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Linden

BLATT

HAUSZEITUNG DES LINDENFELDS – SPEZIALISIERTE PFLEGE UND GERIATRIE AUSGABE 3 | 2022

Nachtleben ...

Geschätzte Leserschaft

Mit der vorliegenden Ausgabe des Lindenblatts möchten wir Sie überraschen. Haben Sie sich schon einmal Gedanken dazu gemacht, wie es sich anfühlen würde, das Lindenfeld bei Nacht zu betreten? Welche Geräusche sind zu vernehmen? Was löst die gedimmte Beleuchtung atmosphärisch aus? Was bedeutet Nacht für Sie? Welche Vorkehrungen sind vom Tagdienst zu treffen, damit der Nachtdienst gut arbeiten kann? Was leistet die Pflege bei Nacht?

All diesen Fragen gehen wir nach –sogar mit einem Selbstversuch meinerseits. Ich durfte Renate Schmied, Fachführung Nachtdienst, begleiten und selbst in Erfahrung bringen, welche

Bedürfnisse unsere Bewohnenden des Nachts haben und wie wichtig es ist, dass auf ein Klingeln oder auf einem Kontrollgang eine professionelle, fürsorgliche Fachfrau anwesend ist.

Ich zolle nach diesem Erlebnis all unseren Kolleginnen und Kollegen höchsten Respekt; denn es zeigt einmal mehr, dass eine interprofessionelle Zusammenarbeit wichtig ist, um unseren Dienstleistungsbetrieb für unsere Bewohnenden rund um die Uhr führen zu können. Nachtdienst bedeutet, dass man gegen seine biologische Uhr arbeitet, um da sein zu können, wenn Menschen einen brauchen bzw. um sicherzustellen, dass es ihnen gut geht.

Die Nacht im Lindenfeld hat mich gelehrt, dass Menschen unterschiedliche

Bedürfnisse haben: die meisten schlafen ungestört, andere sind aufgrund ihrer Erkrankung unruhig oder haben einen verschobenen Tages­Nachtrhythmus. Andere sind putzmunter und unterhalten sich fröhlich, als wäre es das Normalste der Welt.

Tauchen Sie in unsere sorgfältig und mit wachen Augen geschriebenen Berichte ein und lernen Sie das Lindenfeld bei Nacht kennen. Ich konnte meinen Bericht erst einen guten Tag später zu Papier bringen, denn nach all den Eindrücken, Erlebnissen und den sehr frühen Stunden, musste ich meine Gedanken ruhen lassen und mich erst einmal ausschlafen.

Simone Mayer-Jacober Leiterin Kommunikation & Marketing

Die Nacht ist wie eine Freundin, die sacht die Dunkelheit zu uns bringt, damit wir Ruhe finden, Gedanken loslassen, und neue Krafte schopfen fur das Morgen.» Gabriele Ende) »
Die Nacht –sie übt eine grosse Faszination aus

Die Nacht mit ihrer Romantik, Ruhe und Mystik fasziniert uns Menschen seit jeher. Es gibt Leute, welche die Nacht lieben, da sie etwas Romantisches, Natürliches und Ursprüngliches hat. Sie wird auch mit Freiheit in Verbindung gebracht, da man in der Nacht oft von seinen Aufgaben und Pflichten befreit ist. Dennoch gibt es auch viele Menschen, die sich im Dunkeln fürchten. Gemäss einer repräsentativen Meinungsumfrage des Forschungsinstituts Link gaben 44% an, dass sie sich ein bisschen oder sehr fürchten oder ihnen zumindest am Tag wohler ist. Der Kulturanthropologe Michel Massmünster von der Universität Basel erklärt sich dies mit der Angst vor dem Kontrollverlust, vor dem Unerwarteten und Unbekannten. Dies hat seinen Ursprung einerseits in der Vorzeit, als man nachts beispielsweise Angriffe von wilden Tieren fürchten musste. Andererseits gibt es auch viele Geschichten, in denen der Nacht etwas Düsteres und Bedrohliches anhaftet. Die unterschwellige Botschaft ist gemäss Massmünster immer: Bleib nachts besser zu Hause oder sei zumindest vorsichtig.

