Linda Meyerhans ist Projektleiterin bei Alpineracer. Was bis heute ihr schönstes Fahrerlebnis war, lesen Sie auf Seite 11. JAHRESBERICHT
Rückblick 2025
RÉTROMOBILE 2026
Noch grösser, noch toller
Seite 15
IST VERTRAUENSSACHE
DESHALB SIND WIR SEIT 1977 IHR PARTNER
Die Touring Garage AG in Oberweningen im Zürcher Unterland ist schweizweit eine der bedeutendsten Garagen für klassische Fahrzeuge und Sportwagen. Das Familienunternehmen, in zweiter Generation geführt von Katrin Rau, ist bekannt für sein breites Angebot verschiedenster Hersteller und Preisklassen. Einen Topolino oder VW Käfer finden Sie hier genauso wie einen Porsche, Aston Martin oder Ferrari. Mit bis zu 70 Oldtimern auf über 1000 m 2 bietet Ihnen die Touring Garage AG eine der grössten permanenten Ausstellungen klassischer Fahrzeuge in der Schweiz.
Auch wenn Sie ein Fahrzeug verkaufen möchten, sind wir der richtige Partner für Sie. Unser erfahrenes Team berät Sie kompetent, transparent und fair.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
Ihre Katrin Rau und Team
Touring Garage AG – klassische Fahrzeuge | Sportwagen
Wehntalerstrasse 25, CH - 8165 Oberweningen, Telefon +41 44 856
INHALT
4 Club-Infos
Einladung zur 122. GV
5 Club-Infos
Jahresbericht 2025
8 Politik & Verkehr
Initiative «Blitzerabzocke stoppen!»
9 Politik & Verkehr
Unfallstatistik: Genau hinschauen lohnt sich
10 Dies & Das
Wunsch-Kontrollschilder für Motorräder
11 Auto-Rookies
10 Fragen an Linda Meyerhans
12 Kurse
Oldtimer-Fahrkurs für Junge
13 Club-Infos
Mitglieder fragen – wir antworten
14 Classics
Liebe auf den zweiten Blick
15 Classic Events
Rétromobile Paris 2026
16 Helenes Gedanken
Demokratie pur
Liebe ACS Mitglieder
Wer derzeit rund um den Kreuzplatz unterwegs ist, braucht Geduld. Der Verkehrsknoten wurde für 16,5 Millionen Franken umgebaut – mit mehr Platz für Tram und Velos, aber mit weniger Kapazität für den motorisierten Verkehr. Bereits berichten Anwohnende von Ausweichverkehr durch Quartierstrassen.
Doch der Kreuzplatz steht nur stellvertretend für ein grösseres Problem: Gleichzeitig laufen in der Stadt Zürich und in den angrenzenden Gemeinden zahlreiche Baustellen. Wer täglich unterwegs ist, erlebt derzeit ein Verkehrsregime aus Baustellen, Umleitungen und Staus. Wir können sagen, dass wir von Baustellen regelrecht umzingelt sind. Ich bezweifle, dass diese aufeinander abgestimmt sind.
Natürlich müssen Strassen und Leitungen erneuert werden. Entscheidend ist jedoch, wie solche Projekte koordiniert und gesteuert werden. Sonst führt das zu Ausweichverkehr in Quartiere – genau das, was man vermeiden will.
Gerade deshalb ist eine vorausschauende Planung zentral. Dazu gehört, die Lichtsignalsteuerungen konsequent anzupassen, damit der Verkehr trotz Baustellen oder an neu gebauten Kreuzungen möglichst flüssig bleibt.
Der ACS Zürich setzt sich dafür ein, dass Hauptachsen funktionieren – und Quartiere nicht zur Umfahrungsstrecke werden.
Mit den besten Wünschen für gutes Vorwärtskommen
Ihre Dr. Ruth Enzler
Präsidentin ACS Zürich
IMPRESSUM
Herausgeber
ACS Sektion Zürich
Forchstrasse 95
CH-8032 Zürich
Tel. +41 44 387 75 00 acszh.ch info@acszh.ch
Inserate
ACS Sektion Zürich
Daniela Wallner Kern
Forchstrasse 95
CH-8032 Zürich
Tel. +41 44 387 75 00 wallner@acszh.ch
Redaktionsleiterin und Geschäftsführerin
Daniela Wallner Kern
Die Sektionsbeilage ACS Zürich ist eine Beilage zur Publikation AUTO.
Redaktion
Claudia A. Spitz
Ulli Safferling Beat Walti
Druck und Versand Bodan AG
Zelgstrasse 1
CH-8280 Kreuzlingen
Tel. 071 686 52 52 druck@bodan-ag.ch
Verlag und Redaktion der Mantelpublikation AUTO = Automobilclub der Schweiz (ACS) Wasserwerkgasse 39 3000 Bern 13
Zur besseren Lesbarkeit wird teilweise die männliche Form verwendet; sie gilt in allen Fällen für alle Geschlechter.
HILFE VON DER ACS ASSISTANCE
7 24 h Nothilfe
Die ACS Assistance ist Tag und Nacht für Sie erreichbar.
Schweiz: 044 283 33 77
Ausland: +41 44 283 33 77
Schaden melden: Melden Sie uns Ihren Schadenfall schnell und unkompliziert!
