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acrevis invest, Ausgabe 3/18

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invest

03 2018

Ihre Anlageperspektiven

Gordischer Knoten

Was der Handelskonflikt fĂźr Anleger bedeutet


«Ein gordischer Knoten, in dem der eigene Kopf steckt, lässt sich auf die übliche Art nicht lösen.» Stanislaw Jerzy Lec (polnischer Lyriker)


Geschätzte Leserin, geschätzter Leser Der Ausdruck Gordischer Knoten bezeichnete ursprünglich kunstvoll verknotete Seile. Heute steht die Redewendung für ein schwer lösbares Problem. Laut Sage soll der Gordische Knoten 300 Jahre v.Chr. auf unterschiedliche Weise entwirrt worden sein. Mit einem Schwertschlag von Alexander dem Grossen oder doch mit seiner Schläue? Die Überlieferung erwähnt mit keinem Wort, ob Diplomatie oder überlegtes Handeln zur Lösung beitrugen. Voreilige Taten statt Worte, das schien schon in vorchristlicher Zeit eine gängige Devise für kurzfristige Lösungen zu sein. Das ähnelt stark der aktuellen Gangart in der Weltpolitik. Auch die Auseinandersetzungen im globalen Handelskonflikt scheinen vermehrt zu einem gordischen Knoten zu verkommen. Im aktuellen «acrevis invest» widmen wir uns dieser Thematik. Wir beleuchten verschiedene Sichtweisen und zeigen auf, was der aktuelle Handelskonflikt für Sie als Anlegerin oder Anleger bedeutet. Zudem analysieren wir aus ökonomischer Sicht, welchen Beitrag der globale Welthandel zum Wohlstand beigetragen hat und was letztlich auf dem Spiel steht. Ich freue mich, Ihnen eine weitere Ausgabe von «acrevis invest» zu präsentieren, und wünsche Ihnen eine spannende Lektüre. Der Vermögensaufbau in diesen sich wandelnden Zeiten gestaltet sich anspruchsvoll. Wir begleiten Sie gerne dabei. Sprechen Sie mit uns.

Freundlich grüsst Sie

Sandro Schibli Leiter Private Banking


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Gordischer Knoten

Chaos oder Neuordnung? Kein anderer Politiker bewegt die Weltbühne momentan mehr als Donald Trump. Vor allem seine Aussagen und Aktionen zum globalen Welthandel brüskieren andere Staaten und verunsichern Unternehmen und Anleger. Doch wie steht es konkret um den Welthandel und wieso ist dieser so relevant für den Wohlstand? Sind wirklich Ungleichgewichte auszumachen und wehren sich die USA zu Recht? Oder sind es doch mehr Machtspiele und eine Neupositionierung in Richtung multipolare Welt? Eine nüchterne ökonomische Analyse aus einem speziellen Blickwinkel schafft Klarheit.

von Alessandro Sgro

Noch vor zwei Jahren waren Begriffe wie CETA, TPP und TTIP in aller Munde. Sie sind Abkürzungen und stehen für Freihandel sowie die Senkung oder Abschaffung von Zöllen und Handelsrestriktionen. Spätestens nach der Wahl Donald Trumps zum 45. Präsidenten der USA drehte der Wind. Protektionismus hielt Einzug. Auch in Europa gewannen Globalisierungskritiker und Populisten an Fahrt. Doch trotz aller handelskritischen Stimmen sollte nicht vergessen werden, welche Errungenschaften, Güter und Dienstleistungen der weltweite Handel hervorgebracht hat. So geniessen wir heute Früchte, Gemüse, Gewürze oder auch Bekleidung und technische Geräte, die uns ohne einen Austausch nicht zur Verfügung stünden. Und der rege Handel ist auch keine Modeerscheinung des 21. Jahrhunderts. Der Mensch führte wohl schon zu Zeiten als Jäger und Sammler rege Handel. Nur schon um des nackten Überlebens willen wurden Fleisch, Beeren oder andere Esswaren geteilt. Als sich die Menschen später in Dörfern, Städten und Gemeinden niederliessen und organisierten, spezialisierte sich der Warenaustausch noch stärker. In der Folge und spätestens mit dem Beginn der industriellen Revolution wurden nicht mehr nur einzelne komplette Produkte vertrieben, sondern auch Hilfs- oder Halbfabrikate. Heute verkörpert wohl kein anderes Produkt die Per-


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Das Smartphone ist Sinnbild des heute erreichten Wohlstandes.

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fektion einer arbeitsteiligen und stark vernetzten Welt besser als das iPhone. Das Smartphone besteht aus verschiedensten Einzelteilen wie Bildschirm, Akku, Schrauben, Prozessoren und Speicherchips, die allesamt durch unzählige, ja Hunderte von Unternehmen über den ganzen Globus verteilt hergestellt und geliefert werden. Letztlich ist das populäre Smartphone Sinnbild des heute erreichten Wohlstands.

