invest
01 2025
Ihre Anlageperspektiven
Von Robotern, Daten und KI
Wie sich die Landwirtschaft verändert acrevis spektrum®
«
Die Landwirtschaft ist weiter, als viele denken.
»
Nadine Trottmann Schweizer Bauernverband, Fachverantwortliche Digitalisierung, Forschung & Beratung
Geschätzte Leserin, geschätzter Leser Der Fortschritt zählt viele Gesichter. Aktuell zeigt er sich in gestiegenen Bitcoin-Kursen und den Fantasien hinsichtlich der Anwendungen Künstlicher Intelligenz. In diesem Umfeld ist es wortwörtlich bodenständig, den technologischen Fortschritt in der Landwirtschaft Sandro Schibli Bereichsleiter Private Banking
unter die Lupe zu nehmen. Dem Primärsektor der Volkswirtschaft zugeordnet, erfährt diese für die Ernährung essenzielle Branche seit Jahrzehnten Gegenwind. Hat sich doch die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe in der Schweiz innerhalb von 40 Jahren halbiert ... Weniger bekannt ist, wie offen die Landwirtschaft gegenüber technologischen Neuerungen ist. Schliessen Sie die Augen und stellen Sie sich einen traditionellen Bauernhof in idyllischer Landschaft vor. Öffnen Sie die Augen und erfahren Sie anhand von konkreten Beispielen, wie Fortschritt in der Landwirtschaft funktioniert. Unser Redaktionsteam von Research & Advisory war vom Hof Schönenbüel beeindruckt. Ich bin es auch – und Sie?
invest 01 · 2025
3
Sie fliegen, analysieren oder fahren autonom Die Volkswirtschaftslehre unterteilt die Wirtschaft in drei Sektoren: Der erste Sektor umfasst die Landwirtschaft, der zweite die Industrie und der dritte die Dienstleistungen. Ein Besuch auf einem modernen Hof zeigt aber rasch: Diese Unterteilung ist längst obsolet. Im Stall findet seit Dekaden eine Automatisierung statt, im Feld seit einigen Jahren. Und damit ist noch lange nicht Schluss. Denn dank Sensoren, Kameras und Künstlicher Intelligenz folgt nun als nächster Entwicklungsschritt die Digitalisierung. Was dies alles konkret bedeutet, lesen Sie auf den folgenden Seiten.
von Martin Lüscher An den VMSTM V310 haben sich Babs, Fontana und Barbi schon längst gewöhnt: Möchte eine der drei Kühe gemolken werden, steht sie vor das Gitter, wartet geduldig, bis das Tor zum Melkroboter aus dem Hause DeLaval automatisch aufgeht, macht ein paar Schritte und lässt sich vom V310 melken. Ist sie fertig, geht das Tor auf der anderen Seite auf und die Kuh kann zurück in den Freilaufstall. Menschliche Handgriffe sind keine nötig, der Technologie sei Dank. Mit einer Kamera, die 510 Bilder pro Sekunde aufnehmen kann, findet der Roboter jede Zitze am Euter ohne Schwierigkeiten und weiss aufgrund von Erfahrungswerten auch, wie viel Milch jede Zitze produzieren dürfte. Gemolken wird die Kuh aber nicht immer, denn der Roboter weiss auch, wann die Kuh zuletzt gemolken wurde. Zur Identifikation trägt jede Kuh um den Hals einen Sensor, der im Melksystem erfasst wird. «Bei Babs macht der Roboter jetzt nichts», erklärt Werner Giezendanner nach einem Blick auf sein Smartphone, auf dem er die Arbeit des Roboters überwachen und bei Bedarf auch steuern kann. Beim Neubau schon eingeplant Dass die Kuh dennoch zum Melkroboter geht, liegt am Zückerchen – dem Kraftfutter. «Jedes Mal erhält sie ein paar Kraftfutterwürfel. Das half den Tieren bei der Gewöhnung an den Melkroboter vor etwa drei Jahren», ergänzt der Landwirt. Im ausserrhodischen Teufen, ein bisschen abgelegen zwischen sanften Hügeln, befinden sich das neue Pächterhaus sowie
Werner Giezendanner ist Landwirt im ausserrhodischen Teufen. Auf dem von der Gemeinde gepachteten Milchwirtschaftsbetrieb im Schönenbüel sind ein Melk-, ein Futter- sowie ein Mistroboter im Einsatz.
4
invest 01 · 2025
der Stall für die derzeit 42 Milchkühe und das halbe Dutzend Kälber. Giezendanner ist hier aufgewachsen. Vor ihm hatten seine Eltern den Hof gepachtet. Den Stall aus dem Baujahr 1981 konnte er der Gemeinde im Baurecht abkaufen und mit einem Anbau ergänzen, der 2021 fertiggestellt wurde. Ein Neubau, der nicht nur neu, sondern auch modern ist – erleichtern im neuen Stall doch gleich mehrere Roboter die Arbeit des Landwirtes. «Der Einbau der Roboter war von Anfang an eingeplant. Das Nachrüsten wäre zu umständlich gewesen», blickt er zurück. Das Ziel dieser technischen Ausstattung: Giezendanner wollte sich so weit als möglich allein um die Kühe kümmern können. «Personal ist teuer und schwierig zu finden», erklärt er. Zudem beträgt die gesetzlich vorgegebene Maximalarbeitszeit in der Landwirtschaft für Angestellte 55 Stunden pro Woche, für Lernende sind es 49. «Das ist nicht viel auf einem Landwirtschaftsbetrieb», sagt Giezendanner. «Und ob diese 55 Stunden schon erreicht sind oder nicht, spielt für die Arbeit keine Rolle – gemacht werden muss sie trotzdem. Das bleibt dann an der Betriebsleiterfamilie hängen», meint er schulterzuckend. Anders sieht es mit dem Melk roboter aus: Dank ihm muss Giezendanner nicht mehr jeden Tag um fünf Uhr in der Früh und um fünf Uhr nachmittags zum Melken im Stall sein. Für den «Morgenmuffel», wie er sich schmunzelnd selbst bezeichnet, pure Lebensqualität. Unermüdlich Tag und Nacht Der V310 ist nicht der einzige Helfer für Werner Giezendanner – auf seinem Hof sind ebenfalls ein Mistroboter sowie ein Futterroboter im Einsatz. Der Mistroboter, der kleinste der drei Roboter, funktioniert ähnlich wie der heimische Staubsaugerroboter, nur dass er den Dreck nicht aufsaugt, sondern ihn vor sich herschiebt und gleichzeitig den Boden mit Wasser besprüht. Die Kühe ignorieren das kleine autonome Gefährt, und der Roboter kurvt unbeirrt zwischen den Kühen umher. Der dritte im Bunde, der Futterroboter, hielt ein bisschen später Einzug in Giezendanners Stall. Die Maschine, die wie die anderen beiden Roboter vom schwedischen Unternehmen DeLaval stammt, existierte in der nun eingesetzten Aus führung beim Bezug des neuen Stalls so noch gar nicht. «Das damalige Modell des Fütterungsroboters hätte oben an Schienen montiert und so durch den Stall geführt werden
