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acrevis invest, Ausgabe 01/22

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2022

Ihre Anlageperspektiven

Beständigkeit, Wachstum und Wettbewerbsstärke

Heimvorteil bei Finanzanlagen – der «Home Bias» auf dem Prüfstand acrevis spektrum®

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Gerade jetzt in Zeiten erhöhter Inflationssorgen ist die Fähigkeit eines Unternehmens, steigende Material- oder Lohnkosten über Preiserhöhungen an seine Kunden weiterzugeben, von entscheidender Bedeutung. Aussage aus dem Interview mit Francis Ellison, Produktspezialist bei Columbia Threadneedle Investments, zum Thema Home-Bias ¹, Interview auf Seite 10

¹  D er Begriff «Home Bias», übersetzt etwa «Heimatmarktneigung», bezeichnet die Tendenz von Investorinnen und Investoren, Geldanlagen auf dem Heimatmarkt in ihrem Portfolio überproportional zu gewichten.

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Geschätzte Leserin, geschätzter Leser Die Insel Schweiz, umgeben von Festland. Ein Widerspruch? Keinesfalls, denn unermüdlich hat sich die Schweiz einen Sonderstatus in einer sich weiter wandelnden Welt geschaffen. Und dies mitten in Europa. Getragen von unternehmerischer Flexibilität hat die Schweiz nichts an unternehmerischem Glanz eingeEine spannende und informative Lektüre wünscht Ihnen

büsst. Mit Beharrlichkeit verfolgen unterschiedlichste

Sandro Schibli Bereichsleiter Private Banking

sich von herausfordernden Rahmenbedingungen,

Unternehmungen ihre strategischen Ziele und lassen politischen Störmanövern oder unveränderter Stärke des Schweizer Frankens nicht unterkriegen. Daraus resultieren Referenzunternehmungen und Schwergewichte mit internationalem Massstab. Zur Freude der Schweizer und internationalen Anlegerinnen und Anleger. Für einmal wenden wir in unserem invest-Anlegermagazin unseren Blick fast ausschliesslich nach innen. Mit der Überzeugung, dass die Schweizer Unternehmungen auch im Anlagejahr 2022 ihre Akzente setzen werden, wünsche ich Ihnen einen schwungvollen Auftakt ins neue Jahr.

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Heimatliebe Erhöhtes Umweltbewusstsein, Deglobalisierungstendenzen, technologischer Fortschritt und vieles mehr – die Welt ist im Wandel. Das kann verunsichern, was die Sehnsucht nach Verlässlichkeit befeuert. Nicht im Sinne von Stillstand, sondern von Beständigkeit. Genau dies verspricht ein kleines Land im Herzen Europas, welches Schlüsseltechnologien für die Welt entwickelt und für Stabilität steht – genau: unsere Schweiz, allgemein bekannt für Präzisionsuhren, Käse und Berge. Abseits gängiger Klischees beschreiben die Attribute Beständigkeit, Innovation, Wachstum und Qualität die Schweiz wohl am besten. Es sind genau diese Eigenschaften, die man sich als Anlegerin oder Anleger von den investierten Unternehmen im eigenen Wertschriftenportfolio wünscht – insbesondere auch in Zeiten erhöhter Unsicherheit.

von Alessandro Poletti «Schuster, bleib bei deinen Leisten!» Rechtfertigt diese Lebensweisheit die Tatsache, dass sich viele Anlegerinnen und Anleger in ihren Portfolios auf den Heimmarkt fokussieren? Wie defensiv der Schweizer Aktienmarkt tatsächlich ist, was für einen Einfluss die Heimatliebe auf ein Wertschriftenportfolio hat und welche Schweizer Unternehmen über besondere Wettbewerbsvorteile verfügen, dies und mehr erfahren Sie in der vorliegenden Analyse. Die Trümpfe der Schweiz Die Schweiz zählt zu den erfolgreichsten und wohlhabendsten Ländern der Welt: Trotz des kleinen Binnenmarkts und des Fehlens natürlicher Ressourcen nimmt sie gemessen am Bruttoinlandsprodukt einen Platz unter den zwanzig grössten Volkswirtschaften der Welt ein. Funktionierende politische Institutionen, freies Unternehmertum und ein hochwertiges duales Bildungssystem sind nur einige der zahlreichen Bausteine, die dazu beitragen. Gemäss einer Studie des Beratungsunternehmens Deloitte hängt die aktuelle und zukünftige Wettbewerbsfähigkeit allerdings am stärksten von zwei Faktoren ab: politische Stabilität im Lande und Arbeitsmentalität der Beschäftigten.¹ Diverse Studien und Rankings stufen die Schweiz immer wieder als eines der

¹ Deloitte-Studie «Power Up Switzerland», Juni 2020 ²  IMD World Competitiveness Center, Results 2021 ³  European Commission, European Innovation Scoreboard 2021

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politisch stabilsten und risikoärmsten Länder weltweit ein, was unter anderem der Konkordanzdemokratie und dem starken Rechtsstaatsprinzip zu verdanken ist. Die helvetische Arbeitsmentalität wird nicht selten mit hoher Leistungsbereitschaft, Qualitätsorientierung und Detailgenauigkeit in Zusammenhang gebracht. Diese Attribute bestätigt auch das International Institute for Management Development (IMD): Die Schweiz wurde im World Competitiveness Ranking 2021 zum Sieger gekürt.² Es ist das erste Mal, dass sie in dieser Rangliste ganz oben steht, noch vor Schweden und Dänemark. Unser Land verfügt laut diesem Ranking über die weltbeste Infrastruktur. Punkten konnte die Schweiz zudem mit dem Zustand der öffentlichen Finanzen, dem institutionellen Rahmenwerk und der Finanzierungssituation für Unternehmen. Auch beim Thema Innovation hat die Schweiz einen Spitzenplatz inne: In einer Bewertung der EUKommission schlägt sie alle 27 EU-Staaten. Sie sei am attraktivsten, wenn es um gut ausgebildete Fachkräfte, Forschung, Digitalisierung oder Nachhaltigkeit gehe.³ Auf makroökonomischer Ebene lässt sich der Erfolg der Schweiz ebenfalls eindrücklich zeigen: In den letzten 50 Jahren, in welchen das Bruttoinlandsprodukt der Schweiz von


rund 124 Mrd. auf heute rund 730 Mrd. Franken anstieg, gab es lediglich acht Jahresperioden mit negativen BIP-Wachstumsraten. Wirklich einschneidend waren die Jahre 1975 (−7,3 %), 2009 (−2,2 %) und 2020 (−2,5 %), zurückzuführen auf die Öl- und Finanzkrise sowie den Ausbruch der Coronapandemie. Auslöser für die Rückgänge waren also primär globale Brandherde, nicht das Schweizer Wirtschaften an sich. Dass die Schweiz mit einer Rezession umgehen und diese relativ schnell wieder hinter sich lassen kann, hat sie im Pandemiejahr 2020 eindrücklich bewiesen und das Vorkrisenniveau als eine der ersten Nationen nach China wieder erreicht. Ganz über den Berg sind wir allerdings nicht, denn aus wirtschaftlicher (wie auch aus gesellschaftlicher) Sicht ist die Pandemie noch nicht gänzlich abgehakt. Einige Wirtschaftszweige leiden nach wie vor stark unter den Folgen. Der Schweizer Aktienmarkt und seine Besonderheiten Insgesamt steht die Schweizer Volkswirtschaft für Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit – treffen diese Eigenschaften auch auf den Schweizer Aktienmarkt zu?