Auswirkungen auf den menschlichen Organismus

Die Nacht ist idealerweise die Zeit, in der sich unser Körper und unser Geist erholen kann. Denn wir alle haben eine innere Uhr, die wir zum Beispiel dadurch spüren, dass wir immer um dieselbe Zeit wach werden, auch an Wochenenden oder in den Ferien. All unsere physiologischen Vorgänge sind zeitlich genau strukturiert und

aufeinander abgestimmt. Damit wir Menschen jedoch überhaupt merken, ob Tag oder Nacht ist, brauchen wir unsere Augen. Diese sind für die Steuerung bestimmter Hormone und schlussendlich für unser Wohlergehen wichtig, welches neben anderen Faktoren stark von den Lichtbedingungen abhängig ist. Morgens sollte man gemäss Chronobiologen (griech. chronos = Zeit) möglichst viel Tageslicht und abends möglichst wenig Licht tanken, vor allem in den letzten drei Stunden vor dem Zubettgehen. Dies fördert einen gesunden Schlaf­WachRhythmus.

Menschliches Verhalten während den dunklen Stunden des Tages

Michel Massmünster studierte in seiner Doktorarbeit mit dem Titel «Im Taumel der Nacht» das Verhalten von Frauen und Männern während der Nacht. Die Tageszeit erlaubt es, herauszufinden wer wir sind und was wir wollen. Wenn man beispielsweise schlaflos im Bett liegt, grübelt und hinterfragt, werden manchmal eingeschlagene Richtungen überdacht oder neue Möglichkeiten erkannt. Zudem sind die Leute bei Dunkelheit oft hemmungsloser, ausgelassener und lockerer, was man beispielsweise im Ausgang gut beobachten kann. Unsere Wahrnehmung verändert sich und wir haben oft mehr Zeit, uns spontan auf unsere Mitmenschen einzulassen.

Leider hat die Nacht aber auch sprichwörtlich ihre Schattenseiten. So kommt gemäss verschiedenen Studien bei gewissen Menschen ihre kriminelle Energie nachts zum Vorschein und es kommt vermehrt zu strafbaren Grenzüberschreitungen.

Egal, ob jemand die Dunkelheit geniesst oder sich wünscht, es werde schnell wieder Morgen. Fest steht: Nachts erscheint die Welt einfach in einem anderen Licht.

Martina Götte

Nachgefragt

Nachgefragt bei Adrian Zauner, Stv. Leiter Küche

Ein Schmackhafter Start in den Tag

Gute Vorbereitungen am Abend stellen einen gelungenen Start am frühen Morgen in der Küche sicher.

Ruth Suter: In der Nacht ist die Küchencrew ja nicht am Arbeiten. Wie bereitet ihr den Morgen vor?

Adrian Zauner: Bereits am Nachmittag, sobald die Bestellungen der Abteilungen eingegangen sind, wird das Frühstück für den nächsten Morgen vorbereitet.

Ruth Suter: Wie läuft bei euch der abendliche Arbeitsprozess ab, bis Dienstschluss ist?

Adrian Zauner: Sobald die Esswagen von den Abteilungen zurückgebracht werden, beginnt das letzte grosse Aufräumen für diesen Tag für die Abwaschcrew: Da werden Essensreste abgeräumt, Geschirr gewaschen und die Esswagen für das Frühstück vorbereitet. Wir bereiten so viel wie möglich vor, damit am Morgen das Frühstück für einen guten Start in den Tag zügig gebracht werden kann. Das Schichtende der Abendcrew ist um ca. 21 Uhr.

Nachgefragt

Ruth Suter

Nachgefragt bei Robert Geider, Leiter Technischer Dienst

Wachsam, auch in der Nacht

Ruth Suter: Stichwort «Sicherheit in der Nacht», was gilt da im Lindenfeld?

Robert Geider: Sicherheit wird insbesondere auch des Nachts im Lindenfeld gross geschrieben. In der Nacht gilt ein Schliessplan, dessen Einhaltung der Fachperson vom 150­er Dienst obliegt (Anmerkung: 150­er Dienst: speziell instruiertes Fachpersonal Pflege im Spätdienst, Nachtdienst). Möchte jemand ausserhalb der Öffnungszeiten das Lindenfeld betreten, muss sich diese Person über die Nachtglocke beim Haupteingang melden. Die Nachtglocke ist auf den 150­er Dienst umgeleitet. Die Kamera gibt ein visuelles Bild auf die Person. Die Türe kann automatisch geöffnet werden oder die diensthabende Fachperson holt den Besuchenden persönlich am Haupteingang ab.