sollen», erklärt Giezendanner. Das fand er aber wenig praktikabel, es hätte andere Betriebsabläufe zu stark beeinträchtigt. Als Werner Giezendanner hörte, dass dieses Verteilsystem in Zukunft auf Rädern fährt, hat er sich dafür stark gemacht, dass er Demo-Betrieb wird für diesen neuen DeLaval-Verteilwagen. So wurde in Teufen weltweit der erste Optiwagen von DeLaval Schweden montiert. Darum gleitet der Futterroboter nun nicht an Schienen, sondern fährt auf Rädern anhand einer im Boden eingelassenen Leitlinie. Mit diesem Set-up hat Werner Giezendanner zusätzlichen Stauraum gewonnen und auch der Traktor hat weiter uneingeschränkt Zugang zum Stall. Zehn Mal täglich dreht der Roboter seine Runden. Tag und Nacht. Nacht und Tag. «Er macht alles automatisch, nur das Futterlager muss ich noch selbst befüllen, aber das könnte ich auch noch automatisieren lassen», erklärt Giezendanner. Der Futterroboter sieht aus wie eine übergrosse Kiste, die langsam ihre Bahnen zieht und das zuvor geladene Futter über ein seitliches Förderband auf den Boden auf den sogenannten Futtertisch streut. Hier können es die Kühe bequem erreichen. Allerdings geht das Ganze für ein paar Kühe klar zu langsam – an diesem Dienstagmorgen im Oktober warten einige Kühe bereits ungeduldig auf die nächste Runde des Roboters. Als Sicherheitsmassnahme hat der Streuwagen vorne und hinten eine Stange mit einem Sensor. «Ist jemand im Weg und berührt die Stange, dann wird ein Alarm ausgelöst und der Roboter stoppt sofort. Anfangs haben die Kühe diesen Alarm auch mal mit dem Kopf ausgelöst, wenn sie den Roboter allzu ungeduldig angestupst haben. Daher musste die Auslösung geändert werden. Seit der Bügel von oben ausgelöst werden muss, damit der Wagen stoppt, tritt der Fehler nur noch sehr selten auf. Das war eine der Verbesserungsmassnahmen. Rund 3000 Melkroboter im Einsatz Auch wenn Roboter in der Schweizer Landwirtschaft erst in wenigen Betrieben die Arbeit erleichtern – laut Thomas Anken von Agroscope steht in jedem zehnten Stall ein Melkroboter –, gibt es sie teils schon lange. «Melkroboter sind etwa seit 25 Jahren in Betrieb», erklärt Anken, der für den Bund seit über drei Dekaden zur Automatisierung und Digitalisierung in der Landwirtschaft forscht. Erst in jedem zehnten Stall, das muss aber relativiert werden. «Dass heute 3000 Melkroboter in der Schweiz im Einsatz sind, hätte bei der Einführung aufgrund der hohen Kosten niemand erwartet», ergänzt er. Das Forschungsfeld ist breit und deckt die diversen Bereiche der Landwirtschaft ab – den Stallbereich, die Feldbewirtschaftung via Fahrzeuge oder Fluggeräte sowie die Datenanalyse (vgl. Illustration auf den Seiten 6 und 7). Dabei unterscheiden sich die Bereiche markant, was den Automatisierungsgrad betrifft. Weit fortgeschritten ist die Automatisierung der Arbeitsprozesse im Stall. Jetzt geht es laut Anken darum, mit Hilfe der Digitalisierung die Effizienz zu verbessern. Was das konkret bedeuten kann, zeigt Drohnenpilot Daniel Wiesli. Er ist verantwortlich für den Drohnenservice der LAVEBAGenossenschaft, eines Handels- und Dienstleistungsunter
nehmens mit Marken wie LANDI, AGROLA und UFA. Ab 2021 hat er den Service aufgebaut, seither erfreut er sich Jahr für Jahr steigender Nachfrage. Vielfältige Hilfe aus der Luft An diesem Freitagnachmittag anfangs November fliegt er eine DJI Agras T20 im st.gallischen Häggenschwil. Dabei handelt es sich um eine Arbeitsdrohne mit einer Spannweite von 2,5 m, die bis zu 20 kg Nutzlast tragen und 36 km/h schnell fliegen kann. Mit dem heutigen Einsatz werden die Drohnen von LAVEBA im laufenden Jahr 340 Hektaren abgeflogen sein. Dies entspricht etwa 480 Fussballfeldern, zwei Drittel davon in Rebbergen. «Das ist unser Haupteinsatzgebiet», ergänzt er. Hier liegen die Vorteile der Drohne auf der Hand: In teils steilem Gelände mit stehenden Kulturen ist das Spritzen von Pflanzenschutz- und Stärkungsmitteln an und für sich schon nicht einfach. Ist der Boden dann noch nass, wird es zudem gefährlich.
Thomas Anken ist Agronom bei Agroscope. Am Kompetenzzentrum des Bundes für landwirtschaftliche Forschung analysiert er seit drei Dekaden die Trends in der Automatisierung und Digitalisierung der Landwirtschaft.
«Darum ist hier auch die Akzeptanz bei den Landwirtinnen und Landwirten am grössten», urteilt Wiesli. Das Angebot von LAVEBA steht exemplarisch für einen Trend in der Landwirtschaft: «In der Schweiz lohnt es sich angesichts der oftmals eher kleinen Flächen pro Betrieb nicht, dass alle jede Maschine selbst besitzen», sagt Nadine Trottmann vom Schweizer Bauernverband (SBV). «Die Entwicklung geht hin zur gemeinsamen Anschaffung von Maschinen oder zum Auftrag an einen externen Dienstleistenden – vor allem, wenn die fraglichen Maschinen nicht täglich im Einsatz sind», wie sie ergänzt. Das überrascht kaum: Die Drohne, die Wiesli fliegt, kostet ab 20'000 Franken aufwärts. Wird sie dann nur ein paarmal pro Jahr eingesetzt, lohnt sich der Kauf kaum. Anders als bei einem Melkroboter, der täglich rund um die Uhr im Einsatz ist. In Häggenschwil ist Wiesli heute für den Landwirt Pirmin Zürcher im Einsatz. Es geht um eine Saat, also um die Begrünung eines abgeernteten Ackers über den Winter. Das
Inmitten von Kühen, Robotern und Daten: Zu Besuch bei Werner Giezendanner in Schönenbüel. acrevis.ch/landwirtschaft
invest 01 · 2025
5
erklärt auch den späten Termin: «Ein Einsatz im November ist aussergewöhnlich, meine Haupteinsatzzeit liegt zwischen Mai und Mitte August», führt der Drohnenpilot aus.
anpflanzt. Für die Drohne ist der nasse Boden kein Problem. Zudem ist der Einsatz mit einem Stundensatz von 190 Franken exklusive Mehrwertsteuer bezahlbar.
