das Jahreskonzert. Dafür existiert in Adliswil jedoch kein geeigneter Raum.

Ausweichen nach Langnau am Albis Wie in den Jahren zuvor muss die Harmonie Adliswil für das Jahreskonzert im Februar 2026 in den Gemeindesaal Schwerzi in Langnau am Albis ausweichen, weil dieser mit einem Fassungsvermögen von rund 300 Personen pro Abend die passende Grösse hat.

Fabian Chmelik, Präsident der 48-köpfigen Harmonie Adliswil, hätte «Uf und dervo» lieber nur als Motto für das zweitägige Jahreskonzert genutzt – und nicht als tatsächliches Problem: «Doch an der Situation wird sich so schnell nichts ändern. In Adliswil gibt es schlicht keinen Raum für

unsere Jahreskonzerte. Immerhin sind wir froh, dass wir nach dem Ausprobieren von Alternativen einen festen Ort für unseren Anlass gefunden haben – einen, bei dem uns die Stadt Adliswil zudem finanziell unterstützt.»

Der Stadtsaal bleibt ein Wunsch Dass in Adliswil ein Stadtsaal fehlt, stört auch Wolfgang Liedtke, Präsident der SP Adliswil. Er höre immer wieder Stimmen, die fragen, weshalb andere Gemeinden über Veranstaltungsorte verfügen, an denen mehrere Hundert Personen Platz finden – etwa Schönenberg mit seinem Dorfhuus.

Dass sich ein solcher Ort in Adliswil bisher nicht realisieren liess, beschäftigt ihn seit Langem. Bereits vor fünf Jahren lancierte die SP eine Umfrage dazu. «Daraus ging hervor, dass 75 Prozent der Antworten einen Stadtsaal als Veranstaltungsort wichtig finden», sagt er.

Am 23. Juli 2023 reichte Liedtke eine Anfrage beim Stadtrat ein, in der er wissen wollte, ob man einem Stadtsaal im Zentrum Ost oder auf dem Stadthausareal «eine endgültige Absage» erteilt habe. Damals sagte man ihm, dass ein Stadtsaal nicht angedacht sei. «Doch werden die kommenden Gestaltungspläne auf die mögliche Realisierung eines Stadtsaals geprüft werden», hiess es am Schluss des Dokuments.

Für den SP-Präsidenten ist klar: Das Thema ist nicht vom Tisch. Man warte nun darauf, bis die Stadt ein Bauprojekt anpacke – etwa beim Stadthausareal, wo Gebäude entstehen sollen, die für die öffentliche Nut-

zung vorgesehen sind. «Da schauen wir dann genau hin. Wir werden die Behörden an den Stadtsaal erinnern – und notfalls eine Volksinitiative zu dessen Realisierung starten», sagt Liedtke. Angesichts der finanziellen Situation der Stadt sei eine kurzfristige Umsetzung jedoch schwierig.

Erneuerungen aus Altersgründen

Der Harmonie Adliswil bleibt vorerst nichts anderes übrig, als sich mit der aktuellen Situation zu arrangieren. Mittlerweile hat sich das Jahreskonzert in der Nachbargemeinde etabliert – sogar so gut, dass am kommenden Konzert am Sonntag das komplette Programm wiederholt wird. «Trotzdem wäre es für die Harmonie erfreulich, diesen Erfolg irgendwann einmal in der Heimatgemeinde weiterführen zu können», sagt Chmelik.

Für Konzerte unter dem Jahr muss die Harmonie weiterhin auf kleinere Lokalitäten ausweichen. In Ermangelung eines grossen Saals in Adliswil habe zudem der eine oder andere Veranstaltende laut Chmelik den geplanten Event verkleinert oder in eine andere Gemeinde verschoben – und zwar ohne Musikvereins-Konzert. Mit der Folge, dass geringere Gagen auch weniger Einnahmen für den Verein bedeuten. «Wir versuchen daher, unsere Finanzen mit Papiersammlungen aufzubessern», sagt Chmelik.

Erfreulicherweise sei es einfach, genügend Helfende aus den eigenen Reihen zu finden – obwohl Papiersammeln nicht zur Kernkompetenz eines Vereins gehört, der eigentlich lieber vor grossem Publikum auftreten würde. O

von Leo Niessner

THALWIL • KULTUR

Thalwil denkt Kultur neu

Welche Art von Kultur soll Thalwil künftig unterstützen? Das 10. Netzwerktreffen Kultur hat Grundlagen dafür geschaffen. Dabei soll auch die Nachwuchsförderung weiter gestärkt werden.