Ruth Suter: Unterstützt externes Sicherheitspersonal?

Robert Geider: Ja, wir haben eine Sicherheitsperson von der Securitas, die ein­ bis zweimal pro Nacht zu unterschiedlichen Zeiten patrouilliert. Diese muss diverse Anlaufposten einscannen, um sicherzustellen, dass die Runde effektiv gemacht wurde. Securitaspersonal macht nebst Personenkontrollen

Ruth Suter: Unsere Bewohnende haben vielleicht einen anderen Rhythmus und verspüren des Nachts Hunger. Was dann?

Adrian Zauner: Hat ein Bewohner oder eine Bewohnerin nachts Hunger, steht eine Auswahl an Lebensmitteln in den Kühlschränken auf der Abteilung zur Verfügung. Ist nichts Passendes dabei, darf das Personal des Nachtdienstes notfalls auch in der Küche etwas holen. Spezialwünsche versuchen wir nach Möglichkeit zu berücksichtigen.

Ruth Suter: Und wann beginnt für euch in der Küche der Tag?

Adrian Zauner: Während für die Nachtwachen die Schicht langsam zu Ende geht, beginnt um 6 Uhr die Küchenmannschaft mit dem Aufbacken der Gipfeli, den Brötchen und dem Brot, die Tablare werden bestückt und die Esswagen gefüllt. Einem schmackhaften Start in den Tag soll nichts im Weg stehen.

auch unser Personal darauf aufmerksam, wenn z.B. ein Fenster offen steht oder sonstige Störungen festgestellt werden. Es wird täglich ein Rapport erstellt. Die Securitas wird nachts noch von einer zusätzlichen Firma unterstützt, welche ausserhalb des Lindenfelds ihre Kontrollgänge macht.

Ruth Suter: Nebst der Personensicherheit, haben wir z.B. auch einen Sicherheitsprozess, wenn es brennt?

Robert Geider: Feuertechnisch haben wir natürlich eine Brandanlage, welche 24 Stunden pro Tag aktiv ist. Bei offensichtlichem Fehlalarm innerhalb der Öffnungszeiten kann der Alarm manuell quittiert werden, so dass die Feuerwehr nicht aufgeboten wird. Ausserhalb der definierten Öffnungszeiten geht der Alarm automatisch an die Feuerwehr, welche dann ausrückt.

Allgemeine Störungen, wie zum Beispiel Probleme mit dem Warmwasser, der Heizung, den Kühlzellen, etc. werden tagsüber vom Technischen Dienst behoben, sofern dies möglich ist.

Nachts erfolgt die Meldung der Störung auf das Handy des 150­ Dienstes, welche den Pikettdienst vom TD aufbietet. Dieser entscheidet, ob nachts oder erst am nächsten Tag ein Techniker aufgeboten werden muss.

Einblicke

Nah beim Menschen –auch in der Nacht

Mein Wecker klingelt an jenem Donnerstag um 23.15 Uhr. Zeit zum Aufstehen. Schlaftrunken schlüpfe ich in die mitgebrachte Pflegekleidung, mache mich rasch parat, greife zum Autoschlüssel und fahre Richtung Lindenfeld. Aufregung und Vorfreude verscheuchen meine Müdigkeit. Kurz vor Mitternacht treffe ich im Stationsbüro auf der Abteilung 4 Renate Schmied, Dipl. Pflegefachfrau und Fachführung Nachtdienst, Sebahat Dere, Dipl. Pflegefachfrau und Ganimete Rrafshi, Assistentin Gesundheit & Soziales. Die drei Frauen begrüssen mich freudig und ich werde sogleich von Renate in ihre Arbeitswelt aufgenommen. «Ihre» Welt, das ist der Nachtdienst im Lindenfeld, den ich heute bis in die frühen Morgenstunden kennenlernen darf. Auf meine Frage, weshalb sie sich hauptsächlich für ein Arbeitsleben bei Nacht entschieden hat, antwortet mir Renate, dass es vor über 20 Jahren eine rein praktische Entscheidung gewesen sei. Ihre Kinder waren klein, und sie hätte sich so ihren Alltag besser organisieren können. Über die Zeit hätte sie die Vorzüge des Nachtdienstes jedoch sehr zu schätzen gelernt – die Selbständigkeit, Entscheidungsfreiheit und das Arbeiten in einem kleinen Team. Mit einem Schmunzeln fügt sie hinzu «zudem weiss ich nie im Voraus, welche Herausforderungen und Überraschungen mich im Nachtdienst erwarten».