ACS Sektion Zürich
EINLADUNG
ZUR 122. GENERALVERSAMMLUNG
Datum und Zeit
Montag, 27. April 2026, 18.00 Uhr bis 22.00 Uhr
Türöffnung: 17.30 Uhr
Ort
City Parking, Gessnerallee 14, in Zürich
1. Parkgeschoss
Traktandenliste
1. Begrüssung durch die Sektionspräsidentin Dr. Ruth Enzler
2. Wahl der Stimmenzähler
3. Protokoll der 121. GV vom Montag, 5. Mai 2025 (publiziert im AUTO-Magazin 4/25)
4. Abnahme Jahresbericht/Rechnungsabschluss sowie Entlastung von Vorstand und Geschäftsleitung
4.1. Jahresbericht 2025 (publiziert AUTO 2/26)
4.2. Jahresrechnung 2025 und Bilanz per 31.12.2025
4.3. Entlastung von Vorstand und Geschäftsleitung
4.4. Orientierung über den Kampffonds/verkehrspolitische Aktivitäten
5. Kenntnisnahme Budget 2026
6. Festsetzung der Mitgliederbeiträge 2027
7. Wahlen
7.1. Wahl der Vorstandsmitglieder
7.2. Wahl des Präsidiums
8. Wahl der Revisionsstelle
9. Anträge der Mitglieder gemäss Artikel 13 der Statuten
10. Ehrungen
11. Verschiedenes
Unterhaltung: «Carlo Truzzi’s Schattenshow»
Die international bekannten Künstler Simona und Carlo Truzzi begeistern seit 25 Jahren mit ihrer einzigartigen Light and Shadow Show.
Anmeldung über acszh.ch/gv
Für die Teilnahme ist eine Anmeldung nötig.
Sponsoren
Rückblick der Geschäftsführerin
JAHRESBERICHT 2025
Wir blicken auf ein abwechslungsreiches und erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Die ACS Sektion Zürich hat ihr Engagement für die Interessen der Autofahrerinnen und Autofahrer konsequent weitergeführt – ob in der Verkehrspolitik, mit attraktiven Events und Fahrkursen oder im täglichen Service für unsere Mitglieder.
Daniela Wallner Kern ACS Sektion Zürich
Mitgliederentwicklung
Per Ende Dezember 2025 zählte die ACS Sektion Zürich 16 640 Mitglieder – das entspricht rund 36 300 Personen im gleichen Haushalt, die unsere Serviceleistungen nutzen können. Der Mitgliederbestand konnte weiter stabilisiert werden: Der Rückgang betrug im Berichtsjahr noch 0,69 % (Vorjahr: 1,41 %). Gut die Hälfte der Austritte sind auf Alters- oder Gesundheitsgründe bzw. die Aufgabe des Fahrens zurückzuführen. Ein Zeichen, wie viele unserer Mitglieder seit Jahrzehnten treu dabei sind. Umso wichtiger ist es, dass wir mit gezielten Massnahmen neue Mitglieder gewinnen.
ACS Assistance
Auch im Jahr 2025 konnte der ACS die Kundenzufriedenheit mit der Servicequalität im Bereich der Assistance-Dienstleistungen auf ei-
nem sehr hohen Niveau halten. Die durchschnittliche Zufriedenheitsnote lag bei 4,58 von maximal 5 Punkten. In 62 % der Fälle konnte eine Panne direkt vor Ort behoben werden. Die hohe Zufriedenheit widerspiegelt sich zudem in der Weiterempfehlungsrate von 8,6 auf einer Skala von 10 Punkten.
Verkehrspolitisches Engagement
Die ACS Sektion Zürich ist die starke Stimme der Autofahrerinnen und Autofahrer im Kanton Zürich, und das Jahr 2025 hat gezeigt, dass diese Stimme Gewicht hat.
Über 20 Medienmitteilungen zu verkehrspolitischen Themen lösten zahlreiche Berichte in den Medien im Kanton Zürich aus. Die ACS
Fortsetzung auf der Seite 6
Die Auto Zürich fand vom 30. Oktober bis 2. November 2025 statt.
Sektion Zürich wird von Journalistinnen und Journalisten als Meinungsführerin in der Verkehrspolitik wahrgenommen.
Die «Beschwerdestelle Verkehrspolitik» ist ein einzigartiger Service der ACS Sektion Zürich: Im Berichtsjahr wurden zahlreiche Mitgliederanliegen juristisch geprüft, woraus sieben Rekurse und Einsprachen resultierten. Finanziert werden diese Massnahmen durch den Kampffonds, der durch freiwillige Beiträge unserer Mitglieder und durch Einlagen der Sektion getragen wird.
Unsere Sektion ist eine verlässliche Meinungsführerin in Verkehrsfragen im Kanton Zürich.
Bei 11 Mitwirkungsverfahren hat die Sektion Stellung bezogen und ungerechtfertigte Einschränkungen des motorisierten Individualverkehrs bekämpft.
Im November konnten wir einen grossen politischen Erfolg feiern: Das deutliche Ja der Stimmberechtigten zur Mobilitätsinitiative ist ein klarer Auftrag an die Politik, ideologisch motivierte Temporeduktionen auf wichtigen Verkehrsachsen zu stoppen. Die ACS Sektion Zürich war aktiv im Kampagnenkomittee und hat die Mobilitätsinitiative auch finanziell unterstützt.
Events und Fahrkurse
Das Veranstaltungsprogramm 2025 war sehr vielfältig: Mit einem erstmaligen Messestand an der Auto Zürich Messe, der grössten Automobilmesse der Schweiz, konnten wir Präsenz zeigen. ACS Mitglieder erhielten kostenlosen Eintritt.
Ein weiterer Höhepunkt war die Drive-in-Generalversammlung im Parkhaus Zürich City mit 201 stimmberechtigten Mitgliedern – ein Zeichen unserer aktiven Vereinskultur.