Die grosse Arbeit beginnt für Urs Küenzi erst noch: Er wird die bestehenden Richtlinien für die Kulturförderung in Thalwil überarbeiten. Diese zeigen, wie die Gemeinde Gelder an Kulturschaffende verteilen soll – und an welche. Für diesen Schritt seien Fachpersonen wie er notwendig, ist Thalwils Kulturbeauftragter überzeugt. Doch dafür braucht es eine Grundlage: das sogenannte Kulturleitbild. In diesem kurz gehaltenen «Mission Statement» auf der Webseite der Gemeinde ist unter anderem festgehalten: «Die Gemeinde betrachtet Kulturförderung als eine wichtige Aufgabe neben Bildung, Arbeitsmöglichkeiten, Freizeit und Sport.» Das aktuelle Kulturleitbild ist allerdings bereits zehn Jahre alt und muss aktualisiert werden.

Ein solches Update wollte Küenzi auf keinen Fall alleine am Bürotisch vornehmen. Dass er einen partizipativen Ansatz in Form eines Netzwerktreffens wählen würde, habe er der Gemeinde bereits bei seinem Stellenantritt am 1. Januar 2024 zu verstehen gegeben. «Ein modernes Kulturleitbild kann nur in Zusammenarbeit mit Vertreter:innen aus

der Kulturszene entstehen. Alle Beteiligten sollen mitdenken», ist er überzeugt.

Vom Theater bis zu Konzerten Gesagt, getan: Mitgedacht haben am mittlerweile zehnten Netzwerktreffen Kultur mehr als zwei Dutzend Kulturschaffende, darunter auch Mitglieder von Vereinen. Und was ist dabei herausgekommen? «Unter anderem, dass unseren Kulturschaffenden die Nachwuchsförderung ein wichtiges Anliegen ist», fasst Küenzi zusammen. Aber auch, dass man sich weiterhin grundsätzlich an den Kulturförderschwerpunkten orientieren will, die im Konzept «Kulturprogramme mittelgrosse Städte» festgehalten sind. Diese Mehrjahresplanung wurde an früheren Netzwerktreffen erarbeitet.

«Sie ist mit den Kulturförderrichtlinien ein zentrales Instrument für meinen Arbeitsalltag. Deren Überarbeitung kann beginnen, wenn das Kulturleitbild aktualisiert und verabschiedet worden ist», sagt Küenzi. Die Dokumente definieren, wer in Thalwil grundsätzlich Unterstützungsgelder beantragen darf – entsprechende Anträge landen jeweils bei ihm. Theateraufführun -

gen, Bandkonzerte, klassische Konzerte mit Nachwuchsmusikerinnen – solche Anlässe zählen laut Küenzi auch künftig dazu. Nicht aber Veranstaltungen, bei denen Kultur keine zentrale Rolle spielt, etwa ein Gottesdienst, in dessen Rahmen gesungen wird.

Die nächsten Hürden bis zum neuen Kulturleitbild

Bis das neue Kulturleitbild in Kraft tritt, dauert es allerdings noch eine Weile. Zurzeit ist Küenzi damit beschäftigt, die Themen und Bedürfnisse der Kulturschaffenden aus dem Netzwerktreffen zu sortieren und zusammenzufassen. Im Februar 2026 erstellt eine Redaktionsgruppe daraus eine Rohfassung. Diese wird erneut zusammen mit Kulturschaffenden ausgefeilt. Nächste Station: Begutachtung durch die Gesellschaftskommission. Erst wenn sie ebenfalls über dem Entwurf gebrütet hat, geht der überarbeitete Text an den Gemeinderat.

Sollte der Gemeinderat im ersten Halbjahr 2026 «Ja» sagen, hat Thalwil endlich ein aktuelles Kulturleitbild – und Küenzi eine klare Vorgabe, wie er die Kulturförderung in der Gemeinde künftig handhaben soll. O

Gemeinsames Werk: Am Kulturleitbild denken alle mit, wie hier am Netzwerktreffen Kultur.

Bild: Gemeinde Thalwil

BEZIRK • GESELLSCHAFT

Immer häufiger bleiben Kinder der Schule fern

Schulabsentismus nimmt zu – auch im Bezirk Horgen. Aus diesem Grund hat eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe kürzlich eine Website mit Informationen aufgeschaltet. Denn rasches, koordiniertes Reagieren ist zentral, um betroffene Kinder zurück in die Schule holen zu können.