Den nassen Boden schonen Gesät werden unter anderem Winterroggen, Winterhafer und Westerwoldisches Raigras. Sie sollen den fruchtbarsten Teil des Bodens vor Erosion durch Wind und Wasser schützen. Anders als mit einer Drohne wäre dies im Feld in Häggenschwil nicht möglich gewesen, denn der nasse Boden ist für den Traktor zu weich. Schon bei der Bodenbearbeitung ist es laut Zürcher aufgrund der Nässe grenzwertig gewesen. Im Einsatz ist die Drohne über dem Feld in Häggenschwil bereits zum zweiten Mal. Im August sei beim stehenden Mais eine Untersaat vorgenommen worden. Auch damals ging es nicht anders: Der Mais sei zu hoch gewesen, um mit dem Traktor ins Feld zu fahren, also flog die Drohne. Im August wurde darum auch das Feld vermessen, sodass die Drohne eine vorher definierte Flugroute abfliegen kann. Eingreifen muss Wiesli nur beim Starten, Landen, Akkuwechseln und Nachfüllen des Saatgutes. Im automatisierten Flug überwacht Wiesli die Drohne sowie die Umgebung. Auch wenn der Einsatz nur etwa eine halbe Stunde dauert, muss die Drohne etwa zehn Mal gelandet und wieder gestartet werden. Meist, weil das Saatgut alle ist. Zürcher ist mit der Drohne zufrieden. «Wir haben aufgrund der Niederschlagsmenge oft Böden, die nicht befahrbar sind», erklärt der Milchbauer, der auf den Parzellen Futter für die Kühe
Im Stall einfacher als auf dem Feld Während sich Roboter im Stall immer mehr etablieren, sieht es auf dem Feld noch anders aus. Woran das liegt, erklärt Florian Bachmann von der Swiss Future Farm. Auf diesem Versuchsbetrieb im Kanton Thurgau ist er für Projekte verantwortlich, bei denen neue Technologien in der Praxis getestet werden. «Der Stallbereich ist einfacher zum Automatisieren. Es ist ein räumlich klar begrenzter Bereich mit einem betonierten und damit ideal befahrbaren Boden. Die Prozesse gleichen denen in der industriellen Fertigung: Futtermischen, Futterausteilen, Melken», sagt er. Auf dem Acker hingegen sei es schwieriger. Das gelte besonders für die Schweiz. «Im internationalen Vergleich gibt es hier relativ viele kleine Felder. Und auch die Betriebsgrösse ist kleiner», ergänzt er. Die Zahlen bestätigen dies: In der Schweiz kommt ein durchschnittlicher Betrieb auf eine landwirtschaftliche Nutzfläche von 22 Hektaren (vgl.
CLOUD-SPEICHER / DATENMANAGEMENT Echtzeitdaten zum Betrieb werden gesammelt und in einer Cloud gespeichert, wodurch betriebliche Prozesse optimiert werden können.
SENSOREN UND SONDEN BEI TIEREN Sensoren oder Sonden sammeln Daten, um eine individuellere Überwachung und optimierte Betreuung der Tiere zu gewährleisten. INTELLIGENTE PFLANZENSENSOREN UND -BEWÄSSERUNG Sensoren und Frühwarnsysteme erfassen Umweltdaten, um Pflanzenbedürfnisse zu erkennen und die Bewässerung effizienter zu gestalten.
6
invest 01 · 2025
Seiten 8 und 9). In Deutschland beträgt die Fläche das Drei-, in den USA gar das Neunfache. Zudem sind die hiesigen Felder oft nicht zusammenhängend. Mal liegt eine Strasse dazwischen, mal ein Wanderweg und manchmal sogar ein Bach. «Aufgrund dieser Struktur muss der Roboter immer wieder neu aufs Feld gebracht und nach dem Einsatz abgeholt werden. Ist das Feld nur eineinhalb Hektaren gross und so die Arbeit nach zwei Stunden bereits getan, spielt die Landwirtin oder der Landwirt primär Taxi für den Roboter», kommentiert Bachmann. Zudem gibt es verschiedene Arbeiten auf dem Feld. Dazu zählen etwa das Spritzen, die Bodenbearbeitung sowie das Hacken. «Gerade beim Hacken ist die menschliche Kontrolle wichtig, denn nicht jeder Boden ist gleich», sagt er. Zudem ist der Traktor laut Bachmann ein ideales Arbeitsgerät. «Er wurde entwickelt, um hochflexibel zu sein. Vorne und hinten können Geräte montiert werden, welche die unterschiedlichsten Aufgaben erledigen. Es gibt nicht den einen Roboter, der alles abdeckt. Zudem, was würde der kosten?» Gleichwohl gibt es auch autonome Roboter für das Feld. Oft erfüllen sie sehr spezifische Aufgaben. Wie der Rover von Caterra, einem
Spin-off der ETH Zürich. Dabei handelt es sich um einen Jätroboter, der Unkraut erkennt und mit einem Laser vernichtet. Keine Chemie, keine manuelle Arbeit Noch sind erst Prototypen unterwegs. 2025 sollen laut dem Unternehmen dann aber zehn bis zwanzig Roboter über die Felder in der Schweiz fahren. Vorteile sehen die Unternehmensgründer mehrere: Weder wird das Unkraut mit chemischen Mitteln zerstört – was gut für die Natur ist –, noch benötigt es manuelle Arbeit. Der Rover kann zudem Tag und Nacht im Einsatz sein – auch auf nassen und schweren Böden, die für die wesentlich grösseren und schwereren Traktoren unbefahrbar sind. Vom Prinzip her ist der Rover von Caterra nicht einzigartig. Maschinen, die Unkraut mit Laserstrahlen vernichten, gibt es auch im Ausland. Aus Berlin stammen beispielsweise die Maschinen von Escarda Technologies. Sie verfolgen denselben Ansatz wie der Rover von Caterra, allerdings mit einem entscheidenden Unterschied: Die Maschine kann nicht selbstständig fahren, sondern wird noch ganz klassisch an einen Traktor angehängt. Die Grundmaschinen der Landwirtschaft, sprich der Traktor und all die Maschinen, die angehängt werden können, haben sich laut Anken von Agroscope in den vergangenen Jahren vom Grundkonzept her nur noch wenig verändert. «Die Arbeitsprozesse mit diesen Werkzeugen sind fertig entwickelt. Jetzt steht die sensor- und datenbasierte Optimierung im Zentrum. Also herauszufinden, wie viel Dünger beispielsweise noch nötig ist oder wie viel gespritzt werden muss», ergänzt er.
LANDWIRTSCHAFTSDROHNEN Drohnen unterstützen bei der Pflege von Feldern und Pflanzen und ermöglichen gezielte, flächenspezifische Massnahmen wie Aussaat und Schädlingsbekämpfung.
STALLROBOTER Roboter im Stallbereich können manuelle Arbeitsprozesse ersetzen und ermöglichen dadurch eine effizientere und individuellere Tierbetreuung.
(AUTONOME) PRÄZISIONSFAHRZEUGE GPS-gesteuerte Fahrzeuge optimieren Aussaat, Unkrautbekämpfung und Düngung, wodurch Ressourcenverbrauch und Bodenschäden reduziert werden.
invest 01 · 2025
7
Ressourcen effizienter einsetzen. Das zeigen die Geräte von Ecorobotix, die dank maschineller Bilderkennung Herbizide, Fungizide, Insektizide oder Düngemittel hochpräzise ausbringen können. Gemäss dem Unternehmen reduziert das gezielte Erkennen der Pflanzen den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln um 95 %. Hier sieht Zürcher eine Trendumkehr zur Vergangenheit: «In den vergangenen drei Dekaden ging es in Richtung mehr Maschinen, mehr Leistung und mehr Power. Heute sind eher Bodenschutz und Mikroorganismen im Fokus.»