Komparativer Vorteil als Schlüssel Doch wie kam es zu dieser rasanten Entwicklung? Während zu Beginn das nackte Überleben im Zentrum stand, hielt später die Erkenntnis Einzug, durch eine gezielte Arbeitsteilung mehr erreichen zu können. Der renommierte schottische Ökonom Adam Smith beschrieb diesen Umstand 1776 in seinem Buch «Wohlstand der Nationen» mit einem Arbeiter, der täglich ein paar Stecknadeln herstellen konnte. Für diese Tätigkeit sind 18 verschiedene Arbeitsschritte notwendig. Wenn nun 18 Arbeiter nur jeweils einen dieser Arbeitsschritte ausführen, resultieren täglich mehrere Tausend solcher Stecknadeln. Die jeweiligen Arbeitsschritte zu teilen, ist ein Teil des Erfolgs. Ein weiterer entscheidender Faktor ist der sogenannte «komparative Vorteil». Das vom britischen Wirtschaftswissenschaftler David Ricardo in seinem 1817 veröffentlichten Buch «Principles of Political Economy and Taxation» entwickelte Prinzip steht für die Opportunitätskosten von zwei Produzenten. Also dafür, was aufgegeben werden muss, um etwas anderes zu erlangen. Der Produzent mit den niedrigsten Opportunitätskosten hat einen komparativen Vorteil bei der Herstellung eines Gutes. Letztlich spezialisiert sich jeder Produzent auf jenes Gut, bei dem er einen komparativen Vorteil hat. Das führt zu einer höheren Gesamtproduktion in einer Volkswirtschaft. Der Kuchen, der verteilt werden kann, wird grösser, womit es im Idealfall allen besser gehen soll. Die Werke und Theorien von Smith und Ricardo haben bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren und gelten als Basis der

Warenhandel in Mrd. USD zu laufenden Preisen

Grafik 1: Der Abbau von Handelshemmnissen führt zu rasantem Welthandel

20’000 18’000 16’000 14’000 12’000 10’000 8’000 6’000 4’000 2’000 0 1948 Afrika

1958 Amerika

Quelle: UNCTADstat, acrevis Asset Management

1968 Asien

1978 Europa

1988 Ozeanien

1998

2008


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Gordischer Knoten

modernen Volkswirtschaftslehre − vor allem aber für einen Handel ohne Beschränkungen, der insgesamt zu mehr Wohlstand führt.

Weltweit hat der Güterhandel seit 1960 um das 135-Fache zugenommen.

Handel bringt Wohlstand Der heutige Wohlstand kann einerseits mittels der hervorgebrachten Vielfalt an Produkten und Dienstleistungen veranschaulicht werden. Anderseits wird er ökonomisch durch das Bruttoinlandsprodukt BIP berechnet. Das BIP gibt den Gesamtwert aller Güter (Waren und Dienstleistungen) an, die während eines Jahres innerhalb der Landesgrenzen einer Volkswirtschaft als Endprodukte hergestellt werden. Die Kennzahl ist zwar umstritten, mangels plausibler Alternativen wird sie allerdings dennoch allgemein akzeptiert und gibt relevante Informationen über den Stand einer Volkswirtschaft. Um zu verstehen, woher die Wertschöpfung genau kommt und wer welchen Beitrag dazu geleistet hat, lässt sich das BIP in drei Komponenten aufteilen: Konsumausgaben, Investitionen und Aussenbeitrag. Während der Konsum und die Investitionen nach innen gerichtet sind, zeigt der Aussenbeitrag den Effekt der Handelstätigkeit auf. Denn der Aussenbeitrag ist nichts anderes als die Differenz von Import und Export. Weltweit hat der Güterhandel − gemessen an den Exporten − seit 1960 um das 135-Fache zugenommen und ist ein Motor des Wohlstands geworden. Das globale Bruttoinlandsprodukt nahm um das 58-Fache zu. Ein wesentlicher Faktor in dieser Zeit war auch der Abbau von Zöllen und der Abschluss von Freihandelsabkommen. Insgesamt sind die Industriezölle in diesen Jahren von früher durchschnittlich rund 40 % auf nur noch 4 % gefallen.

Indexierte Entwicklung

Der starke Zusammenhang zwischen Handel und Wohlstand konnte auch durch zahlreiche theoretische wie auch empirische Untersuchungen aufgezeigt werden. Unter anderem haben Wacziarg und Welch 2008 in einer Untersuchung für die Weltbank festGrafik 2: D er rege Welthandel hat einen wesentlichen Beitrag zum Wohlstand geleistet gestellt, dass Länder, die zwischen 1950 und 1998 ihren Aussenhandel 16’000 liberalisiert haben, im Schnitt ein um 1,5 % höheres Wirtschaftswachstum 14’000 ausweisen als Länder ohne Liberali12’000 sierung. Der Handel führt dabei nicht 10’000 nur zu höherem Wirtschaftswachs8’000 tum. Er fördert auch die effizientere Nutzung von Ressourcen und die 6’000 Verbreitung neuer Technologien. So 4’000 lässt sich zum Beispiel auch das im 2’000 Vergleich zu den Industrieländern 0 höhere Wirtschaftswachstum von 1960 1965 1970 1975 1980 1985 1990 1995 2000 2005 2010 2015 Schwellenländern wie China oder BIP Welt Warenexporte Welt Indien erklären. Quelle: UNCTADstat, Bloomberg, acrevis Asset Management