Manchmal passiert es schleichend. Das Kind klagt morgens über Bauch- oder Kopfschmerzen, es kann nicht zur Schule gehen. Zunehmend treten die Schmerzen häufiger auf. So bleibt das Kind immer öfter zu Hause. Manchmal hingegen passiert es rasend schnell. Von einem Tag auf den anderen kommt das Kind nicht mehr aus dem Bett. Es ist wie gelähmt oder total blockiert.

In beiden Fällen handelt es sich um Schulabsentismus: Ein Kind bleibt dem Unterricht wiederholt fern, im Extremfall geht es gar nicht mehr hin. «Schulabsentismus hat nichts mit Schwänzen oder gelegentlicher Schulunlust zu tun, er hat eine pathologische Komponente», erklärt Irene Cachin, Leiterin des Schulpsychologischen Dienstes des Bezirks Horgen. Kinder, die schulabsent sind, zeigen in der Regel Symptome körperlicher oder psychischer Erkrankungen. Manche leiden unter Ängsten.

Zunehmend jüngere Kinder betroffen

Alarmierend ist: Das Phänomen nimmt in westlichen Ländern zu, insbesondere seit der Corona-Pandemie – auch im

Bezirk Horgen. Konkrete Zahlen dazu sind keine vorhanden, weil die Fälle noch nicht systematisch erfasst werden. Doch Anna Bewer Silvestri, Kinderärztin in Thalwil, sagt: «Ich bin in meiner Praxis immer häufiger mit dem Thema konfrontiert». Und auch Peter Füeg, Schulleiter an einer Thalwiler Primarschule, erklärt: «Schulabsentismus ist eine grosse Herausforderung an den Schulen.» War das Phänomen vor einigen Jahren insbesondere auf der Sekundarstufe ein Thema, hat es sich zunehmend in die Primarschule und sogar in den Kindergarten ausgeweitet, wie Irene Cachin sagt.

Aus diesem Grund wurde im Januar 2023 im Bezirk Horgen eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe (AG) gebildet, in der Fachpersonen aus 17 verschiedenen Bereichen das Thema angehen. Neben Irene Cachin, Anna Bewer Silvestri und Peter Füeg sind in der AG Schulpräsenz weitere Vertreter:innen aus Schule, Medizin, Psychologie, Politik oder der Jugendberatung vertreten. Sie haben einen Leitfaden erarbeitet, der seit gut einem Jahr an allen Schulen im Bezirk Horgen zur Anwendung kommt. Zudem berät und unterstützt ein Fachteam die Schulen. Seit Herbst

von Sibille Moor
Bild: Maksym Chechin für Bezirk Medien

Wenn Kinder nicht in die Schule wollen, können Konflikte, Mobbing oder Leistungsdruck eine Rolle spielen.

2025 ist eine Website online, welche betroffenen Eltern und Jugendlichen Informationen und Anlaufstellen bietet.

Ursachen sind vielfältig Der Leitfaden gibt folgenden Rahmen vor: Fehlt ein Kind dreimal innert sechs Wochen aus unzusammenhängenden Gründen, sollte die Schule aktiv werden. Die Früherkennung ist wichtig, weil durch schnelles Reagieren grosser Leidensdruck und verhärtete Situationen verhindert werden können. «Zudem muss das Problem interdisziplinär angegangen werden», sagt Irene Cachin, «indem das ganze System, in dem das Kind sich befindet, einbezogen wird.»

Denn die Ursachen für Schulabsentismus sind vielfältig. Konflikte, Mobbing oder Leistungsdruck in der Schule können eine Rolle spielen. Belastungen im Elternhaus ebenso. Auch gesellschaftliche Veränderungen fliessen mit ein. Walter Schelling, Schulleiter an der Sekundarschule Moos in Rüschlikon, ist ebenfalls Teil der AG und sagt: «Das Familienleben hat sich verändert. Die Schule hingegen ist sehr statisch und hinkt diesen Entwicklungen hinterher.» Anna Bewer Silvestri beobachtet, dass neurodivergente Kinder – also solche mit ADHS oder die sich im Autismus-Spektrum befinden – häufiger von Schulabsentismus betroffen sind. Alle befragten Vertreter:innen betonen allerdings, dass die Schuldfrage nicht zielführend ist. «Schule und Eltern dürfen sich nicht gegenseitig

die Schuld in die Schuhe schieben, sondern müssen zusammenarbeiten, damit das Kind wieder in einen gesunden Lernprozess kommen kann», sagt Anna Bewer Silvestri.