Das Klingeln aktiviert und hält wach

Es klingelt, und wir verlassen das Stationsbüro, um bei einem Bewohnenden nachzusehen, was er braucht. Bei Betreten des Zimmers begrüsst uns ein ziemlich munterer Herr, und Renate erkundigt sich, wie es ihm gehe. Sein Fuss täte wieder so weh und er würde gerne eine Schmerztablette haben. Renate kennt die Krankheitsgeschichte und kann seinem Wunsch ohne zu Zögern einwilligen. Derweil sie im Stationsbüro das Medikament holt, unterhalte ich mich mit dem freundlichen Bewohner, und er erzählt mir freudig von seinem Ausflug nach Aarau. Ich muss innerlich schmunzeln, denn es ist kurz nach halb eins.

Die Gänge im Lindenfeld sind ruhig – überhaupt ist die ganze Atmosphäre anders als am Tag: Nicht nur das Tageslicht, sondern auch das lebhafte Gewusel des Alltaglebens fehlt des Nachts. Die Geräusche sind anders. Die Schritte sind deutlich hörbar. Es ist friedlich. Entspannt. Renate knipst ihre kleine Taschenlampe an und betritt leise ein anderes Zimmer. «Alles gut», sagt sie und lächelt zufrieden. «Wir vom Nachtdienst kontrollieren drei Mal pro Nacht jedes Zimmer, um festzustellen, ob alles gut ist oder ob jemand unruhig ist». Wieder klingelt es und wir steigen rasch die Treppen hoch, um im Zimmer einer älteren Dame nachzuschauen, was sie braucht. Sie benötigt den Nachttopf. Renate kennt die Bedürfnisse dieser Dame

V.l.n.r. G. Rrafshi, S. Dere und R. Schmied und weiss, dass sie in der Nähe bleiben soll. Die Konversation der beiden ist vertraut und schon bald kann Renate der Frau wieder eine gute Nachtruhe wünschen. Ein weiteres Klingeln lässt Renate auf die Anzeige im Gang schauen. «Diese Frau ist dement, sie steht auf der Klingelmatte. Da müssen wir schauen, denn sie ist sturzgefährdet». Ich bin beeindruckt, denn Renate kann jede Zimmernummer einer Person zuordnen. Auf dem Weg in den obersten Stock möchte ich wissen, ob Renate überhaupt eine Beziehung zu unseren Bewohnenden aufbauen kann. «Ja, das kann ich. Viele kennen meinen Namen und freuen sich, wenn ich vorbeischaue. Auch unsere Bewohnenden, die kognitiv eingeschränkt sind, geben mir mit einem Quietschen oder einer freudvollen Bewegung zu verstehen, dass sie mich erkannt haben.»

Beim Betreten des Zimmers sitzt die Bewohnerin bereits am Bettrand. Renate begrüsst sie herzlich und berührt sie leicht an der Schulter. «Wissen Sie, wie spät es ist?» möchte Renate wissen? «Vielleicht zehn Uhr?» antwortet die Frau. «Echli spöter», meint Renate freundlich und erkundigt sich dann, was sie brauche. Die Bewohnerin weiss es nicht und so fragt Renate sie pro­aktiv, ob sie zur Toilette müsse. Diese bejaht und so nimmt Renate sie sachte auf und begleitet sie ins Badezimmer.

Ein gut eingespieltes Team ist sehr wichtig

«Heute ist es im Vergleich zu anderen Nächten sehr ruhig», meint Renate, als wir das Zimmer der Dame verlassen. Es ist halb zwei Uhr morgens. Renate nimmt das Telefon zur Hand und gibt Sebahat Bescheid, dass wir kurz ins «Haus am Teich» zu Albin gehen würden, um dort nach dem Stand der Dinge zu fragen. «Es ist ganz wichtig, dass wir uns ab­ und wieder anmelden, so dass wir immer wissen, wer wo ist», erklärt mir Renate. «Im Notfall können wir so rasch handeln, und es ist auch aus Sicherheitsgründen wichtig.» Albin Alija, Assistent Gesundheit & Soziales, berichtet von keinen speziellen Vorkommnissen. Er gibt Renate einen Kurzrapport, und die beiden prüfen noch zwei Medikamentenabgaben. «Auf einem Nachtdienst muss immer eine Diplomierte anwesend sein, die die Medis kontrolliert und bei Fragen Entscheidungen treffen darf».