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Wohlstand für alle? Die zunehmende Globalisierung hat zwar zu mehr Wohlstand geführt, aber auch Verlierer hervorgebracht. Sie stehen dem Freihandel verständlicherweise oftmals sehr kritisch gegenüber. Populistische Politiker machen sich diese ungleiche Verteilung zunutze und versprechen mehr Wohlstand und Arbeitsplätze durch Abschottung − doch das ist ein Trugschluss. Denn meist ist es nicht die Globalisierung selbst, die Verlierer hervorbringt, sondern das Unvermögen der jeweiligen Staaten, für geeignete wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen zu sorgen. Schon Adam Smith hat sich mit dieser ungerechten Verteilung und mit dem Thema Armut beschäftigt. Es sind gerade Handelshemmnisse und Schutzzölle, die als gut gemeinter Schutz einer Branche schaden können. Leidet in einem Land eine Branche und die Landesregierung belegt ausländische Produkte mit einem Schutzzoll, so kann ökonomisch relativ einfach aufgezeigt werden, dass dies insgesamt zu einem Wohlfahrtsverlust führt. Ein Importzoll stellt wohl die heimischen Produzenten besser und bringt dem Staat zusätzliche Einnahmen. Allerdings geschieht das auf Kosten der Konsumenten. Letztlich verhindern solche Markteingriffe auch einen nötigen Strukturwandel. Denn die inländische Branche leidet unter den tiefen Weltmarktpreisen, weil andere Länder einen komparativen Vorteil in der Produktion haben.

Trump spielt den Schwarzen Peter dem Ausland zu.

Sind die USA ein «Globalisierungsverlierer»? Donald Trump ist im Wahlkampf angetreten mit dem Programm «Make America great again». Schon allein dieser Slogan suggeriert, dass in den USA etwas nicht mehr so richtig stimmt und die einstige stolze Weltmacht nur noch zweitklassig ist. Haben die Vereinigten Staaten von Amerika ihre langjährige Vormachtstellung in der Welt wirklich verloren? Nun, ein Blick auf relevante Zahlen sollte helfen, die Problematik einzuordnen. Mit einem Bruttoinlandsprodukt in der Höhe von 20,25 Bio. US-Dollar belegen die USA weltweit Platz 1. Betrachtet man zudem die Wettbewerbsfähigkeit, so belegen die USA auch hier den Spitzenplatz. Doch weshalb brüskiert Donald Trump so stark und prangert vor allem China und die EU derart vehement und zornig an? Die Antwort ist einfach: Die USA selbst haben massive strukturelle Probleme. Allen voran macht ihnen die hohe Staatsverschuldung zu schaffen. Ein Blick auf den Gini-Koeffizienten − ein statistisches Mass, um die Verteilung des Vermögens aufzuzeigen − zeigt zudem: Der Wohlstand in den USA ist extrem ungleich verteilt. Das Land ist entsprechend innenpolitisch stark gespalten. Doch Trump spielt den Schwarzen Peter dem Ausland zu. Insbesondere China und der EU wirft er unfairen Handel vor, der die amerikanische Wirtschaft schädige. Beide Regionen würden auf Kosten der USA leben. Als Argument zieht er immer wieder gerne das aus seiner Sicht massive Handelsbilanzdefizit heran. Die Handelsbilanz ist eine rechnerische Gegenüberstellung von Warenimporten und Warenexporten. Ist diese Bilanz negativ, so importiert ein Land mehr Waren, als es exportiert. Die Handelsbilanz an sich ist zwar eine wichtige volkswirtschaftliche Grösse. Sie ist aber nur ein Teil der übergeordneten Leistungsbilanz. Letztere sagt weit mehr über die Leistungsfähigkeit eines Landes aus. Denn neben Waren gibt es heute in modernen Volkswirtschaften eben auch Dienstleistungen und vor allem Kapitalströme. So stimmt es, dass die USA gegenüber dem Ausland im vergangenen Jahr ein Handelsbilanzdefizit aufwiesen − nämlich 811 Mrd. US-Dollar.