Pirmin Zürcher ist Landwirt und Fütterungscoach im st.gallischen Häggenschwil. Auf dem Hof, den er mit seiner Familie betreibt, ist ein Melkroboter im Einsatz. Zudem setzt er für die Feldbearbeitung auf den Drohnenservice von LAVEBA.
Das betrifft vor allem die Elektronik: Stufenlose Getriebe, Bedienterminals sowie Datensysteme für das Motorenmanagement und die Anbaugeräte zeugen vom Fortschritt der Maschinen. Noch nicht in der Breite angekommen Der grosse Unterschied zu den Robotern im Stall ist, dass es sie laut Bachmann in der Praxis zwar gibt, sie in der Breite aber noch nicht angekommen sind. Dennoch: Die Technologisierung schreitet auch auf dem Feld voran. Entweder in Form autonomer Fahrzeuge oder eines Anhängers für den Traktor. Sie können mit Laser Unkraut vernichten, säen, Pflanzenschutzmittel spritzen oder gar den Boden bearbeiten – wie die Maschinen von Farmdroid, AgXeed oder Ecorobotix. Gemein ist diesen und ähnlichen Maschinen, dass sie mit Kameras, Satelliten und Sensoren sowie über Bodenproben Daten erheben und auf dieser Grundlage dank Künstlicher Intelligenz
Kennzahlen
«Grundlegende Technik für die modernen Landmaschinen sind Traktoren, welche mit einem Lenksystem ausgestattet sind», erklärt Bachmann. «Der Traktor folgt einer Spur, die vorgängig einprogrammiert wurde, auf zwei bis drei Zentimeter genau. Die Arbeitsbreite ist dabei flexibel und kann 21 Meter oder mehr betragen. Von Auge ist kaum zu sehen, wo schon behandelt wurde – durch die präzisen Positionsdaten lässt sich dies jedoch genau feststellen.» In der Schweiz hat gemäss Bachmann derzeit etwa jeder zehnte Traktor, der im Einsatz ist, ein solches Lenksystem. Einen Schritt weiter ist diesbezüglich Amerika. Laut Anken von Agroscope fahren dort seit einigen Jahren auch Traktoren autonom übers Land. «Fahrzeuge der Marke John Deere beispielsweise fahren schon seit 20 Jahren selbstständig in Minen. In der Landwirtschaft haben sie aber erst in den vergangenen Jahren Einzug gehalten», erklärt Anken. Daten erfassen und vernetzen Hinderungsgründe für den Einsatz von Robotern gibt es viele. «Beispielsweise die hohen Kosten. Ein Roboter muss sich
Art der Betriebe
47׳719
Landwirtschaftsbetriebe
8%
102׳000
gemischt
Arbeitsplätze
/4
3
der Arbeitskräfte sind Familienangehörige
24 %
Pflanzliche Produktion
297׳000
Arbeitsplätze in der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette
1׳042׳000 ha
landwirtschaftliche Nutzfläche, entspricht 25 % der Schweiz
22 ha
landwirtschaftliche Nutzfläche pro Betrieb
0,6 %
des Bruttoinlandprodukts entfallen auf die Landwirtschaft
8
invest 01 · 2025
28 %
Tierische Produktion
wirtschaftlich auch lohnen», erklärt Nadine Trottmann. Viele Betriebe in der Schweiz sind wie bereits ausgeführt eher klein und dazu auch noch gemischte Betriebe. Das bremst die Ausbreitung der Technologie. Das sei aber nur das eine, es brauche auch strategisches und betriebswirtschaftliches Denken, um neue Technologien gewinnbringend einzusetzen. Oftmals handle es sich zudem auch um eine Generationen frage. Den effektiven Nutzen von Robotern in monetären Zahlen abzutragen, ist nicht immer einfach – schliesslich haben sie ausser dem Effizienzgewinn oft auch noch weitere positive Effekte. Beispielsweise die Daten, die gewonnen und vernetzt werden können. Laut Anken gibt es Betriebe, die diesbezüglich technisch top sind, andere seien noch zurückhaltend. Entscheidend seien auch die persönlichen Vorlieben der Hofleitenden. «Die meisten neuen Methoden erfordern den Umgang mit Daten. Hier ist der Faktor Mensch entscheidend, ob sich die einzelne Landwirtin oder der einzelne Landwirt mit solchen Daten auseinandersetzen will oder nicht.» Werner Giezendanner gehört klar zur ersten Gruppe, er sucht den Nutzen der gesammelten Daten. Sein Melkroboter misst beispielsweise bei jeder Milchprobe unter anderem gleich auch den Zellwert sowie den Progesterongehalt. Progesteron ist ein weibliches Geschlechtshormon, das die Kuh nach jedem Eisprung produziert. Seine Aufgabe ist es, den Brunstzyklus zu steuern und die Trächtigkeit zu erhalten. Der Zellwert hingegen ist ein Mass für die Eutergesundheit und Milchqualität. «Die Tierbeobachtung, die man vorher beim Melken gemacht hat, erfolgt jetzt vor allem mit der Analyse am Computer plus
Daniel Wiesli ist Drohnenpilot und leitet den Drohnenservice der LAVEBA-Genossenschaft. Er hat den Service für das Handels- und Dienstleistungsunternehmen 2021 aufgebaut und erfreut sich seither Jahr für Jahr einer grösseren Nachfrage.
der individuellen Tierbeobachtung im Stall», sagt er. Von den gesammelten Daten rund um seine Milchkühe profitiert auch Zürcher in Häggenschwil. Wie bei Giezendanner steht auch in Zürchers Stall ein Melkroboter im Einsatz. Zur Identifikation tragen die Kühe auch hier ein Halsband, das zudem misst, wie viel sich eine Kuh bewegt, wie viel sie isst und wie viel sie wiederkäut. «Bewegt sich die Kuh plötzlich viel weniger oder isst kaum noch etwas, dann schlägt das System Alarm», sagt Zürcher. «Das ist ein gewaltiger positiver Nutzen. Früher musste ich über einzelne Beobachtungen merken, dass die Kuh nicht gut aussieht oder weniger Milch gibt, und habe erst dann Fieber gemessen», erklärt Zürcher. Heute sei er dank den erhobenen Daten viel früher dran und könne präventive Massnahmen ergreifen, bevor die Kuh krank werde. Manchmal würden dann schon Entzündungshemmer oder das Separieren von der Herde helfen, damit sie Ruhe habe und nicht krank werde.
Anzahl Tiere (in Mio.)