Sobald die Unsicherheiten an den globalen Finanzmärkten zunehmen, sind Schweizer Börsenwerte wieder gefragt – dies war auch im vergangenen Jahr wieder zu beobachten. Dass die Schweiz bei der Wahl eines «sicheren Hafens» oft bevorzugt wird, hat verschiedene Gründe: So gelten der Franken seit jeher als harte Währung und der defensiv ausgerichtete Swiss Market Index (SMI) als Bollwerk in unsicheren Zeiten. Auch die Indexzusammensetzung auf Sektorebene spielt eine entscheidende Rolle: 60 % der Gewichtung stammen von Aktien aus den defensiven Sektoren Gesundheit und Basiskonsumgüter. Von den 20 im SMI enthaltenen Aktien machen die drei Kolosse Nestlé, Roche und Novartis satte 52 % der Gewichtung aus. Im mit 219 Aktien breiter aufgestellten Swiss Performance Index (SPI) stellen die drei Unternehmen rund 45 % der Marktkapitalisierung. Die nächsten 20 % werden durch weitere 7 Titel belegt. Auf die übrigen 209 Titel entfallen lediglich 35 % des gesamten Börsenwertes. Zwei Branchen, drei Unternehmen – nicht unbedingt das, was man unter Risikostreuung versteht.

Grafik 1: Sektorallokation Aktien Welt vs. Schweiz (SMI) Jährliche Sektorrendite (in CHF)* 7,8 %

Versorgung Immobilien

9,3 %

Energie

0,2 %

Kommunikationsdienste

10,7 %

Technologie

20,9 %

Zyklischer Konsum

16,1%

Industrie

11,6%

Grundstoffe

7,1%

Finanzwesen

11,6%

Basiskonsumgüter

9,3 %

Gesundheitswesen

14,2 % 0

10 SMI

20

30

40

50

Aktien Welt

Quellen : acrevis Investment Center

Wie sind die defensive Ausrichtung und die hohe Konzentration einzuordnen? Grundsätzlich gilt: Je ungleicher die Gewichte in einem Index verteilt sind, umso konzentrierter sind die Risiken. Es gibt aber auch Gründe, die für eine konzentrierte Zusammensetzung in der Schweiz sprechen. So wird beispielsweise eine Diversifikation durch die Internationalität der Unternehmen erlangt. In der obigen Tabelle sind die Konzentration respektive die Abweichung der Sektoren des SMIs gegenüber dem Aktien-Welt-Index deutlich erkennbar. Betrachtet man die durchschnittliche Rendite der Sektoren im Aktien-Welt-Index über die letzten 10 Jahre, fallen vor allem die hohen Renditen der Sektoren Technologie (+ 20,9 %), zyklischer Konsum (+ 16,1%) und Gesundheitswesen (+ 14,2 %) auf. Anlegerinnen und Anleger, die ausschliesslich Schwei­zer Aktien mit Fokus SMI im Depot halten, waren

* Weltweit über die letzten 10 Jahre per 30.09.2021

somit bei den ersten beiden stark untervertreten und partizipierten deutlich weniger an der hervorragenden Entwicklung. Hingegen führte das Untergewicht beim Energiesektor beispielsweise zu einem positiven Beitrag. Um die Ausrichtung und die hohe Konzentration zu beurteilen, sind die Rendite- und Risikozahlen in den vergangenen Jahren ausschlaggebend. Wie defensiv ist der SMI in der Realität – und hat diese Eigenschaft im Umkehrschluss zu einem Nachteil in Aufwärtsphasen geführt? Um diese Fragen im historischen Kontext zu beantworten, haben wir die Rendite und das Risiko (Volatilität) des SMIs gegenüber dem europäischen Eurostoxx 50 in ausgewählten Marktphasen untersucht:

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Gesamtrendite Dotcomblase ➘ Boomjahr 2005 ➚ Finanzkrise ➘ Boomjahr 2019 ➚ Coronapandemie ➘

Quelle: acrevis Investment Center

Volatilität

SMI

Eurostoxx 50 *

Differenz

SMI

Eurostoxx 50 *

−38,16 %

−47,97 %

9,81%

20,21%

25,39 %

35,92 %

26,12 %

9,80 %

9,37 %

11,91%

−53,10 %

−62,75 %

9,65 %

29,48 %

38,55 %

30,16 %

24,62 %

5,54 %

10,53 %

14,53 %

−26,72 %

−35,99 %

9,27 %

53,02 %

63,44 %

* in CHF | Zeiträume: Dotcomblase 2000 – 2001, Finanzkrise 2007 – 2009, Ausbruch Coronapandemie in Europa 2020

In der Tabelle sticht deutlich hervor, dass der SMI bei der Rendite in allen Phasen deutlich besser abgeschnitten hat. Der hiesige Aktienmarkt vermochte sich in Auf- und Abwärtsphasen durchzusetzen. Rechnet man den Währungseffekt mit ein, also die Veränderung des Euros in Franken, ändert sich das Bild nur in der Finanzkrise, wo der Euro stark an Wert eingebüsst hat. Beim zweiten Faktor, der Schwankungsbreite (Volatilität), bestätigt die Analyse die Hypothese: Der Schweizer Aktienindex ist klar defensiver als der europäische, und dies in allen fünf analysierten Marktphasen. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der SMI in den ausgewählten Marktphasen aus Sicht einer Schweizer Anlegerin oder eines Schweizer Anlegers die ansprechendere Gesamtrendite mit einer tieferen Schwankungsbreite (Volatilität) erzielt hat. Um die gestellten Fragen zu beantworten: Ja, der Schweizer Aktienmarkt schneidet auch in der Realität defensiver ab, und nein, dies war in Aufwärtsphasen kein Nachteil. Heimatland als Nabel der Welt Die sogenannte Heimatliebe existiert nicht nur in Bezug auf Menschen, Regionen oder Kulturen, sie ist auch am Finanzmarkt auf der ganzen Welt ausgeprägt. Dies belegt unter anderem eine Studie des weltweit zweitgrössten Vermögensverwalters Vanguard.¹ Der sogenannte «Home Bias» beschreibt die Tendenz von Anlegerinnen und Anlegern, überproportional in Wertpapiere von Unternehmen aus dem Heimatland zu investieren. «Bias» heisst auf Deutsch «Verzerrung», was bedeutet, dass Anlegerinnen und Anleger ihr Verhalten auf irrationale Gründe statt auf reine Fakten stützen. Damit steigt das Risiko im Portfolio. Gemäss den meisten Studien gewichten Anlegerinnen und Anleger einheimische Titel in ihrem Aktienportfolio im Schnitt mit 70 bis 100 % . Die Abweichung gegenüber dem Marktportfolio, welches in der Theorie als das effizienteste gilt, ist jedoch je nach Herkunftsland höchst unterschiedlich: Während der Schweizer Aktienmarkt nur gut 3 % der globalen Marktkapitalisierung darstellt, entfallen knapp 60 % auf US-