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Gordischer Knoten

Das ist eine sehr hohe Zahl. Allerdings weisen die USA Überschüsse im Dienstleistungshandel und bei Primäreinkommen auf. Mit der EU haben sie seit 2009 gar einen Leistungsbilanzüberschuss, da das Defizit im Güterhandel von Überschüssen bei Dienstleistungen und Vermögenseinkünften mehr als ausgeglichen wird. Eine genaue Analyse der US-Leistungsbilanz mit der EU zeigt, dass die USA und Europa insgesamt eine ziemlich ausgeglichene Zahlungsbilanz aufweisen. Die Betrachtung der einzelnen Grössen alleine und isoliert gegenüber einzelnen Ländern macht zudem keinen Sinn. Die Welt und vor allem die Wertschöpfungsketten wurden dermassen international und stark integriert. Letztlich gibt die Struktur der Leistungsbilanz mit all ihren Komponenten nur die ökonomische Verflechtung einer Volkswirtschaft wieder und ist ein Spiegelbild des komparativen Vorteils der jeweiligen Länder. So haben die USA einen deutlichen Vorteil im Dienstleistungshandel im Bereich IT, Finanzen sowie Unternehmensberatungen und Europa einen klaren bei klassischen Gütern wie Autos, Maschinen und weiteren Industrieprodukten. Die USA sind folglich kein Verlierer aufgrund der Globalisierung. Ihr Präsident verkennt nur mehr aktuelle ökonomische Strukturen und Zusammenhänge. Das Land hat es bis heute verpasst, auf diese Veränderungen mit einer adäquaten Wirtschaftspolitik zu reagieren. Notabene haben Industrieländer wie die USA generell mit ihrer jeweiligen Wirtschaftspolitik wesentlich dazu beigetragen, dass sich Produktionsstätten in andere Länder verlagert haben. So werden Kleider von Tommy Hilfiger oder Levi’s schon länger in Billiglohnländern wie China oder Bangladesch hergestellt. Dass diese Kleider dabei als amerikanische Produkte verkauft werden, ist irgendwie ironisch. Auch Donald Trumps Erfahrungen mit seinen im Wahlkampf eingesetzten Baseball-Mützen mit der Aufschrift «Make America great again» sollten ihm selbst zu denken geben. Angepriesen als amerikanisches Produkt, das in den USA mit einheimischen Vorprodukten hergestellt wurde, entpuppten sich die Mützen in Tat und Wahrheit zumindest bei einem Teil des Sortiments als «made in China».

In den USA zeigen sich die Folgen der jahrelangen Konsumfinanzierung auf Pump.

Hat Trump doch recht? Es ist ein Trugschluss, dem Ausland die Schuld für das eigene Defizit zu geben. Das chronische Leistungsbilanzdefizit der USA hängt viel stärker vom inländischen Spar- und Investitionsverhalten ab. Und hier sind die USA wahrlich kein Musterschüler. Hier zeigen sich die Folgen der jahrelangen Konsumfinanzierung auf Pump. Die Budgetlücke durch die jüngste US-Steuerreform wird die Abhängigkeit der USA von ausländischen Ersparnissen noch einmal erhöhen. Insofern muss man vor allem der US-Administration vorwerfen, selbst zu wenig zum Abbau der Handelsbilanzdefizite unternommen zu haben. Dennoch reagiert Trump zornig. Er droht regelmässig mit Zöllen und hat solche nun schon mehrfach verordnet. Diese Politik gleicht eher einer merkantilistischen Wirtschaftspolitik aus dem Mittelalter. Da galt es Exporte von Fertigwaren aktiv zu fördern und Importe zu hemmen. Ein führender Vertreter des Merkantilismus in England war der Ökonom Thomas Mun. Sein Thema lautete: «Make Britain


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great again», und seine Methoden: Zölle, Abschottung, Zuwächse auf Kosten der anderen. Das erinnert doch stark an die Politik Donald Trumps. Mit solchen protektionistischen Massnahmen behindert Trump heute aber einzig, dass sich Amerikaner auf die Herstellung von Produkten konzentrieren, bei denen sie besser sind als andere Länder. Ganz unrecht hat Trump dennoch nicht. Bei den Zöllen herrscht ein Ungleichgewicht. So belaufen sich die Einfuhrzölle der USA bei Einbezug aller Handelssparten im Durchschnitt auf 3,5 % und diejenigen der EU auf 5,2 %. Noch deutlicher ist die Differenz bei den Einfuhrzöllen zwischen den USA und China. China erhebt Einfuhrzölle von durchschnittlich fast 10 %. Dennoch sind Zölle das falsche Mittel. Das zeigen Theorie und Praxis sowie insbesondere die Entwicklung der Weltwirtschaft nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Weil in jener Zeit alles darangesetzt wurde, die Welt wieder friedlich zu einen, entstanden Institutionen wie das GATT (heute Welthandelsorganisation WTO) mit dem Ziel, Handelshemmnisse abzubauen. Paradoxerweise blockieren genau die USA die WTO seit Jahren − bereits unter Barack Obama. Die USA stellen deren Rolle komplett in Frage und drohen mit dem Austritt. Konkret blockieren sie das Berufungsgremium der WTO. Mit den Strafzöllen zielt US-Präsident Donald Trump direkt auf die Welthandelsorganisation. Doch lässt die WTO die USA gewähren, schwächt sie damit nicht nur sich selbst und den globalen Handel, sondern schafft vielmehr − noch schlimmer − einen Präzedenzfall. Hier ist eine Einigung der internationalen Staatengemeinschaft wichtiger denn je.

Zölle wirken wie eine Steuer und verteuern die Produkte.