40 %
Milchwirtschaft 1,5
1,3
13,2
Quelle: Bundesamt für Statistik
Hühner Kühe und Rinder Schweine
0,4
Schafe übriges Geflügel
Pferde Ziegen
invest 01 · 2025
9
Stark gestiegener Verwaltungsaufwand Mehr Daten können zwar nützlich sein, aber nur, wenn sie nicht zu mehr Aufwand führen: «Je mehr Informationen erhoben werden können, desto mehr kann auch reglementiert und kontrolliert werden», erklärt Trottmann vom SBV. «Beispiels weise für die staatlichen Direktzahlungen oder auch für private Labels.» Leider fehlen heute Standards, beispielsweise um Daten zwischen verschiedenen Systemen auszutauschen – das betrifft nicht nur die Kompatibilität der Roboter und ihrer Daten. Auch der Faktor Mensch kann eine Rolle spielen, beispielsweise wenn eine Kuh in verschiedenen Anwendungen unterschiedlich definiert wird. Ähnlich sieht dies auch Landwirt Giezendanner. «Der Verwaltungsaufwand in der Landwirtschaft hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen», erklärt er. Wohl auch darum ist er mehr im Büro als früher. Primär aber wegen den Robotern und den Daten, welche sie erheben: «Ich habe hier eine gute Datengrundlage. Wenn ich diese nicht nutzen würde, wäre das ja eine Verschwendung», bekräftigt er. Auch die Verwaltung der Prozesse ist ein Thema, das beschäftigt. Das Farm-Management-Informationssystem soll landwirtschaftliche Prozesse und Abläufe vereinfachen. Laut Anken soll der Bäuerin oder dem Bauer eine Plattform gegeben werden, auf der die Betriebsabläufe gemanagt werden können: Kraftfutter bestellen, die Herde koordinieren sowie Dünger gaben aufzeichnen – alles soll auf einer Plattform vereint werden. «Das SAP der Landwirtschaft», bringt es Anken auf den Punkt. Eine wichtige Rolle spielt dabei das «Once-OnlyPrinzip». So soll beispielsweise nur einmal eingegeben werden müssen, wie viel Dünger eingesetzt wird, danach sollen diese Daten dann für verschiedene Zwecke zur Verfügung stehen.
Florian Bachmann ist seit einem Jahr Projektleiter bei der Swiss Future Farm. Dabei handelt es sich um einen Versuchsbetrieb in Arenenberg im Thurgau, auf welchem neue landwirtschaftliche Technologien in der Praxis getestet werden.
«Hier ist sehr viel Effizienzgewinn möglich.» Mit Barto.ch und Digiflux.ch gibt es laut Anken schon relativ gute Plattformen, die aber noch Akzeptanz benötigen. Auch ein anderes Denken ist notwendig: Die Landwirtin, der Landwirt ist gefordert, die ausgeführte Arbeit fortlaufend auf dem Smartphone zu dokumentieren. Solarmodule auf dem Dach und an der Fassade Die Roboter haben zwar das Arbeitsleben von Giezendanner vereinfacht. Mit den Kameras, die im Stall installiert sind, und den Apps auf seinem Smartphone sieht er aber schneller als zuvor, wenn es Probleme gibt und Handlungsbedarf besteht – selbst wenn er einmal einen freien Sonntag hat oder in den Ferien ist. «Früher war das Abschalten einfacher», fasst er zusammen. Und da die Roboter meist ständig in Betrieb
10
invest 01 · 2025
Nadine Trottmann ist Agronomin beim Schweizer Bauernverband (SBV). Seit 2023 ist sie Fachverantwortliche Digitalisierung, Forschung & Beratung und fungiert als Schnittstelle zwischen Forschung, Politik und den Mitgliedern des SBV.
sind, ist auch der Bedarf an Strom gestiegen. Darum hat Giezendanner nicht nur eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Stalls, sondern auch an dessen Fassade. «Ich hatte mich im Winter immer geärgert, wenn es schönstes Wetter war, aber die Photovoltaikanlage wegen dem Schnee auf dem Dach keinen Strom lieferte.» Damit ist der Stall in Schönenbüel das erste Gebäude im Kanton Ausserrhoden, das ausserhalb der Bauzone über eine Photovoltaikanlage an der Fassade verfügt. Was nun noch fehlt, ist eine Batterie, um den Strom speichern zu können. Macht Giezendanner allerdings weiter wie bisher, dürfte dies wohl nur eine Frage der Zeit sein. Bedeutung für die Versorgungssicherheit Nachhaltigkeit ist ein Thema, das Giezendanner beschäftigt. So testet er derzeit ein Futtermittel, das den Ausstoss von Treibhausgasen reduzieren soll. «Das Futtermittel verbessert die Verdauung, sodass die Kühe weniger rülpsen und furzen müssen», erklärt der Landwirt. Laut dem Branchenverband Swissmilk sind Milchkühe in der Schweiz für 3,8% der Treibhausgase verantwortlich. Ob das Futter das Ziel einer Reduktion um 30% erreicht, kann Giezendanner noch nicht abschliessend sagen. Für Giezendanner ist die Landwirtschaft mehr als nur eine Arbeit. «Die Schweiz hat bezüglich Lebensmittel einen Selbstversorgungsgrad von 50%», erklärt er. «Darum ist mir der Ernährungsauftrag der Landwirtschaft und die Produktion von gesunden Lebensmitteln sehr wichtig.» Damit in der Schweiz auch in Zukunft Lebensmittel zu kompetitiven Preisen produziert werden können, führt an der fortschreitenden Automatisierung und Digitalisierung in der Landwirtschaft kein Weg vorbei. Dabei sind Landwirtinnen und Landwirte wie Giezendanner und Zürcher elementar: Sie erbringen den Beweis, dass Roboter in der Agrarwirtschaft nicht nur nützlich, sondern auch ökonomisch sinnvoll sind. Das dürften Fontana, Babs und Barbi im Stall in Schönenbüel wohl bestätigen. Denn auch sie profitieren von dem technologischen Fortschritt. Wie ihr Landwirt geniessen sie dank dem Melkroboter mehr Freiheiten, entscheiden sie doch selbst, wann sie gemolken werden möchten.
Abheben mit acht Rotoren und Saatgut an Bord: Unterwegs mit Drohnenpilot Daniel Wiesli. acrevis.ch/landwirtschaft
Vertical Farming Die Zukunft riecht nach Basilikum, ist feucht und warm. Die Zukunft in diesem Fall heisst Vertical Farming – eine grösstenteils auto matisierte Art, Pflanzen zu züchten. Wie dies konkret aussieht, zeigt sich in einer Industriehalle im zürcherischen Niederhasli. Hier züchtet das ETH-Spin-off Yasai mit Kunstlicht und ohne Erde das ganze Jahr diverse Kräuter.