Unternehmen. Ein Schweizer Investor, der 70 % Schweizer Aktien im Portfolio hält, fährt demnach beim Rest der Welt ein Untergewicht von 67 % . Ein amerikanischer Investor ist bei analoger Ausgangslage hingegen nur 10 % untergewichtet. In der Lehre der verhaltensorientierten Finanzmarkttheorie, der sogenannten «Behavioral Finance», wird der «Home Bias» als einer der häufigsten Anlagefehler aufgeführt. Denn dies widerspricht der globalen Diversifikation, also einer breiten Streuung der Investitionen, um so die Portfolioeffizienz (Verhältnis zwischen Risiko und Rendite) zu verbessern – Stichwort «Nicht alle Eier in einen Korb legen». Das Phänomen ist längst nicht nur bei Kleinanlegerinnen und -anlegern zu beobachten, auch das durchschnittliche Portfolio institutioneller Investoren weist im Vergleich zum Marktportfolio eine signifikante Verzerrung in Richtung Heimat auf. Der Effekt wurde erstmals durch Kenneth French und James M. Poterba (1991) sowie Linda Tesar und Ingrid Werner (1995) beschrieben. Drei wesentliche Aspekte zur Begründung werden in der Literatur genannt: • Transaktionskosten: Eine Geldanlage im Ausland ist mit höheren Transaktionskosten verbunden. Diese zu vermeiden erhöht die Rendite der Geldanlage. Das gilt analog auch für die Doppelbesteuerung (Risiko bzw. zusätzlicher Aufwand durch ausländische Quellensteuern). • Informationsdefizite: Während Anlegerinnen und Anleger über die Unternehmen am Heimatmarkt relativ gut informiert sind und deshalb glauben, die Chancen und Risiken gut einschätzen zu können, fehlen ihnen diese Informationen bei Anlagen auf ausländischen Märkten. • Wechselkursrisiken: Nebst der Entwicklung des Wertpapierkurses beeinflussen auch Änderungen des Währungswechselkurses die Gesamtrendite einer Anlage. Dadurch erscheint eine Anlage im gleichen Währungsraum risikofreier.

¹ Vanguard, The Global Case for Strategic Asset Allocation and an Examination of Home Bias, August 2016

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Home Sweet Home

Prof. Dr. Enrico De Giorgi Professor für Mathematik an der Universität St. Gallen

Nicht alles nur auf ein Pferd setzen. Dieses altbekannte Prinzip wird Diversifizieren genannt und besagt, dass man nicht all seinen Wohlstand ein und derselben Gefahr aussetzen sollte. Vom Nobelpreisträger Harry Markowitz, dem Begründer der modernen Portfolio-Theorie, stammt das Zitat: «Diversification is the only free lunch in investing» (beim Investieren ist nichts gratis, ausser Diversifikation), und er spielt damit auf die Tatsache an, dass dieses Prinzip eine Reduzierung des Risikos erlaubt, ohne die erwartete Rendite zu beeinträchtigen. Sind in der Praxis die Strategien von Investoren tatsächlich gut diversifiziert, in anderen Worten, breit gefächert? Wir kennen inzwischen umfangreiche empirische Evidenz dafür, dass dies meist nicht der Fall ist, weder für den individuellen Privatanleger noch für den erfahrenen, professionellen Investor. Der Home Bias, d. h. die ausgeprägte Konzentration auf heimische Wertpapiere, ist vermutlich das am besten dokumentierte Beispiel fehlender Diversifizierung in Portfolios weltweit und lässt sich auch bei Schweizer Anlegern nachweisen. Doch woher kommt der Home Bias? Und lässt sich eine Investorin oder ein Investor tatsächlich viel entgehen, wenn sie oder er das eigene Portfolio nicht (ausreichend) international diversifiziert? Ob sich die Analyse von Prof. Dr. Enrico De Giorgi zu diesen spannenden und für Anlegerinnen und Anleger höchst relevanten Fragen mit unseren eigenen Ergebnissen im vorliegenden «invest» deckt, erfahren Sie in seinem ausführlichen Fachbericht, den Sie direkt über den nebenstehenden QR-Code aufrufen können.

Im Praxistest halten allerdings zwei der drei Begründungen nur bedingt stand: Eine mögliche Informationsasymmetrie kann mit Expertinnen und Experten überwunden werden und das Währungsrisiko lässt sich effizient eliminieren. Zusätzlich ist die Handelbarkeit an ausländischen Börsen oftmals besser, und das Risikomanagement ist aufgrund vielfältigerer und liquiderer derivativer Finanzinstrumente für Auslandaktien einfacher. Eine viel zentralere Rolle für das Bevorzugen von Inlandpapieren spielen unseres Erachtens die verhaltensökonomischen Aspekte, sprich ein verstärktes Sicherheits- und Vertrauensgefühl durch geografische Nähe, die besagte vermeintlich bessere Marktkenntnis oder ein genereller Renditeoptimismus für den Heimmarkt. Kann die Schweiz der Home-Bias-Theorie trotzen? Wie bereits erwähnt gilt der Home Bias in der Lehre als Anlagefehler, weshalb kategorisch davon abgeraten wird. Trotzdem gibt es Anzeichen, dass die Heimatliebe vor allem für Schweizer Anlegerinnen und Anleger durchaus berechtigt ist. Diesem Widerspruch gehen wir in der folgenden Ana-

lyse mittels drei Muster-Portfolios und deren Rendite-RisikoKennzahlen auf den Grund. Die Betrachtung einer möglichst langen Periode (15 Jahre), in welcher diverse ökonomische Szenarien auftraten, lässt einige aussagekräftige Schlüsse zu. Die drei Muster-Portfolios setzen sich wie folgt zusammen: ¹ Portfolio «Schweiz»: 50 % Aktien Schweiz 50 % Obligationen Schweiz Portfolio «Ausgewogen» (50 % Schweiz / 50 % Global): 25 % Aktien Schweiz 25 % Aktien Welt 25 % Obligationen Schweiz 25 % Obligationen Welt Portfolio «Global»: 50 % Aktien Welt 50 % Obligationen Welt

¹  A ktien Schweiz: Swiss Performance Index (SPI), Aktien Welt: MSCI All Country World Index, Obligationen Schweiz: Swiss Bond Index AAA–BBB, Obligationen Welt: Barclays Global Aggregate Bond Index

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Renditeanalyse • Über 15 Jahre hinweg besetzt das Portfolio «Schweiz» mit einer Gesamtrendite ¹ von + 8 3,2 % den Spitzenplatz, 4,6 % respektive 7,5 % vor den Portfolios «Ausgewogen» und «Global». • Entsprechend schneidet das Portfolio «Schweiz» auch am erfolgreichsten bei der durchschnittlichen Rendite pro Jahr ab, nämlich mit + 4 ,2 % gegenüber + 4 ,0 % und + 3,9 % .