Die Leidtragenden Aus ökonomischer Sicht sind Zölle in einer wirtschaftsfördernden Welt ein absolutes Tabu. Sie wirken wie eine Steuer und verteuern die Produkte. Die Konsumenten haben weniger Geld zur Verfügung und der Konsum geht insgesamt zurück. Das führt zu einem tieferen Wirtschaftswachstum, die Unternehmen erwirtschaften einen tieferen Umsatz und die Gewinne schrumpfen. Dadurch werden Investitionen zurückgefahren und weil die Unternehmen weniger Personal benötigen, führt das zu höherer Arbeitslosigkeit, was sich wiederum negativ auf den Konsum auswirkt. Ein Teufelskreis. Ein Wohlstandsverlust ist vorprogrammiert. Mit seiner teils chaotischen und wenig konsistenten Zollpolitik könnte sich Donald Trump letztlich ins eigene Fleisch schneiden. Er kolportiert zwar immer wieder sehr stolz, wie gut es der amerikanischen Wirtschaft laufe und wie viele Arbeitsplätze geschaffen worden seien. Doch hier spielen wohl mehr die Effekte der Steuerreform sowie die Vorarbeit seines Vorgängers Barack Obama eine Rolle. Das Beispiel von Harley-Davidson − einem uramerikanischen Produkt und über lange Jahre Sinnbild von Amerikas Stärke, Freiheitsgedanke und Ausstrahlung in die ganze Welt − zeigt, dass der Wind bald drehen könnte. Nach der Verordnung von Strafzöllen auf Stahl und Aluminium durch die USA verhängte die EU Gegenzölle unter anderem eben auf Motorräder von HarleyDavidson. Weil deren Kundschaft international und der Markt sehr wettbewerbs-


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Gordischer Knoten

intensiv ist, kann das Unternehmen die Preise schlecht erhöhen, was dazu führt, dass Arbeitsplätze in andere Weltregionen verlagert werden.

Die Schweizer Firmen spielen im internationalen Geschäft eine tragende Rolle.

Und die Schweiz? Die direkten Konsequenzen durch die Androhung von Strafzöllen durch die USA für die Schweiz sind weniger besorgniserregend als die indirekten. Gerade die Schweiz als kleine offene Volkswirtschaft ist sehr stark in die grenzüberschreitenden Produktionsprozesse eingebunden. Sie produziert und liefert sehr viele vorgelagerte Produkte und ist sehr abhängig vom globalen Handel. Das zeigt sich auch am eingangs erwähnten Beispiel des iPhones. Hier liefern einige Schweizer Unternehmen wichtige Bestandteile. So halten die Schrauben des Rheintaler Industrieunternehmens SFS das gesamte iPhone überhaupt zusammen. Das Gehäuse selbst und spezielle Innenteile werden dank Hochleistungskunststoffen der Ems-Chemie gefertigt. Neben grossen börsenkotierten Unternehmen spielen aber auch kleinere Unternehmen eine wesentliche Rolle. So liefert das Appenzeller Unternehmen kuk die Lautsprecherspulen im iPhone und sorgt dafür, dass eine Basisleistung − nämlich das Telefonieren − funktioniert. Die Schweizer Firmen spielen nicht nur beim iPhone, sondern generell im internationalen Geschäft eine tragende Rolle. Der Austausch mit der Welt hat in der Schweiz wesentlich zum heutigen Wohlstand beigetragen. Einerseits zeichnet sich die Schweiz durch ihre sehr innovativen und agilen Unternehmen aus. Andererseits zeigt die internationale Verflechtung die Bedeutung bilateraler Abkommen mit der EU oder anderen Handelspartnern. Wie wichtig für die Schweiz der Warenhandel mit der Welt ist, zeigt auch die Beziehung des Warenhandels im Verhältnis zum BIP. So beträgt dieses Verhältnis für die Schweiz über 80 %, wohingegen die USA oder China deutlich weniger vom Ausland abhängig sind. Sie leben mehr vom Binnenmarkt. Ironischerweise sind es genau diese beiden Staaten, die aktuell im Welthandel ihre Muskeln spielen lassen. Dabei sind Länder wie die Schweiz viel stärker abhängig.

Grafik 3: D ie Schweiz ist stark in den Welthandel eingebunden und davon abhängig 90 %

4’500

80 %

4’000

70 %

3’500

60 %

3’000

50 %

2’500

40 %

2’000

30 %

1’500

20 %

1’000

10 %

500

0%

– Schweiz

China

Warenhandel in % des BIP

Deutschland

Japan

USA

Warenhandel in Mrd. USD (rechte Skala)

Quelle: UNCTADstat, acrevis Asset Management

Eskaliert der Konflikt? Eine Beruhigung des Handelskonflikts wäre nicht nur für die Schweiz von zentraler Bedeutung, sondern auch für die Entwicklung der Weltwirtschaft und insbesondere für Unternehmen, Arbeitnehmer und Anleger. Solange Donald Trump die USA regiert, bleibt aber zu befürchten, dass der Handelskonflikt anhalten wird. Denn der aktuelle US-Präsident wird alles daransetzen, sein Programm durchzubringen. Trumps Glück ist zurzeit die hervorragende Verfassung der US-Wirtschaft. Doch je chaotischer der Handelskonflikt wird und je mehr Zölle verordnet werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Unternehmen unter dieser Politik leiden werden.