Der Geruch von Basilikum liegt in der Luft. Überall. Egal ob in der Setzlingszucht, im Gewächsraum oder beim manuellen Schneiden und Verpacken: Basilikum, Basilikum, Basilikum. Florian Annen fällt dies kaum mehr auf. Er ist stellvertretender Farm Manager der Vertical Farm von Yasai. Hier werden Pflanzen im Gewächsraum auf mehreren Etagen gezüchtet. «Dabei wachsen sie in Flössen, die in Tischen schwimmen, in denen mit Nährstoffen angereichertes Wasser zirkuliert», erklärt Annen. Erde gibt es keine, Kunstlicht und eine Lüftungsanlage sorgen für das ideale Klima. Der gesamte Anbauprozess ist von Nachhaltigkeit geprägt. Das verdunstete Wasser wird aufbereitet und zurück in den Kreislauf gespiesen, darum ist der Wasserverbrauch nur sehr gering. Die Energie stammt aus erneuerbaren Quellen. Und
Florian Annen ist stellvertretender Farm Manager von Yasai. Der gelernte Metallbauer landete durch Zufall in Niederhasli: Er hatte die Metallwände der Produktionsanlage gebaut und wurde danach als Techniker eingestellt.
da die Pflanzen Kohlenstoffdioxid benötigen, reduziert die Anlage gar die Treibhausgase. Zudem setzt Yasai, was Gemüse auf Japanisch heisst, keine chemischen Pestizide ein. Gegenüber der traditionellen Anbauweise hat das Vertical Farming noch andere Vorteile. «Wir können das ganze Jahr über produzieren. Zudem bauen wir lokal an», ergänzt Annen. Derzeit wachsen auf sechs Stockwerken Basilikum, Koriander und Thaibasilikum. Von der Saat bis zur Ernte dauert es bei
Basilikum etwa 40 Tage, wobei die Setzlinge zwei Wochen in der Setzlingszucht verbringen. Basilikum funktioniert laut Annen am besten. «Koriander wollten wir nicht mehr produzieren, weil es eigentlich zu teuer ist. Schlussendlich richten wir uns aber nach den Bedürfnissen unserer Kunden», ergänzt er. Pfefferminze und Dill habe Yasai auch schon angepflanzt. Von der Produktion her hat das ebenfalls funktioniert. «Anbauen kann man grundsätzlich alles. Es muss sich einfach wirtschaftlich lohnen – bei Minze und Dill war die Nachfrage dafür aber schlicht zu klein», erklärt Annen. Was möglich ist, zeigt beispielsweise die britische Jones Food Company. Sie pflanzt neben Kräutern auch Rucola und Kopfsalat an. Ob es sich rechnet, entscheidet auch der Stromverbrauch. Er ist einer der grössten Kostenblöcke. Pro Tag produzieren die rund zehn Mitarbeitenden von Yasai je nach Bestellmenge 1500 bis 2500 Päckchen frischer Kräuter à 20 g. Geliefert werden diese unter anderem an Coop in der gesamten Schweiz und seit kurzem auch an die Migros, aber nur regional. Neue Distributionskanäle braucht Yasai nicht. «Wir könnten derzeit noch deutlich mehr an die Detailhändler liefern, dafür fehlt uns aber die Kapazität», sagt Annen. Das dürfte sich in ein paar Jahren ändern. In Rafz plant Yasai derzeit eine neue Fabrik. Diese soll zehn Mal grösser sein als die heutige Anlage in Niederhasli. Bei der Expansion kann Yasai auch von GreenState profitieren. Seit Juni gehört Yasai zum Winterthurer Unternehmen. Laut Yasai eine Win-winSituation: «Wir erhalten Zugang zu Liquidität und Wachstumspotenzial, GreenState macht einen Sprung nach vorn hinsichtlich realisierter Produktionskapazität und Verkaufsvolumen», wie das Unternehmen schreibt. Je nachdem riecht es dann in der neuen Produktionsanlage auch nicht mehr nur nach Basilikum, sondern auch nach Pfefferminze, Estragon und Dill.
Zwischen Basilikum und raffinierter Technik: Eintauchen in die Produktionsanlage von Yasai. acrevis.ch/landwirtschaft
invest 01 · 2025
11
Umsetzungsideen Ob im Stall, auf dem Feld oder in der Cloud. Die Automatisierung und Digitalisierung der Landwirtschaft hinterlässt viele Spuren. Ausserdem bietet sie attraktive Anlagemöglichkeiten. Fünf davon sind auf dieser Doppelseite aufgelistet, vier Aktien und eine Kollektivanlage. Als Basis dienen die Kriterien der bewährten acrevis spektrum® -Methodik.
Alfa Laval
Belimo
Valor 1'408'074 Währung SEK
Einschätzung acrevis ¹
Rating
Branche Industrie
Fundamental
3
Kurs 475.40
Verhaltensbezogen
1
Technisch
3
Gesamteinschätzung
7
KGV für 2026
20
Umsatz 2023
63,6 Mrd. SEK
Gewinn 2023
6,3 Mrd. SEK
Alfa Laval ist ein schwedisches Investitionsgüterunternehmen, das 1883 gegründet wurde und rund 20'000 Mitarbeitende beschäftigt. Die Gesellschaft ist vor allem in den Bereichen Energie, Lebensmittel und Wasser sowie Schifffahrt tätig. Der Umsatz verteilt sich dabei zu etwa je 30% auf die Segmente Energie und Schifffahrt, während die restlichen 40% auf Lebensmittel und Wasser entfallen. Geografisch befinden sich die Hauptabsatz märkte in Asien (39%), Europa (35%) und Nordamerika (19%). Alfa Laval spezialisiert sich auf die Entwicklung und Bereitstellung von Produkten und Lösungen für die Wärmeübertragung, Separation und die Handhabung von Flüssigkeiten. In der Landwirtschaft spielen die effiziente Nutzung und Wiederaufbereitung von Wasser eine entscheidende Rolle. Das Unternehmen unterstützt Landwirte mit Lösungen zur Wasseraufbereitung, wodurch Wasser ressourcen geschont, Abwasser effektiv behandelt und die Umweltbelastung gesamthaft minimiert werden kann.
Valor
110'109'816
Währung CHF
Einschätzung acrevis ¹
Branche Industrie
Fundamental
2
Kurs
Verhaltensbezogen
1
Technisch
3
Gesamteinschätzung
6
580.50
KGV für 2026
39
Umsatz 2023
858,8 Mio. CHF
Gewinn 2023
136,8 Mio. CHF
Kleine Geräte – grosse Wirkung. Mit innovativen Feldgeräten zur Steuerung von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen befindet sich Belimo seit Jahren auf Wachstumskurs. Das 1975 gegründete Unternehmen ist in über 80 Ländern präsent und beschäftigt 2300 Mitarbeitende. Mit einem Marktanteil von etwa 20% zählt Belimo zu den weltweit führenden Anbietern für elektrische Antriebs-, Ventil- und Sensorlösungen im Gebäudebereich. Eine effiziente und intelligente Belüftung sowie Klimatisierung sind auch im Bereich des Vertical Indoor Farmings essenziell, um Pflanzen ideale Wachstumsbedingungen zu bieten. Das Unternehmen zeigt eine überdurchschnittliche Entwicklung bei Umsatz und Margen und wird durch die Nachfrage nach Energieeffizienz und gesteigerter Luftqualität in Gebäuden angetrieben. Belimos Hauptmärkte sind EMEA (44% des Umsatzes), Amerika (43%) und Asien/Pazifik (13%), wobei vor allem die langfristigen Wachstumsmöglichkeiten in Asien vielversprechend sind.
¹ Beim acrevis spektrum ® -Rating werden bis zu 8 Punkte vergeben – jeweils max. 3 Punkte für die Dimensionen «Fundamental» und «Technisch» sowie max. 2 Punkte für die Dimension «Verhaltensbezogen».