Rasch mit Lehrperson Kontakt aufnehmen

Was also können Eltern tun, wenn sie bemerken, dass ihr Kind im Zusammenhang mit dem Schulbesuch über Kopf- oder Bauchschmerzen klagt? Irene Cachin rät, die Schmerzen des Kindes ernst zu nehmen, es aber trotzdem in die Schule zu schicken mit dem Hinweis: «Wenn es nicht geht, sagst du es der Lehrperson. Dann kannst du nach Hause kommen.» Dürfe das Kind bei leichten Beschwerden stets zu Hause bleiben, könne sich rasch ein wiederkehrendes Muster entwickeln, das in Schulabsentismus enden könne. Wer vermutet, dass die Beschwerden eine körperliche Ursache haben könnten, sollte diese ärztlich abklären lassen. Sehen Eltern eher einen Zusammenhang mit der Schule, ist es wichtig, rasch die Lehrperson zu kontaktieren. Peter Füeg sagt: «Dabei sollten Eltern keine Vorwürfe erheben, sondern ihre Wahrnehmung und die Beschwerden des Kindes schildern». Gemeinsam und bei Bedarf unter Beizug des Fachteams arbeiten die Schule und die Familie an einer Lösung. Wie Anna Bewer Silvestri sagt: «Alle Erwachsenen dürfen dem Kind zutrauen, dass es lernen will, denn das will jedes Kind, da können wir sicher sein.» O

Weitere Informationen zum Thema Schulabsentismus und Anlaufstellen im Bezirk

spdhorgen.ch/schulabsentismus schulabsentismus.ch

ADLISWIL • POLITIK

Nach Budgetstreit schraubt Adliswil die Steuern hoch

Linke fordern mehr Einnahmen, Rechte weniger Ausgaben und die eigene Partei zweifelt an der Budgetierung der Finanzvorsteherin. Die Budgetdebatte im Parlament am 10. Dezember 2025 endet schliesslich mit einer Steuererhöhung von 102 auf 104 Prozent.

An ihrer letzten Budgetdebatte vor ihrem angekündigten Rücktritt zu den Erneuerungswahlen im März 2026 hatte Finanzvorsteherin Karin Fein (Freie Wähler) keine guten Nachrichten zu verkünden. Die finanzielle Lage in Adliswil ist angespannt. So belastet beispielsweise das Einwohner:innenwachstum den Haushalt. Lebten in den 1960er-Jahren noch rund 9’000 Personen in Adliswil, sind es heute rund 20’000 Menschen. «Damit stieg auch der Bedarf an Sicherheit, Gesundheit und Infrastruktur», sagte Fein vor dem Parlament am 10. Dezember 2025. Gleichzeitig seien in den letzten acht Jahren rund 200 Millionen Franken verbaut worden - auch deshalb, weil Leitungen, Strassen oder Gebäude ihre Nutzungsdauer erreicht hätten.

Soweit zur Ausgabenseite. Auf der Einnahmenseite fehlen mittlerweile grosse Steuerzahler wie die Swiss Re,

Im 2026 wird die Stadt Adliswil 2,3 Millionen Franken an Einsparungen vornehmen.

Bild: Maksym Chechin für Bezirk Medien

die laut Fein ein wichtiger Pfeiler der Finanzkraft waren. «Adliswil ist heute stärker auf die Steuern privater Haushalte angewiesen, dies reicht jedoch nicht aus, um den Aufwandbedarf zu decken.» Der Stadtrat schlug dem Parlament daher eine Steuererhöhung um vier Prozentpunkte auf 106 Prozent vor, womit im kommenden Jahr dennoch ein Verlust von über vier Millionen Franken budgetiert wäre.

Einsparungen von 2,3 Millionen Franken Zustimmung erhielt der Stadtrat aus dem linken Lager. So sagte beispielsweise Gemeinderat Esen Yilmaz (SP), dass die Finanzlage angespannt und eine Steuererhöhung nötig sei, obwohl im aktuellen Budget sogar Einsparungen von 2,3 Millionen Franken enthalten seien, welche die Bevöl-

kerung im Jahr 2026 spüren werde: «Beispielsweise durch die Einsparungen bei der musikalischen Grundbildung, bei der die Lektionen halbiert werden, bei der Halbierung der Grundreinigung in den Schulhäusern oder bei den Reduktionen der Kulturbeiträge und der sozialen Dienstleistungen.» Ebenfalls erhielt der Stadtrat Unterstützung für die geplante Erhöhung aus den Reihen der Grünen sowie der Fraktion aus Mitte, GLP und EVP.