Der neue «ACS Fahrkurs Refresher» (halbtägiges Fahrtraining in Kombination mit Erster Hilfe) stiess auf grosses Interesse. Auch die Drift-Action-Kurse und die beliebten Seniorenkurse «Prüfung gestern – Fahren heute» waren ausgebucht. Wieder im Programm waren der ACS Wohnmobilkurs, das Töff-Warm-up sowie die monatlichen ACS SimRacing Clubabende in Zusammenarbeit mit der RacingFuel AG.
Die Jugendfahrlager wurden auch 2025 durch unsere Sektion Zürich organisiert und geleitet. Da die beiden Lager nicht vollständig ausgebucht waren, wird das Format ab 2026 auf ein Tageslager (ohne Übernachtung) und ein Wochenlager (mit Übernachtung) umgestellt.
Jugendfahrlager
Der Zürich Classic Car Award (ZCCA) fand in Zug statt, da der Bürkliplatz umgebaut wurde. Die ACS Sektion Zürich war vor Ort für Check-in und Fahrzeugplatzierung zuständig.
Sponsoring und Partnerschaften
Die ACS Sektion Zürich war im Berichtsjahr erneut Sponsor der AGVS-Automobilberufe des Kantons Zürich und unterstützte die Berufsmeisterschaften sowie die Lehrabschlussprüfungen – ein Bekenntnis zu Nachwuchs und Berufsbildung in der Automobilbranche.
Neu: Die Sektion wurde Sponsoringpartner von Nez Rouge. Das Ziel ist klar: Verkehrssicherheit durch verantwortungsbewusstes Handeln fördern.
Marketing und Kommunikation
Der Schwerpunkt lag im Jahr 2025 darauf, die Mitgliederbasis zu stabilisieren. In diesem Zusammenhang wurde unter anderem ein gezieltes Win-back-Programm für ehemalige Mitglieder umgesetzt. Bei der Gewinnung neuer Mitglieder setzten wir primär auf Direct-Marketing-Massnahmen sowie auf Kampagnen in den sozialen Medien.
Team und Büroliegenschaft
Auf unser Mitgliederservice-Team war auch 2025 jederzeit Verlass. Mit viel Engagement, Kompetenz und Teamgeist setzte es sich täglich für die Anliegen unserer Mitglieder ein. Ob im direkten Kontakt vor Ort, per E-Mail oder telefonisch: Unsere Mitglieder stehen stets an erster Stelle.
ZCCA in Zug
Die Sanierung unserer Büroliegenschaft stärkt unsere finanzielle Basis.
Der Absatz von Touristikartikeln war rückläufig, da Autobahnvignetten für die Schweiz und Österreich vermehrt online gekauft werden. Nach wie vor gefragt waren jedoch Feinstaubplaketten für Deutschland und Frankreich, internationale Führerscheine sowie Autobahn-Mautboxen, die exklusiv für ACS Mitglieder erhältlich sind.
Seit Juni 2025 wird unsere Büroliegenschaft umfassend generalsaniert. Dies führt voraussichtlich bis Oktober 2026 zu punktuellen
Einschränkungen der Erreichbarkeit vor Ort. Die Sanierung stärkt unsere finanzielle Basis: Die vermietbare Fläche wird erweitert, und der Mietvertrag mit dem bestehenden Mieter konnte zu unseren Gunsten neu verhandelt werden.
Finanzielle Situation
Die ACS Sektion Zürich weist für das Jahr 2025 wie budgetiert und bewusst in Kauf genommen ein negatives Betriebsergebnis aus. Ausschlaggebend dafür war der Entscheid, die gestiegene Versicherungs-
Der ACS soll als starke Marke für Autofahrer wahrgenommen werden.
prämie der ACS Classic Mitgliedschaft nicht an die Mitglieder weiterzugeben. Dieser Beschluss wirkt sich direkt auf das Jahresergebnis aus und führt zu einem Verlust von CHF 116 775.–.
Die finanzielle Situation der Sektion bleibt dennoch stabil. Die Liquidität ist komfortabel und die Eigenkapitalbasis solide. Die vollständige Jahresrechnung wird den Mitgliedern an der Generalversammlung zur Genehmigung unterbreitet.
Ausblick 2026
Das Jahr 2026 steht im Zeichen der automobilen Leidenschaft. Wir investieren gezielt in Marketing und Bekanntheit mit dem Ziel, den ACS als Lovebrand zu positionieren.
Zu den Highlights im ACS Veranstaltungskalender zählen die Auto-Renntage Frauenfeld im April, einer der publikumsstärksten Motorsportanlässe der Schweiz, sowie das Memorial Bergrennen Steckborn im August mit historischen Fahrzeugen in eindrucksvoller Kulisse. Zudem sind wir erneut als Aussteller an der Auto Zürich Messe präsent.
Neu bieten wir mit dem Fahrkurs «ACS Young Drivers Classic Cars» jungen Menschen bis 30 Jahre einen attraktiven Einstieg in die Welt der Oldtimer.
Die ACS Sektion Zürich bleibt auch 2026 eine engagierte und wahrnehmbare Stimme in der Zürcher Verkehrspolitik.
Mein herzlicher Dank gilt unserer Sektionspräsidentin, den Mitgliedern des geschäftsleitenden Ausschusses und des Vorstands sowie dem gesamten ACS Team für die hervorragende Zusammenarbeit und das grosse Engagement im Jahr 2025.
Ein besonderer Dank geht an Sie, liebe ACS Mitglieder, für Ihre Treue und Ihr Vertrauen. Sie sind das Fundament unseres Clubs und unsere wichtigste Motivation, den ACS auch in Zukunft erfolgreich weiterzuentwickeln.