Zurück im Haupthaus bespricht das Team die nächsten Schritte. «Wir beginnen um zwei Uhr die Einlagen zu wechseln. So haben wir ausreichend Zeit und können im Anschluss mit der Medikamentenabgabe und der Verabreichung der Sondenkostnahrungen beginnen», sagt Renate. Fragend schaut

sie mich an, blickt auf die Uhr und möchte wissen, ob ich hier noch mitlaufen möchte. Obwohl ich meine Müdigkeit nun sehr merke, möchte ich auch diesen Arbeitsschritt mitmachen und begleite Renate und Ganimete. Sebahat ist in diesem Moment für die Klingelalarme zuständig.

Verschobener Rhythmus, damit andere umsorgt sind

«Ist dein Biorhythmus nicht komplett durcheinander, wenn du ausschliesslich Nachtdienst machst?» «Ja und nein. Die innere Uhr lässt sich nicht grundlegend verschieben; doch kann ich mit ein paar Tricks meinen Körper aktivieren. Ich esse zum Beispiel während der Nachtschicht nichts, trinke ausschliesslich Wasser und gönne mir in der Hälfte des Dienstes einen speziellen Vitamindrink. Es fällt deutlich leichter, wenn viel läuft. Die Müdigkeit merke ich während eines ruhigen Zeitfensters. Auch habe ich mir eine eigene Strategie betreffend Ernährung, Sport, Tages­ und Essensstruktur angeeignet.» Mit einem Blick zu ihrer Kollegin meint Renate ergänzend: «Es ist auch nicht so, dass wir gar kein Tagesleben führen. Ich habe ja auch Familie, ein Haus und einen Garten, den ich pflege. Bevor ich aber den Dienst antrete, lege ich mich bewusst nochmals drei Stunden ins Bett, um meinen Körper runterfahren zu lassen. Das ist wichtig.»

Die beiden Fachfrauen öffnen eine Zimmertüre. Leises Schnarchen erklingt. Routiniert bereiten die beiden alles vor. Renate berührt sanft einen Bewohner und sagt leise «wir kommen nur kurz vorbei, um Ihre Einlagen frisch zu machen. In Ordnung?» Ein schläfriges Nicken, und die beiden arbeiten Hand in Hand, damit die Nachtruhe des Bewohners nicht allzu lange unterbrochen wird. Im nächsten Zimmer treffen wir auf einen kognitiv eingeschränkten Herrn, der schon sehr lange im Lindenfeld wohnt. Mit einem Lächeln und leisem «Quieken» reagiert er auf Renate, die sich über diese freundliche Begrüssung ebenfalls freut. Vertraut redet sie mit dem Bewohner und streichelt ihm am Schluss über den Kopf. So, fertig. Nun können Sie weiter schlafen.» Das Kopfkissen und auch die stützende Bettrolle werden nochmals geprüft, damit keine Druckstellen entstehen können. «Bei Menschen mit einer hohen körperlichen Beeinträchtigung ist das ganz wichtig», sagt Renate.

Respekt vor dem Leben und den menschlichen Bedürfnissen Es ist viertelvordrei Uhr morgens. Die Müdigkeit steckt mir nun ganz fest in den Knochen. Obwohl ich sehr gerne die weiteren Arbeitsschritte mitverfolgt hätte, verabschiede ich mich mit einem dankbaren Lächeln von den beiden Kolleginnen. In diesen knapp drei Stunden hat sich mir eine neue Arbeitswelt erschlossen. Auch in der Nacht haben Menschen Bedürfnisse, brauchen menschliche Zuneigung, Unterstützung und professionelle Versorgung. Dass andere dann wider ihres natürlichen Biorhythmus arbeiten, verdient höchsten Respekt. Dank des Teams um Renate Schmied durfte ich diese wertvolle Erfahrung machen. Toll, dass ich eingebunden wurde, meine Fragen stellen und das Lindenfeld bei Nacht kennenlernen durfte.

Ruckblick

Rückblick auf einen ereignisreichen Frühsommer 2022

Erfreuen Sie sich an den vielsagenden Bildern, die viele schöne Erinnerungen an die vergangenen Anlässe im Frühsommer im Lindenfeld wecken.