Weniger Zuspruch erhielt Karin Fein aus den Reihen ihrer eigenen Partei. Gemeinderat Daniel Frei (Freie Wähler) vertraute der Budgetierung seiner Stadträtin nicht und sagte, in den vergangenen Jahren sei zu pessimistisch budgetiert worden. «So wurden in den letzten sechs Jahren 28 Millionen Franken mehr eingenommen als erwartet.» Dennoch anerkannte er, dass die finanzielle Situation der Stadt «nicht rosig aussieht» und schlug gemeinsam mit Silvia Helbling (FDP) eine reduzierte Steuererhöhung von zwei Prozentpunkten auf 104 Prozent vor.

Kritik an «Luxusprojekten»

Die SVP ging noch weiter und stellte sich auf den Standpunkt, dass gar keine Steuererhöhung nötig sei. Fraktionspräsident Urs Künzler sprach von «Luxusprojekten» des Stadtrats bei neuen Garderoben oder Schulhaussanierungen. Kurz: «Die Stadt muss aufhören, Geld auszugeben für Dinge, die man nicht finanzieren kann.»

Schliesslich setzte sich der Kompromiss von 104 Prozent durch. Damit steigen die Steuern in Adliswil im Jahr 2026 um zwei Prozentpunkte bei einem budgetierten Verlust von fast 5,3 Millionen Franken. O

Wie der Laufsport einen Adliswiler bis zu Nelson Mandela brachte

Seit fast 30 Jahren hält er den 100-Kilometer-Rekord am Bieler Lauf. Mit 74 Jahren läuft er noch immer wöchentlich bis zu 100 Kilometer. Peter Camenzind ist ein Ausdauerphänomen – und ein Mensch, der den Laufsport als Geschenk begreift.

Der berührendste Moment in der Karriere von Peter Camenzind: seine Begegnung mit Nelson Mandela im Jahr 1997

Peter Camenzind ist eine lebende Adliswiler Lauflegende. Seit fast drei Jahrzehnten hält er den Rekord über 100 Kilometer am Bieler Lauf – mit einer Bestzeit von 6:37:59 Stunden. Drei Siege am Swiss Alpine Marathon und unzählige internationale Wettkämpfe später ist der heute 74-Jährige immer noch regelmässig unterwegs.

Camenzind legt jede Woche 80 bis 100 Kilometer zurück – dankbar für jede Trainingseinheit. «Es ist ein Geschenk, in meinem Alter noch laufen zu können – und dass mein Körper das mitmacht.» In seiner Hochphase waren es bis zu 160 Kilometer pro Woche. «Ich war schon immer einer, der lange laufen wollte», sagt er und lächelt.

Spätstarter mit unerschütterlichem Willen

Camenzind kam erst mit 30 Jahren zum Laufsport. Tagsüber arbeitete er auf dem Bau – ein körperlich fordernder Beruf, der ihn stark und widerstandsfähig machte. «Das war wohl der Grund, warum ich mich so selten verletzt habe.»

Neben dem Laufen war er auch auf dem Velo oder beim Langlauf aktiv. Doch am meisten faszinierte ihn die Langdistanz – nicht nur, weil sie kostengünstig war, sondern weil sie sich gut mit dem Familienleben vereinbaren liess.

Seine Eltern hörten bei Wettkämpfen gespannt Radio, um seine Zeiten zu erfahren, seine Kinder feuerten ihn später an den Strecken an. Eines von ihnen absolvierte kürzlich den ersten Ironman – die Leidenschaft scheint vererbt zu sein.

Der Club als Schlüssel zum Erfolg

Ein wichtiger Meilenstein war der Beitritt zum SSC Langnau. «Der Sihltaler Sportclub war der Schlüssel zum Erfolg. Ohne ihn wäre ich nicht so weit gekommen.» Das Training war für ihn

Auch mit 74 Jahren legt Peter Camenzind noch jede Woche 80 bis 100 Kilometer zurück.

mehr als körperliche Arbeit – es war Gemeinschaft. «Man versuchte immer, besser zu sein als der nebenan, und so trieben wir uns gegenseitig an.»

Bis heute ist Camenzind Mitglied im Club und geniesst ab und an das gemeinsame Training und den Austausch. «Diese ‹Weisst-du-noch›-Momente sind einfach schön», sagt er. Schade findet er nur, dass die Mitgliederzahlen sinken und der Nachwuchs fehlt: «Das Teamtraining hat mir enorm geholfen, meine Ziele zu erreichen.»

Eine Begegnung fürs Leben

Besonders geprägt hat ihn Südafrika. Nachdem er Anfang der 1990erJahre den Bieler Lauf und den Swiss Alpine Marathon gewonnen hatte, wurde er eingeladen, am legendären Comrades Ultramarathon teilzunehmen – dem ältesten und grössten Ultramarathon der Welt.