Prüfung gestern –Fahren heute
Frischen Sie Ihr Wissen in unserem Fahrkurs auf: stadtpolizei.ch/fahrenheute
ACHTUNG RADAR
Eine denkwürdige Abstimmung fand im Kanton Aargau am 8. März statt. Abgestimmt wurde über die Initiative «Blitzerabzocke stoppen!».
Claudia A. Spitz
KI-generiertes Symbolbild
Sie verlangt, dass stationäre Geschwindigkeits- und Rotlichtüberwachungsanlagen künftig nur mit einer Bewilligung des Regierungsrats betrieben werden dürfen. Verkehrsteilnehmer sollen zwingend mit Schildern vor den Überwachungsanlagen gewarnt werden. Auch verlangt sie, dass die Polizei semistationäre Radaranlagen nur 72 Stunden am selben Standort betreiben darf. Die Initiative wurde mit fast 56 Prozent deutlich angenommen. Nur 13 Gemeinden stimmten dagegen. Die Initiative zeigt, dass die Vorstellungen der Bevölkerung zum Thema Verkehrssicherheit der offiziellen Doktrin widersprechen.
Es verwundert kaum, dass im Kanton Zürich am meisten geblitzt wird. Im Kanton stehen 73 feste Anlagen, davon 53 in der Stadt Zürich. Busseneinnahmen aus diesen Anlagen und den zusätzlichen semistationären Anlagen werden regelmässig budgetiert.
Im Kanton Graubünden beginnt im März ein fünfmonatiger Pilotversuch. Dabei werden ausgewählte Radarstandorte bekannt gegeben und danach mit den Auswertungen von Geschwindigkeitsmessungen an denselben Standorten verglichen. Dagegen hat der Kanton Glarus bekannt gegeben, dass er auf der A3 auf seinem Kantonsgebiet
zwischen Mühlehorn und Bilten wieder einen Radar aufstellen wird. Das Gerät wird gemietet. Letztes Jahr hat es rund 400 000 Franken eingebracht. Allerdings sind im Kanton Glarus einige Verfahren gegen angeblich nicht korrekt durchgeführte Radarkontrollen im Gang. Es stellt sich die Frage, inwieweit Radarkontrollen der Sicherheit dienen. Meist ist es doch so, dass Geräte aufgestellt werden, und sobald die Standorte bekannt sind, die Fahrer bis nach dem Gerät bremsen und dann wieder Gas geben. Das Einzige, was sie bewirken, ist ein Handorgeleffekt. Meist werden Radars auf geraden Autobahn- oder Ausserortsstrecken aufgestellt und kaum an Orten, wo es wirklich um die Sicherheit geht. Für mich machen Radarkontrollen nur Sinn, wenn sie an sicherheitsrelevanten Stellen erfolgen und angezeigt werden, denn dann dienen sie wirklich der Unfallprävention, da die Geschwindigkeit angepasst wird. Dass irgendwo aufgestellte Blitzer dafür sorgen, dass Geschwindigkeitsvorgaben besser eingehalten werden, ist zu bezweifeln, denn vielfach geht es ja um Überschreitungen im einstelligen Bereich. Es gäbe sicher bessere Methoden zur Unfallprävention, wie die Entwicklungen bei der Fahrzeugtechnik zeigen.
Im Kanton Zürich wird am meisten geblitzt.
UNFALLSTATISTIK: GENAU HINSCHAUEN LOHNT SICH
Die SP Stadt Zürich nutzt die aktuelle Unfallstatistik, um erneut eine Ausweitung von Tempo 30 zu fordern.
Ruth Enzler
KI-generiertes Symbolbild
In der Schlagzeile ist sogar von «überproportional vielen Schwerverletzten auf Tempo-50-Strecken» die Rede. Das klingt dramatisch – hält einer genaueren Betrachtung jedoch nicht stand. Richtig ist: Auf Strassen mit Tempo 50 ereignen sich die meisten schweren Unfälle. Das überrascht nicht.
Es sind die Hauptverkehrsachsen der Stadt. Dort fährt auch der grösste Teil des Verkehrs. Wer daraus eine «Überproportionalität» ableiten will, müsste die Zahlen ins Verhältnis zur Verkehrsmenge und zu den gefahrenen Kilometern setzen. Genau das geschieht aber nicht. Ein Blick in die Statistik zeigt zudem etwas anderes: Viele schwere Verletzungen entstehen bei Selbstunfällen – etwa mit Velos, E-Bikes oder Trottinetts – oder bei Konflikten an Kreuzungen. Diese Ursachen haben mit dem Tempolimit auf der Strecke wenig zu tun. Ich bin überzeugt: Verkehrssicherheit entsteht nicht durch zugespitzte Schlagzeilen, sondern durch eine nüchterne Analyse der Unfallursachen. Dazu gehören gut gestaltete Kreuzungen, eine klare Trennung der Verkehrsarten und gezielte Prävention. Oder anders gesagt: weniger Ideologie – mehr Sachpolitik.
Unfälle hat die Kantonspolizei Zürich im Jahr 2025 registriert.
741.21
Wie verhält man sich korrekt?
2.15.2 Schlitteln verboten (Art. 19)
Sommerpneus Zeit für den Pneuwechsel.
Strassenverkehr
WUNSCHSCHILDER FÜR TÖFF
2.15.3 Verbot für fahrzeugähnliche Geräte (Art. 19)
2.16 Höchstgewicht (Art. 20)
2.17 Achsdruck (Art. 20)
Was bedeutet das Signal Achsdruck?