• Auffallend ist, dass sich der Renditevorsprung des Portfolios «Schweiz» in den letzten vier von sechs Jahren verschmälert hat. Speziell schwach war das Jahr 2016, weil der im Schweizer Portfolio nicht vertretene Energiesektor stark zulegen konnte. • Deshalb wendet sich das Blatt bei der Betrachtung der kürzeren Zeiträume von 3, 5 und 10 Jahren: Das Portfolio «Global» schlägt die anderen beiden Portfolios in allen Perioden.

Grafik 2: Gesamtertrag

200 175

Indexiert

150 125 100 75 50 2007

2008

2009

2010

Portfolio «Schweiz»

2011

2012

2013

Portfolio «Ausgewogen»

2014

2015

2016

2017

2018

2019

2020

2021

Portfolio «Global»

Quelle: acrevis Investment Center

29.12.2006 – 3 0.09.2021, Rebalancing bei Abweichung zur Sollquote von 10 %

Risikoanalyse • Nicht überraschend sticht das Portfolio «Schweiz» bezüglich Volatilität (Risiko) positiv heraus. Mit einer durchschnittlichen Schwankungsbreite von 8,4 % pro Jahr seit Beginn der Periode wird die Defensivität der Schweizer Anlagen erneut bestätigt. Das Portfolio ist deutlich robuster als das ausgewogene (9,4 %) und signifikant weniger volatil als das globale Portfolio (12,1%).

• Dasselbe Bild zeigt sich auch über die Perioden 3, 5 und 10 Jahre. • Diese Erkenntnisse lassen sich ebenfalls auf eindrückliche Weise aus der nachfolgenden Grafik ablesen, welche die maximalen Verluste der drei Portfolios ausweist.

Grafik 3: Maximaler Wertverlust

0% -5% -10 % -15% -20 % -25% -30% -35% 2007

2008

2009

Portfolio «Schweiz»

2010

2011

Quelle: acrevis Investment Center ¹  Wertsteigerung inkl. reinvestierter Ausschüttungen

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Portfolio «Ausgewogen»

2013

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Portfolio «Global»

29.12.2006 – 3 0.09.2021, Rebalancing bei Abweichung zur Sollquote von 10 %


Risikoadjustierte Rendite • Um die Kombination von Rendite und Volatilität (Risiko) zu beurteilen, ziehen wir die Sharpe Ratio bei. Sie misst die Überschussrendite eines Portfolios pro Risikoeinheit und zeigt so die risikoadjustierte Rendite. Auf diese Weise gibt sie Aufschluss darüber, wie ein bestimmtes Anlageresulat unter Berücksichtigung des eingegangenen Risikos zu beurteilen ist. Kurz gesagt gilt: Je höher die Sharpe Ratio, desto besser. • Zu den Resultaten: Die Reihenfolge ist analog zu derjenigen der Volatilität. Das Portfolio «Schweiz» erzielt die ansprechendste Ratio mit 0,50. Mit einem Wert von 0,32 schneidet vor allem das Portfolio «Global» eher schwach ab. Das Portfolio «Ausgewogen» findet sich in der Mitte wieder mit einem Wert von 0,43. Das Fazit unserer Analyse: Über die gesamte Periode trotzt das Schweizer Portfolio der Home-Bias-Theorie eindeutig. Rendite und Risiko sowie die Kombination der beiden Kennzahlen sprechen für die Fokussierung und die Übergewichtung des Schweizer Aktien- und Obligationenmarktes. Ist eine internationale Diversifikation für Schweizer Anlegerinnen und Anleger also überflüssig? Nein, ist sie nicht. Die Erkenntnis, dass das globale Portfolio über die kürzeren Zeiträume die Nase vorne hat, zeigt deutlich auf, dass es weder richtig noch falsch gibt. Das Resultat hängt – wie so oft – von diversen Parametern ab. Welcher Zeitraum wird beispielsweise betrachtet? Und bei welcher definierten Schwelle wird die Wiederherstellung der Allokation (Rebalancing) getätigt? Strukturelle Aufwertung Nebst der Regionen- und Sektorenallokation ist der Umgang mit Währungsrisiken ebenfalls essenziell. Laut einer Studie der Universität St. Gallen ¹ hatten Fremdwährungsrisiken zwar im globalen Durchschnitt kaum einen Einfluss, waren allerdings für Schweizer Anlegerinnen und Anleger in der Vergangenheit von elementarer Bedeutung: Während andere Währungen in Phasen erhöhter Nervosität und Krisenzeiten unter Druck geraten, dient der Franken als Fluchtwährung und bleibt robust. Folglich fliesst viel ausländisches Kapital in frankenbasierte Anlagen. Aufgrund dieser hohen Zuflüsse wertet die helvetische Währung seit Herbst 2007 strukturell auf. Die im Vergleich tiefen Inflationsraten unterstützen diesen Trend, denn die Frankenaufwertung schützt vor Inflationsdruck, da die Importe tendenziell günstiger werden. Seit Ende 2007 beläuft sich der Wertzuwachs des Frankens gegenüber dem Euro auf rund 35 % , gegenüber dem britischen Pfund und der norwegischen Krone sogar auf rund 44 respektive 49 % . Selbst andere ebenfalls als Krisenwährungen angesehene Valuten wie der japanische Yen und der US-Dollar büssten zum Franken je rund 18 % ihres Wertes ein. Währungsrisiken durch den Home Bias eliminieren? Essenziell sind die Währungsrisiken darum, weil sie sich unmittelbar auf die Anlageerträge auswirken. So müsste beispielsweise der Kursgewinn einer norwegischen Aktie seit