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Durch die Verordnung von immer neuen und höheren Zöllen steigt die Gefahr eines starken Inflationsanstiegs. Denn irgendwann können auch die agilsten Unternehmen ihre Produktionsprozesse und Produktivität nicht mehr so schnell anpassen und geben die Preisaufschläge an den Konsumenten weiter. Das führt schneller als erwartet zu höheren Zinsen. Im Kontext der ohnehin schon sehr hohen globalen Verschuldung ist das ein sehr explosives Szenario.

Keine Panik! Die Welt ist im Wandel und die Zusammenhänge sind ziemlich komplex. Es wird sich einiges ändern und wohl auch die Kräfteverhältnisse zwischen den Weltregionen. Das zeigen die bereits bestehenden aktuellen ökonomischen Strukturen. Der aktuelle Handelskonflikt ist eine Folge dieser Machtverschiebungen. Die USA werden ihre einstige Stärke nicht von heute auf morgen verlieren und neue Mächte wie China werden nicht plötzlich übermächtig sein. Es geht vielmehr in eine multipolare Weltordnung. Dabei verfügen die USA immer noch über wesentliche Vorteile wie den US-Dollar als heute noch alternativlose Weltwährung und zudem kontrollieren sie wesentliche Transportwege. Hier ist das Reich der Mitte erst in der Planungsphase.

Der aktuelle Handelskonflikt ist eine Folge der Machtverschiebungen.

So chaotisch und unkontrolliert der Handelskonflikt anmutet, könnte dieser letztlich auch dazu führen, dass die WTO grundlegend reformiert wird und es längerfristig doch zu einem weiteren Abbau von Handelshemmnissen kommt. Für Anleger gilt es in diesem länger anhaltenden Prozess die Geduld zu bewahren. Trotz der medial angsterzeugenden Schlagzeilen rund um den Handelskonflikt sind die Marktteilnehmer eher ruhig. Das zeigt ein Blick auf die Volatilität. Sie bewegt sich unter dem langfristigen Durchschnitt. Deshalb gilt es gerade für Anleger die Nerven zu behalten und den Fokus auf das langfristige Investieren zu setzen. Zentral ist dabei, in Unternehmen zu investieren, die über eine starke Marktstellung sowie über eine solide finanzielle Stabilität verfügen.

Grafik 4: Volatilität als Mass der Unsicherheit liegt unter dem langfristigen Durchschnitt 90 80 70

Indexstand

60 50 40 30 20 10 0 1990

1994

1998

2002 Volatilitätsindex

Quelle: Bloomberg, acrevis Asset Management

2006 Durchschnitt

2010

2014

2018


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Umsetzung

Anlageempfehlungen Im Folgenden stellen wir Ihnen Titel vor, die nach der bewährten «acrevis spektrum»Analyse ausgewählt worden sind und vom Handelskonflikt weniger betroffen sein sollten. Dazu gehören Unternehmen, die über eine starke Marktstellung verfügen, solide finanziert und stark im Dienstleistungsgeschäft sind. Während der Handelskonflikt zurzeit den Güterhandel betrifft, sind Dienstleistungen (noch) kein Ziel von Strafzöllen. Weitere Anlageklassen mit Realwertcharakter wie Immobilien und Edelmetalle verleihen dem Portfolio zusätzliche Stabilität. Aktien

Schindler

Givaudan

Valor 2’463’819

Einschätzung acrevis

Valor 1’064’593

Einschätzung acrevis

Währung CHF

spektrum

Währung CHF

spektrum

Branche Grundstoffe

Branche Industrie Kurs 228.00 KGV 22.03 Dividendenrendite

2.14 %

Rating

Kurs 2’332.00

Rating

Fundamental 3 ➚

KGV 22.74

Fundamental 3 ➚

Verhaltensbezogen 0 ➘

Dividendenrendite

Verhaltensbezogen 2 ➚

Altman Z-Score

4.63

Altman Z-Score Technisch 3 ➚

ROIC / KK

2.44

Gesamteinschätzung 6 ➚

Schindler gehört zu den global führenden Herstellern von Fahrtreppen, Aufzügen und Fahrsteigen. Im Angebot sind Personen- und Lastenaufzüge für Wohn- und Geschäftshäuser sowie Fahrtreppen für Bahnhöfe und Flughäfen. Neben der reinen Produktion hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren das wichtige und höhermargige Servicegeschäft erfolgreich auf- und ausgebaut. Die wesentlichen Treiber für Schindler sind die zunehmende Urbanisierung und die damit verbundene Verdichtung in den Städten. Da in den USA und Europa viele Anlagen in die Jahre gekommen sind, stehen hier vor allem Modernisierungsprojekte an. In den Schwellenländern hingegen ist der Bedarf an Neubauten sehr hoch. Ein hoher Auftragsbestand gibt gute Visibilität für dieses und das nächste Jahr. Schindler verfügt über komfortable Bilanzrelationen, ist solide finanziert und ein verlässlicher Dividendenzahler.