1992 stand er als zweiter ausländischer Teilnehmender an der Startlinie. Nach 67 Kilometern musste er aufgeben – der Druck war zu gross. Zwei Jahre später kehrte er zurück und belegte den vierten Rang, was ihm eine Goldmedaille einbrachte. Insgesamt startete Camenzind 16mal am Comrades. 1997 erhielt er

erneut Gold – dieses Mal persönlich überreicht von Nelson Mandela. «An die Ausstrahlung und Wärme von Nelson Mandela kann ich mich bis heute erinnern. Solch eine Herzlichkeit habe ich nie mehr erlebt», sagt er sichtlich bewegt.

Von New York bis Japan Camenzind hat auf der ganzen Welt Wettkämpfe bestritten – von New York bis Japan, wo er als erster Nicht-Japaner auf dem Podest des Fuji-Laufs stand. Doch kein Rennen berührt ihn so wie der Comrades in Südafrika.

Auch mit 74 Jahren nimmt er noch an Wettkämpfen teil – als Nächstes steht der Frankfurt-Marathon an. Und er hat ein klares Ziel: «Ich möchte noch ein 17. Mal beim Comrades starten.»

Für ihn ist Laufen mehr als Sport: «Viele wissen gar nicht, wie glücklich wir uns schätzen können, dass wir laufen dürfen. Wenn man begreift, dass Laufen ein Privileg ist, wird das Training automatisch besser.»

Peter Camenzind bleibt ein Vorbild an Ausdauer und Leidenschaft – ein Mensch, der den Laufsport lebt und liebt. O

KILCHBERG • GESELLSCHAFT

Der Stiftungsratspräsident nimmt Stellung zur Krise im Alterszentrum Hochweid in Kilchberg

von Pascal Münger

Corona habe die finanzielle Krise im Alterszentrum Hochweid ausgelöst, sagt Michele Genoni. Danach habe die sinkende Pflegeintensität ein Millionenloch verursacht. Dennoch ist er überzeugt, die finanziellen Probleme in den Griff zu bekommen –ohne Qualitätseinbussen.

Das Alterszentrum Hochweid steckt in einer finanziellen Krise. Der Gemeinderat Kilchberg hat daher 150’000 Franken ausserhalb des Budgets bewilligt, um eine externe Expertengruppe beizuziehen. Sie soll Wege aufzeigen, wie das Heim wieder auf stabile Beine gestellt werden kann. Auslöser für die Intervention der Gemeinde war die Jahresrechnung 2024, die ein Loch von über einer Million Franken aufweist. Zudem soll sich die Lage laut Gemeindeschreiber Patrick Wanger im Jahr 2025 weiter verschärft haben. Doch die Ursachen reichen weiter zurück. «Die finanziellen Probleme wurden eigentlich durch die CoronaZeit ausgelöst», erklärt Stiftungsratspräsident Michele Genoni. Während der Pandemie stand das Hochweid vor zwei Herausforderungen: Es musste kurzfristig temporäres Pflegepersonal einstellen – und den Bereich der

Palliative Care ausbauen. Dort werden Menschen begleitet, die an unheilbaren, chronischen oder lebensbedrohlichen Krankheiten leiden. «Beide Faktoren führten zu höheren Kosten», sagt Genoni.

Pflegeintensität nahm ab

Die Finanzierung der Schweizer Pflegeheime ist an die sogenannte Pflegeintensität geknüpft, erklärt Genoni. «Die wichtigste Kennzahl dafür sind die Pflegeminuten: Jede Tätigkeit, von der Medikamentengabe bis zur Körperpflege, wird erfasst. Daraus berechnen sich die Beiträge von Krankenkassen, Bewohnenden sowie Gemeinden.»

In den Jahren nach Corona nahm die Pflegeintensität im Alterszentrum Hochweid jedoch ab. «Das Personal konnte aber nicht im selben Tempo reduziert werden, wie die Pflegeintensität gesunken ist», so Genoni.

Bild: Maksym Chechin für Bezirk Medien

Dieser strukturelle Effekt habe die finanziellen Schwierigkeiten zusätzlich verstärkt.