Ende 2007 bei über 49 % liegen, um nur den Währungsverlust wettzumachen. Kann also eine Schweizer Investorin oder ein Schweizer Investor das Währungsrisiko respektive die Währungsschwankungen durch einen ausgeprägten Home Bias im Portfolio eliminieren? Nein, nicht ganz, denn viele an der Schweizer Börse kotierte Unternehmen weisen eine ausserordentlich hohe Präsenz im Ausland auf: Die Unternehmen im SMI erzielen im Durchschnitt rund 88 % ihres Umsatzes im Ausland. Mit Fixkosten in Franken schlagen sich die Währungseffekte ebenfalls in der Performance nieder und äussern sich direkt im Konzernergebnis der Unternehmen. Schwächt sich der Euro ab, so schmälert dies in der Konzernkonsolidierung den in Franken rapportierten Gewinn aus der Eurozone. Dass sich dies kurzfristig in den Aktienkursen niederschlagen kann, war beispielsweise nach der Aufhebung des Euro-Franken-Mindestkurses im Jahr 2015 zu beobachten: Der Euro wertete zum Franken um 19 % ab und der SMI verlor spiegelbildlich 14 % . Über längere Zeiträume gesehen können Unternehmen die unterschiedlichen Währungsentwicklungen in den eigenen Büchern jedoch gut bewältigen. Der Währungseffekt verliert darum bei langfristiger Betrachtung von Aktienanlagen an Bedeutung. Möchte man Währungsrisiken vollständig aus dem Portfolio verbannen, müssen sich die Engagements auf Unternehmen beschränken, die hauptsächlich in der Schweiz tätig sind und ihren Umsatz primär im hiesigen Markt erwirtschaften. In diesem Fall sind die Währungsschwankungen kein Thema mehr. Ein anderer Aspekt tritt dann allerdings in den Vordergrund: das Erzielen einer ausreichenden Diversifikation.

Ein Graben zum Schutz der Wettbewerbsvorteile Entscheidet man sich für den Fokus Schweiz, muss bei der Selektion der Einzelaktien strukturiert vorgegangen werden. Einen Ansatz bietet die Selektion nach der Grösse des sogenannten «ökonomischen Grabens» oder «Economic Moat». Der erfolgreiche Value-Investor Warren Buffett hat diesen Begriff geprägt. Dieser beschreibt die Fähigkeit eines Unternehmens, Wettbewerbsvorteile gegenüber seinen Konkurrenten aufrechtzuerhalten, um langfristig Gewinne und Marktanteile zu schützen – genau wie bei einer mittelalterlichen Burg: Der Wassergraben diente dazu, die Bewohnerinnen und Bewohner der Festung sowie ihre Reichtümer vor Angriffen von aussen zu schützen. Nach Ansicht des amerikanischen Analyseunternehmens Morningstar ist ein Unternehmen mit einem soliden wirtschaftlichen Burggraben über einen langen Zeitraum in der Lage, eine Kapitalrendite über den Kapitalkosten zu erwirtschaften. Nachhaltige Burggräben können auf fünf Quellen zurückgeführt werden: immaterielle Vermögenswerte (Marken, Patente etc.), Kostenvorteile (u. a. Skaleneffekte), Umstellungskosten (Schutz vor Produktewechsel), Netz-

¹  Diss. of the University of St. Gallen, Essays in Equity Portfolio Management, J. Agnesens, Mai 2014

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Vier Fragen an Francis Ellison Im Bereich der kleineren Unternehmen in Europa setzen wir bei acrevis in der Vermögensverwaltung seit Längerem auf die Expertise von Columbia Threadneedle. Wie sie mit der Thematik der Heimatliebe umgehen und wieso die Schweizer Unternehmen Belimo und VAT auch bei ihnen im erfolgreichen europäischen Aktienfonds

Die Heimatliebe der Anlegerinnen und Anleger an den Finanzmärkten ist seit Jahren nachgewiesen und fest verankert. Wo sehen Sie die Hauptgründe für diese Neigung und die damit einhergehende Verzerrung in den Wertschriftenportfolios? Es kann sein, dass gewisse Manager dazu neigen, die heimischen Märkte zu bevorzugen, weil sie die Unternehmen vor Ort besser kennen. Wir beobachten dies bei einigen unserer Mitbewerber. Wir bei Threadneedle arbeiten nicht nach diesem Prinzip, in keiner der Anlageklassen.

ganz vorne mit dabei sind, erfahren Sie im folgenden Experteninterview.

Francis Ellison Produktspezialist bei Columbia Threadneedle Investments

Sie sind bereits seit 39 Jahren in der Finanzbranche tätig und konnten somit Ihre Erfahrungen mit dem Phänomen der Heimatliebe machen. Entsprechend die Frage: Ist der Home Bias in Ihren Augen gerechtfertigt? Unser Ansatz ist rein Bottom-up – also von unten nach oben, wir schauen zuerst die Unternehmen an, unabhängig von ihrem Markt. In der Regel gibt es keine geografischen Hürden, um die besten Unternehmen zu finden. Wir haben also keine Voreingenommenheit für oder gegen ein bestimmtes Land oder insbesondere gegenüber den dort ansässigen Unternehmen. Generell erkennen wir keine Rechtfertigung für einen Home Bias. Unsere Hauptaufgabe liegt darin, Mehrwert für unsere Kunden zu schaffen. Wir sehen keinen Grund, wie uns die Neigung zu heimischen Märkten dabei helfen könnte. In Ihrem Fonds setzen Sie ein erhöhtes Gewicht auf helvetische Aktien. Belimo und VAT sind unter anderem stark vertreten. Wie begründen Sie die Positionierung der Schweiz und konkret die von Belimo und VAT? Unsere Positionierung in der Schweiz basiert ebenfalls auf Bottom-up-Kriterien. Die Fähigkeit, gute Unternehmen mit starken Geschäftsmodellen zu finden, zeichnet uns aus. VAT und Belimo sind hervorragende Beispiele dafür. VAT hat einen starken und wachsenden Anteil in einem spannenden und schnell wachsenden Markt. Das Unternehmen hat bewiesen, dass es in der Lage ist, Probleme in der Lieferkette zu lösen und steigende Kosten an seine Kunden weiterzugeben. Auch die Prognosen für zukünftige Erträge sind vielversprechend. Ähnliches bei Belimo: Sie befinden sich in einer starken Position, mit einem hohen Marktanteil und einer Produktlinie, die von den Bestrebungen nach umweltfreundlicheren Gebäuden profitiert. Die Zuverlässigkeit der Produkte in dieser Branche ist von zentraler Bedeutung. Dies ermutigt die Kunden, sich auf langjährige Lieferanten mit gutem Ruf zu verlassen. Wir bei acrevis achten bei der Aktienauswahl unter anderem auf den ökonomischen Graben («Economic Moat»), also die Fähigkeit eines Unternehmens, Wettbewerbsvorteile gegenüber seinen Konkurrenten aufrechtzuerhalten, um die langfristigen Gewinne und Marktanteile zu schützen. Nach welchen Prinzipien wählen Sie bei Columbia Threadneedle die Aktien aus? Auch wir verwenden das Modell des ökonomischen Burggrabens. Wir sind der Meinung, dass dies ein starkes Instrument ist, um Unternehmen zu analysieren und erfolgreiche Geschäftsmodelle zu identifizieren, damit wir in aussergewöhnliche Unternehmen investieren können. Wir verwenden zusätzlich das Modell der fünf Kräfte von Michael Porter (Harvard), mit dem wir die Preissetzungsmacht bewerten können. Gerade jetzt in Zeiten erhöhter Inflationssorgen ist die Fähigkeit eines Unternehmens, steigende Materialoder Lohnkosten über Preiserhöhungen an seine Kunden weiterzugeben, von entscheidender Bedeutung. Die Kombination der beiden Modelle ist der grundlegende Prozess, der unsere langfristig erfolgreiche Performance unterstützt hat. Wir verwenden beide Modelle seit etwa zwanzig Jahren.

