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Vorwort

Dipl.-Ing. Ute Römer Vorstandsvorsitzende Dr. Jan Witt Geschäftsführer

Unsere Chronik zum 70. Jahrestagung der Gründung der HEA im Jahr 1952 ist nicht nur aus energiewirtschaftlicher Sicht von hohem Interesse, sondern skizziert eindrucksvoll die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in den vergangenen sieben Jahrzehnten. Sie macht dabei auf unterhaltsame Weise auch nachdenklich und zeigt Wege aus der Vergangenheit in die Zukunft auf. Auf diesem Weg sind wie in den vergangenen Jahrzehnten heute Kreativität und Engagement aller Marktpartner der Energiewirtschaft gefragt. Wir wünschen im Namen des gesamten Vorstands der HEA, der Fachgremien und Mitarbeitenden viel Vergnügen beim Lesen unserer Chronik.

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Das Wirken der HEA spiegelt die spannende Geschichte der effizienten Energieanwendung in Deutschland über viele Jahrzehnte wider und ist eng mit der wirtschaftlichen Entwicklung in dieser Zeit verbunden. So stand in den Anfangsjahren der HEA, also in den Zeiten des Wirtschaftswunders nach dem 2. Weltkrieg, bis weit in die 1970er Jahre das erfolgreiche Werben für den Absatz von Geräten, die mit elektrischem Strom betrieben werden, im Vordergrund. Später vollzogen sich deutliche Veränderungen mit einer differenzierteren Betrachtung und Beurteilung des gesamten Marktumfeldes.

„Unsere Arbeit dient dem Tage und wirkt in die Zukunft.“ Mit diesem Zitat von Prof. Wilhelm Strahringer, dem Gründungsvorsitzenden der HEA, beginnt die Jubiläumsschrift zum 10. Jahrestag der HEA im Jahre 1962. Dieser bemerkenswerte Satz hat bis heute nichts von seiner Prägnanz verloren. Er zieht sich durch die Programmatik und das Wirken der HEA von Anbeginn bis heute. In den Jahren nach der ersten Energiekrise 1973 leistete die HEA Pionierarbeit. Sie setzte anwendungstechnische Themen auf ihre Agenda, die auch heute besonders wichtig sind: Wege zum energieoptimierten Gebäude, Abwärmenutzung, Wärmepumpen und Wohnungslüftung mit Wärmerück-gewinnung waren bereits 1982 die zukunftsorientierten Themen der HEA-Jahrestagung und bewegten die gesamte Branche. Zu dieser Zeit wurde die dritte Fortschreibung des Energieprogramms der Bundesregierung unter dem Motto „weg vom Öl“ vorgestellt und die internationale Energieagentur in Paris wies mit Nachdruck darauf hin, dass ein Nachlassen der Öl-Sparpolitik in den Industrieländern gefährliche Folgen haben könnte. Durch die politischen Rahmenbedingungen veränderte sich dann auch folgerichtig die Stromanwendung. „Immer weniger Strom pro Anwendung“ schuf Raum für „Immer mehr effiziente Anwendungen mit Strom!“ Und allmählich machte sich auf diese Weise eine Entkopplung von Stromverbrauch und Wirtschaftswachstum bemerkbar.

Seit Mitte der 90er Jahre gewannen Umwelt- und Klimaschutz zunehmend Bedeutung in Politik und Gesellschaft. Die Arbeit der HEA war insbesondere durch die Markteinführung von Effizienz-Technologien im Hauswärme- und Gerätemarkt und im „intelligenten“ Gebäude gekennzeichnet. Wärmepumpen, Wohnungslüftung, Gebäudesystemtechnik, Ausstattungsgrad der Elektroinstallation und energiesparende Haushaltsgeräte machten es möglich, den Energieverbrauch und damit die Kohlendioxidemissionen zu senken. Gleichzeitig rückten Nutzen und Qualität der Energieanwendung wie Komfortgewinn und Werthaltigkeit mehr und mehr in das Blickfeld der Verbraucherinnen und Verbraucher.

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