ROIC / KK

2.73 % 5.93

Technisch 3 ➚

1.85

Gesamteinschätzung 8 ➚

Givaudan ist im Geschäft mit Aromen und Duftstoffen führend. Weltweit gibt es wenige Unternehmen in diesem Bereich. Das Schweizer Unternehmen beliefert Hersteller von Körper- und Haushaltspflegeprodukten sowie Kunden aus dem Nahrungsmittel- und Getränkesektor. Das sind Branchen, die weniger konjunkturanfällig sind. Als Basiskonsumgüter sollten sie auch weniger vom Handelskonflikt betroffen sein. Aromen und Duftstoffe sind ein Wachstumsgeschäft, in dem sich wegen hohen Eintrittsbarrieren gute Margen erzielen lassen. Insbesondere in den Schwellenländern mit zunehmender Verstädterung und steigender Kaufkraft wird die Nachfrage ansteigen. Givaudan verfügt über eine starke Bilanz und zeigt ein sehr aktionärsfreundliches Verhalten.

Die Zahlen entsprechen dem Stand vom 7. September 2018.


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Aktien

Beiersdorf

SAP

Valor 324’660

Einschätzung acrevis

Valor 345’952

Einschätzung acrevis

Währung EUR

spektrum

Währung EUR

spektrum

Branche IT

Branche Konsum Kurs 98.02

Rating

Kurs 100.36

Rating

KGV 24.38

Fundamental 3 ➚

KGV 18.24

Fundamental 3 ➚

Dividendenrendite

Verhaltensbezogen 1 ➙

Dividendenrendite

Verhaltensbezogen 1 ➙

0.74 %

Altman Z-Score

7.14

Altman Z-Score Technisch 3 ➚

ROIC / KK

1.70

Gesamteinschätzung 7 ➚

Beiersdorf ist ein weltweit tätiger deutscher Konsumgüterkonzern. Unter anderem gehören Marken wie Nivea, Labello, Eucerin oder Tesa zum starken Produkteportfolio. Nivea ist dabei die bedeutendste und gleichzeitig auch älteste Körperpflegemarke der Welt. Unter der Marke Tesa werden Klebeanwendungen für industrielle Kunden und Endverbraucher entwickelt sowie vermarktet. Zukünftig möchte Beiersdorf vor allem vom starken Wachstum in den Schwellenländern profitieren. Hier ist der Wohlstand in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Damit steigt auch das Bedürfnis nach Sauberkeit und Hygiene.

ROIC / KK

1.55 % 7.77

Technisch 3 ➚

1.12

Gesamteinschätzung 7 ➚

SAP ist einer der grössten Anbieter von Unternehmenssoftware weltweit. Neben traditioneller Applikationssoftware, die Prozesse in Unternehmen und über Unternehmensgrenzen hinweg integriert, hat sich SAP vor einigen Jahren auch andere Softwaremärkte erschlossen. Die zunehmende Digitalisierung ist ein starker Wachstumstreiber. Vor allem der Umgang mit Daten. Hier investiert das Unternehmen stark in Cloud-Systeme, welche diese Daten speichern. Das Unternehmen ist dabei gut unterwegs. Während der Umsatz im vergangenen Jahr innerhalb der Erwartungen lag, überraschte SAP mit einem kräftigen Gewinnsprung.

Immobilien

Swisscanto Real Estate Fund IFCA FA CHF Valor 3’743’094

Fondsdomizil Schweiz

Währung CHF

Performance 3 J. p.a.

3.60 %

Kurs 126.5

Volatilität p.a. in %

8.21 %

TER

0.80 %

Aufgrund ihrer Widerstandskraft gegen Inflation sind Immobilienanlagen in Zeiten negativer Realzinsen attraktiv. In einem breit diversifizierten Portfolio tragen Immobilien zur Stabilität bei und liefern stabile Erträge. Der Swisscanto Real Estate IFCA investiert in Wohnliegenschaften in der Schweiz. Mit der regionalen und objektspezifischen Streuung reduziert sich das Risiko im Vergleich zu einer Investition in eine einzelne Liegenschaft.

Edelmetalle

ZKB Gold ETF AAH CHF Valor 13’910’160

Fondsdomizil Schweiz

Währung

Performance 3 J. p.a.

CHF (H)

Kurs 329.00 TER

0.40 %

Volatilität p.a. in %

0.46 % 13.58 %

Gold gilt in unsicheren Zeiten als Risikopuffer und bringt dem Portfolio Stabilität. Zurzeit verfehlt das Edelmetall seine Wirkung. Nach dem deutlichen Kursrückgang bietet sich aber ein günstiger Einstiegszeitpunkt. Mit dem ZKB Gold ETF lässt sich an der Wertentwicklung des Goldes partizipieren. Der Fonds ist stets zu 100 % mit dem physischen Edelmetall hinterlegt. Der Investor hat jederzeit die Möglichkeit, seine Anteile zu veräussern.