2.18 Höchstbreite (Art. 21)
Das Signal «Achsdruck» (2.17) schliesst Fahrzeuge aus, bei denen eine Achse die angezeigte Belastung übersteigt. Achsen, die weniger als ein Meter voneinander entfernt sind, dürfen zusammen den angegebenen Wert nicht übersteigen. Das ist auch bei (Pferde)-Anhänger und grossen Wohnmobilen zu beachten.
2.20 Höchstlänge (Art. 21)
2.19 Höchsthöhe (Art. 21)
Ab sofort gibt es auch für Motorräder Wunsch-Kontrollschilder zum Fixpreis.
Fünf- und sechsstellige Motorrad-Kontrollschilder können online zum Fixpreis bezogen werden. Eine kleine Auswahl ist zudem direkt an den Schaltern der sechs Strassenverkehrsämter im Kanton erhältlich. Die Preise liegen – je nach Zahlenkombination – zwischen 250 und 500 Franken. Motorrad-Kontrollschilder mit vier oder weniger Stellen werden weiterhin über die Online-Auktion versteigert.
b. Fahranordnungen, Parkierungsbeschränkungen (Art. 2a und 22–32)
Was fasziniert dich an Autos?
10 Fragen an Linda Meyerhans, Projektleiterin der Alpineracer in Rothenburg (LU)
«GRÜN WIRKT EDEL, ELEGANT UND HAT CHARAKTER»
Linda Meyerhans (19) betreut als Mediamatikerin Projekte für die Alpineracer: sechs kreative Jungs, die von Reels bis Imagefilmen alles produzieren. Linda sorgt für Struktur und organisiert Abläufe –sie ist die heimliche Chefin, die den Überblick behält.
Kennst du dich mit Technik aus?
Das emotionale Erlebnis. Einerseits ist ein Auto ein Fortbewegungsmittel, andererseits ist ein Weg oder Roadtrip schon Erlebnis an sich. Faszinierend ist auch, dass ein Auto für jeden eine andere Bedeutung hat. In einem schönen Auto, und ich fahre megagern Cabrio, erlebt man Freude und Glück, das sind Erinnerungen, die man mitnehmen kann.
Was war dein erstes Auto?
Ich hatte noch nie ein eigenes Auto. Aber fahren gelernt habe ich auf einem VW Golf von daheim, und das erste Auto bei den Alpineracern war ein Porsche 911.
Muss ein Auto schön oder schnell sein?
Es ist lustig, wenn es schnell fährt, aber für mich ist wichtiger, dass es schön ist. Mir bedeutet es mehr, wenn ich die Freude anderer Leute sehe, die sie beim Anblick eines schönen Autos empfinden.
Was ist denn schön?
Schön ist natürlich Geschmackssache, auch ein sauberes, gepflegtes Auto kann schön wirken, wenn es Charakter hat und der Besitzer stolz darauf ist. Meine Lieblingsmarke ist Porsche, das sind sehr schöne Autos.
Wie wichtig ist Autofahren für dich?
Es ist für mich nicht nur von A nach B fahren, sondern eher Lifestyle. Ich muss nicht jeden Tag fahren, aber in einem schönen Auto auf einer schönen Strasse, das macht mir Freude.
Ich bin nicht der grösste Technik-Freak, aber ich schnappe bei den Alpineracern immer ein paar neue Sachen auf.
Deine Traumroute in der Schweiz?
Es ist fast überall schön zu fahren in der Schweiz. Aber sehr gern fahre ich direkt am Vierwaldstädtersee entlang von Weggis nach Vitznau. Dort hat es nie viel Verkehr und ist so friedlich. Zwar nicht so viele Kurven, aber man kann dafür ein bisschen schauen.
Was war dein schönstes Erlebnis mit einem Auto?
Ich bin mal mit meiner Schwester nach Kapstadt geflogen und konnte da bei Freunden meiner Eltern im Maserati Cabrio mitfahren, an der Küste entlang. Das war ein sehr schöner Tag, von dem ich immer noch träume.
Wenn du die freie Wahl hättest – dein Traumauto?
Es wird vielleicht immer ein Traum bleiben, aber am liebsten ein Porsche 911 Turbo S Cabrio oder ein klassischer 930. Da wäre mir jede Farbe recht, wenn ich wünschen dürfte, am liebsten Dunkelgrün. Das wirkt edel, elegant und hat Charakter.
Schon mal im Auto geliebt?
Auf diese Frage gibt es, glaube ich, nur falsche Antworten.
alpineracer.ch
ACS FAHRKURSE 2026
ACS Fahrkurs Refresher
Kursdatum und Zeit
Samstag, 18. April 2026, 08.00–12.00 Uhr
Ort
Driving-Park, Ohrbühlstrasse 4, 8404 Winterthur
Kosten
ACS Mitglieder: CHF 175.–Informationen und Anmeldung acszh.ch/refresher
Prüfung gestern – Fahren heute
Kursdaten und Zeit
Mittwoch, 8. April 2026 oder Montag, 11. Mai 2026
Vormittag: 08.15–12.00 Uhr oder Nachmittag: 13.15–17.00 Uhr
Ort
Drive Z AG, Überlandstrasse 271, 8600 Dübendorf
Kosten
ACS Mitglieder: CHF 175.–
Informationen und Anmeldung Im Alter sicher Auto fahren. acszh.ch/pgfh
ACS Motorrad Warm-up
Kursdatum und Zeit
Samstag, 25. April 2026, 08.30–17.00 Uhr
Ort
Schweizer Zucker AG, Oberwiesenstrasse 101, 8501 Frauenfeld
Kosten
ACS Mitglieder: CHF 230.- pro Person, inkl. Mittagessen
Informationen und Anmeldung acszh.ch/toeffkurs
ACS Wohnmobilkurs
Kursdaten und Zeit
Sonntag, 3. Mai 2026, 08.30 bis 17.00 Uhr
Ort
Driving Center ASSR, Neue Dällikerstrasse 1, 8105 Regensdorf
Kosten
CHF 290.– für ACS Mitglieder (1 Person pro WoMo), CHF 260.– p. P. bei Doppelbesetzung, inkl. Mittagessen und Grill am Vorabend Informationen und Anmeldung acszh.ch/wohnmobil
Praxisnaher Einstieg in die Welt der Oldtimer für Junge bis 30 Jahre. acszh.ch/youngclassic
Drift-Action-Kurs
Kursdatum und Zeit
Sonntag, 21. Juni 2026, Vormittag: 8.30-13.00 Uhr oder Nachmittag: 12.00–16.30 Uhr
Ort
Eventcenter Seelisberg, Laui 1, 6377 Seelisberg
Kosten
CHF 395.– für ACS Mitglieder, inkl. Mittagessen und Mietfahrzeug im Wert von CHF 250.–
Informationen acszh.ch/drift
OLDTIMER-FAHRKURS FÜR JUNGE
Der neue Kurs «ACS Young Drivers Classic Cars» bringt junge Autofans direkt ans Steuer klassischer Fahrzeuge.