Gemeinsam Gärtnern am 7. Mai 2022

Zusammen mit der Quartierentwicklung Suhr haben verschiedene Generationen und Kulturen Hochbeete bemalt und bepflanzt und damit unseren Park mit Leben und Farben bereichert.

Muttertag am 8. Mai 2022

In gediegener Restaurantatmosphäre genossen unsere Gäste ein feines 4­Gang­Menu mit ihren Liebsten.

Sabine Goetschi

Gemeinsam Gärtnern: Bewohnende, Mitarbeitende und Anwohner:innen des Quartiers «Feld»

Modenschau am 14. Juni 2022 Ausgesuchte Lindenfeld­Models präsentieren Frühjahrs­ und Sommermode auf dem roten Teppich und machen die anwesenden Zuschauer gluschtig auf den anschliessenden Einkauf beim Modeservice Modrow, der mit seinem grossen Sortiment vor Ort war. Und wer wird Lindenfeld’s next Top­Model?

Sommerfest am 22. Juni 2022: Unsere Lernenden haben für alle Bewohnenden und Mitarbeitenden ein Sommerfest unter dem Motto «Tour de Suisse» organisiert, das keine Wünsche offen liess. Bei feinem Schweizer Essen, lupfiger Musik und Attraktionen an verschiedenen Ständen durften wir den Alltag vergessen und uns verwöhnen lassen.

Bewegungs-Nachmittag am 23. Juni 2022 Barfuss den Boden unter den Füssen spüren, entspannt im duftenden Gras liegen, Bratwurst vom Grill und von Hand geniessen, einfach den Sommer hautnah erleben und sich auf dem Kinderspielplatz in frühere Zeiten zurückversetzt fühlen.

Für mich ein beeindruckender und sehr berührender Anblick, bei dem ich das Glück der Beteiligten spüren konnte.

Darauf dürfen wir uns in den nächsten Monaten freuen

Und Ubrigens...

Besuchen Sie uns beim «Lotto im Saal» am 12. Juli 2022 und räumen Sie die attraktiven Gewinne ab.

Machen Sie mit bei der Lindenfeld-Olympiade am 14. Juli 2022 und geniessen Sie den Spiele-Nachmittag im Park.

Am 1. August feiern wir alle gemeinsam den Geburtstag der Schweiz, lassen uns die Grillwurst sowie den Kartoffelsalat schmecken und schwingen das Tanzbein zur Musik von Emanuel.

Lauschen Sie am 3. September 2022 den musikalischen Klängen des Gemischten Chors Suhr.

Und für den Spätsommer soll ja noch eine Schifffahrt auf dem Hallwilersee geplant sein – Details dazu folgen.

Nach dem Sommer folgt der Herbst und am 22. September 2022 dürfen wir das traditionelle Herbstessen geniessen.

Wussten Sie, dass...

… wussten Sie, dass unsere Küche verschiedene Torten und Desserts anbietet, die Sie für Ihren Geburtstag oder andere Anlässe bei uns bestellen können?

… wussten Sie, dass Sie im Lindenfeld auch private Feste feiern können? Kommen sie auf uns zu und lassen Sie uns Ihren Anlass planen.

Zusatzdienstleistungen

Wir haben eine neue Kampagnenserie lanciert. Unter dem Titel «Wussten Sie, dass…» machen wir Sie auf unsere interessanten Zusatzdienstleistungen aufmerksam und überraschen vielleicht auch Sie mit unseren innovativen Ideen.

Im Lindenfeld gibt es an zwei Freitagen im Monat einen Mittagstisch (Flyer auf unserer Webseite «News und Wissenswertes», «Download Center» abrufbar). Zudem können Caterings & Bankette für kleine und grosse Feiern mit den Teams der Hauswirtschaft und der Küche besprochen werden (Flyer im «Download Center» auf Webseite abrufbar). Sie lehnen sich dann entspannt zurück. Wir machen den Rest.

Sabine & Daniel Goetschi freuen sich auf Ihre Kontaktaufnahme: catering@lindenfeld.ch

Neue Webseite

Seit dem 1. Juli ist unsere neue Webseite online. Frisch, informativ und authentisch. Das war das Ziel des sechs Monate dauernden Projektes, das Simone MayerJacober, Leiterin Kommunikation & Marketing, gemeinsam mit Partnern gemeistert hat.