12
invest 01 · 2025
Rating
iShares Agribusiness ETF Valor
13'936'193
Währung
USD
Kurs
45.73
Kosten p.a.
0,55%
Fondsdomizil
Irland
Lancierung
16.09.2011
Performance p.a. (3 Jahre) Fondsvolumen
0,7%
429 Mio. USD
Möchten Sie diversifiziert in die Automatisierung und Digitalisierung der Landwirtschaft investieren? Dann ist der Agribusiness ETF von iShares die beste Wahl. Angeführt wird das Portfolio von Corteva Agriscience, Archer Daniels Midland und Nutrien Ltd. Mit einem Gewicht von je mehr als 7% geben diese drei Titel die Stossrichtung des Landwirtschaftsfonds von Blackrock vor – ein Entwickler von innovativen Komplettlösungen für landwirtschaftliche Betriebe (Agrarunternehmen Corteva Agriscience), ein Verarbeiter von landwirtschaftlichen Erzeugnissen zu Lebensmittelzutaten, Kraftstoffen und Industrieprodukten (Industriekonzern Archer Daniels Midland) sowie ein Anbieter von Pflanzenschutzmitteln und Dienstleistungen (Düngemittelhersteller Nutrien Ltd.). Die Kollektivanlage bildet im Kern die Wertentwicklung des Indexes der global grössten kotierten Unternehmen aus der Landwirtschaft ab und umfasst über 100 Positionen. Die grössten Titel machen Unternehmen aus den Vereinigten Staaten (49%) aus, gefolgt von Japan (10%), Kanada (7%) und Indien (7%).
Bucher Industries
Novonesis
Valor 243'217 Währung CHF
Einschätzung acrevis ¹
Rating
Branche Industrie
Fundamental
3
Kurs 335.50
Verhaltensbezogen
1
Technisch
1
Gesamteinschätzung
5
KGV für 2026
16
Umsatz 2023
3,6 Mrd. CHF
Gewinn 2023
355,7 Mio. CHF
Bucher Industries sorgt für eine reiche Ernte – sowohl für Landwirtschaftsbetriebe als auch für Investoren. Das 1807 gegründete Unternehmen ist der weltweit führende Hersteller von Landmaschinen. Fast jede dritte Landmaschine stammt von Bucher. Hauptumsatzträger ist der Bereich Landmaschinen (Kuhn Group, 40% des Konzernumsatzes), gefolgt vom Bereich Hydraulikkomponenten (21%) und Kommunalfahrzeugen (14%). Mit 15'000 Mitarbeitenden an über 50 Standorten profitiert Bucher von strukturellem Wachstum. Die starke finanzielle Basis mit hoher Eigenkapitalquote und solider Liquidität ermöglicht dem Unternehmen, langfristig zu investieren und Innovationen voranzutreiben. Dazu gehört etwa die I-Spray-Technologie, welche Unkraut präzise erkennt und den Herbizideinsatz 70 bis 75% reduziert. Dank moderater Bewertung und attraktiver Dividendenrendite ist Bucher eine vielversprechende Aktie für langfristige Investoren, die auf die Innovationskraft des Unternehmens setzen.
Valor 14'371'062 Währung DKK
Einschätzung acrevis ¹
Rating
Branche Materialien
Fundamental
3
Kurs 425.70
Verhaltensbezogen
0
Technisch
3
Gesamteinschätzung
6
KGV für 2026
27
Umsatz 2023
3,7 Mrd. EUR
Gewinn 2023
702,9 Mio. EUR
«Einen neuen Anfang» – abgeleitet vom griechischen Wort Genesis – verspricht das dänische Unternehmen Novonesis. Entstanden Anfang 2024 durch die Fusion von Chr. Hansen und Novozymes, hat sich das Biotechnologieunternehmen als Weltmarktführer für industrielle Enzyme und Mikroben etabliert. Diese werden in einer Vielzahl von Produkten eingesetzt – von Waschmitteln über Biokraftstoffe bis hin zu landwirtschaftlichen Kulturen und Hilfsmitteln für die Lebensmittelverarbeitung. Mit rund 10'000 Mitarbeitenden und Expertise in über 30 Industrien bietet Novonesis ein breites Portfolio, das sich in zwei Divisionen gliedert. Die erste fokussiert auf Biosolutions, die gesündere Lebensmittel fördern. Die zweite zielt darauf ab, den Einsatz von Chemikalien zu reduzieren. Mit auf landwirtschaftliche Bedürfnisse zugeschnittenen Lösungen hilft Novonesis Landwirten, Erträge zu steigern und den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzund Düngemitteln zu reduzieren.
Das acrevis spektrum ® -Rating entspricht dem Stand vom 7. Oktober 2024, die Angaben zu Kursen und KGV entsprechen dem Stand vom 22. November 2024.
invest 01 · 2025
13
Makro und Märkte Viel Lärm und wenig Klarheit Die Wahl von Donald Trump löste an der Börse unterschiedliche Reaktionen aus. Während der Aktienmarkt jubelte, zeigte sich der Anleihenmarkt kritisch. Wer recht hat, zeigt die Zukunft. So oder so, die steigenden Renditen könnten die Aktienkurse ins Rutschen bringen.
von Alessandro Poletti Euphorisch – dieses Wort beschreibt die Reaktion am amerikanischen Aktienmarkt auf den Ausgang der US-Wahlen am besten. Ein eindeutiges Ergebnis gepaart mit der Aussicht auf weniger Regulierung, niedrigeren Unternehmenssteuern und saftigen Importzöllen liess den marktbreiten S&P 500 am Tag nach der Wahl 2,5% ansteigen. Dies bedeutete nicht nur ein Rekordhoch, sondern entsprach auch dem grössten Tagesgewinn nach einer Präsidentschaftswahl in der US-Geschichte. Ob Präsident Trump seine Wahlversprechen einlösen kann, ist alles andere als sicher. Die US-Aktien sind jedenfalls schon einmal vorgeprescht. Dabei zeigt sich der US-Aktienmarkt mit einer Marktbreite von 70 bis 75% in solider Verfassung. Der Aufschwung wird also von drei Vierteln aller im Markt enthaltenen Aktien getragen. Nicht zuletzt zeigt sich auch «Corporate America» stark – die Unternehmensgewinne sprudeln weiter. Ganz anders in Europa. Hier war von Begeisterung nichts zu spüren. Im Gegenteil: Verunsicherung über höhere Zölle belastete den Aktienmarkt. Der europäische Leitindex EuroStoxx 50 verlor nach Bekanntgabe des neuen Präsidenten 1,5%. Auch die europäische Marktbreite ist mit 50% deutlich geringer als in den USA. Bei den Unternehmensabschlüssen kann Europa ebenfalls nicht über zeugen. Nur der Finanzsektor hält das Gesamtbild über Wasser. Im Gegensatz zu den Aktienmärkten senden die Anleihenmärkte kritischere Signale. Angesichts der potenziell inflationären Massnahmen, die Donald Trump umsetzen will, rechnen sie mit steigenden Preisen und einer höheren US-Staatsverschuldung. Daher kamen die Kurse von US-Staatsanleihen unter Druck respektive deren Renditen zogen deutlich an. Dies könnte zur Belastungsprobe für die Aktienmärkte werden, da zehnjährige US-Staatsanleihen mit einer Rendite von rund 4,5% im Verhältnis zu den teuren US-Valoren attraktiver werden. Welche Prioritäten der neue Präsident setzen wird, ist noch völlig offen. Klar hingegen ist der Konsens an den Aktienmärkten: Europa ist günstig, die USA teuer. Aber das ist seit rund zehn Jahren bekannt, und trotzdem marschiert der US-Markt davon. Insgesamt sehen wir trotz teilweise erhöhter Bewertungen am Aktienmarkt das grösste Potenzial.