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werkeffekte und Grösse. Die Amerikaner haben hierfür ein dreistufiges Bewertungssystem entwickelt, um die Haltbarkeit der Gräben zu beurteilen. Die Bewertung «no moat» steht für ein ungeschütztes Geschäftsmodell, bei einem «narrow moat» sollte der Graben zehn bis zwanzig Jahre überdauern, bei einem «wide moat» noch länger.

Solche Gräben stellen einen weiteren Grund für den Erfolg der Schweiz dar: In unserer Unternehmenslandschaft gibt es eine Vielzahl an Unternehmen mit einem «wide moat», also einem breiten Graben. Wir haben drei börsenkotierte Unternehmen mit besonders breiten Gräben identifiziert, die für Sie als Anlegerinnen und Anleger als Umsetzungsideen dienen:

Belimo (Valor 110109816) • Nischenanbieter im Bereich intelligente Steuerung von Gebäudetechnik, der sich durch hohen technologischen Standard sowie Innovationskraft auszeichnet. • Urbanisation, Klimawandel und Digitalisierung als starke Wachstumstreiber. • Verfügt über eine starke Bilanz, eine hohe Preissetzungsmacht und erwirtschaftet eine Kapitalrendite über den Kapitalkosten. • Ansprechende Marge (≈ 23 %) • Thema Lieferketten: Keine fundamentalen Veränderungen in den nächsten Jahren bei den Zulieferern respektive den Lieferketten.

VAT (Valor 31186490) • Marktführerschaft in attraktivem Nischenmarkt (Herstellung von Vakuumventilen, Mehrventilmodulen und Metallbälgen) mit hohen Eintrittsbarrieren dank technologischem Vorsprung. • Disziplinierte Kapitalallokation (Fokus auf organisches Wachstum und hohe Rendite auf dem eingesetzten Kapital). • Hoher Anteil an kundenspezifischen Produkten und Patenten erlaubt attraktive Margen (≈ 34 %). • Thema Lieferketten: Starke Bewältigung der Herausforderungen in der Halbleiterindustrie.

EMS-Chemie (Valor 1644035) • Fokussierte Nischenstrategie mit Schwerpunkt hochwertige innovative Polymerlösungen. • Starke Bilanz mit hoher Nettoliquidität sowie überdurchschnittlicher und verlässlicher Dividendenzahlung. • Starke Erfolgsbilanz in Bezug auf Produktinnovation, Kostendisziplin und Kapitalallokation. • Hohe Marge (≈ 32 %) • Thema Lieferketten: Die kontinuierlich ausgebaute Produktionskapazität und lokalen Lager sichern jederzeit die Lieferfähigkeit aller EMSGesellschaften.

Was bedeutet das für Sie als Anlegerin und Anleger? Die Analysen zum Schweizer Leitindex SMI und zu den drei unterschiedlichen Muster-Portfolios haben verdeutlicht, dass die Neigung zu heimischen Anlagen für Schweizer Anlegerinnen oder Anleger nicht falsch sein muss. Im Gegenteil: Im betrachteten Zeitraum von 15 Jahren war die Verzerrung sogar förderlich. Unter anderem dank des starken Frankens gelang es, ein besseres Rendite-Risiko-Verhältnis zu erzielen. Den Home Bias per se zu verschmähen wäre demnach töricht. Natürlich handelt es sich nicht um ein garantiertes Erfolgsrezept, denn die bisherige Kursentwicklung ist kein Garant für die zukünftige Entwicklung. Für eine internationale Ausrichtung sprechen sodann die bessere Sektordiversifikation und die Tatsache, dass sich das Blatt in den kürzer zurückliegenden Zeiträumen zugunsten der globalen Ausrichtung gewendet hat. Letzteres unterstreicht auch die Wichtigkeit des Anlagehorizontes. Zusätzlich belegt das Experteninterview, dass professionelle Investoren nicht auf Regionen oder ihre Heimmärkte setzen, um die besten Unternehmen zu identifizieren. Sie achten vielmehr auf andere Aspekte wie den ökonomischen Graben oder die Preisset-

zungsmacht. Egal ob ein auf die Schweiz fokussiertes, ein ausgewogenes oder ein globales Portfolio, eines haben alle drei gemeinsam: Die Streuung der jährlichen Rendite nimmt mit zunehmendem Anlagehorizont deutlich ab. Wie bereits in der Analyse erwähnt, gibt es insgesamt weder richtig noch falsch. Wichtig ist, dass sich Anlegerinnen und Anleger mit dem gewählten Ansatz wohl fühlen. Der sprichwörtlich «ruhige Schlaf» soll im Vordergrund stehen. Mit dem Fokus auf Schweizer Anlagen fahren Anlegerinnen und Anleger diesbezüglich gut, solange innerhalb des Landes sinnvoll diversifiziert und auf Unternehmen mit langfristig geschützten Wettbewerbsvorteilen gesetzt wird. Mit der acrevis invest Vermögensverwaltung bieten wir Ihnen als Anlegerin und Anleger eine Vielfalt an professionellen Umsetzungsmöglichkeiten, mit denen Sie bestimmt ruhig schlafen. Worin sich die verschiedenen Mandatslösungen unterscheiden und welche spezifischen Vorteile sich Ihnen bieten, erfahren Sie auf den folgenden Seiten.