AUGUST BIS OKTOBER 2022

Programmänderungen vorbehalten

Jeden Freitag Gottesdienst I 10 Uhr, jeden letzten Freitag im Monat 14.30 Uhr

JULI

Di. 12.07. | 14.00 Uhr Lotto im Saal für unsere Bewohnenden

Mi. 13.07. | 12.00 Uhr Wir servieren das Wunschessen des Wohnbereiches Haus am Teich

Do. 14.07. | 14.00 Uhr Lindenfeld Olympiade, Spielenachmittag im Park für unsere Bewohnenden und Mittarbeitenden

Fr. 15.07. | 14.00 Uhr Pasta herstellen mit Piero* I Pasta herstellen mit unseren Bewohnenden

AUGUST

So. 01.08. | 11.30 Uhr 1. Augustfeier mit Grillplausch und Musik für Bewohnende und Mitarbeitende

Do. 11.08. | 17.00 Uhr Öffentlicher Vortrag «Wenn Stürzen Angst macht», im Lindenfeld Saal Organisiert durch Seniorenkommission Suhr, Vortrag E. Weidmann, bewegt.ch. Anschliessend Apéro

Fr. 12.08. | 14.00 Uhr Pasta herstellen mit Piero* I Pasta herstellen mit unseren Bewohnenden

Di. 16.08. | 18.00 Uhr Lindenfeld-Höck mit Angehörigen, Cafeteria Austausch zwischen Angehörigen und der Geschäftsleitung Lindenfeld

Mi. 17.08. | 12.00 Uhr Wir servieren das Wunschessen des Wohnbereiches Aare

SEPTEMBER

Sa. 03.09. | 14.00 Uhr Gemischter Chor Suhr auf unserer Terrasse oder im Saal Alle sind herzlich willkommen.

Di. 13.09. | 18.00 Uhr Lindenfeld-Höck mit Angehörigen, Cafeteria

Austausch zwischen Angehörigen und der Geschäftsleitung Lindenfeld

Mi. 14.09. | 12.00 Uhr Wir servieren das Wunschessen des Wohnbereiches Aabach

Fr. 16.09. | 14.00 Uhr Pasta herstellen mit Piero* I Pasta herstellen mit unseren Bewohnenden

Do. 22.09. | 11.30 Uhr Traditionelles Herbstessen für alle Bewohnenden und Mitarbeitenden

Fr. 23.09. | 16.00 Uhr Herbsthöck für unsere Freiwilligen Mitarbeitenden OKTOBER

Fr. 07.10. | 18.00 Uhr Vernissage der aktuellen Ausstellung von Moni Gubler I Lassen Sie sich von der Künstlerin durch die Ausstellung führen und geniessen Sie einen feinen Apéro.

Mi. 12.10. | 12.00 Uhr Wir servieren das Wunschessen des Wohnbereiches Stadtbach

Mi. 19.10. | ganztags Aargauer Pflegetag I Fachanlass in der Bärenmatte Suhr

Fr. 21.10. | 14.00 Uhr Pasta herstellen mit Piero* I Pasta herstellen mit unseren Bewohnenden Wir servieren das Wunschessen der Bewohnenden von der Abteilung 5

Fr. 28.10. | 14.00 Uhr Herbsttagung Alzheimer Aargau «Demenz – das Miteinander erfolgreich gestalten» Im Lindenfeld Saal. Anmeldung und Information unter info.ag@alz.ch

Geniessen Sie in unserer Cafeteria feine Mittagsmenüs aus unserer eigenen Küche und lassen Sie sich von unseren hausgemachten Desserts überraschen.

Unsere Öffnungszeiten* 8– 17.45 Uhr

Sonn­ & Feiertags 11–17.45 Uhr

*Pasta herstellen mit Piero

Die verschiedenen Pastasorten, die unsere Bewohnenden herstellen, können in der Cafeteria gekauft werden.

IMPRESSUM:

Herausgeber: LINDENFELD, Spezialisierte Pflege und Geriatrie

Verantwortlich: Simone Mayer­Jacober

Lektorat: Simone Mayer­Jacober

Redaktionsteam Lindenfeld: Simone Mayer­Jacober, Sabine Goetschi, Martina Götte, Ruth Suter

Gestaltung: grafikformat werbegmbh, 5620 Bremgarten

Druck: Druckerei AG Suhr, 5034 Suhr

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