14
invest 01 · 2025
Autoren
Sandro Schibli Bereichsleiter Private Banking
Martin Lüscher Research & Advisory
Alessandro Poletti Leiter Research & Advisory
Sandro Schibli bringt über dreissig Jahre Erfahrung in der Anlageberatung mit. Als ausgewiesener Fachmann im Asset Management ist er Mitglied des Anlagekomitees. Sandro Schibli ist diplomierter Finanzanalytiker und Vermögensverwalter.
Martin Lüscher verfolgt seit über 15 Jahren das Geschehen an den Finanzmärkten, unter anderem als US-Korrespondent der «Finanz und Wirtschaft» aus New York. Er verfügt über einen Masterabschluss in Volkswirtschaftslehre von der Universität St.Gallen (HSG).
Alessandro Poletti leitet bei acrevis die Abteilung Research & Advisory. Er verfügt über einen Bachelor der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Betriebsökonomie und ist diplomierter Finanzanalytiker und Vermögensverwalter (CIIA). Alessandro Poletti ist Mitglied des Anlagekomitees.
Rechtliche Hinweise: Bei dieser Publikation handelt es sich um Werbung. Die Informationen in diesem Dokument wurden durch die acrevis Bank AG zusammengetragen und stammen aus Quellen, welche wir für zuverlässig erachten. Trotzdem können wir weder für ihre Vollständigkeit noch Richtigkeit garantieren. Die unverbindlichen Richtkurse können je nach Marktlage rasch ändern. Wertentwicklungen der Vergangenheit lassen keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Wertentwicklung eines Finanzinstruments zu. Für tagesaktuelle handelbare Volumen und Preise kontaktieren Sie bitte Ihre persönliche Anlageberaterin oder Ihren persönlichen Anlageberater. Diese Information ist weder ein Angebot noch eine persönliche Empfehlung. Diese Publikation kann nicht die persönlichen Anlageziele und finanziellen Verhältnisse der Anlegerin oder des Anlegers berücksichtigen. Sollten Ihnen bei Entscheidungen, die auf Basis dieser Publikation gefällt werden, irgendwelche Zweifel aufkommen, wenden Sie sich bitte an Ihre persönliche Anlageberaterin oder Ihren persönlichen Anlageberater. Die vorliegende Publikation ist nicht für die Verbreitung an oder die Nutzung durch Personen bestimmt, die Jurisdiktionen unterstehen, nach welchen die Verbreitung, Veröffentlichung, Bereitstellung oder Nutzung dieses Dokuments rechtswidrig ist, namentlich zufolge Nationalität, steuerlicher Ansässigkeit oder Wohnsitz. Darüber hinaus dürfen in dieser Publikation erwähnte Finanzinstrumente nicht Personen angeboten, verkauft oder ausgeliefert werden, denen dies – insbesondere aufgrund ihrer Nationalität oder Ansässigkeit – nicht erlaubt ist. Um Interessenkonflikte zu vermeiden, können wir Sie zu den Aktien der acrevis Bank AG nicht beraten. Ferner prüfen wir weder die Angemessenheit noch die Eignung dieser Aktien für Sie. Eine Haftung für allfällige Schäden, die direkt oder indirekt mit den vorliegenden Informationen zusammenhängen, ist ausgeschlossen. Wir weisen Sie darauf hin, dass es sich vorliegend um risikobehaftete Finanzinstrumente handelt, aus denen im schlimmsten Fall ein Totalverlust resultieren kann. Weitere Unterlagen (wie Risikobroschüre, Prospekte und/oder Basisinformationsblätter, sofern vorhanden) können Sie gerne bei uns beziehen.
invest 01 · 2025
15
Wir sind acrevis: Ihr verlässlicher Partner, wenn’s ums Anlegen geht. Eine moderne Bank mit einer langen Geschichte: Seit über einem Jahrzehnt ist die acrevis Bank für ihre Kundinnen und Kunden da – sie ist 2011 aus der Fusion der Bank CA St. Gallen und der swissregiobank entstanden. Die Wurzeln unserer Bank reichen aber über 150 Jahre zurück. Auf unsere Geschichte sind wir stolz und fühlen uns unserer Tradition auch heute noch in unserer täglichen Arbeit verpflichtet: Wir freuen uns, Ihre Bank fürs Leben zu sein – sicher, kompetent, unabhängig und leidenschaftlich.
Mit acht Standorten sind wir stark regional verankert und in St. Gallen (Hauptsitz), Gossau, Wil, Bütschwil, Wiesendangen, Rapperswil-Jona, Pfäffikon und Lachen stets nahe bei Ihnen. Unsere rund 180 Mitarbeitenden machen uns zur führenden Regionalbank in unserem Marktgebiet zwischen Bodensee und Zürichsee. Dabei werden wir von mehr als 11’000 Aktionärinnen und Aktionären getragen. Verantwortungsvolles Banking im Interesse aller Anspruchsgruppen, das ist unser Ziel. Dafür setzen wir konsequent auf eine umsichtige Risikopolitik und eine von klaren Werten geprägte Unternehmenskultur. Die Regelung der finanziellen Belange ist Vertrauenssache, davon sind wir überzeugt. Der Name acrevis ist an drei lateinische Wörter angelehnt, die unseren Leitsatz «Durch Vertrauen gestärkt» verkörpern: a|cre|vis (a – durch; cre – Vertrauen; vis – Stärke, Kraft). Sie haben Fragen oder ein individuelles Anliegen? Für weitere Informationen wenden Sie sich an unsere Expertinnen und Experten. Wir sind gerne für Sie da, denn kompetente Beratung und persönlicher Service liegen uns sehr am Herzen. Daher haben wir uns auch über die Ergebnisse der aktuellen Studie «Top-Banken 2025» der Handelszeitung und Statista gefreut: In einem Ranking auf Basis einer breit angelegten Kundenbefragung wurden rund 240 Schweizer Banken und 220 eigenständige Raiffeisenbanken beurteilt. Dabei hat die acrevis Bank in der Sektion «Service und Beratung» in der Kategorie «Privatkunden» auf dem 1. Rang abgeschlossen. Herzlichen Dank für dieses Vertrauen!
acrevis Bank AG Marktplatz 1 9004 St. Gallen Tel. 058 122 75 55 • info@acrevis.ch • acrevis.ch St. Gallen • Gossau SG • Wil SG • Bütschwil • Wiesendangen • Rapperswil-Jona • Pfäffikon SZ • Lachen SZ
Drucksache myclimate.org/01-24-928152