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Umsetzungsideen acrevis Vermögensverwaltung acrevis invest expert Schweiz (Mandat 50/50) ¹ Eckdaten

170

• Investitionsfokus auf die Schweiz

160

• Alle Anlagen in CHF

150

• All-in-Fee: 1,25 % 2

140 130

Kennzahlen

120

• Rendite seit Lancierung: 50,9 %

110

• Ø jährliche Rendite: 7,3 %

100

• Ø Volatilität: 7,4 %

90 80 Dez 15 Jun 16 Dez 16 Jun 17 Dez 17 Jun 18 Dez 18 Jun 19 Dez 19 Jun 20 Dez 20 Jun 21

Anlageklassen

Währungen

Märkte

Aktien 42 % Obligationen 30 % Alt. Anlagen 18 %

Schweiz 80 %

CHF 100 %

Global 20 %

Immobilien 5 % Liquidität 5 %

acrevis invest expert Global (Mandat 50/50) ¹ Eckdaten

150

• Globale Investitionen

140

• A nlagen in den Hauptwährungen CHF, USD und EUR

130

• All-in-Fee: 1,25 % 2

120 110

Kennzahlen

100

• Rendite seit Lancierung: 38,7 % • Ø jährliche Rendite: 5,8 %

90

• Ø Volatilität: 7,1%

80 Dez 15 Jun 16 Dez 16 Jun 17 Dez 17 Jun 18 Dez 18 Jun 19 Dez 19 Jun 20 Dez 20 Jun 21

Anlageklassen

Währungen

Märkte

Aktien 42 %

Schweiz 46 %

Obligationen 30 %

CHF 69 %

Global 28 %

Alt. Anlagen 18 %

USD 19 %

USA 11%

Immobilien 5 %

EUR 12 %

Europa 12 %

Liquidität 5 %

¹  5 0 % Sicherheitsanlagen (Obligationen und defensive alternative Anlagen wie Wandelobligationen) /50 % Risikoanlagen (Aktien, Rohstoffe und Edelmetalle), Aufteilung individuell definierbar, Performance seit Lancierung 2016 ²  Mit Beispielsumme von CHF 500’000 (variiert je nach Investitionsvolumen und Grösse des Risikoteils)

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Schwellenländer 3 %


acrevis invest expert Online

acrevis invest expert Nachhaltigkeit

Eckdaten

Eckdaten

• Globale Investitionen mittels Kollektivanlagen (Fonds)

• Investiert im Rahmen der ESG-Nachhaltigkeitskriterien

• Anlagen in den Hauptwährungen CHF, USD und EUR

in umwelt- und sozialverträgliche Anlageklassen

• All-in-Fee: 0,80 %

• Globale Umsetzung mittels Kollektivanlagen (Fonds)

• Minimum Anlagevolumen: CHF 20’000

• Anlagen in den Hauptwährungen CHF, USD und EUR

• Nur für Kunden mit Domizil Schweiz

• All-in-Fee: 1,20 % • Minimum Anlagevolumen: CHF 50’000

Kennzahlen

• Nur für Kunden mit Domizil Schweiz

• Rendite seit Lancierung 2016: 40,3 % • Ø jährliche Rendite: 6,0 %

Kennzahlen

• Ø Volatilität: 7,9 %

• Rendite seit Lancierung 2016: 59,9 % • Ø jährliche Rendite: 8,4 % • Ø Volatilität: 8,0 %

Um Ihren Bedürfnissen rundum zu entsprechen, bündelt die acrevis Vermögensverwaltung alle entscheidenden Vorteile: Freiheit

Unabhängigkeit

Sie überlassen die Verwaltung Ihres Vermögens

Als unabhängige Bank verwalten wir Ihr Mandat

einem erfahrenen Team von Anlageexperten und

frei von Interessenkonflikten und verfolgen in

können Ihre Zeit für andere Dinge einsetzen.

der Produktauswahl einen Best-in-Class-Ansatz.

Sicherheit

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Ein Team von ausgewiesenen Anlageexperten

Wir sind tief in der Region verwurzelt und

überwacht Ihr Portfolio laufend, nutzt zeitnah

sprechen dadurch Ihre Sprache. Mit unseren

Anlagechancen und behält für Sie die Risiken

8 Standorten zwischen Bodensee und Zürich-

im Überblick. Dabei setzen wir auf modernste

see sind wir für eine persönliche Beratung

Unterstützungstools und Technologien.

rasch erreichbar.

Präzision

Professionalität

Ihr Vermögen wird nicht einfach nach vorge-

Seit 1854 agieren wir als kompetenter Ansprech-

gebenen und standardisierten Anlagezielen

partner bei Anlagefragen. Unsere Beraterinnen

wie «Ertrag», «Ausgewogen» oder «Wachstum»

und Berater sind anlagespezifisch zertifiziert und

investiert, sondern nach Ihrer individuellen

bilden sich laufend weiter.

Anlagestrategie. Einfachheit Diversifikation

Unsere Angebote sind klar, flexibel und einfach

Um unnötige Risiken zu vermeiden, setzen wir

verständlich aufgebaut.

auf eine breite Streuung der Anlagen auf Anlageklassen, Bonitäten, Regionen und Währungen.

Sie sind am Zug! Setzen Sie sich mit uns in Verbindung. In einem persönlichen Gespräch erläutern wir Ihnen gerne noch mehr über die acrevis Vermögensverwaltung.

Die Zahlen entsprechen dem Stand vom 31. Oktober 2021.

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Makro und Märkte Die kleine Schweiz trotzt dem Weltgeschehen Trotz des sinnbildlichen Burggrabens, den man in Anbetracht der idealen wirtschaftlichen Bedingungen um die Schweiz ziehen darf, passieren Warentransporte ungehindert. Meldungen über Rekordstaus in den Lieferketten können der Schweiz nur wenig anhaben. So erreichten die Exporte im 3. Quartal ein neues Rekordhoch. Auch vor erhöhter Inflation ausserhalb der Burgmauern beweist der Schweizer Franken seine Schutzfunktion. Frau Helvetia ist aufgeprägt, und sie hält ihren Schild fest in den Händen. Die kleine Schweiz trotzt erneut dem Weltgeschehen.