Die Verantwortlichen standen dadurch vermehrt vor der Frage, welche Zielgruppe das Alterszentrum künftig bedienen soll. Denn die soziale Ausrichtung des Heims führt gelegentlich zu Situationen, die wirtschaftlich nicht kostendeckend sind. Genoni nennt ein Beispiel: «Wenn eine ältere Person im dritten Stock eines Hauses ohne Lift wohnt und die Treppen nicht mehr bewältigen kann, ist das Alterszentrum eine sinnvolle Alternative. Die Person hat aber vielleicht wenig Pflegebedarf – und damit kaum Pflegeminuten.» Für das Heim bedeute das geringere Erträge bei gleichzeitig hohem Betreuungsaufwand.

Keine Einschränkungen für Bewohnende

Die drei von der Gemeinde eingesetzten Fachpersonen haben nun den Auftrag, das Potenzial des Heims zu analysieren und Vorschläge zu erarbeiten,

wie sich Erträge und Aufwände wieder ins Gleichgewicht bringen lassen.

«In einem ersten Schritt verzichten wir auf den Einsatz von Temporärkräften, die hohe Mehrkosten verursachen», sagt Genoni. Parallel dazu soll geklärt werden, wie das Alterszentrum künftig positioniert wird und welche Personengruppen im Fokus stehen sollen.

Laut Genoni werden Massnahmen fortlaufend angepasst. «Wir sind überzeugt, dass wir dadurch die finanziellen Probleme in den Griff bekommen.» Wichtig sei ihm, dass die Einsparungen keine Einschränkungen für die Bewohnenden zur Folge haben. «Die hohe Qualität und die empathische Betreuung bleiben gewährleistet.»

Im vergangenen Jahr habe er eine Reisegruppe aus Bewohnenden und Pflegenden während eines viertägigen Aufenthalts in Deutschland begleitet. «Die Zufriedenheit und der Zusammenhalt in dieser Gruppe waren beeindruckend», sagt er. Und so soll es auch in Zukunft bleiben. O

Michele Genoni sagt, die hohe Qualität und die empathische Betreuung bleiben trotz der finanziellen Schwierigkeiten gewährleistet.

Der wohlverdiente Ruhestand

In einer Fernsehwerbung bietet ein junger Mann einem etwa fünfzigjährigen Herrn im Tram seinen Sitzplatz an. Der Angesprochene ist gleichzeitig gerührt und schockiert. Gerührt über so viel Höflichkeit. Geschockt über die leise, aber unmissverständliche Frage in seinem Kopf: Sehe ich wirklich schon so aus?

Er lehnt dankend ab. Mehrmals. Dann setzt er sich – aus Erschöpfung oder Einsicht – und lächelt ergeben.

Die Botschaft ist klar: Wer keinen Sitzplatz mehr angeboten bekommen möchte, sollte sich schleunigst mit der Pensionierung befassen. Am besten sofort.

Mir hat bislang noch niemand im Tram den Platz freigemacht. Dafür wurde ich anderweitig zuverlässig erinnert, dass meine Zeit reif ist. Mein Briefkasten quoll über vor kostenlosen Beratungsangeboten von Banken, Versicherungen und Finanzinstituten. So umworben war ich mein ganzes Leben nicht. Offenbar ist man erst kurz vor dem Ruhestand wirklich sexy – zumindest für die Finanzbranche.

Ich ging also brav an Pensionierungsseminare und Vorbereitungskurse. Ich lernte viel über Säulen – drei an der Zahl –, über Renditen, Risiken und statistisch gut abgesichertes Altwerden. Dafür bin ich dankbar.

Was mir allerdings niemand erklärte, war, wie man mit dem sogenannten «wohlverdienten Ruhestand» umgeht.

Ich soll ihn geniessen.

Nach Jahrzehnten von Terminen, Verantwortung und Leistung soll ich jetzt plötzlich geniessen. Einfach so. Als wäre das ein Schalter, den man am letzten Arbeitstag umlegt. Klick: Genussmodus.

Nur: Was genau soll ich geniessen? Und wie lange? Und bitte mit oder ohne Agenda?

Vielleicht fällt mir das deshalb schwer, weil ich meine Arbeit mochte. Tatsächlich. Ich erinnere mich gern an meine erste Stelle als Fünfzehnjährige, als ich Zeitungen austrug. Oder später, nach der Matura, als ich für 8.50 Franken pro Stunde in der Sportabteilung eines grossen Warenhauses arbeitete und mir die geschwollenen Beine buchstäblich in den Bauch stand.

Zwischen diesen Anfängen und meiner vierzigjährigen Lehrtätigkeit lag ein ganzes Arbeitsleben. Rückblickend muss ich feststellen: Ich war privilegiert. Ich freute mich am Montagmorgen auf die neue Woche. Nicht nur in den Ferien. Die waren übrigens auch «wohlverdient». Jetzt habe ich keine Ferien mehr. Ich habe nur noch Zeit.