Daniela Wallner Kern Touring Garage AG
Dieses Angebot ist einzigartig. Teilnehmende erhalten kompakte, praxisnahe Einblicke in Technik, Kauf und Unterhalt von Classic Cars. Erfahrene Top-Referenten aus der Oldtimer-Szene vermitteln ihr Wissen authentisch und mit viel Leidenschaft. Danach folgt das, worauf es wirklich ankommt: selber fahren. Wer einmal das Lenkrad eines Klassikers in den Händen gehalten hat, spürt sofort, was automobile Faszination bedeutet. Der halbtägige Kurs richtet sich an junge Fahrerinnen und Fahrer bis 30 Jahre. Er bietet einen exklusiven Zugang zur Welt der historischen Fahrzeuge. Jetzt anmelden.
Datum: Samstag, 9. Mai 2026, 13.00 Uhr bis 17.00 Uhr
Anmeldung : acszh.ch/youngclassic
Kosten: ACS Mitglieder: CHF 195.–
MITGLIEDER FRAGEN –WIR ANTWORTEN
PANNE MIT DEM MOTORRAD
«Ich fahre im Sommer oft Motorrad. Kann ich im Pannenfall ebenfalls auf die Unterstützung des ACS zählen?»
Ja. Die Pannenhilfe gilt nicht nur für Personenwagen, sondern auch für Motorräder. Ebenfalls eingeschlossen sind leichte Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen sowie Wohnmobile bis 9 Tonnen Gesamtgewicht. Als versichert gelten Sie selbst sowie alle Personen, die mit Ihnen im gleichen Haushalt leben. Das Fahrzeug muss in der Schweiz oder im Fürstentum Liechtenstein immatrikuliert sein (gilt für ACS Classic, ACS Classic & Travel und ACS Premium).
BUSSE ANFECHTEN
«Ich habe eine Busse wegen zu schnellen Fahrens erhalten, bin aber überzeugt, dass die Messung nicht korrekt war. Lohnt es sich, dagegen vorzugehen?»
Ob sich ein Einspruch lohnt, hängt stark vom Einzelfall ab – etwa von der Messmethode oder der Beweislage. Grundsätzlich gilt: Nicht jede Busse muss einfach akzeptiert werden. Es kann sinnvoll sein, die Situation juristisch prüfen zu lassen, bevor man reagiert. Als ACS Mitglied können Sie sich unkompliziert an unseren Rechtsdienst wenden. Sie erhalten eine rasche und kostenlose Ersteinschätzung (acszh.ch/rechtsauskunft).
REISE KURZFRISTIG ABGESAGT
«Meine Kollegin und ich wollten in den Golfurlaub. Jetzt ist sie kurz vor der Abreise krank geworden. Ich reise deshalb ebenfalls nicht. Bin ich abgesichert?»
Ob eine Deckung besteht, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Entscheidend ist zum Beispiel, ob die Reise gemeinsam gebucht wurde und ob ein ärztlich bestätigter Grund vorliegt. Melden Sie den Fall deshalb möglichst rasch der ACS Assistance, damit er geprüft werden kann. Leistungen aus der ACS Reiseannullation gelten für Sie als versicherte Person. Für Ihre Kollegin ist ihre eigene Versicherung zuständig.
UMBAUARBEITEN GESCHÄFTSSTELLE
Aufgrund von Umbauarbeiten finden Sie uns bis am 31. Mai 2026 an unserem temporären Standort:
Mühlebachstrasse 164 8008 Zürich.
IHRE CLUBLEISTUNGEN
ACS Beschwerdestelle Verkehrspolitik
Verkehrspolitischer Rechtsdienst für Beratung in verwaltungsrechtlichen Fragen, bspw. Vorgehen gegen Parkplatzabbau.
Rechtsauskunft
Kostenlose Beratung bei rechtlichen Fragen rund um Auto und Verkehr.
Technischer Dienst
Beratung beim Kauf und Verkauf von Automobilen, Prüfung von Kostenvoranschlägen und vieles mehr.
ACS Medical Hotline Kostenlose telefonische Beratung beim Schweizer Telemedizinanbieter Medi24.