von Daniel Brunner Kurzfristig wird die globale Konjunktur nach wie vor von Produktions- und Versorgungsengpässen dominiert. Die Folge davon sind ein gedämpftes Wachstum und stark steigende Einkaufspreise, welche die Unternehmen vermehrt an die Kunden weitergeben. Zudem heizen hohe Energiepreise und Stimuli wie das kürzlich beschlossene Infrastrukturpaket in den USA die Inflation weiter an. Die Zentralbanken werden jedoch nichts überstürzen. Sowohl die Geldhüter als auch die meisten Marktteilnehmer sind der Überzeugung, dass die beiden wichtigsten Inflationstreiber der vergangenen Monate – steigende Energiepreise und Lieferengpässe in der Industrie – zunehmend wegfallen werden. Dennoch will die US-Notenbank ihr Anleihekaufprogramm schrittweise zurückfahren und bis zum kommenden Sommer vollständig beenden. Davor wird es kaum zu Leitzinserhöhungen kommen. Mit der wirtschaftlichen Verlangsamung, angestiegenen Preisen, Versorgungsengpässen und den erneut zunehmenden Infektionsraten sind die Herausforderungen nicht geringer geworden. Doch nicht zuletzt dank überwiegend positiver Unternehmensergebnisse befinden sich die westlichen Aktienmärkte wieder im Aufschwung. Nachdem diese im September eine Konsolidierung eingelegt hatten, markieren sie nun ein Rekordhoch nach dem anderen. Blickt man nach Osten, zeigt sich allerdings ein konträres Bild. Die hiesigen Märkte konsolidieren auf niedrigem Niveau. Zur Stabilisierung des Wirtschaftswachstums dürften dort im vierten Quartal Infrastrukturinvestitionen eine entscheidende Rolle spielen. Die nach wie vor hohe Wachstumsdynamik spricht gegenwärtig für Aktien. Dabei geben wir Unternehmen mit hoher Preissetzungsmacht den Vorzug. Obligationen hingegen bleiben unattraktiv und dienen lediglich als Diversifikationsbaustein. Dies gilt auch für das schwächelnde Gold, das in der aktuellen Lage allerdings wieder an Bedeutung gewinnen dürfte. Angesichts hoher Bewertungen an den Aktienmärkten und negativer Realrenditen bei Obligationen wird das Marktumfeld im neuen Jahr mit möglichen Zinsschritten der USA am Horizont anspruchsvoller. In diesem Kontext sind eine persönlich abgestimmte Allokation, eine ordentliche Selektion sowie eine konsequente Risikosteuerung des Portfolios unerlässlich.

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Autoren

Sandro Schibli Bereichsleiter Private Banking

Alessandro Poletti Leiter Research & Advisory

Daniel Brunner Research & Advisory

Sandro Schibli bringt über dreissig Jahre Erfahrung in der Anlageberatung mit. Als ausgewiesener Fachmann im Asset Management ist er Mitglied des Anlagekomitees. Sandro Schibli ist diplomierter Finanzanalytiker und Vermögensverwalter.

Alessandro Poletti leitet bei acrevis die Abteilung Research & Advisory. Er verfügt über einen Bachelor der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Betriebsökonomie und ist diplomierter Finanzanalytiker und Vermögensverwalter (CIIA). Alessandro Poletti ist Mitglied des Anlagekomitees.

Daniel Brunner ist bei acrevis als Research Analyst und Portfolio Manager tätig. Er bringt mehrere Jahre Erfahrung im Research mit und verfügt über einen Masterabschluss der Universität St. Gallen (HSG) in Quantitative Economics & Finance.

Rechtliche Hinweise : Bei diesem Dokument handelt es sich um Werbung. Die Informationen in diesem Dokument wurden durch die acrevis Bank AG zusammengetragen und stammen aus Quellen, welche wir für zuverlässig erachten. Trotzdem können wir weder für ihre Vollständigkeit noch Richtigkeit garantieren. Die unverbindlichen Richtkurse können je nach Marktlage rasch ändern. Wertentwicklungen der Vergangenheit lassen keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Wertentwicklung eines Finanzinstruments zu. Für tagesaktuelle handelbare Volumen und Preise kontaktieren Sie bitte Ihre persönliche Anlageberaterin oder Ihren persönlichen Anlageberater. Diese Information ist weder ein Angebot noch eine Empfehlung. Dieses Dokument kann nicht die persönlichen Anlageziele und finanziellen Verhältnisse des Anlegers berücksichtigen. Sollten Ihnen bei Entscheidungen, die auf Basis dieses Dokuments gefällt werden, irgendwelche Zweifel aufkommen, wenden Sie sich bitte an Ihre persönliche Anlageberaterin oder Ihren persönlichen Anlageberater. Eine Haftung für allfällige Schäden, die direkt oder indirekt mit den vorliegenden Informationen zusammenhängen, ist ausgeschlossen. Wir weisen Sie darauf hin, dass es sich vorliegend um risikobehaftete Finanzinstrumente handelt, aus denen im schlimmsten Fall ein Totalverlust resultieren kann. Weitere Unterlagen (wie Risikobroschüre, Prospekte und / oder Basisinformationsblätter, sofern vorhanden) können Sie gerne bei uns beziehen.

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Wir sind acrevis: Ihr verlässlicher Partner, wenn’s ums Anlegen geht. Eine moderne Bank mit einer langen Geschichte: Seit rund einem Jahrzehnt ist die acrevis Bank für ihre Kundinnen und Kunden da – sie ist 2011 aus der Fusion der Bank CA St. Gallen und der swissregiobank entstanden. Die Wurzeln unserer Bank reichen aber über 150 Jahre zurück. Auf unsere Geschichte sind wir stolz und fühlen uns unserer Tradition auch heute noch in unserer täglichen Arbeit verpflichtet: Wir freuen uns, Ihre Bank fürs Leben zu sein.

Mit acht Standorten sind wir stark regional verankert und in St. Gallen (Hauptsitz), Gossau, Wil, Bütschwil, Wiesendangen, Rapperswil-Jona, Pfäffikon und Lachen stets nahe bei Ihnen. Unsere 170 Mitarbeitenden machen uns zur führenden Regionalbank in unserem Marktgebiet zwischen Bodensee und Zürichsee. Dabei werden wir von mehr als 10’000 regionalen Aktionärinnen und Aktionären getragen. Verantwortungsvolles Banking im Interesse aller Anspruchsgruppen, das ist unser Ziel. Die Regelung der finanziellen Belange ist Vertrauenssache, davon sind wir überzeugt. Der Name acrevis ist an drei lateinische Wörter angelehnt, die unseren Leitsatz «Durch Vertrauen gestärkt» verkörpern: a|cre|vis (a – durch; cre – Vertrauen; vis – Stärke, Kraft). Sie haben Fragen oder ein individuelles Anliegen? Für weitere Informationen wenden Sie sich an unsere Beraterinnen und Berater. Wir sind gerne für Sie da! «acrevis invest», das Anlegermagazin der acrevis Bank AG, wird klimaneutral produziert und hat dafür das entsprechende Gütesiegel von «swiss climate» erhalten. Diese Stiftung entwickelt und unterstützt weltweit hochwertige Klimaschutzprojekte.

acrevis Bank AG Marktplatz 1 9004 St. Gallen Tel. 058 122 75 55 • info@acrevis.ch • acrevis.ch St. Gallen • Gossau SG • Wil SG • Bütschwil • Wiesendangen • Rapperswil-Jona • Pfäffikon SZ • Lachen SZ

Gedruckt auf Refutura-Papier FSC Recycling Papier / zu 100 % aus Altpapier /«  Blauer Engel»

Hergestellt in einem schadstofffreien, wasserlosen Druck mit konsequenter Verwendung biologischer, lebensmittelechter PURe-Druckfarben. Diese Farben enthalten anstelle von Mineralölen nur pflanzliche Öle, welche sich im Recyclingprozess rückstandsfrei herauslösen lassen.


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acrevis invest, Ausgabe 01/22 by acrevis Bank - Issuu