Nach meinem letzten Arbeitstag wurde mir oft gratuliert. Manche taten das zögerlich, als seien sie sich nicht sicher, ob man zur Pensionierung überhaupt gratulieren darf – oder ob man besser leise kondoliert.

Ich selbst war vom Gratulieren leicht irritiert. Wozu genau eigentlich? Zum erfolgreichen Älterwerden? Zum Erreichen eines administrativen Meilensteins? Zum ordnungsgemässen Verlassen des Arbeitsmarkts?

Und dann diese Frage, unausweichlich: Was kommt jetzt?

Der Begriff «Ruhestand» klingt jedenfalls nicht nach Aufbruch. Eher nach Stillstand. Nach nachlassenden Kräften, schwindender Bedeutung und einer sanften Vorbereitung auf das Ende. Marketingtechnisch ist da noch Luft nach oben.

Also soll ich nun lernen, die Zeit zu schätzen, die mir bleibt. Den Dingen nachzugehen, die ich gern tue. Mir

Zeit zu lassen. Dankbar aufzuwachen und mich zu fragen, was ich heute anstellen könnte.

Diese Freiheit ist grossartig – und erstaunlich anspruchsvoll.

In letzter Zeit fragen mich einige Leute, vor allem solche, die mich gut kennen, nach meinen Projekten. Projekten!

Auf die Frage «Was hast du vor?» bleibe ich meist stumm.

Heisst das, ich muss etwas vorhaben? Etwas Sinnvolles? Nützliches? Gemeinnütziges? Eine neue Ausbildung? Oder reicht es vielleicht auch, einfach da zu sein?

Andere erzählen mir, wie schwierig es sei, sich mit pensionierten Freund:innen zu verabreden – deren Tage seien komplett ausgebucht. Offenbar mutiert man im Ruhestand entweder zur Projektmanagerin des eigenen Lebens oder zur Ausnahmeerscheinung ohne Agenda.

Eine aktuelle Erhebung des Bundesamts für Statistik bringt nun endlich Entlastung:

Menschen über 65 sind die zufriedensten – sogar dann, wenn sie nicht wohlhabend sind.

Das ist tröstlich. Und entlastend.

Vielleicht geht es im Ruhestand also gar nicht darum, noch einmal etwas zu leisten, sich neu zu erfinden oder den eigenen Tagesablauf zu rechtfertigen. Vielleicht geht es schlicht darum, nichts mehr beweisen zu müssen – weder sich selbst noch anderen.

Also doch. Gratulation.

Glückwünsche an alle, die noch im Berufsleben stehen, und an meine Zeitgenoss:innen im Ruhestand. Wohlverdient. Oder zumindest statistisch gut belegt O

von Patricia Hüsler

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Bezirk Horgen

Engagiert für unsere Region – die FDP-Kandidatinnen und -Kandidaten aus dem unteren Bezirk Horgen

Grosser Gemeinderat (Liste 3): Vera Buchmann-Bach • Reto Buchmann Thomas Iseli • Heinz Geissler • Rolf Schweizer • Therese Grunder Silvan Füglistaler • Chris Gubser • Cynthia Füglistaler

Gemeindepräsident

RPK: Roger Moor • Claude Bataillard Schulpflege: Luise Diem • Hans Däppen

Bau- und Werkkommission: René Alder Sozialbehörde: Peter Hämmerli

Schulpflege: Géraldine Knechtle • Cécile Zeltzer

RPK: Reto Giudicetti • Michael Vogel • Beat Bannwart Baukommission: René Arndt • Robin Müller • Janina Berger Sozialkommission: Lisa Rohner

Oberrieden

Schulpflege: Ralf Ernst • Marina Stuppacher • Stefan Worofsky

RPK Präsidium: Markus Geniets

RPK: Tobias May • Beat Klingelfuss Schulpflege: Jiahui Isler

RPK: Benjamin Angst • Michael Hess Sozialbehörde: Mirjam Isliker • Maximilian Walser

Schulpflege: Andreas Gallmann • Sabrina Hösli

RPK: Anna Cenariu • Philipp Fratschöl • Pascal Zahler

Gesellschaftskommission: Adrian Dürlewanger Hochbaukommission: Lukas Schlatter • Felix von Rechenberg

Sicherheitskommission: Marc Henauer Sozialkommission: Pascal Meyer Umweltkommission: Andreas Burren

Thalwil
Oberrieden
Kilchber g
Liste 3

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