LIEBE AUF DEN ZWEITEN BLICK
Ich war vor Kurzem in der National Gallery in London. Es ist schwierig, eine so unglaubliche Anzahl schönster Kunstwerke aller Epochen an einem Ort versammelt aufzunehmen und zu «verdauen», und dies, notabene, ohne Eintritt bezahlen zu müssen. (Museen Schweiz nehmt euch ein Beispiel!) Eigentlich müssten in der National Gallery auch ein paar Kunstwerke des Automobildesigns stehen. Beide Kunstformen haben vieles gemeinsam. Sowohl Malerei wie auch Automobildesign haben zum Ziel, beim Betrachter Emotionen zu schaffen. Ein Monet-Gemälde lässt uns innehalten und für eine Weile genüsslich in seinen Seerosenteich eintauchen. Das Betrachten eines Bugatti Type 41 Coupé
de Ville oder eines Isotta Fraschini Tipo 8A Worblaufen weckt bei mir ähnliche Emotionen. Auch hier ist es ein Eintauchen in die faszinierende Vielschichtigkeit des Designs. Im Gegensatz zum Gemälde wird hier die Dreidimensionalität real. Ich kann um den Isotta rumgehen und das Design aus allen Perspektiven auf mich einwirken lassen. Ein klassischer Ferrari, Bentley oder Porsche Rennwagen aus den Sechzigern hat denselben Effekt auf den Betrachter.
Gute Designs offenbaren sich oft erst nach und nach Klar: Design ist Geschmackssache. Trotzdem gibt es Formen, welche universal als gut, als richtig, als «stimmig» gesehen werden. Wenige Designer haben solche unisono als schön geltende Designs besser geschaffen als Pininfarina. Er hat es (zusammen mit seinen Designern) immer wieder verstanden, komplexe Formen einfach aussehen zu lassen. Seine Formen offenbaren sich in mehreren Ebenen. Man erfasst sie erst mit der Zeit, Schicht für Schicht, als wäre es ein behutsames Kennenlernen. Ferrari selber sagte über das Pininfarina-Design seiner Autos, dass sie anfänglich vielleicht nicht sehr originell, ja fast schon langweilig aussehen. Irgendwann fängt man an, die Feinheiten des Designs zu erfas-
sen und mit der Zeit wirkt es einfach nur perfekt und wunderbar. Der 250PF oder der 365BB sind typische Beispiele dafür. Dies ist sicher ein Grund, weshalb diese Autos auch heute noch als Meisterwerke bezeichnet werden. Auch ein Bertone, Giugiaro, Casoli, Gandini, Blatchley, Geiger, Kolb und andere mehr hatten diese wunderbare Gabe, eine dreidimensionale, höchst komplexe Form einfach, schön und doch raffiniert aussehen zu lassen. Es gibt Dutzende Beispiele ihrer Kunst.
Wie schaut es mit zeitgenössischem Design aus? Wird ein Pagani, ein Gallardo oder ein Mulsanne in 40 Jahren ähnlich zelebriert werden wie ein Miura?
Niemand weiss es. Natürlich wird es immer wieder neue, atemberaubende Automobildesigns geben. Aber haben diese Formen auch Bestand? Der erste ursprüngliche Lamborghini Countach ist ein Meisterwerk, der letzte ein scheussliches Monstrum. Man kann sich fragen, warum Designer sich immer wieder an der Formensprache längst vergangener Zeiten orientieren. Wahrscheinlich haben die früheren Meister die perfekte Linie schon längst gefunden, und uns bleibt nichts anderes übrig, als uns auf sie zu berufen. Heutige Designer sind wahrlich nicht zu beneiden!
OLDTIMER-AGENDA
MAI 2026
3. Mai 2026
GP Mutschellen
Motorsportgeschichte live erleben 8968 Mutschellen gpmutschellen.ch
15.–17. Mai 2026
Concorso d'Eleganza Villa d'Este concorsodeleganzavilladeste.com
A living picture of emotions in the heart of Lugano CH-6900 Lugano luganoelegance.com
29.–31. Mai 2026
Swiss Classic World
Die authentische Schweizer Oldtimer-Messe! CH-6000 Luzern swissclassicworld.ch
Beat Walti
Isotta Fraschini 8A
Ferrari 365BB
Bugatti Royale Type-41
Die Rétro scheint darauf erpicht, sich jedes Jahr zu toppen. Noch grösser, noch toller, noch exklusiver. Auf den ersten Blick ist das sicher beeindruckend, aber die Intimität früherer Rétro-Ausgaben ist zum Teil verschwunden. Die Stände von Kidston, Fisken, Girardo, Hüni und Co. sind mittlerweile gigantisch und werden hie und da als veritable Spektakel präsentiert. Der Grat zwischen willkommend und einfach nur pompös ist schmal. Trotzdem ist die Rétromobile ein fester Bestandteil im Kalender eines jeden Klassiker-Fans. Ich reiste mit einem Freund mit dem TGV nach Paris, und zum ersten Mal hatte ich mir das Preview-Ticket, welches Einlass bereits am Dienstagabend vor der eigentlichen Eröffnung am Mittwoch bietet, gegönnt. Was für ein Unterschied zum letzten Jahr! Um dem Thema Nostalgie möglichst gerecht zu werden, genossen wir gleich nach unserer Ankunft ein himmlisches «Déjeuner» im legendären «Train Bleu» bevor wir uns ein paar Stunden später zur Porte de Versailles aufmachten. Die Messe ist innerhalb der Expo wieder mal in andere Hallen umgezogen und bietet nun drei Stockwerke ohne lange Passagen zwischen verschiedenen Hallen. Dank Preview-Tickets diesmal kein Gedränge, kein Krach und kein Geschubse. Sehr angenehm! Es gibt wahrscheinlich wenig Orte, an denen der Betrachter so viele versammelte Le-Mans-Gewinner bewundern kann. Der Ferrari 250LM, Sieger 1965, war ebenso hautnah zu bestaunen wie die Siegerautos von 1963 und 2024. Überhaupt war die 2025er-Ausgabe ein ziemliches FerrariSpektakel. 250 GT Short Wheelbase(s) und 275 GTBs gab’s schon fast im Dutzend, und auch sonst war Enzos Erbe bestens repräsentiert.