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Makro und Märkte

Sektorrotation Der anhaltende Handelskonflikt zwischen den USA und dem Rest der Welt bewirkt weiterhin keine grosse Delle in den Konjunkturdaten. Längerfristig könnte es bei einem sich weiter verschärfenden Konflikt nur Verlierer geben. Aktuell fehlen allerdings klare Indikatoren für eine Rezession und einen Bärenmarkt.

von Alessandro Sgro

Die globale konjunkturelle Verfassung ist zurzeit stark. Das zeigt sich an einem Wachstum der Unternehmensgewinne, das höher als erwartet ist. So haben speziell in den USA eine klare Mehrheit der Unternehmen bei den Gewinnen positiv überrascht, und zwar über fast alle Sektoren hinweg. Die US-Wirtschaft verzeichnete im zweiten Quartal das stärkste Wachstum seit vier Jahren. Dazu beigetragen hat auch die US-Steuerreform. Die Aussichten sind weiterhin vielversprechend. Auf Wachstumskurs bleiben ebenfalls die europäische und Schweizer Wirtschaft. Trotz aller positiven Meldungen von Seiten der Fundamentaldaten bleibt der politische Schattenwurf auf die Börse bestehen. Anleger werden vorsichtiger und wenden sich allmählich ab von Sektoren, die eine starke Entwicklung zeigten, und fokussieren eher auf defensivere Branchen. So verlieren Unternehmen aus dem IT- und Energiesektor an Schwung und Sektoren wie Konsumgüter oder Unternehmen aus dem Gesundheitssektor gewinnen relativ an Stärke. Die Rotation lässt sich anhand der Marktbreite klar aufzeigen. Der IT-Sektor bleibt zwar attraktiv. Aufeinanderfolgende marginale neue Höchstkurse mahnen jedoch dazu, in der Stärke Positionen abzubauen. Bei Energietiteln fehlen nach der starken Hausse die Treiber. Dagegen bieten Konsumgüter sowie Unternehmen aus dem Gesundheitsbereich Aufholpotenzial, zumal sich beide Sektoren länger schwach entwickelten. Speziell für Konsumgüter spricht, dass diese als Spätzykliker gelten. Insgesamt bleibt das grosse Bild positiv und vielversprechend. Die Wirtschaft läuft und die Frühindikatoren sind immer noch im Wachstumsbereich. Das spricht weiterhin für Aktienanlagen. Auch wenn es sich bei der aktuellen Aktienhausse um eine der längsten handelt und verschiedene Risiken bestehen, heisst das noch lange nicht das Ende. Im aktuellen Umfeld bleibt die Titelselektion allerdings zentral. Es empfiehlt sich auch ein antizyklisches Verhalten. Das heisst der Abbau von Risiken in Stärkephasen und der Aufbau bei übertriebenen Einbrüchen.


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invest  03 · 2018

Autoren

Sandro Schibli Leiter Private Banking

Alessandro Sgro Asset Management und Research

Sandro Schibli bringt über dreissig Jahre Erfahrung in der Anlageberatung mit. Als ausgewiesener Fachmann im Asset Management ist er Mitglied des Anlagekomitees. Sandro Schibli ist diplomierter Finanzanalytiker und Vermögensverwalter.

Alessandro Sgro ist bei acrevis zuständig für das Research und Advisory sowie für die Finanzpublikationen. Er verfügt über einen Masterabschluss der Universität Bern in Betriebs- und Volkswirtschaftslehre mit Vertiefung Corporate Finance und Finanzmarkttheorie.

Wissenswertes rund um Finanzthemen acrevis erstellt eine Reihe von Newslettern und Publikationen, um Sie über Anlage- und Finanzthemen zu informieren. Hier abonnieren: newsletter.acrevis.ch

Die Inhalte dieser Publikation entsprechen dem Stand vom 7. September 2018.

RECHTLICHE HINWEISE: Die Informationen in dieser Publikation wurden durch die acrevis Bank AG zusammengetragen und stammen aus Quellen, welche wir für zuverlässig erachten. Trotzdem können wir weder für ihre Vollständigkeit noch Richtigkeit garantieren. Dieses Dokument kann nicht die persönlichen Anlageziele und finanziellen Verhältnisse jedes Anlegers berücksichtigen. Sollten Ihnen bei Entscheidungen, die auf Basis dieser Publikation gefällt werden, irgendwelche Zweifel aufkommen, wenden Sie sich bitte an Ihren persönlichen Anlageberater. Wir weisen Sie darauf hin, dass Aktien und Optionsscheine risikobehaftete Finanzinstrumente darstellen, aus denen im schlimmsten Fall ein Totalverlust resultieren kann. Im Weiteren verweisen wir Sie auf unsere Risikobroschüre, die Sie jederzeit bei uns beziehen können.


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acrevis invest, Ausgabe 3/18 by acrevis Bank - Issuu