Ferrari 250 GT Passo Corto in fast jeder Couleur
Für Vorkriegsautos ist die Rétro immer noch DIE Adresse, und all die Kostbarkeiten in herrlichem Art-Déco-Design waren schlicht atemberaubend. Auch wenn der Markt für Vorkriegsklassiker sehr schwierig geworden ist, haben die Dreissigerjahre des Automobilbaus nichts von ihrer Faszination verloren. Was mich immer am meisten beeindruckt sind die einzelnen Restauratoren. Ich hatte ein langes Gespräch mit Jim Stokes aus England, und es ist eine wahre Freude, mit ihm zu plaudern. Er ist ein wahrer Künstler seines Fachs und zeigt auch nach mehr als vierzig Jahren Restauratorentätigkeit eine bewundernswerte Leidenschaft und Freude für sei-
RÉTROMOBILE PARIS 2026
1) Ferrari 250LM 1965
2) Ferrari 250 SWB 1961
3) Bugatti-Teile
ne Arbeit. Man kann Stunden mit ihm über eine Kurbelwelle eines Alfa Romeo V12 von 1951 diskutieren und wird immer wieder etwas Neues lernen. Ich freue mich darauf, seinen Betrieb bald zu besuchen. Was mittlerweile an Reproduktionen von Ersatzteilen möglich ist, entbehrt jeder Beschreibung. 3D-Drucker und neue, exotische Materialien ermöglichen heute Dinge, die vor ein paar Jahren schlicht unmöglich schienen. Erstaunlicherweise finden sich auch immer wieder wahre Schätze alter, gebrauchter Teile, und dann und wann erscheint, oh Wunder, ein längst tot geglaubter Bugatti wieder auf der Bildfläche, entstanden aus einem originalen Bremsschild oder Achsrohr. Ein Schelm, der Böses denkt! Ich freue mich auf die nächste Ausgabe. Schon alleine wegen des Déjeuners.
Beat Walti rrmerlin@bluewin.ch
DEMOKRATIE PUR HELENES
Vor Kurzem waren im Kanton Zürich Wahlen, die Resultate überraschten kaum, wenn auch ein weiterer Linksrutsch in der Regierung so nicht erwartet wurde. Es zeigte sich einmal mehr, dass Stadtratswahlen Wahlen nach Personen sind und gewisse prominente Politiker dabei bessere Karten haben. Im Parlament büssten die Grünen allerdings vier Sitze ein, die den Weg zur SP fanden. Wie sich die Politik in den nächsten vier Jahren in der grössten Stadt der Schweiz entwickeln wird, werden wir sehen. Ansonsten bewegte sich im Kanton nicht sehr viel, es gab stellenweise leichte Gewinne für die bürgerliche Seite. Nächster Showdown ist in einem Jahr mit den kantonalen Wahlen.
Wellen warf am Wahlsonntag eine Abstimmung im Kanton Aargau. Es ging um den Einsatz von Radargeräten im ganzen Kanton. Es wurde eine Initiative angenommen, die den Einsatz dieser Geräte streng regelt und die Verantwortung an die Regierung überträgt. Ausserdem werden Kontrollen zeitlich beschränkt, und es muss darüber informiert werden. Bereits jetzt fürchten die Gegner, dass im Aargau auf den Strassen der Anarchismus ausbricht und nur noch drauflos gerast wird. Vergessen wird dabei allerdings, dass der allergrösste Teil der Autofahrer durchaus über das nötige Verantwortungsgefühl verfügt und sein Leben durchaus liebt. Vielleicht ist es sogar so, dass so die Lenker wieder lernen, sich auf ihr eigenes Gefühl zu verlassen.
Eines ist sicher: Im Aargau werden in Zukunft mit Radarkontrollen keine Kassen mehr gefüllt, was ich sehr begrüsse. Ich komme mir auf der Strasse manchmal vor wie im Kindergarten. Sobald man nur gegen die kleinste Regel verstösst, wird man bestraft. Ja, ich weiss, es
herrscht der Glaube vor, dass man das Volk mit Repression erziehen kann. Allerdings zeigt die Erfahrung, dass das nur bedingt funktioniert. Der Mensch akzeptiert Vorschriften und Regeln, wenn er einen Sinn dahinter sieht. Kein erfahrener Fahrer fährt freiwillig zu schnell durch eine Kurve, wenn ich auch einmal mehr erfahren musste, dass heute viele Leute am Steuer eines Fahrzeuges nicht mehr wissen, wie man eine Haarnadelkurve am Berg fährt und oft zu spät oder falsch bremsen. Dies ist aber kaum eine Gefahr für den Verkehr, sondern hält ihn höchstens auf, was allerdings zu gefährlichen Überholmanövern führen kann. Dem kann aber mit gegenseitiger Rücksichtnahme und kurzem Platzmachen vorgebeugt werden. Immer noch sind Rücksicht und Respekt ausgezeichnete Unfallvermeider.
Zurück zum Aargau: Die Zukunft wird zeigen, ob die Autofahrer sich ihrer Verantwortung bewusst sind oder die Unfallzahlen explodieren. Ich tippe auf Ersteres, wenn auch das «AG» in Zürich keinen guten Ruf hat.
Mit positiv eingestellten Grüssen
Helene
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